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Wir kippen Tequila am Gendarmenmarkt, qualmen Zigarillos unterm Brandenburger Tor. Der Taxifahrer rast am Potsdamer vorbei mitten hinein in die frische Nacht, während Joel und ich auf der Rückbank Champagner trinkend die vorbeiziehende Stadt auf uns wirken lassen.
Wir halten an einer roten Ampel, Massen von Menschen die sich über den Zebrastreifen schieben. Ob hier immer so viel los ist, frag ich, während sich Joel eine Nase Koks genehmigt.
„Ja, viele junge Leute hier. Aber die Alten sagen, dass hier früher alles besser war.“, klärt mich der Fahrer auf.
„Ich glaube das ist nicht nur in Berlin so. Die jammern alle ihrer Glanzzeit hinterher, egal woher sie kommen – spätestens ab 40 trauern alle der guten alten Zeit nach.“
Der Wagen hält vor einem riesigen Hochhaus, das auf den ersten Blick wie ein Bürogebäude wirkt. Joel nimmt mich an der Hand.
Fröstelnd vor Aufregung tapse ich vorsichtig hinter ihm her, halte mich an seinen Schultern fest, als er an der einzigen Türklingel die unbeschriftet ist drückt….

Der Glatzkopf in Latexshorts der uns öffnet. Rotes Licht. Immer lauter werdende Beats. Champagner. Der nackte DJ am Pult. Eine schüchterne Asiatin die sich in die Arme ihres Liebsten flüchtet. Die abgehalfterte Blondine auf allen vieren. Champagner. Joel lacht. Ein fetter kleiner Kerl der sich einen von der Palme wedelt. Rote Ledersofas. Caipirinha. Ein anderer fetter Kerl steckt seinen Pimmel in den Mund vom Blondchen. Neben uns ein hochgewachsener Jüngling dessen Gesichts- und Geschlechtsteilausdruck auf pures Entsetzen schließen lässt.
Abends, halb elf in Deutschland.

Warm up

„All my life

I´ve been searching for some

Trouble shooting with love loaded guns“

 

Nach dem doch recht fordernden Warm up brauch ich dringend was zu trinken. Da Yves dreimal so lange zum Duschen, wie ein vollbesetzter Autobus mit „GermanysnextTopmodels“ braucht, mache ich mich alleine auf dem Weg zur Theke.

Mittlerweile ist der Laden gut gefüllt, zwar geistern nach wie vor mehr Kerle als Frauen herum, aber  das zum Großteil junge Publikum macht ziemlich was her. Das Pärchen neben mir am Tresen sieht zum Anbeißen aus; er hat einen Hauch von Moritz Bleibtreu in den Neunzigern. Sie ist keine fünfundzwanzig, erinnert mich an Kat Dennings.

Dunkelbraune Haare bis zu den Hüften, Augen so schwarz wie die Abgründe, die sich in mir bei dem Anblick auftun.

Apropos schwarz? Wo ist  denn der Rasta-Mensch  hin verschwunden?

Suchend lasse ich meinen Blick durch die Bar wandern, als ich plötzlich hinter mir was spüre, bevor  ich es einordnen kann, raunt mir ein „Bon Jour“ über die Schulter.

Volltreffer. Der Nachtisch. Schokolade.

„Hi“.

Er fragt mich, wo mein Freund sei. Ich antworte, ich hätte viele Freunde. Wir lachen. Ob ich mit ihm wohl Champagner trinken möchte. Wenn ich ehrlich bin, wär mir Bier lieber. Wir lachen.

Plötzlich lacht auch Yves.

 

 

 

 

 

Granate am Klo

Eigentlich wollt ich packen. Eigentlich wollt ich einen ruhigen Abend auf der Couch verbringen. Eigentlich wollt ich das Auto putzen. Eigentlich wollt ich meine Kräfte für morgen Abend schonen. Eigentlich…

Doch wieder mal macht mir mein Kater einen dicken fetten Strich durch die Rechnung.

Hysterisch maunzt er mich an, lässt sich nicht beruhigen, nicht mal durch die Drohung ich würde mir einen Rottweiler kaufen wenn er nicht auf der Stelle aufhört mich mit seinem Gequake in den Wahnsinn zu treiben.

„Wie oft am Tag brauchst du Futter? Dreiundzwanzig Mal? Du schaust eh schon aus als ob du bald explodieren würdest.“

Nein, es kümmert ihn einen feuchten Dreck, das Vieh ist genauso verfressen wie ich. Also gut, ich gebe mich geschlagen und mach mich auf den Weg um eine halbe tote Kuh zu kaufen. Das dürfte dann erstmal reichen, um übers Wochenende zu kommen.

