#Deadlinetarzan

Mia und Ron liegen seit Stunden im Schlafzimmer, er im Tiefschlaf, sie beim Schafe Zählen. Mit jedem seiner Schnarch Tiraden stirbt eins ihrer flauschigen Einschlafhilfen, sie hält seine Nase zu. Drückt ihr Kissen auf sein Gesicht. Nach Luft japsend wacht er endlich auf.

Mia: Schatz, du machst komische Geräusche

Ron: (schnaufend): Ich hab geträumt, dass ich ersticke.

Sie krabbelt aus dem Bett um das Fenster zu öffnen, ein wenig Sauerstoff
sollte den Mann beruhigen, denkt sie sich als sie sich wieder an ihn
kuschelt.

Mia: Ich kann nicht schlafen.

Ron: Was ist denn los Babe? Hattest du auch einen Alptraum?

Verständnisvoll schlingt er seine Arme um sie, zieht sie so nah wie
möglich an seinen nackten Körper.

Mia: Nein, aber ich hab so viele Dinge im Kopf, die mir keine Ruhe lassen.

Ron: Willst du darüber reden?

Mia: Scheiß auf Kommunikation, es lebe die Penetration!

Fünf Minuten später

Ron: (schnaufend) Boah was für ne Nacht! So was hab ich noch nie erlebt – du
geiles Luder machst mich vollkommen verrückt.

Mia: Warum hat Tarzan eigentlich keinen Vollbart? Ich meine der Kerl ist
ständig im Urwald und dennoch immer glattrasiert. Da stimmt doch
irgendwas nicht.

Ron: Echt jetzt? Es ist drei Uhr morgens, ich bin mitten im post-orgasmic-
chill-modus und du willst über Tarzan reden?

Mia: Wär dir der Kickl als Gesprächsthema lieber?

Ron: Dir sollte mal jemand den Mund stopfen

Mia: Schon wieder?

Ron: Durch die hohe Luftfeuchtigkeit im Dschungel würden Haare im Gesicht
stören, deswegen wachsen den ganzen Urvölkern auch keine Bartstoppeln.

Mia: Aha.

Ron: Schlaf gut.

Mia: Und was ist mit Affen? Die haben doch überall Haare.

Ron: Schatz, bitte.

Mia: Glaubst du dass Tarzan nur mit Jane gevögelt hat? Vielleicht hat er bei
Chita geübt? Vielleicht ist das HI-Virus so auf den Menschen übertragen
worden? Vielleicht war auch Mogli nichts anderes als ein
Affenvernaschendes Mistviech?

Ron: Halt endlich die Klappe, oder…

Mia: Oder was?

Ron: Oder ich setz dich im Urwald aus.

Mia: Ich dich auch.

Ron: Schlaf gut.

Mia: Hast du einen Bolzenschneider zu Hause?

Entschlossen steht er auf, visiert die Kommode an, krallt sich die Rolle
Paketband aus der Schublade ehe er zurück zu der Irren in seinem Bett
kriecht…..

#fickfähig

Leider gibt mir ihr Überraschungsangriff keine Zeit mehr um nach dem Schutzalter in Österreich zu googeln. Sie steckt mir ihre Zunge tief in den Mund, hoffentlich ist das nicht illegal. Bitte lieber Gott mach dass ich nicht wegen Kindesmissbrauchs in den Bau wandere.
Fasse an ihre Titten, drücke sie weg von mir.
„Hab ich was falsch gemacht?“, irritiert schmollt sie mir entgegen, der Toyboy an ihrer Seite weicht einen Schritt nach hinten.
„Nein, es ist nur…“,stammle ich verlegen. Sie küsst mich wieder, ich denke nein. Ihre Hände streicheln über meine Taille, ich denke nein. Mit festem Griff packt er mich am Hinterkopf, zieht mich weg von ihr, ich denke nein. Er saugt an meinem Ohrläppchen während ihre Hände unter mein Shirt wandern, ich denke nein. Sie presst ihren Körper an mich, er seine Errektion, ich denke nein. Ihre Brüste sind größer als ihr Kopf, ich denke vielleicht ist sie doch schon geschlechtsreif. Seine Latte so hart wie mein Leben, ich denke vielleicht ist er doch schon im fickfähigen Alter.
„Bist du schon feucht?“, säuselt sie mir ins Ohr.
„Bist du schon volljährig?“, entgegne ich, ehe er mich an der Hand packt und weg von der Bar zieht…

