Über Orgasmuskatalisatoren

Er vögelt mich mit der Gewissenhaftigkeit eines deutschen Finanzbeamten, kurz bevor ich ohnmächtig werde klingelt sein Wecker zum dritten Mal. Gott sei Dank – ich dachte schon er tötet mich versehentlich. Nicht das ich was gegen einen Abgang beim Ficken hätte – aber bitte nicht wenn die Sonne scheint. Niemand sollte bei Badewetter krepieren. Man gießt schließlich seine Blumen auch nicht mit Champagner
Und niemand sollte angebumst liegen gelassen werden, schon gar nicht ich. Wäre ich nicht so unmotiviert, würde ich mir irgendeinen Dilettanten aus ‘m Netz zum Fertigmachen holen. Ich hab aber keinen Bock auf analoge Zwischenmenschlichkeit – wozu auch? Die Realität bietet nicht mal annähernd das, was ich an Perversionen suche. Ein Hoch auf die Digitalisierung.
Nach dem dreiundzwanzigsten asiatischen Lesbenporno verstauche ich mir das Handgelenk. Außerdem schaut der Hund aus, als ob er sich vor lauter passiv wichsen sein Hirn verstaucht hätte. Vielleicht sollte ich doch mal irgendetwas Produktives tun?
Wanke in die Küche und öffne den Geschirrspüler. Zum Ausräumen reicht der Motivationsschub leider nicht aus. Außerdem, wer sagt schon das Masturbieren unproduktiv ist.
Damit es nicht allzu eintönig wird, beschließe ich einen Orts- und Materialwechsel. Statt weiterhin im Schlafzimmer auf Handbetrieb zu schalten – parke ich meinen Luxuskörper im Wohnzimmer vor dem Fernseher. Statt asiatischen Lesben kopulieren afroamerikanische Liliputaner auf dem Bildschirm. Die Batterien aus der Fernbedienung wechseln ihren Hauptwohnsitz Richtung Vibrator, schließlich will ich keine Sehnenscheidenentzündung riskieren.
So angenehm die maschinelle Onanie auch ist – leider fühlt sich der Hund von dem Ton der Wichsmaschine irritiert und sucht das Weite. Was sehr schade ist – ich find es scharf wenn er mir dabei zusieht. Voyeuristische Hunde sind Orgasmuskatalisatoren. Im Gegensatz zu Katzen, die fungieren eher als Spaßbremsen.
Was wohl Edith Klinger zu dem Thema gesagt hätte?
„Das arme Viecherl“, vermutlich.
Schneller als erwartet kommt der Traum meiner schlaflosen Nächte vom Arbeiten zurück, lässt sich wie ein nasser Sack aufs Sofa fallen. Ich könne mir ja gar nicht vorstellen wie anstrengend sein Tag gewesen sei. Brüskiert entgegne ich, ob er eigentlich eine Ahnung hätte, wie stressig dauerrubbeln sei. Verständnisvoll nickt der Hund in seine Richtung, während er mir den Bademantel aufreißt.

