#Glaube

Bin ich nichts anderes, als eine egomanische Narzisstin, für die Empathie ein Fremdwort ist? Eine vergnügungssüchtige Lügnerin, die zwischenmenschlichen Tiefgang nur vom Hörensagen kennt? Eiskalter Engel, längst schon dem Untergang geweiht?
Ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick, rastlos wie ein ausgehungertes Tier. Getrieben und gehetzt, ohne die Möglichkeit durchzuatmen renne ich unentwegt umher. Doch egal wie schnell mich meine Beine tragen, das rettende Ufer bleibt unerreichbar.
Zerfressen von der Einsamkeit, wie ein schwarzes Loch, das sich selbst auslöscht. Wo bist du jetzt?
Versinkender Glaube an das Gute im Menschen, zieht alle Hoffnung mit in die Tiefe. Wem soll ich noch trauen, wenn niemand mehr an mich glaubt?

#Impulskontrolle

Ob sie wohl wieder mit mir reden würde, wenn ich scheiße schwanger wäre? Oder doch lieber unheilbar krank?
„Hallo du. Wie geht´s dir? Leider hab ich Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wünsche dir angenehme drei Monate – wir sehen uns bei meiner Beerdigung.“, ob der Abschiedstext sie aus der Lethargie reißen könnte?
Vermutlich schon – Drama Queens lieben dominante Tumore. Weil ohne Happy End schmeckt Selbstmitleid erst so richtig.
Wobei ich nicht sicher bin, ob die Nachricht vom Angebumstwordenseins die Chance auf ein Quäntchen ihrer ach so spärlichen Zeit erhöht.
Krebs oder Schwangerschaft? Welches Handicap erhöht die Möglichkeit auf ein Gespräch? Eins auf Augenhöhe.
Ach fick dich doch, Frau Misses „ Familie- ist das – allerwichtigste- deshalb –scheiß- ich- auf- meine, weil –du- keine -Matura –hast.“
Ich soll um zwanzig Uhr in dem Schuppen antanzen, aber bitte so unauffällig wie möglich, schließlich ist der ganze Laden voll mit seinen Kollegen. An der Rezeption ist ein Kuvert für mich hinterlegt, in dem der Zimmerschlüssel steckt.
„Sobald du den Schlüssel hast, gehst du an der Rezeption vorbei. Gleich dahinter liegt auf der linken Seite der Aufzug. Fahr in den zweiten Stock, geh ins Zimmer und ziehe dein Nonnenkostüm an. Knie dich auf den Holztisch der neben dem Bett steht, lege eine Augenbinde an und warte bis ich komme. Du redest nur wenn du gefragt wirst.“

