Jahrestag der Zufallsbumsbekanntschaften am Tag der Erektion

++Heftig hämmernde Beats aus den turmhohen Boxen hinter mir. Wummernd bis in die Magengrube hinein, lassen den Herzschlag bis zum geht-nicht-mehr in die Höhe schnalzen.

Die bunten Pillen kitzeln bereits unter der Kopfhaut, es fröstelt mich, obwohl ich vor Hitze glühe und immer weiter tanze. Geblendet vom Stroboskop erscheint alles noch ein wenig schneller, unzählige zuckende Gestalten rund um mich herum. Kollektive Tanzwut greift um sich.

An den Turntables ein kleiner, dicker Typ mit Glatze, lässig mit Tschik im Mundwinkel. Völlig entspannt ist er der einzige in dem verrauchten Club, der sich nicht zu der auf Anschlag gedrehten Musik bewegt. Immer wieder wird sein riesiger Kopf von einem roten Scheinwerfer touchiert, als ob Satan plötzlich mit dampfendem Schädel vor einen erscheint, während er den DJ macht.

Neben mir ist ein Rudel Nachwuchsgangster am abshaken, ich schätze sie auf U-20. Das zu dick aufgetragene „AXE“ schafft es nicht den Welpengeruch zu überdecken, der an ihnen haftet.

Yummie.

Mein Kopfkino beginnt Amok zu laufen, bisschen Frischfleisch wär genau das Richtige.

Doch noch bevor ich zu sabbern beginne, rempelt mich jemand von hinten an und raunt mir über die Schulter: „Baby, was willst den von den Kindern?“

„Wieso? Schau ich aus wie Michael Jackson?“

Mike drückt mir einen Drink in die Hand und zeigt Richtung Ausgang: „Nein, du hast ja noch eine Nase, aber die Gesichtsfarbe würde passen.“

Wir schieben uns durch die feiernde Menge nach draußen, eisig und sternenklar ist die Rauhnacht.

Der kleine Innenhof ist schwach beleuchtet, einige Betrunkene stehen vor dem Tor, rauchen und lachen, während eine kleine Blondine sich unweit entfernt die Seele aus dem Leib kotzt. Richtig romantisch. Hinter einem riesigen Christbaum steht eine Bierbank, auf die wir uns setzen. Mike kramt in seiner Jean, zieht eine kleine Tüte heraus und grinst mich an:

„Hast du mal Feuer Kleines?“

„Nur Nutten lassen sich Feuer geben. Und klein bin ich auch nicht.“

Genüsslich inhaliere ich den süßen Qualm, als plötzlich ein Security Typ hinter dem Christbaum hervorschießt und uns streng mustert.

„Raucht ihr hier etwa Haschisch?“, empört zeigt er auf den Spliff den ich zwischen meinen Fingern halte.

„Nein, wir doch nicht“, entgegne ich brüskiert.

„Aber sicher doch. Ich kann es doch riechen.“

„Wir rauchen kein Hasch. Das ist Marihuana“, klinkt sich auch noch Mike in die Diskussion ein.

Während ich in einem Lachkrampf versinke, schaut sich der Uniformierte verstohlen um: „Kann ich auch mal kurz ziehen?“

Am nächsten Morgen werde ich durch das Klingeln der Türe recht unsanft geweckt, desorientiert suche ich nach meinem Telefon um die Uhrzeit zu checken. Doch statt des Handys liegt ein nackter Mensch neben mir im Bett, blinzelt mich an und liebkost meinen entblößten Hintern.

Wer zum Teufel ist das und wie kommt der in meine Animationskiste?

Seine Berührungen sind nichts desto trotz sehr angenehm, vorsichtig streichelt er über den Rücken, küsst meinen Nacken und schlingt seine Arme um mich. Lasse mich in seine Richtung ziehen, kuschle mich an ihn. Bemerke etwas hartes, das von hinten gegen meine Oberschenkel drückt und fasse danach, als es zum zweiten Mal an der Türe klingelt. Fluchend lasse ich von ihm ab und stolpere beim Aufstehen beinahe über eine schwarze Uniform, die auf dem Boden liegt. Scheinbar ist der Fremde mit der Erektion der Security Kerl. Noch bevor ich meine eigenen Klamotten in dem Chaos des Schlafzimmers finden kann, läutet es zum dritten Mal. Zornig greife ich nach einem Handtuch, wickle es um mich und torkle durch den Vorraum um die verdammte Tür zu öffnen. Als ich aufmache und endlich sehe, wer den Radau verursacht, glaub ich endgültig dass mein Schwein pfeift.

