#Toxoplasmose

Vielleicht war es der bevorstehende Vollmond. Oder zyklusbedingte Unzurechnungsfähigkeit. Es ist gar nicht so einfach einen Schuldigen für Unentschuldbares zu finden. Vor allem, wenn man felsenfest von der eigenen Unfehlbarkeit überzeugt ist. Lieber noch bisschen Drama produzieren um dadurch eine plausible Erklärung für meine eigene Leichtsinnigkeit zu haben.
Schließlich kann man in meinem Alter nicht mehr alles auf die schlimme Kindheit schieben. Toxoplasmose als Auslöser wäre für mich und eine Handvoll anderer Menschen auch nachvollziehbar – allerdings vor Gericht kein Milderungsgrund. Entschuldigung euer Ehren, aber ich habe nur deswegen Raketen aus einem fahrenden Auto abgefeuert weil ich vollgepumpt mit Drogen war und ich mich mit der Katzenkloseuche angesteckt habe. Deswegen bin ich Risikobereitschaftsbehindert. Das kommt nur vom Katztenpipi, können sie ruhig googeln.
Bens Schulterklopfer unterbricht meinen Tagtraum, dabei hätte ich so gerne die Antwort des imaginären Richters gehört.
„Das ist der letzte Rest vom Wochenende. Pass bloß auf, das Zeug ist wirklich stark“, raunt er mir zu.
Mit einer Mischung aus Euphorie, Neugier, schlechtem Gewissen und Selbsthass stecke ich das Briefchen mit dem braunen Pulver ins Portemonnaie, frage mich, ob und wann sie mir ins Gehirn geschissen haben. Der kleine Teufel auf der linken Schulter beruhigt mich, es sei doch alles in Ordnung. Schließlich kommt das Zeug aus der Natur und nicht aus dem Labor. Lieber Heroin als Crystal Meth flüstert die kleine gehörnte Arschgeige, während ich Ben meine letzten Euros in die Hand drücke. Der Eintritt für die Talfahrt kostet n Fuffie, ich bin ja schon so aufgeregt….
Zuhause angekommen sehe ich mich im Netz erstmal nach einem passablen Rachefick um, Auge um Auge, Zahn um Zahn – Mister Lover Lover soll ja nicht glauben, dass ich mir alles gefallen lasse. Abgesehen davon müsste er mittlerweile wissen, wie scharf ich werde, wenn ich wütend bin. Und da er bedauerlicherweise nicht vor Ort ist, muss ich mich wohl mit irgendeinem Toyboy aus dem Internet zufrieden geben.
Misterjoy1999 macht auf dem Profilbild einen äußerst fickbaren Eindruck – zumindest vom Kinn bis zum Bauchnabel. Ich bin immer noch so wütend, dass mir die Aussicht völlig reicht – wenn er wirklich hässlich ist, soll er mich eben von hinten bumsen und ich stelle mir vor er wäre Prinz Harry.
Passenderweise stellt sich dieses charmante Online – Wesen eine knappe Stunde später als Harald vor, als wir uns auf einem Autobahnparkplatz treffen. Sein Gesicht ist genauso schön anzusehen, wie der Rest von ihm – das eng anliegende weise Shirt schmeichelt seinen Konturen, genauso wie seine Jeans. Wäre ich nicht so angepisst, könnte ich ihn direkt auf seinen Knackarsch klatschen.
Er sagt, er mache sowas zum ersten Mal, ob ich schon viel Erfahrung hätte, will er wissen. Nein, nein ich bin noch Jungfrau. Seine Gesichtsentgleisung lässt auf pures Entsetzen schließen, er kauft mir den Mist tatsächlich ab, scheint als wäre er naturblond.
„Mach dir nicht ins Hemd, zwei Minuten von hier entfernt ist ein Waldweg. Lass uns dorthin da ist es ein wenig ruhiger“, versuche ich seine Aufregung zu zügeln. Die legt sich tatsächlich, als wir Händchenhaltend den schmalen Schotterweg entlangspazieren und ich ihm versichere, wirklich keine Jungfrau mehr zu sein. Wenn dumm wirklich gut fickt, ist der Kleine sicher Weltklasse. Mein Handy klingelt, Mister Lover Lover ist am Apparat will wissen was ich tue, ich sage KKKrrrzchchckkerasschaarrkkksch kkrzzzzzkkkuiuiu schlechter Empfang und lege wieder auf.
Blondie fragt, ob ich ein Problem hätte. Wie er darauf kommt, hacke ich nach. Lasse ihn nicht antworten, fasse ihn ungeniert in den Schritt um abzuchecken ob es sich lohnt, noch tiefer in den Wald hinein zu laufen. Doch so sehr ich mich auch bemühe, ich kann keine Genitalien durch den Stoff seiner Hose ertasten. Lieber Gott bitte mach, dass er welche hat.
Haralds Schockstarre hält mich nicht davon ab, ihn auf den moosgrünen Waldboden zu drücken und ihn den Reißverschluss zu öffnen um nach den Kronjuwelen zu suchen. Tatsächlich bemerke ich was Halbhartes hinter der rosafarbenen Unterwäsche. Mein Versuch, seine Hosen komplett hinunterzuziehen wird durch seine immer lauter werdende Schnappatmung erschwert.
„Ganz ruhig, Kleiner. Ich tue dir nicht weh, versprochen. Es sei denn, du willst es?“
Gefühlvoll streiche ich ihm eine Haarsträhne aus seinem kreidebleich gewordenem Gesicht, ehe ich seine Hände auf meine Brüste lege. Plötzlich beginnt er am ganzen Körper unkontrolliert zu zittern, verdreht die Augen nach oben und grölt wie ein wildgewordener Hirsch in der Brunftzeit. Lieber Gott bitte mach, dass es kein epileptischer Anfall ist.
Von einer auf die andere Sekunde entspannt sich der vermeintliche Krampfsüchtige unter mir und lächelt mich verliebt an. Seine Haare stehen in alle Richtungen ab, eine Hand hält immer noch meine Brust. Durch den geöffneten Hosenschlitz drückt ein winziges Etwas gegen die feucht gewordene Short. Hat er sich etwa angepinkelt? Wieso grinst er so dämlich?
„Danke, das war voll geil mit dir“, flüstert er verlegen und mit glasigem Blick, verstaut seinen Penis und schließt den Knopf der Levis. Halleluja, der hat nicht eingenässt sondern abgespritzt. Danke lieber Gott – ich mag deine Art von Humor.