Insgeheim bin ich froh über meinen desolaten Zustand, auch wenn mich die Nebenwirkungen der vergangenen Nacht beinahe in die Knie zwingen. Zumindest ist die Aufregung auf ein erträgliches Mindestmaß reduziert. Ich tue was von mir verlangt wird. Hoch wie nie.
Bis zum Hals und noch ein Stückchen weiter hämmert mein Herz, als ich auf allen Vieren ausharre um auf ihn zu warten. Kann die Fahrstuhltüre hören, jedes Mal wenn sie sich öffnet. Zucke beim leisesten Geräusch zusammen, frage mich ob er es wohl ist, der da gerade aussteigt. Auch nach dem dreiunddreißigsten Fehlalarm..
Meine Knie schmerzen, wo zum Teufel steckt der Idiot? Traue mich nicht, eine angenehmere Haltung anzunehmen, vielleicht beobachtet er mich ja per Kamera?
Und noch ehe ich mich mit dem Gedanken einfach abzuhauen anfreunde, höre ich ein Klicken an der Tür. Anfangs digital klingendes Summen, ehe jemand die Türe aufstemmt…
Immer lauter werdende Schritte, ich bekomme Gänsehaut, fühle Blicke auf meinem Körper, blinzle durch den schmalen Spalt am unterem Ende der Augenbinde.
Bedauerlicherweise kann ihn nicht sehen, auch wenn ich sogar seinen Atem hören kann. Höre Wasser, das aus einem Duschkopf gegen Fliesen sprudelt. Höre eine elektrische Zahnbürste. Höre ein Zischen, wie aus einer Haarspraydose.
Verstehe ich nicht. Auf seinem Profilbild hat der Kertl doch eine Glatze?
Speckschwartenspray zum Schädelpolieren?
Hashtag Marktlücke.
Ich mag wie er riecht, sein Schwanz steht kerzengerade Richtung Himmel, soweit ich das durch mein eingeschränktes Blickfeld beurteilen kann.
Unter größter Anstrengung widerstehe ich Impuls ihn sofort in den Mund zu nehmen, ahne was mir danach blühen würde….
Ob dieser Möchtegern-Nachwuchs-Gangster schon vor meiner Haustür steht? Ob einer von dem Schlag dazu fähig ist, säumige Schuldner umzulegen? Ob mir jemand ins Hirn geschissen hat? Ob Seroquel, Lithium und Cipralex mich aus meiner Misere rausboxen könnten? Ob ich mir eine Knarre organisieren sollte? How many times will you learn the same lesson?
Ob der Kerl nach dem Wichsen kaltes Wasser getrunken hat? Ob die Striemen am Arsch morgen blau sind?
„Neun. Danke, mein Herr.“
Möchte ihm den Rohrstock aus der Hand reißen, ihn damit ins Gesicht schlagen.
„Zehn. Danke, mein Herr.“
Möchte seinen Schwanz solange nach rechts drehen, bis er abfällt. Ihn danach in seine dämlich grinsende Fresse stecken und ihn anschließend mit Benzin übergießen und anzünden.
Er lächelt dreckiger als ein hauptberuflicher Dixie Klo Vertreter, als er mir in den Mund spritzt. Wie gern würde ich ihm jetzt den Schädel mit einer neun Millimeter wegballern…
„Danke, mein Herr.“

Miss Unentschlossen grübelt

Ja, weil ich endlich wieder schlafen kann.

Nein, weil du mich nicht liebst.

Ja, weil du mich an die Notwendigkeit der Bodenhaftung erinnert hast.

Nein, weil ich zu gerne fliege.

Ja, weil du auch gern abhebst.

Nein, weil ich Angst vorm gemeinsamen  Absturz bekomme.

Ja, weil du mich nicht aufgegeben hast, als alle anderen weg waren

Nein, weil ich dich nicht brauche

Ja, weil ich dich doch brauche

Nein, weil ich mir das nicht eingestehen will.

Ja, weil ich es endlich sollte.

Nein, weil du mich verändern und hinbiegen möchtest.

Ja, weil Gestörte sich das Hirn wieder einrenken lassen müssen.

Nein, weil so gestört bin ich doch gar nicht?

Ja, weil du mich zum Lachen bringst.

Nein, weil ich wegen dir heule.

Ja, weil du durchgeknallt bist.

Nein, weil ich ein Miststück bin.

Ja, weil du mir nichts vormachst.

Nein, weil mir das nicht ins Konzept passt.

Ja, weil ich unendlich viel lerne.

Nein, weil ich es ohnehin besser weiß.

Ja, weil du unendlich viel lernst.

Nein, weil du es ohnehin besser weißt.

Ja, weil du so gut fickst.

Nein, weil ich noch einen  Gutschein vom Orion gefunden habe.

Ja, weil du mich in den Arm nimmst.

Nein, weil Nähe zuzulassen, verletzlich macht.

Ja, weil du mir gut tust.

Nein, weil ich das nicht will.

Wir schaffen das!

Meine Mutter sagt, ich würde einen Mann brauchen.

Mein Psychiater sagt, ich würde Lithium und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer brauchen

Mein Bankberater sagt, dass er mich zum Teufel wünscht.

Das Arbeitsamt sagt, ich bräuchte einen Psychiater.

Ellena sagt, dass sie nichts mehr sagt.

Tatjana sagt, in Bratislava wären neue Titten unter fünftausend Euro zu haben

Mein Psychotherapeut ist eine geile Sau.

Der hochgewachsene Kerl von nebenan sagt, ich wäre eine Granate im Bett.

