#lastchristmas

Seit ich weiß, wie schlimm es um sie steht hab ich keine Motivation mehr. Für nichts und niemanden. Gebe mein Bestes um sie aufzuheitern, letzten Endes ist alles nur Show. Krebs lässt sich nicht weg-entertainern. Nicht mal für eine beschissene Sekunde lang.
Auch wenn wir so tun, als ob….
Keine Angst, nächstes Jahr zu Weihnachten ist alles wieder gut. Wirst sehen, wir werden darüber lachen. Wir werden unseren Hang zum Drama aufs Korn nehmen, du wirst wieder gesund, versprochen…
Hängender Kopf, ebensolche Schultern…
Bitte gib nicht auf. Der scheiß-verfickte-Tumor ist nicht mal annähernd so stark wie du. Hör nicht auf an dich zu glauben!!!
Gespieltes Lächeln, Resignation in ihrer Reinsubstanz. Ihr Nicken nichts anderes als eine Geste des Aufgebens, keine Kraft mehr um stark zu sein.
And so this is Christmas…

Ich kapituliere. Endgültig.

Vor Erschöpfung gelähmt fällt der Körper ins Koma, lange nachdem sich mein Geist Richtung Nirwana verabschiedet hat. Auch wenn ich lieber alleine eingeschlafen wäre, da ist keine Kraft mehr um vor ihm davon zu laufen. Kein Kampf, keine Flucht – flehe um Ruhe…

Er wird mich doch in Frieden lassen, schließlich wirkt der Kerl genauso durch wie ich?

Theoretisch.

Praktisch ist es ihm scheißegal, wie ich mich fühle. Warum sonst drückt das Stück Schwanz gegen meinen Arsch, stoßen seine Finger mitten in die Fotze um mich aufzuwecken?

Ich krümme mich vor Schmerz, löse mich windend aus seinem Griff um der erzwungenen Nähe zu entfliehen. Hätte ich doch nur mehr Kraft übrig, würd ich ihm ins Gesicht schlagen…. Immer und immer wieder

Beim zweiten Klingeln des Weckers lässt er endlich von mir ab

„Keine Sorge, du kannst jetzt weiterschlafen. Zum Ficken bist eh nicht zu gebrauchen“, er küsst mich.

Drei Sekunden nach seinem Verschwinden knicke ich erneut ein – Widerstand zwecklos, Akkus so leer wie mein Herz.  Viel zu kurz die Ladephase, verstörte blinzle ich in die Sonne, er kommt zurück. Nicht weniger entschlossen als Kim Jong beim Atombombentest, schießt er durch die angelehnte Türe, fokussiert mich mit der Präzision eines Scharfschützen.

Wie lange habe ich gepennt? Wieso ist es plötzlich so hell hier drinnen?  Was zum Teufel macht er mit mir?

Mister Einfühlsam kniet über mir, packt seinen Schwanz aus der Hose und wichst mir auf die Brüste.  Ein Wunder, dass er mich danach nicht fragt, wie er war.

Ohne ein Wort zu sagen wische ich mir das Sperma vom Körper, drücke den fremd gewordenen Torso von mir weg und verlasse ihn.

Alles was ich noch fühle ist Leere.

Alles was ich will ist Schlafen.

Für Immer.