#offline

Insgeheim bin ich froh darüber dass ich das Internet nicht mehr finde, zumindest komm ich so mal vor die Türe. Ich rufe ihn trotzdem an und frag ihn ob er es mit in den Urlaub genommen hat.
„Ganz toll, kein Netz, keinen Penis, kein Bier mehr. So behandelt man keine Frau du unsensibler Mistkerl.“
Lege auf, ignoriere seine darauffolgenden Anrufe. Wenn ich ihm das durchgehen lasse, glaubt er es sei normal mich hier ohne die essentiellen Dinge zurück zu lassen. Ich klau sein ganzes Klopapier, stopf meine Tasche voll damit, will zurück in meine Wohnung. Soll er mal selbst spüren wie das ist wenn einem was fehlt.
Vorsichtshalber versteck ich auch sämtliche Küchenrollen und Taschentücher. Der wird sich freuen wenn er Sonntagnacht nach Hause kommt und mit runtergelassener Hose nach seinem Klopapier sucht.
Auge um Auge.
Siegessicher suche ich das Weite, scheitere aber an der verschlossenen Tür. WO ist denn der Schlüssel hin? Vor lauter Klopapier finde ich nichts in der Tasche. Der muss doch irgendwo sein?
Suche wie verrückt, doch weder im Kühlschrank noch in der Waschmaschine werde ich fündig. Verfluche Gott und die Welt außerdem geht mir das ständige Klingeln auf den Geist. Wo zum Teufel schalt ich bei dem Gerät den Klingelton aus?
Mein Blutdruck fühlt sich zu hoch an, ich muss Dampf ablassen ansonsten werd ich hier zum Nazi.
Ich schreie die Katze an, entschuldige mich drei Sekunden später wieder bei ihr. Wieder dieses nervige Klingeln, jetzt reicht’s.
„Bist du bescheuert? Hör endlich auf ständig anzurufen und schick einfach ne WhatsApp“, kreische ich ihn an.
„Ohne Internet wirst die kaum kriegen Babe“, sein entspannter Tonfall ärgert mich noch mehr als die Tatsache hier fest zu sitzen.
Er sagt ich soll mich beruhigen, Offline ist der neue Luxus.
„Bist du auf Drogen? Und wo zum Teufel ist mein Schlüssel?“
„Ach ja den hab ich eingesteckt. Sorry Schätzchen.“
Ich sage er soll sofort umdrehen und zurückkommen.
„Ich bin schon in Bologna.“
Und ich am Arsch der Welt, dreh um!
„Ich schick dir ein Taxi, wir sehen uns morgen.“
Klettere durch das Schlafzimmerfenster nach draußen, und lasse mich nach Hause kutschieren. Dort angekommen versuche ich über den Balkon in meine Wohnung einzubrechen, verliere das Gleichgewicht als ich über das Geländer hechten will, knalle mit dem Kopf voraus auf den Fließen Boden. Was für n Scheiß Tag, ich schwöre das zahl ich dem Mistkerl irgendwann heim. Robbe unter der geöffneten Jalousie nach drinnen, zum Glück reicht der schmale Spalt um mich durch zu quetschen. Berufseinbrecher müssen sicher ebenso auf ihr Gewicht achten wie die Hungerhaken bei GNTM. Ob die auch Bulimie kriegen?
Wieso steht das Taxi immer noch vor dem Haus? Filmt mich der Kerl etwa?
Freue mich zuhause zu sein, fahr den Rechner hoch und schalt die Stereoanlage ein. Doch weder das eine noch das andere Gerät tut was es soll. Überlege woran es liegen könnte, hol mir ein Bier aus der Küche. Wieso ist denn die Blörre so warm?
Verdammt! Die Stromrechnung! Die haben mich wirklich abgedreht?!
Knalle das Heineken gegen die Wand, es regnet grüne Glassplitter. So eine verfluchte Scheiße, was mach ich denn jetzt bloß? Und wo kommen die Cops vor meiner Türe plötzlich her?
„Öffnen sie die Türe, wir können Sie hören!“
Was wollen die denn hier? Die offene Stromrechnung eintreiben?
„Worum geht´s denn? Es passt mir grade nicht.“, versuche ich sie abzuwimmeln.
„Wir haben einen Anruf erhalten, dass jemand hier eingebrochen ist. Öffnen sie die Tür“
Scheiß verfickter Taxifahrer, das warst sicher du.
„Ich kann ihnen nicht öffnen, könnten sie bitte über den Balkon kommen?“
Über sein Funkgerät fordert der jüngere der Beiden Verstärkung an, während ich mich frage ob offline eigentlich immer so viel los ist.

