#tatütata

Schleiche mich ins Wohnzimmer zurück, Verstecke alle illegalen Substanzen als ich das immer lauter werdende Tatütata höre. Die kommen, sie kommen um dich zu holen, sie werden dich nicht finden niemand wird dich finden du bist bei mir. Gottseidank ist der Ohrwurm lauter als die Sirenen. Erst als der Polizeiwagen mit quietschenden Reifen um die Kurve schießt, hält Falco die Luft an.
Dafür schreit die dicktittige Polizistin umso lauter als sie aus dem Wagen stürmt, sie will das ich raus komme. Zum Glück sind alle Nachbarn zuhause, weil ja Samstag ist. Gebannt starren gefühlte hundert Augen auf das Schauspiel im Erdgeschoss. Die Stimme im Kopf singt Waschmaschinen leben länger mit Calgon, die alte Dame am Nebenbalkon schreit in ihr Telefon: „Ja, die mit den ganzen Katzen… ich hab dir ja gesagt die ist nicht normal.“ Tattütatta. Miss Polizei hechtet über die Brüstung zu mir.
Wieso ich die Türe nicht geöffnet hätte, das ist Behinderung einer Amtshandlung werde ich von der Exekutivbeamtin belehrt. Ob sie deswegen ihre Hand immer an der Dienstwaffe hält?
Ich sage weil mein Schlüssel in Bologna ist, der nächste Uniformierte klettert über den Balkon und fordert mich auf mich auszuweisen. Dazu bräuchte ich bitte meine Tasche, zeig mit dem Finger zur Couch die in einigen Metern Entfernung steht.
Nein, ich solle bitte stehen bleiben, der barsche Ton passt so gar nicht zu ihren weichen Gesichtskonturen. Vorsichtig öffnet sie den Reißverschluss der roten Tasche, vermutlich erwartet sie darin eine Bombe, oder zumindest eine Knarre.
Mit dem Toilettenpapier scheint sie überfordert, ihr fragender Blick ist dämlicher als der ihres zweiten Kollegen, der sich mühsam über die Brüstung stemmt und uns Gesellschaft leistet.
„Wieso haben sie eine Tasche voller Klopapier?“, will er von der immer noch wie versteinert dastehenden Polizistin wissen.
Das ist alles was die Verdächtige bei sich trägt, erklärt sie.
„Sie kommen mit uns mit damit wir Ihre Identität überprüfen können“, fordert mich der Bulle auf.
„Wieso fragen sie nicht einen der Nachbarn?“, entgegne ich.
Die alte Schachtel nebenan sagt sie wisse nicht wer ich bin, hätte mich noch nie hier gesehen und verschwindet zurück nach drinnen.
„Die ist doch bescheuert, ich wohne hier! Wieso sollt ich hier einbrechen? Es gibt weder Strom, noch Internet und außerdem muss ich mir Klopapier klauen weil ich pleite bin.“
„Sie geben also zu gestohlen zu haben?“, bohrt die Polizistin nach.
Lieber Gott bitte mach dass sie nicht noch die Cobra anruft.
„Bitte kommen sie mit uns mit.“
Bitte erschießt mich doch einfach.

#offline

Insgeheim bin ich froh darüber dass ich das Internet nicht mehr finde, zumindest komm ich so mal vor die Türe. Ich rufe ihn trotzdem an und frag ihn ob er es mit in den Urlaub genommen hat.
„Ganz toll, kein Netz, keinen Penis, kein Bier mehr. So behandelt man keine Frau du unsensibler Mistkerl.“
Lege auf, ignoriere seine darauffolgenden Anrufe. Wenn ich ihm das durchgehen lasse, glaubt er es sei normal mich hier ohne die essentiellen Dinge zurück zu lassen. Ich klau sein ganzes Klopapier, stopf meine Tasche voll damit, will zurück in meine Wohnung. Soll er mal selbst spüren wie das ist wenn einem was fehlt.
Vorsichtshalber versteck ich auch sämtliche Küchenrollen und Taschentücher. Der wird sich freuen wenn er Sonntagnacht nach Hause kommt und mit runtergelassener Hose nach seinem Klopapier sucht.
Auge um Auge.
Siegessicher suche ich das Weite, scheitere aber an der verschlossenen Tür. WO ist denn der Schlüssel hin? Vor lauter Klopapier finde ich nichts in der Tasche. Der muss doch irgendwo sein?
Suche wie verrückt, doch weder im Kühlschrank noch in der Waschmaschine werde ich fündig. Verfluche Gott und die Welt außerdem geht mir das ständige Klingeln auf den Geist. Wo zum Teufel schalt ich bei dem Gerät den Klingelton aus?
Mein Blutdruck fühlt sich zu hoch an, ich muss Dampf ablassen ansonsten werd ich hier zum Nazi.
Ich schreie die Katze an, entschuldige mich drei Sekunden später wieder bei ihr. Wieder dieses nervige Klingeln, jetzt reicht’s.
„Bist du bescheuert? Hör endlich auf ständig anzurufen und schick einfach ne WhatsApp“, kreische ich ihn an.
„Ohne Internet wirst die kaum kriegen Babe“, sein entspannter Tonfall ärgert mich noch mehr als die Tatsache hier fest zu sitzen.
Er sagt ich soll mich beruhigen, Offline ist der neue Luxus.
„Bist du auf Drogen? Und wo zum Teufel ist mein Schlüssel?“
„Ach ja den hab ich eingesteckt. Sorry Schätzchen.“
Ich sage er soll sofort umdrehen und zurückkommen.
„Ich bin schon in Bologna.“
Und ich am Arsch der Welt, dreh um!
„Ich schick dir ein Taxi, wir sehen uns morgen.“
Klettere durch das Schlafzimmerfenster nach draußen, und lasse mich nach Hause kutschieren. Dort angekommen versuche ich über den Balkon in meine Wohnung einzubrechen, verliere das Gleichgewicht als ich über das Geländer hechten will, knalle mit dem Kopf voraus auf den Fließen Boden. Was für n Scheiß Tag, ich schwöre das zahl ich dem Mistkerl irgendwann heim. Robbe unter der geöffneten Jalousie nach drinnen, zum Glück reicht der schmale Spalt um mich durch zu quetschen. Berufseinbrecher müssen sicher ebenso auf ihr Gewicht achten wie die Hungerhaken bei GNTM. Ob die auch Bulimie kriegen?
Wieso steht das Taxi immer noch vor dem Haus? Filmt mich der Kerl etwa?
Freue mich zuhause zu sein, fahr den Rechner hoch und schalt die Stereoanlage ein. Doch weder das eine noch das andere Gerät tut was es soll. Überlege woran es liegen könnte, hol mir ein Bier aus der Küche. Wieso ist denn die Blörre so warm?
Verdammt! Die Stromrechnung! Die haben mich wirklich abgedreht?!
Knalle das Heineken gegen die Wand, es regnet grüne Glassplitter. So eine verfluchte Scheiße, was mach ich denn jetzt bloß? Und wo kommen die Cops vor meiner Türe plötzlich her?
„Öffnen sie die Türe, wir können Sie hören!“
Was wollen die denn hier? Die offene Stromrechnung eintreiben?
„Worum geht´s denn? Es passt mir grade nicht.“, versuche ich sie abzuwimmeln.
„Wir haben einen Anruf erhalten, dass jemand hier eingebrochen ist. Öffnen sie die Tür“
Scheiß verfickter Taxifahrer, das warst sicher du.
„Ich kann ihnen nicht öffnen, könnten sie bitte über den Balkon kommen?“
Über sein Funkgerät fordert der jüngere der Beiden Verstärkung an, während ich mich frage ob offline eigentlich immer so viel los ist.