#Melodie

Irgendwie schaut das Klavier aus, als ob es ein blindes Kind gebastelt hätte. Völlig asymmetrische Tasten, auch wenn ich keine Ahnung von Pianos hab bin ich mir doch sicher dass die nicht so aussehen als das Pappmodell auf dem Glastisch vor mir. Was wird denn das wenn´s fertig ist?
Links daneben packt sie einen Kugelschreiber, außerdem einen akkurat gestapelten Haufen kleiner bunter Post-it´s, bemerkt dass sie den Kaffee vergessen hat und stapft aus dem Büro. Ich versuche die klitzeleinen Wörter zu entziffern, die auf dem Dingsda stehen. Leider sind die genauso verhunzt wie das Teil selbst, außerdem interessiert mich der Scheißdreck eh nicht. Ich will Hilfe, keine behinderte Psycho-Bastelstunde.
„Milch und Zucker?“
Frau Misses Sozialarbeiterin säuselt besänftigend als sie die Tassen abstellt. Hat die meine Gedanken gelesen oder schau ich so angepisst aus dass man mit mir reden muss wie mit einer kranken Kuh?
Psychofuzzies.
„Schwarz, heiß und verlängert. So hab ich´s am Liebsten.“
Ich verbrenne mir den Mund,einzig ihr schrilles Lachen ist schlimmer als die verbrühte Zunge. Sie kriegt sich allmählich wieder ein, ich ärgere mich mich über meine Ungeduld als das Brennen wieder spürbar wird. Wieso tu ich mir immer weh? Verfluchte Gier. Scheiß Kaffee.Besser Eiscafé.
Was soll der Zirkus hier?
„Du siehst irritiert aus“, bemerkt Misses Oberpsychologisch, beugt sich nach vorne um das Krüppelinstrument in meine Richtung zu schieben.
„Langeweile“ steht auf der ersten Taste.
„Was tust du für gewöhnlich wenn dir langweilig ist?“
Sie kritzelt meine Antwort auf einen der Post it´s, pickt den rosa Zettel aufs Klavier.
„Wenn du wütend bist?“
Wieder dasselbe Spiel, die nächste Taste wird beklebt.
„Und was treibst du, wenn du dich freust?“
Dieselbe Antwort. Dasselbe Prozedere.
„Bei Erfolg?“
Check
„Und wenn du einsam bist?“
Check.
„Wenn du verliebt bist?“
Taste für Taste arbeiten wir uns durch, ich würd gern wissen was die für den Zirkus bezahlt bekommt? Und wofür die studiert hat. Um bunte Zettel auf weiße zu picken auf denen zwanzig Mal „ficken, saufen, feiern“ steht?
Zufrieden betrachtet sie ihr Werk, schiebt es wieder in die Mitte des Tisches und lässt den Kugelschreiber in ihrer Brusttasche verschwinden. Entweder hat sie Angst dass ich ihr damit ins Herz steche, oder sie will damit intelligenter wirken?
„Fällt dir was auf Maja?“, sie deutet auf den Tisch.
Jede meine Antworten wären ein Ton. Aber jede Antwort ist dieselbe. Das wird keine schöne Melodie, Maja – das ist eintönig.
Wieso? Ich hab doch drei Töne pro Taste – sie soll heut abend mit mir weggehen – ich beweise ihr das Gegenteil!
Sie verneint, wahrscheinlich muss sie zuhause weitere Pappinstrumenten und Metaphern basteln.
Wieso ist die nicht in Behandlung?
„Ich will eine Revanche“, vorsichtig ziehe ich das erste Post-ist ab, frage sie nach IHRER üblichen Reaktion aufs Langeweile. Mal sehen ob ihre Melodie besser klingt.
Nein, das ginge wirklich nicht. Schließlich sei ich ihre Klientin, nicht sie.
„Irgendwas in diesem Land läuft verdammt schief“, murmle ich vor mich hin, als ich ihr Büro verlasse.

