Wir schaffen das!

Meine Mutter sagt, ich würde einen Mann brauchen.

Mein Psychiater sagt, ich würde Lithium und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer brauchen

Mein Bankberater sagt, dass er mich zum Teufel wünscht.

Das Arbeitsamt sagt, ich bräuchte einen Psychiater.

Ellena sagt, dass sie nichts mehr sagt.

Tatjana sagt, in Bratislava wären neue Titten unter fünftausend Euro zu haben

Mein Psychotherapeut ist eine geile Sau.

Der hochgewachsene Kerl von nebenan sagt, ich wäre eine Granate im Bett.

Mein Drogendealer sagt, sein neuer Porsche wäre nur geleast.

Mein Vater sagt, ich sollte mit dem Trinken aufhören.

Hansi Hölzel singt, ich bin so schön wie nie

Der Idiot  in den ich mich verliebt habe, liebt mich nicht

Mein Ego sagt, ist mir doch scheißegal

Ich sage, der Penis meines Friseurs ist vollkommene Perfektion

Meine Katze sagt, ich solle endlich ans Meer fahren

Der Bankomat sagt, Limit überschritten; Arrivederci, Auf Wiedersehen, Good Bye

Angela Merkel sagt, wir schaffen das

 

 

 

 

Über Calamari in Aktentaschen und kiffende Zwerge

Die Autofahrt ist so zäh, wie die Calamari ,die meine Schwester heut Mittag weniger gegrillt als viel mehr vergewaltigt  hat. Vielleicht ist mir deswegen schlecht? Oder ist es mein Fahrstil der den latenten Brechreiz auslöst? Am gestrigen Alkoholkonsum kann es nicht liegen, immerhin hatte ich nur sechs Bier. Eh schon fast abstinent. Grauslich.

Da fällt mir ein, dass ich in meinem Buko noch ein Heineken haben müsste. Vielleicht hilft das ja gegen das flaue Gefühl, dass sich eine Handbreit über meinem Lieblingskörperteil langsam ausbreitet.

„Elena, kannst mir mal bitte die Tasche von der Rückbank geben?“

Der liebste aller Gartenzwerge schaut erschrocken vom Handy auf. Ihr Gesichtsausdruck ändert sich auch nicht, als sie sieht wie ich mir mein Reperaturbier aufmache:

„Maja! Echt jetzt? “

„Was ist denn? Scheiß dich nicht an, erstens  ist  eh schon nach Mittag. Und drittens tue ich nichts Verbotenes. Fast nichts. “

„Ja, du Vollprofi. Und zweitens ist es ganze zwei Minuten nach zwölf. Wenn du trinken willst, sollte vielleicht lieber ich fahren?“

„Spinnst jetzt? Ich mach das nur aus Sicherheitsgründen. Außerdem fahr ich nicht mal mit fünf Promille nicht so einen Scheiß zusammen wie du nüchtern.“

„Logisch, die fünf hast ja auch jeden Morgen nach dem Aufstehen.  Übung macht den Meister. Wieso aus Sicherheitsgründen? Weil dir dann kein Heroin beim Fahren spritzt?“, Elena wirkt plötzlich gelassener.

„Naja, falls mich die Polizei aufhält und fragt wieso ich so rote Augen habe, kann ich sagen dass ich getrunken habe.“

Jetzt schaut sie verwirrt aus.

„Und wieso solltest du ihnen freiwillig sagen, dass du während dem Fahren säufst?“

„Weil ich davor gekifft habe. Und das werd ich ihnen ja wohl nicht verraten.“

Elena starrt resigniert auf ihr IPhone.

„Musst ihnen nicht sagen. Das können die sich sicher denken, wenn mit siebzig Sachen über die Autobahn fetzt.“

Deswegen hat mir der Typ im Smart vorhin den Vogel gezeigt. Ich hab mich noch gefragt seit wann diese überdachten Zündkerzen so schnell sind.

„Sag mal Elena, mit wem schreibst du da eigentlich?“

Wäre sie nicht so vertieft, hätte sie mir sicher schon vorhin gesagt, dass ich die Kiste mit der Dynamik eines achtundachtzig jährigem,  stark sedierten und dementem  Pensionisten  über die Autobahn steuere.