Lola rennt feat. Snoopahontas.

Der Typ an der Theke sieht aus wie ein Mix aus Snoop Dog und Pocahontas. Was ihn sofort in mein Beuteschema passen lässt – lange Haare, dunkle Haut, Bilderbuch- Version eines Gangsters. Gott ist der geil.

Obwohl es keine zwei Stunden her, seit ich einen Schwanz in mir hatte, werde ich immer wuschiger, erstaunlich dass ich noch nicht sabbere.  Nicht dass meine Nachmittagsbeschäftigung in Form von Mr. Vollarschwichskopf schlecht ficken würde; nein-aber es war gerade mal so lang um mich anständig aufzuheizen. Anstatt mich Gentleman-like zuerst kommen zu lassen, hat er mir nach geschätzt drei Minuten ins Gesicht gewichst. Er müsse los, hätte noch Arbeit. Und bitte ja nicht kuscheln.

Naja, dann darf er sich nicht drüber beschweren, dass ich es mir woanders hole.

Der kleine Club mitten in Wien ist verraucht, eng und laut. Süßlicher Qualm vermengt sich mit dem Geruch von billigem Parfum, wie in einer Hurenhütte, lullt den Haufen feiernder Druffies in eine Nebelwolke. Wäre ein Drogenhund hier, würde er vermutlich einen epileptischen Anfall bekommen.

Musikalisch unterstrichen von „Smoke Weed everyday“ bahne ich mir den Weg durch die tanzende Menge, konzentriert-fokussiert auf Snoopahontas.

Lasse den Kerl keine Sekunde aus den Augen, einen ungeschickten Fummel Versuch eines Milchgesichts quittiere ich mit dem Fass-mich-nicht-an-sonst-muss-ich-dich-umbringen-Blick. Auch wenn Sex mit einem Minderjährigen ganz oben auf der muss-ich-unbedingt-machen-Agenda steht, heut habe ich was anderes vor.

Gelangweilt nippt das Objekt meiner Begierde an seinem Getränk, lässt seinen Blick suchend durch den Club wandern, touchiert mich dabei und auf einmal weicht seine Rastlosigkeit tiefer Ruhe, entspannt zieht er seine Mundwinkel nach oben und grinst.

„Hi, ich bin Rahim.“

„Und ich bin betrunken. Willst du mal ziehen?“

Ich halte ihm einen brennenden Joint vor die Nase, er quittiert das Angebot mit einem dankbaren Nicken, als hinter ihm plötzlich eine Frau auftaucht und ihn erwartungsvoll anglotzt. Ihre halblangen Haare haben dieselbe Farbe wie die Bloody Mary, die Snoopahontas in seiner Hand hält, Lola hat sich verrannt und sieht ziemlich durch aus. Ihr Tank Top klebt an ihren riesigen Brüsten, als wäre sie eben durch einen Regenschauer gelaufen, die rote Mähne steht verwuschelt in alle Himmelsrichtungen ab und ihre Augen bestehen nur noch aus Pupillen. Ich kann nicht aufhören, ihr ins Dekollte´zu starren, zu beeindruckend sind die Dinger und passen in der Relation so überhaupt nicht zu dieser zierlichen Gestalt.

„Rahim, ich will nach Hause“, raunzt sie genervt.

Erschrocken zuckt er zusammen, dreht sich in ihre Richtung und legt ihr seinen Arm um die Schultern. Verdammt, hätte ich mir denken können, dass der nicht alleine hier ist. Hätte ich mich mal lieber von dem Teenager abschleppen lassen sollen?

Zu meiner Überraschung, guckt Mrs. Snoopahontas ein wenig entspannter, als er uns einander vorstellen will.

„Claudia das ist… Wie heißt du eigentlich?“

„Maja, sehr erfreut.“

Claudia verraucht den Rest des Ofens, während  Mister Lover Lover eine Flasche Puffbrause ordert und uns beide an zwei Security Typen vorbei in einen abgesperrten Teil der Spelunke führt.

Hier ist die Musik nicht so laut wie vorne, man kann sich tatsächlich unterhalten, ohne dabei zu schreien, ein schwarzer Theatervorhang trennt den Raum vom Rest des Lokals. Gedimmtes Licht fällt auf die herumstehenden Ledersofas, die der Farbe von Claudias Haarpracht ähneln, außer drei Kerlen im Anzug, die sich auf Kroatisch miteinander unterhalten,  sind wir die einzigen Gäste in der Chillout Zone.

Rahim lässt sich zwischen seiner Freundin und mir auf die Couch fallen, während eine Kellnerin den Moet öffnet und uns einschenkt.

„Wie lange seid ihr zwei schon zusammen?“

Kichernd nippt das Busenwunder am Champagner, ehe sie mir auf die Frage antwortet:

„Überhaupt nicht.“

„Aber ich dachte…“

Rahims Hand wandert auf meinen Oberschenkel, er dreht den Kopf in meine Richtung.

„Falsch gedacht Maja.“

Die beiden werfen sich verstohlene Blicke zu, als sie wieder das Wort übernimmt:

„Wir sind nur Freunde.“

Na, dann bin ich ja beruhigt. Ich hatte schon Angst, die beiden wären verheiratet.

Wie auch immer, ich bin nicht wirklich interessiert an ihrer Lebensgeschichte, allerdings an ihren Brüsten. Und selbstverständlich an dem Ding, dass mittlerweile immer heftiger von innen gegen seine Jeans drückt und dessen Kontur sich deutlich auf dem Stoff der Hose abzeichnet. Vorsichtig taste ich mich in dessen Richtung, beobachte dabei viel mehr ihre als Snoopahontas´ Reaktion auf den Annäherungsversuch.

