Über spanische Waschbärenphobie in blau

Meine Mutter behält tatsächlich Recht – ich ruiniere mir die Schuhe, als ich aus dem Bagger springe. Die Frage, wovor ich eigentlich davonlaufen will, stelle ich mir selbst um eine Millisekunde zu spät- mein Absatz bricht beim Aufprall. Was ich hier tue, will der Uniformierte wissen, der sich das Spektakel direkt neben meiner Mutter stehend ansieht. Resigniert antwortet sie mit „Das Kind war immer schon schwierig.“ Der Bulle nickt verständnisvoll.
Davonlaufen brauch ich jetzt auch nicht mehr. Nicht das die noch auf mich schießen.
Steffen und Ellena stehen engumschlungen hinter dem Polizeiwagen, ich glaube die beißen sich gegenseitig ins Gesicht. Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Mama drückt ihre Fingerspitzen auf die Schläfen, mit geschlossenen Augen schüttelt sie ununterbrochen mit dem Kopf.
Ich ziehe mir beide Schuhe aus, wünsche allen eine angenehme Nachtruhe und mache einen Abgang.
Weshalb sollten die mich auch verhaften? Was kann ich barfuß mit vier Komma fünf Promille noch anstellen?
Carlos wartet schon auf mich, als ich endlich um die Ecke geschlendert komme. Vorsichtig küsst er mich, er schmeckt fantastisch, auch wenn der blaue Waschbär neben uns meine Hingabe zügelt.
Fasse dem Spanier mit einer Hand zwischen die Beine, die andere zeigt dem Waschbären den Stinkefinger, er zeigt seinen zurück. Carlos will wissen, mit wem ich da spreche.
Erwidere schnippisch: „Mit meinem unsichtbaren blauen Freund. Er lässt fragen, ob du ihn in den Arsch ficken könntest“, drei Sekunden später ist Spanien auf Nimmerwiedersehen verschwunden, an dessen Stelle kugelt ein blaues Fellknäuel hysterisch lachend über den Asphalt, zeigt mir den Vogel. Bewerfe das Vieh mit Ritalin, gierig stopft es die Pillen in sich rein, dreht sich immer schneller im Kreis.
Meine Arme werden unsanft nach hinten gedreht, es knackt hörbar. Ich solle mich beruhigen, schreit er. Und du sollst dich selbst ficken, du dummes Arschloch.
Seine Hand schießt unter den Bund der Jeans, er zieht die Knarre raus, entsichert sie und hält mir das Teil Zwischen die Augen. Drück doch endlich ab.
Hämisch grinst das blaue Mistvieh.

Tausche sechs Mal Deutschland gegen einmal Afrika

Es ist schlichtweg zu heiß zum Schlafen, die großen Betonbunker der Stadt speichern die Hitze wie mein lustigster Körperteil beim Anblick des schwarzen Barkellners, der lässig mit dem Shaker hantiert und sich dabei mit einem der Gäste unterhält.

Ich beschließe noch eine Runde durch den Prater zu spazieren, vielleicht hat es ja ein bisschen abgekühlt.

Betrunkene Menschenmassen schieben sich durch den bunt beleuchteten Vergnügungspark, vorbei an Gastgärten, käuflichen Mädchen und anderen zwielichtigen Gestalten; es riecht nach Pisse und abgestandenem Bier, der erhoffte Windhauch bringt viel weniger Erfrischung als üblen Gestank in meine Richtung.

Ziellos laufe ich umher, bleibe schließlich vor dem Riesenrad stehen, beobachte die Dreherei eine Weile und finde den Gedanken dort drinnen zu sitzen sehr beängstigend.

„Ganz schön hoch das Teil, was?“

Ein etwas gesetzterer Kerl steht plötzlich neben mir, zückt sein Handy und als ob es noch eine Spur peinlicher geht, fragt er mich, ob ich denn von ihm und dem Ringelspiel ein Selfie machen kann.

Auf die Zunge beißend und dennoch schmunzelnd tue ich dem alten Sack den Gefallen, als hinter uns  fünf weitere Kerle auftauchen, die ihn anscheinend kennen, da sie grölend in unsere Richtung kommen.

„Freunde von dir?“

Er erzählt mir, dass die Truppe aus Deutschland kommt und für ein Seminar nach Wien gereist ist. Der Selfie Typ stellt sich als Markus vor und macht mich mit seinen Mitarbeitern bekannt, die allesamt ursprünglich aus der Gastronomie stammen, die ja bekanntlich ein Biotop für abgedrehte Halunken und Geistesgestörte ist. Deswegen habe ich mich dort auch immer so wohl gefühlt.

„Gehst mit uns was trinken, Maja?“

„Das wäre ohnehin mein Plan gewesen.“

Überfallsartig stürmen wir die nächste Kneipe und bestellen sieben große Bier, kaum hat die Kleine hinter der Theke die dreieinhalb Kilo Hopfensmoothie angeschleppt, bestellt Markus die nächste Runde.