„Ich hab mir Tinder geholt.“

„Und als nächstes dann Genitalherpes? Schön. Das tut deiner Ehe sicher gut.“

Hatte schon beinahe vergessen, wie sich moralische Überlegenheit anfühlt-wie ein flüchtiger Fick mit einem Unbekannten in einer Toilette – sehr kurz spannend, aber die Erregungskurve fällt noch schneller ins Bodenlose,  als sie gestiegen ist. Spätestens wenn ein Kopf gegen die Spülung knallt und sie auslöst, ist das Ding gelaufen. Und so stirbt mein Anstandsbewusstsein genauso rasant wie die Erektion eines 15jährigen Debütfickers, der sich beim zweiten Stoß ins nasse Ziel entlädt.

„Genau Frau Misses Pornoprinzessin. Wenn wir diesen Sommer alle deine  aktuellen Verehrer zum Grillen einladen, ist unser Garten voll.“

Elena klingt gereizt. Vielleicht sollte ich ihr Batterien schenken.

„Kann sein. Vielleicht sollten wir alle einladen, mit denen ich jemals geschlafen habe? Ob die Miete für die Stadthalle wohl sehr teuer ist?“

„Du bist so blöd, Maja.“

Schneller als erwartet ist das Bier leer, es schmeckt schon wieder, aber ich bezweifle dass meine Co-Pilotin auch eins eingesteckt hat.

„ Ich darf das. Immerhin bin ich nicht verheiratet.“

„Und deswegen machst jetzt einen auf Anstandspolizei? Hast du zufällig noch was zu rauchen dabei?“

Zutiefst schockiert über ihre Frage nach Rauschgift, klappe ich die Sonnenblende nach unten und ziehe einen Joint dahinter vor.

„Hast du zufällig noch Alkohol dabei?“

Wortlos fischt sie eine Flasche Prosecco aus einer Plastiktüte. Ihr Blick wandert  suchend im Wagen umher, bleibt schließlich an einem MC Donalds Becher voller Cola hängen. Sie öffnet die Scheibe und kippt die Limo beim Fenster hinaus, mit der kurzen Bemerkung dass Zucker süchtig mache und das Zeug pures Gift für den Körper sei.

Nachdem sie den halb Liter Becher bis zum Rand mit der Puffbrause aufgefüllt hat, zündet sie sich den Ofen an.

„Seit wann kiffst du denn? Muss man dazu nicht mindestens eins dreißig groß sein?“

„Seit mich Thorsten nicht mehr fickt. Alles halb so schlimm, zumindest ist die Scheiße Gluten frei“

Elena klingt sehr gelassen, ihr Körper sinkt zurück, sie zieht die Pumps aus, streckt ihre Beine beim Fenster hinaus  und dreht die Musik lauter. Mittlerweile haben ihre Augen dieselbe Farbe wie meine eigenen. Fast so rot wie Faymann in besseren Zeiten.

Nachdenklich nippe ich an meinem Drink. Das Zeug schmeckt widerlich, viel zu sauer, die Kohlensäure brennt erst im Hals und anschließend rumort es wie verrückt im Bauch.

„Deswegen die Sache mit Tinder, verstehe. Und wieso redest nicht mit Thorsten darüber, bevor dir so einen Dilettanten ins Bett holst?“

„Wieso redest du nicht mit einem Therapeuten darüber, dass du während dem Autofahren becherst, onanierst und herumvögelst als ob es kein Morgen gäbe?“

„Touche´“

Der weiße Skoda hinter mir, blendet ständig auf, meine Augen brennen  auch ohne den Lichtamoklauf  von dem Deppen.  Auch wenn es schön ist, dass mir mal nicht der Mittelfinger von anderen Verkehrsteilnehmern gezeigt wird. Ich fahre von der Autobahn ab, vielleicht ist dann Ruhe. Aber leider Fehlanzeige.

„Was will denn der Idiot von dir? Der soll doch einfach überholen wenn es ihm zu langsam geht.“

Obwohl Elena im Tinderwahn wie abgekapselt von der Realität wirkt, bemerkt sie den Lichthupenjunkie hinter uns.

„Das ist sicher einer meiner Stalker“

Fahre noch ein bisschen langsamer, konzentriert versuche ich im Rückspiegel zu erkennen, ob es jemand ist, den ich kenne. Plötzlich prustet Elena los:

„Das ist ein Bulle, du verrücktes Huhn. Schau mal genau, der hat eine Uniform an.“

Fuck. Fuck. Fuck. Scheiße. Fuck. Scheiße. SO eine gottverdammte Oberscheiße.

Lieber Gott mach dass er ein Stripper ist.

