Lola rennt feat. Snoopahontas.

Der Typ an der Theke sieht aus wie ein Mix aus Snoop Dog und Pocahontas. Was ihn sofort in mein Beuteschema passen lässt – lange Haare, dunkle Haut, Bilderbuch- Version eines Gangsters. Gott ist der geil.

Obwohl es keine zwei Stunden her, seit ich einen Schwanz in mir hatte, werde ich immer wuschiger, erstaunlich dass ich noch nicht sabbere.  Nicht dass meine Nachmittagsbeschäftigung in Form von Mr. Vollarschwichskopf schlecht ficken würde; nein-aber es war gerade mal so lang um mich anständig aufzuheizen. Anstatt mich Gentleman-like zuerst kommen zu lassen, hat er mir nach geschätzt drei Minuten ins Gesicht gewichst. Er müsse los, hätte noch Arbeit. Und bitte ja nicht kuscheln.

Naja, dann darf er sich nicht drüber beschweren, dass ich es mir woanders hole.

Der kleine Club mitten in Wien ist verraucht, eng und laut. Süßlicher Qualm vermengt sich mit dem Geruch von billigem Parfum, wie in einer Hurenhütte, lullt den Haufen feiernder Druffies in eine Nebelwolke. Wäre ein Drogenhund hier, würde er vermutlich einen epileptischen Anfall bekommen.

Musikalisch unterstrichen von „Smoke Weed everyday“ bahne ich mir den Weg durch die tanzende Menge, konzentriert-fokussiert auf Snoopahontas.

Lasse den Kerl keine Sekunde aus den Augen, einen ungeschickten Fummel Versuch eines Milchgesichts quittiere ich mit dem Fass-mich-nicht-an-sonst-muss-ich-dich-umbringen-Blick. Auch wenn Sex mit einem Minderjährigen ganz oben auf der muss-ich-unbedingt-machen-Agenda steht, heut habe ich was anderes vor.

Gelangweilt nippt das Objekt meiner Begierde an seinem Getränk, lässt seinen Blick suchend durch den Club wandern, touchiert mich dabei und auf einmal weicht seine Rastlosigkeit tiefer Ruhe, entspannt zieht er seine Mundwinkel nach oben und grinst.

„Hi, ich bin Rahim.“

„Und ich bin betrunken. Willst du mal ziehen?“

Ich halte ihm einen brennenden Joint vor die Nase, er quittiert das Angebot mit einem dankbaren Nicken, als hinter ihm plötzlich eine Frau auftaucht und ihn erwartungsvoll anglotzt. Ihre halblangen Haare haben dieselbe Farbe wie die Bloody Mary, die Snoopahontas in seiner Hand hält, Lola hat sich verrannt und sieht ziemlich durch aus. Ihr Tank Top klebt an ihren riesigen Brüsten, als wäre sie eben durch einen Regenschauer gelaufen, die rote Mähne steht verwuschelt in alle Himmelsrichtungen ab und ihre Augen bestehen nur noch aus Pupillen. Ich kann nicht aufhören, ihr ins Dekollte´zu starren, zu beeindruckend sind die Dinger und passen in der Relation so überhaupt nicht zu dieser zierlichen Gestalt.

„Rahim, ich will nach Hause“, raunzt sie genervt.

Erschrocken zuckt er zusammen, dreht sich in ihre Richtung und legt ihr seinen Arm um die Schultern. Verdammt, hätte ich mir denken können, dass der nicht alleine hier ist. Hätte ich mich mal lieber von dem Teenager abschleppen lassen sollen?

Zu meiner Überraschung, guckt Mrs. Snoopahontas ein wenig entspannter, als er uns einander vorstellen will.

„Claudia das ist… Wie heißt du eigentlich?“

„Maja, sehr erfreut.“

Claudia verraucht den Rest des Ofens, während  Mister Lover Lover eine Flasche Puffbrause ordert und uns beide an zwei Security Typen vorbei in einen abgesperrten Teil der Spelunke führt.

Hier ist die Musik nicht so laut wie vorne, man kann sich tatsächlich unterhalten, ohne dabei zu schreien, ein schwarzer Theatervorhang trennt den Raum vom Rest des Lokals. Gedimmtes Licht fällt auf die herumstehenden Ledersofas, die der Farbe von Claudias Haarpracht ähneln, außer drei Kerlen im Anzug, die sich auf Kroatisch miteinander unterhalten,  sind wir die einzigen Gäste in der Chillout Zone.

Rahim lässt sich zwischen seiner Freundin und mir auf die Couch fallen, während eine Kellnerin den Moet öffnet und uns einschenkt.

„Wie lange seid ihr zwei schon zusammen?“

Kichernd nippt das Busenwunder am Champagner, ehe sie mir auf die Frage antwortet:

„Überhaupt nicht.“

„Aber ich dachte…“

Rahims Hand wandert auf meinen Oberschenkel, er dreht den Kopf in meine Richtung.

„Falsch gedacht Maja.“

Die beiden werfen sich verstohlene Blicke zu, als sie wieder das Wort übernimmt:

„Wir sind nur Freunde.“

Na, dann bin ich ja beruhigt. Ich hatte schon Angst, die beiden wären verheiratet.

Wie auch immer, ich bin nicht wirklich interessiert an ihrer Lebensgeschichte, allerdings an ihren Brüsten. Und selbstverständlich an dem Ding, dass mittlerweile immer heftiger von innen gegen seine Jeans drückt und dessen Kontur sich deutlich auf dem Stoff der Hose abzeichnet. Vorsichtig taste ich mich in dessen Richtung, beobachte dabei viel mehr ihre als Snoopahontas´ Reaktion auf den Annäherungsversuch.

Doch da scheint kein Anflug von Eifersucht in Claudias Augen, sie tut es mir augenblicklich gleich und packt Rahim energisch am Schwanz, noch bevor ich dort angekommen wäre öffnet sie den Reißverschluss und holt das Prunkstück aus seiner viel zu eng gewordenen Verpackung.

Unterdessen ist seine Hand unter meinem Rock angekommen,  kommentiert das Fehlen meines Höschens mit einem sofortigen Schnurren.

Amüsiert blicken die drei Balkan- Schlipsträger in unsere Richtung, als ich mich über Rahim beuge und mit der Zunge über die befreite Schwanzspitze lecke. Sein Keuchen verrät, dass es ihm gefällt, von zwei Frauen gleichzeitig bedient zu werden. Claudias Hand greift fest um den Schaft, während ich meine  Lippen um die Eichel schließe und daran sauge, fickende Finger unter dem Ledermini heizen mir ordentlich ein.

„Langsam, langsam…“

Scheinbar ist Snoopahontas schon jetzt kurz vorm explodieren, ich nehme seinen Schwanz aus dem Mund und bemerke einen der Kerle vom Nebentisch in unsere Richtung kommen. Irritiert starre ich den riesigen Mann an, gespannt was wohl als nächstes passieren wird. Die beiden anderen bemerken ihn erst nicht, da Rahim damit beschäftigt ist, ihre Mordstitten unter dem Top hervorzuholen und daran zu saugen. Erst als der Unbekannte im Anzug zu reden beginnt, lässt er von ihr ab, und schaut  so verwirrt, wie ich.

„Brauchst du Hilfe mit den Beiden?“

Ich glaub mein Schwein pfeift und noch ehe ich Rahim  „Ja bitte“ sagen höre, habe ich das nächste Turbogerät vor meinem Gesicht. Der Schwanz ist so riesig wie sein Eigentümer, der sich als Senad vorgestellt hat. Claudia lässt sich ihre Brüste vom bearbeiten,  ich lutsche unterdessen den kroatischen  Prügel,  die  beiden Kollegen stehen daneben,  lassen ebenfalls die Hosen runter und legen  Hand an.

Senad raunt irgendwas ausländisch klingendes in ihre Richtung, sie kommen einen Schritt weiter zu uns als plötzlich mit einem lautem Klirren ganz in der Nähe Glas zersplittert, halten alle inne und blicken in das perplex aussehende Gesicht der Kellnerin.

Anscheinend war die kleine Alkoholtransportschlampe nicht auf den Anblick eines kopulierenden Menschenhaufens vorbereitet, weswegen ihr wohl das Missgeschick mit dem  Tablett passiert sein dürfte, das ihr mitsamt einiger Gläser und einer neuen Flasche Moet zu Boden gekracht ist.