#Roastbeef

Pflichtbewusst schmiert Mister Loverlover Senf auf das Stück Kuhleiche, das wie aufgebahrt auf dem Bräter vor ihm thront. Meinen Einwand man sollte das Roastbeef im Garten begraben um ihn die letzte Ehre zu erweisen, ignoriert er. Stattdessen zickt er rum, weil ich den Verschluss der Senftube verloren habe.
„Na und, du hast mir die Unschuld geraubt.“
Sein Lachkrampf lässt erst nach, als er mir an den Hintern fasst – es riecht nach Genrewechsel. Seine Belustigung weicht sexueller Erregung – Ich kann es ganz genau spüren, als er mir die Short nach unten zieht. Dynamischer als ein Eichhörnchen auf Ephedrin drückt er meinen Kopf auf die Tischplatte – und sich in mich.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mich das Stück Rind direkt neben meinem Gesicht eher anmacht oder ich mich davor ekeln sollte. Ethisch korrekt fühlt es sich nicht an. Aber geil. Man kann halt nicht immer alles auf einmal haben – Moral und Geilheit passen scheinbar nicht zusammen.
Da könnte man Weihnachten genauso gut im Swinger Club feiern.
Ich sage er soll aufhören, Kartoffelschälen und Analverkehr zur selben Zeit irritiert mich, genauso wie Fleisch vor meinem Gesicht. Schließlich bin ich Mitgleid beim VGT. Trotzig rammelt er mich weiter: „Multitasking, Baby.“
Es dauert nicht lange, bis sowohl die tote Kuh als auch die Kartoffeln auf den Boden fallen, genauso wie die Senftube und die angebrochene Flasche Bier. Scheinbar versteht er das Scheppern als Anfeuerung – oder er will mich zu Tode ficken weil ich den Schraubverschluss verloren habe? Sein immer lauter werdendes Hecheln lässt auf Erlösung hoffen – oder eine Herzattacke befürchten. Sein Fuß tritt auf den Senf, springflutartig schießt das braune Zeug über den Fußboden und den Kopf der Katze. Unbeirrt hämmert er weiter, während die Mietzekatze panikartig davonläuft.
Plötzlich hört er auf, steht erst mucksmäuschenstill ehe er meinen Kopf an den Haaren nach oben zieht:
„Schau mal da raus, da zwischen den Bäumen“, sein Finger deutet durch die Fensterscheibe auf den Wald. Die Theatralik in seinem Unterton klingt, als ob er Bigfoot da draußen gesehen hätte.
Doch so sehr ich mich auch konzentriere, ich kann nichts sehen. Vielleicht liegt’s aber auch an der stillstehenden Penetration. Davon kann man blind werden, hab ich mal auf Google gelesen.
„Was zum Teufel soll da draußen sein?“
Stillstand beendet, die Maschine läuft wieder:
„Schau genau Babe, es ist deine Unschuld, die eben in den Wald gelaufen ist.“