#dolcefarnientepannacottaporno

Es ist momentan alles zu viel – zwischenmenschliche Kontakte, Gespräche, Monologe, Sonnenschein, Texte verfassen oder staubzusaugen…
Mister Lover Lover fährt in Urlaub, scheiß doch auf ihn.
Baghira schmiegt sich behutsam um meine Knöchel, schnurrend schmust sich die Miezekatze an den Saum meiner Socken.
„Hör auf mit meinen Füßen herumzumachen, du perverses Viecherl!“
Ermahne den Kater, schließlich will ich nicht, dass er sich mit meinen Klamotten paart. Auf der Abdeckung des Katzenklos liegt ein zusammengeknüllter Haufen Bargeld, ich kralle ihn mir um ihn unauffällig in meinen Ausschnitt verschwinden lassen zu lasse. Beinahe so, als müsse ich es vor der Katze verstecken – obwohl es umgekehrt sinnvoller wäre. Immerhin denkt das vierbeinige Gerät nicht daran, sämtliche Bargeldreserven in Betäubungsmittel zu investieren.
Auf dem Weg zum Besten aller Drogendealer beschleichen mich dann doch Zweifel, ob Heroin das passende Mittel der Wahl ist, oder es doch einen Tick zu Drama wirken könnte. Ich meine, wer setzt sich schon einen goldenen Schuss, nur weil der Liebste für drei Nächte nicht vor Ort ist. Hochkarätige Dramaqueens mit einem extremen Hang zur Theatralik?
Wem will ich damit eins auswischen? Ihm oder mir selbst
Vor lauter Fragen im Kopf übersehe ich die rote Ampel, touchiere eine vorbeifliegende Taube mit dem Seitenspiegel, schneide eine heranrasende Radfahrerin. Sie zeigt mir den Mittelfinger, brüllt irgendetwas ausländisch Klingendes durchs offene Fenster. Zum Glück ist die Urlaubszeit bald wieder vorbei – dann kann ich das Geschimpfe anderer Verkehrsteilnehmer auch wieder verstehen – diese ostdeutschen Gammeltouristen quaken unverständlicher als ich mit vier Komma acht Promille beim Italienischkurs.
Ich versichere mich, dass ich die Flugratte nicht getötet habe, winke der Radfahrerin und mache mich aus dem Staub.
Immer noch unschlüssig, was zum Teufel ich da eigentlich mache- reißt mich ein Summen der Mittelkonsole aus meinem quälenden Monolog heraus. Er ruft tatsächlich an, wo ich bin und was ich tue will er wissen. Trotzig entgegne ich, dass er sich jemand anderen zum Kontrollieren suchen soll. Ich frage ja auch nicht, welchen südländischen Frosch er grade knallt und lege wieder auf.
Soll er ruhig wissen, dass ich sauer bin.
Was glaubt der überhaupt?
Und plötzlich bin ich wütender auf ihn, als auf mich selbst. Wie durch ein Wunder lenke ich die Karre durch Manhattan, ohne beim Ticker stehen zu bleiben. Wieso sollte ich mich vergiften, wenn ich auf IHN sauer bin? Was ist denn das für eine dämliche Logik?
Nein, danke. Ich ändere mein Leben!
Kein Gift! Wahre Rache baut auf Fremdenverkehr!

