#winterschlaf

Anstatt reumütig Rückschau aufs fast verstrichene Jahrzehnt zu halten, übe ich mich in unspektakulärer Gleichgültigkeit diesem ganzen Zirkus gegenüber. Statt Party Party Party, Schlafi Schlafi Schlafi?

Mein Psychiater meint, dass liege an der endlich wirkenden Medikation. Vielleicht.
Statt Feuerwerk und Champagner brodelts Ohropax, Strattera und Kukident?
Was für eine Scheiße.
Ich meine das liegt am zu niedrigen Vitamin D Spiegel.
Ohne D kein Dopamin. Ohne Dopamin kein Kokain. Vielleicht.

Doktor Google meint ich hätte entweder Narkolepsie oder einen Gehirntumor.
Vielleicht aber auch beides. Jackpot. Vielleicht.

Mein Hausverstand weißt mich auf die minimale Möglichkeit hin, dass die Ursache meiner Antriebsschwäche durch einen Mangel an Aufputschmitteln verursacht worden sein könnte.
Nie wieder Billa.
Der Schnuckiputz von nebenan schickt mir Dicpics zum Jahreswechsel – formvollendet schmiegt sich zweitausendzwanzig in die Rundungen seiner Genitalien. Contenance war gestern – mein Mund steht genauso offen, wie der meiner Putzfrau hinter mir.
„Haben Sie nichts zu tun, oder wieso starren sie auf mein Handy?“, fauche ich nachdem ich mich wieder gefasst habe.
„Tschuldigung Chefin, aber ich leider kein WLAN auf meine Gerät. Deswegen bissel mitschauen bei dir.“
Bitte Google schick einen Tumor.

#champagner

Und während ich mich immer noch frage, was zum Teufel letzte Nacht eigentlich passiert ist, übernimmt ein weibliches Wesen namens Pamela den Alphatier-Posten unserer Opposition. Außerdem ziert sie die Titelseite sämtlicher Tageszeitungen, beim ersten Hinschauen denke ich mir Bowie ist zurück – Pam´s Ähnlichkeit mit Mister Space Oddity ist verblüffend. Als wäre sie die weibliche Reinkarnation meines Helden…
Turn and face the strange.
Mister L. fühlt sich vernachlässigt, ich würde viel zu wenig Zeit für ihn haben, das hätte alles keinen Sinn mehr. Er macht Schluss mit mir. Per Sms. Ich frag mich, ob die Rendi-Wagner ne Sau im Bett ist, leider weiß Google auch keine Antwort.
Dafür hat Hofer endlich wieder Champagner! Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Kaum hab ich die Kartons in den Kofferraum gepackt, ruft Olga an. Super Timing, denke ich. Nein, sie wolle keinen Schampus saufen, erklärt sie mir.
„Bist du krank?“, frag ich sie, als ich den leeren Einkaufswagen zurück schiebe.
„Ja, ich hab Krebs.“
Ihre tränenerstickte Stimme lässt mir das Blut in den Adern gefrieren, lähmt mich vom Kopf bis zu den Zehenspitzen hinab.
„Aber ich hab Champagner eingekauft. Soll ich denn jetzt etwa alleine trinken?“
Olga lacht.
Zitternd öffne ich die Autotür, lass mich auf den Sitz fallen, drücke meinen wummernden Schädel aufs Lenkrad….
Changes…

#ffm

Überwältigt von der Entwicklung der Dinge lasse ich mich hinreissen, folge dem bleichgesichtigen Kerl auf die Toilette, dicht gefolgt von seiner Prinzessin. Keiner der Securitys nimmt von uns Notitz als wir zu dritt in eins der Damenwc´s verschwinden. Misses Dicktittig hat den Hosenstall des Kerls schneller offen als ich sie um einen Ausweiß bitten kann. Während sie ihn hartbläst versichere ich mich bei Doktor Google ob es legal sei, Minderjährigen beim Oralsex zuzusehen. Zu meiner Verblüffung hat der Kerl weiße Sackhaare – ich denke damit hat sich die Frage nach dem Alter erledigt.
Er streicht ihr eine Strähne aus dem Gesicht, sie lutscht als ob es um Leben und Tod ginge. Verliebt sieht er sie an, zieht seinen Hammer langsam zurück, um ihn kurz darauf wieder zwischen ihre Lippen zu pressen. Versehentlich landet ihr Kopf an der Klospülung, ich denke ui wie romantisch klingt fast wie am Meer.
Er sagt ich soll seine Eier lecken.
Ich sage ich bräuchte mehr als einen Quadratmeter für Gruppensex. Schließlich sei das keine Legebatterie. Er sagt, hä?
„Sei schön brav, dann kriegst hinterher auch einen Fruchtzwerg“, erwiedere ich als ich ihn am Krawattel packe und zu Boden drücke, während ich den Gürtel der Jeans öffne und mich auf den Rand der Keramikschüssel hocke.