#Kernkompetenz

Wieso ist das so dunkel hier drinnen? Ist das der Hund, oder leckt da jemand anders an sich herum? Warum ist mein Kopfkissen feuchter als meine Kernkompetenz? Warum bin ich so hungrig? Wieso ist meine Nase so verstopft? Wo ist mein Bier hin? War da nicht mal ein Penis?
Schreie den Köter an, er soll mit dem Scheiß aufhören. Reiße eins der zugezogenen Fenster auf, es werde Licht – das Riesenvieh sitzt vor mir, starrt mich entgeistert an.
„Schau mich nicht so an“, fauchend bahne ich mir den Weg zur Toilette, dicht gefolgt vom vierbeinigen autoblowjobwauzi. Bevor ich die Tür hinter mir schließe, geb ich klein bei, weil er halt doch so lieb schauen kann.
„Ganz ehrlich, wenn ich mich selbst lecken könnte würd ichs auch machen.“, verständnisvoll erkläre ich ihm meine Rahmenbedingungen, während er versucht, die Katze zu fressen. Ich lasse mich sicher nicht provozieren, schon gar nicht von einem Vieh das jedes Mal nachdem ich pinkeln war, aus der Toilette säuft.
Die Telefonseelsorge weiß leider auch keine Antwort auf die Frage, wieso der Hund auf Pipi und dauerwichsen abfährt. Die Dame am anderen Ende der Leitung fragt nach meiner Kindheit, ich schimpfe sie eine pädophile Psychopathin, wünsche ihr ein sexsüchtiges Haustier an den Hals und werfe das Telefon aus Wut gegen die Wand.