Sie wirkt bleich, stammelt eine Entschuldigung  und verschwindet so schnell wie sie gekommen war.  Völlig unwissend, welche Hände mich da eben an der Hüfte packen und den Rock nach oben schieben, mache ich mich ans weiter blasen, lechze nach Luft als ich endlich einen Schwanz in meiner Mitte spüre. Nicht mal einen Meter daneben stöhnt Claudia so laut, dass man sie bis auf die Tanzfläche hören müsste. Ihre Brunftschreie bringen mich weiter in Fahrt, versuche ihn so tief wie möglich in den Rachen gleiten zu lassen. Senad krallt seine Finger in meine Haare, zieht meinen Kopf fest an sich, zuckt kurz auf und spritzt mir mit einem lauten „Arrrrgghh“  in den Mund. Ich hab noch nicht mal runtergeschluckt, steht schon der nächste vor mir, wartet dass sich Senad aus mir zurückzieht, damit er zum Zug kommt. Der andere Balkanmensch  vögelt mir inzwischen keuchend, doch munter das Hirn raus, seine Stöße werden zunehmend härter und bringen mich beinahe zum Verzweifeln.

Mit einem ohrenbetäubenden Brüller macht uns Rahim auf seinen Höhepunkt aufmerksam, auch wenn es sich eher so anhört, als hätte er sich wehgetan. Doch ein kurzer, prüfender Blick in seine Richtung  bestätigt, dass er sich keine Verletzung zugefügt hat. Relaxed mit einem Lächeln im Gesicht und einer Kippe im Mundwinkel  schmiegt er sich an seine Gespielin, die aussieht, als hätte sie mit dem Finger in die Steckdose gegriffen plus ein bisschen Sperma im Gesicht. Elektrisches Gefühl.

Spuckgeräusche hinter mir erhärten den Verdacht, dass ein Kurswechsel  ansteht. Wie befürchtet findet der Unbekannte Gefallen an meinem Arsch, und in meinen Arsch. Zentimeterweise drückt er sich in mich, bis er vollkommen verschwindet,Gott bin ich froh, dass er Weißer ist.

Und gerade als er sich in Fahrt hämmert, feuert uns ein Security Typ aus dem kollektivem Bumskoma. Laut schreiend und heftig gestikulierend stolpert die Spaßbremse in Uniform herein:

„Chef, Polizei vor diese was ist Türe. Nix gut ausschauen, haben viele was ist wie große Katze.“

Senad ist der einzige der seinen Schwanz schon wieder verstaut hat, praktisch das er derjenige ist, der mit „Chef“ gemeint war.

„Das sind Hunde, du Vollidiot. Wie oft soll ich dich noch zum Deutschkurs schicken? H-U-N-D-E, und  nix was ist wie große Katze.“

Demütig  schaut Mister-sollte-mal-wieder-deutsch-üben zu Boden, streift mit seinem Blick dabei meinen nackten Arsch, und wirkt plötzlich recht indisponiert.

„Ja Chef. Nix mehr was ist wie Katze groß, Unde, ja?“

„HHHHHunde! Du Trottel bist so sinnvoll wie Hundescheiße, geh mir aus den Augen!“

Bingo, jetzt passt seine Gesichtsfarbe zu der Claudias´ Chaosfrisur und der Einrichtung dieses illegalem Untergrund- Swinger -Clubs.  Wütend feuert der Chef sein Feuerzeug gegen die Wand, Millimeter vom Gesicht des unglückseligen Überbringers der schlechten Nachricht entfernt. Der zuckt genauso heftig wie der, der mir den Hintern vögelt,  läuft wie ein Frettchen auf Speed wieder hinaus.

Ich frag mich mittlerweile ob der Kerl Viagra genommen hat, unablässig und mit der Präzision eines polnischen Strauchdiebs rammelt er meinen Hintereingang.

Der Unglücksrabe der nach wie vor mit halbsteif angewichstem Schwanz vor mir steht, wird genauso heftig von seinem Boss angebrüllt, wie der Security vorhin.  Da ich kein Kroatisch verstehe kann ich  nur ahnen, dass es was mit der Polizei vor der Türe zu tun hat. Als würde man während man dem Vögeln einen Krimi anschauen, sich auf beides zu konzentrieren ist was für Fortgeschrittene.

Mich macht die Situation so an, dass ich die Fassung verliere, erst nur leise wimmernd, doch immer heftiger knallt die Hitzewelle durch mich durch, ich schließe die Augen, die Oberarme versagen ihren Dienst, langsam sinkt mein Körper nach unten. Seine Hände an meinen Hüften,er stößt noch einige Male tief in mich, krallt sich fest und nach drei Sekunden warm anfühlen ist auch er am höchsten Punkt des Abends angekommen.

Irritierend fühlt sich die Totenstille an, die allzu rasch über uns hereingebrochen ist, weswegen ich die Augen wieder öffne, obwohl ich immer noch im Fickkoma herumschwirre und folglich auch keine wirkliche Lust habe, dort wieder zu verschwinden. Es ist so schön dort.

Im Gegensatz zu hier:

Familie Snoopahontas, Senad und die ungebumste Halberrektion starren uns beide schockiert an.

„Was schaut ihr denn alle so bescheuert drein?“, frage ich in die Runde.

„Maja, das hat ausgesehen, als würde er dich dabei umbringen“, entgegnet die mit den dicken Dingern.

Prüfend mustere ich alle meine Körperteile, ich kann keine Schrammen erkennen und ich fühle mich auch nicht so, als hätte mich jemand versucht zu töten.

„Wo denn?“

„Haben geschrien wie eine läufige was ist wie große Katze.“

Wo zum Henker kommt der denn schon wieder her?

Ist auch egal, zumindest sind alle Augen jetzt auf den Security gerichtet und ich kann den Schwanz unbemerkt aus meinem Arsch ziehen, nachdem dessen Besitzer hinter mir eingeschlafen ist.

„Chef Polizei suchen nach du. Alle schon hier bei diese was ist Uftata-Mensch.“

Ein Irrenhaus ist ein Kindergeburtstag gegen diese Aufführung hier.

„Was? Sie sind beim DJ-Pult?“

Mittlerweile haben Senads Pupillen die gleiche Größe wie die von Claudia, wobei ich nicht denke, dass auch er auf Trip ist, eher unter Strom, wegen der Inkompetenz seiner Mitarbeiter. Hastig stürmt er zwischen den Vorhängen hindurch, zumindest schien es sein Plan zu sein, bevor der blonde Junge durch die Gegenseite genau in ihn kracht, beide mit den Köpfen zusammenstoßen und augenblicklich zu Boden gehen.

Ich zähle laut bis zehn, klatsche dabei mit der flachen Hand auf den geschmacklosen Teppichboden, um das Ganze mit einem „Aus“ zu beenden. Unentschieden durch K.O. in der ersten Runde.

Zentriere meinen String, ziehe den Rock Richtung Knie, schüttle mir den Staub vom Kopf.

„Na klasse. Jetzt liegen die zwei größten Verbrecher in dem Club bewusstlos zwischen uns“, Rahim wirkt nervös, als er sich das Malheur aus der Nähe ansieht.

„Wer ist der Kerl?“, fragt Claudia

„Das gewesen diese was ist Ufftata Mensch“, antwortet der resigniert aussehende Security, der immer noch wie angewurzelt am gleichen Fleck steht.

„Du meinst DJ?“

„Ja, diese was ist DJ.“

Rahim fasst Claudia an der Hand.

Da ich aufgrund der spannenden Allgemeinsituation auf alles was davor passiert ist, vergessen habe, falle ich vor Schreck fast genauso um, wie Chef und Mister Ufftata, als hinter mir jemand von den Scheintoten aufersteht.

Ah ja, der der mir den Arsch gefickt hat.

Mit hinuntergelassener Hose kämpft er sich zurück in die Vertikale, spaziert an uns vorbei nach draußen. Na gut, bei dem winzigen Ding könnte er Glück haben und unbemerkt damit davon kommen. Da mich sein Schwanz nicht länger fesselt, springt die Aufmerksamkeit wieder auf essentiellere Dinge. Wie die Frage, wo mein Gras eigentlich geblieben ist. Praktischerweise, stolpere ich um ein Haar über meine Handtasche und mir fällt die Antwort auf die Frage ein, die ich schon wieder längst vergessen habe.