Mein Drogendealer sagt, sein neuer Porsche wäre nur geleast.

Mein Vater sagt, ich sollte mit dem Trinken aufhören.

Hansi Hölzel singt, ich bin so schön wie nie

Der Idiot  in den ich mich verliebt habe, liebt mich nicht

Mein Ego sagt, ist mir doch scheißegal

Ich sage, der Penis meines Friseurs ist vollkommene Perfektion

Meine Katze sagt, ich solle endlich ans Meer fahren

Der Bankomat sagt, Limit überschritten; Arrivederci, Auf Wiedersehen, Good Bye

Angela Merkel sagt, wir schaffen das

 

 

 

 

Mister Casanova

Wie aus dem Nichts taucht das Prunkstück der Evolution vor mir auf,  mustert mich und auf einmal ist da etwas. Unerklärlich. Unsichtbar, für die meisten. Und doch, spürbar.

Weniger intensiv als vergangene Strohfeuer, doch die Spannung, lässt sich nicht leugnen.

Provokante Blicke steigern sich ins Unendliche, keiner will schließlich der Erste sein, der einknickt. Wie hypnotisiert lasse ich mich in seinen Bann ziehen. Seine Augen funkeln so kalt wie Eiskristalle, es fröstelt mich trotz der Hitze. Als hätte man beim Roulette alles auf Zahl gesetzt, weil man fühlt, dass es richtig ist. Herzrasen, kurz bevor die Kugel zum Stillstand kommt, obwohl man genau weiß, wo.

Rien ne va plus.

Einen Atemzug lang steht die Zeit still.

Synapsenfeurwerk unterbricht die friedliche Stille, ich ertrinke in Verlangen, kann seinem Blick nicht länger standhalten.

Wie beiläufig streift er meinen Arm, lächelnd öffnet er die Flasche Wasser und schenkt uns ein.

„Ist es dir nicht zu heiß hier draußen?“

Seine Stimme treibt mir die Gänsehaut über den Rücken; unfähig auch nur eine Silbe zu antworten, lege ich meine Hand auf seinen Oberschenkel und meinen Kopf auf seine Schulter. Langsam, aber sicher entkrampft jeder einzelne Muskel, ich kann sein Herz schlagen hören.

Wann hab ich mich zum letzten Mal jemand so nahe gefühlt?

Starren eine Weile wortlos in den Himmel, es kribbelt wie verrückt, gleichgültig wie sehr ich mich auf die Schwalben über uns konzentriere. Egal wie hoch ich die Mauern gezogen habe, diesmal fährt die Welle direkt dorthin wo´s wehtun könnte.

Ganz ohne Tricks und Spielereien.

Mir stockt der Atem, er sieht mich an, als wüsste er Bescheid.

Vorsichtig zieht er mich an sich, küsst mich.

Falle ins Bodenlose, mühelos durchbricht der Fremde alle Schranken, schaltet sämtliche Warnsysteme auf Stand by.

Wundere mich noch, wieso mein Brustkorb nicht explodiert, während er mir das Kleid auszieht.

Küssen uns wie verlegene Teenager, kurz vorm ersten Mal.

Will ihn ficken.

Nein. Will ihn spüren.

Liegen engumschlungen auf der Hängematte, sein Atem an meinem Hals.

Kann irgendjemand bitte die Zeit anhalten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Paralysierter Moment

Paralysiert nach innen reißender Blick, in unbekannte Sphären schnalzender Puls, nie zuvor hat sich ein Lächeln so warm angefühlt, wie das des Fremden neben mir.

Der Moment, an dem man sich fragt, wie es sein kann, dass man sich nach einigen Augenblicken so vertraut und alles andere als unbekannt spürt. Haben die Verabredung gefühlte tausend Mal an- und wieder abgesagt, bevor wir es endlich geschafft haben und uns gegenüber stehen.

Müssen beide lachen, als wir den Größenunterschied bemerken.

