#lastchristmas

Seit ich weiß, wie schlimm es um sie steht hab ich keine Motivation mehr. Für nichts und niemanden. Gebe mein Bestes um sie aufzuheitern, letzten Endes ist alles nur Show. Krebs lässt sich nicht weg-entertainern. Nicht mal für eine beschissene Sekunde lang.
Auch wenn wir so tun, als ob….
Keine Angst, nächstes Jahr zu Weihnachten ist alles wieder gut. Wirst sehen, wir werden darüber lachen. Wir werden unseren Hang zum Drama aufs Korn nehmen, du wirst wieder gesund, versprochen…
Hängender Kopf, ebensolche Schultern…
Bitte gib nicht auf. Der scheiß-verfickte-Tumor ist nicht mal annähernd so stark wie du. Hör nicht auf an dich zu glauben!!!
Gespieltes Lächeln, Resignation in ihrer Reinsubstanz. Ihr Nicken nichts anderes als eine Geste des Aufgebens, keine Kraft mehr um stark zu sein.
And so this is Christmas…

Über Unmenschlichkeit und Un-Menschen ohne Gewissen

Grauer Schleier trotzt der Sonne, kein Lichtstrahl der durch den Nebel seinen Weg hier runter findet. Passt zu meiner verkackten Laune.

Kann seit Tagen keinen klaren Gedanken mehr fassen, verpeilt und ferngesteuert versuche ich zu funktionieren. Viel zu wenig leben, viel zu viel existieren.

Jammern auf hohem Niveau, stemme mich mit aller Kraft dagegen, mobilisiere sämtliche Energiereserven. Knapp an der Grenze zum geht-nicht-mehr renne ich wie vom Teufel gejagt neben der Drau entlang.  Wie gern würd ich einfach nur noch schlafen….

Ganz egal wie heftig ich in den Asphalt trete, immer und immer wieder wiederholt sich der wirre Scheißdreck in meinem Kopf. Dabei sollte man nach drei Jahren doch einen Knopf zum Ausschalten gefunden haben? Anscheinend nicht,  proportional zu meiner Sehnsucht steigt die Verwirrung ins Unendliche…

Positiv denken.

Alles wird gut. Und wenn es nicht gut ist, dann kann es auch nicht das Ende sein.

Herz- auf Anschlag.

Kaum wahrnehmbare Tropfen, wie schmelzende Eiskristalle auf der Haut. Es kitzelt, ich wische mit dem Handrücken über die Wange, als sich das Sonnenlicht schlagartig einen schmalen Weg nach unten gecheckt hat und mich kurz blendet.

Lächelnd, mit einem Hauch Optimismus komme ich zurück nach Hause, völlig unvorbereitet auf das, was in der Zwischenzeit in Berlin geschehen ist.

Wiege mich kurz in Sicherheit, bevor mit dem Einschalten des Fernsehers auch der letzte Rest an Vertrauen in die Menschlichkeit das Weite sucht.

Auf Nimmer Wiedersehen und frohe Weihnachten.