Klammere mich an den letzten Funken Hoffnung, doch als ich den Wagen rechts ranfahre und mir den Kerl der da aussteigt im Rückspiegel ansehe, revidiere ich das Stoßgebet und hoffe er möge sich nicht ausziehen.

Nicht, dass mich sein Körperbau an Ottfried Fischer erinnern würde, nein; aber sein Gesichtsausdruck ist der eines Arschlochs.  Sogar aus zwanzig Metern Entfernung durch einen Spiegel in einem verrauchten Wagen erkennbar.  Nackte Arschlöcher sind noch schlimmer als angezogene, da hab ich keinen Bock drauf.

Nervös nippe ich an dem XXL Becher Prosecco, Elena starrt auf das glühende Teil zwischen ihren Fingern, als würde es ihr jeden Moment die Lottozahlen für die nächste Ziehung verraten.

„Wenn  du ihn beim Fenster rausschmeißt, sind wir gearscht.“

In aller Ruhe, wischt sie über das Display des Telefons, ihre Beine hängen immer noch nach draußen, genauso erlahmt wie ihr Kurzzeitgedächtnis.

„Ich steck mir den nicht in den Arsch! Bist du bescheuert?“

„Da versteckt man auch keine verbrannten Joints,  sondern weißes Pulver, du Genie.“

Keine fünf Schritte trennen den Bullen von meiner Karre, Elena schmeißt die brennende Tüte in ihre Aktentasche.

Lieber Gott mach dass der Kiwara geruchsblind ist.

„Führerschein und Zulassung bitte“ ,diese unverblümt-direkte Art seiner Begrüßung macht mich beinahe heiß, wäre da nicht seine ich-bin-ein-Arschloch-und-find-es-gut Ausstrahlung, könnt ich glatt schwach werden. Wortlos reiche ich ihm den Kram, versuche krampfhaft seriös zu wirken und nehme deshalb nicht mal den Gurt ab. Safety first.

„Frau Siffredi, sie wissen wieso ich sie anhalte?“

Naja, rein theoretisch gäbe es viele Gründe. Mir scheint, als stelle er eine Fangfrage.

„Hab ich einen Telefonjoker?“

Seine linke Augenbraue zieht sich nach oben, für den Bruchteil eines Moments auch seine Mundwinkel. Und doch lässt er sich nicht aus der Fassung bringen.

„Nein. Aber wir können das Publikum befragen“, während ich nachdenke, was er damit gemeint hat, stolziert er zur Beifahrerseite und mustert Elena mit der Präzision eines Dschihadisten beim Anflug auf das World Trade Center.

„Es geht nicht um sie, Frau Siffredi, sondern um die Dame neben ihnen.“

Elenas Entspanntheit ist verflogen, ihre Füße stecken inzwischen wieder in Schuhen und auf dem Boden, ratlos schaut sie den Kerl an.

„Krieg ich jetzt einen Strafzettel weil ich zu wenig oft mit meinem Mann schlafe?  Das soll wohl ein Witz sein. Es liegt nicht an mir, sondern an ihm.“

Lieber Gott im Himmel, mach dass der Stripper in Wahrheit ein Psychotherapeut ist.

„Sie haben während der Fahrt ihre Beine durchs Fenster gestreckt. Ist ihnen eigentlich bewusst, was dabei alles passieren kann?“

Gut. Kein Seelenklemptner und nicht aus der Ruhe zu bringen.

„Ja und? Sind eh meine Haxen, was kümmert das die Polizei? Haben sie nichts anderes zu tun?“

Seine Augenbraue wandert tatsächlich noch ein wenig weiter nach oben.

„Können sie sich bitte ausweisen?“

Elena greift nach ihrer Aktentasche, ihre Finger wandern zu dem silbernen Verschluss.

Lieber Gott bitte schick Gehirnzellen. Jetzt. Sofort.

Zeitgleich trifft uns beide die Erkenntnis, dass der Inhalt der Ledertasche  vor sich hin brennt, weil sich Misses ach so niveauvoll den Rest der illegalen Spaß Tüte nicht zwischen die Arschbacken-sondern mitten in die Vorverträge für Finanzierungsanfragen gesteckt hat, die sich langsam aber sicher in Rauch auflösen.

Ärsche gehen nicht in Flammen auf. Im Gegensatz zu Kreditverträgen.

Wichtige Lektion auf dem Weg vom Kleinkriminellen zur Syndikatsspitze. Oder für einen oberintelligent wirkenden Post auf Facebook.

