#fickfähig

Leider gibt mir ihr Überraschungsangriff keine Zeit mehr um nach dem Schutzalter in Österreich zu googeln. Sie steckt mir ihre Zunge tief in den Mund, hoffentlich ist das nicht illegal. Bitte lieber Gott mach dass ich nicht wegen Kindesmissbrauchs in den Bau wandere.
Fasse an ihre Titten, drücke sie weg von mir.
„Hab ich was falsch gemacht?“, irritiert schmollt sie mir entgegen, der Toyboy an ihrer Seite weicht einen Schritt nach hinten.
„Nein, es ist nur…“,stammle ich verlegen. Sie küsst mich wieder, ich denke nein. Ihre Hände streicheln über meine Taille, ich denke nein. Mit festem Griff packt er mich am Hinterkopf, zieht mich weg von ihr, ich denke nein. Er saugt an meinem Ohrläppchen während ihre Hände unter mein Shirt wandern, ich denke nein. Sie presst ihren Körper an mich, er seine Errektion, ich denke nein. Ihre Brüste sind größer als ihr Kopf, ich denke vielleicht ist sie doch schon geschlechtsreif. Seine Latte so hart wie mein Leben, ich denke vielleicht ist er doch schon im fickfähigen Alter.
„Bist du schon feucht?“, säuselt sie mir ins Ohr.
„Bist du schon volljährig?“, entgegne ich, ehe er mich an der Hand packt und weg von der Bar zieht…

#Mantra

Immer noch betäubt erreiche ich als frisch gebackener Single Kärnten, fest entschlossen nicht in Selbstmitleid zu versacken. Trübsal ist schließlich nicht alles was man blasen kann.
Je mehr die Wirkung des Opiats nachlässt, desto mehr meldet sich meine Libido zurück. Zwischen Liebeskummer, Entzug und Bumsbedürfnis taumelnd, krame ich im Kleiderschrank nach was Passendem zum Weggehen, während ich mein Mantra verinnerliche: Nein zu Heroin. Nein zu Beziehungskisten. Ja zu belanglosem Sex mit Unbekannten. Im Namen des Vaters, des Sohnes, des heiligen Geistes. Amen.
Entscheide mich für die einzige Jean, bei der ich den Knopf noch zubekomme plus ein schwarzes T-Shirt mit dem Aufdruck: „Want to fuck my Boyfriend“, auch wenn mein Gemüt eher nach „Want to kill myself“ verlangt und ich außerdem ja gar keinen Boyfriend mehr habe. Aber man kann schließlich nicht alles im Leben haben.
Die Schlange vor dem Club ist kürzer als angenommen, für gewöhnlich geht hier samstags die Post ab. Monatsende sei immer ruhig, erklärt mir der Türsteher. Kurz vor Ersten ist das Leben am Schwersten, er drückt den Stempel auf meinen Handrücken und wünscht mir viel Spaß.
Eng umschlungen steht ein junges Pärchen zwischen mir und der Theke. Ich frag mich ob die beiden überhaupt schon Schamhaare haben, die sehen aus als wären sie direkt aus der Sandkiste in die Disko gekommen.
„In eurem Alter hab ich noch Kastanientiere gebastelt!“, schreie ich die Turteltauben an, drohe damit ihre Mütter anzurufen wenn sie nicht auf der Stelle aufhören mit dem Heavy-Petting an der Theke. Wie soll man denn da zu einem Bier kommen?
Genervt löst sich der Jüngling von seiner Gespielin, zeigt mir den Vogel. Vorsichtshalber mustert er mich dann doch, bemerkt die Aufschrift auf meinem Shirt. Grinst.
„Ach und wo ist dein Kerl?“, will er von mir wissen. Plötzlich dreht sich auch sein Blondchen in meine Richtung, starrt mich mit weit aufgerissenen Augen an, fasst nach meiner Hand und zieht mich an sich….

