Hoch wie nie

Bukowski kann mich am Arsch lecken. Jelinek sowieso. Und vom Rest der Kärntner Möchtegern-Poeten fang ich gar nicht an..

Wirksamer als blutdrucksendende Medikamente ist eh nur der Justin. Ja, genau der. Der Biber. Sorry….

Und auf euch hirngeficktes Pack kann ich genauso gut verzichten wie auf Genitalherpes – scheiß auf euch.  Entschlossener als Merkel in der Flüchtlingskrise, schmeiß ich alles hin. Genug gearbeitet, wird Zeit zum Spielen.

Work hard – Play hard.

Emanuel freut sich mich zu sehen, er strahlt über beide Ohren. So wie der Rest seiner Entourage – Randgestalten so wie du und ich. Die kleine Bude ist gerammelt voll mit Verrückten, es riecht nach Koks und Gras.

Joshua fällt mir um den Hals, als ob ich das Christkind wäre das direkt aus Bogota eingeflogen ist. Wusste gar nicht, dass ich der Stargast der Party bin. Dünne Blutspuren unter seiner Nase singen „wir sind so hoch wie nie“.

Party hard.

Miss Djane knallt sich das weiße Pulver im Minutentakt ins Hirn, Emanuel lässt die Korken knallen.

Stimmung Baby.

Tanzt ihr Stricher, die Königin hat Laune.

Mitten auf dem Glastisch türmt der  Stoff aus dem unser aller Sehnsucht ist.

Herr Doktor bastelt Striche, genug für den ganzen Haufen Chaoten hier drinnen. Misses Djane rotzt grinsend vor sich hin. Spieglein, Spieglein auf dem Tisch, mach mich munter, mach mich frisch. Weil wir ziehen alles – außer Konsequenzen…

Schwärzer als Sebastian Kurz funkeln Joshuas Leuchter, heftig gestikulierend erzählt er von seinem erfolgreichen Drogenentzug. Er will wissen, wann die Putzfrau endlich kommt.

„Alter, sie bringt dir den Staubsauger morgen wieder“, Emanuel faucht ihn an.

Wen interessiert Haushalt um die Zeit?

„Stop. Kurze Zwischenfrage – deine Putze borgt sich den Sauger von deinem Kumpel aus?, irritiert suche ich nach einem Strohhalm in meiner Tasche.

Misses Djane bricht in schallendes Gelächter aus, Emanuel und Joshua nicken mir zu.

Verständnisvoller als das Dr. Sommer Team schaue ich in die Runde: „Klingt eh logisch, ich muss meinem Mechaniker auch immer das Werkzeug mitbringen.“

Plötzlich wird die Türe aufgerissen, der Staubsauger kommt samt Putze hereingeschneit.

„Was du wollen Sauger? Sowieso genug saugen ihr alle – du noch brauchen Cola? Ich nur mehr diese Viagra, aber keine Problem.“

Das nenn ich mal Zusatzverkauf, die Alte sollten sie für Marketingschulungen abwerben – zehn Minuten später hat sie alles verkauft, außer ihre Oma. Blaue Pillen, Ritalin, Koks und eine Baretta wechseln den Besitzer. Hier drinnen geht’s schlimmer zu als aufm Marokkanischem Basar.

Hashtag die falschen Freunde.

Hashtag wir sind die, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben.

Die Knarre fühlt sich geil an, fast so erregend wie Methlphenidat mit Stolichnaya. Knallt.

Ich brauche dringend Frischluft, genug Chemie. Mit weit aufgerissenen Augen folgt mir Emanuel nach unten. Ob ich nicht lieber hier schlafen möchte?

Ich stütze mich an der Brüstung ab, schüttle den Kopf. Gott ist das heiß hier draußen….

Hebe den Kopf, wortlos streicht er mir die Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich packe sein Handgelenk, drücke es nach unten, küsse ihn. Er bugsiert mich auf die Motorhaube des Wagens, schiebt meinen Rock nach oben. Provozieren hilft.

Er fickt mir das Hirn raus, unter uns Rush Hour.

Über uns fallende Sterne.

Sichtschutz in gelb

Mir ist schwindlig im Kopf, außerdem ist es mir rätselhaft seit wann gelbe Vorhänge das Bett umranden.  Drehe mich noch mal zur Seite, weiterschlafen hilft bestimmt.

Drifte gerade zurück in den Tiefschlaf, als mich lautes Schnarchen aufschrecken lässt.  Zögere eine Sekunde, doch schließlich siegt die Neugierde und ich schiebe den Sichtschutz zur Seite.