#Wald

Die untergehende Sonne taucht den Wald in ein warmes Licht, Mister Lover Lovers Gesichtszüge wirken noch weicher als sonst. Wir schlendern denselben Weg entlang, den ich am Vortag mit Mister Cornichon gegangen bin. Ob sich Ehebrecher genauso fühlen, wenn sie es im eigenen Bett treiben? Ich finde das doch nicht mehr cool und abgebrüht. Ganz leise macht sich mein Gewissen bemerkbar, als ob mir ein Stein im Magen liegen würde.
„Schämen sollst du dich, wie kannst du bloß durch die Gegend vögeln und den armen Kerl auf der Nase herumtanzen?“, schnauzt die Stimme im Kopf mit erhobenem Zeigefinger. Für einen Augenblick fürchte ich, dass meine Fassade zu bröckeln beginnt, zum Glück höre ich auf einmal die andere Stimme schreien: „Scheiß dich nicht an, du hast nicht mal den Schniedel von dem Kerl gesehen. Fremdgehen ist nur MIT Genitalien. Ohne die bösen Körperteile ist es wie Händeschütteln. Ein Kindergeburtstag quasi.“
Für mich klingt das logisch.
Mister L. fragt wo ich gerade bin.
„Sag mal sind deine Brüder auch alle so gut bestückt wie du?“
Er versichert mir, den Größten zu haben.
„Wieso versuchst du vom Thema ab zu lenken?“
Verdammt er hat mich durchschaut, gar nicht so einfach ihn hinters Licht zu führen. Dafür führt er mich an die Lichtung, steuert genau an die Stelle an der ich mich vor vierundzwanzig Stunden mit der Kleinschwänzig-schnellspritzenden Dumpfbacke paaren wollte. Unsicher, ob ich beichten oder laut lachen sollte ziehe ich ihn an mich um ihn zu küssen.
„Was hast du angestellt?“
Wie er das jetzt meint, ich hätte keine Ahnung wovon er da spricht.
„Und wieso schaust dann so drein?“
Ich checke meinen Gesichtsausdruck per Handycam, aber abgesehen davon, dass ich versehentlich nur ein Auge geschminkt habe, fällt mir nichts auf.
„Was meinst du?“
Nicht mal sein Dackel könne so reumütig gucken, wenn er etwas ausgefressen hat.
„Was willst du mir unterstellen?“, fauche ich ihn wütend an. Er solle doch zurück nach Italien fahren, wenn ich ihm nicht entspreche. Oder mir einfach sagen, wie ich blicken darf und wie nicht. Je wütender ich werde, desto mehr krieg ich Lust auf ihn.
„Wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich gearbeitet habe. Außerdem bist du diejenige, die nicht mitkommen wollte. Und du verheimlichst mir etwas, ich kenne dich doch.“
Mir gehen die Argumente aus, ich klatsche ihm eine. Er braucht eine Sekunde, um sich wieder zu fangen, krallt seine Finger um meine Haare um meinen Kopf nach hinten zu ziehen.
„Ach ja? Du hast Lust auf Spielchen?“
Zumindest will er nicht mehr wissen, was ich angestellt habe. Hätte ich gewusst wie einfach das geht, hätte ich ihn schon viel früher und öfter geohrfeigt. Ist schließlich entspannter als sich all die Lügengeschichten zu merken um all die Exzesse vor ihm zu verheimlichen. Gewalt ist immer eine Lösung!
„Zieh dich aus“, befiehlt er mir.
Die Sonne versinkt hinter den Baumkronen, ich blicke mich verstohlen nach ungebetenen Zaungästen um, ehe er mir die Bluse mitsamt den Knöpfen mit einem Ruck aufreißt.
„Wird’s bald?“
Lasse auch noch die Hosen runter, ziehe die Flipflops aus und knie mich vor ihn hin um um Vergebung zu lutschen. Ich solle sofort wieder aufstehen, und meine Finger von ihm lassen. Wortlos sammelt er die Klamotten ein, lässt mich dabei keine Sekunde aus den Augen. Erst als sein Telefon läutet, senkt er den Blick zum Display. Lächelnd tippt er auf dem Gerät, packt es wieder weg um sich wieder mir zu widmen.
„Du wirst dich da hinten an den Baum stellen, mit dem Gesicht zum Stamm. Ich will dass du solange dort bleibst, bis ich wieder zurück bin. Und nur um sicher zu gehen, dass du auch nicht wegläufst und verloren gehst, bleibst du nackt hier.“
Der blufft doch, der kann mich doch nicht einfach im Wald aussetzten. Nackt. Bei Nacht. Ohne Klamotten und Handy. Ungebumst und unrasiert.
„Das kannst du nicht machen! Was ist wenn es hier Wildschweine gibt?“
Er bemerkt beiläufig, dass ich wohl das einzige hier wäre. Ich sage hahaha der was ja wohl aufgelegt, frage ihn ob er einen italienischen Kasperl gefickt hat.
„Was ist, wenn ´s brennt? Wie soll ich dann weglaufen? Nackt und ohne Schuhe?“
Ich will schließlich nicht von einem Hirsch oder einem Forstarbeiter vergewaltigt werden. Oder von der bösen Hexe in ein Lebkuchenhaus gesperrt werden.
„Okay Kleines. Du glaubst mich in den Wahnsinn treiben zu können?“
Er wirft meine gefakeden Designerfetzen auf den moosbewachsenen Waldboden, zieht mich an den Ohren zu einer der riesigen Birken am Wegesrand, drückt mein Gesicht an den Baum.
„Genauso bleiben, du Miststück.“
Bis zum Hals kann ich mein Herz schlagen hören, als er sich entfernt. Aus einiger Entfernung höre ich erst einen Reißverschluss, dann leises Plätschern.
„So Baby, für den Notfall lass ich dir deine Klamotten da – zur Sicherheit habe ich alles markiert.“
Wieder der Reißverschluss, wieder Schritte, seine Hand an meinem Hintern, sein Atem an meinem Ohr: „Bis gleich Baby, amüsiere dich.“