„Jungs und Mädels hauen wir ab!“

Entschlossen winke ich Rahim und Claudia in meine Richtung, als ich ein Fenster entdecke, dass groß genug war um uns ohne Umwege aus dem Laden rausbringen konnte, ohne mit den Bullen zusammenzukrachen.

„Baby, wie hast du es bloß geschafft so viel Marihuana in diese winzige Handtasche zu stopfen?“

Boxe gegen die Absperrung, und tatsächlich-das Schloss springt knatternd auf, mit ein bisschen Nachdruck stehen wir auf der ebenerdigen Terrasse. Auf Augenhöhe stehender Vollmond treibt den Kitsch Faktor des Moments unaufhaltsam nach oben.

Raus, nichts wie weg von hier. Nehmen die Beine in die Hand, stolpern, laufen, rennen.

Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen?

Air Condition für Fortgeschrittene

Viel zu schnell ist die laue Sommernacht vorbei, so wie immer wenn man sie mit dem richtigen Menschen verbringt. Spüre seine Arme um mich, wünschte jemand könnte die Zeit anhalten.

Bin spät dran, hektische Suche nach einem Slip verläuft im Sand, Zeit für´n  Frühstücksfick ist Wunschdenken. Ich  muss unbedingt zurück nach Hause, zehntausend unerledigte Dinge lassen mich wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Stadt hetzen. Hoffe den Zug noch zu erwischen.

Seelenlose Betonbunker speichern die Hitze und schmeißen sie mit doppelter Intensität zurück, insgeheim bin ich dann doch froh, unter dem Fick-mich-Fummel nicht auch noch Unterwäsche tragen zu müssen.

Allerdings scheint auch der Board-Service Mensch meine zentrierte Air-Condition für ganz Arme zu bemerken, als ich für einen Moment einschlafe und mir das Kleid nach oben rutscht. Seiner Gesichtsentgleisung zufolge, hat er heute noch keine Muschi gesehen; abgesehen von meiner.  Beiße mir auf die Zunge, um nicht laut zu denken, grinse ihn stattdessen dreckig an.

Sein Teint wechselt von Wasserleiche auf Nothammer, gespielt-beschäftigt läuft er an mir vorbei.

Hab beinahe vergessen, wie lustig  Exibitionismus ist.

Schlafe mit einem Lächeln im Gesicht ein, immer wieder rauschen Bildfetzen  vergangener Nacht durch den Kopf. Träume von seinen Händen auf- und seinem Schwanz in mir. Masturbieren wäre schön.  Masturbieren lassen schöner.

Erwache, als der Zug bremst. Desorientiert und fickerig schau ich in tiefschwarze Augen, die mich von der gegenüberliegenden Seite des Abteils mustern.

Wo kommt denn das Schnucki auf einmal her?

Dich schickt der Himmel, Baby.

Sein oranges Shirt spannt an den richtigen Stellen, was man von seiner Jeans leider nicht behaupten kann. Die schulterlangen Haare schauen noch verstörter als meine eigenen aus. Als wäre das Chaos aus dem Gehirn ins Umland geflohen um dort eine Revolution anzuzetteln.

Schnucki sieht verlegen zur Seite, als er meine Blicke bemerkt.

Ich mag es, wenn sie so schüchtern sind. Das sind oft  die irrsten Freaks im Bett.

Gott sei Dank kühlt die Klimaanlage den Wagon auf knapp über dem Gefrierpunkt, ansonsten würd ich mein Gegenüber wohl auf der Stelle bespringen- Kopfkino in HD kickt mich noch einen Tick höher, als ich es ohnehin schon bin.

Wie sein Schwanz wohl aussieht? Wie er sich anfühlt, ob er hart fickt oder doch eher zärtlich?

Als hätte er meine Gedanken gehört, dreht er sich plötzlich in meine Richtung, starrt mir in die Augen,  legt mich mit Blicken flach. Und es sind nicht die von der zärtlichen Sorte. Ganz im Gegenteil.

Kann mal jemand die Klima einen Gang höher schalten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lichtscheu und durchgeknallt

Schlittern durch den letzten Rest jener Nacht, immer weiter tief nach unten. Was soll´s?

Je größer der Dachschaden, desto schöner der Blick auf die Sterne.

Auch wenn der große, schwarze Mann neben mir in etwa weiß, was- und vor allem mit wem er es zuletzt getrieben hat. Im Gegensatz zu meiner dezent- gestörten Wenigkeit; ich hab immer noch keinen Plan wie ich es diesmal geschafft habe, über dreißig Kilometer vom eigentlichen Aufenthaltsort entfernt wieder zu Bewusstsein zu kommen.  Geschweige denn, wo meine Schuhe, meine Unterwäsche, das letzte Geld und in etwa vierzig Millionen Gehirnzellen geblieben sind.

Wie auch immer.  Ablenkung ist in dem Fall wohl die beste Strategie.

„Joey, was hast du dort in dem Klo gemacht?“

Er schwenkt seinen Blick von der Seitenscheibe des fahrenden Taxis in meine Richtung:

„Dreimal darfst raten, Kleines.“

Klingt nach einer Fangfrage.

„Hast dir einen runtergeholt?“

Der Taxifahrer macht eigenartige Geräusche; irgendwo zwischen Verschlucken und vor Schreck übergeben.

„Du bist so durchgeknallt, Maja.“

Zärtlich streichelt Joey mit seinen Fingerspitzen über meine Schläfe.

„Ja. Ist aber auch keine Universalantwort. Wichsen schon, das zählt immer.“

„Ach ja?

Joey´s Unterarm umschlingt meine Taille, mit einem Ruck zieht er mich in seine Richtung. Kurz stockender Atem, als die aufgehende Sonne sein Gesicht streift, seine Pupillen auf stecknadelkopfgroß schrumpfen lässt.

Gottseidank schrumpft da sonst grade nichts.

Kribbelt.

Küssen uns.

Lichtscheues Gesindel auf dem Rückzug.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blind Date mit dem Pornokönig

Mir ist langweilig, ich hänge seit Stunden vor dem Laptop, surfe ziellos durch die unendlichen Weiten des wewewe, doch auch nach dem dreihundertsten Mal Link anklicken finde ich nichts, das mich länger als einige Minuten beschäftigt. Habe mittlerweile sieben Mal masturbiert, weswegen auch youporn keine wirkliche Alternative zum Zeitvertreib oder der allgemeinen Entspannung mehr ist.

Eigentlich wollte ich ja bügeln, Fenster putzen, ein Buch lesen, Sport machen; kurz- ein besserer Mensch werden. Eigentlich.

Es schüttet wie aus Kübeln, der Herbst steht bereits in den Startlöchern und macht sich durch allgemeine Nicht-Motivation bemerkbar. Ja das ist gut –  Schuld ist nur das Wetter.  Niemand mutiert zu einem Superhelden, wenn’s draußen arschkalt ist, oder?

Bei Spiderman war sicher auch Sonnenschein?

Ich bin sogar so unmotiviert, dass ich noch nicht mal aufs Klo gehen will, obwohl es sich mittlerweile anfühlt, als würde meine Blase gleich platzen. Klicke mich schneller und schneller durchs Netz um mich davon abzulenken, dass ich meinen Arsch hochkriegen sollte.

Das klappt so gut, dass ich mich irgendwann frage, wieso ich meinen Lebensunterhalt nicht als Pornodarstellerin verdiene. Da ich praktischerweise eh schon im größten Sündenpfuhl dieser Welt feststecke, bitte ich Doktor Google zur Hilfe.

Drei Stunden, fünf Bier, drei Joints, eine Thunfischpizza und zwei Mal onanieren später hab ich die Bewerbung für (keine Ahnung mehr wieviele) Pornoproduktionsfirmen fertig getippt. Eher aus Spaß, als aus seriösem Interesse schicke ich den Kram tatsächlich weg, ehe ich einige Minuten später auf ein Inserat stoße, dass mich wirklich neugierig macht.

„Berlin sucht die ruchlosesten Sexstorys aus ganz Deutschland-die besten werden verfilmt“

Boom. Das ist genau meins, spüre es nicht im kleinen Finger, aber dort wo´s wirklich lustig ist.