Bitte, wer ist denn er?

Lebt der noch?

Ein grauhaariger Mann, ich schätze ihn auf einhundertschzig Jahre, liegt regungslos auf der Pritsche nebenan. Bin ich im Leichenschauhaus?

Aber dann würd ich doch in einer Holzkiste liegen?

Wäre ich nicht so routiniert in substanzbedingten Gedächtnisverlust, könnte ich glatt in Panik ausbrechen. Ich gebe mir Mühe mich zu orientieren, als der Scheintote nebenan zu brabbeln beginnt. Gott sei Dank –  der ist gar nicht tot – der riecht nur so.

Warum sollte er sonst auch am Tropf hängen?

Der Gedanke beruhigt mich solange, bis ich registriere, dass er nicht der einzige mit einer Kanüle in der Vene ist. Durch einen durchsichtigen langen Schlauch bin ich mit dem Plastikbeutel über dem Bett verbunden, tröpchenweise läuft die Flüssigkeit nach unten, direkt hinein in die Blutbahn.

Langsam aber sicher erhärtet sich der Verdacht, nicht in meinem Schlafzimmer zu sein.

Müssen meine Partys eigentlich immer so enden?

Auf der gegenüberliegenden Seite des Raums wird plötzlich eine Glastüre aufgerissen, durch die ein Blondchen ganz in weiß durchgeschossen kommt.  Ihre Brillengläser sind so dick wie die Unterseite eines Aschenbechers, in der Brusttasche ihres Kittels stecken bunte Kugelschreiber, die es mir schwer machen ihr Namensschild zu entziffern. Alles was ich erkennen kann, ist ein Doktor Titel.

Mit ernster Miene bleibt sie am Fußende des Betts stehen, zieht eine ihrer Augenbrauen nach oben während ihr Kopf nach links kippt:

„Sie wissen wo sie hier sind, Frau Siffredi?“

Ob sie es selbst auch weiß?

„Naja, wie im Hilton schauts hier nicht gerade aus.“

Der brabbelnde Schnarchkopf lacht.

Frau Doktor wirkt spaßbefreit, ohne mit der Wimper zu zucken wirft sie einen Blick auf das Klemmbrett in ihrer Hand. Unterdessen füllt sich der Raum, ein Weißkittel nach dem anderen versammelt sich um die humorlose Blondine. Das ist ja schlimmer als auf einer Baustelle –  einer arbeitet, zwanzig schauen blöd zu.

„Haben sie Selbstmordgedanken Frau Siffredi?“

Was für eine Überleitung, gratuliere Frau Doktor.

„Prinzipiell oder momentan?“

Blöde Frage, blöde Antwort.

Einige ihrer Handlanger beißen sich auf die Lippen, doch nicht allen gelingt es, ernst zu bleiben. Unterdrücktes Kichern aus den hinteren Reihen, bestärkt mich in der Annahme, dass die Tante zum Lachen in den Keller geht.

Mein Magen macht mit heftigen Knurren auf sich aufmerksam, überstimmt alle anderen Nebengeräusche und erinnert mich an meine Verfressenheit. Spiegeleier wären jetzt geil. Und Räucherlachs. Und Kaffee. Und Schokolade.

Wann habe ich das letzte Mal was gegessen?

„Denken Sie daran sich selbst zu verletzen?“

Frau Doktor lässt nicht locker.

„Nein, ich denke an Frühstück.“

Sie erklärt mir, dass ich in der Psychiatrie bin. Verstehe nicht, was das mit meiner Bitte nach Essen zu tun hat, Irre brauchen doch auch Kohlenhydrate? Drohe mit der Patientenanwaltschaft, drei Minuten später löst sich die Menschentraube vor mir auf, ein Kerl in grüner Montur stellt ein Tablett neben mein Bett, wünscht mir guten Appetit und zischt wieder ab.

Der Hunger treibts rein, die Gier behälts unten. Will gar nicht wissen, was genau ich da in mich reinstopfe. Hauptsache Futter.

„Lange nichts mehr zu essen bekommen?“

Erschrocken zucke ich zusammen, dem unkontrollierten Muskelkrampf folgt ein Knall gegen die Fensterscheibe, die den Amokflug meiner Gabel beendet. Wer hat da grade mit mir geredet?

Ach ja. Da war ja noch einer.

Der totgeglaubte Greis von nebenan wirkt gar nicht mehr so tot.

