FICK DICH.

Habe so gut wie keine Hoffnungen mehr, als ich dir die Nachricht schicke. Ehrlich gesagt rechne ich noch nicht mal mit einer Antwort.

„Was machst du morgen Abend?“

Hast mich die vergangenen  Monate immer wieder im Letzen Moment versetzt. Kein einziger Tag, an dem ich nicht an dich gedacht- dich hier neben mich gesehnt- und mir nichts mehr als deine Arme um meinen Körper gewünscht habe. Jeden verdammten Tag lang.

Ein Königreich für ein wenig Nähe.

Mehr wollte ich nie von Dir haben. Jemand der da ist, mich festhält und mir sagt, dass alles wieder wird.

Jemand der mich mitten in der Nacht vor den Alpträumen beschützt. Jemand der mir einen Grund gibt, nach Hause zu kommen. Jemand der mich Vollkommenheit erahnen lässt. Jemand der mir die unendliche Angst vor dem ganzen Mist nimmt.

Ich dacht e du wärst der Mensch, an dessen Seite die Sehnsucht nach Liebe endet,  der Mensch der es schafft das Raubtier in mir zu bändigen, ohne ihm die Ästhetik der Unbezähmbarkeit zu stehlen.

Kein Gefühl war je stärker, kein Verlangen intensiver als der Wunsch dich zu spüren, Zeit mit dir zu verbringen und hinter deine scheinbar  unerschütterliche Fassade zu blicken.

Unstillbarer Hunger nach dir lässt den Herzschlag in die Höhe schnalzen, lähmt den Geist, der Wahnsinn lässt recht herzlich grüßen, ehe er die Schirmherrschaft inmitten dieses chaotisch anmutenden Schlachtfeldes in mir drinnen übernimmt.

Wie kann ich was vermissen, dass eigentlich niemals da war?

Zunehmend verschwommen scheint die Grenze zwischen Liebe und Besessenheit, klare Linien sind längst schon nicht mehr auszumachen, wahrscheinlich waren sie es auch nie.- vermutlich sind sie genauso unreal wie der Gedanke an ein WIR.

Dieser verfluchte  Cocktail aus Endorphinen, Oxytocin und Dopamin treibt mich noch in den Wahnsinn. Raus aus meinem Kopf. Raus aus meinem Hirn. Verschwinde.

Bist du jemals mehr als eine Illusion gewesen?

Das Gefühl, du seist ein Teil meiner Realität, war anscheinend nichts anderes als ein Hirngespinst, auch wenn es immer noch weh tut an dich zu denken. Daran dich für immer verloren zu haben, ohne zu wissen wie sich ein Leben mit dir anfühlt.

Doch weder verletzter Stolz, noch Eitelkeit reißen  solch ein Loch in mein Herz, wie die Gewissheit dich nie wieder zu sehen. Hab ich mich so getäuscht?

Oder ist es nichts anderes als purer Masochismus, der mich immer noch an  dem Gedanken festhalten lässt, dass du der bist, der mich ganz macht.

Inzwischen sind beinahe sieben Monate vergangen, seit wir uns zum letzten Mal gesehen haben,  die Nervosität vor dem Treffen mit dir ist schwer auszuhalten. Sehe deinen Wagen im Rückspiegel, nehme all meinen Mut zusammen um auszusteigen, dir in die Augen zu sehen.

Durchs Fenster hindurch streift mich dein eiskalter Blick,  lässt auch den letzten Funken an Euphorie und Hoffnung  in mir zugrunde gehen.

Ich steige zu dir ins Auto, setze mich neben dich und doch bist du so unendlich weit weg von mir, die Mauern um dich herum hüllen dich in eine Bastion, die nicht zu bezwingen ist.

Leiste vehement Widerstand, gegen den aufkeimenden Impuls dich anzufassen, deinen Hinterkopf zu streicheln und dich zu küssen. Nie zuvor hab ich dich so traurig gesehen, eiskalt deine Aura, ohne den Funken eines liebevollen Gefühls mir gegenüber. Da ist nur noch Leere und Hass, keine Spur von Zuneigung.

Parkst das Auto zwischen Bäumen versteckt, unsicher ob uns jemand sehen kann, als wir uns verstohlen auf die Rückbank verziehen.  Küssen uns zum ersten Mal seit zehn Monaten, ich krieg nicht genug davon und würd am liebsten nie wieder damit aufhören,  dabei in deine Arme sinken. Gott, du riechst du gut, ich wünschte dieser Moment würde niemals enden.

Und doch spüre ich…. Nichts… vollkommene Gleichgültigkeit, keine Gefühlsregung… nehme deinen Schwanz in den Mund… drückst meinen Kopf tiefer. ohne Gefühl und lieblos rammt mir das Teil in den Rachen.

Lässt dich danach von mir ficken, spritzt ab, drehst dich sofort weg und meinst ganz beiläufig dass es Zeit zum Zurückfahren wird.

Komme mir so benutzt vor, zugleich schockiert über deine Gefühlskälte lasse ich mir doch nichts anmerken. Du sollst nicht wissen, wie sehr  mich deine  Ignoranz und Unfähigkeit Empathie zu empfinden verletzt. So müssen sich Straßenhuren fühlen; mit dem einzigen Unterschied, dass sie fürs bloße gebraucht werden  Geld bekommen.

Keine Stunde später stehen wir wieder am Parkplatz, ich lächle dich an, streichle deinen Arm. Doch anstatt mich zu küssen schiebst mich weg, wie ein lästig gewordenes Anhängsel.

„Ich muss los, wir hören uns.“

Vollkommen emotions- und bedeutungslos, ohne auch nur ein Minimum an Wärme mir gegenüber fährst du davon, hinterlässt mich wie ein gebrauchtes Fickstück das bereit zum Ausmustern und wegwerfen ist.