Doch da scheint kein Anflug von Eifersucht in Claudias Augen, sie tut es mir augenblicklich gleich und packt Rahim energisch am Schwanz, noch bevor ich dort angekommen wäre öffnet sie den Reißverschluss und holt das Prunkstück aus seiner viel zu eng gewordenen Verpackung.

Unterdessen ist seine Hand unter meinem Rock angekommen,  kommentiert das Fehlen meines Höschens mit einem sofortigen Schnurren.

Amüsiert blicken die drei Balkan- Schlipsträger in unsere Richtung, als ich mich über Rahim beuge und mit der Zunge über die befreite Schwanzspitze lecke. Sein Keuchen verrät, dass es ihm gefällt, von zwei Frauen gleichzeitig bedient zu werden. Claudias Hand greift fest um den Schaft, während ich meine  Lippen um die Eichel schließe und daran sauge, fickende Finger unter dem Ledermini heizen mir ordentlich ein.

„Langsam, langsam…“

Scheinbar ist Snoopahontas schon jetzt kurz vorm explodieren, ich nehme seinen Schwanz aus dem Mund und bemerke einen der Kerle vom Nebentisch in unsere Richtung kommen. Irritiert starre ich den riesigen Mann an, gespannt was wohl als nächstes passieren wird. Die beiden anderen bemerken ihn erst nicht, da Rahim damit beschäftigt ist, ihre Mordstitten unter dem Top hervorzuholen und daran zu saugen. Erst als der Unbekannte im Anzug zu reden beginnt, lässt er von ihr ab, und schaut  so verwirrt, wie ich.

„Brauchst du Hilfe mit den Beiden?“

Ich glaub mein Schwein pfeift und noch ehe ich Rahim  „Ja bitte“ sagen höre, habe ich das nächste Turbogerät vor meinem Gesicht. Der Schwanz ist so riesig wie sein Eigentümer, der sich als Senad vorgestellt hat. Claudia lässt sich ihre Brüste vom bearbeiten,  ich lutsche unterdessen den kroatischen  Prügel,  die  beiden Kollegen stehen daneben,  lassen ebenfalls die Hosen runter und legen  Hand an.

Senad raunt irgendwas ausländisch klingendes in ihre Richtung, sie kommen einen Schritt weiter zu uns als plötzlich mit einem lautem Klirren ganz in der Nähe Glas zersplittert, halten alle inne und blicken in das perplex aussehende Gesicht der Kellnerin.

Anscheinend war die kleine Alkoholtransportschlampe nicht auf den Anblick eines kopulierenden Menschenhaufens vorbereitet, weswegen ihr wohl das Missgeschick mit dem  Tablett passiert sein dürfte, das ihr mitsamt einiger Gläser und einer neuen Flasche Moet zu Boden gekracht ist.

Sie wirkt bleich, stammelt eine Entschuldigung  und verschwindet so schnell wie sie gekommen war.  Völlig unwissend, welche Hände mich da eben an der Hüfte packen und den Rock nach oben schieben, mache ich mich ans weiter blasen, lechze nach Luft als ich endlich einen Schwanz in meiner Mitte spüre. Nicht mal einen Meter daneben stöhnt Claudia so laut, dass man sie bis auf die Tanzfläche hören müsste. Ihre Brunftschreie bringen mich weiter in Fahrt, versuche ihn so tief wie möglich in den Rachen gleiten zu lassen. Senad krallt seine Finger in meine Haare, zieht meinen Kopf fest an sich, zuckt kurz auf und spritzt mir mit einem lauten „Arrrrgghh“  in den Mund. Ich hab noch nicht mal runtergeschluckt, steht schon der nächste vor mir, wartet dass sich Senad aus mir zurückzieht, damit er zum Zug kommt. Der andere Balkanmensch  vögelt mir inzwischen keuchend, doch munter das Hirn raus, seine Stöße werden zunehmend härter und bringen mich beinahe zum Verzweifeln.

Mit einem ohrenbetäubenden Brüller macht uns Rahim auf seinen Höhepunkt aufmerksam, auch wenn es sich eher so anhört, als hätte er sich wehgetan. Doch ein kurzer, prüfender Blick in seine Richtung  bestätigt, dass er sich keine Verletzung zugefügt hat. Relaxed mit einem Lächeln im Gesicht und einer Kippe im Mundwinkel  schmiegt er sich an seine Gespielin, die aussieht, als hätte sie mit dem Finger in die Steckdose gegriffen plus ein bisschen Sperma im Gesicht. Elektrisches Gefühl.

Spuckgeräusche hinter mir erhärten den Verdacht, dass ein Kurswechsel  ansteht. Wie befürchtet findet der Unbekannte Gefallen an meinem Arsch, und in meinen Arsch. Zentimeterweise drückt er sich in mich, bis er vollkommen verschwindet,Gott bin ich froh, dass er Weißer ist.

Und gerade als er sich in Fahrt hämmert, feuert uns ein Security Typ aus dem kollektivem Bumskoma. Laut schreiend und heftig gestikulierend stolpert die Spaßbremse in Uniform herein:

„Chef, Polizei vor diese was ist Türe. Nix gut ausschauen, haben viele was ist wie große Katze.“

Senad ist der einzige der seinen Schwanz schon wieder verstaut hat, praktisch das er derjenige ist, der mit „Chef“ gemeint war.

„Das sind Hunde, du Vollidiot. Wie oft soll ich dich noch zum Deutschkurs schicken? H-U-N-D-E, und  nix was ist wie große Katze.“

Demütig  schaut Mister-sollte-mal-wieder-deutsch-üben zu Boden, streift mit seinem Blick dabei meinen nackten Arsch, und wirkt plötzlich recht indisponiert.

„Ja Chef. Nix mehr was ist wie Katze groß, Unde, ja?“

„HHHHHunde! Du Trottel bist so sinnvoll wie Hundescheiße, geh mir aus den Augen!“

Bingo, jetzt passt seine Gesichtsfarbe zu der Claudias´ Chaosfrisur und der Einrichtung dieses illegalem Untergrund- Swinger -Clubs.  Wütend feuert der Chef sein Feuerzeug gegen die Wand, Millimeter vom Gesicht des unglückseligen Überbringers der schlechten Nachricht entfernt. Der zuckt genauso heftig wie der, der mir den Hintern vögelt,  läuft wie ein Frettchen auf Speed wieder hinaus.

Ich frag mich mittlerweile ob der Kerl Viagra genommen hat, unablässig und mit der Präzision eines polnischen Strauchdiebs rammelt er meinen Hintereingang.