Elenas Hirn läuft langsam wieder; ich sehe ihr die Anspannung an,.nervös als hätte sie einen abgetrennten menschlichen Kopf in der qualmenden Tasche versteckt; und tatsächlich- Prinzessin oberstoned und underfucked checkt auf einmal den Ernst der Lage.

Ungeöffnet stellt sie das Corpus delicti zurück auf den Boden: „Tut mir leid, aber ich kann mich leider nicht ausweisen.“

Ich atme tief durch.

Mister Arschloch tötet Elena mit seinem Blick, hält ihr einen Vortrag über die Gefahren abstehender Extremitäten aus fahrenden Fahrzeugen und verdonnert sie zu einer Geldstrafe.

„Wie bitte? Sie wollen dafür auch noch Kohle haben? So langsam wie meine Freundin fährt, hätte ich maximal einen blauen Fleck abbekommen, wenn ich irgendwo angeeckt wäre. Von wegen Freund und Helfer. Stasi Methoden sind das.“

Lieber Gott bitte mach dass sie sich beruhigt.

Mit einem Schlag ist das mulmige Gefühl im Bauch  zurück, es brodelt als ob ich Mentos mit Cola light  eingeschmissen hätte.

„Fünfunddreißig Euro um genau zu sein.“

Wenn Blicke töten könnten, würde der uniformierte I-Tüpfelchen  Reiter  in Flammen aufgehen. Wütend greift sie wieder an die Schnalle des Aktenkoffers und öffnet ihn. Panik kriecht in mir hoch, erreicht mein Hirn noch vor der Rauchwolke die mir entgegenkommt.

Reiße Elena das Teil aus den Händen, Sekunden später lösche ich die darin wuchernde Glut indem ich mitten rein reihere – verfluchter Sprudelwein, es würgt mich ununterbrochen,  obwohl sich mein  gesamter Mageninhalt bereits auf Elenas Papierkram, Schminkzeug und ihr Portemonnaie  verteilt hat.

Bekomme keine Luft mehr, kämpfe mit den Tränen, als sich der letzte Tintenfisch aus mir evakuiert. Die vollgereiherte Tasche stelle ich zurück zu ihrer Besitzerin, die mich zwei Sekunden besorgt mustert, um kurz darauf mit dem Bullen weiter zu verhandeln:

„Mein Bargeld ist jetzt leider gerade gestorben. Gibt´s vielleicht eine andere Möglichkeit um das Problem aus der Welt zu schaffen?“

„Ist mit ihnen alles in Ordnung?“, für jemand der wie ein VAWK (=Vollarschwichskopf)  aussieht, klingt er durchaus menschlich.

„Alles bestens. Das ist nur die Aufregung, weil ich zwei Kilo Marihuana im Kofferraum liegen habe und mir das Bier ausgegangen ist.“
Grinsend streckt mir VAWK meine Papiere durch die Fensterscheibe.

Mister Lover Lover Libanon

2015-03-07 21.31.44

Bin zum Babysitten verdonnert worden, wobei das Baby mittlerweile 17 und mitten in der Pubertät ist. Mein Bruder und sein gleichaltriger, mindestens genauso groß und altersentsprechend genauso bescheuerter Freund Lukas, wollen bei der Affenhitze natürlich zum See.

Großartig.

Und ich will dreißigtausend Euro, einen Ford Mustang Shelby GT und einen dreiundzwanzigjährigen, gut gebauten, äußerst potenten Brasilianer. Aber wer fragt mich schon.

Wunderbar so ein Ufer, vollgestopft mit laut grölenden, vor sich hin schwitzenden,  versifften und angesoffenem Pöbel. Nicht das ich ungern am Wasser  wäre, aber das Publikum auf diesem einem Strand ist die Steigerung vom Kaisermühlenblues. In der Balkan Version. Ich wundere mich, wieso eigentlich noch niemand offenes Feuer gemacht, und ein Spanferkel darüber gehängt hat.

Doch noch bevor ich die Frage laut stelle, denke ich mir es wäre besser die Klappe zu halten, ehe noch einer den Gedanken in die Tat umsetzt.

Keine drei Sekunden nachdem wir uns mittendrin statt nur dabei die Handtücher aufgebreitet haben, dringt die spannende Geräuschkulisse die uns umgibt bis in mein Bewusstsein

„Ey, isch figg deine Mudda du Hurensohn“ die Meldung aus dem Mund einer von mir auf zwölf Jahren geschätzten kleinen Dunkelhaarigen zaubert mir ein entspanntes Grinsen auf die Lippen.