Drucke mir die Seite aus, klebe sie auf meinen Badezimmerspiegel um nicht darauf zu vergessen und beschließe erstmal meinen Rausch auszuschlafen.

Fünf Tage und geschätzte vier Millionen Ausrede, wieso ich jetzt noch nicht zu schreiben anfangen kann, später, parke ich meinen Prachtarsch tatsächlich auf die Couch, schreibe eines meiner schrägsten Sex-Erlebnisse auf  (Sommernachtstraum 2.0)  und schicke die Story an einen Unbekannten in die große deutsche Stadt.

Demoliertes Kurzzeitgedächtnis sei Dank, als am nächsten Morgen das Telefon klingelt, hab ich erstmal keinen Plan, welcher Unmensch mich zu dieser Unzeit anruft. Da das Schlafzimmer immer noch dunkel ist, und ich mich fühle als wäre ich fünfhundert Jahre alt, schätze ich die Uhrzeit auf neun Uhr. Ekelhaft. Doch mein anfänglicher Zorn wandelt sich in Null Komma Nichts in Neugierde, als ich die angenehme Stimme am anderen Ende der Leitung höre.

Sein Name ist Gernot, er hat eben meine Mail von vergangener Nacht erhalten, findet meine Geschichte gut und würde mich gerne kennenlernen, um alles weitere zu besprechen.

Bin erstmal sprachlos; damit hätte ich ebenso wenig gerechnet, wie mit einem Anruf des Pornokönigs; noch während ich überlege, wann und wie ich nach Berlin komme reißt mich die hocherotische Stimme aus meinem Gedankenwirrwarr zurück auf den Boden der morgendlichen Realität.

„Ich fliege heute nach Wien, wir könnten uns am Abend treffen?“

Er will dass ich ein Kleid und hohe Schuhe trage-sehr praktisch, das hätte ich auch ohne Aufforderung gemacht. Gespannt, wie er aussieht, suche ich ihn auf Facebook; und tatsächlich-sein Gesicht passt zu der Stimme.

Der Kerl ist hübsch, und das weiß er auch; Gernot strahlt auf den Bildern eine Souveränität und Dominanz aus, die mir bis dato noch nicht untergekommen ist. Mit jeder Stunde steigt die Aufregung und Vorfreude auf ihn, auch wenn das nicht mein erstes Blind Date ist.

Aber es ist das erste Mal mit einem Kerl, der meine intimsten sexuellen Erlebnisse und Begierden kennt, bevor er auch nur den Bruchteil eines Eindrucks von mir und meiner Person erhaschen konnte. Immerhin hab ich ihm vierundzwanzig Stunden davor, eine detailgetreue Beschreibung meiner allerersten BDSM Session geschickt, die absolut nichts mit Mister Grey und dem von ihm ausgelöstem Hype zu tun hatte.

Menschenleere Straßen, wirken beinahe unheimlich, als ich unter einer der Brücken neben dem Donaukanal auf ihn warte. Wieso bin ich zu früh?

Einige Rasta-Typen schlendern an mir vorbei, von einer süßlichen Duftwolke verfolgt und laut kichernd. Sie klingen wie ein Haufen pubertierender Schulmädchen, die in der Umkleide zum ersten Mal einen Pimmel gesehen haben. Das Geräusch des Gelächters will so überhaupt nicht zu der Erscheinung von zwanzigjährigen, halbstarken Kiffern passen.

Sie ziehen an mir vorüber, in einiger Entfernung spaziert ein langhaariger Mann entspannt in meine Richtung. Während der Takt meines Motors immer schneller wird, glaube ich  ein Lächeln auf dem Gesicht des Unbekannten zu erkennen.

Völlig entspannt kommt er vor mir zu stehen, während ich versuche so gelangweilt wie möglich zu tun, stellt er sich nur einige Zentimeter vor mein Gesichtsfeld und fixiert mich mit seinem fesselnden Blick.

Brauche meine ganze Kraft, um die Knie am Zittern zu hindern, erwidere seinen Blick, auch wenn die Vernunft zur Vorsicht mahnt. Und noch bevor ich „scheißewiegeilistdasdenn“ denken kann, berühren sich unsere Lippen, öffnen sich, vorsichtig spielende Zungen, packende Hände an meiner Hüfte, Sekunden bevor er damit über meinen Rücken streichelt und am Nacken zur Ruhe kommt.

Wie millionenfache Bienenstiche direkt über der Wirbelsäule, während jemand mein Zentrum mit Brennnesseln traktiert, drücke mich so nah wie möglich an den Fremden, betörender als sein Geschmack ist nur sein Geruch.

Sauge ihn auf, als wär’s das letzte Mal um mit einem Mal von ihm abzulassen. Tranceähnlich der Zustand, als ich mich von ihm löse um in seine Augen zu sehen; der Energiestrom zwischen ihm und mir ist überwältigend und nicht zu leugnen.

„Schön dass du gekommen bist, Maja.“

Mit weit geöffnetem Mund, und dem Gesichtsausdruck einer Gehirnamputierten, läufigen Hündin starre ich ihn an; alles woran ich denken kann, ist sein Schwanz in mir:

„Du auch.“

Schmunzelnd nimmt er mich an der Hand, wortlos doch emotionsbeladen spazieren wir über die Brücke. Auf der anderen Seiter des Kanals ragt ein hell beleuchtetes Hochhaus in die sternenklare Nacht, er steuert direkt darauf zu, bemerkt mein Zögern:

„Lass uns ein Glas Wein bei mir trinken. In dieser Gegend gibt es keine guten Kneipen. Ok?“

Von seiner Empathie angetan, und ein wenig von der Abenteuerlust gepackt, lasse ich mich darauf ein; habe kein ungutes Gefühl bei der Sache, und so genieße ich einige Minuten später wunderbar fruchtigen Merlot mit einem atemberaubenden Blick auf die schlafende Hauptstadt bei Vollmond.

Mitten in der offenen Wohnküche steht ein schwarzes Ledersofa, rundherum zahllose Bücher die in die Höhe gestapelt recht chaotisch dastehend aussehen. Blickt man länger hin, scheint es, als stecke ein penibel angeordnetes System dahinter, es wirkt nicht unordentlich, ganz im Gegenteil.

Die mit zahllosen schwarz-weiß Aufnahmen gesäumten Wände bilden einen ungewollt scheinenden Kontrast zu dem bunt-vollgeräumten Regal in der Ecke, die mächtige Glasfront unterbricht die  Unruhe mit ihrer Klarheit inmitten von zufällig drapierten Gegenständen.

Fühle mich sicher und folge seiner Einladung Platz zu nehmen. Beobachte ihn dabei, wie er eine Flasche Wasser öffnet, nie zuvor war mir die Ästhetik dieser banal wirkenden Handlung bewusst.

Wie eine zweite Haut legt sich die schwarze Hose um seine Genitalien, vermutlich auch um den Rest, doch meine Festplatte scheint auf stand by Betrieb geschaltet. Schulterlange Haare fallen neben blitzblauen Augen über seine stark aussehenden Schultern, als hätte er einen explodierten Strohballen auf dem Kopf, den man mit Superkleber direkt über sein Kleinhirn gepickt hätte.

Irgendwie wie ein nicht existenter Sohn aus Dieter Bohlen und Britney Spears nach dem elektrischen Stuhl, aber dennoch sehr sexy.

Die Nach Sandelholz, Kaffee und einer undefinierbaren Note duftende Nuance seiner Haut, hinterlässt wuchernde Gänsehaut auf dem Rücken. Aufkeimender Schauer ängstigt mich kein bisschen, ganz im Gegenteil. Als würde die „Jetzt-geht’s-los“ Stimmung die Schirmherrschaft übernehmen.

Das Plätschern der Wasserflasche verstummt, langsam dreht er sich um, zutiefst provokanter Blick in meine Augen, die vor Ungewissheit strahlen.