Intermezzo

Der anfänglichen Euphorie über einen Neubeginn folgen Zweifel. Hab ich die richtige Entscheidung getroffen? War ich Herr meiner Sinne? Oder bin ich nichts anderes als ein durchgeknalltes Produkt unserer schnelllebigen Zeit, unfähig hinter einem Entschluss zu stehen? Flexibilität oder doch schon Unberechenbarkeit?
Stoße beim Recherchieren im Netz auf einen Typ, der mich innerhalb weniger Minuten desillusioniert – vom Schreiben leben zu können sei völlige Utopie, da solle man besser Unternehmer werden. Oder Harz Vier Empfänger. Oder Penner unter einer Brücke – sie alle würden wirtschaftlich besser dastehen als jemand der durchs Schreiben seinen Lebensunterhalt bestreiten müsse.
Außerdem sei es völlig daneben, authentische Geschichten zu fabrizieren – wer wolle schon sein Innenleben vor der Öffentlichkeit ausbreiten? Das geht doch wirklich nicht.
Ich frage mich, ob er schon mal was von Bukowski gelesen hat. Trotzdem verzweifle ich weiter.
Leider finde ich auf der Homepage keinen passenden Link um mit der aufkeimenden Hoffnungslosigkeit in Bezug auf meine Berufswahl umzugehen. Vielleicht wäre ich doch besser Bodypackerin geworden? Oder Prostituierte? Oder Immobilienmaklerin?
Ich bezweifle, dass mein AMS-Berater der geeignete Ansprechpartner für die Art von Sorgen ist. Vielleicht sollte ich AMS Beraterin werden. Oder Hauptdarstellerin bei „jung, pleite und verzweifelt“. Bissl Botox, dann geht das schon.

Woohaaa!

