Blutsaugende Arschlöcher unterm Blutmond

Mein unermüdlicher Einsatz vor dem Bildschirm fordert seinen Tribut – mir flackern die Augen, mehr und mehr verzerrt sich der Blick. Ich tröste mich damit, dass die Nebenwirkungen der Realität wohl heftiger ausgefallen wären – lieber überanstrengte Sehorgane als Syphilis. Danke Youporn.
Versuche zu schlafen, doch statt Schafe zu zählen, sehe ich immer noch überall Genitalien. Ich beschließe nie wieder Onlinepornos zu schauen, es sei denn jemand begattet dabei ein Schaf.
Fest entschlossen verordne ich mir Solosex Entzug und starre eine Nacht später auf den roten Mond. Er erklärt mir warum er so rot ist. Ich frage, ob wir uns das Spektakel nicht im Livestream anschauen können. Weil hier draußen stinkst nach Natur, außerdem ist alles voller blutsaugender Arschlochinsekten.
„Keine Angst Babe. So vergiftet wie du bist, wird keiner der Viecher dein Blut wollen.“
Was glaubt der eigentlich von mir?
„Ach ja? Vielleicht gibt’s aber welche die nicht spaßbefreit sind und gerne mal einen draufmachen?“
Trotzig kann ich. Als ob ich ihm da letzte Wort überlassen würde.
„Du meinst Junkiegelsen?“
Meine Halsader schwillt schneller an, als sein Penis beim Anblick seiner Fußpflegerin. Der hat sie doch nicht alle.
„Ja, du Idiot. Vielleicht ist eine davon die Reinkarnation von Pablo Escobar?“
Breit grinsend kommt er zu mir, schiebt mir das Shirt hoch.
„Willst du jetzt wirklich über Karma reden Kleines?“
Unentschlossen ob ich wütender- oder scharf auf ihn bin, winde ich mich aus seinem Griff.
„Und übrigens: dein Hund stinkt.“
Schneller als ich mein Konto überziehen kann dreht er mir die Arme nach hinten, drückt mich auf den Holztisch um mir auch noch die Short nach unten zu ziehen.

#Glaube

Bin ich nichts anderes, als eine egomanische Narzisstin, für die Empathie ein Fremdwort ist? Eine vergnügungssüchtige Lügnerin, die zwischenmenschlichen Tiefgang nur vom Hörensagen kennt? Eiskalter Engel, längst schon dem Untergang geweiht?
Ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick, rastlos wie ein ausgehungertes Tier. Getrieben und gehetzt, ohne die Möglichkeit durchzuatmen renne ich unentwegt umher. Doch egal wie schnell mich meine Beine tragen, das rettende Ufer bleibt unerreichbar.
Zerfressen von der Einsamkeit, wie ein schwarzes Loch, das sich selbst auslöscht. Wo bist du jetzt?
Versinkender Glaube an das Gute im Menschen, zieht alle Hoffnung mit in die Tiefe. Wem soll ich noch trauen, wenn niemand mehr an mich glaubt?

Neujahrspenis

Und während sich Otto-Normalverbraucher langsam aber sicher ans neuerliche Scheitern seiner Neujahrsvorsätze gewöhnt, denke ich immer noch über meinen nach.
Anstatt mit dem Trinken aufzuhören, ziehe ich die Möglichkeit einer Geschlechtsumwandlung in Erwägung.
Nicht weil ich mich im falschen Körper befinde, oder unter Penisneid leide- ich mag die Dinger zwar, in-, aber nicht an mir. Nehmen wir mal an, ich wäre plötzlich Manfred- statt Maja Siffredi – ich würde wieder bei null anfangen. Neuer Pimmel – neue Identität- neue Finanzlage. „Schuldenfrei durch Geschlechtsumwandlung“ – ich kann die Schlagzeilen der Kronen Zeitung schon riechen.
Aber wie soll ich das bei meiner Angst vor Nadeln, Ärzten, Krankenhäusern und Bettpfannen realisieren? Als ambulanter Eingriff geht sowas sicher nicht.
Es scheint fast, als müsse ich mir einen anderen Plan einfallen lassen.
Ob ich einfach mit dem Gerichtsvollzieher schlafen sollte? Brrrr, vermutlich erst im sechsstelligen Schuldenbereich, nach der dritten Geschlechtsumwandlung.
Ich befülle die Scheibenwischanlage meiner Karre mit Wodka vom Diskonter, fürs Frostschutzmittel hat´s Kleingeld nicht mehr gereicht – alles für den Wodka draufgegangen. Hätte ich einen Penis, hätte ich jetzt Grey Goose Blörre und Frostschutzmittel.
Die Tante vom Arbeitsamt sieht irgendwie komisch aus, aber sie will mit mir nicht über Geschlechtstransplantationen und eine eventuelle Kostenübernahme durch ihre Behörde sprechen. Außerdem fände sie es äußerst unpassend, dass ich mit einer Dose Bier in ihr Büro käme. Schließlich sei das hier nicht die Bahnhofsmission.
Ich nicke ihr verständnisvoll zu: „ ja wissen sie, mir wäre Champagner mit Koks auch lieber, aber dafür bräuchte ich dringendst eine Arbeitslosengelderhöhung. Die müsste doch bei so vielen Jahren in ihrem Büro doch wirklich drinnen sein?
Sie lacht mich mit einer Hälfte ihres Gesichts an, die andere bewegt sich keinen Millimeter. Ich glaube sie hat einen Schlaganfall, wünsche ihr noch einen schönen Tag und gehe auf ein Bier in die Stadt.

was wäre wenn?