Der Unglücksrabe der nach wie vor mit halbsteif angewichstem Schwanz vor mir steht, wird genauso heftig von seinem Boss angebrüllt, wie der Security vorhin.  Da ich kein Kroatisch verstehe kann ich  nur ahnen, dass es was mit der Polizei vor der Türe zu tun hat. Als würde man während man dem Vögeln einen Krimi anschauen, sich auf beides zu konzentrieren ist was für Fortgeschrittene.

Mich macht die Situation so an, dass ich die Fassung verliere, erst nur leise wimmernd, doch immer heftiger knallt die Hitzewelle durch mich durch, ich schließe die Augen, die Oberarme versagen ihren Dienst, langsam sinkt mein Körper nach unten. Seine Hände an meinen Hüften,er stößt noch einige Male tief in mich, krallt sich fest und nach drei Sekunden warm anfühlen ist auch er am höchsten Punkt des Abends angekommen.

Irritierend fühlt sich die Totenstille an, die allzu rasch über uns hereingebrochen ist, weswegen ich die Augen wieder öffne, obwohl ich immer noch im Fickkoma herumschwirre und folglich auch keine wirkliche Lust habe, dort wieder zu verschwinden. Es ist so schön dort.

Im Gegensatz zu hier:

Familie Snoopahontas, Senad und die ungebumste Halberrektion starren uns beide schockiert an.

„Was schaut ihr denn alle so bescheuert drein?“, frage ich in die Runde.

„Maja, das hat ausgesehen, als würde er dich dabei umbringen“, entgegnet die mit den dicken Dingern.

Prüfend mustere ich alle meine Körperteile, ich kann keine Schrammen erkennen und ich fühle mich auch nicht so, als hätte mich jemand versucht zu töten.

„Wo denn?“

„Haben geschrien wie eine läufige was ist wie große Katze.“

Wo zum Henker kommt der denn schon wieder her?

Ist auch egal, zumindest sind alle Augen jetzt auf den Security gerichtet und ich kann den Schwanz unbemerkt aus meinem Arsch ziehen, nachdem dessen Besitzer hinter mir eingeschlafen ist.

„Chef Polizei suchen nach du. Alle schon hier bei diese was ist Uftata-Mensch.“

Ein Irrenhaus ist ein Kindergeburtstag gegen diese Aufführung hier.

„Was? Sie sind beim DJ-Pult?“

Mittlerweile haben Senads Pupillen die gleiche Größe wie die von Claudia, wobei ich nicht denke, dass auch er auf Trip ist, eher unter Strom, wegen der Inkompetenz seiner Mitarbeiter. Hastig stürmt er zwischen den Vorhängen hindurch, zumindest schien es sein Plan zu sein, bevor der blonde Junge durch die Gegenseite genau in ihn kracht, beide mit den Köpfen zusammenstoßen und augenblicklich zu Boden gehen.

Ich zähle laut bis zehn, klatsche dabei mit der flachen Hand auf den geschmacklosen Teppichboden, um das Ganze mit einem „Aus“ zu beenden. Unentschieden durch K.O. in der ersten Runde.

Zentriere meinen String, ziehe den Rock Richtung Knie, schüttle mir den Staub vom Kopf.

„Na klasse. Jetzt liegen die zwei größten Verbrecher in dem Club bewusstlos zwischen uns“, Rahim wirkt nervös, als er sich das Malheur aus der Nähe ansieht.

„Wer ist der Kerl?“, fragt Claudia

„Das gewesen diese was ist Ufftata Mensch“, antwortet der resigniert aussehende Security, der immer noch wie angewurzelt am gleichen Fleck steht.

„Du meinst DJ?“

„Ja, diese was ist DJ.“

Rahim fasst Claudia an der Hand.

Da ich aufgrund der spannenden Allgemeinsituation auf alles was davor passiert ist, vergessen habe, falle ich vor Schreck fast genauso um, wie Chef und Mister Ufftata, als hinter mir jemand von den Scheintoten aufersteht.

Ah ja, der der mir den Arsch gefickt hat.

Mit hinuntergelassener Hose kämpft er sich zurück in die Vertikale, spaziert an uns vorbei nach draußen. Na gut, bei dem winzigen Ding könnte er Glück haben und unbemerkt damit davon kommen. Da mich sein Schwanz nicht länger fesselt, springt die Aufmerksamkeit wieder auf essentiellere Dinge. Wie die Frage, wo mein Gras eigentlich geblieben ist. Praktischerweise, stolpere ich um ein Haar über meine Handtasche und mir fällt die Antwort auf die Frage ein, die ich schon wieder längst vergessen habe.

„Jungs und Mädels hauen wir ab!“

Entschlossen winke ich Rahim und Claudia in meine Richtung, als ich ein Fenster entdecke, dass groß genug war um uns ohne Umwege aus dem Laden rausbringen konnte, ohne mit den Bullen zusammenzukrachen.

„Baby, wie hast du es bloß geschafft so viel Marihuana in diese winzige Handtasche zu stopfen?“

Boxe gegen die Absperrung, und tatsächlich-das Schloss springt knatternd auf, mit ein bisschen Nachdruck stehen wir auf der ebenerdigen Terrasse. Auf Augenhöhe stehender Vollmond treibt den Kitsch Faktor des Moments unaufhaltsam nach oben.

Raus, nichts wie weg von hier. Nehmen die Beine in die Hand, stolpern, laufen, rennen.

Haben Sie Wien schon bei Nacht gesehen?

Splitter im Herz

Ich freue mich auf das Date.

Hab seit Tagen nicht gevögelt, außerdem Liebeskummer vom Feinsten. Die beste Möglichkeit einen Typen zu vergessen, soll ja bekanntlich darin liegen, sich unter einen anderen zu legen.

Es fruchtet tatsächlich; auch wenn der Unbekannte sogar ausgezogen wie ein Schlipsträger wirkt. Scheiß drauf. Sein Schwanz ist ganz anständig proportioniert, im Gegensatz zu seiner Frisur. Wer auch immer das verbrochen hat, muss wirklich pervers im Kopf sein.

Mister Chaosfrisur verbindet mir die Augen und  fesselt meine Arme aneinander;  soll er ruhig machen, drei vorangegangene Dates rechtfertigen mein Vertrauen-  immerhin hat er mich bis jetzt noch nicht umgebracht. Warum sollte er es dann ausgerechnet heute machen?

Der Fick ist nett, ja genau; die kleine Schwester von Scheiße.

Als mir die Augenbinde runter rutscht, riskiere ich einen Blick nach hinten, um unmittelbar darauf, einen Tobsuchtsanfall zu bekommen; der Scheißarschkopfhurensohnwichser hat keinen Gummi drauf;  trete mich von ihm los und sage einige nicht nette Dinge zu ihm.

