Über grüne Grabsteine

Herr Doktor ist zu früh dran, ich fische einige Teile aus dem Kleiderschrank und stopfe sie in den Koffer. Hätte er mir von Anfang an gesagt, dass wir die Nacht in Graz verbringen, hätte ich nicht zugesagt, wie soll man in einer Stunde packen und sich fertig machen und einen Ofen rauchen und die Katze füttern und sich die Huhu rasieren und vergammeltes Essen aus dem Kühlschrank schmeißen?

Ich stehe am Rande einer posttraumatischen Belastungsstörung, als ich endlich im Wagen sitze. Herr Doktor stellt mir seinen Chauffeur vor, der riesige Mann hinter dem Lenkrad und ich lächeln uns an, ein high five später schaut Herr Doktor irritiert zu uns.

Woher wir uns kennen, will der Boss wissen. Thorsten weiß nicht recht, was er antworten soll. Wir seien alte Bekannte, die sich schon seit Jahren kennen. Herr Doktor hakt weiter nach, Thorsten lenkt den riesigen Wagen auf die Autobahn.  Ich raune von der Rückbank über die Schulter vom Boss, wir hätten vor einiger Zeit mal im selben Club gearbeitet. Ich an der Theke, er vor der Tür.

„An der Gabelung rechts halten“

Viel angenehmer als die monotone Navischnallen Stimme ist die darauffolgende Musik leider auch nicht. Deutscher Schlager und Kärntner Heimatlieder mit der damals noch nicht vom Himmel gefallenen Sonne Kärntens. Herr Doktor scheint in Partystimmung zu sein. Oder ein schwerst gestörter Mensch, mit einer Playlist aus Guantanamo. Waterboarding für die Ohren.

Herr Doktor sagt, er wäre in zwei Stunden fertig mit dem Geschäft. Thorsten solle mich hier wegbringen und wir sollen was essen gehen und ihn anschließend wieder abholen.

Ich erinnere mich vage, dass mich der Boss vor drei Stunden zum Abendessen eingeladen hat. Und jetzt schickt er mich mit seinem Fahrer los.

Muss man nicht verstehen.

Thorsten kennt die Stadt nicht, ich finde Google Maps nicht mehr, Herr Doktor geht ins Puff.

Ich beschimpfe das Handy, Thorsten parkt vor Hooters und fragt mich beim Aussteigen ob er hier überhaupt parken darf.  Nein, darf er nicht. Aber Handbremse anziehen hätte er schon dürfen.

Kralle mich an der Beifahrertüre fest um den Wagen zurückzuhalten. Er rollt trotzdem weiter. Mit mir an eben jener Türe hängend.

Ich schreie Handbremse, Thorsten dreht sich um und rennt, sämtliche Gäste des Restaurants starren gebannt durch die überdimensionale Glasfront zu uns. Stuntman mäßig hechtet mein Retter in den Fond, findet die Handbremse. Nur Parkplatz finden wir keinen.

Ich sage, scheiß auf den Laden hier, wir cruisen weiter.

Thorsten fragt wo er hinfahren soll, ich hab keine Ahnung und sage er soll nach links. Und da vorne nach rechts. Thorsten sagt, boah du kennst dich hier aber aus.

Ich sage da hinten leuchtet es grün, fahr dahin. Thorsten weiß nicht ob er dort parken darf, ich denke ist mir doch scheißegal und sage ja sicher, stell dich hier hin.  Thorsten steigt aus, die Handbremse vergisst er. Ich sage Thorsten, er sagt ist egal, geht ja nicht bergab.

Wir spazieren ins grün beleuchtete Viertel, freuen uns beide auf was Essbares.

Leider gibt’s bei der Bestattung nichts zu essen, außerdem haben die Freitaggnacht geschlossen.

„Du dachtest, das hier wäre ein Restaurant?“

Nein, ich wollte spontan einen Grabstein kaufen.