„Alles Gute zum Jahrestag, Schatzi“, begrüßt mich Tim, der ein wenig blass aussieht.

Irritiert bitte ich ihn kurz zu warten, damit ich mir was anziehen kann und schlage ihm die Türe vor der Nase wieder zu.

Kaum habe ich mich umgedreht, kommt mir ein ebenso blass aussehender Mike in Unterhosen aus meinem Wohnzimmer entgegen.

„Guten Morgen, Babe. Gut geschlafen?“

Ich schüttle wortlos den Kopf und frage mich was gestern Nacht eigentlich so los war, als der zweite Kerl auf einmal nackt und offensichtlich immer noch sehr erregt aus dem Schlafzimmer kommt.

„Sag mal, hast du meine Boxershorts gesehen?“, verplant greift er nach seiner Uniform.

„Hey, du bist ja der Security vom Club?“

Mike ist sichtlich erfreut über den Nackten mit Latte, während ich kurz davor bin schreiend aus dem Fenster zu springen und einfach davonzulaufen.

„Scheiße mein Freund steht vor der Türe.“

Die beiden brechen in schallendes Gelächter aus, schön wenn ich wenigstens unterhaltsam bin.

„Ich dachte du hättest keinen Freund?“

Dafür dass er nicht mal weiß, wo seine Unterhose ist, kann er sich erstaunlich gut an Details erinnern.

„Ich hab viele Freunde.“

Hektisch fummle ich eine Short und ein weißes Tanktop aus dem Kleiderschrank, ziehe mich an und bitte die Jungs im Wohnzimmer zu warten, bis ich die Sache mit Tim geklärt habe.

„Hi Tim, komm rein. Willst du Kaffee haben? Ich könnt wirklich einen gebrauchen.“

Er nickt verlegen, kommt zu mir, umarmt mich und wandert mit den Händen unter mein Top, als unerwartetes Gejauchze aus dem Nebenraum ihn innehalten lässt.

„Hast du etwa Besuch?“

„Ja, Kollegen aus der Steiermark sind übers Wochenende hier. Ich habe auch nicht viel Zeit deswegen.“

Nehme ihn an der Hand,  ziehe ihn in die Küche um zu vermeiden, dass er bemerkt welche Art von Besuch auf dem Sofa herumlümmelt.  Beim Einschalten der Kaffee Maschine, schmiegt er sich an mich, packt mich an den Hüften und presst mir was gegen den Hintern.

Heilige Maria Mutter Gottes, ist heute Tag der Erektion?

„Tim, da sind Leute nebenan“, mit gespielter Empörung versuche ich ihn los zu werden.

„Dann solltest du versuchen, leise dabei zu sein“, tiefenentspannt zieht er mir die Short nach unten und presst mich über die Anrichte. Ich halte einen kurzen Augenblick dagegen, stemme mich mit einer Hand gegen die weißen Wandfliesen um mit der anderen in der Lade nach einem Kondom zu fischen.

„Welche normale Frau, hat Gummis in der Küche?“

„Gewinnbringender wär´s sicher, wenn ich einen Automaten im Klo aufhängen würde“, antworte ich, bevor er sich das Teil übergestreift hat und mit enem Ruck in mich eindringt.

Widerstehe dem Impuls laut aufzuschreien nur sehr schwer, als er immer schneller wird. Mit einem Mal zieht er sich beinahe ganz aus mir zurück, hält mir den Mund zu, um sich eine Sekunde später ganz in mir zu versenken. Stöhne wie von Sinnen in seine Hand, die meine Laute verstummen lässt, die Knie sind weich wie Watte und das Zittern meiner Beine zeigt, dass es nicht mehr lange dauert bevor ich das Gleichgewicht verliere.  Tims Hände krallen sich fest um mich, ein letztes Mal stößt er zu, verliert die Beherrschung und schreit laut auf, als es ihm kommt.

