Wir streiten wieder mal und sagen die schlimmsten Dinge zueinander.

Diesmal ist es genug; wirklich genug.

Ich habe beschlossen, dass ich mich zum letzten Mal von diesem Idioten  enttäuschen lassen habe und überlege kurz, womit ich mich von dem ganzen Mist am schnellsten ablenken kann.

Alkohol. Laute Musik. Viele Menschen. Sex mit völlig Unbekannten. Die Klassiker zur Bewältigung beinahe aller Lebenskrisen.

Ja das könnte funktionieren, um wenigstens kurzzeitig so zu tun, als wäre alles bestens und man ein voll funktionstüchtiges Mitglied dieser ehrenwerten Gesellschaft.

Also fehlen nur noch Menschen, die mir helfen meinen Plan umzusetzen. Dafür gibt’s ja sicher eine App…

„Tinder“. Nix wie installieren und los geht´s.

Von der Bedienung her, ist es völlig unkompliziert und intuitiv gestaltet und so finde ich mich sehr schnell zurecht.  Geiler Typ – drück aufs Herz;  nie im Leben – drück aufs X.

Die ersten paarungswilligen Männer, denen auch mein Profil gefällt  lassen keine fünf Minuten auf sich warten und ich entscheide mich für ein sportliches, schwarzes Exemplar aus Sierra Leone, Baujahr 1989 und laut der App  keine 30km von mir entfernt.

Die Bilder auf seinem Profil gefallen mir und er macht mich neugierig.  Jerome wirkt auf den Aufnahmen sehr groß und durchtrainiert, außerdem hat er wunderschöne Augen.

Er schreibt mir, dass er schon seit Jahren in Österreich lebt, ich denke Gott sei Dank dann hat er auch keine Ebola. Nachdem dieses Risiko wegfällt, verabreden wir uns für den Abend.

Neugierig und gespannt kann ich die aufkommende Vorfreude nicht leugnen. Ich  grinse den restlichen Nachmittag vor mich hin wie die Miezekatze bei Alice im Wunderland.

Zwei Stunden später steht er in einem verqualmten Irish-Pub vor mir. Oh Gott, die Bilder waren nicht gephotoshopped. Er ist genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Mein überaus attraktives Gegenüber lächelt mich an.

„Hallo schöne Frau.“

Er nimmt mir meinen Mantel ab, ganz Gentleman-like, wir suchen uns einen Platz  im hinteren Teil der doch sehr gut besuchten Gaststätte  und unterhalten uns über Gott, die Welt, Apartheit, Ebola  und über Tinder.

Als der Kellner kommt, frage ich mich im Stillen, ob es politisch korrekt wäre, zwei Dunkle zu bestellen.

Der afrikanische Adonis neben mir  ist scheinbar schneller mit der Bewältigung  solch existenzieller Fragen und ordert zwei Kilkenny.

Nach der dritten Runde, zeigt das Zeug endlich die erwünschte Wirkung, er steht plötzlich auf und küsst mich.

„Du schmeckst richtig gut“, flüstert er mir ins Ohr. Ich drücke mich gegen seinen Körper,  fasse ihn an den Arsch und mache sehr eindeutige Bewegungen mit meinem Becken. Es kümmert uns keinen einzigen Moment, dass wir inzwischen von so ziemlich jedem da drinnen angestarrt werden.

„Zu mir, oder zu dir?“ Jerome schiebt mir seine Hand unters Shirt und streichelt mich als ich im Augenwinkel einen grauhaarigen Kerl im Anzug auf uns zusteuern sehe. Er macht einen sehr unentspannten Eindruck, als er neben uns zum Stehen kommt.

„Bitte verlassen Sie beide umgehend mein  Lokal. Das ist ein ehrenwertes Haus.“

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, fuchtelt er heftig mit den  Armen herum und knallt uns die offene Rechnung auf den Tisch.

„War eh scheiße hier, außerdem wollten wir grade gehen“, fauche ich und hebe meinen BH vom Boden auf, drei Kerle am Nebentisch grölen, als ich das rote Teil in meine Handtasche stopfe.

