deschawü 3.0

Nachdem mich Manfred noch am Ort des Geschehens gefeuert- und ich ihn einen frustrierten alten Sack genannt hatte, stieg ich in meinen alten, grünen VW Polo, streckte den Mittelfinger zum Abschied aus der Rückscheibe und fuhr Richtung Stadt.
Ich konnte jetzt wirklich einen Drink vertragen, auch wenn erst früher Nachmittag war. Warum hatten wir auch vergessen, den Zugang zum Hoteldach wieder abzuschließen, bevor wir dort oben gekifft und rumgemacht hatten?
Auf der anderen Seite war ich auch nicht gerade unglücklich darüber, erstens hasste ich diesen Job und zweitens hatte das erwischt werden verhindert, dass Josey meinen verwundeten Hintern sah.
Wo zum Henker steckte der spanische Frühstückskoch eigentlich? Im Gegensatz zu mir, wurde er nicht fristlos entlassen, wahrscheinlich weil er ansonsten einen vernünftigen Job machte und nicht viermal die Woche zu spät kam.
Ich versuchte ihn anzurufen, konnte ihn aber nicht erreichen. Anscheinend kassierte er gerade richtig bösen Anschiss inklusive einer Moralpredigt, warum man im Dienst nicht die Assistentin vom Chef vögeln dürfte. Wie oft saß ich selbst schon im Büro und durfte mir ähnliche Ansagen bezüglich meines Verhaltens anhören, ich würde es sicher nicht vermissen. Die lustigen Ausflüge mit dem Spanier schon.
Ich fuhr die Landstraße entlang und es war wenig Verkehr, vermutlich waren alle die nicht arbeiten mussten am See um der stetig ansteigenden Hitze zu entfliehen.
„Ein Königreich für eine Klimaanlage!“ murmelte ich vor mich hin, während AC/DC´s „Highway to hell“ aus meinen Lautsprechern wummerte und ich beinahe einen Radfahrer umfuhr, da ich am Radio herumfummelte und gleichzeitig in meiner Handtasche nach Marihuana suchte.
„Scheiße, wo kommt der denn her?“ Ich zeigte dem Typen auf dem Mountainbike einen Vogel, er mir seinen Stinkefinger.
„Geiler Tag!“ Ich hatte das Gras gefunden und fingerte nur noch kurz im Handschuhfach um noch nach Zigarettenpapier zu durchstöbern. Während ich mit meinen Knien das Lenkrad bediente hatte ich beide Hände zum drehen eines weiteren Joints frei.
Kaum brannte er, klingelte das Telefon.
„Elena, wo bist du?“
„Also wenn du mich so nennst, muss wirklich ganz böse gewesen sein? Hat er dich auch gekündigt?“
„Schlimmer.“
„Josey du machst mir irgendwie Angst. Raus mit der Sprache, was ist passiert?“
„In einer halben Stunde bei dir?“ Das hielt ich für keine so gute Idee, wusste ich doch worauf dass hinauslaufen würde, er würde das Schäferstündchen von vorhin fortsetzen wollen, woran ich im Moment allerdings kein Interesse hatte. Dies galt in diesem Augenblick einzig und allein dem Vertuschen der vergangenen Nacht.
„Nein, ich will noch nicht nach Hause. Ich wurde soeben rausgeworfen und will mich betrinken gehen. Komm du in einer halben Stunde in die Stadt, ich bin gleich in dem neuen Schuppen beim Kino. Bis dann!“
Ich legte auf, noch bevor er etwas anderes sagen konnte und scheinbar keine Sekunde zu früh, den im gleichen Moment sah ich den Wagen im Rückspiegel, der mich mit Aufblendlicht auf sich aufmerksam machte.
„Was will den der Trottel von mir?“ und kaum hatte ich den Satz fertig gedacht, packte der Fahrer hinter mir ein Blaulicht aufs Autodach und schaltete es ein.
„Verdammte Scheiße!“ Ich warf den brennenden Stick in meine Handtasche, wollte die Fenster zum Lüften aufmachen, bemerkte aber dass sie schon offen waren und fuhr rechts ran, mein Herz konnte ich bis zum Hals schlagen hören. Das andere Auto parkte hinter mir und ich konnte den riesigen Kerl in Uniform aussteigen und in meine Richtung kommen sehen.
„Na, sind wir auf der Flucht?“ Der Typ lehnte sich ans offene Fenster und lächelte mich an. Er war sicher an die zwei Meter groß, hatte kurzes schwarzes Haar, stechend blaue Augen und hätte die perfekten Maße gehabt um Profi- Basketball zu spielen.
„Also ehrlich gesagt, hab ich mich schon etwas verfolgt gefühlt.“ Mit dem unschuldigsten, mir möglichen Augenaufschlag sah ich nach draußen. Wusste nicht wann ich zum letzten Mal einen so scharf aussehenden Uniformierten gesehen hatte.
„Führerschein und Zulassung bitte.“ Er grinst immer noch.
Ich griff nach der Handtasche um meine Papiere zu suchen, und stellte sie auf meine Beine um sie zu öffnen.
Adonis in Gestalt eines Polizisten drehte sich kurz zur Seite um einen vorbeirasenden Wagen nachzusehen.
Nur kurz nachdem ich den Reißverschluss der Tasche öffnete, schoss mir eine Rauchwolke entgegen.
So unauffällig wie möglich zog ich ihn wieder zu und stellte sie zurück auf den Boden, während ich im Stillen ein Stoßgebet ausspreche, er möge es bitte übersehen haben.
„Es tut mir leid, aber ich kann mich jetzt gerade nicht ausweisen.“
Als der Hüne sich wieder mir zuwendet, ist sein Lächeln verschwunden.
„Aha. Und warum zum Teufel raucht es hier plötzlich?“