Leider um eine Minute zu früh für mich, doch das neuerliche Gekicher aus dem Wohnzimmer dämpft mein Verlangen, es zu Ende zu bringen. Während er sich  benommen auf die Eckbank fallen lässt, ziehe ich String und Hose wieder nach oben.  Eine Tasse Kaffee später verspreche ich Tim, mich bei ihm zu melden, wimmle ihn ab und folge der Rauchschwade Richtung Couch.

Anscheinend hat Mister Security seine Boxershort gefunden, ich setze mich zu den zwei Halbnackten auf die Couch und klaue mir den brennenden Joint aus Mikes ‘Hand.

„Also du bist wirklich die Schlimmste. Hast dich jetzt in der Küche vernaschen lassen?“

„Was bitteschön ist denn daran so schlimm? Und wie heißt du eigentlich?“

„Ich bin Georg, sehr erfreut dich kennenzulernen“, kichernd wie ein kleines Schulmädchen reicht er mir die Hand.

„Maja, freut mich auch sehr.“

„Mach dir nix draus Georg, das ist bei ihr ganz normal. Es wundert mich, dass sie nicht noch einen Mann im Kleiderschrank versteckt hat“, schmunzelnd krallt er sich das glühende Gerät von mir zurück.

„Was soll denn das bitte heißen? So schlimm wie du tust, bin ich auch nicht.“

„Nein, Kleines. Du bist viel Schlimmer. Schau dich mal an. Du siehst aus wie ein frisch durchgevögeltes Eichhörnchen.“

Georg fällt vor Lachen beinahe von der Couch: „Er hat Recht Maja.“

„Ach ja? Habt ihr beiden heute schon mal in den Spiegel geschaut?“

„Zumindest hat keiner von uns mit einem hässlichen Rothaarigen aufm Klo rumgemacht“, kontert Mike gelassen.

„Welcher Rothaarige?“

Ich versuche mich zu konzentrieren, doch die immer noch nicht ganz abgeflachte Erregungskurve und die Nachwirkungen einiger fragwürdiger Substanzen, machen es unmöglich mich an die Geschichte zu erinnern.

„Ach was Baby? Hast es schon verdrängt?“

„Wenn ich mich nicht daran erinnern kann, ist es auch niemals passiert. Und damit basta.“

Georg legt seinen Arm um meine Schultern und veralbert mich: „Oh doch, es ist passiert. Ich hab den Kerl danach aus dem Club geworfen.“

Wovon redet der Mensch da eigentlich?

„Naja eigentlich haben wir beide herumgeschmust, als du angefangen hast dem Rothaarigen neben dir zwischen die Beine zu greifen“, versucht Mike meine Erinnerung aufzufrischen.

Und tatsächlich, plötzlich klingelt´s im ramponierten Schädel, langsam beginnt das Standbild im Oberstübchen Farbe anzunehmen. Rote Farbe.

„Ach du Scheiße, jetzt fällt mir alles wieder ein“, resigniert lasse ich meinen Kopf auf die Tischplatte fallen.

„Irgendwer hat gefragt ob der Typ wohl überall rote Haare hat“, raune ich Richtung  Fertigteilparkettboden.

„Ja genau Kleines. Und dreimal darfst du raten, wer gefragt hat.“

Insgeheim kenne ich die Antwort bereits, doch nur um vollkommen sicher zu gehen, hake ich noch einmal nach: „Wer hat gefragt?“

Mike beugt sich nach vorne, berührt mit seinen Lippen beinahe mein Ohr als er flüstert: „Na du Maja, wer denn sonst?“

Ich bemerke, wie mir die Hitze in den Kopf steigt, der schätzungsweise die gleiche Farbe wie die Haare des Kerls von letzter Nacht annimmt. Mehr und mehr Einzelheiten bahnen sich ihren Weg aus dem drogeninduziertem Teilzeit Nirwana zurück in meinen Verstand.

„Mike, bitte sag, dass das alles nicht wahr ist.“

„Oh doch Baby, das ist es. Aber es kommt noch besser… Frag mal die Security.“

„Letzte Nocht, woar a schware Partie für di“, Georg scheint richtig gute Laune zu haben.