„Schmeißt du immer mit Besteck herum, wenn dich ein Mann anspricht?“

Verarscht mich der etwa?

„Ja, deswegen haben sie mich in die Klapsmühle gesperrt.  Und du?“

Polytoxikomanie

Es kribbelt wie Millionen laufender Ameisen unter der Haut, Tims Augen werden schwarz. Seine Pupillen funkeln so groß wie der Vollmond über unsren Köpfen.

Ich muss an Schuhu denken. Dem Polarvogel würde es bei den Temperaturen sicher gefallen.

„Alles in Ordnung bei dir?“

Tim bemerkt den grübelnden Ausdruck in meinem Gesicht.

„Passt schon. Musste nur grade an eine Eule denken.“

Unter uns tausende Feiernde, die der Kälte trotzen und genauso vom unerwartet einsetzenden Bass überrascht werden wie wir hier oben.  Mit der Schlagkraft einer Abrissbirne beschleunigt der DJ den Beat, die Menge tobt im Stroboskopgewitter. Über uns die Sterne, darunter der Flow – Euphorie macht sich breit und wie zum Beweis tanzt Jan durch die offene Balkontüre zu uns nach draußen:

„Leute, ich liebe euch.“

Jetzt wo er´s sagt, spür ich´s auch plötzlich. Außerdem krampft mein Kiefer mit seinem um die Wette.

Ob sich Vögel  verlieben können?

Haben Eulen Kiefer?

Diese ganze Fragerei bringt mich aus dem Takt. Ich kann nicht tanzen und denken gleichzeitig. Für Multitasking ist es zu kalt. Und zu spät. Und zu dicht.

Über uns schießt ein rosa Lichtblitz in den schwarzen Himmel, knapp gefolgt von neongrünem Blinken das die rotierende Menschenmenge wie ein großes Ganzes erscheinen lässt. Hektisch drehe ich mich um die eigene Achse und laufe durch das Zimmer nach draußen. Ich muss da runter. Mittendrin statt nur dabei…

Schiebe mich durch den Einlass  nach vorne, das Wummern in der Magengegend wird umso heftiger, je näher ich den Boxen neben dem DJ Pult komme. Wie ein zusätzlicher Stromschlag der das Nervensystem auf Vollgas dreht, gepusht und losgelöst. Mit dem Hauch einer Ahnung, wie sich Vollkommenheit anfühlt.

Zack. Bumm. Tauch.

Filmriss.

Starke Arme, die sich unter meine hacken. Als würde mich jemand wegziehen. Wohin ist der Bass verschwunden? Blinzle verstohlen durch ein halb geöffnetes Augenlid in die Dunkelheit.

Bin ich etwa gestorben ?  

Kann nur verschwommene Silhouetten erkennen, es ist so gespenstisch ruhig um mich herum. Außer dem Wummern im Kopf und einem lauter werdendem Atemgeräusch knapp hinter mir scheint es still geworden zu sein.

WO bin ich hier?

Versuche mich aus dem klammernden Griff zu befreien, kapituliere aber, als meine Oberschenkel ihren Dienst versagen und das schwache Licht zum zweiten Mal ausgeht.

Ob Eulen Winterschlaf halten?

Wie schmeckt so ein Vogel?

Stehen Schuhus unter Naturschutz?

Ich glaube er schmeckt nach Strauß.

Wieso riecht es hier nach Marihuana?

Wessen Atem spüre ich im Nacken ? 

Panisch  reiße ich die Augen auf. Der Teddybär neben dem Kopfkissen ist mir völlig unbekannt. Vielleicht sieht er deswegen so apathisch in meine Richtung? Wer zum Teufel kifft hier? Hatte ich letzte Nacht Sex? Und wo bin ich eigentlich?

Und welcher Vollspast kauft sich Bettwäsche mit Hirschköpfen drauf?

Verstohlen werfe ich einen Blick unter die Decke, die höchstwahrscheinlich von Jägermeister gesponsert wurde –  und siehe da, es geschehen doch noch Zeichen und Wunder. Ich bin tatsächlich noch angezogen. Inklusive Stiefel.

Die Frage nach dem Koitus wäre somit vom Tisch.

Noch ehe ich eine Antwort auf eine der anderen existentiellen Ungewissheiten finden kann, schreckt mich das dreckige Lachen hinter mir auf. Kreische wie ein kleines Mädchen und springe mit der Dynamik einer Heuschrecke auf Amphetamin aus der Pritsche hoch.