„Ja, ich hab geglaubt, das hier wäre das Gösserbräu, die leuchten doch auch grün?“

Der muskelbepackte Hühne in Bomberjacke starrt auf das Schild am Eingangstor, ich starre auf ihn, dann auch aufs Schild: „Bestattung Graz“. Wir lachen das Schild aus.  Besoffene Passanten lachen uns aus.

Ich schreie, was es da bitteschön so deppert zu Lachen gäbe. Wegen eurer scheiß farbenblinden arschficker Bestattung würde ich noch verhungern. Stellt´s doch gleich ein Stroboskop ins Schaufenster ihr behinderten steirischen Vollpfosten.

Thorsten lacht noch lauter. Die Angesoffenen sind längst verschwunden, ganz anders als meine Unterzuckerung.

Die verschwindet erst nach dem zweiten Gin Tonic, in der zweit tiefsten Spelunke der Stadt, zwei Straßen weiter.

Thorsten findet das Essen zum kotzen, ich sage dann sauf doch, er sagt er sei der Fahrer. Wieso er nicht im Navi ein Restaurant in der Nähe gesucht hätte. Thorsten sagt, weil er nicht wisse, wie das funktioniert mit dem Navi. Ob ich eh wisse, wo er geparkt hat.

Ich frage ihn, wie lange er schon der Chauffeur vom Doc ist. Thorsten sagt, schon seit Jahren. Ich bestelle den dritten Gin.

Wo er davor gearbeitet hat, frag ich ihn.

Thorsten sagt, bei der Bestattung.

Ich sage, halts Maul. Wir kichern wie psychisch beeinträchtigt. Die Kerle am Nebentisch starren uns an.

Sein letzter Boss habe ihn gefeuert, weil Thorsten verhaftet wurde. Die Kerle am Nebentisch starren einen Tick bohrender.

„Was ist damals passiert“, will ich von ihm wissen.

„Ich hätte sein Auto um parken sollen“, Thorstens Miene wird ernst

„Und dann hast den Parkplatz nicht mehr gefunden, stimmt’s?“

Thorsten sagt, halts Maul.

Der siebente Zwerg von Schneewittchen

Der Unbekannte aus dem Netz will also, dass ich mich als Chef Sekretärin in einem großen Konzern bewerbe und dabei die Reize einer Frau einsetze. In seiner letzten Mail verlangt er das Bewerbungsschreiben bis am Abend zu bekommen, natürlich an ihn adressiert.

Klingt ja mal nach einem spannenden Anfang für ein Blind Date und in null Komma nichts habe ich den Text fertig.

Sehr geehrter Herr Müller!

Wie ich ihrer Annonce in der Kleinen Zeitung entnehmen konnte, sind Sie auf der Suche nach einer Chefsekretärin. Hiermit bewerbe ich mich um diese offene Stelle.

Ich bin 29 Jahre alt, komme aus Wien und wäre natürlich bereit meinen Lebensmittelpunkt nach Wolfsburg zu verlegen. In meiner bisherigen Tätigkeit war ich für die Terminkoordination und den Schriftverkehr eines kleinen Familienbetriebs in der südlichen Steiermark tätig. Da ich keine Lust mehr habe, den Großteil des Arbeitstages kniend unter dem Schreibtisch des Chefs zu verbringen, und mit  sämtlichen Geschäftspartnern zu schlafen, sehe ich den Zeitpunkt für eine berufliche Veränderung gekommen. Ansonsten hätte ich ja gleich in der Pornoindustrie bleiben können.

Pünktlichkeit zählt leider nicht zu meinen Stärken, das mach ich aber mit meinem guten Aussehen wieder wett. Dafür sagt man mir Kommunikationsstärke, Loyalität und ausgezeichnete Umgangsformen nach.

Sollten Sie an einer Zusammenarbeit mit mir interessiert sein, so würde es mich sehr freuen von Ihnen zu hören.