„Du bist ja echt eine riesige Frau.“

„Ja, schaut aufm Bildschirm gar nicht so schlimm aus.“

Bin nicht weniger angetan von ihm, als umgekehrt. Eine gewaltige positive Ausstrahlung knallt mir direkt entgegen, bin unschlüssig was da eben passiert, entscheide mich dafür, dass es ja eh egal ist, solang es so gut kommt.

Als würde all der Mist vergangener Monate mit einem Mal von mir abfallen, unsicher wann ich mich zum letzten Mal so großartig in der Gegenwart eines Mannes gefühlt habe, genieße den Moment.

Wir feixen ohne Ende, am liebsten würde ich ihn sofort küssen und mit ihm nach Hause, doch eine bis dato unbekannte Stimme hält mich zurück. Wundere mich erst noch über meine Reaktion, doch als ich mich sagen höre, dass es nicht mein Stil sei, beim ersten Date die Nacht miteinander zu verbringen, habe ich absolut keine Ahnung was mit mir los ist. Den Satz hab ich erst ein einziges Mal zu einem Mann gesagt; das ist schon eine Zeit lang her, außerdem war ich da übelst verliebt. Was bitte ist mit mir los? Ansonsten bin ich  der lieber-vorvorgestern- als-Morgen-gefickt-Typ Frau.

Ganz besonders wenn der Mann nicht unwesentlich kleiner ist als ich. Scheiß auf die Oberflächlichen Prinzipien, lass dich darauf ein. Als wir beide auf Barhockern sitzen, fällt mir der Größenunterschied nicht mehr auf; losgelöst erzählen wir beide von unseren bisherigen Online-Dating Erlebnissen

„Kennst das Gefühl, wenn du meinst jemand schon dein ganzes Leben zu kennen, obwohl ihn erst vor einer Minute getroffen hast?“
„Keine schweren Fragen, beim ersten Getränk“

Unlösbar klebt mein Fokus in seinem Blick; der Energiefluss zwischen uns beiden scheint beinahe greifbar, so stark zieht er seine Bahnen durch den Raum.

Leeren unsere Drinks, zögernd fasst er an meine Hand, scheu wie ein Reh traut er sich kein einziges Mal in meine Augen zu sehen, spazieren über den menschenleeren Parkplatz.

Und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit, bin ich tatsächlich zu zweit.

Einsames Aufmerksamkeitsdefizit Syndrom………………… oder: Miss Verständnis auf der Suche nach Nähe

„Stinke nach Suff
Bin kaputt
Ist ‘n schönes Leben“

Kopf wummert, vermutlich ein Tumor. Hals fühlt sich geschwollen an, vermutlich vom Cola. Fotze ist wund, vermutlich wegen dem besoffenem Idiot, der ohne Gefühl, darauf rumgeritten ist. Augen sind ultralichtempfindlich, vermutlich wegen all den Drogen, die ich in mich reingestopft habe.

Herz ist völlig abgestumpft, vermutlich wegen all den Enttäuschungen, die ich zu ignorieren versuche. Nase rinnt ohne Ende, vermutlich der kolumbianische Diskoschnupfen, Narzismus fickt den Rest meines Hirns.
Brieftasche ist leer, vermutlich hatte ich jede Menge Spaß vergangene Nacht. Auto ist verschwunden, vermutlich irgendwo in der Stadt. Mein Bett wird verschwendet, vermutlich weil ich jede Nacht alleine darin schlafe. Selbstachtung ist futsch, schau so schnell kann’s gehen….

Panik wächst unaufhaltsam, eisenener GRIFF nimmt meine Kehle in Beschlag, drückt mir die Luft weg, nährt Todesangst, Sekunden bevor sie mir die Endlichkeit des eigenen Seins ins Bewusstsein ruft.

Ich bin so gottverdammt einsam….

Mister Lover Lover Libanon

2015-03-07 21.31.44

Bin zum Babysitten verdonnert worden, wobei das Baby mittlerweile 17 und mitten in der Pubertät ist. Mein Bruder und sein gleichaltriger, mindestens genauso groß und altersentsprechend genauso bescheuerter Freund Lukas, wollen bei der Affenhitze natürlich zum See.

Großartig.

