Hashtag die Faschingsprinzessinnen

Direkt neben uns tanzt Miss Mietzekatze, als ob es um Leben und Tod gehen würde, die Kleine scheint drauf wie Hupe zu sein. Gegen sie wirke selbst ich wie ein Schulmädchen auf Bachblüten.
Ihre riesengroßen Augen wandern unruhig umher, ob sie wohl ein Katzenklo sucht?
„Ey du Muschi, zur Drogenberatung geht´s hier lang!“, Gerfried verschreckt das Raubtier mit seinem Geschrei beinahe zu Tode. Von der Paranoia überwältigt ergreift das Fellknäuel die Flucht.
Ich sage Gerfried bitte hör auf damit. Wer bitteschön will schon mit einer eins fünfundachtzig großen Banane über seine offensichtlichen Suchtprobleme sprechen:
Gerfried meint, vielleicht eine vegane Mutzi?
Ich sage, geh doch selbst zum Psychiater du durchgeknalltes Früchtchen. Verständnisvoll nickt mir eine Nonne zu, ehe sie versucht so unauffällig wie möglich hinter einen Barhocker zu reihern. Den, auf dem ich gerade sitze.
Lautlos geht irgendwie anders. Sie grölt wie ein Hooligan bei Stadionverbot, als sich ihr Mageninhalt unweit meiner Stiefel evakuiert.
„Blöde Fotze, ich rufe das Veterinäramt an, wenn du weiterhin auf unschuldige Waschbären kotzt! Das ist blasphemische Tierquälerei, du Gotteshure!“, kreische ich sie an. Ein zufällig vorbeirauschendes Schneewittchen schnauzt mich an, ich solle gefälligst meine dämliche Fresse halten, ansonsten werde sie mich windelweich prügeln.
Ich sage, Gerfried wir gehen, bevor sie ihre Zwerge ausm Arsch zieht.
Mit einem lauten Knall geht Frau Misses Klosterschwester zu Boden, mitten rein in ihr Erbrochenes. Wenn das der liebe Gott sehen würde…
Halleluja und fick dich Schneewittchen.
Ab morgen ist Ramadan, schrei ich die Banane an. Gerfried nimmt mich an der Hand und zieht mich aus dem Lokal hinaus.
„So Kleines, jetzt zeig ich dir den Weg zur Drogenberatung…“

Lei lei, ihr Narren – und willkommen in VILLACH!

Hoch wie nie

Bukowski kann mich am Arsch lecken. Jelinek sowieso. Und vom Rest der Kärntner Möchtegern-Poeten fang ich gar nicht an..

Wirksamer als blutdrucksendende Medikamente ist eh nur der Justin. Ja, genau der. Der Biber. Sorry….

Und auf euch hirngeficktes Pack kann ich genauso gut verzichten wie auf Genitalherpes – scheiß auf euch.  Entschlossener als Merkel in der Flüchtlingskrise, schmeiß ich alles hin. Genug gearbeitet, wird Zeit zum Spielen.

Work hard – Play hard.

Emanuel freut sich mich zu sehen, er strahlt über beide Ohren. So wie der Rest seiner Entourage – Randgestalten so wie du und ich. Die kleine Bude ist gerammelt voll mit Verrückten, es riecht nach Koks und Gras.

Joshua fällt mir um den Hals, als ob ich das Christkind wäre das direkt aus Bogota eingeflogen ist. Wusste gar nicht, dass ich der Stargast der Party bin. Dünne Blutspuren unter seiner Nase singen „wir sind so hoch wie nie“.

Party hard.

Miss Djane knallt sich das weiße Pulver im Minutentakt ins Hirn, Emanuel lässt die Korken knallen.

Stimmung Baby.

Tanzt ihr Stricher, die Königin hat Laune.

Mitten auf dem Glastisch türmt der  Stoff aus dem unser aller Sehnsucht ist.

Herr Doktor bastelt Striche, genug für den ganzen Haufen Chaoten hier drinnen. Misses Djane rotzt grinsend vor sich hin. Spieglein, Spieglein auf dem Tisch, mach mich munter, mach mich frisch. Weil wir ziehen alles – außer Konsequenzen…

Schwärzer als Sebastian Kurz funkeln Joshuas Leuchter, heftig gestikulierend erzählt er von seinem erfolgreichen Drogenentzug. Er will wissen, wann die Putzfrau endlich kommt.

„Alter, sie bringt dir den Staubsauger morgen wieder“, Emanuel faucht ihn an.

Wen interessiert Haushalt um die Zeit?

„Stop. Kurze Zwischenfrage – deine Putze borgt sich den Sauger von deinem Kumpel aus?, irritiert suche ich nach einem Strohhalm in meiner Tasche.

Misses Djane bricht in schallendes Gelächter aus, Emanuel und Joshua nicken mir zu.

Verständnisvoller als das Dr. Sommer Team schaue ich in die Runde: „Klingt eh logisch, ich muss meinem Mechaniker auch immer das Werkzeug mitbringen.“

Plötzlich wird die Türe aufgerissen, der Staubsauger kommt samt Putze hereingeschneit.

„Was du wollen Sauger? Sowieso genug saugen ihr alle – du noch brauchen Cola? Ich nur mehr diese Viagra, aber keine Problem.“

Das nenn ich mal Zusatzverkauf, die Alte sollten sie für Marketingschulungen abwerben – zehn Minuten später hat sie alles verkauft, außer ihre Oma. Blaue Pillen, Ritalin, Koks und eine Baretta wechseln den Besitzer. Hier drinnen geht’s schlimmer zu als aufm Marokkanischem Basar.

Hashtag die falschen Freunde.

Hashtag wir sind die, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben.

Die Knarre fühlt sich geil an, fast so erregend wie Methlphenidat mit Stolichnaya. Knallt.

Ich brauche dringend Frischluft, genug Chemie. Mit weit aufgerissenen Augen folgt mir Emanuel nach unten. Ob ich nicht lieber hier schlafen möchte?

Ich stütze mich an der Brüstung ab, schüttle den Kopf. Gott ist das heiß hier draußen….

Hebe den Kopf, wortlos streicht er mir die Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich packe sein Handgelenk, drücke es nach unten, küsse ihn. Er bugsiert mich auf die Motorhaube des Wagens, schiebt meinen Rock nach oben. Provozieren hilft.

Er fickt mir das Hirn raus, unter uns Rush Hour.

Über uns fallende Sterne.