„Ich möchte, dass du jetzt dein Höschen ausziehst.“

Ruhig, jedoch ohne Zweifel an seiner ernsten Absicht reicht er mir eins der aufgefüllten Wassergläser. Kaum habe ich es ihm abgenommen und er somit eine Hand frei, streichelt er zärtlich über meinen Hals. Genieße die Berührung, schließe die Augen um das Gefühl zu intensivieren. Doch noch ehe das Kribbeln in mir den Höhepunkt erreicht und sich in sämtlichen Fasern meines Körpers ausbreitet zieht er sich unerwartet zurück; instinktiv fasse ich nach ihm, aber es ist mir unmöglich ihn zu erreichen. Mit einem lauten Knall landet die flache Hand, die eben noch die sensible Stelle unter meinem Kinn liebkost hat, mitten in meinem Gesicht. Wieder und wieder ohrfeigt er mich mit der einen, während die andere den Weg zwischen meinen Schenkeln närrisch nach oben tippelt, von Zeit zu Zeit kurz inne hält um mir seine Finger durch die Spalte zu ziehen.

Mein Slip fungiert mittlerweile als Knöchelwärmer, den Rock hab ich auch schon längst bis zum Bauchnabel hochgeschoben, das Wechselspiel aus Schlägen und Zärtlichkeit fordert seinen Tribut, völlig von Sinnen lasse ich mich treiben, wie benebelt nehme ich Berührungen wahr, die sich ihre Bahn  in meinem halb offenen Mund suchen.

„Du wirst dich jetzt ausziehen und dort drüben auf den Boden knien“

Unfähig zur Widerrede, befolge ich seine Ansage, drehe ihm den Rücken zu, wortlos. Ruckartig zieht er den Reißverschluss meines fick-mich-fetzens nach unten, streift es über meine Schultern. Lautlos driftet es zu Boden, splitterfasernackt stehe ich vor ihm.

Gernot packt mich an den Haaren, reißt den Kopf nach unten, lässt auf einmal los und zeigt zu Boden.

„Hinknien hab ich gesagt.“

Masken ab!

Danke devote Romantikerin für den Hinweis!

Es braucht nicht mal drei Sekunden um zu bemerken, dass ich es diesmal mit einem Kaliber gesammelter Geisteskrankheit in Menschengestalt zu tun habe.

„Du kannst nichts in einem anderen erkennen, was du nicht auch in dir trägst.“ Wie Salzsäure hat sich der Satz einer Vertrauten in meinen Verstand gebrannt, danke liebe Helga.

Zwei, drei tiefe Züge grüner Luft, haben es geschafft meine Aufregung ein klein wenig zu dämpfen, auch wenn ich mir bis zum Augenblick seines Eintreffens  eher Sorgen um meinen eigene Verwirrtheit mache. Als hätte mir Doris Knecht ihren „Gruber“ zum Date geschickt, genauso hab ich mir den koksenden  Protagonisten immer vorgestellt:

Halblange Haare, Augen so unendlich groß und schwarz wie meine eigenen nachdem ich zum ersten Mal Speed genommen hatte, die Gestik schnell und hektisch, die Gedankenwelt panisch und paranoid zwischen den verschiedenen Persönlichkeiten zuckend.

Ist das wirklich nur ein Mensch, der mir gegenüber sitzt? Beim Zuhören habe ich eher das Gefühl, es wären an die sieben verschiedenen.

Kranker eigener Schädel beobachtet und wiegt ab… Abhauen oder bleiben?

Abhauen zurück in eine leere Wohnung? Hier bleiben und mit einem äußerst fragwürdigen Kerl auf Drogen verbringen… Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht.

Entscheide mich für die Thriller Version des Hauptabendprogramms und bleibe bei ihm, umbringen wird er mich schon nicht.

Zitternd fasst die dürre Gestalt in seine Hosentasche und zieht ein kleines Päckchen hervor.

„Zigarette?“

Ich lehne dankend ab, mit dem Hinweis, dass die Scheiße ja voll ungesund sei.

Fast ein wenig beschämt, steckt er sich trotzdem eine an, zieht so tief und neurotisch daran, dass er die Kippe  mit fünf Zügen weggepafft hat. Gratuliere, Lungenvolumen scheint also in allerbester Ordnung zu sein?

Das stinkende Teil ist noch nicht mal abgetötet, da legt Mister Junkie Boy den Kopf schief und sieht mich aus den glanzlosen Augen fragend an:

„Also dann hast du sicher auch ein Problem damit, wenn ich was anderes rauchen will?“

Ich dachte schon er fragt nie, lächle, krame in meiner who-the-fuck-is-Louis-Vuitton Handtasche, schmeiße Papers und Gras auf den Tisch und versinke in einem Lachkrampf.

„Spinnst? Gras ist eh okay, nur Tabak ist scheiße.“

Präzise huschen meine Fingerspitzen über den Utensilien Haufen hinweg, krallen sich alles brauchbare, keine halbe Minute später brennt die Lunte, schenkt dem immer noch unerforschtem S/M Studio eine angenehmen Duft. Langsam legt sich der Schleier aus süßlichem Dunst über eine ganze Galerie von Gasmasken, die auf der anderen Seite des Raums an einer Wand aufgehängt reihen.

Ihnen gegenüber steht ein Gyn.-Stuhl, dahinter an die zwanzig verschiedenen Flogger, Spreizstangen, Knebel, Peitschen, kerzenbeleuchtet führt ein Gang im hinterem Teil des Raumes in einen Keller.

Während ich immer noch konzentriert alle Details des Nebenraums abchecke, drehe ich mich für den Augenblick eines Wimpernschlages zu ihm, doch noch ehe ich ihm den Joint weitergeben kann, packt er mich am Hinterkopf, drückt mich in seine Richtung.

Will ihn nicht küssen, er ist völlig dicht. Muss beinahe kotzen als ich ihn an meinem Gesicht spüre. Würge, konzentriere mich und will den Kopf weit weg drehen.

Was zum Teufel tu ich hier eigentlich. Winde mich gekonnt, er erwischt den Ofen, lässt von mir ab.

„Ich hätte auch noch was anderes.“

Nicht weniger besessen wie vorhin an der Fluppe, inhaliert er das Gras, öffnet die Packung Marlboro, fischt gepressten weißen Kristallstaub heraus. Verdammt, ich dachte nicht, dass mein ganz persönlicher END Gegner so schnell wieder vor mir auftauchen würde .Ohne ihn zu fragen, welchen Namen das Zeug vor mir hat, überflüssig wie Lutscher die nach Scheiße schmecken.

Ich kann noch nicht mal „was für eine verfluchte Kacke“ denken,  geradezu grandios formatieren sich die klitzekleinen Bröckchen vor mir. Gott, wie schön können Drogen sein.

Mit den Sternen um die Wette funkelnd, nimmt der schimmernde  Haufen MDMA  von mir Besitzt, die Obsession hat ihren Platz eingenommen, beherrscht den Geist, regiert den Instinkt, zerstört die Vernunft.

Und plötzlich ist es Zeit.

Zeit, innezuhalten.

Tief durchatmen.

Nochmal.

Zeit, dir ins Gesicht zu fassen.

Zeit, die Maske fallen zu lassen.

Tief durchatmen.

Runter damit, weg mit der Fassade.

Eiskalter Schleier benetzt deine Physis, einzig und allein gestützt vom letzten Rest Ego, der dir immer noch den Verstand durchfickt.

Als würdest wie in Trance auf all die vergangenen Momente blicken, dich fragen was da eigentlich passiert sei, obwohl es doch eh genau weißt.

Reiß sie endlich runter.

Nackt, doch ohne Demut,  nur noch von der Gier getrieben, lecke ich über die Fingerkuppe, tauche die angefeuchtete Spitze in den kleinen Haufen Gift vor mir. Ich hatte schon beinahe vergessen, wie bitter das Zeug schmeckt.

Und plötzlich ist es, als wäre die Angst vor dem Wahnsinn einer tiefen Verbundenheit mit demselben gewichen.

Herz aus Schwein

Immer noch auf der Suche nach dem, der es schafft, mich länger als eine Nacht zu bändigen, jage ich im Netz nach Frischfleisch. Ich habe keine Lust mehr auf zweifelhafte Dumm-Doms, verblödete Möchtegern-Don-Juans oder verheiratete Ferrari-Fahrer mit Mini-Penis und gewaltigem Minderwertigkeitskomplex.