*

„Mir ist wohl vorhin die Kippe in die Tasche gefallen.“ Versuchte ich mich zu rechtfertigen.
„Und warum riechts dann nach Gras?“ So leicht ließ er sich dann doch nicht hinters Licht führen.
„Tuts doch gar nicht.“ Ich konnte den trotzigen Unterton in meiner Antwort nicht verbergen.
„Steigen Sie bitte aus dem Wagen aus.“
Ich tat was er verlangte, öffnete die Fahrertür und stieg aus dem nach verbranntem Leder und Pot riechendem Auto und strich mir meine Haare aus dem Gesicht.
„Geben Sie mir bitte Ihre Tasche.“
Genau das fehlte mir heute noch.
„Ich denke nicht.“
„Wie bitte?“ verdutzt sah er mich an.
„Sie haben kein Recht dazu meine Tasche zu durchsuchen.“
Selbstsicher gab ich ihm Kontra.
„Und ob. Ich kann Sie aber auch gerne mitnehmen und dem Amtsarzt vorführen lassen.“
„Auch das denke ich eher nicht.“
Völlig gelassen trat ich einen Schritt in seine Richtung und blickte ihn provokant an während ich mir mit einer Hand den obersten Knopf meiner Bluse öffnete.
„Was wird denn das, wenns fertig ist?“ jetzt grinste er wieder.
Ich machte eine weitere Bewegung auf ihn zu und da er keinen Zentimeter wegtrat, nahm ich an, das Dilemma auch anders als mit dem Amtsarzt lösen zu können.
Wir standen immer noch am Straßenrand, neben uns die beiden Wägen die eine allzu genaue Sicht auf unser Treiben gut verbargen, weswegen ich auch keine Hemmung hatte meine Hand in seine Richtung zu strecken, ich wollte prüfen ob alles an ihm so riesig war. Doch noch bevor ich ihn erreichte, packte er meinen Arm und drehte ihn auf meinen Rücken. Er stand jetzt direkt hinter mir und legte mir Handschellen an.
„So einfach kommst Du mir nicht davon.“ Flüsterte er in mein Ohr und drückte mich in Richtung seines weißen Audis.

The Nightmare before Kirchtag

Was ich denn so wichtiges zu tun hätte an einem Montagabend, quengelt er. Das tut er immer, wenn er ohne Frühstücksfick aufstehen muss.

„Dasselbe was ich jeden Abend mache“, antworte ich genervt.

„Weltherrschaft oder Vollrausch?“

Dafür, dass er seit vierundzwanzig Stunden ungevögelt ist, macht er einen recht ausgeglichenen Eindruck. Im Gegensatz zu mir – meine Contenance´ ist wie weggeblasen. Was denkt er sich denn, mich hinzustellen als ob ich Harald Junkes´Klon mit Titten wäre?

