Frau mit Bagger sucht Mann mit Schotter

Ein allerletztes Mal fliege ich über die Texte um ganz sicher zu gehen keine F – Wörter darin übersehen zu haben. Es gehört sich einfach nicht über Ficken und Fotzen zu reden, wenn die Eltern im Publikum sitzen. Da ziehe sogar ich eine klare Grenze, gewissenhaft entschärfe ich die kritischen Passagen während mich der Moderator ankündigt.
Ich atme noch einmal tief durch, schicke ein stilles Stoßgebet nach oben. Bitte lieber Gott mach, dass ich mich nicht vor Aufregung übergeben muss. Meine Gebete werden erhört – vorerst.
Als ich zu Lesen beginne kann ich spüren, wie die Farbe aus meinem Gesicht weicht. An die fünfzig Augenpaare kleben an meinen Lippen, lauschen den allmählich ruhiger werdenden Worten. Nach der dritten Zeile durchbricht schallendes Gelächter die Stille – Volltreffer, die verstehen meine Art von Humor. Entspannt schaukle ich die halbe Stunde, zum Ende rutscht mir sogar eins der bösen Wörter raus das ich versehentlich nicht weichgespült habe.
Meine Schwester zeigt mit den Daumen nach oben, ihr Blick sagt gut gemacht. Ich wechsle einige Wörter mit dem Moderator, beantworte Fragen meiner Literaturgroupies und signiere Bücher. Verwundert über das fortgeschrittene Alter der meisten meiner Leser, vielleicht bin ich zu pervers für Teenies? Oder zu langweilig, schließlich weiß jede Sau wie das mit Youporn funktioniert…
Sein Akzent macht mich fickerig, seine Augen sowieso. Ganz zu schweigen von den pechschwarzen Haarsträhnen, die er sich aus dem Gesicht streicht, als er mich um eine Widmung bittet.
„Für Carlos, bitte“, schüchtern reicht er mir das Buch. Unterschreibe mit „für das geilste Stück im Publikum“, vervollständige mit meiner Telefonnummer und gebe es ihm zurück. Muss unbedingt zu meinen Leuten zurück, ansonsten würde ich ihn an Ort und Stelle vernaschen.
Der harte Kern der Truppe folgt mir durch die Nacht, auch die dritte Sperrstunde kann uns nicht aufhalten. Wir ziehen immer weiter um mich zu feiern, torkelnd halten wir nach einer Spelunke Ausschau in der wir noch was zu Trinken bekommen. Steffen lallt was von an der Gabelung rechts halten, wir folgen dem angesoffenen Polen. Doch statt einer Bar, ist hinter der Ecke Baustelle.
„Willst du trinken oder was klauen du osteuropäischer Vollpfosten?“, Ellena faucht den Typ genervt an.
„Immer wenn du unteralkoholisiert bist, wirst du zur Diva. Entspann dich mal“, unbeeindruckt holt Steffen seinen Schwanz aus der Hose um einen der Hydranten anzupinkeln. Das anschließende Gekeife meiner unteralkoholisierten Freundin kann ich nicht mehr hören, ich bin damit beschäftigt, über die Absperrung der Baustelle zu klettern. Angesichts meiner Highheels und dem nuttigem Fummel, dessen Saum nicht länger als der blaue Faden meines Tampons reicht, erfordert das Unterfangen sämtliche Konzentration. Klopfe mir selbst auf die Schulter, als ich den Bagger erreicht hab und mich an ihm hochangle, bis ich auf dem schwarzen Ledersitz Platz nehme.
Ellena zeigt mir den Vogel, meine Mutter schüttelt resigniert den Kopf, bevor sie mich mit dem Handy fotografiert. Eines Tages werde sie das Bild meinen Kindern zeigen.
Ich frage den Polen, wie man so ein Gerät kurzschließt. Mama sagt, bitte komm vom Bagger runter. Du ruinierst dir doch die guten Schuhe, Kind.
Mein Handy klingelt. Es ist Carlos, er fragt ob ich für ihn Zeit hab.
Ich frage, ob er es schon mal in einem Bagger getrieben hat.
Steffen schreit, weg hier, Bullen im Anmarsch.
Versichere Carlos sofort zurück zu rufen, reihere auf die aufgerissenen Pflastersteine, als der Polizeiwagen neben meiner Mum zu stehen kommt.

