#Billa

Ich hätte längst die Kontrolle verloren, außerdem würde ich ohnehin machen was ich will.
Schön! Du Depp! Du willst doch nur, dass ich tue was du willst! Kontrolle? Wozu???
Am Ende bereut niemand fehlende Tugenden! Leben heißt Kontrollverlust du Idiot, ich bin nicht auf der Welt um dir Rechenschaft schuldig zu sein. Ich will L E B E N ! Niemand lamentiert am Sterbebett über mangelnde Normen! Bereuen tut man nur was man nicht gewagt hat…
Den flüchtigen Fick am Bahnhofsklo, die Nase mit dem illegalen Pulver, die kleine Kellnerin mit den riesigen Titten, der Gang Bang in der Tiefgarage, das eigenartig aussehende Sushi ausm Supermarkt, der unbekannte Kerl neben dem Sushi, pures gegrilltes Gluten plus einem Hektoliter Bier zum Frühstück, die unnötige Schlägerei im Autobus, den geliehenen Wagen auf über zweihundert Sachen treten während die fünfte Dose Gin Tonic zerknüllt aus dem Fenster fliegt. Cést la vie.
„Du bist vollkommen durchgeknallt!“
So deppert ist er nur wenn er untervögelt ist, aber ich bin zu sauer um ihn zu stabilisieren.
„Fick dich doch du engstirniger Spießer! Lieber gestört als langweilig, such dir doch eine Billakassiererin.“
Der hat gesessen, die Ader an seiner Schläfe scheint kurz vorm explodieren. Memo an mich selbst – Billa scheint sein wunder Punkt und damit mein zukünftiges Ass im Ärmel zu sein.
Bitte lieber Gott mach dass er keine Wurstblattelverkäuferin bumst. Scheiß aufs Ass, da ist mir sogar die vom Bosporus lieber. Oder von mir aus die Hornhauthobelverkäuferin. Aber bitte nicht die Feinkostfuffie.
Er reißt seinen Schlüsselbund an sich, sucht konzentriert nach einem Gegenargument.
„Du kannst mir meinen Haustürschlüssel nicht zurückgeben, den hab ich schon. Falls du dich erinnerst, haben wir vorgestern zum letzten Mal Schluss gemacht.“
Siegessicher verschränke ich meine Arme vor dem Oberkörper, will den Moment des Triumphs für eine Sekunde auskosten.
„Ich such nicht nach deinem Haustürschlüssel, sondern nach dem für die Gummizelle in die ich dich einsperren werde.“
Hat er doch tatsächlich ein Quäntchen Schlagfertigkeit in seiner Hosentasche gefunden? Oder liegt´s an der Billatante?
Vorsichtshalber fasse ich in seinen Schritt; danke Herr im Himmel! Keine Erektion ist gleich keine Wurstblattlfiffie Fickgeschichte.
Sein Penis wirkt nicht weniger irritiert als er selbst, ich nutze die kurze Auszeit um zu flüchten und mich endlich der teuer erkauften Scheinharmonie hinzugeben. Ohne alles geht nur allein….

#Datenschutz

Kaum das ich das Ruder wieder rumgerissen habe, um mich aus dem gröbsten Schlamassel hinaus zu hieven bemerke ich eine immer energischere Unruhe in mir aufkeimen. Man müsste meinen, der Mensch wird ruhig wenn er wieder Strom, fließend Wasser, eine funktionierende Heizung und ein futzikleines Plus am Konto hat. Falsch geglaubt, mich nervt diese Idylle schon nach zwei Atemzügen wieder. Mir ist nicht nach Harmonie, erstens sitzen meine Haare nicht so wie sie sollen und zweitens riechen meine Schuhe nach Pisse und drittens regt mich der Kickl so auf, dass ich Angst habe mir etwas anzutun wenn ich meine Wut nicht loswerde.
Mein Kater läuft mit einem schwarzen Schal zwischen den Zähnen an mir vorbei, ich sage pfui gib das wieder her, oder willst den auch noch vollpissen? Da er ihn nicht allzu sehr angesabbert hat, wickle ich mein Gesicht damit ein, alles außer den Augen. Plötzlich steht Mister L. im Flur, starrt mich verdutzt an.
„Was zum Teufel treibst du da? Wieso trägst du ne Burka?“ ,lächelnd kommt er näher, legt seine Hände auf meine Hüften und sagt dass ich ihm gefehlt hätte.
„Weil ich gegen das Vermummungsverbot demonstrieren werde. Das lass ich mir aus Datenschutzgründen nicht mehr gefallen, die können mich alle mal!“, nuschle ich in den selbstgebastelten Vollschleier, der mir immer über die Augen rutscht. Seine Hände fassen unter mein Shirt, ich sag hör auf abzulenken. Das wäre ein wichtiges politisches Thema, dass uns schließlich alle was angeht. Wo wären wir schließlich heute, wenn Adolf statt nach Polen zu spazieren immer nur geschnackselt hätte? Ja, genau – am Rande der Bedeutungslosigkeit. Will aus seiner Umarmung fliehen, wieder verdeckt mir der Stoff die Sicht, damit mich das heimtückische Katzenvieh auch noch zum Stolpern bringt, indem es einfach vor meine Beine hüpft.
Statt Mister L´s Arm erwische ich den Kleiderständer um mich festzuhalten, knalle ich mitsamt der Garderobe vor seine Füße. Ich kann immer noch nichts sehen, als er mich hoch zieht und fest am Krawattel packt.
„Es ist an der Zeit was gegen deine Unruhe zu unternehmen, bevor du noch einen Krieg anzettelst“ ,meint er als er mich vor sich herschiebt, meine Arme auf den Rücken dreht, meine Hose nach unten zieht. Ich widerspreche kleinlaut, er blättert auch noch mein Oberteil über den vermummten Kopf, drückt meinen nackten Körper gegen die Glasfront vom Balkon und öffnet den Reissverschluss seiner Jeans.
„Keine Sorge wegen der Spanner. Die können dich aus datenschutzrechtlicher Verschleierung nicht erkennen“, flüstert er mir zu um sich endlich meiner Nervosität anzunehmen.
Halleluja.