Und ich will dreißigtausend Euro, einen Ford Mustang Shelby GT und einen dreiundzwanzigjährigen, gut gebauten, äußerst potenten Brasilianer. Aber wer fragt mich schon.

Wunderbar so ein Ufer, vollgestopft mit laut grölenden, vor sich hin schwitzenden,  versifften und angesoffenem Pöbel. Nicht das ich ungern am Wasser  wäre, aber das Publikum auf diesem einem Strand ist die Steigerung vom Kaisermühlenblues. In der Balkan Version. Ich wundere mich, wieso eigentlich noch niemand offenes Feuer gemacht, und ein Spanferkel darüber gehängt hat.

Doch noch bevor ich die Frage laut stelle, denke ich mir es wäre besser die Klappe zu halten, ehe noch einer den Gedanken in die Tat umsetzt.

Keine drei Sekunden nachdem wir uns mittendrin statt nur dabei die Handtücher aufgebreitet haben, dringt die spannende Geräuschkulisse die uns umgibt bis in mein Bewusstsein

„Ey, isch figg deine Mudda du Hurensohn“ die Meldung aus dem Mund einer von mir auf zwölf Jahren geschätzten kleinen Dunkelhaarigen zaubert mir ein entspanntes Grinsen auf die Lippen.

Lautes Gelächter auch von Seiten meiner zwei Riesenbabys, die mich mit ihrem Gelaber über Bushido und  die Titten einer gewissen Jaqueline  beinahe in den Wahnsinn treiben. Ich  frage mich ob ich in dem Alter genauso viel Mist verzapft habe, stehe auf und streife mir das Strandkleid über den Kopf.

Plötzlich ist es still.

„Maja, die schauen dich alle an…“

Ich habe die ungeteilte Aufmerksamkeit meines Bruders und scheinbar auch die von circa hundertfünfzig anderen Badegästen als ich mit meinen 182 cm nackt mitten auf der Liegewiese stehe.

„Scheiß dich nicht an Michi“

Gott, wie schön ist diese herrliche Ruhe.

Genieße die Blicke noch einen Moment bevor ich mir zumindest ein Bikiunterteil  anziehe, mich wieder in die Waagrechte begebe und meine Brüste in die Sonne lege.

Lukas schaut mich verstohlen an.

„Hattest du nicht mal ein Bauchnabelpiercing?“

Bemerkenswerte Beobachtungsgabe der Junge.

„Ja das hab ich nur tiefergelegt.“

Die Farbe seines Kopfs lässt auf einen Sonnenstich schließen, als ich den Satz zu Ende gesprochen habe.

Es hat funktioniert und die Beiden verschwinden Richtung Strandbar. Gut so. Endlich Ruhe. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

Döse vor mich hin, werfe ab und zu einen Blick rund um mich herum, versichere mich, dass die Dumpfbacken okay sind und checke die Umgebung nach etwas Abendunterhaltung ab.

Tatsächlich kreuzt  ein junger Mann meinen Fokus, Prädikat „äußerst fickbar“.

Das schwarzäugige Muskelpaket mit  kurzen Haaren und sonnengebräunter Haut lässt mich und meinen Instinkt aus der Siesta erwachen.Für den Bruchteil einer Sekunde kreuzen sich unsere Blicke, starten den Turbo und ich weiß nicht mehr ob ich so heiß wegen des Wetters oder des Kerls bin.

Ebenso schnell wie mein Kopf Kino angeht ist er leider schon wieder aus der Bildfläche verschwunden. Mist.

Stunden später hab ich die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihm bereits aufgegeben und wir beschließen den Heimweg anzutreten.

Wie aus dem Nichts steht er plötzlich vor mir:

„Gehst etwa schon?“

Völlig perplex kann ich nicht aufhören ihn anzustarren.

„Ja, ich muss mal die zwei Jungs nach Hause bringen.“

„Aha. Und was machen wir zwei dann später noch?“

Da wird mir bestimmt noch was einfallen, denke ich mir, drücke ihm einen Zettel in die Hand, auf dem meine Nummer gekritzelt ist und liefere Michael und Lukas wieder bei deren Erzeugern ab. Wie schön sind Kinder, wenn man sie wieder zurück an den Absender schicken kann. Herrlich.