An deren Fußende sitzt unterdessen ein amüsiert aussehender Tim, der vor Lachen beinahe auf den Parkettboden kracht. Wäre mir nicht so schwindelig, würde ich ihn eine reinhauen. Doch noch bevor ich das Gleichgewicht wieder finde, gebe ich dem Zittern meiner Beine nach und lasse mich zurück aufs  Bett fallen.

„Bist du bescheuert?“

Tims Blick verfinstert sich:

„Zumindest weiß ich, wann genug ist, du Irre.“

Wovon redet der denn?

Irgendetwas summt. Außerdem glaube ich, dass mein Kopf explodiert. Ein schmaler Lichtstrahl fällt durch die Vorhänge auf das Fußende des Betts. Genau dorthin wo das nervige Geräusch herkommt.

Verdammt. Mein Telefon.

„Hör auf mich irre zu nennen. Du weißt, dass mir das nicht gerecht wird.“

Lachend öffnet er eine Cola und streckt sie in meine Richtung.

„Stimmt. Du bist geistesgestört hoch tausend. Dafür gibt’s noch gar kein Wort“

Die Kohlensäure brennt furchtbar im Hals, doch der Zuckergehalt der Limo holt mich für eine Weile wieder runter von meiner Welle. Und noch während ich mich frage, welcher Tag heute ist, summt es erneut. Ach ja, das Telefon!

Beim Checken der ungelesenen dreihundert Nachrichten stockt mir der Atem, als ich seine entdecke:

Er würde mich immer noch lieben. Und wollen sowieso.

Mein Herz tanzt.

Ob er auch manchmal an große, weiße Vögel denkt?

Ob der große, weiße Vogel manchmal auch an uns denkt, wenn er sich das Herz bricht?

Geht das ohne Kiefer überhaupt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Männerüberschuss mit Schokolade

Der ältere Herr am Empfang wirkt  genauso unscheinbar, wie der Club von außen. Seine null-acht-fünfzehn Senioren-Frisur ist so schneeweiß wie die Pulverschicht auf dem Tresen. Und auch der Eingangsbereich haut mich jetzt nicht vom Hocker. Rot-gedämpftes Licht fällt aus unzähligen Spots auf ein schwarzes Stoffsofa, es riecht nach billigem Parfüm. Ich lege meinen Trenchcoat ab, unter dem ich außer einer transparenten schwarzen Bluse, Strapsen und High Heels nichts mehr anhabe. Auch Yves hat sich bis auf die Boxershort ausgezogen und gibt unsere Sachen dem Kerl, der sie mit einem fetten Grinsen in der Garderobe deponiert, ohne seinen Blick ein einziges Mal von meinen Brüsten abzuwenden.

Yves packt meine Hand und zieht mich die Treppe nach unten; ich dachte eigentlich, dass nur österreichische Männer ihre wesentlich jüngeren Frauen in einen Keller locken. Wieder was gelernt. Auch Franzosen bekommen dabei Ständer.

Und was für welche!

Kann meine Finger nicht von dem Kerl lassen, am Ende der Treppe angekommen, drücke ich mich gegen seinen Körper . Meine Hände streichen über die Beule seiner Short, wir küssen uns.   Yves flüstert mir ins Ohr: „Du wirst heut noch genug Schwänze zu spüren bekommen.“

Dass sich seine Prophezeiung bewahrheiten wird, wird mir beim anschließenden Rundgang durch den Club bewusst. Abgesehen von einer kleinen Blondine, die sich auf einer der Spielwiesen von zwei Kerlen die Seele aus dem  Leib ficken lässt, während an die zehn weiteren dabei wichsend zuschauen, bin ich wohl die einzige Frau hier.

„Na, du kleines Miststück? Hab ich zu viel versprochen?“

Diesmal sind es seine Hände, die tiefer wandern.

„Challenge accepted.“

„Ach ja? Dann solltest da drüben helfen.“

Yves deutet in Richtung der offensichtlich unterbeschäftigten Herren, denen meine Anwesenheit nicht entgangen ist und klatscht mir auf den Hintern.

„Was meinst du mit helfen? Soll ich denen eine gute Nacht Geschichte vorlesen, wenn sie fertig sind?“

Ohne seine Antwort abzuwarten, stakse ich zu dem Haufen Schwanzträgern, knie mich auf den Fußboden und nehme dem ersten die Arbeit ab. Kaum habe ich sein Ding in der Hand, rückt der Mann neben ihm ein Stück weiter zu mir und hält mir seine Latte vors Gesicht. Ich habe den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und blase mich gerade warm, als er sich mit einem geniert-gehauchten „Pardon Madame“, gerade noch rechtzeitig aus mir zurückzieht. Trotzdem erwischt mich die erste Ladung halb im Gesicht, halb auf den Haaren. Wozu hab ich mich heute noch mal geföhnt?