Und schlagartig springt der Funken wieder über – Zwei Fremde die zurück ins Zueinander torkeln, auch wenn sie so tun, als wüssten sie Bescheid. Hochmut der so tut, als ob er vor dem Fall käme. Wie schön, nichts mehr zu spüren.
Fehlende Angst, teuer erkaufte Scheinsicherheit zum Preis deiner Seele. Keine Furcht, keine Hoffnung… Kein Zweifeln, kein sehnen.
Und du dachtest echt, wir hätten gewonnen? Zuhause nervt alles nur noch. Die ewigen Streitereien, die im Grunde genommen lächerlich und bedeutungslos sind. Immer wiederkehrende Knackpunkte lassen sämtliche Lösungsansätze bereits im Kern ersticken. Statt blindem Vertrauen herrscht eisige Distanz.
Da wo früher mal Freundschaft war, ist heute nichts mehr; zerstört oder nur auf Eis gelegt? Wie auch immer – die einstige Verbindung scheint ausgelöscht.
Lieber Hass als gespielte Liebe?
Ist alles was wir fühlen eine Lüge?
Es wird Zeit zu gehen.
Entscheide mich für die Flucht nach vorne, übermächtiges Bedürfnis nach Abstand treibt mich immer weiter weg.
Und doch vermisse ich den Austausch mit meiner schonungslosesten Kritikerin, trotz all den Reibereien. Würde bloß Stolz weniger als Vernunft wiegen
Bedauernswerterweise schlägt Konditionierung Seelenverwandschaft – Sucht tötet Liebe.
Junkies als Inbegriff der Beziehungsunfähigkeit, geachtete Sündenböcke am Rande der Gesellschaft.
Zu mächtig die Gier nach dem Gift, zu gierig die Macht, die das Scheißzeug mittlerweile hat
Längst manipulierter Wille, kapituliert und gebrochen.Fest an die Illusion der Freiheit geklammert, vergifteter Geist belügt sich selbst.
Alle Anzeichen ins Lächerliche gezogen, suche ich ununterbrochen nach einem Ausweg, torkle dennoch besserungsresistent in die nächste Katastrophe. Bin ich wirklich so blind?
Suche mich süchtig, bin ständig auf der Jagd nach Lebendigkeit, balanciere auf einer schmalen Grenze.
Millimeter vom eigenem Untergang entfernt.
Er erwischt mich eiskalt, dieses Mal habe ich nicht mehr mit ihm gerechnet. Und doch.
Ich erwarte eigentlich einen Anruf vom Ticker, stattdessen habe ich plötzlich Mister Voll am Arsch am Apparat. Super.
„Ich habe Angst davor.“
Tim nimmt meine Hand, zieht mich hinter sich her. Am Ende des Hügels angekommen grinsen wir um die Wette.
„Boah ist das geil!“
Kichernd lassen wir uns ins Gras fallen, genießen die bombastische Aussicht. Nichts als Wald und See unter uns, während die Sonne langsam hinter dem Horizont untertaucht.
Er hatte Recht – perfekter kann der Zeitpunkt nicht sein. Optisch nicht.
„Tief einatmen, Rauch unten lassen und sofort wieder ziehen. Du wirst merken, wann genug ist.“ , zärtlich drückt er meine Hand, zieht sie wieder weg um Analia ein Feuerzeug abzuschnorren.
Getrocknete Liane, oder so. DMT, eh ganz unkompliziert – weil körpereigene Substanz – ich höre ihm schon lange nicht mehr zu… Fokus schwankt, Analia zündet die Lunte….
Ich denke mir, hahaha ihr Spasten, als ob ich vor so´n bisschen Biopsychedelika in die Knie gehen würde, Analia reicht mir das Ding…
Zwei tiefe Züge später betoniert mich die Erkenntnis, einen Fehler gemacht zu haben ins Bodenlose. Wie zum Teufel kann man bloss so deppert sein???
Er fickt mich härter als sonst, wahrscheinlich ist er immer noch sauer, weil ich den Geschirrspüler getötet habe. Oder weil ich seinen besten Freund gevögelt hab.
Was weiß ich. Muss ja auch nicht alles zer-denken. Außerdem hat meine Energetikerin gesagt, ich muss mich emotional abgrenzen. Ist ja schließlich nicht mein Kaffee wenn er Probleme mit Fremdficken oder Haushaltsgeräten hat. Mich fragt schließlich auch keine Sau, wie´s meiner Waschmaschine geht. Gleiches Recht für alle, oder?
Wie zum Geier soll man sich bei dem Wirbel im Hirn auf den koitalen Endspurt konzentrieren? Vollgas im Kopf geht nur bei Standgas in der Fuffie. Und umgekehrt.
Abgesehen davon stresst es mich die Tatsache, morgen früh aufzutreten um mein Buch zu promoten. Wie bitteschön soll ich mich um halb zehn Vormittags betrinken? Das ist doch asozial, auch wenn´s nur gegen das Lampenfieber ist. Ich bin schließlich nicht Bukowsky, denke auch nicht, dass mir irgendjemand einen Bierkühlschrank auf die Bühne stellen wird.
„Kannst du mir morgen nicht paar Kaffetassen voll Bier mitbringen?“ (Glaubst du, es fällt auf, wenn ich
Sichtlich irritiert zieht er seinen Schwanz aus mir, legt den Kopf schief und spritzt mir zwischen die Titten.

Hawking ist tot – Cooper lebt

Während wir uns die Seele aus dem Leib ficken, segnet Stephen Hawking das Zeitliche. Kann man an einer Überdosis Orgasmen sterben?
Wenn ich das bloß Mister Hawking fragen könnte.
Du gehst arbeiten.
Ich wichse weiter.
Stephen hat´s hinter sich.
Mein Geschlechtsorgan steht kurz vorm Burnout, während meine Nasenscheidewand mittendrin steckt.
Er steckt wieder in mir.
Sein Schwanz stabiler als die Schneestange, die ich vergangene Nacht umgefahren habe. Hashtag Street Racer.
Mein Geruchssinn ist mit Stephen zusammen auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Er sagt, dass liegt an den Lösungsmitteln in Peru. Die stinken nicht so wie die aus Kolumbien. Herr Holle sagt das Produkt ist tioptop – aber geruchlos. Außerdem fairtrade und Bio. Greenwashing hat die Mafia erreicht.
Laut dem Psychiater können Alzheimer-Patienten keinen Kaffeeduft wahrnehmen – ich trau mich nicht zu fragen ob das auch für Kokain gilt. Google weiß es leider auch nicht.
Demenz – oder High End-Lösungsmittel?
Oder löst das Mittel gleich das ganze Gehirn mit auf?
Fühlbarer Suizid der Hirnzellen könnte aber auch am dreitausensten Online-Porno liegen.
Hirnverbrennt wichst gut.