Nach der zweiten Tasse Kaffee werde ich fündig, genaugenommen werde ich gefunden. Profil klingt vielversprechend, das  Anschreiben ist nicht die standardisierte Massenware, die die meisten seiner Geschlechtsgenossen vom Stapel lassen. Er hat mein Interesse geweckt, wir schreiben den restlichen Vormittag hin und her und verabreden uns für den Abend im besten japanischen Restaurant, das die Hauptstadt zu bieten hat. Entgegen meiner sonstigen Blind Date Erfahrungen bin ich kein bisschen aufgeregt, habe ein gutes Gefühl bei der Sache. Als ich am ausgemachten Treffpunkt vor dem Restaurant ankomme, das praktischerweise in einem Hotel untergebracht ist,  bestätigt sich die Treffsicherheit der weiblichen Intuition.

Endlich wieder mal ein Mann, der um einiges größer ist als ich. Leo ist ein wahrer Gentleman, sein dezentes Aftershave macht Lust auf mehr. Gespannt was sich unter dem schwarzen Maßanzug verbirgt, beobachte ich sein Sein wie eine läufige Hündin einen Straßenköter, als wir uns an die Bar setzen und bei einem Glas Champagner unterhalten.

Das charmante Wesen, das neben mir Platz nimmt, entpuppt sich als äußerst eloquent. Volltreffer-einer der was im Hirn auch noch hat. Er ist um einiges älter als ich und, wie könnte es auch anders sein, verheiratet. Ich hake nicht weiter nach, will es auch gar nicht genau wissen.

Er fragt mich, ob ich denn schon hungrig sei, ja  schon, aber nicht auf Essen. Sein Lächeln geht mir direkt unter die Haut, es kribbelt wie verrückt als er mir sagt, dass er einen Stock tiefer ein Zimmer für uns gebucht hat.

Na dann nichts wie runter..

Der Raum wirkt genauso nobel wie der Rest von dem Schuppen, sogar die Klopapierhalterung ist vergoldet, die Minibar gibt auch richtig was her. Vier Stockwerke unter uns tobt das Leben auf den Straßen von Wien, Leo lässt die Jalousien ein Stück weit nach unten, macht Musik an,  zieht mich an sich und küsst mich.

„Zeig mal, was du alles mitgebracht hast“, erwartungsvoll zeigt er auf meine schwarze Aktentasche, die sich durch beständig-lautes vibrieren verdächtig gemacht hat. Scheinbar hat mein Fipsi ein Eigenleben.

Packe das summende Teil als erster aus, und lege es vor ihm auf das Bett, gefolgt von Bondage Tape, Paddle, Ledermanschetten, Peitsche, zwei Seilen, Plug,  jeder Menge Gleitmittel und Gummis.

„Na, das nenn ich mal umfangreich“, begeistert begutachtet er die stolze Sammlung an Erwachsenenspielzeug, streichelt dabei über meinen Hintern.

„Ja, meine seriöse Aktentasche macht richtig viel Freude. Außen Business, innen Porno.“

„Hmm.. Du hast mir immer noch nicht alles gezeigt.“

Eine Augenbraue nach oben ziehend, fasst er mich sanft am Oberarm.

„Doch, die Tasche ist leer.“

Leo fährt mit seiner Hand unter mein Kleid, klatscht mir einmal auf den Arsch, ehe er von mir ablässt und sich auf das Sofa fallen lässt.

„Zieh dich aus“, sein Tonfall ist um einiges fordernder als noch vor einigen Minuten, und verfehlt seine Wirkung nicht um einen Millimeter.

Meine Erregtheit dürfte mir direkt in den Kopf gestiegen sein, der sich auf einmal anfühlt als würde er glühen.

Langsam greife ich an den Saum des rot-schwarz gemusterten Kleids, bevor ich es mir über den Kopf streife und zu Boden fallen lasse. Mit Ausnahme der High-Heels stehe ich splitterfasernackt vor ihm, er wollte ja dass ich ohne Unterwäsche komme.

Heftig aufflackerndes Funkeln in seinen Augen als er nach dem Seil langt, geübt legen seine Finger eine Schleife und ziehen den Rest des schwarzen Stricks hindurch. Noch ehe ich ganz begreife was er damit vorhat, hat der meine Brüste mit einem Ruck fest eingeschnürt, befestigt die Enden hinter dem Rücken.

„Deine Arme sind mir immer noch zu beweglich“,sprichts und legt mir Ledermanschetten an Hand-und Fußgelenke ,streichelt zärtlich über meine zitternden Schultern, küsst mir den Nacken, mit sanftem Druck schiebt Leo mir die Arme hinter meinen Kopf, befestigt sie dort mit dem Karabiner der Fesseln, er achtet dabei genau darauf, dass die Schnürung auch ordentlich sitzt und so stehen meine beiden Lieblingskörperteile rot und stramm, alles was ich noch bewegen kann, sind die Beine.

Seine Pupillen explodieren förmlich beim Anblick des begonnen Werks, wie ein Junge der zum ersten Mal von einer Exctasy-Pille gekitzelt wird, mit dem einzigen Unterschied, dass dieser Rausch greifbar scheint. Vorsichtig tänzeln Fingerkuppen über die Haut, immer höher, bis sie schließlich auf stehenden Nippeln zur Ruhe kommen, für einen kurzen Moment innehaltend, wie aus dem Nichts nehmen sie plötzlich wieder Fahrt auf, der unerwartet einsetzende Schmerz dämpft meinen Schrei, weil mir schlicht und einfach die Luft wegbleibt.

Reflexartig weiche ich einen Schritt nach hinten, doch das provoziert ihn nur noch mehr, immer fester zwirbelt er mit den höchstempfindlichen Spitzen meiner Titten, gibt mir damit zu verstehen, dass Ausweichen keine Option ist. Der Schmerz brennt sich ins auf Autopilot geschaltete Hirn, instinktiv schwingt meine Mitte immer mehr in seine Richtung.

„Ich werd dich schon noch ficken,  du Miststück.“

Im Takt meines Stöhnens, schlägt er mit der flachen Hand immer wieder auf die abgebundenen Titten, wandert tiefer, setzt seine Behandlung auch jenseits des Bauchnabels fort. Mit jedem einzelnen Schlag, verliere ich zunehmend an Bewusstsein und mich selbst beinahe völlig im Spiel. Gänsehaut kriecht an mir hoch, werde aufs weiße Laken geschoben, er spreizt mir die Arme und Beine indem er die Karabiner neu ordnet und mich somit in eine äußerst ausgelieferte Position bringt. Sämtliche Extremitäten sind weit gespreizt und aneinander fixiert, als Leo sich mit dem eben geschnapptem Paddle nähert.

Schnalzendes Boom Boom unter den Rippen, und die Frage ob ich jemals erregter als in diesem Moment war. Heiß und dickflüssig bahnt sich eine dünne Spur ihren Weg zu Boden, hinterlässt nichts als einen feuchten Film zwischen den Oberschenkeln.

Nicht aus Angst, eher aus der Lust, das Erlebte noch um eine Nuance zu steigern, schließe ich die Augen, atme tief ein, bevor ich das in Leder gebundene Teil laut zischend auf den Innenseiten der Schenkel aufprallen spüren.

Wieder und wieder streichelt er über die geschundene Stelle, die eigene Atemfrequenz sinkt im gleichen Maße wie der Herzschlag, ich lasse mich fallen; mitten in ihn hinein…

 

