Nicht-Liebesbrief ohne Schmetterlinge bei Kerzenschein

Es ist inzwischen drei Uhr morgens, dennoch kein Schlaf in Sicht. Meine Gedanken laufen Amok während ich unserem bevorstehendem Treffen mit  gemischten Gefühlen entgegen sehe; Vorfreude relativiert die Ratlosigkeit ein wenig.

Ich bin dir unendlich dankbar für alles, was du für mich tust. Für die liebevolle Art und Weise, mit der du mir entgegenkommst. Durch dich durfte ich erfahren, was Wertschätzung bedeutet.

Je länger ich über die ganze Geschichte nachdenke, desto mehr gelange ich zu der Überzeugung, dass jede zwischenmenschliche Begegnung einen Teil zur eigenen Entwicklung beiträgt.

Wir sind uns nicht grundlos über den Weg gelaufen. Die Gewissheit, einen Seelenverwandten getroffen zu haben, erdet und beruhigt.

Diese bedingungslose Vertrautheit ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist ein Geschenk.

Und doch dürfen wir trotz all der Euphorie eins nicht vergessen:

-Das ist alles nicht real-

Mögen wir auch noch so sehr harmonieren und den harten Fakten keine Bedeutung beimessen:

-Das ist alles nicht real-

Erschreckst mich mit deiner Obsession und dem L-Wort zu Tode. Was erwartest du von mir?

-Ich bin eine Illusion-

Und ich liebe dich nicht. Keine Schmetterlinge im Bauch, kein Michael Bolton bei Kerzenschein. Dafür Freundschaft, Respekt, Achtung und grenzenloses Vertrauen.

Das Letzte was ich möchte, ist dir weh zu tun, dafür schätze ich dich zu sehr. Aber eins will ich noch weniger – dich belügen.

Pest oder Cholera?

Besser verletzende Ehrlichkeit für sich arbeiten lassen, als mit deinen Gefühlen zu spielen. Du hast längst schon einen Platz in meinem Leben – leider nicht in meinem Herz.

„Es sind nicht die Glücklichen, die dankbar-

sondern die Dankbaren, die glücklich sind.“

Danke, dass es dich gibt.

Auf die Freundschaft, lieber Olaf.

Das Leben ist ein Spiel

 

Du denkst du wärst vorbereitet genug, startest voller Euphorie und Tatendrang, immer mittendrin statt nur dabei.  Mehr tanzend, als laufend fokussierst du das Ziel, auch wenn du oft abgelenkt wirkst.

Für den Bruchteil eines Augenblicks den roten Faden verloren und schon stolperst über gestellte Beine einstiger Wegbegleiter. Noch während du auf die Schnauze fällst, vergisst die Moral von der Geschichte. Was wär der Kampf auch ohne Repeat Taste? Programmierte Lernresistenz, oder die ganz große Kunst, gezielten Vergessens?

Applaus. Applaus.

Tauchst durch die Anerkennung, nutzt den Antrieb um voranzukommen. Motivierter Kämpfer, grinst solange, bis ein Querschläger völlig unerwartet auf deine Schläfe trifft. Knallst mit dem Schädel voraus zu Boden,  es kracht ein wenig, bevor sich die dünne Spur aus Blut ihren Weg übers Gesicht bahnt. Rappelst dich zurück nach oben, lässt dich notdürftig wieder zusammenflicken und läufst voller Adrenalin weiter, wegen dem bisschen verletzt sein gibt man doch nicht auf? Lächerlich.

„Ich becher mich weg,

Barkeeper hau raus was in deinen Fässern steckt

Ich saufs aus weil´s mich vergessen lässt

Meine Gedanken sind besessen von Sex“

Nichts wie rein und weitermachen.

Tobende Menge schaukelt sich hoch, verkriechst dich für einige Zeit in dir selbst, gut getarnt hinter dick aufgetragener Fassade. Niemand soll bemerken, wie sehr du wirklich getroffen bist.

Schlägst alle Warnungen in den Wind, aus Trotz schaltest noch einen Gang höher, immer auf der Überholspur. Strampelst dich ab, verlierst zunehmend an Um- und Vorsicht, Tunnelblick einzig und allein aufs vermeintliche Glück gerichtet.

Gerade als es greifbar scheint, versagen deine Beine, die letzten Kraftreserven sind verbraucht, von Krämpfen gebeutelt bleibst du auf der Strecke liegen. Musst es ziehen lassen, solange bis die Akkus wieder geladen sind. Beutelst dir den Staub von den Schultern,  stehst wieder auf und witterst deine Chance. Und die Jagd beginnt von vorne.

„Gehen wir ´nen Schritt zurück

Dann nur um Anlauf zu nehmen und zu springen

Lass uns am Besten in die Höhe fallen“