Für die Art von Gespräch bin ich eindeutig zu nüchtern, weswegen ich den Kopf wieder hebe um auf dem versifften Glastisch nach etwas Unterhaltung zu suchen, doch alles was ich entdecken kann sind einige Viagra Pillen. Nein danke-ich bräuchte wohl eher ein Gegenmittel.

„Freut mich, wenn’s so schön für dich ist“, genervt fauche ich in seine Richtung.

„Sei doch nicht gleich eingeschnappt. Als ich den Typ aus dem Club geworfen habe, ist er handgreiflich geworden, deswegen haben wir die Polizei gerufen und seine Personalien verlangt.“

„Schön Georg. Ich will jetzt aber nicht deine Lebensgeschichte hören.“

„Schon gut, ich komm ja schon auf den Punkt. Also- was schätzt du, wie alt die Kröte gewesen ist?“

Mein Kopf sinkt wieder zu Tisch.

„Will ich das wissen?“

Lautes Grölen hinter mir, ich denke ich will es nicht wissen.

„Ach Kleines, halb so schlimm. Er war doch eh schon sechzehn.“

Ohne einen Ton zu sagen, stehe auf und schenke mir einen Schluck Wodka ein.

„Sonst noch jemand Durst?“

Georg und Mike sind immer noch mit totlachen beschäftigt, es dauert zwei weitere Shots, bis sich zumindest einer der beiden soweit beruhigt um wieder normal reden zu können.

„Sieh´s doch mal positiv Maja, heute in einem Jahr stehen dann vier Zufallsbumsbekanntschaften vor deiner Hütte um dir einen schönen Jahrestag zu wünschen.“

Der Schnaps wirkt, denn jetzt wiehern wir alle drei.

„Wisst ihr was das traurige an der ganzen Sache ist, Jungs?“

Lasse mich mitsamt der Flasche Grey Goose zwischen die beiden fallen, klemme sie mir zwischen die Beine, während meine Hände auf die Oberschenkel von Georg und Mike wandern.

„Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob er wirklich überall dieselbe Haarfarbe hatte.“

Lasse beide Hände tiefer gleiten, solange bis ich in jeder was Hartes fühlen kann. Eigentlich eh praktisch, dass beide so wenig anhaben.

Mike erwischt mich am Hinterkopf, da ist nichts als purer Provokation in seinem musternden Blick, tief in meine Augen tauchend explodieren seine Pupillen.Die ansonsten stechend grünen Lichter verfinstern sich im Bruchteil einer Sekunde. Tiefschwarze Aura fesselt mich so sehr, dass ich Georgs Hände erst bemerke, als er mir das Top über den Kopf zieht. Mike lässt von mir ab, mustert mich wie ein Löwe die Antilope kurz vor dem endgültigem Knock out. Georg klatscht mir mit der flachen Hand auf den Arsch, mit einem Mal reißt es uns aus der Schockstarre zurück.

„Baby, alles halb so schlimm. Ich glaub wir bringen dich jetzt mal auf andere Gedanken.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herz aus Schwein

Immer noch auf der Suche nach dem, der es schafft, mich länger als eine Nacht zu bändigen, jage ich im Netz nach Frischfleisch. Ich habe keine Lust mehr auf zweifelhafte Dumm-Doms, verblödete Möchtegern-Don-Juans oder verheiratete Ferrari-Fahrer mit Mini-Penis und gewaltigem Minderwertigkeitskomplex.

Nach der zweiten Tasse Kaffee werde ich fündig, genaugenommen werde ich gefunden. Profil klingt vielversprechend, das  Anschreiben ist nicht die standardisierte Massenware, die die meisten seiner Geschlechtsgenossen vom Stapel lassen. Er hat mein Interesse geweckt, wir schreiben den restlichen Vormittag hin und her und verabreden uns für den Abend im besten japanischen Restaurant, das die Hauptstadt zu bieten hat. Entgegen meiner sonstigen Blind Date Erfahrungen bin ich kein bisschen aufgeregt, habe ein gutes Gefühl bei der Sache. Als ich am ausgemachten Treffpunkt vor dem Restaurant ankomme, das praktischerweise in einem Hotel untergebracht ist,  bestätigt sich die Treffsicherheit der weiblichen Intuition.