Bis dahin verbleibe ich

Mit besten Grüßen

Maja Siffredi“                                      

 

Natürlich ist Herr Müller brennend an einer Zusammenarbeit mit mir interessiert, er antwortet kurz darauf mit einer Einladung zu einem Gespräch:

„Sehr geehrte Frau Siffredi,

Ich werde heute Abend ihr Ansprechpartner sein. Es geht um die offene Stelle einer persönlichen Assistentin und um Customer Relation. Unsere neue Abteilung heißt Hard and Pain. Ich freue mich Sie heute Abend begrüßen zu dürfen. Die genauen Daten teile ich ihnen noch mit.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Müller.“

 

Auf der Fahrt ins Hotel bemerke ich meine eigene Unaufgeregtheit,  erst als ich an der Zimmertüre klopfe, beschleunigt sich mein Puls ein wenig.

Herr Müller ist um die eins neunzig, seine Haare sind genauso schwarz wie seine stechenden Augen und der Maßanzug. Big Boss trägt Hugo Boss.

Nachdem er mir die Jacke abgenommen hat, bittet er mich Platz zu nehmen und ein wenig von meiner bisherigen beruflichen Laufbahn zu erzählen. Mit gespielter Ernsthaftigkeit tue ich das auch, fasle etwas von ausgezeichneten Office Kenntnissen und imaginären Ex-Arbeitgebern.

Während er mir zuhört, schaut er immer wieder auf den vor ihm aufgeklappten Laptop, was mich dazu provoziert meine Beine zu öffnen um ihn eine andere Perspektive auf meine Qualitäten zu liefern.

„Frau Siffredi, das klingt ja alles recht gut.  Mich würde jetzt allerdings noch interessieren, was sie bei ihrem letzten Vorgesetzten unter dem Schreibtisch zu suchen hatten.“

Lächelnd schiebe ich mein Kleid ein wenig weiter nach oben:

„Das ist leider ein Betriebsgeheimnis Herr Müller.“

Mit einem Mal erhebt er sich hinter dem Tisch, kommt auf mich zu, packt mich am Hinterkopf und zieht ihn in den Nacken. Ich bin gezwungen nach oben- und ihn somit anzusehen.

„Du dreckiges kleines Miststück sollst mir sagen was du dort gemacht hast.“

Seine Augen scheinen Feuer gefangen zu haben, sie lassen erahnen was mir heute Abend noch blüht, wenn ich ihn herausfordere, mir die Bedeutung von Dominanz zu demonstrieren.

„Ich habe seinen Schwanz gelutscht.“

Augenblicklich lässt er mich los und setzt sich wieder hin.

„Na dann wollen wir mal sehen, ob du das auch beherrscht.“

Unter dem dünnen Stoff seiner Hose zeichnet sich bereits eine gewaltige Wölbung ab, mir stockt der Atem als er auspackt und mich unter den Tisch dirigiert. Wie zum Teufel soll ich denn einen viertel Meter Schwanz in den Mund bekommen?

„Ihr Vater kommt also aus Afrika,  Herr Müller?“

Er scheuert mir eine.

„Du sollst blasen, nicht reden.“

Abgesehen davon, dass das Exemplar verdammt lang ist, ist es auch noch sehr dick. Warum muss ich gerade jetzt an den Hackbraten meiner Tante denken?  Ich versuche den Mörderschwanz so weit wie möglich in den Rachen zu schieben, würge mehrmals und ringe nach Luft. Insgeheim hoffe ich, ihn nicht in den Schritt kotzen zu müssen, als Herr Müller auf einmal seinen Griff um meinen Schädel lockert.

Ich krieche neben seinen heruntergelassenen Hosen hervor, richte mich auf und bleibe breitbeinig neben ihm stehen. Der Hackbraten ist längst aus meinen Gedanken verschwunden, der Riesenpenis hat ihn wohl rausgefickt. Wie eine läufige Hündin, nur noch aufs durchrammeln lassen fokussiert, ziehe ich mir den Slip vor ihn stehend aus, und beginne mich selbst zu streicheln.