Romantikbehindert

Am Freitag sind wir fest entschlossen ein neues Leben zu beginnen. Motivierter als Sebastian in der Flüchtlingsfrage schwören wir allem ab, was der liebe Gott, bzw. der Gesetzgeber verboten hat.
Tatsächlich hält der Vorsatz ganze zwölf Stunden lang – solange bis wir beide das Gefühl haben, etwas zu vermissen – den Brechreiz und die Kopfschmerzen zum Beispiel. Jeder Mensch braucht schließlich eine Konstante im Leben. Ein Hoch auf die Konditionierung.
Pawlow, du blöder Wichser.
Ohne dich, würd ich längst Lamborghini fahren und ein Feriendomizil in St. Tropez mein Eigen nennen, anstatt das Bruttosozialprodukt Kolumbiens aufzubessern. Arschloch.
Seine Augen schwärzer als der Himmel über uns, sein Schwanz mindestens so hart wie die vergangenen Tage. Mit dem einzigen Unterschied, dass mich seine Erektion glücklich macht – Sinnkrisen eher nicht. Er setzt das Ding engagierter ein, als Luka Modric sein Talent auf dem Fußballplatz – ich frage mich insgeheim ob Mister Überdrüberpotent was ausgefressen hat. Es fühlt sich an, als würde er mich um Vergebung penetrieren.
Er sagt, dass er mich liebt. Ich will wissen, ob er die Fußpflegerin gefickt hat.
Für einen Moment hält er inne, streift mit seinem Blick umher, ehe er meinen Slip vom Nachtisch fixiert. Noch ehe ich sage er solle gefälligst weiterficken, stopft er das Teil in meinen Mund. Ich solle gefälligst die Schnauze halten, ich romantikbehindertes Fickstück.

Über Schweinsbratenkreaturen

Fünf Tage nach dem WM Finale komme ich langsam aber sicher wieder zu mir – von der totalen Ernüchterung bin ich allerdings noch immer so weit entfernt wie die ungarische Nationalmannschaft von einer Bedeutung für den Weltfußball.
So sehr meine Leber auch unter der Veranstaltung litt – der Penis meines Kerls wurde umso mehr geschont, da ich endlich ein sexuelles Tabu für mich selbst entdeckt habe – kein Verkehr während einem WM-Finale. Ich meine sowas ist doch auch wirklich pervers. Welche abartige Schweinsbratenkreatur tut denn sowas?
Nachdem ich und mein Gehirn, oder was noch davon übrig ist, wieder funktionieren, kehre ich zurück in den Alltag. Als erstes lasse ich mich von Mister Lover Lover besteigen. Anschließend laufe ich eine Runde durch den Wald, freue mich, dass mir sein Sperma mit jedem Schritt den ich renne, zwischen den Beinen hinabläuft, so wie das Regenwasser über Putins Schirm nach dem Endspiel. Raus aus dem Wald – rein in die Bank. Endlich der erhoffte Zahlungseingang auf dem Konto – ich schaffe es tatsächlich sämtliche Rechnungen zu bezahlen. Vor lauter Freude wälze ich mich nackt in den aufgegebenen Erlagscheinen, so wie Neymar nach dem Scheinfoul auf dem Rasen. Mache ein Selfie und poste es auf der Homepage meiner Hausbank. Die anschließende Sperre meines Accounts auf Facebook ist es mir wert!
Alles wieder im Lot, abgesehen davon, dass heut kein Fußball ist….