Masturbations Flüchtling vs. Borderliner

Erst als sämtliche Vorräte weggeballert- und alles an Bier weggesoffen ist, wandern wir Richtung Schlafzimmer. Betäubte Körper fallen ins Bett, lauter als der Ford Mustang meines Nachbarn dröhnt mir der Schädel. Heilige Scheiße, jetzt bin ich schon vorm Aufwachen verkatert.
Zumindest bin ich in der glücklichen Lage, nicht in zwei Stunden wieder aufzustehen – im Gegensatz zu ihm. So leise wie möglich schiebe ich meine Hand zwischen die Beine, zutiefst hoffend ein wenig Schlaf-gut-Masturbation hilft gegen die Nebenwirkungen der Multi Intoxikation vergangener Tage. Das tut sie tatsächlich, ganze zwei Minuten lang. Plötzlich schleudert er seine Decke auf den Boden, erschrecke so heftig, dass ich mir beim fluchtartigen Rausziehen aus der Huhu den Finger stauche.
Was zum Teufel ist denn jetzt los?
Hastig packt er seinen Kram zusammen, streift sich ein Shirt über den nackten Oberkörper: „Ich bin ohnehin nur Luft für dich, wieso spielst du heimlich an dir rum? Was glaubst du, wie ich mir da vorkomme? Ich verschwinde. Bin dir sowieso egal“ , schneller als Speedy Gonzales stürmt er aus der Wohnung.
Das ist neu für mich – noch nie zuvor ist ein Mann davongerannt, weil ich mir meinen Finger in die Muschi geschoben hab. Gott, hat der einen Knall. Dachte immer, niemand ist so beknackt wie ich.
Der Mann in den ich mich verschossen hab würde mir meine Hände aus dem Schoß ziehen, mich eine verfickte Schlampe nennen, mich auf den Rücken drehen, gnadenlos durchficken, seine Hand auf meinem Mund drücken um mir die Luft abzuschnüren.
Ich erkenne ihn nicht wieder, als er zickender als ein menstruierendes, unbefriedigtes Frauenrudel die Flucht ergreift. Unfassbar, was übermäßiger Substanzkonsum aus uns macht. Vom dominanten Mann zum von Selbstzweifel zerfressenden Jungen. Unbegreiflich wie weit Selbst- und Fremdeinschätzung voneinander entfernt liegen. Unpackbar mit welcher Geschwindigkeit der Traum meiner schlaflosen Nächte zu einer tickenden Zeitbombe mit Minderwertigkeitskomplex mutiert. Schalter umgelegt, danke du gottverdammtes Teufelszeug. Wurde Zeit, dass mir mal der Spiegel vorgehalten wird.
Geh doch.
Ich will mehr davon.

Ich kapituliere. Endgültig.

Vor Erschöpfung gelähmt fällt der Körper ins Koma, lange nachdem sich mein Geist Richtung Nirwana verabschiedet hat. Auch wenn ich lieber alleine eingeschlafen wäre, da ist keine Kraft mehr um vor ihm davon zu laufen. Kein Kampf, keine Flucht – flehe um Ruhe…

Er wird mich doch in Frieden lassen, schließlich wirkt der Kerl genauso durch wie ich?

Theoretisch.

Praktisch ist es ihm scheißegal, wie ich mich fühle. Warum sonst drückt das Stück Schwanz gegen meinen Arsch, stoßen seine Finger mitten in die Fotze um mich aufzuwecken?

Ich krümme mich vor Schmerz, löse mich windend aus seinem Griff um der erzwungenen Nähe zu entfliehen. Hätte ich doch nur mehr Kraft übrig, würd ich ihm ins Gesicht schlagen…. Immer und immer wieder

Beim zweiten Klingeln des Weckers lässt er endlich von mir ab

„Keine Sorge, du kannst jetzt weiterschlafen. Zum Ficken bist eh nicht zu gebrauchen“, er küsst mich.

Drei Sekunden nach seinem Verschwinden knicke ich erneut ein – Widerstand zwecklos, Akkus so leer wie mein Herz.  Viel zu kurz die Ladephase, verstörte blinzle ich in die Sonne, er kommt zurück. Nicht weniger entschlossen als Kim Jong beim Atombombentest, schießt er durch die angelehnte Türe, fokussiert mich mit der Präzision eines Scharfschützen.

Wie lange habe ich gepennt? Wieso ist es plötzlich so hell hier drinnen?  Was zum Teufel macht er mit mir?

Mister Einfühlsam kniet über mir, packt seinen Schwanz aus der Hose und wichst mir auf die Brüste.  Ein Wunder, dass er mich danach nicht fragt, wie er war.

Ohne ein Wort zu sagen wische ich mir das Sperma vom Körper, drücke den fremd gewordenen Torso von mir weg und verlasse ihn.

Alles was ich noch fühle ist Leere.

Alles was ich will ist Schlafen.

Für Immer.

 

 

 

Ohne WLAN

Weder Instagram –  noch der Low-Budget-Wichsfilm bringen mich auf andere Gedanken. Zur Krönung des Tages, hängt sich auch noch mein WLAN auf. Niemand wird von der Muse geküsst, während das Internet in die ewigen Jagdgründe abzischt. Da kann ich mich ebenso gut betrinken.

Klappe den Laptop zu, verfluche meinen Netzbetreiber und mache mich auf den Weg Richtung Kneipe.

Dachte ich…

Er fängt mich ab, kurz bevor ich das Haus verlasse, wortlos packt er mich am Schopf und zieht ihn nach hinten. Starre ihn mit weit aufgerissenen Augen an, bewege das Becken gegen seins, stöhne um Gnade. Doch statt erhoffter Erlösung pusht er mich noch höher, zärtlich tänzelnde Fingerkuppen an den richtigen Stellen treiben mich in den Wahnsinn.