Was wäre wenn?

Ich hasse die Frage an sich. Wenn meine Tante einen Penis hätte, wäre sie mein Onkel. Hat sie aber nicht. Vermutlich. Also was soll die Scheiße.

Doch der Typ der mit achtunddreißig Euro pro Stunde weniger bekommt als ein ungelernter Möbelmonteur vom Kika, hat gesagt ich soll darüber nachdenken. Bis nächsten Dienstag um sechzehn Uhr.

Und er lasse die Antwort „Dann wär’s halt ein anderer Idiot geworden“, nicht gelten.

Mister Psychotherapeut wird schon wissen was er da von mir verlangt, immerhin hat er sowohl eine Matura als auch ein abgeschlossenes Studium.

Immer und immer wieder rauscht der Satz durch den Kopf, nichts anderes als riesengroße Fragezeichen und erdrückende Leere hinterlassend, kurz davor mir das taub gewordene Herz zu zerreißen.

Doch je länger es da oben rattert umso mehr gewinnt eine gewisse „Jetzt geht’s los“- Stimmung die Oberhand in dem Chaos, plötzlich scheint das Lächeln nicht mehr aufgesetzt und längst verloren geglaubter Glanz kehrt zurück, in die vor Trauer farblos gewordenen Augen.

Könnt aber auch an dem großartigen Sex von vergangener Nacht liegen.

Auf das überfällige Erwachen des Kampfgeists wartend denk ich die Frage zu ende.

Was wäre wenn ich dich nie getroffen hätte?

Mein allerliebster Körperteil würde nicht glühen wenn ich „Jubel“ von Klingade hören würde und ich hätte niemals erfahren, wie es sich anfühlt nur ein verschissener Plan B zu sein.

Die Kraft die Beziehung zu beenden in der ich damals war hätte ich nicht aufgebracht, wären da nicht die Schmetterlinge im Bauch gewesen, für die du verantwortlich warst.

Du hast grenzenlose Begierde in mir ausgelöst doch warst gleichzeitig nie da, wenn ich dich gebraucht hab. Jedes Wochenende bist zu ihr gefahren und du hast wirklich gedacht ich würd zuhause warten bis zu wieder kommst?

Hättest mich nicht permanent übers Telefon so aufgeheizt, wären einige meiner bisherigen besten sexuellen Begegnungen nicht zustande gekommen. Dafür bin ich dir unendlich dankbar.

Auch weil meine Augen und meine Aura gestrahlt haben, jeden in meinem Umfeld ansteckend war ich in dieser Zeit so glücklich wie selten zuvor.

Eine Ahnung davon bekommend was Vollkommenheit bedeutet bin ich durchs Leben getanzt als ob es kein Morgen geben würde, ohne auch nur den Hauch einer Selbstzerstörungstendenz.

Die kam erst später…

Danke. Ich war wirklich glücklich. Waren schöne zwei Wochen.

Ohne dich hätte ich nie erfahren wie sich Ungewissheit anfühlt, das beklemmende Gefühl wenn man weiß dass der Mensch den man liebt bei einer anderen im Bett liegt und am nächsten Morgen mit ihr zusammen aufsteht.

Ohne dich würd ich nicht wissen wie es ist, gegen krankhafte Eifersucht anzukämpfen und ich meine damit nicht meine eigene.

Du hast mich vier Monate alleine gelassen, genau in der Zeit wo ich nichts dringender gebraucht hätte, als eine Schulter zum anlehnen. Jemand der mich in den Arm nimmt und mir irgendeine abgedroschene Floskel ins Ohr flüstert…“Das wird schon wieder werden“

Wenn du nicht gewesen wärst, würd ich bis heut nicht wissen wie schön Heilig Abend sich anfühlt… Völlig alleine, mit der Gewissheit dass der Kerl den man liebt bei einer andern ist.

Auf der Suche nach etwas schmerzstillendem, über einen guten, alten Bekannten gestoßen von dem ich dachte dass er längst passe´ sei…

Der Cocktail aus Einsamkeit und Verzweiflung drückt mich Richtung Gleichgültigkeit, Hass und Kälte.

Und das weiße Pulver aus Lateinamerika drückt mir die Pupillen aus den Augen und das Blut aus der Nase. Immerhin bist mir in dem Zustand scheißegal. Keine Liebe. Keine Hoffnung. Keine Illusion.

Alles was ich will ist mehr. Mehr davon.

Die Angst dich für immer zu verlieren lähmt mein Handeln, lähmt meinen Geist, lähmt meinen Instinkt, unfähig zu auch nur einer banalen Entscheidung treibt der Letze Rest an Vernunft ziellos in einem Vakuum an undefinierbaren Emotionen dahin.

Ich bin verloren ohne Dich.