Keine Sekunde später fange ich mir die nächste Ohrfeige, er schnappt meine Arme, zieht sie nach hinten und drückt mich aufs Bett. Noch bevor ich richtig mitbekomme was geschieht, legt er mir Ledermanschetten an, und fesselt mir die Arme.

Vor Lust winselnd flehe ich ihn an, mich durchzuvögeln. Die Vorfreude auf den Fick, heizt mir ordentlich ein. Herr Müller kniet auf meinem Oberkörper, grinst mich überlegen an:

„Na dann Mund auf.“

Er macht da weiter wo er vorhin aufgehört hatte, immer  tiefer taucht er die Spitze in meine Kehle.

„Du willst den ganzen Schwanz in deiner Fotze haben?“

Versuche ein „Ja“ mit vollem Mund zu röcheln, doch es gelingt mir nicht. Erst als er sich ganz aus mir zurückzieht, wird meine Antwort hörbar.

„Dann solltest ihn aber auch ganz in den Mund bekommen.“

„Fick mich bitte.“

Flehe ihn an, platze beinahe vor Erregung als er mich zu streicheln beginnt, schiebe  mein Becken immer weiter in seine Richtung.

„Fick mich bitte.“

„Hab ich nicht gesagt, du redest nur wenn du gefragt wirst?“

Herr Müller scheint sehr konsequent, legt mir einen Knebel an und dreht mich auf den Bauch, um mir anschließend auch noch den Hintern mit der Reitgerte zu versohlen. Aber erst nachdem er einen Plug in ihn geschoben hat. Mein Arsch brennt wie Feuer, während die Gegenseite vor Lust ausläuft und einen feuchten Fleck auf der Decke hinterlässt.

Wimmere in den Knebel und noch während ich still um Erlösung bitte schnauzt er mich an:

„Du kleines Dreckstück. Kannst es ja wirklich nicht erwarten, was? So eine Nutte  wie dich hätten sie früher angespuckt und aus der Stadt gejagt.“

Er hebt meine Hüften hoch, drückt mein Gesicht ins Kissen und seinen Schwanz von hinten in mich. Wie ein elektrischer Schlag jagt mir ein heißer Schauer über den Rücken, Mister Firmenchef füllt mich fast vollständig aus.  Würde ich keinen schwarzen Gummiball zwischen den Lippen haben, würde ich quicken wie ein Käfig voller Meerschweinchen auf XTC. Gott, was für ein Fick!

Mit Höchstgeschwindigkeit rase ich Richtung Orgasmus, bin nur mehr Millimeter davor entfernt, plötzlich drückt er seinen ganzen Körper auf meinen, hält mir die Nase zu und legt mir die Handfläche auf den geknebelten Mund.

Bekomme keine Luft mehr, und durch den Sauerstoffmangel knallt mir die Hitze noch schneller als sonst zwischen die nassen Schenkel. Ich explodiere wie Sprengstoff, schreie in seine gelockerte Hand, als mir die Luft zeitgleich mit dem Höhepunkt einschießt und mir einen der intensivsten Momente beschert.

Zittere am ganzen Körper, er stößt noch einige Male zu, habe keine Kraft mehr mich dagegen zu wehren, auch wenn ich es kaum noch aushalte. Doch sowohl das zuckende Riesending in mir und sein lauter werdendes Stöhnen lassen mich auf eine baldige Pause hoffen.

Keuchend rollt er sich auf die Seite, nimmt mir die Fesseln und den Knebel ab- und mich in den Arm.

Immer noch steht seine Latte senkrecht nach oben, die Spitze des Kondoms ist zum Bersten mit Sperma gefüllt und steht stramm.

„Der sieht ja aus wie der siebente Zwerg von Schneewittchen.“

Herr Müller grinst, soweit ich das in den Augenwinkeln erkennen kann.

„Na wenn er eh nur wie ein Zwerg aussieht, werden wir ihn bei der nächsten Runde bestimmt auch in dein kleineres Loch bekommen, meinst du nicht?“

Warum hab ich nicht einfach die Klappe gehalten?