Das lass ich mir sicher nicht gefallen, wutentbrannt beende ich das Telefonat. Allerdings bin ich viel zu wütend um ihn zu ignorieren – beim dritten Rückruf gehe ich ran:

„Nein, Mister Obergescheit, ich bin nicht betrunken. Das bin ich montags nie, weil ich da immer ein neues Leben beginne. Wenn du mir auch nur ein einziges Mal zuhören würdest, wüsstest du das längst. Und nur zu deiner Info – ich kratze halbverdaute, ausgekotzte Nagetierrestel vom Fußboden. Die kleben nur deshalb so fest, weil mich deine Erektion über zwei Tage ans Bett gefesselt hat. Du bist also hier nicht der Einzige, der Probleme hat.“

 

Von genervt auf hysterisch in weniger als zehn Sekunden, wehe er lacht jetzt.

Vorsichtshalber beende ich das Gespräch zum zweiten Mal, lege auf und schalte in den Flugmodus. Er soll ruhig wissen, dass es mir ernst ist – theatralisch kann ich.

Schneller als das Bedürfnis zu trinken kehrt meine Verwirrtheit zurück, wo kommen die wandelnden weißen Punkte auf dem Ceranfeld auf einmal her?

Wie Slowmow-Sternschnuppen in orientierungslos; freilaufende Kokainvorräte oder Basmatireis auf Einzelkämpfer-Entdeckungsreise durch meine Küche?

Schneller als das schlechte Gewissen, weil ich seinen Schwanz heut Morgen nicht gelutscht hab, erwischt mich die Gewissheit, dass das keine krabbelnden Schneeflocken sind. Nein, das sind Maden.

Angewidert würge ich knapp am Waschbecken vorbei, Gismo starrt mich entsetzt an, wie eine frisch gebackene Pornoprinzessin beim ersten Deepthroat.  Synchronkotzen für Katzenbesitzer. Beziehungsstatus – es ist kompliziert – aber scheißegeil.

Flugmodus wieder ausgeschaltet, ich lass dreimal bei ihm klingeln. Vergeblich.

Als ob ich mich selbst retten könnte, was ist bloß los mit dem Mann? Woher kommt all das Ungeziefer? Warum riecht es hier nach fermentierter und niedrigtemperaturgegarter Wasserleiche? Woher kommt das Flimmern in der Mikrowelle?

Er ruft zurück.

Mit zitternden Fingern drücke ich ihn weg und öffne den Ofen…..

 

 

Helene Fischer plus Fellatio

Langsam setzt sich der Wagen in Bewegung, es ist eiskalt da drinnen, Klimaanlage sei Dank; und dennoch wird mir mit jeder Sekunde heißer. Ich sitze auf der Beifahrerseite des Taxis, Jan hat sich hinter dem Fahrer platziert, wohl um ganz genau zu sehen, was ich mache. Durch den dünnen Stoff des Strandkleids zeichnen sich meine Nippel ab, was auch dem Typ neben mir nicht entgangen ist.

Ich schätze ihn auf Mitte Zwanzig, er trägt eine verwaschene Jeans zu einem weißen Hemd, dass mit seinen Zähnen um die Wette leuchtet, die Schultern durch lange Dreadlocks verdeckt, die er offen trägt.

Es grenzt an ein verfluchtes Wunder, dass im Radio nichts von Bob Marley läuft. Nein, auch nix von Gentleman oder Patrice. Mister Rastafari hört deutsche Schlager. Was für ein Alptraum.

Atemlos, durch die Nacht.

Helene Fischer CDs sollten sie in sozialen Brennpunkten auf Krankenschein verschreiben; es ist wohl eins der besten Anti-Aphrodisiaka überhaupt, vermutlich mit dem gleich hohen Pearl Index wie Kondome.

Durch die Aussparungen der Nackenstütze kann ich plötzlich Jan spüren, er streichelt meinen Nacken, verfängt sich in einer der Haarsträhnen und zieht mich zurück.

„Sag mal Schätzchen, wolltest du nicht noch was fragen?“

Ach ja, da war noch was.

