Über leidenschaftliche Endgegner

Doch anstatt auch nur einen Funken an Normalität einzuschleusen, gerät es immer mehr außer Kontrolle. Und noch während man sich selbst davon überzeugt, es sei der Lauf der Dinge, kratzt ein Arschloch namens Gewissen an der bröckeligen Fassade.

Echt jetzt?

Willst die Stimme im Kopf ignorieren, doch aus dem anfänglichen Flüstern ist ein Schreien geworden;  zu schrill um auf Durchzug zu schalten.  Überlebensdrang versus Selbstzerstörung.

Echt jetzt?

Runterspielen ist mindestens so effektiv, wie der Versuch es mithilfe chemischer Unterstützung beiseite zu schieben. So sinnvoll wie ein Brunch Buffet auf der Afterhour. Zielführend geht anders, oder?

Leider ist auch die Gewissheit falsch zu liegen, vollkommen bedeutungslos. Viel zu überwältigend die Gier. Gib mir mehr davon. Ich kriege nie genug.

Alles unter Kontrolle? Oder nichts anderes als der Spielball einer tot geschwiegenen Abhängigkeit? Zu schwach um es dir einzugestehen?  Wo bist du jetzt?  Gänsehaut. Herzrasen. Das Verlangen nach mehr. Alles durchdringende Hitzewelle. Keine Bedenken oder Zweifel mehr.

Leidenschaftliche Hingabe an den Endgegner – wenn schon spielen, dann mit vollem Einsatz. Du kriegst mich ja doch nicht, wetten?

 

Tanz, Junkie, tanz…..

Immer spürbarer die Distanz, die sich zwischen uns aufbaut. Steigert sich unaufhörlich, da können auch diese halbherzigen Nachrichten nichts mehr ändern. Mein Herz schlägt nach wie vor Purzelbäume, sobald ich etwas von ihm höre. Was ist denn mit mir los? So führen sich sonst nur dreizehnjährige, feuchtgeträumte Justin Bieber Fans auf, verdammt noch mal.

Wieder und wieder kaue ich alle Argumente die gegen UNS sprechen durch. Wieviele tausend Mal, habe ich diesen müde machenden Monolog schon geführt?

Denke im Kreis, schneller und immer schneller. Vergesse beinahe, wie sehr er mir fehlt. Zweifle an meiner eigenen Sehnsucht. Vermisse ich ihn, oder das Gefühl, das er in mir ausgelöst hat?  Die Gewissheit, niemals neben ihn aufzuwachen vermischt sich mit unendlichem Verlangen, ihn zu spüren. Der Druck steigt.

Diesmal kippe ich nicht um; er ist an der Reihe.

Gespielt gleichgültig unterdrücke ich das Kribbeln zwischen Bauchnabel und der feuchten Stelle zehn Zentimeter darunter. Dieses Mal laufe ich ihn nicht hinterher; was glaubt er eigentlich wer ich bin. Selbstbewusstsein kann ich. Kostet einhundert Euro pro Gramm.

Ihr lebt in verschiedenen Welten.

Fick dich.

Du bist ein gottverdammter scheiß Junkie.

Ja und?

Scheiß Junkie.

 

Scheiß auf dich.

Er wird dich paar Mal ficken und dann wegwefen. Wie ein Stück Scheiße.

Ist mir egal. Halt die Fresse.

Du hast dein Todesurteil längst unterschrieben.

FICK DICH.

Tanz, Junkie, tanz.

Für die Dinge die wir lieben sind wir gemacht.

Und es strahlt so hell, wenn du lachst.