„Ist alles okay Maja?“

Yves steht hinter mir, streichelt über meine Schultern.

„Mein Auge brennt ein wenig. Sonst ist super.“

Lachend stellt er eine Packung Kleenex neben mich, er hat das wohl kommen gesehen. Gerade als ich mir das Gröbste weggewischt habe, wedeln auch schon die nächsten mit ihren Schwänzen vor mir herum. Zum Glück haben die anderen mehr Talent beim Zielen als der Erste, zumindest sollte an dem Abend nichts mehr ins Auge gehen.

Bei Nummer sieben höre ich auf zu zählen, habe aber langsam Angst eine Kiefersperre zu bekommen. Ich höre wie sich Yves mit einem der Männer unterhält, bevor er mich hochzieht, umarmt und küsst.

„Fick mich bitte Yves.“

Unweit des quiekenden Blondchens, gehe ich auf der Gang-Bang-Matratze auf alle viere, er kommt meiner Bitte nach und vögelt mich solange, bis ich dieselben Laute wie sie von mir gebe. Porno pur.

Ich bin kurz vorm Kommen, als er plötzlich innehält und dem jungen Kerl, mit dem er davor geredet hat, etwas zuraunt.

Noch ehe ich weiß, worum es grade geht, streift sich der Unbekannte ein Kondom über. Yves schnappt mich, spuckt auf meinen Arsch, schiebt mir erst seine Finger- und anschließend seinen Schwanz in den Hintereingang.

Kaum hat er sich ganz in mir versenkt, werde ich von ihm auf den Rücken gedreht. Er liegt nun unter mir und drückt meine Oberschenkel ein wenig auseinander. Gerade soweit um seinen neuen Kumpel, der vor mir steht und meine Brüste knetet, auch noch Platz zu machen.  Vorsichtig schiebt er sich zwischen meine Beine, quälend langsam setzt er die Spitze seines Riesendings an.  Zentimeter um Zentimeter taucht er weiter in mich.

Boom.

Jetzt bin eindeutig ich diejenige, die am lautesten winselt.

Die Geräuschkulisse kickt zusätzlich zu den zwei Männern in mir, die mich in den Wahnsinn vögeln und mir erst eine Verschnaufpause gönnen, als ich kurz vorm Kapitulieren bin. Allerdings sehen die Beiden auch sehr mitgenommen aus, dafür dass sie im Gegensatz zu mir, nur einmal abgespritzt haben.

Mit zitternden Beinen wackeln wir zu den Duschen, ein schwarzer Gott mit langen Rastas kommt die Treppe nach unten geschlendert und unterhält sich dabei angeregt mit dem Typen vom Empfang.

Gott ist der geil.

Mir bleibt bei dem Anblick der Mund offen stehen, als die Reinkarnation von Bob Marley auch noch in meine Richtung lächelt, haut es mich um ein Haar um.

Yves schlingt seinen Arm um meine Taille: „Maja, du kleine Schlampe, wen von den Beiden willst zum Nachtisch?“

„Schokolade, bitte.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über hypersensible Krapfen, Ständerverschwendung, Fickfrösche und Arschlochkatzen

Irgendwann komme ich in einem fremden Zimmer wieder zu mir, desorientiert und wundgevögelt versuche ich mich zu erinnern, vor allem weil der nackte Kerl neben mir es wert wäre, ihn nicht zu vergessen.

Brauche einige Minuten um mich in der Dunkelheit zurechtzufinden, die einzige Lichtquelle ist der Vollmond, der durchs offene Fenster auf die schlafende Gestalt mit Halberrektion scheint. Wo zum Teufel bin ich hier? Wie spät ist es? Welches Jahr? Haben wir schon einen neuen Bundespräsidenten? War ich bei der Wahl?

Stapse über herumliegende Klamotten um einen Blick nach draußen zu werfen, und tatsächlich- schräg unter der blendenden Säufersonne steht das gottverdammte Riesenrad.

Wie zum Henker bin ich in den verfickten Prater gekommen?

Wollte doch nur den Müll rausbringen.

Danke liebes Arschlochkuscheltier.