Wenn er meint, irgendwelchen dolce-far-niente-panna-cotta-porno-italia-prinzessinen die Haare zu machen, während sein Schniedelwutz dabei die ganze Zeit unbeaufsichtigt herumschwingt, dann hat er sich geschnitten….

Miau

Seit Tagen ist das Riesenvieh nicht mehr aufgetaucht, Mister Loverlover´s Kinder machen sich Sorgen wo es geblieben ist. Mister Loverlover versucht sie zu beruhigen, von wegen Frühling, Natur, Vollmond und Pollenflug. Da könne es schon mal passieren, dass so ein Raubtier nächtelang nicht mehr nach Hause kommt.
Ich frage ihn, ob das auch für mich gilt.
Er lacht nicht.
Ich sage, war nur Spaß.
Seine flache Hand klatscht auf meinen Hintern, tänzelnde Fingerspitzen bahnen sich ihren Weg über jeden einzelnen Wirbel immer weiter Richtung Nacken. Packen mich an meiner Achillesferse, wandern weiter bis zu den Schläfen, umkreisen den Punkt der alles andere ausschaltet. Schaltet mich aus. Zeitgleich mit dem Wlan. Ohne Internet kein Sex. Kinder ohne Wlan sind wie Weizen ohne Gluten.
Mit hundertachzig Sachen immer näher zum Strand, Georg sorgt sich um das Riesenvieh;
„Vielleicht hat sie der Fuchs geholt Papa?“
Vermutlich um sie zu vergewaltigen. Halte die Schnauze dreckiger Geist, denke ich.
„Nein Georg, keine Sorge. Deine Katze wird sicher wohlauf sein. Psychopaten geht’s meistens gut“, erkläre dem wandelndem Meter die Welt ohne sie zu verstehen. Klingt nach der gängigen Erziehungspraxis, auch jenseits von Harz4 bzw. bedarfsorientierter Mindestsicherung.
Wir schießen immer näher an die Küste, mit jedem Kilometer wird die Luft salziger, der Herzschlag intensiver, die Gewissheit der eigenen Endlichkeit unverfälschter – immer sehnender die Suche nach Vollkommenheit. Und die nach der Katze.

Misses Exfrau schwirrt derweil durchs Unterholz, würde sie nicht ständig „Miau“ schreien, wäre sie so unsichtbar wie ein Afroamerikaner in einem Kohlenbunker.

vivalosfrühlingsgefühle

Jean Francoise zweifelt an meiner Wortwahl, außerdem an der Selektion der passenden Beratungsstelle. Ich zweifle an seiner Kompetenz – er hat wohl kaum Erfahrung als Inhaberin einer Vagina mit „Restless-Pussy-Syndrom“. Da könnte ich genauso gut mit einem abstinenten Moralapostel über meine Defizite sprechen, oder?
Nach so einem langen Tag ist er bestimmt hungrig. Ob ich mich dazu herablassen sollte, für ihn zu kochen?
Die schwule Katze frisst das BIO- Hackfleisch nicht – nicht mal ansehen tut sie es, ich nehme die faschierte Kuh wieder zurück.
„Schatz, es gibt heut Fleisch zum Essen.“
Schatz scheißt aufs Katzenfutter.
Die Katze auch.
Den Nachbarn freut´s, seine Frau könne auch nicht mehr, als Dosenfleisch aufzureisen – aufwärmen ja – kochen nein.
Er mag mein Second Hand Kitekat.
Ich mag sein Lächeln.
Er mag wie sich mein Hintern anfühlt.
Ich mag wie sich sein Genital darin bewegt.
Er sagt Mahlzeit.
Ich sage VIVA LOS FRÜHLINGSGEFÜHLE