Fickfisch

Rasiermesserscharf bahnen sich seine Worte durch mein Herz, verwandeln den einst so starken Muskel in ein Häufchen blutendes Elend. Warum tu ich mir das an?
Wenn ich plötzlich in einer Welt ohne Tinder, Batterien, Männer und experimentierfreudigen Frauen aufwachen- und somit notgedrungen zur Zoophilie gedrängt würde – welches Tier käme da wohl ins Recall?
Der Buckelwal – weil großes Genital?
Ein Delfin, weil ohne Haare und Flipper sicher kein Arschloch gewesen ist?
Oder doch eher ein Hai, gefährlich aussehend, obwohl er im Grunde seines Herzens auch nur ein schwuler Delfin ist?
Wer will schon mit Fischen ficken?
Wer will schon mit Säugetieren ficken, die so tun, als ob sie Fische wären?
Vielleicht ein Gorilla?
Käme dem männlichen Part meiner eigenen Spezies verdammt nahe.
Meine Fingerspitzen zeichnen die Konturen seiner Füße nach, langsam schließt sich der Griff über seinen Fesseln. Packe ihn fest an, lecke über seine nackte Fußsohle. Leises Wimmern begleitet das unkontrollierbare Zucken seines Körpers. Er bebt. Ich dirigiere.
Sauge an seinen Zehen, einer nach dem anderen verschwindet zwischen meinen Lippen. Lautes winseln, mach den Mund auf du nutzloses Stück.
Pornodarsteller bekommen die dreifache Gage für Anal, er bekommt nicht mal ne Vorwarnung.
Drei Finger ohne Jammern, wenn ich mit ihm fertig bin, bekommt er einen Keks.
Ich frag mich, wo Ladyboys ihre Unterwäsche kaufen? Immerhin müssen die Titten und Pimmel gleichzeitig verstauen. Klingt nach einem logistischen Alptraum.
Vielleicht aber nach einem Buisnessplan?
Sollte das mit meinem Exekutor besprechen. Tausche Kuckuck gegen Transvestiten-Reizwäsche- Patent.
Hoffentlich krieg ich die Finanzierung, bevor sie mich in die Irrenanstalt bringen.

p

Woohaaa!