Lautes Gelächter auch von Seiten meiner zwei Riesenbabys, die mich mit ihrem Gelaber über Bushido und  die Titten einer gewissen Jaqueline  beinahe in den Wahnsinn treiben. Ich  frage mich ob ich in dem Alter genauso viel Mist verzapft habe, stehe auf und streife mir das Strandkleid über den Kopf.

Plötzlich ist es still.

„Maja, die schauen dich alle an…“

Ich habe die ungeteilte Aufmerksamkeit meines Bruders und scheinbar auch die von circa hundertfünfzig anderen Badegästen als ich mit meinen 182 cm nackt mitten auf der Liegewiese stehe.

„Scheiß dich nicht an Michi“

Gott, wie schön ist diese herrliche Ruhe.

Genieße die Blicke noch einen Moment bevor ich mir zumindest ein Bikiunterteil  anziehe, mich wieder in die Waagrechte begebe und meine Brüste in die Sonne lege.

Lukas schaut mich verstohlen an.

„Hattest du nicht mal ein Bauchnabelpiercing?“

Bemerkenswerte Beobachtungsgabe der Junge.

„Ja das hab ich nur tiefergelegt.“

Die Farbe seines Kopfs lässt auf einen Sonnenstich schließen, als ich den Satz zu Ende gesprochen habe.

Es hat funktioniert und die Beiden verschwinden Richtung Strandbar. Gut so. Endlich Ruhe. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

Döse vor mich hin, werfe ab und zu einen Blick rund um mich herum, versichere mich, dass die Dumpfbacken okay sind und checke die Umgebung nach etwas Abendunterhaltung ab.

Tatsächlich kreuzt  ein junger Mann meinen Fokus, Prädikat „äußerst fickbar“.

Das schwarzäugige Muskelpaket mit  kurzen Haaren und sonnengebräunter Haut lässt mich und meinen Instinkt aus der Siesta erwachen.Für den Bruchteil einer Sekunde kreuzen sich unsere Blicke, starten den Turbo und ich weiß nicht mehr ob ich so heiß wegen des Wetters oder des Kerls bin.

Ebenso schnell wie mein Kopf Kino angeht ist er leider schon wieder aus der Bildfläche verschwunden. Mist.

Stunden später hab ich die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihm bereits aufgegeben und wir beschließen den Heimweg anzutreten.

Wie aus dem Nichts steht er plötzlich vor mir:

„Gehst etwa schon?“

Völlig perplex kann ich nicht aufhören ihn anzustarren.

„Ja, ich muss mal die zwei Jungs nach Hause bringen.“

„Aha. Und was machen wir zwei dann später noch?“

Da wird mir bestimmt noch was einfallen, denke ich mir, drücke ihm einen Zettel in die Hand, auf dem meine Nummer gekritzelt ist und liefere Michael und Lukas wieder bei deren Erzeugern ab. Wie schön sind Kinder, wenn man sie wieder zurück an den Absender schicken kann. Herrlich.

Stehe am Balkon meiner Wohnung, blase süßen Rauch in den sternenklaren Himmel und im gleichen Augenblick in dem ich mich frage wie libanesisch geht, piepst mein Handy.

„Sehen wir uns noch?“

Gutes Timing, Baby.

„Ja klar. Magst zu mir kommen?“
Zehn Minuten darauf öffne ich ihm splitterfasernackt die Türe, und Mister Libanon scheint sichtlich verwirrt.

„Willst vorher nicht bissl reden?“

Irritiert kann er dennoch seine Augen nicht von mir lassen.

„Nein, ich will ficken. Nicht reden.“

Als ob sämtliche seiner Synapsen auf Standbild eingestellt wäre, bewegt er sich keinen Millimeter. Für eine gefühlte Ewigkeit scheint die Szene eingefroren.

Wie aus dem Nichts schüttelt  er seinen Kopf, fasst mir an die Brüste und küsst mich.

„Wo ist denn hier das Schlafzimmer?“

Juhu, Schockstarre überwunden.

Küsse ihn zurück, seine Zunge ist richtig talentiert und ich frag mich ob er wohl überall so heiß schmeckt.

Meine Hände wandern tiefer, genauso wie auch mein Kopf, vorsichtig streife ich seine Short nach unten, und sauge den irrsinnig machenden Geruch seines großartigen Körpers ein.

Den und seinen Ständer, so tief wie möglich.