Lautlos suche ich in dem Sauhaufen nach meinen Klamotten, muss hier dringend weg. Auch wenn  ich ansonsten alles andere als eine Ständerverschwenderin bin, bin ich schlicht und einfach zu verwirrt um den schlummernden Fickfrosch wachzublasen. Wer weiß, vielleicht ist er eine Niete im Bett?

Außerdem fühlt sich meine Zaubermaus an, als ob ich mich von einem ganzen Rudel gut bestückter Sportficker besteigen- und im Anschluss fisten lassen hätte. Knie so weich wie vergammelte Bananen, bekomme die Beine beim Gehen nicht zusammen weil die Schwellung in der Mitte keine Reibung mehr verträgt. Als würde man einen hypersensiblen Krapfen zwischen den Beinen stecken haben.

Nicht mal Marko Anautovic läuft so breitbeinig. Vermutlich hat man auf seine Vagina mehr Rücksicht genommen.

Fluchtartig fische ich einige Fetzen vom Boden, die passend erscheinen und schleiche mich hinaus. Doch anstatt dem erwarteten Vorraum einer Wohnung, stehe ich in dem hell beleuchteten Gang eines Hotels. Nackt.

Filmriss für Fortgeschrittene.

Hektisch schlüpfe ich in die geklaute Boxershort und das T-Shirt. Unterwäsche und Schuhe werden eh überbewertet. Genauso wie Bargeld und Handy.

Nichts wie weg hier.

Ich bin dabei mich zu beruhigen, als ich den Fahrstuhl erreiche. Im gleichen Moment, in dem der Herzschlag unter hundertachzig bpm fällt, sehe ich mein Spiegelbild in der Kabine des Aufzugs und befürchte jeden Moment einen Infarkt zu kriegen, wobei der Anblick nach einem Selfie für Facebook schreit.

Hashtag dieMetamorphosevomPennerzurpsychotischenVollgestörten  – Spermaflecken auf der Short und ein XXL-Shirt mit der Aufschrift  „Sex habe ich genug – das Leben fickt mich jeden Tag.“

Mit der Wucht einer Abrissbirne trifft mich die Erkenntnis, dass mich die Katze umbringen will, ich in Zukunft vorsichtiger recherchieren- und nie wieder Männersachen im Dunklen mitgehen lassen werde.

Außerdem frage ich mich, wieso mir der Laden so bekannt vorkommt, als ich im Erdgeschoss ankomme und durch die Lobby schlurfe. Kurz bevor ich den Ausgang erreiche, ohne vom Rezeptionisten bemerkt zu werden, kommt ein sehr vertraut wirkender Kerl aus der Toilette.

Geschockt gafft er mich an, ich starre zurück und plötzlich fällt der Vorhang:

„Hi Joey.“

„Babe… Oh mein Gott. Was ist mit dir passiert? Was tust du hier? Kaffee?“

„Tequilla wär mir lieber.“

Joey umarmt mich, leise flüstert er mir ins Ohr:

„Wir gehen jetzt nach Hause.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Münchner Freiheit

Seine Zunge schmeckt nach mehr, tastende Finger fassen nach dem Reißverschluss von meinem Kleid und öffnen es. Ich streife es über den Kopf, schleudere es in die Ecke, stehe nur noch in halterlosen Strümpfen und schwarzen High Heels vor ihn. Seine Hand greift nach meiner und drückt sie auf seine eng gewordene Hose, unter der sich ein hart gewordenes Prachtexemplar bemerkbar macht. Er nimmt den Gürtel ab und drückt mich auf den Fußboden.

IMG_20150524_000307Beim Ordern eines weißen Spritzers, sieht mich die Kellnerin etwas irritiert an. Ach ja, das ist doch Deutschland, die verstehen das nicht.

„Eine Weißweinschorle, bitte“, korrigiere ich und ihr Gesichtsausdruck entspannt sich augenblicklich.

Die Bar im Erdgeschoss des Hotels ist gut besucht, es scheint eine Firmenveranstaltung stattzufinden, da so viele Schlipsträger herumwuseln. Ich halte Ausschau nach meinem Date, da ich allerdings nicht weiß wie der Kerl aussieht, steigt die Spannung und weckt meinen Spieltrieb.

Ein hundertfünfzig hoch zwei Typ (hundertfünfzig Jahre, hundertfünzig Kilo), nimmt am Nebentisch Platz und zieht mich mit seinen Blicken aus. Oh mein Gott, bitte mach dass es nicht meine Verabredung  ist.