#untenohne

Nachdem ich seine Unterhosen die er bei mir liegen gelassen hat,im Netz an irgendwelche Perversen aus China verkauft habe, fühl ich mich besser. Soll er halt den ganzen Tag eierschaukelnd herumlaufen, wenn er glaubt mir nicht zu zu hören. Das lass ich mir sicher nicht gefallen. Was kann ich dafür, dass er ein Unterhosenproblem hat? Unsensibler Idiot.
Wenn er schon eine Staatsaffäre daraus macht, dann sorge ich dafür, dass es eine wird. Drama kann ich auch. Mit dem flüchtigen Hinweis dass ich seine depperten Popowärmer nach Asien vertschechert hab beende ich das Telefonat, ohne ihn ein einziges Mal zu Wort kommen zu lassen.
Rache kann so wunderbar befreiend sein, wenn auch moralisch nicht ganz okay – aber sein wir uns mal ehrlich – es ist wie mit Fremdficken oder Steuerhinterziehung – jeder schimpft darüber – aber jeder macht es.
So, jetzt ignoriere ich den Mistkerl erstmal, damit er weiß wie ernst mir das ist. Meine Probleme sind schließlich viel wichtiger, so ein Egoist aber auch. Ich überlege ob ich nicht Schluss machen sollte, tippe ich die Unhappy-End-Message ins Handy: „Das war’s du ichfixierter, egomanischer Unterhosennazi. Ich hab auch Gefühle du Arschloch. Ich will dich nie wieder sehen. Habe meinen Job gekündigt, die Wohnung auch und verschwinde ins Ausland. Nach CHINA!!!! Für immer. Du eiskalter Gefühlskrüppel. Fick dich.“
Damit er weiß, dass ich es Ernst meine schicke ich noch ein Foto der Chinesischen Mauer hinterher, und eins eines Werbeprospektes vom KIK – kauf 3 zahl 2 – Herrenslips für 5,99. Anschließend sperre ich ihn auf WhatsApp. Diesmal ist es mir ernst – zumindest das mit mit meinen Gefühlen und KIK.
„Aber er hat doch auch Gefühle? Vielleicht wird Penissen beim rumschaukeln schwindelig?“
Der Stimme im Kopf zufolge, wirken die Tabletten langsam. Ich entsperre ihn wieder und schreib Entschuldigung, das müssen die Nebenwirkungen vom den Pillen sein.
Er: Welche Tabletten hast du geschluckt?
Ich: „Vitamin B für die Nerven. Nachtkerzen öl wegen PMS. Magnesium gegen Wadenkrämpfe, Johanniskraut wegen der Herbstdepression, Schwarzkümmelöl wegen der Zecken, Birkenblättertee wegen dem Entgiften und zwei Valium. Sonst nichts! Ich versteh das nicht? Vielleicht ist das eine psychische Überreaktion?
Er: Du bist eine wandelnde Überreaktion mit einem Nahrungsergänzungsmittel Problem!
Ich :Und du hast schaukelnde Genitalien.
Er: Alles gute für deine Zukunft. Ich bring dir deinen Wohnungsschlüssel und deinen restlichen Kram Abend vorbei, das wars endgültig. Es ist aus zwischen uns.
Mir scheint, dass auch er unter PMS leidet. Der Arme braucht Hilfe. Ich löse fünf der Beruhigungspillen in Wodka auf, vorsichtshalber schütte ich auch noch flüssiges Viagra hinein – das kann bei den Downern mit Hochprozentigen sicher nicht schaden? Bisschen ein Ausgleich für den Fall dass es ihn umhaut, seinen kleinen Prinzen sicher nicht! Unterhaltungstechnische Planung ist das A und O um jemand ohne Zustimmung zu sedieren. Aber ich mach das nur zu seinem Besten. Als Zeichen meiner Kompetenz stopf ich noch Vitaminbrause in den Inkognito-Friedensangebotcocktail – wenn er das trinkt geht’s ihm sicher bald besser. Ich bin ja plötzlich auch wieder okay!

Soweit die Theorie.