Unerwartet heftig hält er auf einmal meine Arme fest, zieht seinen zugegebenermaßen winzigen Schwanz aus meinem Mund, schreit einmal laut auf und spritzt mir mitten ins Gesicht.

Nach nicht mal dreißig Sekunden.

Ich bin scheinbar im falschen Film. Mister Lover Lover Libanon du kleiner Schnellspritzer.

Benommen sinkt er aufs Bett und flüstert irgendwas wie:

„Du bist so geil“

Das ist echt sein Ernst. Der ist fix und fertig.
Wische mir mit seiner Boxershort das klebrige Zeug von dem Augen.

Kurzer Griff in die Schublade des Nachtkästchens und mein bester Freund aus Plastik eilt mir zur Hilfe. Während mein Date immer noch nach Luft röchelt, stelle ich mich neben ihn ans Bett, einen Fuß auf den schwarzen Metallrahmen der Pritsche gelehnt.

Stecke mir den roten Vibrator erst in den Mund, dann ganz langsam in meine längst überfällige Fotze, die ihr Abendessen mit schmatzenden Geräuschen verschlingt. Und wieder ausspuckt. Und wieder verschlingt.

Die Augen meines immer noch leicht lädierten Fickers werden immer größer, seine Hände wandern zum Kunststoffkonkurenten, er nimmt ihn mir weg und macht mit Händen und Zunge dort weiter wo Mister Fridolin aufgehört hat.

Steckt mir zwei Finger in den Arsch während seine  Zungenspitze Tango am Gipfel meiner geilsten Stelle tanzt. Leckt mich bis zur Besinnungslosigkeit, zucke, schreie, zittere und schreie nochmal.

Vollkommen tiefenentspannt kuschle ich mich in seine Arme, wir rauchen den Ofen fertig, der im Aschebecher gelegen hat.

„Babe, es ist voll scheiße.“

Sein Gesichtsausdruck lässt eine ernste Ansprache erwarten, gespannt warte ich auf seine Fortsetzung

„Warum? Was meinst denn?“
„Weist meine Eltern sind strenge Moslems, wenn die wissen dass ich mich mit dir treffe, bringe ich Schande über meine Familie.“

Sein Dackelblick könnte glatt jemand umhauen. Jemand anderen.

Pruste laut los und kann mich vor Lachen kaum halten.

„Schnucki, ich wollt dich nur ficken. Und jetzt schmeiß ich dich raus. Muss morgen früh aufstehen.“

Humor ist nicht so das Ding vom Libanon.

Sieht mich etwas angepisst an, als er sich anzieht und wieder verschwindet.

Insomnia – eine Nacht die niemals enden sollte

Der Kiefer verkrampft, ich fahre mit der Zungenspitze über die Lippen und schmecke Blut. Wie besessen hämmert der Beat aus den Boxen, wirkt wie Brandbeschleuniger aufs rasende Herz. Es ist so heiß hier drinnen.Fühle deine Hand wie sie meinen Hinterkopf hält und das Gesicht in deine Richtung drückt, intensiver als jemals zuvor. Dein Atem ist spürbar nah an meinem, kurz bevor ich dich küsse lasse ich mich um ein Haar von der Welle mitreißen, die mich vom Kopf bis in die Zehenspitzen durchfährt.

Bin getrieben und gehetzt, als wäre irgendetwas Undefinierbares hinter mir her um den letzten Funken an Vernunft aus mir heraus zu kitzeln.

Tausende Flausen im Kopf, Vorstellungen, Pläne völlig unstrukturiert und wie aus dem Nichts erschienen, lassen mich einen Moment innehalten um einen Atemzug später dahinter her zu laufen ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, wohin die Reise führt.

Ich drehe mich, wanke, falle ins Bodenlose und frage mich währenddessen noch wie zum Teufel das passieren konnte.

Der Kiefer verkrampft, ich fahre mit der Zungenspitze über die Lippen und schmecke Blut. Wie besessen hämmert der Beat aus den Boxen, wirkt wie Brandbeschleuniger aufs rasende Herz. Es ist so heiß hier drinnen.Fühle deine Hand wie sie meinen Hinterkopf hält und das Gesicht in deine Richtung drückt,  intensiver als jemals zuvor.  Dein Atem ist spürbar nah an meinem, kurz bevor ich dich küsse lasse ich mich um ein Haar von der Welle mitreißen, die mich vom Kopf bis in die Zehenspitzen durchfährt.