Frühstück in Wien

Ich wünschte ich könnt die Zeit anhalten, doch die ersten Sonnenstrahlen dringen bereits durch die geöffneten Fenster herein.
Eng umschlungen liegen wir auf zerwühlten Laken, ich kann sein Herz schlagen hören, drehe mich kurz zur Seite um auf die Uhr zu sehen, mein Verdacht bestätigt sich: Verdammt nur noch eine Stunde.
Als hätte er meine Gedanken fluchen gehört, öffnet er die Augen, flüstert mir „Guten Morgen“ ins Ohr und küsst mich.
„Warum vergeht die Zeit mit dir bloß immer so schnell, Kleines? Wir müssen leider aufstehen, bald geht mein Flug.“
Noch bevor ich widerwillig auf meinen immer noch wackeligen Beinen stehe, hält mich Jan zurück um mir noch eine weitere Erinnerung an die Zeit mit ihm zu hinterlassen.
Er schnappt sich den überdimensionalen Vibrator vom Nachtisch, mit dem ich vergangene Nacht bereits intensive Begegnungen hatte, schiebt meine Beine auseinander und macht genau dort weiter wo wir aufgehört haben, bevor wir beide ins Fickkoma gefallen sind.
Zitternde Knie lassen mich den nahenden Höhepunkt erahnen, doch ehe ich dort ankomme klatscht seine flache Hand gegen die Innenseite meiner Schenkel. Unbändige Lust mischt sich mit dem Brennen, das seine Schläge auf der Haut hinterlassen, und doch bin ich nur mehr kurz vor der Explosion.
Vorsichtig zieht er die riesige, summende Spitze über die völlig durchnässte Spalte, schiebt ihn mir mit einem Ruck hinein und ich komme mit lautem Stöhnen zum Höhepunkt.
Jan lässt einen Moment von mir ab, solange bis ich mich gefangen habe, nimmt mich in den Arm und sieht mich amüsiert an:
„Sag mal, wer hat dir eigentlich erlaubt zu kommen?“
„Entschuldige, ich habs einfach nicht mehr ausgehalten.“
Er streichelt über meine Brüste, erst nur ganz sanft, seine Finger wandern zu den senkrecht abstehenden Nippeln, plötzlich packt er sie fest und zieht daran.
Widerstehe dem ersten Impuls mich seinem Griff zu entziehen, wohlwissend was er dann wohl mit mir anstellen würde. Versuche mich nur noch aufs atmen zu konzentrieren um mich vom stechenden Schmerz in den Brustwarzen abzulenken, der sich allerdings ins Unermessliche steigert als er sie loslässt, aufsteht und kurz im Nebenraum der Suite verschwindet.
Als er wiederkommt, hat er eine schwarze Aktentasche in der Hand, befiehlt mir, mich vor das Bett zu knien und verbindet mir die Augen. Ich kann das Klirren einer Kette hören und ahne nichts Gutes.
Jan schraubt mir die Klemmen sehr fest auf die ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogenen Titten, ich winsle kurz auf, als er die daran befestigte Kette in die Höhe zieht und sie mir in den Mund steckt.
„Wehe, du lässt sie fallen.“
Zärtlich fährt er mir über die Schultern, zeichnet meine Konturen mit den Fingerspitzen nach, wandert hinunter bis zu den Hüften, greift um sie herum und hebt mich ein Stück nach oben. Mit den Armen stütze ich mich auf der Matratze ab, immer und immer wieder landet seine Hand laut schnalzend auf meinen Hintern und den Oberschenkeln.
„Du bist unglaublich. Je mehr ich dich schlage, umso mehr läuft deine Fotze aus.“
Kann sein Grinsen zwar nicht sehen, aber spüren tu ich es. Genauso wie seinen steinharten Schwanz, den er mir Zentimeter für Zentimeter in den Arsch schiebt und mich immer heftiger damit durchfickt.
Um mich am Schreien zu hindern, hält er mir den Mund zu, wohl auch um mich am Loslassen der Metallkette zu hindern an der nach wie vor meine Nippel nach oben gezogen werden.
Mit seinem Riesenprügel in mir, bringt er mich an den Rande des Wahnsinns, Jan hat ihn mir mittlerweile bis zum Anschlag in das enge Loch gedrückt und vögelt mich gekonnt bis kurz vorm zweiten Orgasmus des Tages.
Doch davor, hält er inne, stößt ihn noch einmal ganz hinein, zieht ihn mit einem Mal aus mir raus, dreht mich auf den Rücken und löst das Tape von meinen Augen.
„So Baby, jetzt darfst den Mund wieder aufmachen.“
Er kniet über meinem Gesicht, hält seinen Schwanz in der Hand und wichst ihn. Kaum habe ich die Lippen geöffnet schießt er mir die ganze Ladung tief in den Rachen, ich schlucke alles hinunter und wische über die linke Wange, wohin sich ein kleiner Rest des klebrigen Zeugs verirrt hat.
„Das ist so lieb von dir. Hab schon lange kein Frühstück mehr ans Bett gebracht bekommen.“
Lächelnd löst er die Klammern und massiert den geschundenen Busen, der als das Blut zurückschießt höllisch weh tut. Als sein Handy klingelt, wissen wir beide, dass es Zeit für den Abschied wird. Schweren Herzens packe ich mein Zeug zusammen und umarme ihn ein letztes Mal.
„Am liebsten würde ich dich einfach mitnehmen Maja.“
„Ich glaub nicht, dass das deiner Frau Recht wäre.“

Sehnsucht

Meine Mundwinkel sind nicht die einzigen ramponierten Körperteile, als wir schließlich im Hotel ankommen zeigt der Taxameter dreiunddreißig Euro an.

Noch bevor Jan nach dem Portemonnaie greift, winkt Mister Rastafari tiefenentspannt ab:
„Lass stecken, geht aufs Haus.“

Na toll, dafür dass mir der Typ ins Gesicht gespritzt hat, gibt’s die Fahrt umsonst. Wieso bin ich nicht schon früher auf die Idee gekommen? Hätte mir eine schöne Stange Geld ersparen können, wobei ich mich beim Aussteigen noch frage, ob das rein rechtlich unter Prostitution fällt. Wenn ja, war ich eindeutig zu billig. Vielleicht sollte ich die Nummer mal mit einem Piloten abziehen, um so gratis in den Urlaub fliegen zu können?

Während ich meinen Business-Plan im Kopf weiterspinne, reist mich Jan aus meinem Tagtraum, er nimmt meine Hand und wir schlendern wie verliebte Teenager durch die Lobby.

„Du siehst hungrig aus Maja.“

Ich liebe es, wenn er sich so fürsorglich gibt.

„Bin ich auch.“

„Auf was hast denn Lust?“

Klingt nach einer Fangfrage, vielleicht sollte ich zur Abwechslung mal nachdenken bevor ich den Mund aufmache.

„Auf Hummer und Austern, und Tiere die aussterben.“

Laut lachend zieht er mich an sich, schnappt sich meinen Hintern und küsst mich. Bitte lieber Gott, mach dass er nie mehr damit aufhört.

„Ich denke wir rufen den Zimmerservice.“

Jan zieht mich hinter sich her, dirigiert mich wortlos in die Suite im höchsten Wolkenkratzer des Landes. Die Aussicht ist gewaltig, direkt unter mir erstreckt sich die Donauinsel und die Reichsbrücke, beeindruckt ziehe ich mir das Kleid über den Kopf, splitterfasernackt stehe ich vor ihm.

Energisch fasst er an die mittlerweile kerzengerade abstehenden Brustwarzen, Fingerspitzen die mich immer weiter in den Wahnsinn treiben.

Jan presst seinen Körper an meinen, gekonnt reibt er über den heißen Fleck zwischen meinen Beinen, wie ein Gepard der um die Antilope schleicht, kurz bevor er sie mit einem gezielten Biss in die Kehle erledigt.

Bestimmt umklammert er mit seinen Händen meine, hält mich fest, sein Mund kommt immer näher zu meinen Ohren und ich kann seinen Atem spüren. Diffuser Schwall aus warmer Luft kitzelt die Nervenenden, feucht und hart spielt die Zungenspitze, besessen tänzelt sie über mein Ohrläppchen, wie ein Jugendlicher auf Excstasy.

Trotz hochsommerlicher Temperaturen zieht sich ein eiskalter Schauer über jeden einzelnen Quadratmillimeter meiner Haut, legt sich bestimmt über den Nacken, drückt unerwartet zu und hinterlässt nichts als einen Hauch von Sehnsucht im Unterbewusstsein.

Ich bin nicht mal einen Millimeter davon entfernt, den Verstand endgültig zu verlieren, meine Knie versagen ihren Dienst und ich sacke wie ein nasser Sack in seine Arme.Er fängt mich auf, hebt mich hoch, vorsichtig lässt er mich aufs Bett sinken, streichelt mir übers Gesicht, fixiert mich mit seinem Blick.

„Ruh dich mal aus, Kleines. Ich bin hier, falls du irgendwas brauchst.“

Kralle meine Finger in seinen Nacken, ziehe ihn noch ein Stückchen näher, will ihn nie mehr wieder loslassen. Inhaliere das Gefühl von wahrhaftiger Nähe, seinen Geruch, die Gewissheit am Ende der Suche angekommen zu sein.

„Aber ich will nicht einschlafen.“

Beherzt versuche ich Widerstand zu leisten, ich will keine einzige Sekunde verschwenden in der er bei mir ist.