Übers Verwirrt sein

Quentin Tarantio lächelt die Blondine, die vor ihm kniet an. Zärtlich streichelt er über ihre Haare, packt sie plötzlich am Schopf um sie mit eisernem Griff in Richtung Fußboden zu dirigieren. Mit weit aufgerissenen Augen starrt sie in seine. Unfähig die Situation einzuschätzen ergibt sie sich ihrem Schicksal. Widerstand sinnlos – auch ohne Kampf ist sie sich ihrer Unterlegenheit bewusst. Provokation zweckloser als der österreichische Nichtraucherschutz.
Meine Hand wandert dorthin, wo´s heiß und nass ist. Als ob ich einfach herumwichsen könnte. Zwei Sekunden später klatscht seine flache Hand mitten in mein Gesicht. Immer wieder ohrfeigt er mich, ob mir irgendjemand erlaubt hat, an mir herum zu spielen, will er wissen. Viel mehr als eine rhetorische Frage erwarte ich nicht von ihm.
Ich sage nein.
Er sagt, was nein? Und scheuert mir noch eine.
Ich sage danke mein Herr.
Ich denke fick dich du bescheuerter Wichser. Hoffentlich krepierst du langsam und qualvoll und elendig und jetzt.
Er sagt ich wäre nichts anderes als ein billiges Fickstück, man sollte mich ständig durchvögeln und dauerhaft gestopft halten.
Unbarmherzig rammt er mir sein Ding in den Arsch, füllt mich damit völlig aus, während er mir ins Ohr flüstert: „Ich spritz dir alles rein. Wenn ich fertig mit deinem Arschloch bin, lutscht du meinen Schwanz sauber, du dreckiges kleines Miststück.“
Winsle um Gnade, vergeblich. Er lässt keinen Moment von mir ab, rammelt mich wie ein brunftiger Hirsch mit einer Überdosis Viagra. Tue so, als ob es mir gefallen würde.
Spanne meine Fotze an, mache mich so eng wie möglich. Drei Sekunden später zieht er den Schwanz aus mir raus, nimmt ihn in die Hand ehe er mich vollwichst. Zielsicherer als Harald Juhnke bei Vollmond verfehlt er meine Titten, spritzt mir mitten ins Gesicht. Ich bewundere seine Fähigkeit so unschuldig wie´s Christkind auszusehen, seine Hände wischen währenddessen seine ungeborenen Kinder aus meiner Visage.

Hashtag die Faschingsprinzessinnen

Direkt neben uns tanzt Miss Mietzekatze, als ob es um Leben und Tod gehen würde, die Kleine scheint drauf wie Hupe zu sein. Gegen sie wirke selbst ich wie ein Schulmädchen auf Bachblüten.
Ihre riesengroßen Augen wandern unruhig umher, ob sie wohl ein Katzenklo sucht?
„Ey du Muschi, zur Drogenberatung geht´s hier lang!“, Gerfried verschreckt das Raubtier mit seinem Geschrei beinahe zu Tode. Von der Paranoia überwältigt ergreift das Fellknäuel die Flucht.
Ich sage Gerfried bitte hör auf damit. Wer bitteschön will schon mit einer eins fünfundachtzig großen Banane über seine offensichtlichen Suchtprobleme sprechen:
Gerfried meint, vielleicht eine vegane Mutzi?
Ich sage, geh doch selbst zum Psychiater du durchgeknalltes Früchtchen. Verständnisvoll nickt mir eine Nonne zu, ehe sie versucht so unauffällig wie möglich hinter einen Barhocker zu reihern. Den, auf dem ich gerade sitze.
Lautlos geht irgendwie anders. Sie grölt wie ein Hooligan bei Stadionverbot, als sich ihr Mageninhalt unweit meiner Stiefel evakuiert.
„Blöde Fotze, ich rufe das Veterinäramt an, wenn du weiterhin auf unschuldige Waschbären kotzt! Das ist blasphemische Tierquälerei, du Gotteshure!“, kreische ich sie an. Ein zufällig vorbeirauschendes Schneewittchen schnauzt mich an, ich solle gefälligst meine dämliche Fresse halten, ansonsten werde sie mich windelweich prügeln.
Ich sage, Gerfried wir gehen, bevor sie ihre Zwerge ausm Arsch zieht.
Mit einem lauten Knall geht Frau Misses Klosterschwester zu Boden, mitten rein in ihr Erbrochenes. Wenn das der liebe Gott sehen würde…
Halleluja und fick dich Schneewittchen.
Ab morgen ist Ramadan, schrei ich die Banane an. Gerfried nimmt mich an der Hand und zieht mich aus dem Lokal hinaus.
„So Kleines, jetzt zeig ich dir den Weg zur Drogenberatung…“

Lei lei, ihr Narren – und willkommen in VILLACH!