Und schlagartig springt der Funken wieder über – Zwei Fremde die zurück ins Zueinander torkeln, auch wenn sie so tun, als wüssten sie Bescheid. Hochmut der so tut, als ob er vor dem Fall käme. Wie schön, nichts mehr zu spüren.
Fehlende Angst, teuer erkaufte Scheinsicherheit zum Preis deiner Seele. Keine Furcht, keine Hoffnung… Kein Zweifeln, kein sehnen.
Und du dachtest echt, wir hätten gewonnen? Zuhause nervt alles nur noch. Die ewigen Streitereien, die im Grunde genommen lächerlich und bedeutungslos sind. Immer wiederkehrende Knackpunkte lassen sämtliche Lösungsansätze bereits im Kern ersticken. Statt blindem Vertrauen herrscht eisige Distanz.
Da wo früher mal Freundschaft war, ist heute nichts mehr; zerstört oder nur auf Eis gelegt? Wie auch immer – die einstige Verbindung scheint ausgelöscht.
Lieber Hass als gespielte Liebe?
Ist alles was wir fühlen eine Lüge?
Es wird Zeit zu gehen.
Entscheide mich für die Flucht nach vorne, übermächtiges Bedürfnis nach Abstand treibt mich immer weiter weg.
Und doch vermisse ich den Austausch mit meiner schonungslosesten Kritikerin, trotz all den Reibereien. Würde bloß Stolz weniger als Vernunft wiegen
Bedauernswerterweise schlägt Konditionierung Seelenverwandschaft – Sucht tötet Liebe.
Junkies als Inbegriff der Beziehungsunfähigkeit, geachtete Sündenböcke am Rande der Gesellschaft.
Zu mächtig die Gier nach dem Gift, zu gierig die Macht, die das Scheißzeug mittlerweile hat
Längst manipulierter Wille, kapituliert und gebrochen.Fest an die Illusion der Freiheit geklammert, vergifteter Geist belügt sich selbst.
Alle Anzeichen ins Lächerliche gezogen, suche ich ununterbrochen nach einem Ausweg, torkle dennoch besserungsresistent in die nächste Katastrophe. Bin ich wirklich so blind?
Suche mich süchtig, bin ständig auf der Jagd nach Lebendigkeit, balanciere auf einer schmalen Grenze.
Millimeter vom eigenem Untergang entfernt.
Er erwischt mich eiskalt, dieses Mal habe ich nicht mehr mit ihm gerechnet. Und doch.
Ich erwarte eigentlich einen Anruf vom Ticker, stattdessen habe ich plötzlich Mister Voll am Arsch am Apparat. Super.
„Ich habe Angst davor.“
Tim nimmt meine Hand, zieht mich hinter sich her. Am Ende des Hügels angekommen grinsen wir um die Wette.
„Boah ist das geil!“
Kichernd lassen wir uns ins Gras fallen, genießen die bombastische Aussicht. Nichts als Wald und See unter uns, während die Sonne langsam hinter dem Horizont untertaucht.
Er hatte Recht – perfekter kann der Zeitpunkt nicht sein. Optisch nicht.
„Tief einatmen, Rauch unten lassen und sofort wieder ziehen. Du wirst merken, wann genug ist.“ , zärtlich drückt er meine Hand, zieht sie wieder weg um Analia ein Feuerzeug abzuschnorren.
Getrocknete Liane, oder so. DMT, eh ganz unkompliziert – weil körpereigene Substanz – ich höre ihm schon lange nicht mehr zu… Fokus schwankt, Analia zündet die Lunte….
Ich denke mir, hahaha ihr Spasten, als ob ich vor so´n bisschen Biopsychedelika in die Knie gehen würde, Analia reicht mir das Ding…
Zwei tiefe Züge später betoniert mich die Erkenntnis, einen Fehler gemacht zu haben ins Bodenlose. Wie zum Teufel kann man bloss so deppert sein???
Er fickt mich härter als sonst, wahrscheinlich ist er immer noch sauer, weil ich den Geschirrspüler getötet habe. Oder weil ich seinen besten Freund gevögelt hab.
Was weiß ich. Muss ja auch nicht alles zer-denken. Außerdem hat meine Energetikerin gesagt, ich muss mich emotional abgrenzen. Ist ja schließlich nicht mein Kaffee wenn er Probleme mit Fremdficken oder Haushaltsgeräten hat. Mich fragt schließlich auch keine Sau, wie´s meiner Waschmaschine geht. Gleiches Recht für alle, oder?
Wie zum Geier soll man sich bei dem Wirbel im Hirn auf den koitalen Endspurt konzentrieren? Vollgas im Kopf geht nur bei Standgas in der Fuffie. Und umgekehrt.
Abgesehen davon stresst es mich die Tatsache, morgen früh aufzutreten um mein Buch zu promoten. Wie bitteschön soll ich mich um halb zehn Vormittags betrinken? Das ist doch asozial, auch wenn´s nur gegen das Lampenfieber ist. Ich bin schließlich nicht Bukowsky, denke auch nicht, dass mir irgendjemand einen Bierkühlschrank auf die Bühne stellen wird.
„Kannst du mir morgen nicht paar Kaffetassen voll Bier mitbringen?“ (Glaubst du, es fällt auf, wenn ich
Sichtlich irritiert zieht er seinen Schwanz aus mir, legt den Kopf schief und spritzt mir zwischen die Titten.

