#präventivepsychohygiene

Da die Sache mit meiner geplanten Abstinenz genauso super funktioniert, wie mein verfickter-Drecks-Geschirrspüler beherzige ich den Rat aus dem Internet – erstmal tief durchatmen. Der Gestank aus dem defekten Gerät zwingt mich nach einem Hundertstel Atemzug allerdings zur oralen Luftzufuhr- was mich wiederrum so aufregt, dass ich ein weiteres Mal gegen den Krempel schlage und mir dabei die Faust verrenke.
Anschließend schrei ich auch noch den Rechner an, wieso zum Teufel sagt der, mit bisschen Luft holen ist alles super? Arschlochtechnik, atme doch selbst mal tief durch. Wutentbrannt schleudere ich den Laptop in den versifften No-Name-Tellerwäscher und schlage mit der angeknacksten Hand noch mal dagegen – kaum springt die Türe in die Verankerung beginnt das Teil tatsächlich zu waschen. Hätte ich gewusst, wie einfach das ist, hätt ich schon viel eher einen Computer reingedroschen.
Nach der ganzen Aufregung brauch ich was für die Nerven – die beste aller Verlegerinnen hat mir Gott sei Dank Wodka geschenkt. Ich verspreche mir und meiner Leber, den Ramadan auf 2020 zu verlegen, während ich mir die Kaffeetasse voller Stolichnaja fülle und meine Mails übers Handy checke, da das andere Internetgerät gerade ertränkt wird.
Komischerweise entdecke ich eine Nachricht, die von meinem eigenen Account gesendet wurde. Als ich sie fertig gelesen habe, atme ich so tief durch, wie ich kann. Außerdem zähle ich dabei bis hundert um mich zu beruhigen. Bei hundertundeins knallt das Samsung gegen den Schnaps – Gott hat anscheinend Mitleid und lässt beide überleben.
„Was zum Teufel ist denn bei dir los?“, erkundigt sich Mister L., der so unerwartet wie die soeben erhaltene Erpressermail hereinschneit.
„Was zum Teufel willst du hier? Ich hab so schon genug Ärger, lass mich einfach in Ruhe.“, versuche ich ihn abzuwimmeln.
Er versteht kein Wort von dem was sage, die Bumsgeräusche der zwei Elektrogeräte übertönen sogar mein hysterisches Gekeife. Ratlos mustert er mich, mit schüttelndem Kopf öffnet er den Geschirrspüler.
„Was zum Teufel….?“
Ich kralle nach der Flasche Wodka, er fasst sich an den Kopf.
„Kein Geld mehr fürs Antiviren-Programm, oder wieso wäscht deinen PC zusammen mit dem Spaghetti Sieb? erkundigt er sich.
„Weil du sexuell und emotional untauglich bist.“
Wie kann der Kerl bloß so begriffsstutzig sein? Wie kann man mit so einem Spatzenhirn überhaupt lebensfähig sein?
„Und du Irre schießt dich am Vormittag komplett ab, randalierst deine Bude zu Tode und fickst mein Hirn zu Brei.“
Als ob das Rechtfertigung genug wäre, scrolle ich am Display des Handys nach unten, um ihn die Mail zu zeigen.
„Hallo!
Wie Sie vielleicht bemerkt haben, habe ich Ihnen eine E-Mail von Ihrem Konto aus gesendet.
Dies bedeutet, dass ich vollen Zugriff auf Ihr Konto habe.
Ich habe dich jetzt seit ein paar Monaten beobachtet.
Tatsache ist, dass Sie über eine von Ihnen besuchte Website für Erwachsene mit Malware infiziert wurden.
Wenn Sie damit nicht vertraut sind, erkläre ich es Ihnen.
Der Trojaner-Virus ermöglicht mir den vollständigen Zugriff und die Kontrolle über einen Computer oder ein anderes Gerät.
Das heißt, ich kann alles auf Ihrem Bildschirm sehen, Kamera und Mikrofon einschalten, aber Sie wissen nichts davon.
Ich habe auch Zugriff auf alle Ihre Kontakte und Ihre Korrespondenz.
Warum hat Ihr Antivirus keine Malware entdeckt?
Antwort: Meine Malware verwendet den Treiber.
Ich aktualisiere alle vier Stunden die Signaturen, damit Ihr Antivirus nicht verwendet wird.
Ich habe ein Video gemacht, das zeigt, wie du befriedigst dich… in der linken Hälfte des Bildschirms zufriedenstellen,
und in der rechten Hälfte sehen Sie das Video, das Sie angesehen haben.
Mit einem Mausklick kann ich dieses Video an alle Ihre E-Mails und Kontakte in sozialen Netzwerken senden.
Ich kann auch Zugriff auf alle Ihre E-Mail-Korrespondenz und Messenger, die Sie verwenden, posten.
Wenn Sie dies verhindern möchten, übertragen Sie den Betrag von 337€ an meine Bitcoin-Adresse
(wenn Sie nicht wissen, wie Sie dies tun sollen, schreiben Sie an Google: „Buy Bitcoin“).
Meine Bitcoin-Adresse (BTC Wallet) lautet: 1G1qFoadiDxa7zTvppSMJhJi63tNUL3cy7
Nach Zahlungseingang lösche ich das Video und Sie werden mich nie wieder hören.
Ich gebe dir 48 Stunden, um zu bezahlen.
Ich erhalte eine Benachrichtigung, dass Sie diesen Brief gelesen haben, und der Timer funktioniert, wenn Sie diesen Brief sehen.