Er wirkt verstört, es sei doch meine Schuld, wenn ich keine Kondome raus lege. Wieso sollte er dann welche benutzen?

Von wegen, dumm fickt gut. Verfluchte Arschgeige.

Feierabend. Packe meinen Kram und verschwinde. Nichts wie weg hier.

Zwei Uhr morgens in Wien.

Blind vor Wut rase ich durch die Stadt, zwei Minuten später holen sie mich mit Blaulicht von der Straße. Frau Inspektor ist ein geiles Gerät, konzentriere mich darauf, nicht allzu Porno dreinzuschauen und beschränke die Konversation auf: „Wie viel?“

Achtzig Euro später bete ich zu Gott, mit dem restlichen Benzin bis nach Hause zu kommen.

Tränen schießen mir übers Gesicht, wie dumm kann ein Mensch eigentlich sein?

Ich vermisse ihn so schrecklich, was zum Teufel treibe ich hier?

Wische mir mit dem Handrücken über die verheulten Augen, versuche an etwas anderes als ihn zu denken. Funktioniert leider nicht. Es kracht.

Filmriss.

Rase über die Autobahn. Es ist gut, aber das blinkende rote Licht geht mir auf die Nerven. Was will denn das Dings?

Neben dem Symbol für eine Tankstelle steht null Kilometer, das Ganze tanzt in puffrot…

Stehe voll am Gas und werde trotzdem immer langsamer, steuere mit dem letzten Schub einen Parkplatz an, rufe den Pannendienst.

Die finden das aber nicht lustig, nur wegen leerem Tank um vier Uhr Morgens mitten in die Pamba zu fahren.  Bin ich froh, dass  ich auch noch einen Totalschaden hab.

Trotzdem warte ich geschlagene zwei Stunden auf den Abschleppmenschen. Bin so sauer, dass ich ihm nicht mal einen blase. Soll er sich doch selbst eins lutschen der blöde Wichser.

Aber davor  tankt er mir noch zwanzig Liter Sprit in die Kiste.

Koma.

Sonnenstrahlen im Gesicht, so schön zuhause.

Fuck.

Wie zum verfickten Teufel noch mal, bin ich bis ins eigene Bett gekommen?

Übergeben oder Selbstmord?

Kein Kübel in Reichweite. Wohnung im Erdgeschoss; also keins von Beiden…

Klingelt an der Tür.  Ich tippe auf den Mann mit dem Kukuck….

Ihre Augen sind noch trauriger als meine; verzweifelt und ratlos schaut sie mich an:

„Er sagt, du kannst von Glück reden, noch am Leben zu sein.“

Bröckelnde Fassade treibt  die Splitter tief ins Herz.

 

 

 

 

 

 

 

 

Über Calamari in Aktentaschen und kiffende Zwerge

Die Autofahrt ist so zäh, wie die Calamari ,die meine Schwester heut Mittag weniger gegrillt als viel mehr vergewaltigt  hat. Vielleicht ist mir deswegen schlecht? Oder ist es mein Fahrstil der den latenten Brechreiz auslöst? Am gestrigen Alkoholkonsum kann es nicht liegen, immerhin hatte ich nur sechs Bier. Eh schon fast abstinent. Grauslich.

Da fällt mir ein, dass ich in meinem Buko noch ein Heineken haben müsste. Vielleicht hilft das ja gegen das flaue Gefühl, dass sich eine Handbreit über meinem Lieblingskörperteil langsam ausbreitet.

„Elena, kannst mir mal bitte die Tasche von der Rückbank geben?“

Der liebste aller Gartenzwerge schaut erschrocken vom Handy auf. Ihr Gesichtsausdruck ändert sich auch nicht, als sie sieht wie ich mir mein Reperaturbier aufmache:

„Maja! Echt jetzt? “

„Was ist denn? Scheiß dich nicht an, erstens  ist  eh schon nach Mittag. Und drittens tue ich nichts Verbotenes. Fast nichts. “

„Ja, du Vollprofi. Und zweitens ist es ganze zwei Minuten nach zwölf. Wenn du trinken willst, sollte vielleicht lieber ich fahren?“

„Spinnst jetzt? Ich mach das nur aus Sicherheitsgründen. Außerdem fahr ich nicht mal mit fünf Promille nicht so einen Scheiß zusammen wie du nüchtern.“

„Logisch, die fünf hast ja auch jeden Morgen nach dem Aufstehen.  Übung macht den Meister. Wieso aus Sicherheitsgründen? Weil dir dann kein Heroin beim Fahren spritzt?“, Elena wirkt plötzlich gelassener.

„Naja, falls mich die Polizei aufhält und fragt wieso ich so rote Augen habe, kann ich sagen dass ich getrunken habe.“

Jetzt schaut sie verwirrt aus.

„Und wieso solltest du ihnen freiwillig sagen, dass du während dem Fahren säufst?“

„Weil ich davor gekifft habe. Und das werd ich ihnen ja wohl nicht verraten.“

Elena starrt resigniert auf ihr IPhone.

„Musst ihnen nicht sagen. Das können die sich sicher denken, wenn mit siebzig Sachen über die Autobahn fetzt.“

Deswegen hat mir der Typ im Smart vorhin den Vogel gezeigt. Ich hab mich noch gefragt seit wann diese überdachten Zündkerzen so schnell sind.

„Sag mal Elena, mit wem schreibst du da eigentlich?“

Wäre sie nicht so vertieft, hätte sie mir sicher schon vorhin gesagt, dass ich die Kiste mit der Dynamik eines achtundachtzig jährigem,  stark sedierten und dementem  Pensionisten  über die Autobahn steuere.

„Ich hab mir Tinder geholt.“

„Und als nächstes dann Genitalherpes? Schön. Das tut deiner Ehe sicher gut.“

Hatte schon beinahe vergessen, wie sich moralische Überlegenheit anfühlt-wie ein flüchtiger Fick mit einem Unbekannten in einer Toilette – sehr kurz spannend, aber die Erregungskurve fällt noch schneller ins Bodenlose,  als sie gestiegen ist. Spätestens wenn ein Kopf gegen die Spülung knallt und sie auslöst, ist das Ding gelaufen. Und so stirbt mein Anstandsbewusstsein genauso rasant wie die Erektion eines 15jährigen Debütfickers, der sich beim zweiten Stoß ins nasse Ziel entlädt.

„Genau Frau Misses Pornoprinzessin. Wenn wir diesen Sommer alle deine  aktuellen Verehrer zum Grillen einladen, ist unser Garten voll.“

Elena klingt gereizt. Vielleicht sollte ich ihr Batterien schenken.

