Hirnwichserei

Ich sehne mich süchtig nach Dir. Viel zu viel Zeit ist seit der Begegnung  bereits vergangen; keine einzige Sekunde in der ich mich nicht in Deine Arme wünsche. Sämtliche Versuche, dich aus meinem Kopf zu bekommen scheitern. Kläglich. Bedauernswert. Erbarmungswürdig. Entwürdigend. Zwecklos.

Könntest du nicht einfach J E T Z T vor meiner Türe stehen?

Gott, wie überwältigend die Erkenntnis, um meiner selbst willen gewollt zu werden.

Doch statt Deiner  Präsenz in der Wirklichkeit, bleibt nichts anderes als die idealisierte Illusion eines viel zu weit Entfernten. Nähe schafft Geborgenheit, aber erst die andauernde Sehnsucht nach einem distanzierten Gegenstück macht eben  jenes perfekt. So vollkommen, dass ihm niemand  jemals das Wasser reichen könnte.

Dem Trugschluss erliegend, ein einziger Mensch könnte alles wieder gut machen. Du könntest doch alles wieder gut machen? Bitte mach es wieder gut.

Weil DU unfehlbar bist – keine Nähe, keine Fehler. Weil DU mein Wunschbild, mein Beispiel für Perfektion in Männergestalt, meine unerreichbare Skizze einer einzig wahren, großen und völlig durchgeknallten Liebe bist. Wahrhaftig erstrebenswert.

Wie es sich wohl anfühlen würde, dich jetzt zu spüren…..

 

 

 

 

Wer bist du?

Immer noch hängen mir die Fragen wie schlafende Fledermäuse im Kopf herum, von Zeit zu Zeit erwachend, fliegen sie wild umher und hinterlassen nichts als Chaos in dem ohnehin schon ermüdetem Oberstübchen.

Was willst du eigentlich von mir?

Nach tagelanger Abwesenheit, zweifle ich bereits daran ob er jemals wirklich existiert hat, oder nichts anderes als ein verzerrtes Wunschbild ist, das nur in- und von meiner Vorstellung lebt.

Wieso kannst du nicht aufhören, mit mir zu spielen?

Wieder mal freue ich mich, wie ein Moslem über das Ende des Ramadans, als er sich mit mir treffen will, mein Herz schlägt Purzelbäume und ich kann es nicht erwarten, ihn zu spüren. Auch wenn die Vernunft zur Vorsicht mahnt, noch einen Absturz aus Frust kann ich mir im jetzigen Zustand einfach nicht erlauben, jeder könnte der letzte sein. Krampfhaft versuche ich überfliegende Euphorie zu dämpfen, je höher der Flug, desto tiefer der Fall; und der kommt so sicher wie die nächste Flüchtlingswelle in Traiskirchen.

Warum lasse ich zu, dass du mich so behandelst?

Ist es wirklich nichts anderes als eine Obsession, die mich fest im Griff hält, oder weiß ich ganz tief drinnen dass es nicht vorbei sein kann? Als hätte ich einen furchtbaren Krampf, ich schaffe es nicht loszulassen. Unzählige Male schon daran gescheitert es einfach sein zu lassen, wie neurotisch laufe ich  wieder und wieder mit dem Kopf gegen die Wand.

Welche Rolle spielst du?

Den Rächer? Den Märtyrer? Den Spiegel? Das Arschloch? Die gescheiterte Hoffnung? Die Sehnsucht? Die Verzweiflung? Den Spieler? Das Rätsel? Den unbezwingbaren Berg?

Was soll ich durch dich lernen?

Geduld? Gleichgültigkeit? Gefühlskälte? Distanz? Einsamkeit?

Mir wird schwindelig, fixiere einen Punkt am Himmel um nicht abzuheben. Je mehr ich über das was war nachgrüble, umso schneller dreht sich das Karussell aus vergessen geglaubten Träumen und befördert mich unsanft zurück in ein Schlachtfeld aus ich-brauche-dich und du-kannst-mich-mal.

FICK DICH.

Habe so gut wie keine Hoffnungen mehr, als ich dir die Nachricht schicke. Ehrlich gesagt rechne ich noch nicht mal mit einer Antwort.

„Was machst du morgen Abend?“

Hast mich die vergangenen  Monate immer wieder im Letzen Moment versetzt. Kein einziger Tag, an dem ich nicht an dich gedacht- dich hier neben mich gesehnt- und mir nichts mehr als deine Arme um meinen Körper gewünscht habe. Jeden verdammten Tag lang.

Ein Königreich für ein wenig Nähe.

Mehr wollte ich nie von Dir haben. Jemand der da ist, mich festhält und mir sagt, dass alles wieder wird.