Unzählige winzige Nadelspitzen, die mich für den Bruchteil einer Sekunde treffen,  in einer flüssigen Abwärtsbewegung durch sämtliche Nervenstränge rasen und  nichts als einen Blitz aus Hitze in der Wirbelsäule hinterlassen, der schneller vergeht als die eigene Unschuld.

Zentrierte Glut, ich schmecke dich, deine Zunge spielt mit meiner und ich kann keinen einzigen klaren Gedanken mehr fassen, völlig instinktgesteuert lasse ich mich fallen.Presse meinen Körper an deinen, bekomme nicht genug von dem Geschmack und dem Gefühl das du in mir auslöst. Jede Berührung brennt wie Feuer auf nackter Haut, elektrisiert die Sinne, macht süchtig nach dir.

Wir geben uns der Vollkommenheit hin, gefesselt von deinen dunklen Augen, kann ich meinen Blick nicht von Dir abwenden und explodiere vor Glück.Das Karussell dreht sich weiter, lässt uns keine einzige Sekunde zum Verschnaufen, keine Möglichkeit dem Siedepunkt zu entfliehen, der nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Schlinge die zitternden Arme um dich, wir  bewegen uns zum Takt von Mr. Kalkbrenner, völlig unwissend dass dieser Moment nie mehr wieder kommt, und wahrscheinlich sind wir genau deswegen so losgelöst und glücklich.

Die Grenzen  zwischen Dir und mir sind flüssig, ungenau  und beinahe nicht mehr zu erkennen, ich weiß nicht mehr wo du anfängst und ich aufhöre. Verliere mich in dir und lasse mich herausfordernd zu Boden drücken, ehe wir uns Sekunden später auf einem nie zuvor erklommenen Gipfel befinden.

Oh mein Gott, was geschieht mit uns…Noch einmal schnalzt der Puls in schwindelerregende Höhe, lässt die Temperatur ansteigen und zieht mir dennoch die Gänsehaut über die vor Ekstase bebenden Gliedmaßen.Kann dich spüren, so verdammt tief und perfekt, lass mein Innerstes berühren und bin eins mit dir.

Erlebe mich unbesiegbar und völlig mit mir und allem rund um mich herum im Frieden und Einklang;  als ob ich am Ende des Weges angekommen wäre, erschöpft aber glücklich.

Du lächelst mich an, deine Pupillen sind genauso riesig wie der Vollmond der durchs offene Fenster scheint und ich wünschte diese Nacht würde niemals enden.

Monday night

Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich wieder mal spät dran bin, doch es sollte sich ausgehen in einer Stunde bei meiner Verabredung  zu sein.

Beim Anziehen der schwarzen, halterlosen Strümpfe überkommt mich ein wohliger Schauer, etwas Nervosität gepaart mit Vorfreude jagt mir eine Gänsehaut über den Rücken und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Hektisch suche ich nach passender Unterwäsche, als mir die Sms wieder einfällt, die er vor einigen Tagen gesendet hat:

„Zwanzig Uhr in der Lobby. Kein Höschen, kein BH, halterlose Strümpfe, kurzer Rock, Bluse.“

Die Sonne ist bereits untergegangen, ein eisiger Wind lässt mich fröstelnd  durch die sternenklare Nacht ziehen.

Kaum angekommen kann ich seine Blicke spüren, noch bevor ich ihn sehe. Es herrscht hektisches Treiben in der Bar, einige Geschäftsleute sitzen vor ihren Laptops, ein Pärchen unterhält sich angeregt im vor der Theke und ein gelangweilt aussehender Barkeeper poliert Weingläser.

Neben der Rezeption steht eine blaue Ledercouch, von der ein Kerl aufsteht und direkt auf mich zukommt.

„Maja?“

Der hochgewachsene,  junge Kerl im schwarzen Anzug grinst mich mit leuchtenden Augen an und der Duft seines Aftershaves raubt mir beinahe die Sinne.

Wir suchen uns einen ruhigen Platz im hinteren Teil der Hotelbar, bestellen eine Flasche Rotwein und unterhalten uns über Gott und die Welt. Antonio ist mir sympathisch, ich kann die aufkommende Erregung nicht leugnen als er mir seine Hand auf den Oberschenkel legt und mich dabei fordernd ansieht:

„Lass uns nach oben gehen, da ist es ein wenig ruhiger.“

Nur zu gern, denke ich mir, kann es kaum erwarten endlich zu sehen was sich unter dem Anzug verbirgt. Beim Schließen der Aufzugstüre zieht er mich an sich, schiebt mir den Rock hoch und küsst mich. Völlig überrascht lasse ich mich gegen die Wand drücken, seine Finger wandern die Innenseite meiner Oberschenkel hoch, doch noch bevor er dort angekommen ist, wo sich die Hitze zentriert stoppt der Fahrstuhl.