Endlich wieder mal ein Mann, der um einiges größer ist als ich. Leo ist ein wahrer Gentleman, sein dezentes Aftershave macht Lust auf mehr. Gespannt was sich unter dem schwarzen Maßanzug verbirgt, beobachte ich sein Sein wie eine läufige Hündin einen Straßenköter, als wir uns an die Bar setzen und bei einem Glas Champagner unterhalten.

Das charmante Wesen, das neben mir Platz nimmt, entpuppt sich als äußerst eloquent. Volltreffer-einer der was im Hirn auch noch hat. Er ist um einiges älter als ich und, wie könnte es auch anders sein, verheiratet. Ich hake nicht weiter nach, will es auch gar nicht genau wissen.

Er fragt mich, ob ich denn schon hungrig sei, ja  schon, aber nicht auf Essen. Sein Lächeln geht mir direkt unter die Haut, es kribbelt wie verrückt als er mir sagt, dass er einen Stock tiefer ein Zimmer für uns gebucht hat.

Na dann nichts wie runter..

Der Raum wirkt genauso nobel wie der Rest von dem Schuppen, sogar die Klopapierhalterung ist vergoldet, die Minibar gibt auch richtig was her. Vier Stockwerke unter uns tobt das Leben auf den Straßen von Wien, Leo lässt die Jalousien ein Stück weit nach unten, macht Musik an,  zieht mich an sich und küsst mich.

„Zeig mal, was du alles mitgebracht hast“, erwartungsvoll zeigt er auf meine schwarze Aktentasche, die sich durch beständig-lautes vibrieren verdächtig gemacht hat. Scheinbar hat mein Fipsi ein Eigenleben.

Packe das summende Teil als erster aus, und lege es vor ihm auf das Bett, gefolgt von Bondage Tape, Paddle, Ledermanschetten, Peitsche, zwei Seilen, Plug,  jeder Menge Gleitmittel und Gummis.

„Na, das nenn ich mal umfangreich“, begeistert begutachtet er die stolze Sammlung an Erwachsenenspielzeug, streichelt dabei über meinen Hintern.

„Ja, meine seriöse Aktentasche macht richtig viel Freude. Außen Business, innen Porno.“

„Hmm.. Du hast mir immer noch nicht alles gezeigt.“

Eine Augenbraue nach oben ziehend, fasst er mich sanft am Oberarm.

„Doch, die Tasche ist leer.“

Leo fährt mit seiner Hand unter mein Kleid, klatscht mir einmal auf den Arsch, ehe er von mir ablässt und sich auf das Sofa fallen lässt.

„Zieh dich aus“, sein Tonfall ist um einiges fordernder als noch vor einigen Minuten, und verfehlt seine Wirkung nicht um einen Millimeter.

Meine Erregtheit dürfte mir direkt in den Kopf gestiegen sein, der sich auf einmal anfühlt als würde er glühen.

Langsam greife ich an den Saum des rot-schwarz gemusterten Kleids, bevor ich es mir über den Kopf streife und zu Boden fallen lasse. Mit Ausnahme der High-Heels stehe ich splitterfasernackt vor ihm, er wollte ja dass ich ohne Unterwäsche komme.

Heftig aufflackerndes Funkeln in seinen Augen als er nach dem Seil langt, geübt legen seine Finger eine Schleife und ziehen den Rest des schwarzen Stricks hindurch. Noch ehe ich ganz begreife was er damit vorhat, hat der meine Brüste mit einem Ruck fest eingeschnürt, befestigt die Enden hinter dem Rücken.

„Deine Arme sind mir immer noch zu beweglich“,sprichts und legt mir Ledermanschetten an Hand-und Fußgelenke ,streichelt zärtlich über meine zitternden Schultern, küsst mir den Nacken, mit sanftem Druck schiebt Leo mir die Arme hinter meinen Kopf, befestigt sie dort mit dem Karabiner der Fesseln, er achtet dabei genau darauf, dass die Schnürung auch ordentlich sitzt und so stehen meine beiden Lieblingskörperteile rot und stramm, alles was ich noch bewegen kann, sind die Beine.