Mein Begleiter wirft einige Geldscheine auf den Tisch und wir verschwinden.Kaum vor dem Eingang angekommen, packt er mich,  drückt mich gegen eine Hauswand und schiebt mir den Rock hoch. Ich fasse ihn zwischen die Beine,  spüre  seine riesige Vorfreude  und würde ihm am liebsten an Ort und Stelle die Klamotten vom Körper reißen.

Ein vorbeifahrendes Polizeiauto lässt uns wieder zur Vernunft kommen, ich nehme ihn an der Hand und wir machen uns auf den Weg.

Unweit des Stadtparks, in dessen Mitte eine kleine Kirche steht, habe ich meinen Wagen stehen. Als ich die Türe zur Rückbank öffne und ihn deute einzusteigen, sieht er mich fragend an.

„Ist das dein Ernst?“

„Und ob! Ich wollte immer schon mal mit Blick auf ein Gotteshaus Sex haben. Das ist so unchristlich und verdorben.“

Wir kichern beide als wir einsteigen und von innen abschließen.

Als ich am nächsten Morgen auf der Suche nach meinem Telefon die Rückbank meines Polos durchkämme und dabei Fußabdrücke an der Decke, und meinen String auf dem Beifahrersitz erblicke, schmunzle ich zufrieden.

Endlich mal eine App, die Spaß  macht.

Monday night

Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich wieder mal spät dran bin, doch es sollte sich ausgehen in einer Stunde bei meiner Verabredung  zu sein.

Beim Anziehen der schwarzen, halterlosen Strümpfe überkommt mich ein wohliger Schauer, etwas Nervosität gepaart mit Vorfreude jagt mir eine Gänsehaut über den Rücken und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Hektisch suche ich nach passender Unterwäsche, als mir die Sms wieder einfällt, die er vor einigen Tagen gesendet hat:

„Zwanzig Uhr in der Lobby. Kein Höschen, kein BH, halterlose Strümpfe, kurzer Rock, Bluse.“

Die Sonne ist bereits untergegangen, ein eisiger Wind lässt mich fröstelnd  durch die sternenklare Nacht ziehen.

Kaum angekommen kann ich seine Blicke spüren, noch bevor ich ihn sehe. Es herrscht hektisches Treiben in der Bar, einige Geschäftsleute sitzen vor ihren Laptops, ein Pärchen unterhält sich angeregt im vor der Theke und ein gelangweilt aussehender Barkeeper poliert Weingläser.

Neben der Rezeption steht eine blaue Ledercouch, von der ein Kerl aufsteht und direkt auf mich zukommt.

„Maja?“

Der hochgewachsene,  junge Kerl im schwarzen Anzug grinst mich mit leuchtenden Augen an und der Duft seines Aftershaves raubt mir beinahe die Sinne.

Wir suchen uns einen ruhigen Platz im hinteren Teil der Hotelbar, bestellen eine Flasche Rotwein und unterhalten uns über Gott und die Welt. Antonio ist mir sympathisch, ich kann die aufkommende Erregung nicht leugnen als er mir seine Hand auf den Oberschenkel legt und mich dabei fordernd ansieht:

„Lass uns nach oben gehen, da ist es ein wenig ruhiger.“

Nur zu gern, denke ich mir, kann es kaum erwarten endlich zu sehen was sich unter dem Anzug verbirgt. Beim Schließen der Aufzugstüre zieht er mich an sich, schiebt mir den Rock hoch und küsst mich. Völlig überrascht lasse ich mich gegen die Wand drücken, seine Finger wandern die Innenseite meiner Oberschenkel hoch, doch noch bevor er dort angekommen ist, wo sich die Hitze zentriert stoppt der Fahrstuhl.

Völlig benommen und außer mir vor Lust lasse ich mich von ihm an der Hand nehmen und folge ihm den Gang entlang zu seiner Suite.