Ohne WLAN

Weder Instagram –  noch der Low-Budget-Wichsfilm bringen mich auf andere Gedanken. Zur Krönung des Tages, hängt sich auch noch mein WLAN auf. Niemand wird von der Muse geküsst, während das Internet in die ewigen Jagdgründe abzischt. Da kann ich mich ebenso gut betrinken.

Klappe den Laptop zu, verfluche meinen Netzbetreiber und mache mich auf den Weg Richtung Kneipe.

Dachte ich…

Er fängt mich ab, kurz bevor ich das Haus verlasse, wortlos packt er mich am Schopf und zieht ihn nach hinten. Starre ihn mit weit aufgerissenen Augen an, bewege das Becken gegen seins, stöhne um Gnade. Doch statt erhoffter Erlösung pusht er mich noch höher, zärtlich tänzelnde Fingerkuppen an den richtigen Stellen treiben mich in den Wahnsinn.

Noch bevor meine Knie endgültig versagen, sacke ich in seine Arme – süffisant grinsend besiegelt er meine Kapitulation – haben wir uns nicht schon längst verloren?

Flehe nach Erlösung, er drückt mich auf den Holztisch, gibt meiner Bitte nach. Langsam schiebt er den Rock nach oben, versenkt sich in mir….

Immer und immer wieder…

You´ve got the love i need to see me through

Miss Unentschlossen grübelt

Ja, weil ich endlich wieder schlafen kann.

Nein, weil du mich nicht liebst.

Ja, weil du mich an die Notwendigkeit der Bodenhaftung erinnert hast.

Nein, weil ich zu gerne fliege.

Ja, weil du auch gern abhebst.

Nein, weil ich Angst vorm gemeinsamen  Absturz bekomme.

Ja, weil du mich nicht aufgegeben hast, als alle anderen weg waren

Nein, weil ich dich nicht brauche

Ja, weil ich dich doch brauche

Nein, weil ich mir das nicht eingestehen will.

Ja, weil ich es endlich sollte.

Nein, weil du mich verändern und hinbiegen möchtest.

Ja, weil Gestörte sich das Hirn wieder einrenken lassen müssen.

Nein, weil so gestört bin ich doch gar nicht?

Ja, weil du mich zum Lachen bringst.

Nein, weil ich wegen dir heule.

Ja, weil du durchgeknallt bist.

Nein, weil ich ein Miststück bin.

Ja, weil du mir nichts vormachst.

Nein, weil mir das nicht ins Konzept passt.

Ja, weil ich unendlich viel lerne.

Nein, weil ich es ohnehin besser weiß.

Ja, weil du unendlich viel lernst.

Nein, weil du es ohnehin besser weißt.

Ja, weil du so gut fickst.

Nein, weil ich noch einen  Gutschein vom Orion gefunden habe.

Ja, weil du mich in den Arm nimmst.

Nein, weil Nähe zuzulassen, verletzlich macht.

Ja, weil du mir gut tust.

Nein, weil ich das nicht will.

Gesundheitsfanatiker ohne Schiebetüre

Werner wird  vom Tropf befreit und fragt ob ich mit ihm nach draußen komme um eine zu rauchen, er brauche das nach der Infusion.  Die besten Zigaretten wären die nach dem Essen. Oder nach dem Sex.

Aber ich rauche doch gar nicht.  Bin eher so die gesundheitsbewusste Drogenkonsumentin.