Jemand der mich mitten in der Nacht vor den Alpträumen beschützt. Jemand der mir einen Grund gibt, nach Hause zu kommen. Jemand der mich Vollkommenheit erahnen lässt. Jemand der mir die unendliche Angst vor dem ganzen Mist nimmt.

Ich dacht e du wärst der Mensch, an dessen Seite die Sehnsucht nach Liebe endet,  der Mensch der es schafft das Raubtier in mir zu bändigen, ohne ihm die Ästhetik der Unbezähmbarkeit zu stehlen.

Kein Gefühl war je stärker, kein Verlangen intensiver als der Wunsch dich zu spüren, Zeit mit dir zu verbringen und hinter deine scheinbar  unerschütterliche Fassade zu blicken.

Unstillbarer Hunger nach dir lässt den Herzschlag in die Höhe schnalzen, lähmt den Geist, der Wahnsinn lässt recht herzlich grüßen, ehe er die Schirmherrschaft inmitten dieses chaotisch anmutenden Schlachtfeldes in mir drinnen übernimmt.

Wie kann ich was vermissen, dass eigentlich niemals da war?

Zunehmend verschwommen scheint die Grenze zwischen Liebe und Besessenheit, klare Linien sind längst schon nicht mehr auszumachen, wahrscheinlich waren sie es auch nie.- vermutlich sind sie genauso unreal wie der Gedanke an ein WIR.

Dieser verfluchte  Cocktail aus Endorphinen, Oxytocin und Dopamin treibt mich noch in den Wahnsinn. Raus aus meinem Kopf. Raus aus meinem Hirn. Verschwinde.

Bist du jemals mehr als eine Illusion gewesen?

Das Gefühl, du seist ein Teil meiner Realität, war anscheinend nichts anderes als ein Hirngespinst, auch wenn es immer noch weh tut an dich zu denken. Daran dich für immer verloren zu haben, ohne zu wissen wie sich ein Leben mit dir anfühlt.

Doch weder verletzter Stolz, noch Eitelkeit reißen  solch ein Loch in mein Herz, wie die Gewissheit dich nie wieder zu sehen. Hab ich mich so getäuscht?

Oder ist es nichts anderes als purer Masochismus, der mich immer noch an  dem Gedanken festhalten lässt, dass du der bist, der mich ganz macht.

Inzwischen sind beinahe sieben Monate vergangen, seit wir uns zum letzten Mal gesehen haben,  die Nervosität vor dem Treffen mit dir ist schwer auszuhalten. Sehe deinen Wagen im Rückspiegel, nehme all meinen Mut zusammen um auszusteigen, dir in die Augen zu sehen.

Durchs Fenster hindurch streift mich dein eiskalter Blick,  lässt auch den letzten Funken an Euphorie und Hoffnung  in mir zugrunde gehen.

Ich steige zu dir ins Auto, setze mich neben dich und doch bist du so unendlich weit weg von mir, die Mauern um dich herum hüllen dich in eine Bastion, die nicht zu bezwingen ist.

Leiste vehement Widerstand, gegen den aufkeimenden Impuls dich anzufassen, deinen Hinterkopf zu streicheln und dich zu küssen. Nie zuvor hab ich dich so traurig gesehen, eiskalt deine Aura, ohne den Funken eines liebevollen Gefühls mir gegenüber. Da ist nur noch Leere und Hass, keine Spur von Zuneigung.

Parkst das Auto zwischen Bäumen versteckt, unsicher ob uns jemand sehen kann, als wir uns verstohlen auf die Rückbank verziehen.  Küssen uns zum ersten Mal seit zehn Monaten, ich krieg nicht genug davon und würd am liebsten nie wieder damit aufhören,  dabei in deine Arme sinken. Gott, du riechst du gut, ich wünschte dieser Moment würde niemals enden.

Und doch spüre ich…. Nichts… vollkommene Gleichgültigkeit, keine Gefühlsregung… nehme deinen Schwanz in den Mund… drückst meinen Kopf tiefer. ohne Gefühl und lieblos rammt mir das Teil in den Rachen.

Lässt dich danach von mir ficken, spritzt ab, drehst dich sofort weg und meinst ganz beiläufig dass es Zeit zum Zurückfahren wird.

Komme mir so benutzt vor, zugleich schockiert über deine Gefühlskälte lasse ich mir doch nichts anmerken. Du sollst nicht wissen, wie sehr  mich deine  Ignoranz und Unfähigkeit Empathie zu empfinden verletzt. So müssen sich Straßenhuren fühlen; mit dem einzigen Unterschied, dass sie fürs bloße gebraucht werden  Geld bekommen.