Über spanische Waschbärenphobie in blau

Meine Mutter behält tatsächlich Recht – ich ruiniere mir die Schuhe, als ich aus dem Bagger springe. Die Frage, wovor ich eigentlich davonlaufen will, stelle ich mir selbst um eine Millisekunde zu spät- mein Absatz bricht beim Aufprall. Was ich hier tue, will der Uniformierte wissen, der sich das Spektakel direkt neben meiner Mutter stehend ansieht. Resigniert antwortet sie mit „Das Kind war immer schon schwierig.“ Der Bulle nickt verständnisvoll.
Davonlaufen brauch ich jetzt auch nicht mehr. Nicht das die noch auf mich schießen.
Steffen und Ellena stehen engumschlungen hinter dem Polizeiwagen, ich glaube die beißen sich gegenseitig ins Gesicht. Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Mama drückt ihre Fingerspitzen auf die Schläfen, mit geschlossenen Augen schüttelt sie ununterbrochen mit dem Kopf.
Ich ziehe mir beide Schuhe aus, wünsche allen eine angenehme Nachtruhe und mache einen Abgang.
Weshalb sollten die mich auch verhaften? Was kann ich barfuß mit vier Komma fünf Promille noch anstellen?
Carlos wartet schon auf mich, als ich endlich um die Ecke geschlendert komme. Vorsichtig küsst er mich, er schmeckt fantastisch, auch wenn der blaue Waschbär neben uns meine Hingabe zügelt.
Fasse dem Spanier mit einer Hand zwischen die Beine, die andere zeigt dem Waschbären den Stinkefinger, er zeigt seinen zurück. Carlos will wissen, mit wem ich da spreche.
Erwidere schnippisch: „Mit meinem unsichtbaren blauen Freund. Er lässt fragen, ob du ihn in den Arsch ficken könntest“, drei Sekunden später ist Spanien auf Nimmerwiedersehen verschwunden, an dessen Stelle kugelt ein blaues Fellknäuel hysterisch lachend über den Asphalt, zeigt mir den Vogel. Bewerfe das Vieh mit Ritalin, gierig stopft es die Pillen in sich rein, dreht sich immer schneller im Kreis.
Meine Arme werden unsanft nach hinten gedreht, es knackt hörbar. Ich solle mich beruhigen, schreit er. Und du sollst dich selbst ficken, du dummes Arschloch.
Seine Hand schießt unter den Bund der Jeans, er zieht die Knarre raus, entsichert sie und hält mir das Teil Zwischen die Augen. Drück doch endlich ab.
Hämisch grinst das blaue Mistvieh.