„Nutten“ schreibt man mit Doppel T

Hochmotiviert starte ich mit der Fortsetzung von „Lola rennt meets Snoopahontas“, drei geschriebene Zeilen später spring ich vom Sofa auf um staubzusaugen.

Das nervt nach knapp zwei Quadratmetern, scheiß doch aufs Putzen, da spiel ich lieber mit der Katze. Zwei zerkratzte Arme später scheppert mein Telefon, er ruft wieder an. Ich überlege ob ich mit ihm reden will, die Katze sagt geh ja nicht ran. Ich überlege, ob ich mit ihm schlafen will, die Katze sagt wie blöd kann ein Mensch sein?

Als ob das verfressene Fellknäuel auch nur ansatzweise ahnen könnte,  was ich durchmache:

„Mit dir diskutiere ich nicht über Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Erstens bist du kastriert und zweitens nicht das Doktor Sommer Team. Da könnte ich genauso gut mit dem Papst über Koks und Nutten reden.“

Miezekatze braucht keine Mittelfinger – der Blick reicht als Antwort vollkommen, um mich solange zu verängstigen, bis ich Mister Lover Lover plötzlich lachen höre. Verkackte Touchscreen-Handys – die Dinger sind sensibler als eine Jungfrau beim Fisten lassen.

„Hi Großer, wie geht´s“, gespielt-gleichgültig begrüße ich ihn. Er soll ja nicht glauben, dass ich ihm verziehen habe.

„Mir geht´s ganz gut, außer dass ich dich vermisse. Und dir? Mit wem hast du eben rumgeschrien?“

Akku fast alle, wo ist das Ladegerät? Ich stolpere über den Staubsauger, kralle mich beim Umfallen am Laptop fest, ehe ich mit einem ohrenbetäubenden Knall aufs Parkett krache. Zumindest weiß ich jetzt wo das Ladekabel steckt – direkt unterm Teppich.

Lieber Gott, bitte mach, dass die Schulter nicht gebrochen ist. Lieber Gott bitte mach, dass der Computer nicht im Arsch ist. Lieber Gott bitte mach, dass ich nicht ausraste….

Gott ist geil, ich rapple mich unversehrt zurück auf die Beine. Freue mich wie ein Hutschpferd, trete gegen den verschissenen Drecksdysonfakearschlochstaubsaugerfürganzarme, breche mir den kleinen Zeh und rufe ihn zurück.

„Sag doch einfach, wenn mich umbringen willst, du Spinner.“

Totenstille am anderen Ende der Leitung.

„Hallooooo? Anschweigen kannst jemand anderen. Ich lass mich nicht verarschen, schon gar nicht mit Gehirnerschütterung.“

Kichert der, oder phantasiere ich?

„Maja, ich bin in fünf Minuten bei dir. Schaffst du es, dich bis dahin nicht in die Luft zu sprengen?“

Gute Frage, nächste Frage.

„Fick dich doch du…. Du…. Du Schweinsbraten.“

Eloquenz war gestern, ich beende das Gespräch, drücke einen Beutel Tiefkühl-Scampi auf meinen Kopf, als es an der Türe klingelt.

 

 

 

 

 

 

 

Über Gartenzwerge und sprechende Krawallraupen

Fest entschlossen, dass ich alles wieder auf die Reihe bekomme schnappe ich mir die Überweisung für die Psychiatrie, verabschiede mich vom Oberschnucki im weißen Kittel und mache mich auf den Heimweg.

Erstmal die Krawallraupen versorgen, das hat die höchste Priorität. Punkt zwei auf der Agenda ist das Schlachtfeld zuhause säubern.