Stehe am Balkon meiner Wohnung, blase süßen Rauch in den sternenklaren Himmel und im gleichen Augenblick in dem ich mich frage wie libanesisch geht, piepst mein Handy.

„Sehen wir uns noch?“

Gutes Timing, Baby.

„Ja klar. Magst zu mir kommen?“
Zehn Minuten darauf öffne ich ihm splitterfasernackt die Türe, und Mister Libanon scheint sichtlich verwirrt.

„Willst vorher nicht bissl reden?“

Irritiert kann er dennoch seine Augen nicht von mir lassen.

„Nein, ich will ficken. Nicht reden.“

Als ob sämtliche seiner Synapsen auf Standbild eingestellt wäre, bewegt er sich keinen Millimeter. Für eine gefühlte Ewigkeit scheint die Szene eingefroren.

Wie aus dem Nichts schüttelt  er seinen Kopf, fasst mir an die Brüste und küsst mich.

„Wo ist denn hier das Schlafzimmer?“

Juhu, Schockstarre überwunden.

Küsse ihn zurück, seine Zunge ist richtig talentiert und ich frag mich ob er wohl überall so heiß schmeckt.

Meine Hände wandern tiefer, genauso wie auch mein Kopf, vorsichtig streife ich seine Short nach unten, und sauge den irrsinnig machenden Geruch seines großartigen Körpers ein.

Den und seinen Ständer, so tief wie möglich.

Unerwartet heftig hält er auf einmal meine Arme fest, zieht seinen zugegebenermaßen winzigen Schwanz aus meinem Mund, schreit einmal laut auf und spritzt mir mitten ins Gesicht.

Nach nicht mal dreißig Sekunden.

Ich bin scheinbar im falschen Film. Mister Lover Lover Libanon du kleiner Schnellspritzer.

Benommen sinkt er aufs Bett und flüstert irgendwas wie:

„Du bist so geil“

Das ist echt sein Ernst. Der ist fix und fertig.
Wische mir mit seiner Boxershort das klebrige Zeug von dem Augen.

Kurzer Griff in die Schublade des Nachtkästchens und mein bester Freund aus Plastik eilt mir zur Hilfe. Während mein Date immer noch nach Luft röchelt, stelle ich mich neben ihn ans Bett, einen Fuß auf den schwarzen Metallrahmen der Pritsche gelehnt.

Stecke mir den roten Vibrator erst in den Mund, dann ganz langsam in meine längst überfällige Fotze, die ihr Abendessen mit schmatzenden Geräuschen verschlingt. Und wieder ausspuckt. Und wieder verschlingt.

Die Augen meines immer noch leicht lädierten Fickers werden immer größer, seine Hände wandern zum Kunststoffkonkurenten, er nimmt ihn mir weg und macht mit Händen und Zunge dort weiter wo Mister Fridolin aufgehört hat.

Steckt mir zwei Finger in den Arsch während seine  Zungenspitze Tango am Gipfel meiner geilsten Stelle tanzt. Leckt mich bis zur Besinnungslosigkeit, zucke, schreie, zittere und schreie nochmal.

Vollkommen tiefenentspannt kuschle ich mich in seine Arme, wir rauchen den Ofen fertig, der im Aschebecher gelegen hat.

„Babe, es ist voll scheiße.“

Sein Gesichtsausdruck lässt eine ernste Ansprache erwarten, gespannt warte ich auf seine Fortsetzung

„Warum? Was meinst denn?“
„Weist meine Eltern sind strenge Moslems, wenn die wissen dass ich mich mit dir treffe, bringe ich Schande über meine Familie.“

Sein Dackelblick könnte glatt jemand umhauen. Jemand anderen.

Pruste laut los und kann mich vor Lachen kaum halten.

„Schnucki, ich wollt dich nur ficken. Und jetzt schmeiß ich dich raus. Muss morgen früh aufstehen.“

Humor ist nicht so das Ding vom Libanon.

Sieht mich etwas angepisst an, als er sich anzieht und wieder verschwindet.