Menage a troi 2.0

Für Thomas

Seine Gesichtszüge weicher als mein Cashmerefetzen, er wirkt so zerbrechlich und unschuldig, als ob er noch ein Kind wäre. Das schulterlange rote Haar hat er zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, die zerschlissene Jeans schmeichelt seinem süßen Hintern. Was für ein Prachtexemplar von einem Mann. Michel ist wunderschön und dennoch ohne Starallüren. Als würde er nicht wissen, dass er in der obersten Liga spielt.
Eduardo zieht den rothaarigen Adonis an sich, packt ihn mit beiden Händen am Hintern und küsst ihn. Lächelnd lasse ich mich auf die Couch fallen, beobachte wie er Michels Hemd aufknöpft. Ob er wohl rote Haare auf der Brust hat?
Zu meiner Enttäuschung leider nicht, unter dem Hemd ist er so glatt wie Spiegeleis. Ich erkenne kein einziges Haar, vielleicht sollten wir ihn nach einem Ausweis fragen. Nicht das wir wegen Verführung Minderjähriger in den Knast wandern.
Michels Hand zwischen Eduardos Beine, grinsend fingert er an dessen Reißverschluss herum. Die von innen gegen den Stoff drückende Ausbeulung verrät, dass es dem Kerl gefällt. Mir auch, ich kann es kaum erwarten Michels Schwanz zu sehen. Ob er wohl einen roten Glückspfad hat?
Eduardos Ding ist schneller ausgepackt, als ich „was für eine geile Scheiße“ denken kann. Ob es unangebracht wäre, wenn ich mir eine Tüte Chips aufmachen würde?
Vorsichtig krault der Rothaarige an den Eiern meines Freundes, Eduardo schnurrt lauter als eine rollige Katze. Seine Hand streichelt über Michels Kopf, krallt sich an dessen Haaren fest. Ruckartig zieht er ihn nach unten, dirigiert ihn auf die Knie. Es kostet mich sämtliche Selbstbeherrschung, ruhig sitzen zu bleiben, als Eduardos Schwanz zwischen die Lippen des Jünglings flutscht. Er schafft es tatsächlich dieses riesige Gerät in seinem Mund verschwinden zu lassen. Wie zum Teufel macht er das, ohne sich dabei zu erbrechen?
Er sollte Blowjob Kurse an der Volkshochschule abhalten – Deepthroat für Anfänger. Wieso hat mir das niemand in der Schule beigebracht? Phytagoras braucht keine Sau, Schwanzlutschen braucht jeder. Verkacktes Bildungssystem. Nehme mir vor, einen Beschwerdebrief an den Bundespräsidenten zu verfassen. Später.
Eduardo drückt das Lutschtalent zu Boden, zieht ihn die Hose nach unten. Gespannt wie ein Gummiringerl, versuche ich die Farbe seiner Sackhaare zu erkennen, während er auf den Bauch gedreht wird. Leider kann ich aus der Entfernung nichts erkennen, ich stehe auf und schleiche mich näher an die beiden ran. Zum Glück ist meine bessere Hälfte damit beschäftigt, seinen Schwanz zwischen Michels Arschbacken auf und ab zu reiben. Lautes Stöhnen übertönt meine Schritte, ich bleibe erst stehen, als ich direkt hinter den Turteltauben ankomme.
Nicht mal aus der Nähe kann ich einen roten Flaum erkennen. Unbehaart wie eine Nacktschnecke , lässt er sich von Eduardo durchficken. Der bemerkt meine Anwesenheit erst, als ich ihn über die Schulter streichle. Welch Wunder dass ich noch nicht zu sabbern begonnen habe.
Zärtlich küsst er meine Hand, versenkt sich immer härter in das Schnucki, das stöhnend auf dem Parkett liegt. Er deutet auf die Aktentasche, die neben der Couch steht. Wortlos hole ich sie. Der Lärm der beiden reicht schließlich. Ich dachte immer, dass nur Frauen so einen Lärm beim Ficken machen. Falsch gedacht. Bin mir nicht ganz sicher, ob er kommt oder abkratzt. Scheinbar teilt Eduardo meine Bedenken, er zieht seinen Schwanz aus dem jodelnden Typ.
Schlagartige Totenstille. Stecker gezogen.
Er fischt die Ledermanschetten aus der Tasche, legt sie um Michels Handgelenke, fesselt ihn damit.
„Steh auf“, seine Stimme ist mindestens genauso hart, wie der unbehaarte Pimmel Michels. Ich ziehe mir das Kleid aus, beobachte wortlos wichsend wie Michel ans Andreaskreuz geschnallt wird. Erst als er völlig wehrlos gemacht ist, bemerkt mich Eduardo. Eine seiner Augenbrauen zieht er nach oben, legt seinen Kopf schief. Sein Zeigefinger sagt, komm hierher. Zögernd komme ich seiner Anweisung nach.
„Hat dir irgendjemand erlaubt dich anzufassen, du Miststück?“
Seine flache Hand klatscht auf meinen Hintern, er lächelt mich an, als er meinen Kopf zwischen seine Beine drückt.
„Dann wollen wir mal versuchen, was du vorhin gelernt hast.“
Lieber Gott, bitte schalt meinen Würgereflex aus.

GTI feat. golden shower – danke Daniel

Schneller als ich meinen Schlüssel finde, schießt mein Kerl durch die unverschlossene Wohnungstüre herein. Verdutzt lege ich den Kopf schief:
„Hast du polnische Vorfahren, oder wieso brichst du hier ein?“

Seine Augen funkeln, zwei Schritte später steht er zwei Zentimeter vor mir, streichelt über meine Schläfe.

„Du dummes Stück hast das Teil außen stecken lassen“,er legt den verloren geglaubten Schlüssel auf die Kommode, packt mich mit einer Hand am Arsch, mit der anderen am Schopf. Vergesse die Gehirnerschütterung als er mich küsst. Wäre ich noch glücklicher –  ich schwör ich würd einen Regenbogen scheißen.

Mein Arsch landet rasanter aufm Schuhkastel, als ich vorhin aufm Boden. Frage mich noch, wohin seine Hosen verschwunden sind, bevor mir das Turboteil geradezu in die Huhu hüpft. Von Null auf Hundert in drei hundertstel Sekunden. Und noch während ich überlege, ob der Lamborghini-Schriftzug auf seinen Schwanz passt, werde ich tiefer gelegt als so mancher GTI.