„Kann sein. Vielleicht sollten wir alle einladen, mit denen ich jemals geschlafen habe? Ob die Miete für die Stadthalle wohl sehr teuer ist?“

„Du bist so blöd, Maja.“

Schneller als erwartet ist das Bier leer, es schmeckt schon wieder, aber ich bezweifle dass meine Co-Pilotin auch eins eingesteckt hat.

„ Ich darf das. Immerhin bin ich nicht verheiratet.“

„Und deswegen machst jetzt einen auf Anstandspolizei? Hast du zufällig noch was zu rauchen dabei?“

Zutiefst schockiert über ihre Frage nach Rauschgift, klappe ich die Sonnenblende nach unten und ziehe einen Joint dahinter vor.

„Hast du zufällig noch Alkohol dabei?“

Wortlos fischt sie eine Flasche Prosecco aus einer Plastiktüte. Ihr Blick wandert  suchend im Wagen umher, bleibt schließlich an einem MC Donalds Becher voller Cola hängen. Sie öffnet die Scheibe und kippt die Limo beim Fenster hinaus, mit der kurzen Bemerkung dass Zucker süchtig mache und das Zeug pures Gift für den Körper sei.

Nachdem sie den halb Liter Becher bis zum Rand mit der Puffbrause aufgefüllt hat, zündet sie sich den Ofen an.

„Seit wann kiffst du denn? Muss man dazu nicht mindestens eins dreißig groß sein?“

„Seit mich Thorsten nicht mehr fickt. Alles halb so schlimm, zumindest ist die Scheiße Gluten frei“

Elena klingt sehr gelassen, ihr Körper sinkt zurück, sie zieht die Pumps aus, streckt ihre Beine beim Fenster hinaus  und dreht die Musik lauter. Mittlerweile haben ihre Augen dieselbe Farbe wie meine eigenen. Fast so rot wie Faymann in besseren Zeiten.

Nachdenklich nippe ich an meinem Drink. Das Zeug schmeckt widerlich, viel zu sauer, die Kohlensäure brennt erst im Hals und anschließend rumort es wie verrückt im Bauch.

„Deswegen die Sache mit Tinder, verstehe. Und wieso redest nicht mit Thorsten darüber, bevor dir so einen Dilettanten ins Bett holst?“

„Wieso redest du nicht mit einem Therapeuten darüber, dass du während dem Autofahren becherst, onanierst und herumvögelst als ob es kein Morgen gäbe?“

„Touche´“

Der weiße Skoda hinter mir, blendet ständig auf, meine Augen brennen  auch ohne den Lichtamoklauf  von dem Deppen.  Auch wenn es schön ist, dass mir mal nicht der Mittelfinger von anderen Verkehrsteilnehmern gezeigt wird. Ich fahre von der Autobahn ab, vielleicht ist dann Ruhe. Aber leider Fehlanzeige.

„Was will denn der Idiot von dir? Der soll doch einfach überholen wenn es ihm zu langsam geht.“

Obwohl Elena im Tinderwahn wie abgekapselt von der Realität wirkt, bemerkt sie den Lichthupenjunkie hinter uns.

„Das ist sicher einer meiner Stalker“

Fahre noch ein bisschen langsamer, konzentriert versuche ich im Rückspiegel zu erkennen, ob es jemand ist, den ich kenne. Plötzlich prustet Elena los:

„Das ist ein Bulle, du verrücktes Huhn. Schau mal genau, der hat eine Uniform an.“

Fuck. Fuck. Fuck. Scheiße. Fuck. Scheiße. SO eine gottverdammte Oberscheiße.

Lieber Gott mach dass er ein Stripper ist.

Klammere mich an den letzten Funken Hoffnung, doch als ich den Wagen rechts ranfahre und mir den Kerl der da aussteigt im Rückspiegel ansehe, revidiere ich das Stoßgebet und hoffe er möge sich nicht ausziehen.

Nicht, dass mich sein Körperbau an Ottfried Fischer erinnern würde, nein; aber sein Gesichtsausdruck ist der eines Arschlochs.  Sogar aus zwanzig Metern Entfernung durch einen Spiegel in einem verrauchten Wagen erkennbar.  Nackte Arschlöcher sind noch schlimmer als angezogene, da hab ich keinen Bock drauf.

Nervös nippe ich an dem XXL Becher Prosecco, Elena starrt auf das glühende Teil zwischen ihren Fingern, als würde es ihr jeden Moment die Lottozahlen für die nächste Ziehung verraten.

„Wenn  du ihn beim Fenster rausschmeißt, sind wir gearscht.“

In aller Ruhe, wischt sie über das Display des Telefons, ihre Beine hängen immer noch nach draußen, genauso erlahmt wie ihr Kurzzeitgedächtnis.

„Ich steck mir den nicht in den Arsch! Bist du bescheuert?“

„Da versteckt man auch keine verbrannten Joints,  sondern weißes Pulver, du Genie.“

Keine fünf Schritte trennen den Bullen von meiner Karre, Elena schmeißt die brennende Tüte in ihre Aktentasche.

Lieber Gott mach dass der Kiwara geruchsblind ist.

„Führerschein und Zulassung bitte“ ,diese unverblümt-direkte Art seiner Begrüßung macht mich beinahe heiß, wäre da nicht seine ich-bin-ein-Arschloch-und-find-es-gut Ausstrahlung, könnt ich glatt schwach werden. Wortlos reiche ich ihm den Kram, versuche krampfhaft seriös zu wirken und nehme deshalb nicht mal den Gurt ab. Safety first.

„Frau Siffredi, sie wissen wieso ich sie anhalte?“

Naja, rein theoretisch gäbe es viele Gründe. Mir scheint, als stelle er eine Fangfrage.

„Hab ich einen Telefonjoker?“

Seine linke Augenbraue zieht sich nach oben, für den Bruchteil eines Moments auch seine Mundwinkel. Und doch lässt er sich nicht aus der Fassung bringen.

„Nein. Aber wir können das Publikum befragen“, während ich nachdenke, was er damit gemeint hat, stolziert er zur Beifahrerseite und mustert Elena mit der Präzision eines Dschihadisten beim Anflug auf das World Trade Center.

„Es geht nicht um sie, Frau Siffredi, sondern um die Dame neben ihnen.“

Elenas Entspanntheit ist verflogen, ihre Füße stecken inzwischen wieder in Schuhen und auf dem Boden, ratlos schaut sie den Kerl an.

