deschawü 2.0

Er hatte sich den Tag über freigehalten und anscheinend den richtigen dazu ausgesucht. Im Fernsehen sagten sie, es würde einer der heißesten des bisherigen Jahres werden und ein kurzer Blick nach draußen bestätigte die Prophezeiung der, wie er, fand billig aussehenden Wettermoderatorin. Es war schon früh am Morgen, als er aus dem Studio zurück in seine kleine Zweizimmerwohnung mitten in der Innenstadt kam.
„Diese kleine durchgeknallte Schlampe.“ Er murmelte völlig in Gedanken versunken, während er die Speicherkarte aus seiner Kamera holte, seinen Rechner hochfuhr und sich zurücklehnte.
Die Bilder der vergangenen Nacht rauschten im Eiltempo über den Bildschirm und er musste schmunzeln als er sie so hilflos, mit roten Striemen am Arsch sah, hilflos, mit verbundenem Mund ihm völlig ausgeliefert. Spontan beschloss er ihr das Bild zu senden, sie sollte sehen was er gestern sehen durfte.
Was hatte sie sich eigentlich dabei gedacht, als sie in dem Aufzug bei ihm auftauchte. Sie musste damit rechnen dass es nicht nur bei den Aufnahmen blieb, sondern er auch noch so einige andere Dinge von Ihr verlangte, über die man im Vorfeld nicht geredet hatte.
Verrücktes Ding. Aber irgendjemand musste ihr noch beibringen, wie man sich zu benehmen hatte.
Wie es sich wohl anfühlen würde, von ihr den Schwanz gelutscht zu bekommen, während ein anderer Kerl ihr seinen ganz beiläufig von hinten reinschiebt, wenn sie auf allen vieren auf dem Fußboden vor und zurück rutscht…
Ob sie es genießen würde?
Oh ja sie war es wert von ihm diszipliniert zu werden.
Sie musste erfahren was es heißt, zu dienen. Er freute sich auf das, was noch kommen würde, auf all die Dinge, die er ihr beibringen würde.
Abrupt riss es ihn aus seinem Tagtraum als sein Telefon klingelte, er blickte kurz aufs Display, kannte allerdings die Nummer nicht, die ihn gerade zu erreichen versuchte.
Vielleicht war es ein neuer Kunde, der einen Fotografen brauchte?
„Hallo Andreas. Alles klar?“
Es dauerte nicht einmal den Bruchteil einer Sekunde bevor er begriff, wen er da gerade an der Leitung hatte, diese Stimme würde er wohl nie vergessen.
„Was willst du? Wir hatten doch ausgemacht, keine Anrufe!“ sein Tonfall klang sehr aufgewühlt und erzürnt.
„Aber, wer wird denn gleich so böse sein?“ Die Person am anderen Ende der Leitung lachte laut auf.
Wie zum Teufel hatte sie seine Nummer herausbekommen? Irgendjemand musste wieder zu viel geredet haben, wie sonst war das möglich? Er versuchte die Fassung zu bewahren und sein Handy nicht gegen die Wand zu werfen.
„Woher hast du meine Nummer?“, wollte er wissen.
„Ach du zorniger Kerl müsstest eigentlich wissen, dass ich immer alles kriege was ich will, oder?“
„Und was genau ist es diesmal? Du weißt doch, dass ich mit der Sache nichts mehr zu tun habe?“
Der Zorn aus seiner Stimme war gewichen, er klang jetzt sehr gefasst und ruhig.
„Sag bloß du verdienst mit deinem Fotostudio mehr als bei mir?“
Er schwieg.
„Na also, wir verstehen uns. Ich brauch jemand auf den ich mich verlassen kann und da bist mir spontan du eingefallen.“
„Aber ich sagte doch, ich will nicht mehr.“
„Und ich kann mich nicht daran erinnern dich gefragt zu haben was du willst. Muss ich dich daran erinnern was mit Carlos geschehen ist?“
Nein, dass musste sie ganz und gar nicht tun. Er würde den Augenblick niemals vergessen, als er den alten Spanier zusammengeschlagen am Steg unter dem Ferienclub gefunden hatte nachdem sie die halbe Nacht gefeiert hatten. Sie hatten ihn übel zugerichtet, etliche Knochen waren gebrochen, seine Augen blutunterlaufen und einige schlimme Platzwunden zeichneten seinen Kopf. Im ersten Moment hatte er gedacht, sie hätten ihn umgebracht.
„Wo sollen wir uns treffen?“ wissend, dass eine weitere Diskussion keinen Sinn hatte gab er nach.
„Ich komme dich heute Abend um halb acht abholen. Deine Adresse stimmt noch, nehme ich an?“
„Als ob du das nicht schon längst wüsstest.“
„Gut. Bis später dann. Und versetz mich bloß nicht, das mag ich nämlich gar nicht. Ciao“
In Gedanken versunken trat er vors Schlafzimmerfenster und sah auf das hektische Treiben auf der Straße unter ihm.