Mit einem Ruck reißt er mir das Shirt über den Kopf, drückt mich auf den kalten Fließen Boden – meine Beine auseinander und seinen steinharten Schwanz erneut in mich. Keuchend schiebe ich ihm das Becken entgegen, bettle nach mehr: „Hör nicht auf, fick mich bitte.“

Er zieht sich langsam zurück, atmet tief durch, presst meine Oberschenkel nach unten, vögelt mich unbeirrt weiter. Winsle um Gnade.

Tatsächlich – er lässt sich erweichen und hält plötzlich inne um mich in den Arm zu nehmen. Zärtlich küsst er mich auf die Stirn, zieht sich zurück.

„Ist dir immer noch kalt, Baby?“, flüstert er mir zu.

Ich nicke.

„Ich will, dass du dich da vorne auf die Matte kniest und deine Augen schließt.“

Ich nicke.

Tue was er fordert. Spüre erst seine Blicke. Dann erst den warmen Strahl der über meinen Rücken läuft…..

 

 

 

Postkoitale Dysphorie

Wir liegen eng umschlungen auf dem Laken, lauschen langsamer werdenden Atemgeräuschen des Anderen, während sich ein wohliger Schauer über uns legt.

Fabian ist der Erste, der seine Stimme wieder findet. Vorsichtig streichelt er über mein Gesicht, leckt mit der Zungenspitze über seine Lippen. Ob mein Mund auch so trocken ist, fragt er mich. Als hätte ich einen toten Hamster verschluckt, antworte ich.

Wann das Buch endlich fertig ist, will er wissen. Wann der Gin-Tonic endlich fertig ist, will ich wissen.

Trinkend starren wir in den Himmel, warum er nicht mehr aufhören kann, will ich wissen. Außerdem soll er sich den theatralischen Stoßseufzer für seinen Therapeuten aufheben, oder meinetwegen für seine Friseurin.

Wir lachen.

Sabine war ihr Name. Als er von ihr zu erzählen beginnt, fangen seine Augen Feuer, sein Tonfall wird weicher. Sie war die Liebe seines Lebens, der Mittelpunkt seiner Welt.

Vorsichtig taste ich nach seiner Hand, suche Halt, ehe er weiterredet.

Keine drei Wochen nach dem Kennenlernen zieht er zu ihr, hält um ihre Hand an. Ja, sie will. Freudentränen. Zukunftspläne.

Eine Woche später ist sie tot. Verunglückt in dem Wagen, den er ihr zum Geburtstag geschenkt hat.

Fabians Finger wandern Richtung Gift, kann ihn nicht halten. Kann mich nicht mehr halten.

Wir liegen eng umschlungen auf dem Laken, lauschen dem langsamer werdenden Atemgeräuschen des Anderen, während sich ein wohliger Schauer über uns legt.

Leider hält die postkoitale Schockstarre nicht lange an, Thorsten sagt, dass er verliebt in mich ist. Ich erinnere ihn an seine Ehefrau und die drei Kinder.

Wann das Buch endlich fertig ist, will er wissen. Und ob ich viel über ihn geschrieben hab. Weil eigentlich sollte ich über ihn schreiben. Weil eigentlich ist er spannender als die Frage nach Gott. Weil eigentlich ist er schneller, höher, besser und weiter.

„Und härter!“, deute auf seine Erektion, ziehe mich an und verschwinde.

Wir liegen eng umschlungen auf dem Laken, lauschen dem langsamer werdenden Atemgeräuschen des Anderen, während sich ein wohliger Schauer über uns legt.

So sehr ich mich auch konzentriere –  ich komm nicht auf seinen Namen.

Wann das Buch endlich fertig ist, will der Unbekannte wissen. Woher er von dem Buch weiß, frag ich ihn. Seine rechte Hand packt mich am Hinterkopf, zieht mich an seine Brust.

„Du willst spielen Maja?“, süffisant grinsend dirigiert er meinen Kopf nach unten…