Die kleine Blonde von der Bar bringt mir meinen Drink und ich stochere gelangweilt mit dem Strohhalm darin herum, mein Gegenüber keines Blickes würdigend.

Plötzlich schießt ein gutaussehender junger Mann hinter einer der Deko Palmen hervor und lächelt mich an. Jackpot, denk ich mir, doch so schnell die Schnitte da war, ist sie auch schon wieder verschwunden. Schade, das wär wirklich ein würdiger Tagesabschluss gewesen, zumindest hat er es schon geschafft meine Vorfreude immens zu steigern, das Kopfkino ist anständig aufgeheizt als mir noch jemand auffällt, dessen Blick suchend durch die Empfangshalle schweift.

„Ich trage ein oranges Kleid und sitze neben dem Eingang vom Restaurant“, gespannt tippe ich die What´s App Nachricht und beobachte ihn dabei. Keine zehn Sekunden nachdem ich auf Senden getippt habe, zieht er sein Telefon aus der Jeans. Bingo das ist er, Kategorie äußerst heiß.

„Hallo Thomas.“

Durch seine Jeans und sein Hemd kann ich eine athletische Figur ausmachen, er trägt eine Glatze und grinst mich verschmitzt an als er Platz nimmt. Nach nicht mal drei Sätzen Smalltalk, frage ich mich wie er wohl schmecken wird,  wie groß sein Schwanz ist, ob er gut küssen kann, aber  vor allem wie lang er mich wohl ficken wird.

Einzig und allein mein Hunger hindert mich daran sofort mit ihm aufs Zimmer zu verschwinden. Wir unterhalten uns großartig, wie vermutet ist er sportlich sehr ambitioniert und außerdem hat ziemlich was aufm Kasten. Die Vorfreude siegt schließlich über den Hunger und ich lass die Hälfte meiner Pasta stehen, folge ihn zum Lift.

„Schade eigentlich dass der Aufzug aus Glas ist.“

„Wie meinst du das?“, sein Gesichtsausdruck ähnelt dem der Kellnerin von vorhin und ich überlege ob die beiden verwand sein könnten.

„Weil ich dir sonst hier schon einen geblasen hätte.“

Volltreffer. Damit hat er nicht gerechnet. Verlegen sieht er mich an.

„Wir sind gleich da.“

Kaum ist die Zimmertüre ins Schloss gefallen ist es mit der aufgesetzten Schüchternheit endgültig vorbei, er zieht mich an sich, klatscht mir mit der flachen Hand auf den Hintern und küsst mich.

Seine Zunge schmeckt nach mehr, tastende Finger fassen nach dem Reißverschluss von meinem Kleid und öffnen es. Ich streife es über den  Kopf, schleudere es in die Ecke, stehe nur noch in halterlosen Strümpfen und schwarzen High Heels vor ihn. Seine Hand greift nach meiner und drückt sie auf seine eng gewordene Hose, unter der sich ein hart gewordenes Prachtexemplar bemerkbar macht. Er nimmt  den Gürtel ab und drückt mich auf den Fußboden.

Ziehe ihn mit einer einzigen Handbewegung alles an Stoff hinunter, er riecht so unglaublich gut, gierig schließe ich meine Lippen über das glattrasierte Teil und kann meine eigene Erregung nicht mehr leugnen als Andreas seine Finger in meine völlig durchnässte Spalte schiebt.

„Du kleines Luder bist ja total geil…“, scheinbar ist es ihm aufgefallen, dass er nicht der einzige ist der kurz vor der Explosion steht, obwohl wir noch nicht mal in den zweiten Gang geschalten haben.

Langsam aber bestimmt lasse ich seinen Schwanz in meinen Rachen gleiten, sein lautes Aufstöhnen lässt  mich wissen, dass es ihm genauso gut  gefällt.

Immer fester drückt er meinen Kopf gegen seinen Schoß, meine Fotze ist dabei auszulaufen als er unerwartet das Tempo verlangsamt und mir seinen Prügel bis zum Anschlag in den Mund schiebt.

Öffne die Augen, hebe den Blick, lecke über die Spitze der Latte und schaue in seine Augen, es  scheint ihm die letzte Sicherung rauszuhauen. Von einem ekstatischen Zucken begleitet schießt er mir die volle Ladung an der Zungenspitze vorbei in die Kehle, während mich seine Finger immer noch ficken.

Ich hab noch nicht mal runtergeschluckt als es auch mir kommt, schreie überwältigt auf, ehe er mir den Mund zuhält.