„Krieg ich jetzt einen Strafzettel weil ich zu wenig oft mit meinem Mann schlafe?  Das soll wohl ein Witz sein. Es liegt nicht an mir, sondern an ihm.“

Lieber Gott im Himmel, mach dass der Stripper in Wahrheit ein Psychotherapeut ist.

„Sie haben während der Fahrt ihre Beine durchs Fenster gestreckt. Ist ihnen eigentlich bewusst, was dabei alles passieren kann?“

Gut. Kein Seelenklemptner und nicht aus der Ruhe zu bringen.

„Ja und? Sind eh meine Haxen, was kümmert das die Polizei? Haben sie nichts anderes zu tun?“

Seine Augenbraue wandert tatsächlich noch ein wenig weiter nach oben.

„Können sie sich bitte ausweisen?“

Elena greift nach ihrer Aktentasche, ihre Finger wandern zu dem silbernen Verschluss.

Lieber Gott bitte schick Gehirnzellen. Jetzt. Sofort.

Zeitgleich trifft uns beide die Erkenntnis, dass der Inhalt der Ledertasche  vor sich hin brennt, weil sich Misses ach so niveauvoll den Rest der illegalen Spaß Tüte nicht zwischen die Arschbacken-sondern mitten in die Vorverträge für Finanzierungsanfragen gesteckt hat, die sich langsam aber sicher in Rauch auflösen.

Ärsche gehen nicht in Flammen auf. Im Gegensatz zu Kreditverträgen.

Wichtige Lektion auf dem Weg vom Kleinkriminellen zur Syndikatsspitze. Oder für einen oberintelligent wirkenden Post auf Facebook.

Elenas Hirn läuft langsam wieder; ich sehe ihr die Anspannung an,.nervös als hätte sie einen abgetrennten menschlichen Kopf in der qualmenden Tasche versteckt; und tatsächlich- Prinzessin oberstoned und underfucked checkt auf einmal den Ernst der Lage.

Ungeöffnet stellt sie das Corpus delicti zurück auf den Boden: „Tut mir leid, aber ich kann mich leider nicht ausweisen.“

Ich atme tief durch.

Mister Arschloch tötet Elena mit seinem Blick, hält ihr einen Vortrag über die Gefahren abstehender Extremitäten aus fahrenden Fahrzeugen und verdonnert sie zu einer Geldstrafe.

„Wie bitte? Sie wollen dafür auch noch Kohle haben? So langsam wie meine Freundin fährt, hätte ich maximal einen blauen Fleck abbekommen, wenn ich irgendwo angeeckt wäre. Von wegen Freund und Helfer. Stasi Methoden sind das.“

Lieber Gott bitte mach dass sie sich beruhigt.

Mit einem Schlag ist das mulmige Gefühl im Bauch  zurück, es brodelt als ob ich Mentos mit Cola light  eingeschmissen hätte.

„Fünfunddreißig Euro um genau zu sein.“

Wenn Blicke töten könnten, würde der uniformierte I-Tüpfelchen  Reiter  in Flammen aufgehen. Wütend greift sie wieder an die Schnalle des Aktenkoffers und öffnet ihn. Panik kriecht in mir hoch, erreicht mein Hirn noch vor der Rauchwolke die mir entgegenkommt.

Reiße Elena das Teil aus den Händen, Sekunden später lösche ich die darin wuchernde Glut indem ich mitten rein reihere – verfluchter Sprudelwein, es würgt mich ununterbrochen,  obwohl sich mein  gesamter Mageninhalt bereits auf Elenas Papierkram, Schminkzeug und ihr Portemonnaie  verteilt hat.

Bekomme keine Luft mehr, kämpfe mit den Tränen, als sich der letzte Tintenfisch aus mir evakuiert. Die vollgereiherte Tasche stelle ich zurück zu ihrer Besitzerin, die mich zwei Sekunden besorgt mustert, um kurz darauf mit dem Bullen weiter zu verhandeln:

„Mein Bargeld ist jetzt leider gerade gestorben. Gibt´s vielleicht eine andere Möglichkeit um das Problem aus der Welt zu schaffen?“

„Ist mit ihnen alles in Ordnung?“, für jemand der wie ein VAWK (=Vollarschwichskopf)  aussieht, klingt er durchaus menschlich.

„Alles bestens. Das ist nur die Aufregung, weil ich zwei Kilo Marihuana im Kofferraum liegen habe und mir das Bier ausgegangen ist.“
Grinsend streckt mir VAWK meine Papiere durch die Fensterscheibe.

Placebofick mit Pizza

Yves hebt mich hoch und trägt mich in die Küche. Er setzt mich auf die Anrichte, kniet sich vor mich hin um mir mit einem Ruck den Tanga auszuziehen. Ich lasse meine Beine auseinander fallen, als sich seine Zunge ihren Weg in mein Allerheiligstes bahnt.

Erwartungsgemäß zäh verstreichen die übrigen Tage bis zum ersehnten Treffen mit Jan, dem  Mann der meine Knie zum Zittern und meine Augen zum Leuchten bringt.

Ich versuche alles, um mich abzulenken und nicht permanent auf die Uhr zu sehen. Doch ganz egal was ich auch anstelle, meine Aufmerksamkeitsspanne ist verschwindend  gering und reicht gerade mal für die ersten fünf bis maximal zehn Minuten jeder noch so angenehmen Tätigkeit. Spätestens nach Ablauf dieser Deadline kreisen meine Gedanken wieder um ihn, seine stechenden Augen und den Duft seiner Haut.

Auf dem Weg zur Videothek, fahre ich daran vorbei, weil ich an nichts anderes als seinen Schwanz in meinem Mund denken kann. Bemerke den Irrtum nach guten anderthalb Kilometern und wende.

Gott, ich muss mich zusammenreißen.

Lange hält der Vorsatz nicht, schon wieder hab ich das Bild von ihm im verwirrten Schädel drinnen und  verpasse zum zweiten Mal an diesem Tag die Einfahrt zum DVD Laden.

Drehe nochmal um, und tatsächlich klappt es beim dritten Versuch, ich kann die geliehenen Filme zurück bringen.

„Das macht dann achtundzwanzig Euro.“

Ich glaub mein Schwein pfeift.

„Was? Ich will die Dinger ja nicht kaufen!“

„Tut mir leid aber du hast sie zwei Wochen lang  gehabt.“

„So ein Mist, verdammt.“

Knalle dreißig Euro auf den Tresen und marschiere hinaus. Soll er sich doch den Rest in den Arsch schieben, blöder Filmwichser.

Kaum vor der Türe, schlägt die Wut in Verlangen um, die Erinnerung an Jans flacher Hand, die auf meinen Hintern klatscht heizt  mich genauso  auf, wie die hochstehende Sonne.

