Menage a troi 2.0

Für Thomas

Seine Gesichtszüge weicher als mein Cashmerefetzen, er wirkt so zerbrechlich und unschuldig, als ob er noch ein Kind wäre. Das schulterlange rote Haar hat er zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, die zerschlissene Jeans schmeichelt seinem süßen Hintern. Was für ein Prachtexemplar von einem Mann. Michel ist wunderschön und dennoch ohne Starallüren. Als würde er nicht wissen, dass er in der obersten Liga spielt.
Eduardo zieht den rothaarigen Adonis an sich, packt ihn mit beiden Händen am Hintern und küsst ihn. Lächelnd lasse ich mich auf die Couch fallen, beobachte wie er Michels Hemd aufknöpft. Ob er wohl rote Haare auf der Brust hat?
Zu meiner Enttäuschung leider nicht, unter dem Hemd ist er so glatt wie Spiegeleis. Ich erkenne kein einziges Haar, vielleicht sollten wir ihn nach einem Ausweis fragen. Nicht das wir wegen Verführung Minderjähriger in den Knast wandern.
Michels Hand zwischen Eduardos Beine, grinsend fingert er an dessen Reißverschluss herum. Die von innen gegen den Stoff drückende Ausbeulung verrät, dass es dem Kerl gefällt. Mir auch, ich kann es kaum erwarten Michels Schwanz zu sehen. Ob er wohl einen roten Glückspfad hat?
Eduardos Ding ist schneller ausgepackt, als ich „was für eine geile Scheiße“ denken kann. Ob es unangebracht wäre, wenn ich mir eine Tüte Chips aufmachen würde?
Vorsichtig krault der Rothaarige an den Eiern meines Freundes, Eduardo schnurrt lauter als eine rollige Katze. Seine Hand streichelt über Michels Kopf, krallt sich an dessen Haaren fest. Ruckartig zieht er ihn nach unten, dirigiert ihn auf die Knie. Es kostet mich sämtliche Selbstbeherrschung, ruhig sitzen zu bleiben, als Eduardos Schwanz zwischen die Lippen des Jünglings flutscht. Er schafft es tatsächlich dieses riesige Gerät in seinem Mund verschwinden zu lassen. Wie zum Teufel macht er das, ohne sich dabei zu erbrechen?
Er sollte Blowjob Kurse an der Volkshochschule abhalten – Deepthroat für Anfänger. Wieso hat mir das niemand in der Schule beigebracht? Phytagoras braucht keine Sau, Schwanzlutschen braucht jeder. Verkacktes Bildungssystem. Nehme mir vor, einen Beschwerdebrief an den Bundespräsidenten zu verfassen. Später.
Eduardo drückt das Lutschtalent zu Boden, zieht ihn die Hose nach unten. Gespannt wie ein Gummiringerl, versuche ich die Farbe seiner Sackhaare zu erkennen, während er auf den Bauch gedreht wird. Leider kann ich aus der Entfernung nichts erkennen, ich stehe auf und schleiche mich näher an die beiden ran. Zum Glück ist meine bessere Hälfte damit beschäftigt, seinen Schwanz zwischen Michels Arschbacken auf und ab zu reiben. Lautes Stöhnen übertönt meine Schritte, ich bleibe erst stehen, als ich direkt hinter den Turteltauben ankomme.
Nicht mal aus der Nähe kann ich einen roten Flaum erkennen. Unbehaart wie eine Nacktschnecke , lässt er sich von Eduardo durchficken. Der bemerkt meine Anwesenheit erst, als ich ihn über die Schulter streichle. Welch Wunder dass ich noch nicht zu sabbern begonnen habe.
Zärtlich küsst er meine Hand, versenkt sich immer härter in das Schnucki, das stöhnend auf dem Parkett liegt. Er deutet auf die Aktentasche, die neben der Couch steht. Wortlos hole ich sie. Der Lärm der beiden reicht schließlich. Ich dachte immer, dass nur Frauen so einen Lärm beim Ficken machen. Falsch gedacht. Bin mir nicht ganz sicher, ob er kommt oder abkratzt. Scheinbar teilt Eduardo meine Bedenken, er zieht seinen Schwanz aus dem jodelnden Typ.
Schlagartige Totenstille. Stecker gezogen.
Er fischt die Ledermanschetten aus der Tasche, legt sie um Michels Handgelenke, fesselt ihn damit.
„Steh auf“, seine Stimme ist mindestens genauso hart, wie der unbehaarte Pimmel Michels. Ich ziehe mir das Kleid aus, beobachte wortlos wichsend wie Michel ans Andreaskreuz geschnallt wird. Erst als er völlig wehrlos gemacht ist, bemerkt mich Eduardo. Eine seiner Augenbrauen zieht er nach oben, legt seinen Kopf schief. Sein Zeigefinger sagt, komm hierher. Zögernd komme ich seiner Anweisung nach.
„Hat dir irgendjemand erlaubt dich anzufassen, du Miststück?“
Seine flache Hand klatscht auf meinen Hintern, er lächelt mich an, als er meinen Kopf zwischen seine Beine drückt.
„Dann wollen wir mal versuchen, was du vorhin gelernt hast.“
Lieber Gott, bitte schalt meinen Würgereflex aus.

liebes.tagebuch.lieber.herr.psychiater.