„Psst, das war doch erst der Anfang..“ , erstaunlich gefasst flüstert er das schärfste Versprechen des Tages in mein Ohr und ich weiß genau dass er es nicht brechen wird.

Insomnia – eine Nacht die niemals enden sollte

Der Kiefer verkrampft, ich fahre mit der Zungenspitze über die Lippen und schmecke Blut. Wie besessen hämmert der Beat aus den Boxen, wirkt wie Brandbeschleuniger aufs rasende Herz. Es ist so heiß hier drinnen.Fühle deine Hand wie sie meinen Hinterkopf hält und das Gesicht in deine Richtung drückt, intensiver als jemals zuvor. Dein Atem ist spürbar nah an meinem, kurz bevor ich dich küsse lasse ich mich um ein Haar von der Welle mitreißen, die mich vom Kopf bis in die Zehenspitzen durchfährt.

Bin getrieben und gehetzt, als wäre irgendetwas Undefinierbares hinter mir her um den letzten Funken an Vernunft aus mir heraus zu kitzeln.

Tausende Flausen im Kopf, Vorstellungen, Pläne völlig unstrukturiert und wie aus dem Nichts erschienen, lassen mich einen Moment innehalten um einen Atemzug später dahinter her zu laufen ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, wohin die Reise führt.

Ich drehe mich, wanke, falle ins Bodenlose und frage mich währenddessen noch wie zum Teufel das passieren konnte.

Der Kiefer verkrampft, ich fahre mit der Zungenspitze über die Lippen und schmecke Blut. Wie besessen hämmert der Beat aus den Boxen, wirkt wie Brandbeschleuniger aufs rasende Herz. Es ist so heiß hier drinnen.Fühle deine Hand wie sie meinen Hinterkopf hält und das Gesicht in deine Richtung drückt,  intensiver als jemals zuvor.  Dein Atem ist spürbar nah an meinem, kurz bevor ich dich küsse lasse ich mich um ein Haar von der Welle mitreißen, die mich vom Kopf bis in die Zehenspitzen durchfährt.

Unzählige winzige Nadelspitzen, die mich für den Bruchteil einer Sekunde treffen,  in einer flüssigen Abwärtsbewegung durch sämtliche Nervenstränge rasen und  nichts als einen Blitz aus Hitze in der Wirbelsäule hinterlassen, der schneller vergeht als die eigene Unschuld.

Zentrierte Glut, ich schmecke dich, deine Zunge spielt mit meiner und ich kann keinen einzigen klaren Gedanken mehr fassen, völlig instinktgesteuert lasse ich mich fallen.Presse meinen Körper an deinen, bekomme nicht genug von dem Geschmack und dem Gefühl das du in mir auslöst. Jede Berührung brennt wie Feuer auf nackter Haut, elektrisiert die Sinne, macht süchtig nach dir.

Wir geben uns der Vollkommenheit hin, gefesselt von deinen dunklen Augen, kann ich meinen Blick nicht von Dir abwenden und explodiere vor Glück.Das Karussell dreht sich weiter, lässt uns keine einzige Sekunde zum Verschnaufen, keine Möglichkeit dem Siedepunkt zu entfliehen, der nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Schlinge die zitternden Arme um dich, wir  bewegen uns zum Takt von Mr. Kalkbrenner, völlig unwissend dass dieser Moment nie mehr wieder kommt, und wahrscheinlich sind wir genau deswegen so losgelöst und glücklich.

Die Grenzen  zwischen Dir und mir sind flüssig, ungenau  und beinahe nicht mehr zu erkennen, ich weiß nicht mehr wo du anfängst und ich aufhöre. Verliere mich in dir und lasse mich herausfordernd zu Boden drücken, ehe wir uns Sekunden später auf einem nie zuvor erklommenen Gipfel befinden.

Oh mein Gott, was geschieht mit uns…Noch einmal schnalzt der Puls in schwindelerregende Höhe, lässt die Temperatur ansteigen und zieht mir dennoch die Gänsehaut über die vor Ekstase bebenden Gliedmaßen.Kann dich spüren, so verdammt tief und perfekt, lass mein Innerstes berühren und bin eins mit dir.

Erlebe mich unbesiegbar und völlig mit mir und allem rund um mich herum im Frieden und Einklang;  als ob ich am Ende des Weges angekommen wäre, erschöpft aber glücklich.

Du lächelst mich an, deine Pupillen sind genauso riesig wie der Vollmond der durchs offene Fenster scheint und ich wünschte diese Nacht würde niemals enden.