Eine Beschwerde irgendwo einzureichen ist nicht sinnvoll, da diese E-Mail nicht wie meine Bitcoin-Adresse verfolgt werden kann.
Ich mache keine Fehler.
Wenn ich es herausfinde, dass Sie diese Nachricht mit einer anderen Person geteilt haben, wird das Video sofort verteilt.
Schöne Grüße!“

Mister L.´s Tonfall wird um eine Nuance sanfter, als er fertig gelesen hat und seinen Blick wieder mir zuwendet:
„Und warum bin ich an allem schuld?“
Dreimal bis zum Anschlag Luft in die Lungen pumpen, versuchen die Selbstbeherrschung zu finden.
„Hättest du Idiot mich anständig penetriert, müsste ich nicht ständig Online-Pornos schauen. Dann hätt ich mir auch keinen Virus beim Wichsen eingefangen, sondern maximal eine aufgeribbelte Playstation. Wundgescheuerte Schamlippen erpressen niemand. Und wenn du meinen Geschirrspüler repariert hättest, dann würde mein Rechner noch leben. Es ist alles deine Schuld -ist das so schwer zu begreifen?“
Sein verständnisvolles Nicken will nicht so ganz zu dem unterdrücktem Grinsen passen, das einfach nicht aus seinem Gesicht verschwinden will.
„Du bist ein Idiot, ich hasse dich.“
Er lächelt.
„Je öfter ich das von dir höre, desto mehr verliert es an Wirkung, Babe.“
„Ach ja? Dann fick dich doch selbst. Und außerdem hängt dein Penis schief, du unsensibler Mistkerl“, brülle ich ihn an, renne wütend und barfuß aus der Wohnung um ihn zu beweisen dass es mir Ernst ist, knalle ich auch noch die Eingangstür zu.
„Schatz, du musst nicht aus deiner eigenen Wohnung flüchten“, höre ich ihn noch rufen.
Na der wird sich wundern….

Herz aus Schwein

Immer noch auf der Suche nach dem, der es schafft, mich länger als eine Nacht zu bändigen, jage ich im Netz nach Frischfleisch. Ich habe keine Lust mehr auf zweifelhafte Dumm-Doms, verblödete Möchtegern-Don-Juans oder verheiratete Ferrari-Fahrer mit Mini-Penis und gewaltigem Minderwertigkeitskomplex.

Nach der zweiten Tasse Kaffee werde ich fündig, genaugenommen werde ich gefunden. Profil klingt vielversprechend, das  Anschreiben ist nicht die standardisierte Massenware, die die meisten seiner Geschlechtsgenossen vom Stapel lassen. Er hat mein Interesse geweckt, wir schreiben den restlichen Vormittag hin und her und verabreden uns für den Abend im besten japanischen Restaurant, das die Hauptstadt zu bieten hat. Entgegen meiner sonstigen Blind Date Erfahrungen bin ich kein bisschen aufgeregt, habe ein gutes Gefühl bei der Sache. Als ich am ausgemachten Treffpunkt vor dem Restaurant ankomme, das praktischerweise in einem Hotel untergebracht ist,  bestätigt sich die Treffsicherheit der weiblichen Intuition.

Endlich wieder mal ein Mann, der um einiges größer ist als ich. Leo ist ein wahrer Gentleman, sein dezentes Aftershave macht Lust auf mehr. Gespannt was sich unter dem schwarzen Maßanzug verbirgt, beobachte ich sein Sein wie eine läufige Hündin einen Straßenköter, als wir uns an die Bar setzen und bei einem Glas Champagner unterhalten.

Das charmante Wesen, das neben mir Platz nimmt, entpuppt sich als äußerst eloquent. Volltreffer-einer der was im Hirn auch noch hat. Er ist um einiges älter als ich und, wie könnte es auch anders sein, verheiratet. Ich hake nicht weiter nach, will es auch gar nicht genau wissen.

Er fragt mich, ob ich denn schon hungrig sei, ja  schon, aber nicht auf Essen. Sein Lächeln geht mir direkt unter die Haut, es kribbelt wie verrückt als er mir sagt, dass er einen Stock tiefer ein Zimmer für uns gebucht hat.

Na dann nichts wie runter..

Der Raum wirkt genauso nobel wie der Rest von dem Schuppen, sogar die Klopapierhalterung ist vergoldet, die Minibar gibt auch richtig was her. Vier Stockwerke unter uns tobt das Leben auf den Straßen von Wien, Leo lässt die Jalousien ein Stück weit nach unten, macht Musik an,  zieht mich an sich und küsst mich.

„Zeig mal, was du alles mitgebracht hast“, erwartungsvoll zeigt er auf meine schwarze Aktentasche, die sich durch beständig-lautes vibrieren verdächtig gemacht hat. Scheinbar hat mein Fipsi ein Eigenleben.