Steige in mein Auto und kann nicht aufhören zu weinen.

Bin mir nur nicht sicher ob die Tränen der  gescheiterten Hoffnung auf Liebe oder meiner eigenen Blindheit gelten. Ich bin der Superlativ von naiv, hoch zehn.

Tröstet mich zwar kein wenig, zumindest kann ich jetzt damit aufhören mein Herz an dich zu verschwenden.

Ich wollte immer jemand für dich sein

Der ich ganz bestimmt nie war

Auch wenn Ichs noch so Doll versucht hab

Ich hab es leider nie geschafft

Ich war nie die, die du suchtest

Auch wenn ich „hier“ geschrien hab

Das ständige in die Augen schauen

Hat uns blind gemacht

Trotzdem würd ich denselben Weg

Noch einmal mit dir gehen

Auch mit all den Fehlern

Denn ich bereue nichts

(Froschkönig – Die Toten Hosen)

was wäre wenn?

Was wäre wenn?

Ich hasse die Frage an sich. Wenn meine Tante einen Penis hätte, wäre sie mein Onkel. Hat sie aber nicht. Vermutlich. Also was soll die Scheiße.

Doch der Typ der mit achtunddreißig Euro pro Stunde weniger bekommt als ein ungelernter Möbelmonteur vom Kika, hat gesagt ich soll darüber nachdenken. Bis nächsten Dienstag um sechzehn Uhr.

Und er lasse die Antwort „Dann wär’s halt ein anderer Idiot geworden“, nicht gelten.

Mister Psychotherapeut wird schon wissen was er da von mir verlangt, immerhin hat er sowohl eine Matura als auch ein abgeschlossenes Studium.

Immer und immer wieder rauscht der Satz durch den Kopf, nichts anderes als riesengroße Fragezeichen und erdrückende Leere hinterlassend, kurz davor mir das taub gewordene Herz zu zerreißen.

Doch je länger es da oben rattert umso mehr gewinnt eine gewisse „Jetzt geht’s los“- Stimmung die Oberhand in dem Chaos, plötzlich scheint das Lächeln nicht mehr aufgesetzt und längst verloren geglaubter Glanz kehrt zurück, in die vor Trauer farblos gewordenen Augen.

Könnt aber auch an dem großartigen Sex von vergangener Nacht liegen.

Auf das überfällige Erwachen des Kampfgeists wartend denk ich die Frage zu ende.

Was wäre wenn ich dich nie getroffen hätte?

Mein allerliebster Körperteil würde nicht glühen wenn ich „Jubel“ von Klingade hören würde und ich hätte niemals erfahren, wie es sich anfühlt nur ein verschissener Plan B zu sein.

Die Kraft die Beziehung zu beenden in der ich damals war hätte ich nicht aufgebracht, wären da nicht die Schmetterlinge im Bauch gewesen, für die du verantwortlich warst.

Du hast grenzenlose Begierde in mir ausgelöst doch warst gleichzeitig nie da, wenn ich dich gebraucht hab. Jedes Wochenende bist zu ihr gefahren und du hast wirklich gedacht ich würd zuhause warten bis zu wieder kommst?

Hättest mich nicht permanent übers Telefon so aufgeheizt, wären einige meiner bisherigen besten sexuellen Begegnungen nicht zustande gekommen. Dafür bin ich dir unendlich dankbar.

Auch weil meine Augen und meine Aura gestrahlt haben, jeden in meinem Umfeld ansteckend war ich in dieser Zeit so glücklich wie selten zuvor.

Eine Ahnung davon bekommend was Vollkommenheit bedeutet bin ich durchs Leben getanzt als ob es kein Morgen geben würde, ohne auch nur den Hauch einer Selbstzerstörungstendenz.

Die kam erst später…

Danke. Ich war wirklich glücklich. Waren schöne zwei Wochen.

Ohne dich hätte ich nie erfahren wie sich Ungewissheit anfühlt, das beklemmende Gefühl wenn man weiß dass der Mensch den man liebt bei einer anderen im Bett liegt und am nächsten Morgen mit ihr zusammen aufsteht.

Ohne dich würd ich nicht wissen wie es ist, gegen krankhafte Eifersucht anzukämpfen und ich meine damit nicht meine eigene.

Du hast mich vier Monate alleine gelassen, genau in der Zeit wo ich nichts dringender gebraucht hätte, als eine Schulter zum anlehnen. Jemand der mich in den Arm nimmt und mir irgendeine abgedroschene Floskel ins Ohr flüstert…“Das wird schon wieder werden“

Wenn du nicht gewesen wärst, würd ich bis heut nicht wissen wie schön Heilig Abend sich anfühlt… Völlig alleine, mit der Gewissheit dass der Kerl den man liebt bei einer andern ist.

Auf der Suche nach etwas schmerzstillendem, über einen guten, alten Bekannten gestoßen von dem ich dachte dass er längst passe´ sei…

Der Cocktail aus Einsamkeit und Verzweiflung drückt mich Richtung Gleichgültigkeit, Hass und Kälte.

Und das weiße Pulver aus Lateinamerika drückt mir die Pupillen aus den Augen und das Blut aus der Nase. Immerhin bist mir in dem Zustand scheißegal. Keine Liebe. Keine Hoffnung. Keine Illusion.

Alles was ich will ist mehr. Mehr davon.

Die Angst dich für immer zu verlieren lähmt mein Handeln, lähmt meinen Geist, lähmt meinen Instinkt, unfähig zu auch nur einer banalen Entscheidung treibt der Letze Rest an Vernunft ziellos in einem Vakuum an undefinierbaren Emotionen dahin.

Ich bin verloren ohne Dich.