Es macht mir prinzipiell nichts aus Fremde Menschen nach Oralsex zu fragen; in einer Diskothek oder einer Hochzeit, wobei man da ja auch immer betrunken ist. Aber das hier ist eine ganz andere Nummer.

Drei Kilometer zeigt der Taxameter an, ich habe also noch gute 17 übrig.

Tief einatmen, Helene Fischer ignorieren, ausatmen. Einatmen, ausatmen. Röcheln. So laut atmen, dass man Helene Fischer nicht mehr hört.

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

„Gnädige Frau, ist alles in Ordnung?“

Na toll; der redet auch wie ein Spast. Zumindest ist es mir jetzt egal.

„Nein.“

Die Ampel vor uns schaltet auf Rot, der Wagen hält und Mister Cab Driver sieht mich aus riesigen dunkelschwarzen Augen fragend an:

„Was stimmt denn nicht?“

„Baby, die Musik ist schrecklich. Würde es dir was ausmachen auf FM4 umzuschalten, wenn ich dir im Gegenzug einen blase?“

Jans Griff lockert sich augenblicklich, lachend quittiert er den fragenden Blick des Taxifahrers mit einer Kurz – Anleitung für meine Wenigkeit.

„Schon gut Junge. Sie meint das Ernst und macht das richtig gut. Fick sie ruhig ins Gesicht.“

Lauter werdendes Hupen hinter uns, lässt ihn aufschrecken und weiterfahren, während ich schon über seine Schenkel streichle und bemerke wie die Anspannung in seinen Muskeln merklich nachlässt; oh ja er scheint sich zunehmend zu entspannen.

Fasse ihn zwischen die Beine, sein Schwanz drückt steinhart gegen die Handfläche; öffne den Reißverschluss seiner Levis, hole das glühende Teil in schwarz aus seiner Verpackung. Gott ist der groß, wie hat er all das in der engen Jeans verstauen können?

Die Schwanzspitze leuchtet dunkelviolett, er ist beschnitten und bis auf den letzten Quadratmillimeter rasiert. Juhu; blasen ohne danach ein Wollknäuel auszukotzen.

„Gnädige Frau, ich muss hier Auto fahren.“

Angesichts der Tatsache, dass ich die schwarze Latte bereits bis zum Ende im Mund habe, hält sich meine Begeisterung für Smalltalk in Grenzen, weswegen sich Jan einschaltet.

„Fahr die Übernächste rechts rein.

Durch den Stillstand des Autos werde ich aus der Trance gerissen, wo zum Teufel sind wir denn hier?

Alte Industrieruinen säumen das Blickfeld, als ob die Uhren hier vor sehr langer Zeit stehen geblieben wären.

Lange kann ich mich nicht an dem Panorama sattsehen, unerwartet reißt Jan die Türe auf und zerrt mich aus dem Auto.

Noch bevor ich realisiere was mit mir geschieht, küsst er mich, zieht mir währenddessen das Kleid aus, drückt meine Titten fest.

Winde mich vor Schmerz und Lust, ehe ich zwei weitere Hände spüre, diesmal an meinem Arsch, erst ein vorsichtiges Abtasten um allmählich in forderndes Schlagen überläuft. Schneller und härter knallt die flache Hand auf den Hintern, es brennt wie verrückt.

Unerwartet fange ich mir eine Ohrfeige, unfähig zu einer Reaktion hebt mich einer der beiden auf die Motorhaube, die sich als äußerst heiß erweist.

„Die war dafür, dass ich über eine Woche auf dich gewartet habe.“

Dachte mir schon, dass ich mir die von ihm eingefangen habe, auch die nächste verfehlt ihre Wirkung nicht um einen einzigen Millimeter.

Jan legt mir seine Finger um den Hals, drückt zu, ich bekomme keine Luft mehr. Zwischen meine Beine drängend, packt er den Schwanz aus, reibt ihn an mir und dringt heftig in mich ein, fickt meine Fotze wie ein junger Gott.

Will schreien, weit geöffnet der Mund als ich plötzlich noch was Hartes dort reingerammt bekomme; amüsiertes Gelächter über mir.

„Baby, ich hab dir doch gesagt, dass die Klappe nicht immer so weit aufmachen sollst.“