Als ich mit dem getunten Versöhnungsschnaps vor seiner Türe stehe, wirkt er irgendwie nicht in Partystimmung. Vielleicht weil ich die Hälfte schon auf der Fahrt getrunken habe? Ist irgendwie unhöflich mit ner halb vollen auf Versöhnungssex vorbeizuschauen. Vielleicht liegts aber auch an der Uhrzeit. Ich glaube er trinkt für gewöhnlich nicht am Vormittag.
Was da in der Flasche ist, fährt er mich an.
Wodka, erklär ich. Der wäre schließlich kalorienarm.
Ob ich mir selbst Drogen in den Schnaps geschmissen habe, fragt er als er mir die Flasche aus der Hand reissst, und auf die nicht aufgelösten Pillenkrümel deutet und mich darauf aufmerkam macht das original Absolut nicht grün schimmert.
„Vielleicht ist er schlecht? Probier ihn du mal?“
Er schlingt seine Arme um meine Taille als ich das Gleichgewicht verliere und wie ein nasser Sack über die Treppe stolpere, hält mich im letzten Moment fest und zieht mcih an sich:
„Soso Schätzchen. Nach China? Mit drei Euro fünfzehn wird’s schwierig werden eine passende Verbindung zu finden? Und mit einer Überdosis sowieso.“ , höre ich ihn noch sagen
Verdammt er hat das Spiel durchschaut.

#Sozialdemokratieuntenohne

Schon als das verflixte Teil summt, ahne ich dass es nichts Gutes verheißen wird. Mein Gefühl täuscht keineswegs – die Push Message aufm Display schreit mich förmlich an: „SPÖ Chef Christian Kern überraschend zurück getreten“
Na Bumm.
Ich fühle mich wieder wie ein feuchtträumender Teenager bei der Nachricht, dass Robbie Williams Take That verlassen wird – zu Tode betrübt. Wünsche mir, dass alles nur Fake News wären; außerdem will ich mein altes Nokia 9210 zurück. Damit wurde man zumindest nicht in Echt-Zeit mit solchen Hiobsbotschaften konfrontiert. Es reicht doch auch, wenn man es am nächsten Morgen in der Zeitung erfährt, oder?
Einmal pro Tag mit allem Müll beschäftigen, nicht alle fünfzehn Minuten irgendeine Scheiße aufm Smartphone.
Wieso muss die geile Schnitte jetzt einen Rückzieher machen??? Er wäre die Idealbesetzung für Mister Grey gewesen, zumindest in meinem Kopf Kino.
„Mister EX-SPÖ Boss du bist so schön an zu sehen gewesen, wieso tust du mir das an??? Lass mich nicht mit Heinz – Christian – Sebastian alleine zurück. Ich flehe dich an!!!“, beginne ich die Zeilen meines Abschiedsbriefs. Ich will nicht mehr weiterleben. Nicht so.
Vorsichtshalber ruf ich tränenerstickt aber dann bei Mister Lover Lover an, vielleicht bringt er mich davon ab, als Jungfrau sterben zu müssen. Leider klingt er auch nicht viel besser als ich – viel weniger Schulter zum Anlehnen als viel mehr Tritt in den Arsch, glaube ich in seinem Unterton herauszuhören.
Meine Ohren liegen richtig, nach einem abgehackt-überkühltem „Hallo“ kommt er ziemlich fix auf den Punkt. Ich solle endlich mit seinen Unterhosen rausrücken, er könne nicht ständig ohne oder in meinen Tangas rumrennen, entweder zu viel Schaukeln oder abgeklemmte Blutgefäße.
Glaubt der Spinner tatsächlich, seine Unterhosen wären wichtiger als meine geplatzte Parlaments-Groupie-Fickfantasie?