Erregtheit kämpft gegen Hunger, unschlüssig ob ich erst einkaufen oder masturbieren sollte, fahre ich Richtung Wohnung zurück.

Doch noch bevor ich eine Entscheidung treffen kann, winken mich zwei Uniformierte an einer Bushaltestelle aus dem Verkehr.

Na großartig, das hat mir grade noch gefehlt. Kaum ist das Wetter wieder schön,  schießen diese lustigen Gestalten an jeder Ecke aus dem Boden, schlimmer als die Schwammerl  im Wald.

„Sie sind sehr rasant unterwegs. Führerschein und Zulassung bitte.“

Wie soll ich denn meine Geschwindigkeit kontrollieren, wenn ich ständig aufm Handy herumdrücke? WhatsApp und Tacho beaufsichtigen ist einfach zu viel, da könnt ich ja so abgelenkt sein, dass ich noch einen Unfall verursache. Verdammte Polizei, in welcher Welt leben die denn eigentlich?

Nicken, lächeln und Arschloch denken.

Im Handschubfach nach dem verlangten Zeug suchend, fällt mir beinahe eine Tüte mit Gras auf den Beifahrersitz. Ich hab mich schon gewundert, wo der Geruch herkommt. Rätsel gelöst.

Drücke dem Kiwara meine Fahrzeugpapiere in die Hand, zutiefst hoffend er möge den restlichen Inhalt den ich dezent zurückgeschoben habe, nicht bemerkt haben.

Seine Miene wird sehr ernst als er sich nach einem kurzen Blick in den Führerschein wieder mir zuwendet:

„Ich lasse Sie diesmal mit einer Verwarnung davonkommen. Aber beim nächsten Mal, wird’s teuer.“

„Alles klar, ich bemüh mich.“

Schenke ihm mein unschuldigstes Lächeln und fahre weiter. Von wegen Verwarnung, der hatte sicher gerade Dienstende und wollte keinen Strafzettel schreiben, damit er pünktlich zum Feierabendbier kommt. Verfluchter Schwanzlutscher.

Apropos Oralverkehr. Bin völlig durch den Wind, was Schönes Hartes im Gesicht könnte mich jetzt wirklich entspannen.

Kaum zu Ende gedacht, summt es auch schon am Beifahrersitz, lieber Gott lass es jemand mit einem Penis sein. Um einer weiteren Ermahnung durch den einzigen  besten Freund und Helfer der nicht batteriebetrieben ist  zu entgehen, fahre ich rechts ran und  checke mein Handy.

„Hey ho. Was machst denn grade? Bin in der Nähe und würd dich gerne sehen.“

Jackpot Baby!

Meine Gebete wurden erhört, der Absender der Nachricht hat einen großartigen Schwanz, außerdem  weiß  er, was man damit alles anstellen kann.  Da er mich schon über ein Jahrzehnt rammelt, sind wir ein eingespieltes Team, er braucht keine Gebrauchsanleitung für meine Muschi mehr, die Funktionen der einzelnen Knöpfe sind ihm zur Gänze bekannt.

Mein Magen rumort immer noch, als ich zuhause ankomme. Ach ja, ich wollte doch noch was Essbares mitnehmen. Scheiß drauf, ich bin mir sicher, dass ich gleich was in den Mund bekommen werde.

Und tatsächlich; das Klingeln kündigt meinen Besucher an,  noch bevor ich ihm öffne, hab ich außer dem String alles ausgezogen.

Funkelnde Augen für  meinen Turbo Strip erhaschend, erwischt mich Yves am Hintern  und küsst mich.

Sein Geschmack erinnert  an Marihuana mit Kaugummi, presse mich fest an ihn, bemerke, dass ich nicht die Einzige bin, die sich schon auf das was gleich kommt, freut.

„Maja du geiles Stück, du machst mich so an.“

Halblange, dunkelbraune Haare hängen ihm ins Gesicht,hinter einer Strähne hervorblinzelnd sieht Yves aus wie der Junge von nebenan.

Ich trete gegen die weit geöffnete Tür, als ich den Nachbarn bemerke, der unserem Treiben entgeistert vom Stiegenhaus aus zusieht. Mit einem lauten Knall fällt sie ins Schloss.

Ist ja keine Peepshow hier.

Yves hebt mich hoch und trägt mich in die Küche. Er setzt mich auf die Anrichte,  kniet sich vor mich hin um mir mit einem Ruck den Tanga auszuziehen. Ich lasse meine Beine auseinanderfallen, als sich seine Zunge ihren Weg in mein Allerheiligstes bahnt.  Erst  nur die Innenseite meiner Oberschenkel küssend, wie zufällig streift er  immer wieder an meiner feuchtesten Stelle. Mein Becken beginnt sofort mit den typischen Fickbewegungen, immer schneller geht es auf und ab.  Nach einer gefühlten Ewigkeit erreicht er mit der Zungenspitze  endlich meinen Kitzler  und  schiebt mir zeitgleich einen seiner Finger in den Arsch. Benommen  ächze ich auf:

„Bitte fick mich durch.“

Unbeirrt leckt er mich weiter, bringt mich an den Rand des Wahnsinns. Ich kralle meine Fingernägel in seine Schultern, als ich nur noch einige Sekunden vor dem Höhepunkt bin. Plötzlich hört er damit auf, zieht mich auf den Boden, legt mich auf den Bauch. Noch ehe ich kapiere was passiert, schiebt er mir seinen steinharten Schwanz in den Arsch.

Ich explodiere vor Lust, als er ihn ganz drinnen hat und mich langsam, doch sehr bestimmt fickt. Der Fußboden ist genauso nass wie der Rest von mir, schreie wie verrückt als es mir endlich kommt.

Yves packt mich an den Haaren, zieht meinen Kopf nach hinten und schaltet einen Gang höher. Härter und schneller werden seine Stöße, ich bin noch nicht mal über die erste Welle hinweg als sich die zweite ankündigt, zitternd und stöhnend erreiche ich den nächsten Höhepunkt.

Angespannte Muskeln in seinen Oberschenkeln verraten mir, dass auch er soweit ist, auf einmal zieht er ihn raus, dreht mich auf den Rücken und kniet sich über mein Gesicht.

„Mund auf!“

Öffne die Lippen, im gleichen Moment schießt mir die weiße Fontäne entgegen, benebeltes Stöhnen dringt durch seine Kehle.

Lachend liegen wir nebeneinander auf dem Fußboden, schlafen beinahe ein, als uns mein knurrender Bauch aus dem Bumskoma reißt.

„Hast du Bock auf Pizza?“

„Unbedingt.“

Noch zwei Tage bis Samstag…