Völlig benommen und außer mir vor Lust lasse ich mich von ihm an der Hand nehmen und folge ihm den Gang entlang zu seiner Suite.

„Zieh deine Bluse und den Rock aus und beug dich über den Tisch dort drüben“, mit dem Zeigefinger deutet er in die Richtung wo der Schreibtisch steht.

Ich tue was er von mir verlangt, er verbindet mir die Augen,  und ich kann ihn in seiner Tasche herumkramen hören.

„Das ist dafür, dass du dich verspätet hast“, Sekunden später schnalzt das Paddle unbarmherzig  auf meinen Hintern und hinterlässt ein heißes Brennen. Ich winde mich, stöhne leise auf als es zum zweiten Mal mit einem lauten Schnalzer auf meinen Po klatscht.

„Halt still, sonst gibt’s noch eine Draufgabe“, befiehlt er mir, bevor er zum dritten Schlag ansetzt.

Doch plötzlich hält er inne und streichelt mich, küsst meinen Nacken und schiebt mir seinen Finger langsam in die zuckende Enge.

„Du bist ja völlig nass. Gefällt dir anscheinend den Arsch versohlt zu bekommen“, flüstert er mir ins Ohr, während er mit der zweiten Hand meine Brüste knetet.

„Ja, es gefällt mir.“

Antonio packt mich an den Haaren und zieht mich hinter sich her, ich blinzle unter der Augenbinde durch und kann ein riesiges Bett erkennen,  er gibt mir zu verstehen dass ich mich darauf knien soll.

Plötzlich rast ein stechender Schmerz  durch meine Nippel, ich schreie kurz auf doch als ich bemerke was vor sich geht ist es bereits zu spät. Die Klammern auf meinen Brustwarzen drücken fest zu, eine Hitzewelle durchfährt meinen Körper, als er mir auch noch einen Knebel anlegt und meine Hände hinter dem Rücken fesselt bin ich ihm völlig ausgeliefert.

„Alles okay?“

Ich nicke und lasse mich vorsichtig auf das Bett pressen, er streichelt mich und stößt mit seinen Fingern immer wieder in mich, ehe ich das Öffnen eines Reißverschlusses hören kann.

Der Druck von etwas warmen, harten  verrät mir, dass er mich wohl gleich ficken wird und lässt mich beinahe wahnsinnig werden. Gott bin ich scharf auf den Typ.

Erwartungsvoll strecke ich ihm mein Hinterteil entgegen, fühle seine Hände die mich an den Hüften umfassen und sein steinhartes Ding mit dem er endlich in mich eindringt.

Trotz des Knebels  zwischen meinen Lippen, ächze ich laut auf als er das Tempo seiner Stöße erhöht und mir die Klammern abnimmt. Pochender Schmerz mischt sich mit grenzenloser Begierde, ich versuche zu schreien als ich ihn bis zum Anschlag in mir bemerke.

Heftiges Zucken aus meiner Spalte die inzwischen klitschnass ist, ich bäume mich auf als er mich schließlich zum Höhepunkt vögelt.  Antonio hält mich fest,  zieht seinen Schwanz aus meiner immer noch ekstatisch zitternden Möse,  befreit meine Arme und meinen Mund von den Fesseln, nimmt mir die Augenbinde ab und dreht mich auf den Rücken.

„Oh mein Gott“, entfährt es mir als ich wieder sprechen kann und er sich über mich kniet. Das Teil vor meinem Gesicht ist wirklich riesig, ich öffne die Lippen und beginne daran zu saugen. Antonio hält meine Arme über den Kopf fest und sieht mir tief in die Augen.

„Komm schon Baby, den bekommst du doch sicher noch weiter rein?“

So weit wie möglich versuche ich ihn aufzunehmen, lecke über seine Spitze, als auch er unter einem lauten Aufstöhnen in meinem Mund kommt.

Wir liegen nebeneinander auf dem weißen Laken, ringen nach Luft und können beide nicht mehr aufhören zu lächeln.

„Wann sehe ich dich wieder Maja?“

„Ich hoffe bald.“

Er nimmt mich in den Arm, küsst mich nochmal bevor ich aufstehe und wieder hinaus in die kalte Nacht verschwinde.