#Exzentrischgestörte

Mein PMS läuft Amok, sein Dachschaden leider zur selben Zeit. Ich koche vor Wut, beende die Beziehung zum dritten Mal am heutigen Tag und ziehe bei ihm aus.
Genauer gesagt werde ich ausgezogen – leider nicht im angenehmeren Sinn. Ich gebe ihm den Haustürschlüssel wieder zurück, er drückt mir ein Plastiksackerl mit meinen Kram in die Hand – auch wenn sich die Dramatik der Geste nach der dreihundersten Trennung in den letzten zwei Wochen abgenützt hat.
Ich sage, bitte das kann’s ja wohl nicht schon wieder sein. Er sagt, doch. Bis auf den Bunsenbrenner ist alles da drin. Ui der Bunsenbrenner, denke ich. Wenn er den ins Spiel bringt, macht er Ernst. Dann dauert es mindestens 48 Stunden bis zum Versöhnungssex. 60 Stunden wenn die Zahnbürste auch dabei ist…..Und danach bin ich so wundgerubbelt, dass ich mir schwöre sein Ding mit Teflon beschichten zu lassen, nach einem Anti-Viagra zu suchen und lesbisch zu werden, ich wette die sind tendenziell seltener wund als reinrassig heterosexuelle Frauen. Muss ich mal googeln.
Gleich nachdem ich mit Drama fertig hab. Erstmal töte ich das fünfte Samsung in dem Jahr, indem ich es gegen die Wand schleudere. Doch das Scheißding lässt sich nicht abmurksen, kaum prallt es auf den Boden, beginnt das nerv tötende Klingeln. Leider ist der Display im Arsch, keinen blassen Schimmer wie ich das Scheißteil abstelle. Genervt reiße ich die Balkontür auf, schleudere das Ding haarscharf an einem unerwartet auftauchenden Radfahrer vorbei, mitten rein in Nachbars Hecke und lasse mich auf den Boden fallen. Hätt der Kerl aufm Rad nicht so vertieft auf sein Handy gestarrt, hätte er sich sicher erschreckt – Gott weiß wie schlimm das ausgehen kann. Zum Glück gibt´s WhatsApp, da ist man geschützt vor den Tücken der Realität – solang der WLAN Empfang passt.
Du kannst mich nicht abmontieren, nur weil ich ein schlechtes Vorbild und ein äußerst fragwürdiger Umgang sei. Nein, meint er. Ich sei nicht fragwürdig sondern gestört.
Ja, du Depp – weil ich kein Geld habe. Ansonsten wär ich Exzentrikerin, keine Durchgeknallte. Er soll sofort den Bunsenbrenner holen. Er sagt ich soll was Fickbares organisieren, es wäre langsam mal an der Zeit mich zurück auf den Boden der Realität zu holen.
Er glaubt zwei Penisse wären die Realität. Ich klopfe mir selbst auf die Schulter, während ich den Rechner hochfahre…

Romantikbehindert

Am Freitag sind wir fest entschlossen ein neues Leben zu beginnen. Motivierter als Sebastian in der Flüchtlingsfrage schwören wir allem ab, was der liebe Gott, bzw. der Gesetzgeber verboten hat.
Tatsächlich hält der Vorsatz ganze zwölf Stunden lang – solange bis wir beide das Gefühl haben, etwas zu vermissen – den Brechreiz und die Kopfschmerzen zum Beispiel. Jeder Mensch braucht schließlich eine Konstante im Leben. Ein Hoch auf die Konditionierung.
Pawlow, du blöder Wichser.
Ohne dich, würd ich längst Lamborghini fahren und ein Feriendomizil in St. Tropez mein Eigen nennen, anstatt das Bruttosozialprodukt Kolumbiens aufzubessern. Arschloch.
Seine Augen schwärzer als der Himmel über uns, sein Schwanz mindestens so hart wie die vergangenen Tage. Mit dem einzigen Unterschied, dass mich seine Erektion glücklich macht – Sinnkrisen eher nicht. Er setzt das Ding engagierter ein, als Luka Modric sein Talent auf dem Fußballplatz – ich frage mich insgeheim ob Mister Überdrüberpotent was ausgefressen hat. Es fühlt sich an, als würde er mich um Vergebung penetrieren.
Er sagt, dass er mich liebt. Ich will wissen, ob er die Fußpflegerin gefickt hat.
Für einen Moment hält er inne, streift mit seinem Blick umher, ehe er meinen Slip vom Nachtisch fixiert. Noch ehe ich sage er solle gefälligst weiterficken, stopft er das Teil in meinen Mund. Ich solle gefälligst die Schnauze halten, ich romantikbehindertes Fickstück.

Wo ist Robert?