Im Einkaufswagen türmen sich unzählige Packungen mit Fleisch, ich schieße um die Ecke um noch eine Flasche Rotwein zu suchen und krache gegen einen entgegenkommenden Kunden.

Den fliegt vor Schreck die Tiefkühlpizza aus den Händen, er wankt kurz, fängt sich aber recht schnell wieder.

„Also für eine Vegetarierin hast schon viele Tierleichen da drinnen“, grinsend zeigt er auf meinen Einkauf. Verstehe erst nicht, sehe ihn entgeistert an,  als ich bemerke wer da vor mir steht.

„Hey Manuel, was tust du in Kärnten?“

Fallen uns um den Hals, wir haben uns eine Ewigkeit nicht mehr gesehen und doch sieht er noch so aus, wie ich ihn in Erinnerung habe; ausdrucksstarke blaue Augen, seine gekräuselten kurzen Haare hat er mittlerweile an einer Seite des Kopfes abgeschoren, gepiercte Unterlippe und  beide Arme  voll mit bunten Tattoos. Zerschlissene Jeans verpacken einen süßen Hintern, sein schwarzes Sex Pistols Shirt ist genauso Punk wie er einmal war. Die Tatsache, dass wir beide kreative Freigeister sind, die sich nie in ein Schema pressen ließen, hat uns vor langer Zeit zu Freunden gemacht.

„Ich bin auf spontanem Heimaturlaub. Eben erst angekommen und gleich so eine angenehme Überraschung.“

„Ich sollte viel öfter mal jemand im Supermarkt umfahren. Das macht richtig Laune.“

„Ja dein Fahrstil war immer schon äußerst umwerfend.“

Schlendern zur Kasse und verabreden uns für den Abend in einer kleinen Bar, in der ein Kumpel von uns auflegt. Alte Freunde und Geschichten, elektronische Musik und ein lauer Sommerabend; das Leben ist schön. Nur noch schnell zurück nach Hause, meine Fressmaschine füttern, ratlos vor dem Kleiderschrank stehen und mich nach einer halben Stunde hin-und her überlegen für ein kurzes, dunkelblaues Kleid entscheiden. Meine Haare stehen chaotisch in alle Richtungen, ich lasse sie einfach so-passen gut zum Zustand in meinem Kopf.

Es hat eben zu dämmern begonnen als wir uns vor der Kneipe treffen,  der Bass ist bis vor die Tür spürbar und obwohl es noch vor Mitternacht ist gammeln schon einige Schnapsleichen vor der Türe herum.

Bahnen uns einen Weg durch die verrauchte Bar, die Tanzfläche ist gerammelt voll, genauso wie die Theke und zwei Stunden später auch wir beide.

Der Champagner fließt in Strömen, haben uns so viel zu erzählen, trinken, tanzen, lachen, feiern uns selbst.

Als ich nach meinem Glas greife, streife ich seinen Arm, ein kurzer Blick bevor er plötzlich aufsteht und ohne ein Wort zu sagen geht.

Ich hinterher, Manuel  dreht sich um, nimmt meine Hand und zieht mich in die Toilette.

Ein Betrunkener steht wankend am Waschbecken als wir nach einer freien Kabine Ausschau halten, dreckiges Lachen lässt seine Gedanken erahnen, als wir zu zweit in das einzige leere WC verschwinden.

Manuel  packt mich fest an den Titten, ich gehe vor ihm auf die Knie, packe das harte Ding aus und lasse es zwischen meinen Lippen verschwinden. Mit beiden Händen hält er meinen Kopf, sanft dirigiert  er den Rhythmus.

Lecke über die Spitze des dicken Teils, er zieht mich hoch, drückt mich gegen die Wand und schiebt mir den Rock nach oben.

Seine Finger fahren dorthin wo es richtig nass ist, verliere beinahe den Verstand als er den Schwanz ansetzt und mit einem Ruck in mich eindringt.

Schreie laut auf, immer heftiger fickt er mich, zwirbelt mir währenddessen die Nippel und zieht daran. Halte es nicht mehr aus, ächze, zucke, stöhne wie verrückt.

Er hält mir den Mund zu, doch als ich den warmen Strahl spüre, gibt es kein Zurück mehr.

Sekunden nachdem er mich vollgespritzt hat,  ist es auch bei mir soweit, zitternd erreiche ich den Höhepunkt und sacke benommen in seine Arme.

„Ich hatte fast schon vergessen, wie gut du das kannst“, keuche ich fassungslos, streichle über seine Arme als er mir zärtlich den Nacken küsst.

„Ja, ich bin einfach eine Granate im Klo. Und für die zweite Runde suchen wir jetzt nach Verstärkung, ich denke ein zweiter Schwanz könnte dir nicht schaden.“

Freunde sind großartig, die wissen wie man tickt.