Noch bevor meine Knie endgültig versagen, sacke ich in seine Arme – süffisant grinsend besiegelt er meine Kapitulation – haben wir uns nicht schon längst verloren?

Flehe nach Erlösung, er drückt mich auf den Holztisch, gibt meiner Bitte nach. Langsam schiebt er den Rock nach oben, versenkt sich in mir….

Immer und immer wieder…

You´ve got the love i need to see me through

Männerüberschuss mit Schokolade

Der ältere Herr am Empfang wirkt  genauso unscheinbar, wie der Club von außen. Seine null-acht-fünfzehn Senioren-Frisur ist so schneeweiß wie die Pulverschicht auf dem Tresen. Und auch der Eingangsbereich haut mich jetzt nicht vom Hocker. Rot-gedämpftes Licht fällt aus unzähligen Spots auf ein schwarzes Stoffsofa, es riecht nach billigem Parfüm. Ich lege meinen Trenchcoat ab, unter dem ich außer einer transparenten schwarzen Bluse, Strapsen und High Heels nichts mehr anhabe. Auch Yves hat sich bis auf die Boxershort ausgezogen und gibt unsere Sachen dem Kerl, der sie mit einem fetten Grinsen in der Garderobe deponiert, ohne seinen Blick ein einziges Mal von meinen Brüsten abzuwenden.

Yves packt meine Hand und zieht mich die Treppe nach unten; ich dachte eigentlich, dass nur österreichische Männer ihre wesentlich jüngeren Frauen in einen Keller locken. Wieder was gelernt. Auch Franzosen bekommen dabei Ständer.

Und was für welche!

Kann meine Finger nicht von dem Kerl lassen, am Ende der Treppe angekommen, drücke ich mich gegen seinen Körper . Meine Hände streichen über die Beule seiner Short, wir küssen uns.   Yves flüstert mir ins Ohr: „Du wirst heut noch genug Schwänze zu spüren bekommen.“

Dass sich seine Prophezeiung bewahrheiten wird, wird mir beim anschließenden Rundgang durch den Club bewusst. Abgesehen von einer kleinen Blondine, die sich auf einer der Spielwiesen von zwei Kerlen die Seele aus dem  Leib ficken lässt, während an die zehn weiteren dabei wichsend zuschauen, bin ich wohl die einzige Frau hier.

„Na, du kleines Miststück? Hab ich zu viel versprochen?“

Diesmal sind es seine Hände, die tiefer wandern.

„Challenge accepted.“

„Ach ja? Dann solltest da drüben helfen.“

Yves deutet in Richtung der offensichtlich unterbeschäftigten Herren, denen meine Anwesenheit nicht entgangen ist und klatscht mir auf den Hintern.

„Was meinst du mit helfen? Soll ich denen eine gute Nacht Geschichte vorlesen, wenn sie fertig sind?“

Ohne seine Antwort abzuwarten, stakse ich zu dem Haufen Schwanzträgern, knie mich auf den Fußboden und nehme dem ersten die Arbeit ab. Kaum habe ich sein Ding in der Hand, rückt der Mann neben ihm ein Stück weiter zu mir und hält mir seine Latte vors Gesicht. Ich habe den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und blase mich gerade warm, als er sich mit einem geniert-gehauchten „Pardon Madame“, gerade noch rechtzeitig aus mir zurückzieht. Trotzdem erwischt mich die erste Ladung halb im Gesicht, halb auf den Haaren. Wozu hab ich mich heute noch mal geföhnt?

„Ist alles okay Maja?“

Yves steht hinter mir, streichelt über meine Schultern.

„Mein Auge brennt ein wenig. Sonst ist super.“

Lachend stellt er eine Packung Kleenex neben mich, er hat das wohl kommen gesehen. Gerade als ich mir das Gröbste weggewischt habe, wedeln auch schon die nächsten mit ihren Schwänzen vor mir herum. Zum Glück haben die anderen mehr Talent beim Zielen als der Erste, zumindest sollte an dem Abend nichts mehr ins Auge gehen.