Er zickt herum, weil ich seit Tagen nicht nach Hause gekommen bin und gott-weiß-was mit gott-weiß-wem getrieben habe. Dieses Mal lässt er sich weder durch Wodka noch durch engagierten Oralverkehr aufheitern. Viel mehr fällt mir in dem Moment leider auch nicht ein. Außer, dass Angriff die beste Verteidigung ist:
„Du musst mit mir reden, sonst ist nämlich keiner da“, fauche ich in seine Richtung.
Seine linke Augenbraue zieht nach oben, er legt den hübschen Kopf schief und winkt mitten ins Leere Wohnzimmer: „Wieso? Kannst du sie nicht sehen? Hallo Robert!“
Vorsichtshalber checke ich erst meinen LSD-Vorrat, dann seine Körpertemperatur. Beides scheint im Lot zu sein, er verarscht mich also. Da ist gar kein Robert.
„Sehr witzig du Kasperl“, flüstere ich in sein Ohr, während ich es lang ziehe. Soll er ruhig wie ein asymmetrischer Osterhase ausschauen, wenn er glaubt lustig sein zu müssen. Das verkraftet mein Ego nicht.
Seine Hand krallt sich fest um meine Handgelenke, zieht sie nach unten, packt sie auf seinen Hintern. Küsst mich leidenschaftlicher als Romeo seine Julia. Kann mir die Frage wofür der jetzt war nicht verkneifen.
Statt dem insgeheim erhofften „weil ich dich liebe“ sagt er, dass ich einen Schuss hab.
Ich sage danke, das hat Mama auch immer behauptet.

Liebes Doktor Sommer Team, ich habe ein Problem….

Selbstverständlich lieb ich dich.
Fest umklammern seine Finger meinen Hals, drücken mir die Luft ab
Du kleines, geiles Dummerchen
Punktgenau erwischt der Rohrstock die Innenseite meiner Oberschenkel
Weißt du nicht, dass du mir gehörst?
Antwort unmöglich – Mund voll mit Schwanz
Schluck ihn ganz tief, du Miststück
Erbreche in seinen Schritt
Ich sagte tiefer, na los
Winsle um Gnade
Wer nicht hören kann, muss fühlen
Ohrgefeigtes Häufchen Fickfleisch kapituliert
Sein Grunzen schreit Genugtuung
Gebrochen hat er mich am liebsten

Masturbations Flüchtling vs. Borderliner

Erst als sämtliche Vorräte weggeballert- und alles an Bier weggesoffen ist, wandern wir Richtung Schlafzimmer. Betäubte Körper fallen ins Bett, lauter als der Ford Mustang meines Nachbarn dröhnt mir der Schädel. Heilige Scheiße, jetzt bin ich schon vorm Aufwachen verkatert.
Zumindest bin ich in der glücklichen Lage, nicht in zwei Stunden wieder aufzustehen – im Gegensatz zu ihm. So leise wie möglich schiebe ich meine Hand zwischen die Beine, zutiefst hoffend ein wenig Schlaf-gut-Masturbation hilft gegen die Nebenwirkungen der Multi Intoxikation vergangener Tage. Das tut sie tatsächlich, ganze zwei Minuten lang. Plötzlich schleudert er seine Decke auf den Boden, erschrecke so heftig, dass ich mir beim fluchtartigen Rausziehen aus der Huhu den Finger stauche.
Was zum Teufel ist denn jetzt los?
Hastig packt er seinen Kram zusammen, streift sich ein Shirt über den nackten Oberkörper: „Ich bin ohnehin nur Luft für dich, wieso spielst du heimlich an dir rum? Was glaubst du, wie ich mir da vorkomme? Ich verschwinde. Bin dir sowieso egal“ , schneller als Speedy Gonzales stürmt er aus der Wohnung.
Das ist neu für mich – noch nie zuvor ist ein Mann davongerannt, weil ich mir meinen Finger in die Muschi geschoben hab. Gott, hat der einen Knall. Dachte immer, niemand ist so beknackt wie ich.
Der Mann in den ich mich verschossen hab würde mir meine Hände aus dem Schoß ziehen, mich eine verfickte Schlampe nennen, mich auf den Rücken drehen, gnadenlos durchficken, seine Hand auf meinem Mund drücken um mir die Luft abzuschnüren.
Ich erkenne ihn nicht wieder, als er zickender als ein menstruierendes, unbefriedigtes Frauenrudel die Flucht ergreift. Unfassbar, was übermäßiger Substanzkonsum aus uns macht. Vom dominanten Mann zum von Selbstzweifel zerfressenden Jungen. Unbegreiflich wie weit Selbst- und Fremdeinschätzung voneinander entfernt liegen. Unpackbar mit welcher Geschwindigkeit der Traum meiner schlaflosen Nächte zu einer tickenden Zeitbombe mit Minderwertigkeitskomplex mutiert. Schalter umgelegt, danke du gottverdammtes Teufelszeug. Wurde Zeit, dass mir mal der Spiegel vorgehalten wird.
Geh doch.
Ich will mehr davon.