Keine Stunde später stehen wir wieder am Parkplatz, ich lächle dich an, streichle deinen Arm. Doch anstatt mich zu küssen schiebst mich weg, wie ein lästig gewordenes Anhängsel.

„Ich muss los, wir hören uns.“

Vollkommen emotions- und bedeutungslos, ohne auch nur ein Minimum an Wärme mir gegenüber fährst du davon, hinterlässt mich wie ein gebrauchtes Fickstück das bereit zum Ausmustern und wegwerfen ist.

Steige in mein Auto und kann nicht aufhören zu weinen.

Bin mir nur nicht sicher ob die Tränen der  gescheiterten Hoffnung auf Liebe oder meiner eigenen Blindheit gelten. Ich bin der Superlativ von naiv, hoch zehn.

Tröstet mich zwar kein wenig, zumindest kann ich jetzt damit aufhören mein Herz an dich zu verschwenden.

Ich wollte immer jemand für dich sein

Der ich ganz bestimmt nie war

Auch wenn Ichs noch so Doll versucht hab

Ich hab es leider nie geschafft

Ich war nie die, die du suchtest

Auch wenn ich „hier“ geschrien hab

Das ständige in die Augen schauen

Hat uns blind gemacht

Trotzdem würd ich denselben Weg

Noch einmal mit dir gehen

Auch mit all den Fehlern

Denn ich bereue nichts

(Froschkönig – Die Toten Hosen)

zum dreizehnten Mal

Versuch mich zusammenzureißen und endlich mal was zu Ende zu bringen. Geschätzte zwölf Mal hab ich angefangen das hier zu schreiben.

Weniger um jemand damit zu beeindrucken, als vielmehr diesen Sauhaufen im Schädel endlich wieder ein wenig zu sortieren; selbst der hartgesottenste Chaot würde in dem Schlachtfeld namens Hashtag mein Gehirn das Handtuch schmeißen.

So wie es beinahe jeder in meinem näherem Umfeld bereits gemacht hat. Sie sagen ich sei nicht mehr ich selbst, völlig verändert. Denk mir dass die alle beklopft sind und mach einfach weiter. Die gekaufte Arroganz, in Form des weißen Pulvers lässt mich so verdammt eiskalt werden.

Alles nur weil ich dich vergessen wollte, leider hab ich auch alle anderen verloren  und die Liebe dadurch  getötet; das schönste Gefühl der Welt, das Ziel jedes Strebens nach Glück, der biologische Sinn des Lebens , der Stoff aus dem die Sehnsucht ist.

Kein Funken an Emotion scheint mehr übrig, nicht mal für die Menschen die für mich durchs Feuer gehen würden. Meine ungeteilte Leidenschaft gilt dem Gefühl dass mir die Droge gibt, sei der Preis auch noch so hoch. Die Sicherheit diese Passion mit dem Leben zu bezahlen schreckt mich kein bisschen.  Ganz im Gegenteil. Ich habe eine panische Angst davor, alt zu werden.

Man sollte immer dann aufhören wenn´s am schönsten ist, oder?

Wobei…Mittlerweile bin ich derartig abgestumpft, dass ich mir nicht sicher bin ob das wirklich der Höhepunkt ist…

Ich vermisse dich so unglaublich. Kein Tag an dem ich mich nicht frage wo du bist und ob du ok bist. Mein Verstand sagt mir vergiss es. Meine Familie sagt, vergiss es. Meine Freunde sagen, vergiss es. Meine Fickkollegen sagen, vergiss es.

Mein Herz sagt er ist es, auch wenn es nach anderthalb Jahren ziemlich müde und kaputt geworden ist. Der ständige Versuch die Leere und Trauer zu betäuben hat irreparable Spuren hinterlassen. Am Ende werden nur Narben bleiben, doch kein Zustand dauert ewig.

Gefühl sticht Verstand.

Ich liebe Dich.

Aber ich hab so viel Angst davor wieder verletzt zu werden. Wahrscheinlich hab ich mir deshalb jemand gesucht der unerreichbar ist.

In einer Traumwelt kann dir niemand weh tun, mehr als eine Illusion bist du niemals gewesen, eine einzige Nacht in der ganzen Zeit. Wer bist du wirklich? Ich weiß es nicht und ich will es wahrscheinlich auch gar nicht wissen.

Drei Millimeter mehr an Nähe und ich würde dich längst ignorieren, genauso wie du es mit mir gemacht hast und doch bringt mich die Realität und dein nicht greifbar sein im gleichen Maße zur Verzweiflung, wie es mich dennoch beruhigt. Ein Hoch auf die Ambivalenz.

Ist es schlimmer dass ich mich derartig an dich verschwendet habe, oder dass ich unfähig bin mir diesen Irrtum einzugestehen?