Bitte geh nicht.

Ignoriere das erste Klingeln des Weckers, ziehe seine Arme um eine Spur näher an meinen nackten Körper um sie festzuhalten. Sekunden später falle ich wieder in den Tiefschlaf.

Leider funktioniert die Taktik nur beim ersten Mal.

Beim zweiten Alarm löst er sich aus meiner Umklammerung und steht auf.

Ich hasse Wecker.

Wieso ist die Nacht schon wieder vorbei? Ich bin doch eben erst in Wien angekommen…

Noch wiegt die Müdigkeit mehr, als die Enttäuschung. Ich wünschte, er könnte bleiben.

Gespieltes Lächeln, als er mich zum Abschied küsst. Er soll nicht merken, dass ich mich Hals über Kopf in ihn verliebt habe. Bloß keine Emotionen zeigen, keinen Funken von Verwundbarkeit eingestehen. Reiß dich gefälligst zusammen.

Bitte geh nicht.

Drücke mein Gesicht ins Kissen, es riecht so gut. Nach ihm.  Er kommt noch mal zu mir, setzt sich aufs Bett und streichelt über meinen Kopf.

Bitte geh jetzt nicht weg.

„Es war schön mit dir.“

Schaffe es die Tränen solange zurück zu halten, bis er verschwindet und die Türe ins Schloss fällt.

 

 

 

 

Über Haare ohne Selbstbeherrschung

Wir amüsieren uns, auch wenn das Bier der Franzosen zum Kotzen ist; wahrscheinlich sind sie deshalb alle so scharf auf Champagner. Mister Marley Junior heißt in Wirklichkeit Jean; er hat den Körper eines Usain Bolts´ – definierte, starke Arme und einen ebensolchen Torso. Seine Dreads reichen bis unter die dunkelbraunen Nippel.  Außerdem ist er riesig, ich mag es, zu jemand aufsehen zu müssen.

Ich versuche unauffällig herauszubekommen, ob alles an ihm so groß ist, aber seine nicht allzu enge Boxershorts lässt leider keine Schätzung zu.

Yves bemerkt meinen fragenden Blick:

„Du bist unmöglich! Wie viel Selbstbeherrschung hast du schon verbraucht, um ihn nicht gleich an der Theke zu vernaschen?“

„Was ist Selbstbeherrschung?“

Minuten später finde ich mich selbst auf allen vieren in einem der Animationsräume wieder. Bedauerlicherweise, ist nicht alles so mächtig an Jean, wie sein Körperbau. Er scheint meine Enttäuschung zu bemerken:

„Don´t worry Babe. Will get bigger in a while.“

Na dann bin ich ja beruhigt. Wobei mir kleine Schwänze beim Lutschen eh lieber sind; da droht zumindest keine Erstickungsgefahr.

Yves umklammert mich an den Hüften, dringt mit einem einzigen Stoß ganz in mich ein, meine Erregungskurve schnellt genauso steil nach oben, wie der schwarze Kolben vor meinem Gesicht. Jean sollte Recht behalten, als ich daran zu saugen beginne, legt er noch mal einiges an Umfang zu.

Wär mein Mund nicht voll Schwanz, würde ich ihn fragen wollen, wo er den denn plötzlich her hat.

Die Beiden ficken mich an den Rand der Besinnungslosigkeit, innerhalb weniger Augenblicke, sind wir umringt von Zusehern. Neben uns taucht das attraktive Pärchen von vorhin auf, das das Schauspiel anscheinend auch sehr inspirierend findet.

Im Handumdrehen ist die Kleine ihr Höschen los und lässt sich unweit von uns flachgelegen. Ihren Lauten zufolge ist das Moritz Bleibtreu-Double, das sie in der Missionarsstellung durchrammelt, gut in dem, was er macht.

So romantisch. Könnt vielleicht irgendwer eine Kerze anzünden?

Ich hab leider keine Hand mehr frei. Mit einer stütze ich mich ab, während ich mit der freien einen der Zuseher bediene. Jeans Finger graben sich in meinen Hinterkopf, sachte packt er zu, schaltet einen Gang rauf. Wie einen Ping-Pong Ball spielen mich die drei hin und her, rhythmischer Höhenflug mit völligem Kontrollverlust.

Mein Kopf singt  „Jihaa!“, alles was ich noch sehen kann, ist Jeans Bauchnabel, alles was ich noch fühle ist ekstatisches Zittern.

Sacke benommen in starke Arme und frage mich welcher Trottel schon wieder in meine Haare gewichst hat.

 

 

 

 

 

Einsames Aufmerksamkeitsdefizit Syndrom………………… oder: Miss Verständnis auf der Suche nach Nähe

„Stinke nach Suff
Bin kaputt
Ist ‘n schönes Leben“

Kopf wummert, vermutlich ein Tumor. Hals fühlt sich geschwollen an, vermutlich vom Cola. Fotze ist wund, vermutlich wegen dem besoffenem Idiot, der ohne Gefühl, darauf rumgeritten ist. Augen sind ultralichtempfindlich, vermutlich wegen all den Drogen, die ich in mich reingestopft habe.

Herz ist völlig abgestumpft, vermutlich wegen all den Enttäuschungen, die ich zu ignorieren versuche. Nase rinnt ohne Ende, vermutlich der kolumbianische Diskoschnupfen, Narzismus fickt den Rest meines Hirns.
Brieftasche ist leer, vermutlich hatte ich jede Menge Spaß vergangene Nacht. Auto ist verschwunden, vermutlich irgendwo in der Stadt. Mein Bett wird verschwendet, vermutlich weil ich jede Nacht alleine darin schlafe. Selbstachtung ist futsch, schau so schnell kann’s gehen….

Panik wächst unaufhaltsam, eisenener GRIFF nimmt meine Kehle in Beschlag, drückt mir die Luft weg, nährt Todesangst, Sekunden bevor sie mir die Endlichkeit des eigenen Seins ins Bewusstsein ruft.

Ich bin so gottverdammt einsam….