Über Haare ohne Selbstbeherrschung

Wir amüsieren uns, auch wenn das Bier der Franzosen zum Kotzen ist; wahrscheinlich sind sie deshalb alle so scharf auf Champagner. Mister Marley Junior heißt in Wirklichkeit Jean; er hat den Körper eines Usain Bolts´ – definierte, starke Arme und einen ebensolchen Torso. Seine Dreads reichen bis unter die dunkelbraunen Nippel.  Außerdem ist er riesig, ich mag es, zu jemand aufsehen zu müssen.

Ich versuche unauffällig herauszubekommen, ob alles an ihm so groß ist, aber seine nicht allzu enge Boxershorts lässt leider keine Schätzung zu.

Yves bemerkt meinen fragenden Blick:

„Du bist unmöglich! Wie viel Selbstbeherrschung hast du schon verbraucht, um ihn nicht gleich an der Theke zu vernaschen?“

„Was ist Selbstbeherrschung?“

Minuten später finde ich mich selbst auf allen vieren in einem der Animationsräume wieder. Bedauerlicherweise, ist nicht alles so mächtig an Jean, wie sein Körperbau. Er scheint meine Enttäuschung zu bemerken:

„Don´t worry Babe. Will get bigger in a while.“

Na dann bin ich ja beruhigt. Wobei mir kleine Schwänze beim Lutschen eh lieber sind; da droht zumindest keine Erstickungsgefahr.

Yves umklammert mich an den Hüften, dringt mit einem einzigen Stoß ganz in mich ein, meine Erregungskurve schnellt genauso steil nach oben, wie der schwarze Kolben vor meinem Gesicht. Jean sollte Recht behalten, als ich daran zu saugen beginne, legt er noch mal einiges an Umfang zu.

Wär mein Mund nicht voll Schwanz, würde ich ihn fragen wollen, wo er den denn plötzlich her hat.

Die Beiden ficken mich an den Rand der Besinnungslosigkeit, innerhalb weniger Augenblicke, sind wir umringt von Zusehern. Neben uns taucht das attraktive Pärchen von vorhin auf, das das Schauspiel anscheinend auch sehr inspirierend findet.

Im Handumdrehen ist die Kleine ihr Höschen los und lässt sich unweit von uns flachgelegen. Ihren Lauten zufolge ist das Moritz Bleibtreu-Double, das sie in der Missionarsstellung durchrammelt, gut in dem, was er macht.

So romantisch. Könnt vielleicht irgendwer eine Kerze anzünden?

Ich hab leider keine Hand mehr frei. Mit einer stütze ich mich ab, während ich mit der freien einen der Zuseher bediene. Jeans Finger graben sich in meinen Hinterkopf, sachte packt er zu, schaltet einen Gang rauf. Wie einen Ping-Pong Ball spielen mich die drei hin und her, rhythmischer Höhenflug mit völligem Kontrollverlust.

Mein Kopf singt  „Jihaa!“, alles was ich noch sehen kann, ist Jeans Bauchnabel, alles was ich noch fühle ist ekstatisches Zittern.

Sacke benommen in starke Arme und frage mich welcher Trottel schon wieder in meine Haare gewichst hat.

 

 

 

 

 

Warm up

„All my life

I´ve been searching for some

Trouble shooting with love loaded guns“

 

Nach dem doch recht fordernden Warm up brauch ich dringend was zu trinken. Da Yves dreimal so lange zum Duschen, wie ein vollbesetzter Autobus mit „GermanysnextTopmodels“ braucht, mache ich mich alleine auf dem Weg zur Theke.

Mittlerweile ist der Laden gut gefüllt, zwar geistern nach wie vor mehr Kerle als Frauen herum, aber  das zum Großteil junge Publikum macht ziemlich was her. Das Pärchen neben mir am Tresen sieht zum Anbeißen aus; er hat einen Hauch von Moritz Bleibtreu in den Neunzigern. Sie ist keine fünfundzwanzig, erinnert mich an Kat Dennings.

Dunkelbraune Haare bis zu den Hüften, Augen so schwarz wie die Abgründe, die sich in mir bei dem Anblick auftun.

Apropos schwarz? Wo ist  denn der Rasta-Mensch  hin verschwunden?

Suchend lasse ich meinen Blick durch die Bar wandern, als ich plötzlich hinter mir was spüre, bevor  ich es einordnen kann, raunt mir ein „Bon Jour“ über die Schulter.

Volltreffer. Der Nachtisch. Schokolade.

„Hi“.

Er fragt mich, wo mein Freund sei. Ich antworte, ich hätte viele Freunde. Wir lachen. Ob ich mit ihm wohl Champagner trinken möchte. Wenn ich ehrlich bin, wär mir Bier lieber. Wir lachen.

Plötzlich lacht auch Yves.