Schau benommen auf den Bildschirm. Nicht etwa weil ich einen kreativen Schub erwarte, der durch mulitoxische Lebensführung  bedingt ist; nein, mein Psychiater hat mir dazu geraten.

Ich frag mich, ob der kifft. Oder säuft. Oder einfach nach dem Wichsen kaltes Wasser getrunken hat. Und eventuell danach auch noch mit dem Kopf irgendwo aufgeschlagen ist.

Was soll denn das für eine Hilfe sein?

Haben die früher nicht mal lustige Pillen verschrieben? Nix da, heut sollst Tagebuch schreiben.  Schau ma mal, ob das so knallt wie die Diazepam-gefärbte Alternative.

Wertes Tagebuch, Lieber Herr Doktor  Freud,

Vielen Dank für ihre Anteilnahme,

Wer zum Teufel hat das mit Ihren Haaren verbrochen Herr Doktor? Das Mistvieh sollte man wirklich einsperren. Wie fühlt sich eigentlich ihre Frau dabei, wenn sie Nacht für Nacht unter einem alten Mann mit asymmetrischem Pagenschnitt einschläft, und morgens darauf neben einem Hippie erwacht, der aussieht als hätte er ein explodiertes Vogelnest aufm Hirnkastel?

Aber gut, sie haben Recht-Ihre Federpracht, geht mich eigentlich nix an und hat nichts mit mir zu tun, auch wenn ihre Gattin höchstwahrscheinlich durch die Hölle geht.

Ich will ja nicht ihr Nacht- sondern mein Tagesleben festhalten.

Also dann… Den ersten Schock (nachdem ich an ihren Anblick dachte) bekam ich dreißig hundertstel nachdem ich früh morgens die Augen aufgemacht habe.

Das ganze Bett mit roten Flecken übersäht, als hätten Satanisten in der Nacht ein Huhn geschlachtet. Direkt über meiner komatös träumenden Wenigkeit. So sehr ich mich auch anstrenge, ich entdecke auf den ersten Blick mal nix, dass wie ein toter Vogel aussieht, den man den Kopf abgebissen hat. Welcher scheiß verfickte Idiot hat mein Bett vollgeblutet?

Richte mich mit der Dynamik einer querschnittsgelähmten Gehirntoten auf,  um die Lage zu sondieren, und den Bluter zu erwischen.

Jippieeyyeah, der Kreislauf ist mitten im Reinkarnationsvorgang, strauchelt, steckt fest und noch ehe ich „verdammte Kacke woher kommst du denn?“ denken kann, tanzt der Magen Cha cha cha und ich kotze auf den Flokati.

Schön, dass ich nicht die Katze erwischt habe. Immer positiv denken. Laut „Miau“ schreien und das Viech auslachen, weil es  sich erschreckt. Mich kurz überlegen fühlen. Solange, bis ich sie dabei beobachte wie sich selbst lecken. Gott, wieviel Probleme weniger hätten wir, wenn die menschliche Rasse mit dem  Selben Potenzial gesegnet wäre???

Gibt’s dazu Versuche, wissenschaftliche Untersuchungen?

Sollte jemand dazu noch Probanden suchen –  ich stelle mich sofort in den Dienst der Wissenschaft!

Nachdem mein innerer Monolog zu dem Thema weitgehendst verstummt war, bemerkte ich wie sich langsam aber sicher der Wunsch nach körperlicher Vereinigung aufbaute. Kurz: ich war geil. Masturbieren war allerdings keine Option, da ich mich immer noch im selben Raum befand, wie mein Haustier. Und mich dabei von einem Artfremden Wesen beobachten zu lassen, überschreitet auch in meiner Welt die Grenze zur Perversion.

Jetzt habens aber zu schlucken, Herr Psychiater, was?

Wie heißt das denn, wenn man sich dabei von einem Vierbeiner zusehen lässt? Zoophile Masturbation?

Wie auch immer. Ich habe dann eh nicht gewichst, sondern mich gefragt woher jetzt die Sauerei in meinem Bett kommt. Die Frage hab ich mir bis dato immer in einen ganz anderen Kontext gestellt, zumeist hab ich mich gefragt, woher das Schwein in meinem Bett stamme.

Wobei die Antwort auf die zweite Frage immer ich war.

Lege meinen Kopf tiefer um unter das Bett zu sehen, doch auch dort finde ich nichts, dass blutet. Keine Tiere, keine Kerle, keine Außerirdischen. Keine Kirschen. Keine Ob’s.

„Wollt ihr mich verarschen, oder was zur Hölle ist hier los?“

Kurz brüllen, Druck  abbauen,  Kater läuft um sein Leben, ich fühl mich klasse.

Pieep….Pieeeeep….Pieeeeeeeeeeeeeeeeppppppppppppppp…

Ruckartig erinnere ich mich an den Grund, weshalb ich den Wecker gestellt habe, kämpfe mich tapfer in die Senkrechte, stoße mit dem Ellenbogen an einer leeren Flasche, die laut scheppernd der Gravitation nachgibt und eine neue Farbnuance auf dem Bodenfell hinterlässt.

Fuck. Die roten Flecken. Merlot du beknackte   Dreckshure.

Zwei leere Gläser auf der Kommode, setzten die Erinnerung in Gange. Ach ja, jetzt wird mir auch wieder klar, wieso mein tiefstes Innerstes wie Feuer brennt…  Mister Mombasa war auf Kurzurlaub in mir….