Schallendes Gelächter als der nächste Weißkittel durch die Türe schießt. Hier geht´s ja zu wie im Taubenschlag, sollten Durchgeknallte nicht zur Ruhe kommen?

„Guten Morgen Frau Siffredi. Ihr Gesundheitsbewusstsein lob ich mir. Vor allem in Anbetracht ihres multiplen Substanzgebrauchs.“

Herr Doktor  schüttelt mir die Hand, verrät mir dass er der Chef auf der Stadion sei. Ich frage ihn ob ich nach Hause gehen kann. Seine Miene wird ernst:

„Die gerichtliche Unterbringung ist mittlerweile aufgehoben, aber es wäre unverantwortlich Sie in dieser Verfassung zu entlassen.“

Ich verstehe nur Bahnhof. Wovon redet der denn?

„Sie sind immer noch sehr dehydriert, eine einzige Infusion ist nicht genug um das auszugleichen. Haben Sie ein wenig Geduld.“

Kann der mir nicht einfach ein Sixpack bringen? Zwecks der Flüssigkeit?

„Was heißt gerichtliche Unter-irgendwas?“

Überrascht über die endlose Steigerungsfähigkeit meiner Verwirrtheit, habe ich Schwierigkeiten dem Gespräch zu folgen.

„Wenn Patienten selbst- oder fremdgefährdend agieren, sind wir gezwungen sie hier festzuhalten.“

Agieren, hydrieren, intoxikablabladingsbums. Er hätte ebenso auf Russisch antworten können. Wovon redet denn der?

Die einzige Fremdgefährdung in dem Laden geht vom Koch aus, die Chance dieses kulinarische Attentat zu überstehen ist nicht viel höher als ein Aufenthalt an der syrischen Front.

„Nur weil ich den Krankenhausfraß gegessen habe, bin ich wohl nicht selbstgefährdend? Und andere Menschen gefährde ich auch nicht, ich glaub an Karma.“

Doktor Freud entgeht meine Anspannung nicht.

„Keine Sorge, der Koch liegt im Nebenzimmer. Ich komme am Nachmittag noch mal zu Ihnen, wenn Sie möchten kann ich Ihnen was gegen die Unruhe geben.“

Zumindest ist er schlagfertig.

„Aber für Bier ist es zu früh?“

Werner schlurft zurück ins Zimmer, lässt sich aufs frisch bezogene Laken fallen:

„Wenn sie Bier bekommt, will ich auch eins haben!“

Herr Doktor fasst ihn seine Hosentasche.

„Leider hab ich keins mehr eingesteckt.“

Ist der wirklich Arzt, oder ein Irrer der sich verkleidet hat?

Zum fünftausendsten Mal an diesem Morgen wird die Türe aufgerissen, zwei Damen in grün wuseln wie hyperaktive Frettchen herein, räumen das dreckige Geschirr weg und säuseln dem vermeintlich Durchgeknallten mit Stethoskop was zu. Er nickt, verabschiedet sich und folgt den Saubermachmuschis nach draußen.

Bestimmt vögelt er den beiden gleich das Hirn raus.

Mit einem lauten Knall fällt die verfickte Zimmertüre zurück ins Schloss, nur um eine Sekunde später wieder aufgerissen zu werden. Nicht mal bei meinem Dealer herrscht ein derartiges Kommen und Gehen.  Eine hochgewachsene Blondine bringt Pillen für Werner und mich.Zum Glück, ansonsten wäre der passende Zeitpunkt um fremdgefährdend zu werden.

„Gegen die Nervosität, Fräulein Siffredi.“

Miss Verständnis drückt mir einen winzigen Plastikbecher in die Hand, wartet bis ich mir den Inhalt in den Rachen gekippt habe.

„Entweder hängen sie die Türe aus, oder sie bringen mir die doppelte Dosis“ schnauze ich sie an.

„Ich muss Sie leider enttäuschen – Schiebetüren und ausreichende Medikation ist den Privatpatienten vorbehalten.“

Touche´.