Packe das summende Teil als erster aus, und lege es vor ihm auf das Bett, gefolgt von Bondage Tape, Paddle, Ledermanschetten, Peitsche, zwei Seilen, Plug,  jeder Menge Gleitmittel und Gummis.

„Na, das nenn ich mal umfangreich“, begeistert begutachtet er die stolze Sammlung an Erwachsenenspielzeug, streichelt dabei über meinen Hintern.

„Ja, meine seriöse Aktentasche macht richtig viel Freude. Außen Business, innen Porno.“

„Hmm.. Du hast mir immer noch nicht alles gezeigt.“

Eine Augenbraue nach oben ziehend, fasst er mich sanft am Oberarm.

„Doch, die Tasche ist leer.“

Leo fährt mit seiner Hand unter mein Kleid, klatscht mir einmal auf den Arsch, ehe er von mir ablässt und sich auf das Sofa fallen lässt.

„Zieh dich aus“, sein Tonfall ist um einiges fordernder als noch vor einigen Minuten, und verfehlt seine Wirkung nicht um einen Millimeter.

Meine Erregtheit dürfte mir direkt in den Kopf gestiegen sein, der sich auf einmal anfühlt als würde er glühen.

Langsam greife ich an den Saum des rot-schwarz gemusterten Kleids, bevor ich es mir über den Kopf streife und zu Boden fallen lasse. Mit Ausnahme der High-Heels stehe ich splitterfasernackt vor ihm, er wollte ja dass ich ohne Unterwäsche komme.

Heftig aufflackerndes Funkeln in seinen Augen als er nach dem Seil langt, geübt legen seine Finger eine Schleife und ziehen den Rest des schwarzen Stricks hindurch. Noch ehe ich ganz begreife was er damit vorhat, hat der meine Brüste mit einem Ruck fest eingeschnürt, befestigt die Enden hinter dem Rücken.

„Deine Arme sind mir immer noch zu beweglich“,sprichts und legt mir Ledermanschetten an Hand-und Fußgelenke ,streichelt zärtlich über meine zitternden Schultern, küsst mir den Nacken, mit sanftem Druck schiebt Leo mir die Arme hinter meinen Kopf, befestigt sie dort mit dem Karabiner der Fesseln, er achtet dabei genau darauf, dass die Schnürung auch ordentlich sitzt und so stehen meine beiden Lieblingskörperteile rot und stramm, alles was ich noch bewegen kann, sind die Beine.

Seine Pupillen explodieren förmlich beim Anblick des begonnen Werks, wie ein Junge der zum ersten Mal von einer Exctasy-Pille gekitzelt wird, mit dem einzigen Unterschied, dass dieser Rausch greifbar scheint. Vorsichtig tänzeln Fingerkuppen über die Haut, immer höher, bis sie schließlich auf stehenden Nippeln zur Ruhe kommen, für einen kurzen Moment innehaltend, wie aus dem Nichts nehmen sie plötzlich wieder Fahrt auf, der unerwartet einsetzende Schmerz dämpft meinen Schrei, weil mir schlicht und einfach die Luft wegbleibt.

Reflexartig weiche ich einen Schritt nach hinten, doch das provoziert ihn nur noch mehr, immer fester zwirbelt er mit den höchstempfindlichen Spitzen meiner Titten, gibt mir damit zu verstehen, dass Ausweichen keine Option ist. Der Schmerz brennt sich ins auf Autopilot geschaltete Hirn, instinktiv schwingt meine Mitte immer mehr in seine Richtung.

„Ich werd dich schon noch ficken,  du Miststück.“

Im Takt meines Stöhnens, schlägt er mit der flachen Hand immer wieder auf die abgebundenen Titten, wandert tiefer, setzt seine Behandlung auch jenseits des Bauchnabels fort. Mit jedem einzelnen Schlag, verliere ich zunehmend an Bewusstsein und mich selbst beinahe völlig im Spiel. Gänsehaut kriecht an mir hoch, werde aufs weiße Laken geschoben, er spreizt mir die Arme und Beine indem er die Karabiner neu ordnet und mich somit in eine äußerst ausgelieferte Position bringt. Sämtliche Extremitäten sind weit gespreizt und aneinander fixiert, als Leo sich mit dem eben geschnapptem Paddle nähert.

Schnalzendes Boom Boom unter den Rippen, und die Frage ob ich jemals erregter als in diesem Moment war. Heiß und dickflüssig bahnt sich eine dünne Spur ihren Weg zu Boden, hinterlässt nichts als einen feuchten Film zwischen den Oberschenkeln.

Nicht aus Angst, eher aus der Lust, das Erlebte noch um eine Nuance zu steigern, schließe ich die Augen, atme tief ein, bevor ich das in Leder gebundene Teil laut zischend auf den Innenseiten der Schenkel aufprallen spüren.

Wieder und wieder streichelt er über die geschundene Stelle, die eigene Atemfrequenz sinkt im gleichen Maße wie der Herzschlag, ich lasse mich fallen; mitten in ihn hinein…