Auf dem Weg nach dorthin ruft mich Manuel an, erkundigt sich ob alles wieder gut sei. Ich lüge ihn an und sage alles sei in bester Ordnung, keinen Ton von meinem Plan mit allem was zu dem gottverdammten Teufelszeug dazugehört endgültig zu brechen.

„Du hast mir eine Heidenangst eingejagt, du hast nicht mal mehr gewusst wer ich bin.“
Sein Tonfall ist überraschend ernst, ganz anders als zwei Tage zuvor. Frisch durchgefickt und voller Champagner ist eben entspannter.

„C’est la vie mein Lieber. Kennst mich eh. Immer bis zum geht nicht mehr und noch ein bisschen weiter.“
„Bitte, pass auf dich auf.“

„Mach ich Großer. Wir hören uns.“

Kaum angekommen überfällt mich die Putz Wut, suche die ganze Bude nach Drogen ab und werfe alles in den Müll. Drama hatte ich genug, weg mit allem, was mir nicht gut tut. Ab sofort will ich nur noch Menschen treffen die eine Bereicherung für mich sind.

So wie der liebste aller Gartenzwerge.

Ellenas Schmunzeln wirkt wahre Wunder, wir sitzen in einem Cafe am Stadtrand.

„Na, du Partytiger, wie war der Ausflug in die Klapsmühle?“

Mir bleibt vor Lachen fast das Vanillekipferl im Hals stecken.

„Die haben gesagt ich bin zu wenig Irre.“

„Die haben was?“

„Kann ich deinen Keks haben, Frau Misses Gluten wird uns alle umbringen?“

Gott, bin ich hungrig.

„Jetzt erzähl schon was los war.“

„Ich war bei einer Psychiaterin, die hat sich nett mit mir unterhalten und mich gefragt ob ich denn schon mal dort drinnen war. Ich so – ja vor einer halben Ewigkeit. Dann wollte sie wissen ob ich in der Zwischenzeit nie in einer Anstalt oder in Haft war. Als ich beide Fragen verneinte hat sie gesagt, dass dann ja eh alles gut sei und sie mir ein Antidepressivum verschreiben kann.“

Ellenas gebannter Blick spricht Bände.

„Das ist nicht dein Ernst?“

„Und ob. Ich dachte erst ich würde wenigstens ein Gratis Mittagessen abstauben.“

„Wie geil ist das denn bitte?“

„Also ich finde das nicht lustig. Nach drei Tagen verkatert sein, braucht man schließlich auch was zu essen. Frau Psycho- Doktor hätte das schon wissen müssen?“

Gierig starre ich auf das Sandwich, dass ein älterer Herr am Nebentisch serviert bekommt.

„Maja du hast so einen Knall.“

„Ich will noch ein Keks.“

Durch unser Lachen aufgeschreckt, starrt der Rentner plötzlich zurück, ich drehe meinen Kopf in die andere Richtung um nicht den Anschein zu erwecken, dass ich ihn anflirten würde. Im Augenwinkel sehe ich etwas Pelziges und zucke kurz zusammen.

„Was ist jetzt los? Kriegst den nächsten Anfall?“

„Boah, ich dachte hinter mir sitzt eine Katze, dabei war es der Dutt von der Tussi da drüben.“

Na bravo, jetzt hab ich auch noch Angst vor fremden Haaren, ob es dagegen was von Ratiopharm gibt?

„Vielleicht hättest das der Ärztin sagen sollen? Dann hättest sicher drei warme Mahlzeiten am Tag bekommen, für sehr lange Zeit sogar.“

„Verdammt, wieso bin ich nicht von selbst auf die Idee gekommen?“

„Fahr einfach noch mal rein und erzähl ihr, die Katze hat gesagt du musst das tun.“

Mittlerweile starren uns alle anderen Gäste an, bin mir nicht sicher ob es an unserem blendenden Aussehen oder der ausgelassenen Stimmung liegt.

Man wird sich wohl noch freuen dürfen, wenn man zu wenig durchgeknallt und am Leben ist.

„Super Idee Ellena. Sag mal wolltest du nicht um halb eins los?“

„Ach ja, verdammt. Ich hab keine Lust wieder nach Hause zu fahren.“

„Ruf deinen Mann an. Sag ihm die Katze hat gesagt dass du mit mir ans Meer fährst.“