„Maja, ich verspreche dir, dass ich da bin, sobald du die Augen wieder aufmachst.“

Jan kuschelt sich an mich, zieht mir die Decke über den nackten Körper, liebkost meinen Nacken und hält mich fest. Wie ein Schleier legt sich eiserne Müdigkeit über mich, trotzdem kribbelt es wie verrückt; nicht nur zwischen den Beinen, nein; ich glaub diesmal auch unter den Rippen.

Scheiße, ich bin verliebt.

Mister Womanizer

Mit jedem Schritt den ich die Treppe hinunter nehme, schlägt mein Herz ein wenig schneller. An einem kleinen Tisch sitzend entdecke ich ihn. Gedankenversunken spielt er auf seinem Handy herum und bemerkt mich erst, als ich direkt neben ihm stehe.

„Na da kann ich Dich ja lange oben an der Bar suchen, wenn Du Dich hier unten versteckst.“

Sein Lächeln haut mich um, so wie der darauffolgende Kuss.

Jan sieht genauso fantastisch aus, wie beim letzten Mal. Ich liebe es, wenn ein Mann so viel größer ist als meine Wenigkeit, denn mit zwei Metern ist er eine wahre Erscheinung. Seine Augen blitzen in derselben Farbe wie der wolkenlose Himmel, graumelierte Locken tanzen verspielt über die Schläfen, sie verleihen ihn die Ausstrahlung eines wahren Womanizers.

„Das Kleid ist fast so wunderschön wie Du.“

Händchenhaltend steigen wir in den Lift, auf der Fahrt nach oben möchte ich ihm am liebsten gleich den Anzug ausziehen, als Jan unter meinen weißen Fummel fährt und mich auf Touren bringt. Seine Zunge spielt mit meiner, streichle ihn und bemerke beinahe nicht, dass der Aufzug schon längst angekommen ist.

Können es kaum erwarten, endlich ins Zimmer zu kommen. Die Türe fällt ins Schloss-und wir übereinander her.

Ich öffne sein hellblaues Hemd, drücke mich immer heftiger an ihn, harter Widerstand drängt durch seine Hose gegen meine feucht werdende Mitte.

Hektisch suche ich nach dem Reißverschluss, taste mich unter seinen Slip und befreie das Teil das mir dabei entgegenkommt.

Gehe vor ihm auf die Knie, lecke langsam über die pulsierende Schwanzspitze, meine Hand hält  den Schaft während ich die  Lippen schließe und ihn komplett im Mund verschwinden lasse. Hebe den Blick, schaue ihm dabei tief in die Augen und  sehe, dass es ihm genauso gefällt wie mir.  Hatte schon vergessen wie gut er riecht und schmeckt.

Halte ihn am Arsch, um die steinharte Latte noch weiter in mich hinein zu drücken, bekomme nicht genug vom betörenden Geschmack, bin nur noch kurz davon entfernt endgültig den Verstand zu verlieren.

Zärtlich streichelt Jan über meine Haare, kurz bevor er mich daran packt und in die Höhe zieht.

„Du weißt schon, dass du wieder zu spät warst?“

Bin so perplex, dass ich beinahe über meine eigenen Füße stolpere. Er schlingt seine Arme um mich, hält mich und zieht mich aus.

„Ja, es tut mir leid. Das Navi hat mich leider ins falsche Hotel geschickt“

Seinem Gesichtsausdruck nach, lässt er die Ausrede nicht gelten.

„Ja, mir geht’s genauso. Ich bin auch ständig pünktlich, aber leider kommt mir meistens was dazwischen.“

Jans Hände fahren  meinen Körper entlang und bleiben auf den Brüsten liegen. Langsam, doch sehr bestimmt fängt er damit an sie zu kneten. Immer schneller und immer heftiger, je fester er macht, umso lauter stöhne ich.

Plötzlich nimmt er meine Nippel zwischen die Finger und zieht daran, schreie vor Schmerz und Erregung laut auf, als er mir auch noch den Mund zuhält drehe ich beinahe durch.

„Ich will dass du  dich jetzt auf das Bett kniest und wartest bis ich komme“, flüstert er mir ins Ohr, mich durchfährt ein eisiger Schauer und ich wage nicht zu widersprechen, als ich sehe wie er den Gürtel aus der Hose zieht.

Vienna calling. carinthia fucking.

Unbeirrt rammelt er mich weiter, gibt mir keine Gelegenheit zu verschnaufen, vögelt mir den Letzen Rest an Verstand hinaus. Sacke beinahe zusammen, als die Knie den Dienst versagen und ich mich endlich fallen lasse. Ruckartig zieht er seinen Schwanz fast ganz aus mir raus, hält kurz inne um ihn mir Sekunden drauf bis zum Anschlag in die mittlerweile wundgevögelte Möse zu befördern.

Torkeln durch die Straßen der großen Stadt, tanzen, singen, philosophieren über das Leben, trinken den dreihundersten Drink.

Befreit und ungehemmt, losgelöst und selbstzufrieden genießen wir das Bad in der Menge; die Anonymität verleitet zu manch Irrsinn.

Kärnten is lei ans. Aber: Wien ist anders.

Hab die Mädels längst nach Hause begleitet, doch ich bin noch nicht soweit, ziehe alleine weiter um die Häuser. Ich will doch noch nicht schlafen. Nur ficken. Das wär schön.

Kaum hundert Meter weiter stoppt der erste Kerl: „Du bist wunderschön und ich würde dich gerne kennenlernen“ , standartisiert scheint die Anmache. Nein danke.

„Sorry, aber mein Freund mag das nicht so.“

Er lächelt und tanzt in die Nacht davon. So wie ich.

An der Kreuzung steht ein Anderer und telefoniert. Werfe ihn den versautesten Blick zu, den ich im Repertoire hab. Bingo. Er steckt sein Handy in die Hosentasche und läuft hinter mir nach.

Drehe mich um, schaue in seine Augen und gehe im Rückwärtsgang weiter, er lässt mich keinen einzigen Moment aus dem Blickfeld. Verstört lassen mich seine musternden Blicke zurück, als ich abbiege um die Straßenseite zu wechseln.

Irgendwo da vorne müsste ein Innenhof sein, ein Königreich für einen ungestörten Fleck in diesem gottverlassenen Bezirk.

Bingo, Volltreffer.

Die Straße läuft immer schmäler in die Seitengasse um schließlich eine Etage tiefer in die Einfahrt einer Tiefgarage zu münden. Rechts und links davon verläuft ein metallenes Geländer. Ich stütze meinen Oberkörper darauf, ziehe meinen Slip aus – und den Rock über die Hüften während ich mich über das Geländer beuge.

Höre Schritte die immer näher kommen, immer schneller, immer lauter. Fühle starke Hände an meinen Hüften, Hände die das Kleid über meinen Kopf ziehen.

Hände die meine Titten fest anfassen, Hände die meinen Arsch in die Luft heben und mich danach auf einen riesigen Schwanz setzen. Hände die auf meinen Mund gedrückt werden, während ich zu schreien versuche.

Hände, die meine Haare packen, Hände, die mich züchtigen. Hände, die mich streicheln, mich in den Arm nehmen und die mich fordern.

Ein Auto biegt in die schmale Seitengasse ein, fährt neben uns vorbei, während er  mich immer noch von hinten durchfickt. Über uns geht ein Fenster auf, immer härter rammt er mir das Teil hinein, trotz aller Beherrschung muss ich plötzlich wie verrückt losschreien, als es mir kommt. Zittere, zucke, versuche mich umzudrehen um die Arme um mein Gegenüber  zu schlingen.

Unbeirrt  rammelt er mich weiter, gibt mir keine Gelegenheit zu verschnaufen, vögelt mir den Letzen Rest an Verstand hinaus. Sacke beinahe zusammen, als die Knie den Dienst versagen und  ich mich endlich fallen lasse.  Ruckartig zieht er seinen Schwanz fast ganz aus mir raus, hält kurz inne um ihn mir Sekunden drauf bis zum Anschlag in die mittlerweile wundgevögelte Möse zu befördern.

Schreie wie verrückt, kann spüren wie es ihm zeitgleich mit mir kommt, drücke ihn aus mir hinaus, drehe mich um und küsse ihn.

„Geil wars. Gute Nacht.“

Lächle ihn ein letztes Mal an, ziehe meinen Slip wieder hoch und verschwinde mit einem Lächeln auf den Lippen zurück nach Wien bei Nacht.