„Sag mal wollt ihr mich betrunken machen? Das mach ich für normal ganz alleine.“

Einer der jüngeren Typen grinst mich an und prostet mir zu:

„Von einer Köchin hab ich mir auch nichts anderes erwartet. Auf die Österreicherinnen!“

Ich hab noch nicht mal ein Drittel leer getrunken, schon steht das Nächste vor mir. Großartig, wenn das in dem Tempo weitergeht, wird das bestimmt noch ein recht spannender Abend.

Insgeheim überlege ich schon, wer von den sechs für eine feucht-fröhliche Gruppenarbeit infrage kommen würde, als mir plötzlich das Schnucki von der Hotelbar wieder einfällt. Tausche sechs Piefke gegen einen Afrikaner.

Nach dem fünften Saftl mache ich plötzlich auf pflichtbewusst, fasle irgendwas von ganz-früh-raus-müssen und eifersüchtigem Ehemann der schon seit Stunden auf mich wartet und mache mich aus dem Staub.

Unglaublich wie diszipliniert mich die Aussicht auf einen schwarzen Schwanz macht.

Die Bar im Erdgeschoss des Hotels ist leer geworden, vor einem laufendem Fernseher sitzen zwei müde aussehende Endfünfziger, der Nachtportier spielt mit seinem Telefon, der Traum meiner schlaflosen Nächte schenkt eben einen Drink ein, hebt seinen Blick und sieht mir in die Augen.

„Hi. Was darfs denn sein?“

Wenn Blicke ficken könnten, würde Mister Sierra Leone nackt auf dem Fußboden liegen, ich lächle ihm dreckig zu, spaziere an der Bar vorbei und verschwinde in der Herrentoilette.

Als die Drehtür dreißig Sekunden später aufgeht, weiß ich dass er es ist, auch ohne mich vom Waschbecken umzudrehen, nur ein kurzer Blick in den Spiegel um meine Ahnung zu bestätigen; da steht er hinter mir, packt mich fest am Arsch, dreht mich in seine Richtung und küsst mich.

Ich wusste gar nicht, dass Schwarze so gut küssen können, bis jetzt hatte ich eher den Eindruck, dass ihre Qualitäten tieferliegender Natur sind. Langsam schiebt er mir den Rock nach oben und den Tanga zur Seite, gleitet mit seiner Hand immer wieder zwischen meine Beine, die mittlerweile vollkommen nass geworden sind. Vor ihm auf die Knie sinkend, taste ich nach der Wölbung der Levis, öffne den Reißverschluss und packe das gewaltige Ding aus. Er hat einen großartigen Schwanz, weniger die Farbe von Milch- als vielmehr die von Edelbitterschokolade, die Spitze ist genauso imposant wie der Rest und leuchtet mir dunkelviolett entgegen, als ich die Lippen darum schließe.

Egal wie sehr ich mich auch anstrenge, ich schaffe es nicht, ihn ganz in den Mund gleiten zu lassen, ohne das Gefühl zu bekommen, ich müsste gleich ersticken.

Mister Lover Lover zieht mich hoch, drückt mich vor sich aufs Waschbecken, streift sich gekonnt ein Kondom über und presst mir den Riesenriemen anschließend in seiner vollen Länge in die tropfnasse Spalte. Winselnd stemme ich mich gegen den Spiegel und drücke mich noch näher an ihn, um die immer rasanter werdenden Stöße abzuschwächen. Mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks fickt er mich auf Wolke sieben, es ist mir scheißegal, dass meine Schreie vermutlich jeder in der Lobby hört, es ist einfach zu geil sich derartig ausgefüllt zu fühlen.

Mit einem Mal zieht er sich fast ganz aus mir zurück, hält für einen Moment inne, stößt ihn dann aber kraftvoll bis zum Anschlag in mich hinein. Ein kurzes Zucken, Stöhnen, Wimmern, Sekunden bevor ich explodiere, laut keuchend komme und mir dabei selbst im Spiegel zusehe.

Unbeirrt rammelt er mich weiter, ich flehe um eine kurze Verschnaufpause, doch anscheinend ist er auf diesem Ohr taub, denn er verschärft das Tempo nochmal, bringt mich in ungeahnte Sphären, drückt mich tiefer, zieht seinen Prügel aus meiner wundgefickten Mitte um ihn mir völlig überraschend in den Arsch zu schieben. Nach Luft japsend, weiß ich nicht wie mir geschieht , meine Knie werden zunehmend weicher als es mir zum zweiten Mal kommt.

Kurz bevor zitternde Oberschenkel endgültig den Dienst versagen, kann ich auch das Pulsieren seiner Spitze in mir spüren, fest umklammert er meine Titten, zieht mich ein letztes Mal an sich, bevor auch er lechzend zum Höhepunkt kommt.

Lasse mich auf den sandfarbenen Marmorboden fallen, schließe  die Augen und kann nicht mehr aufhören zu lachen.

„Ach ja, übrigens-ich bin Jimmy“

Er streift sich das Kondom ab, packt alles wieder an seinen richtigen Platz und sieht im Gegensatz zu mir nicht aus wie ein frischgevögeltes Eichhörnchen.

„Hallo Jimmy. Ich bin Maja. Schön dich kennenzulernen.“

Seine Hände reichend, hilft er mir auf die Beine und lädt mich auf einen Drink an die Bar ein.