Über Unmenschlichkeit und Un-Menschen ohne Gewissen

Grauer Schleier trotzt der Sonne, kein Lichtstrahl der durch den Nebel seinen Weg hier runter findet. Passt zu meiner verkackten Laune.

Kann seit Tagen keinen klaren Gedanken mehr fassen, verpeilt und ferngesteuert versuche ich zu funktionieren. Viel zu wenig leben, viel zu viel existieren.

Jammern auf hohem Niveau, stemme mich mit aller Kraft dagegen, mobilisiere sämtliche Energiereserven. Knapp an der Grenze zum geht-nicht-mehr renne ich wie vom Teufel gejagt neben der Drau entlang.  Wie gern würd ich einfach nur noch schlafen….

Ganz egal wie heftig ich in den Asphalt trete, immer und immer wieder wiederholt sich der wirre Scheißdreck in meinem Kopf. Dabei sollte man nach drei Jahren doch einen Knopf zum Ausschalten gefunden haben? Anscheinend nicht,  proportional zu meiner Sehnsucht steigt die Verwirrung ins Unendliche…

Positiv denken.

Alles wird gut. Und wenn es nicht gut ist, dann kann es auch nicht das Ende sein.

Herz- auf Anschlag.

Kaum wahrnehmbare Tropfen, wie schmelzende Eiskristalle auf der Haut. Es kitzelt, ich wische mit dem Handrücken über die Wange, als sich das Sonnenlicht schlagartig einen schmalen Weg nach unten gecheckt hat und mich kurz blendet.

Lächelnd, mit einem Hauch Optimismus komme ich zurück nach Hause, völlig unvorbereitet auf das, was in der Zwischenzeit in Berlin geschehen ist.

Wiege mich kurz in Sicherheit, bevor mit dem Einschalten des Fernsehers auch der letzte Rest an Vertrauen in die Menschlichkeit das Weite sucht.

Auf Nimmer Wiedersehen und frohe Weihnachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bitte geh nicht weg

Ich bin süchtig nach DIR, weil DU alles spannender machst. Weil ich mitten in der Nacht auf einen Berg fahre, um den Sternen näher zu sein.

Ich bin süchtig nach dir, weil ich ohne dich nicht sein kann. Nicht die, die ich gerne wäre.

Ich will immer mehr von dir, als würde das gegen die Angst helfen. Die Angst dich zu verlieren. Die Angst mich in dir zu verlieren. Die Angst nicht zu genügen. Die Angst, dass niemand für mich da ist.

Ich bin süchtig nach dir, weil du Regie bei all den unvergesslichen Erinnerungen geführt hast.

DU steuerst nicht nur mein Fühlen – nein auch meinen Verstand. Wie eine Zecke setzt DU DICH in mir fest. Sämtliche Kontrollinstanzen außer Betrieb – ICH BRAUCH DICH WIE DIE LUFT ZUM ATMEN.

Ich würde alles dafür tun, dich ständig in meiner Nähe zu wissen. Unendlicher Vorrat Unantastbarkeit. Als hätte man den Knopf zum Herz- Abschalten gefunden. Maß- und skrupellos verliere ich den letzten Rest Menschlichkeit; ständig suchend nach dem, der mir Vollkommenheit lehrt.

Und plötzlich ist da etwas. Auf einmal bist DU da.

Wie eine undurchdringbare Barriere, die meinen Körper benetzt, nichts kommt mir zu nahe.

Alles was ich will bist DU. Die höchste aller Instanzen, der Ursprung aller Extreme, Treibstoff fürs Ego und die Motivation.

Gib mir mehr davon.

Nur ein bisschen mehr.

Ich schwöre dir die ewige Treue – nichts und niemand wird mir jemals wieder so viel bedeuten wie DU.

Du bist das Zentrum meines Handelns, die Grundlage meiner Existenz – auch wenn DU mich langsam aber sicher zerstörst und in den Wahnsinn treibst.

Zerfressen von der unstillbaren Gier nach immer mehr – ich werde alles für DICH sein.

Solange DU mich nicht alleine lässt. Ich flehe DICH an – bitte geh nicht weg.

Eiskalter Schweiß benetzt meinen zitternden Körper. Immer flacher die Atmung, ich frage mich, ob mein Brustkorb explodiert. Gefühlte 220 beats per Minute feuert der darunter liegende Muskel, nur um zu zeigen, was noch geht.

Challenge accepted.

Aber ohne DICH werd ich nicht gehen. Niemals.

Ich bin süchtig nach dir.