#gaslightning

Ich stampfe als wäre ich wütend auf den Boden, trample die Treppe hinauf und reiße die Tür zu seinem Büro auf. Als er mich sieht, strahlt er übers ganze Gesicht, was für eine angenehme Überraschung versucht er mich ein zu lullen. Sein Lachen erfriert erst, als ich das Handy auf den Tisch knalle und ihm sage er solle doch die kleine Whatsapp Fotze verarschen, es wäre aus zwischen uns.
Er versucht mich zu halten, ich reise mich von ihm los, höre ihn noch sagen, dass ich völlig durchgeknallt wäre und spring wieder ins Auto. Um der Theatralik noch ein wenig mehr Strahlkraft zu verleihen dampfe ich mit quietschenden Reifen vom Parkplatz.
Nichts wie weg hier, ich will ihn nicht mehr sehen. Und spüren will ich auch nichts mehr. Vollgepackt mit tollen Sachen die das Leben toller machen – hinein ins Weekend-Feeling. Trennungsarbeit mit chemischer Unterstützung, beinahe schon zu einfach. Mit einem Mal ist es mir egal, auch wenn acht Uhr Morgens ein wenig Früh für das starke Zeug ist. Zumindest lindert es alles was es sollte. Tiefenentspannt lasse ich mich aufs Sofa fallen, merke dass meine Beine ihren Dienst versagen.
Ich will seine Nachrichten nicht lesen, reagiere auf nichts mehr, dämmere langsam weg als ich höre, wie jemand den Schlüssel ins Schloss steckt. Hoffentlich ist es nicht der Vermieter, hier sieht´s aus wie einer Crystal-Meth-Küche. Mister L schießt auf mich zu, reißt mich am Shirt hoch zerrt mich vor den Spiegel im Vorraum und schreit mich an: „Schau dir mal deine Augen an, glaubst du ich bin blind? Ich weiß genau dass du es schon wieder genommen hast!“
Er knallt mir eine, ich stoß ihn von mir weg.
„DU bist derjenige der Mist gebaut hat, nicht ich“, schnauze ich ihn an.
Wieder fange ich mir eine ein, er zieht mich an sich, drückt seinen Körper gegen meinen. Ich küsse ihn, er zieht seinen Gürtel aus der Hose, reißt meine Short nach unten. Trotz aller Gegenwehr schafft er es mich zu bändigen um mir das Hinterteil zu Striemen. Ich schreie ihn an, er soll aufhören. Mit einem Ruck dreht er mich um, schiebt sich auf mich und drückt meine Beine auseinander.
„Soll ich mal in deinem Handy herumschnüffeln?“
Sprachst und versenkte sich in mir.

#offline

Insgeheim bin ich froh darüber dass ich das Internet nicht mehr finde, zumindest komm ich so mal vor die Türe. Ich rufe ihn trotzdem an und frag ihn ob er es mit in den Urlaub genommen hat.
„Ganz toll, kein Netz, keinen Penis, kein Bier mehr. So behandelt man keine Frau du unsensibler Mistkerl.“
Lege auf, ignoriere seine darauffolgenden Anrufe. Wenn ich ihm das durchgehen lasse, glaubt er es sei normal mich hier ohne die essentiellen Dinge zurück zu lassen. Ich klau sein ganzes Klopapier, stopf meine Tasche voll damit, will zurück in meine Wohnung. Soll er mal selbst spüren wie das ist wenn einem was fehlt.
Vorsichtshalber versteck ich auch sämtliche Küchenrollen und Taschentücher. Der wird sich freuen wenn er Sonntagnacht nach Hause kommt und mit runtergelassener Hose nach seinem Klopapier sucht.
Auge um Auge.
Siegessicher suche ich das Weite, scheitere aber an der verschlossenen Tür. WO ist denn der Schlüssel hin? Vor lauter Klopapier finde ich nichts in der Tasche. Der muss doch irgendwo sein?
Suche wie verrückt, doch weder im Kühlschrank noch in der Waschmaschine werde ich fündig. Verfluche Gott und die Welt außerdem geht mir das ständige Klingeln auf den Geist. Wo zum Teufel schalt ich bei dem Gerät den Klingelton aus?
Mein Blutdruck fühlt sich zu hoch an, ich muss Dampf ablassen ansonsten werd ich hier zum Nazi.
Ich schreie die Katze an, entschuldige mich drei Sekunden später wieder bei ihr. Wieder dieses nervige Klingeln, jetzt reicht’s.
„Bist du bescheuert? Hör endlich auf ständig anzurufen und schick einfach ne WhatsApp“, kreische ich ihn an.
„Ohne Internet wirst die kaum kriegen Babe“, sein entspannter Tonfall ärgert mich noch mehr als die Tatsache hier fest zu sitzen.
Er sagt ich soll mich beruhigen, Offline ist der neue Luxus.
„Bist du auf Drogen? Und wo zum Teufel ist mein Schlüssel?“
„Ach ja den hab ich eingesteckt. Sorry Schätzchen.“
Ich sage er soll sofort umdrehen und zurückkommen.
„Ich bin schon in Bologna.“
Und ich am Arsch der Welt, dreh um!
„Ich schick dir ein Taxi, wir sehen uns morgen.“
Klettere durch das Schlafzimmerfenster nach draußen, und lasse mich nach Hause kutschieren. Dort angekommen versuche ich über den Balkon in meine Wohnung einzubrechen, verliere das Gleichgewicht als ich über das Geländer hechten will, knalle mit dem Kopf voraus auf den Fließen Boden. Was für n Scheiß Tag, ich schwöre das zahl ich dem Mistkerl irgendwann heim. Robbe unter der geöffneten Jalousie nach drinnen, zum Glück reicht der schmale Spalt um mich durch zu quetschen. Berufseinbrecher müssen sicher ebenso auf ihr Gewicht achten wie die Hungerhaken bei GNTM. Ob die auch Bulimie kriegen?
Wieso steht das Taxi immer noch vor dem Haus? Filmt mich der Kerl etwa?
Freue mich zuhause zu sein, fahr den Rechner hoch und schalt die Stereoanlage ein. Doch weder das eine noch das andere Gerät tut was es soll. Überlege woran es liegen könnte, hol mir ein Bier aus der Küche. Wieso ist denn die Blörre so warm?
Verdammt! Die Stromrechnung! Die haben mich wirklich abgedreht?!
Knalle das Heineken gegen die Wand, es regnet grüne Glassplitter. So eine verfluchte Scheiße, was mach ich denn jetzt bloß? Und wo kommen die Cops vor meiner Türe plötzlich her?
„Öffnen sie die Türe, wir können Sie hören!“
Was wollen die denn hier? Die offene Stromrechnung eintreiben?
„Worum geht´s denn? Es passt mir grade nicht.“, versuche ich sie abzuwimmeln.
„Wir haben einen Anruf erhalten, dass jemand hier eingebrochen ist. Öffnen sie die Tür“
Scheiß verfickter Taxifahrer, das warst sicher du.
„Ich kann ihnen nicht öffnen, könnten sie bitte über den Balkon kommen?“
Über sein Funkgerät fordert der jüngere der Beiden Verstärkung an, während ich mich frage ob offline eigentlich immer so viel los ist.