#Toxoplasmose

Vielleicht war es der bevorstehende Vollmond. Oder zyklusbedingte Unzurechnungsfähigkeit. Es ist gar nicht so einfach einen Schuldigen für Unentschuldbares zu finden. Vor allem, wenn man felsenfest von der eigenen Unfehlbarkeit überzeugt ist. Lieber noch bisschen Drama produzieren um dadurch eine plausible Erklärung für meine eigene Leichtsinnigkeit zu haben.
Schließlich kann man in meinem Alter nicht mehr alles auf die schlimme Kindheit schieben. Toxoplasmose als Auslöser wäre für mich und eine Handvoll anderer Menschen auch nachvollziehbar – allerdings vor Gericht kein Milderungsgrund. Entschuldigung euer Ehren, aber ich habe nur deswegen Raketen aus einem fahrenden Auto abgefeuert weil ich vollgepumpt mit Drogen war und ich mich mit der Katzenkloseuche angesteckt habe. Deswegen bin ich Risikobereitschaftsbehindert. Das kommt nur vom Katztenpipi, können sie ruhig googeln.
Bens Schulterklopfer unterbricht meinen Tagtraum, dabei hätte ich so gerne die Antwort des imaginären Richters gehört.
„Das ist der letzte Rest vom Wochenende. Pass bloß auf, das Zeug ist wirklich stark“, raunt er mir zu.
Mit einer Mischung aus Euphorie, Neugier, schlechtem Gewissen und Selbsthass stecke ich das Briefchen mit dem braunen Pulver ins Portemonnaie, frage mich, ob und wann sie mir ins Gehirn geschissen haben. Der kleine Teufel auf der linken Schulter beruhigt mich, es sei doch alles in Ordnung. Schließlich kommt das Zeug aus der Natur und nicht aus dem Labor. Lieber Heroin als Crystal Meth flüstert die kleine gehörnte Arschgeige, während ich Ben meine letzten Euros in die Hand drücke. Der Eintritt für die Talfahrt kostet n Fuffie, ich bin ja schon so aufgeregt….
Zuhause angekommen sehe ich mich im Netz erstmal nach einem passablen Rachefick um, Auge um Auge, Zahn um Zahn – Mister Lover Lover soll ja nicht glauben, dass ich mir alles gefallen lasse. Abgesehen davon müsste er mittlerweile wissen, wie scharf ich werde, wenn ich wütend bin. Und da er bedauerlicherweise nicht vor Ort ist, muss ich mich wohl mit irgendeinem Toyboy aus dem Internet zufrieden geben.
Misterjoy1999 macht auf dem Profilbild einen äußerst fickbaren Eindruck – zumindest vom Kinn bis zum Bauchnabel. Ich bin immer noch so wütend, dass mir die Aussicht völlig reicht – wenn er wirklich hässlich ist, soll er mich eben von hinten bumsen und ich stelle mir vor er wäre Prinz Harry.
Passenderweise stellt sich dieses charmante Online – Wesen eine knappe Stunde später als Harald vor, als wir uns auf einem Autobahnparkplatz treffen. Sein Gesicht ist genauso schön anzusehen, wie der Rest von ihm – das eng anliegende weise Shirt schmeichelt seinen Konturen, genauso wie seine Jeans. Wäre ich nicht so angepisst, könnte ich ihn direkt auf seinen Knackarsch klatschen.
Er sagt, er mache sowas zum ersten Mal, ob ich schon viel Erfahrung hätte, will er wissen. Nein, nein ich bin noch Jungfrau. Seine Gesichtsentgleisung lässt auf pures Entsetzen schließen, er kauft mir den Mist tatsächlich ab, scheint als wäre er naturblond.
„Mach dir nicht ins Hemd, zwei Minuten von hier entfernt ist ein Waldweg. Lass uns dorthin da ist es ein wenig ruhiger“, versuche ich seine Aufregung zu zügeln. Die legt sich tatsächlich, als wir Händchenhaltend den schmalen Schotterweg entlangspazieren und ich ihm versichere, wirklich keine Jungfrau mehr zu sein. Wenn dumm wirklich gut fickt, ist der Kleine sicher Weltklasse. Mein Handy klingelt, Mister Lover Lover ist am Apparat will wissen was ich tue, ich sage KKKrrrzchchckkerasschaarrkkksch kkrzzzzzkkkuiuiu schlechter Empfang und lege wieder auf.
Blondie fragt, ob ich ein Problem hätte. Wie er darauf kommt, hacke ich nach. Lasse ihn nicht antworten, fasse ihn ungeniert in den Schritt um abzuchecken ob es sich lohnt, noch tiefer in den Wald hinein zu laufen. Doch so sehr ich mich auch bemühe, ich kann keine Genitalien durch den Stoff seiner Hose ertasten. Lieber Gott bitte mach, dass er welche hat.
Haralds Schockstarre hält mich nicht davon ab, ihn auf den moosgrünen Waldboden zu drücken und ihn den Reißverschluss zu öffnen um nach den Kronjuwelen zu suchen. Tatsächlich bemerke ich was Halbhartes hinter der rosafarbenen Unterwäsche. Mein Versuch, seine Hosen komplett hinunterzuziehen wird durch seine immer lauter werdende Schnappatmung erschwert.
„Ganz ruhig, Kleiner. Ich tue dir nicht weh, versprochen. Es sei denn, du willst es?“
Gefühlvoll streiche ich ihm eine Haarsträhne aus seinem kreidebleich gewordenem Gesicht, ehe ich seine Hände auf meine Brüste lege. Plötzlich beginnt er am ganzen Körper unkontrolliert zu zittern, verdreht die Augen nach oben und grölt wie ein wildgewordener Hirsch in der Brunftzeit. Lieber Gott bitte mach, dass es kein epileptischer Anfall ist.
Von einer auf die andere Sekunde entspannt sich der vermeintliche Krampfsüchtige unter mir und lächelt mich verliebt an. Seine Haare stehen in alle Richtungen ab, eine Hand hält immer noch meine Brust. Durch den geöffneten Hosenschlitz drückt ein winziges Etwas gegen die feucht gewordene Short. Hat er sich etwa angepinkelt? Wieso grinst er so dämlich?
„Danke, das war voll geil mit dir“, flüstert er verlegen und mit glasigem Blick, verstaut seinen Penis und schließt den Knopf der Levis. Halleluja, der hat nicht eingenässt sondern abgespritzt. Danke lieber Gott – ich mag deine Art von Humor.