Bei Nummer sieben höre ich auf zu zählen, habe aber langsam Angst eine Kiefersperre zu bekommen. Ich höre wie sich Yves mit einem der Männer unterhält, bevor er mich hochzieht, umarmt und küsst.

„Fick mich bitte Yves.“

Unweit des quiekenden Blondchens, gehe ich auf der Gang-Bang-Matratze auf alle viere, er kommt meiner Bitte nach und vögelt mich solange, bis ich dieselben Laute wie sie von mir gebe. Porno pur.

Ich bin kurz vorm Kommen, als er plötzlich innehält und dem jungen Kerl, mit dem er davor geredet hat, etwas zuraunt.

Noch ehe ich weiß, worum es grade geht, streift sich der Unbekannte ein Kondom über. Yves schnappt mich, spuckt auf meinen Arsch, schiebt mir erst seine Finger- und anschließend seinen Schwanz in den Hintereingang.

Kaum hat er sich ganz in mir versenkt, werde ich von ihm auf den Rücken gedreht. Er liegt nun unter mir und drückt meine Oberschenkel ein wenig auseinander. Gerade soweit um seinen neuen Kumpel, der vor mir steht und meine Brüste knetet, auch noch Platz zu machen.  Vorsichtig schiebt er sich zwischen meine Beine, quälend langsam setzt er die Spitze seines Riesendings an.  Zentimeter um Zentimeter taucht er weiter in mich.

Boom.

Jetzt bin eindeutig ich diejenige, die am lautesten winselt.

Die Geräuschkulisse kickt zusätzlich zu den zwei Männern in mir, die mich in den Wahnsinn vögeln und mir erst eine Verschnaufpause gönnen, als ich kurz vorm Kapitulieren bin. Allerdings sehen die Beiden auch sehr mitgenommen aus, dafür dass sie im Gegensatz zu mir, nur einmal abgespritzt haben.

Mit zitternden Beinen wackeln wir zu den Duschen, ein schwarzer Gott mit langen Rastas kommt die Treppe nach unten geschlendert und unterhält sich dabei angeregt mit dem Typen vom Empfang.

Gott ist der geil.

Mir bleibt bei dem Anblick der Mund offen stehen, als die Reinkarnation von Bob Marley auch noch in meine Richtung lächelt, haut es mich um ein Haar um.

Yves schlingt seinen Arm um meine Taille: „Maja, du kleine Schlampe, wen von den Beiden willst zum Nachtisch?“

„Schokolade, bitte.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lichtscheu und durchgeknallt

Schlittern durch den letzten Rest jener Nacht, immer weiter tief nach unten. Was soll´s?

Je größer der Dachschaden, desto schöner der Blick auf die Sterne.

Auch wenn der große, schwarze Mann neben mir in etwa weiß, was- und vor allem mit wem er es zuletzt getrieben hat. Im Gegensatz zu meiner dezent- gestörten Wenigkeit; ich hab immer noch keinen Plan wie ich es diesmal geschafft habe, über dreißig Kilometer vom eigentlichen Aufenthaltsort entfernt wieder zu Bewusstsein zu kommen.  Geschweige denn, wo meine Schuhe, meine Unterwäsche, das letzte Geld und in etwa vierzig Millionen Gehirnzellen geblieben sind.

Wie auch immer.  Ablenkung ist in dem Fall wohl die beste Strategie.

„Joey, was hast du dort in dem Klo gemacht?“

Er schwenkt seinen Blick von der Seitenscheibe des fahrenden Taxis in meine Richtung:

„Dreimal darfst raten, Kleines.“

Klingt nach einer Fangfrage.

„Hast dir einen runtergeholt?“

Der Taxifahrer macht eigenartige Geräusche; irgendwo zwischen Verschlucken und vor Schreck übergeben.

„Du bist so durchgeknallt, Maja.“

Zärtlich streichelt Joey mit seinen Fingerspitzen über meine Schläfe.

„Ja. Ist aber auch keine Universalantwort. Wichsen schon, das zählt immer.“

„Ach ja?

Joey´s Unterarm umschlingt meine Taille, mit einem Ruck zieht er mich in seine Richtung. Kurz stockender Atem, als die aufgehende Sonne sein Gesicht streift, seine Pupillen auf stecknadelkopfgroß schrumpfen lässt.

Gottseidank schrumpft da sonst grade nichts.

Kribbelt.

Küssen uns.

Lichtscheues Gesindel auf dem Rückzug.