„Zieh deine Bluse und den Rock aus und beug dich über den Tisch dort drüben“, mit dem Zeigefinger deutet er in die Richtung wo der Schreibtisch steht.

Ich tue was er von mir verlangt, er verbindet mir die Augen,  und ich kann ihn in seiner Tasche herumkramen hören.

„Das ist dafür, dass du dich verspätet hast“, Sekunden später schnalzt das Paddle unbarmherzig  auf meinen Hintern und hinterlässt ein heißes Brennen. Ich winde mich, stöhne leise auf als es zum zweiten Mal mit einem lauten Schnalzer auf meinen Po klatscht.

„Halt still, sonst gibt’s noch eine Draufgabe“, befiehlt er mir, bevor er zum dritten Schlag ansetzt.

Doch plötzlich hält er inne und streichelt mich, küsst meinen Nacken und schiebt mir seinen Finger langsam in die zuckende Enge.

„Du bist ja völlig nass. Gefällt dir anscheinend den Arsch versohlt zu bekommen“, flüstert er mir ins Ohr, während er mit der zweiten Hand meine Brüste knetet.

„Ja, es gefällt mir.“

Antonio packt mich an den Haaren und zieht mich hinter sich her, ich blinzle unter der Augenbinde durch und kann ein riesiges Bett erkennen,  er gibt mir zu verstehen dass ich mich darauf knien soll.

Plötzlich rast ein stechender Schmerz  durch meine Nippel, ich schreie kurz auf doch als ich bemerke was vor sich geht ist es bereits zu spät. Die Klammern auf meinen Brustwarzen drücken fest zu, eine Hitzewelle durchfährt meinen Körper, als er mir auch noch einen Knebel anlegt und meine Hände hinter dem Rücken fesselt bin ich ihm völlig ausgeliefert.

„Alles okay?“

Ich nicke und lasse mich vorsichtig auf das Bett pressen, er streichelt mich und stößt mit seinen Fingern immer wieder in mich, ehe ich das Öffnen eines Reißverschlusses hören kann.

Der Druck von etwas warmen, harten  verrät mir, dass er mich wohl gleich ficken wird und lässt mich beinahe wahnsinnig werden. Gott bin ich scharf auf den Typ.

Erwartungsvoll strecke ich ihm mein Hinterteil entgegen, fühle seine Hände die mich an den Hüften umfassen und sein steinhartes Ding mit dem er endlich in mich eindringt.

Trotz des Knebels  zwischen meinen Lippen, ächze ich laut auf als er das Tempo seiner Stöße erhöht und mir die Klammern abnimmt. Pochender Schmerz mischt sich mit grenzenloser Begierde, ich versuche zu schreien als ich ihn bis zum Anschlag in mir bemerke.

Heftiges Zucken aus meiner Spalte die inzwischen klitschnass ist, ich bäume mich auf als er mich schließlich zum Höhepunkt vögelt.  Antonio hält mich fest,  zieht seinen Schwanz aus meiner immer noch ekstatisch zitternden Möse,  befreit meine Arme und meinen Mund von den Fesseln, nimmt mir die Augenbinde ab und dreht mich auf den Rücken.

„Oh mein Gott“, entfährt es mir als ich wieder sprechen kann und er sich über mich kniet. Das Teil vor meinem Gesicht ist wirklich riesig, ich öffne die Lippen und beginne daran zu saugen. Antonio hält meine Arme über den Kopf fest und sieht mir tief in die Augen.

„Komm schon Baby, den bekommst du doch sicher noch weiter rein?“

So weit wie möglich versuche ich ihn aufzunehmen, lecke über seine Spitze, als auch er unter einem lauten Aufstöhnen in meinem Mund kommt.

Wir liegen nebeneinander auf dem weißen Laken, ringen nach Luft und können beide nicht mehr aufhören zu lächeln.

„Wann sehe ich dich wieder Maja?“

„Ich hoffe bald.“

Er nimmt mich in den Arm, küsst mich nochmal bevor ich aufstehe und wieder hinaus in die kalte Nacht verschwinde.