Social Media schafft Asoziale

Kontostand gleicht dem Endorphin Speicher, beide tümpeln zwischen unter aller Sau und Null komma Josef.  Work hard-play hard-die hard…

Das Finanzamt fickt mich härter, als ein rückfälliger Sexualstraftäter auf Hafturlaub. Flüchtiger Blick auf den Schreibtisch bestätigt meinen Verdacht – ich bin völlig am Sand. Wie zum Teufel soll ich all die Rechnungen bezahlen? Wo zum Henker ist mein ganzes Bargeld geblieben?

Mein Kokaindealer sagt, dreihundert Euro bitte. Er könne sich das Dilemma mit meinen Finanzen auch nicht erklären. Ich suche weiter nach Antworten mitten im Schneesturm; Pupillen so groß wie das Ego des Kerls den ich liebe.

Fragile-Vorzeige-Masochistin erliegt dem Charme eines Bilderbuch-Narzissten. Selbsthass trifft auf Selbstverherrlichung – bedingungslose Hingabe zum Preis der eigenen Zerstörung?

Ob die Titten von dem Blondchen wohl echt sind? Ansehnlich sind sie auf alle Fälle. Leo sagt, leck sie. Ihre Fotze schmeckt nach Sperma, ficke sie mit zwei Fingern bis sie wimmernd zu zucken beginnt und mein Hintern plötzlich nach oben gezerrt wird. Für einen Moment steht die Zeit still, kann nicht sehen wessen Schwanz in mir steckt – es fühlt sich gut an. Leo sagt, knall das Miststück. Er klatscht auf meine baumelnden Brüste.

Ob ich das auf Facebook posten kann? Hashtag Rudelficken? Hashtag  Sexclub? Hashtag Wodkatonic?

Blondie kommt gewaltig zum Höhepunkt, wie ein Tsunami flutet sie die Spielwiese, kurz darauf ist ihr Geschlechtsteil aus meinem Blickfeld verschwunden. Stattdessen taucht ein Penis vor mir auf. Gott sei Dank – mein Kiefer ist eindeutig zum Lutschen gebaut, nicht zum lecken.

Blase das unbekannte Ding hoch, ob er jetzt wohl an mich denkt? Kann das wirklich Liebe sein? Mister Wachgelutscht zieht sich aus mir zurück, vertraut streichelt seine Hand über Blondies Schulter, zieht sie an sich, küsst ihre Stirn.  Ich vermisse ihn so sehr. Vielleicht vögelt er gerade eine andere? Vielleicht bin ich ihm scheißegal?

Fingerspitzen tasten über meine Schenkel, fordernd drücken sie sich in mich. Ich winde mich gekonnter als Karl Heinz Grasser vor Gericht, mein Arsch gehört nur einem Mann. Ob er wohl mehr in mir sieht als die Bumsmaus die keine Tabus kennt?

Leo will wissen, ob ich in Ordnung bin, während er mir seine Eier in den Mund stopft. Röchle ein „okay“, er wichst mir in die Haare. Ich lache. Er flüstert: „lachen verboten“

Ach ja. Gruppensex ist todernst.

Kichere erst an der Theke weiter, hier wird doch nur gesoffen, nicht gebumst. Das dicktittige Ding hinter dem Tresen bringt die nächste Runde. Sie will meine Möse sehen. Leo schiebt meinen Slip zur Seite, frage ihn ob er ein Selfie mit dem Teil haben will.

Hashtag Instapussy.

Social Media schafft Asoziale.

Wie gern würde ich ihn jetzt spüren?

Leos Arme schlingen sich um meine Brüste, die Tussi mit dem Bier sinkt vor dem Barhocker auf die Knie, landet punktgenau vor meinem Schritt, versenkt ihre Zunge darin.

Das nenne ich mal aufmerksamen Service. Wobei ich nicht weiß, ob das Prostitution ist, wenn einen die Kellnerin oral befriedigt. Immerhin bekommt sie dafür bezahlt.

Schließe die Augen, konzentriere mich auf ihren Rhythmus.

Hat er mich nur benutzt? Werden sie ihn wirklich einsperren? Weiß er überhaupt was Liebe bedeutet? Wieso bringt er mich in solche Schwierigkeiten? Wo liegt die Grenze zwischen Loyalität und Dummheit?

Ist es möglich eine stabile Basis für zwei instabile Chaoten zu schaffen? Sie zu erhalten?

Kollateralschaden oder Selbstaufgabe?

Wessen Höschen hab ich zwischen den Lippen?