Seine Pupillen explodieren förmlich beim Anblick des begonnen Werks, wie ein Junge der zum ersten Mal von einer Exctasy-Pille gekitzelt wird, mit dem einzigen Unterschied, dass dieser Rausch greifbar scheint. Vorsichtig tänzeln Fingerkuppen über die Haut, immer höher, bis sie schließlich auf stehenden Nippeln zur Ruhe kommen, für einen kurzen Moment innehaltend, wie aus dem Nichts nehmen sie plötzlich wieder Fahrt auf, der unerwartet einsetzende Schmerz dämpft meinen Schrei, weil mir schlicht und einfach die Luft wegbleibt.

Reflexartig weiche ich einen Schritt nach hinten, doch das provoziert ihn nur noch mehr, immer fester zwirbelt er mit den höchstempfindlichen Spitzen meiner Titten, gibt mir damit zu verstehen, dass Ausweichen keine Option ist. Der Schmerz brennt sich ins auf Autopilot geschaltete Hirn, instinktiv schwingt meine Mitte immer mehr in seine Richtung.

„Ich werd dich schon noch ficken,  du Miststück.“

Im Takt meines Stöhnens, schlägt er mit der flachen Hand immer wieder auf die abgebundenen Titten, wandert tiefer, setzt seine Behandlung auch jenseits des Bauchnabels fort. Mit jedem einzelnen Schlag, verliere ich zunehmend an Bewusstsein und mich selbst beinahe völlig im Spiel. Gänsehaut kriecht an mir hoch, werde aufs weiße Laken geschoben, er spreizt mir die Arme und Beine indem er die Karabiner neu ordnet und mich somit in eine äußerst ausgelieferte Position bringt. Sämtliche Extremitäten sind weit gespreizt und aneinander fixiert, als Leo sich mit dem eben geschnapptem Paddle nähert.

Schnalzendes Boom Boom unter den Rippen, und die Frage ob ich jemals erregter als in diesem Moment war. Heiß und dickflüssig bahnt sich eine dünne Spur ihren Weg zu Boden, hinterlässt nichts als einen feuchten Film zwischen den Oberschenkeln.

Nicht aus Angst, eher aus der Lust, das Erlebte noch um eine Nuance zu steigern, schließe ich die Augen, atme tief ein, bevor ich das in Leder gebundene Teil laut zischend auf den Innenseiten der Schenkel aufprallen spüren.

Wieder und wieder streichelt er über die geschundene Stelle, die eigene Atemfrequenz sinkt im gleichen Maße wie der Herzschlag, ich lasse mich fallen; mitten in ihn hinein…

 

Granate am Klo

Eigentlich wollt ich packen. Eigentlich wollt ich einen ruhigen Abend auf der Couch verbringen. Eigentlich wollt ich das Auto putzen. Eigentlich wollt ich meine Kräfte für morgen Abend schonen. Eigentlich…

Doch wieder mal macht mir mein Kater einen dicken fetten Strich durch die Rechnung.

Hysterisch maunzt er mich an, lässt sich nicht beruhigen, nicht mal durch die Drohung ich würde mir einen Rottweiler kaufen wenn er nicht auf der Stelle aufhört mich mit seinem Gequake in den Wahnsinn zu treiben.

„Wie oft am Tag brauchst du Futter? Dreiundzwanzig Mal? Du schaust eh schon aus als ob du bald explodieren würdest.“

Nein, es kümmert ihn einen feuchten Dreck, das Vieh ist genauso verfressen wie ich. Also gut, ich gebe mich geschlagen und mach mich auf den Weg um eine halbe tote Kuh zu kaufen. Das dürfte dann erstmal reichen, um übers Wochenende zu kommen.

Im Einkaufswagen türmen sich unzählige Packungen mit Fleisch, ich schieße um die Ecke um noch eine Flasche Rotwein zu suchen und krache gegen einen entgegenkommenden Kunden.

Den fliegt vor Schreck die Tiefkühlpizza aus den Händen, er wankt kurz, fängt sich aber recht schnell wieder.

„Also für eine Vegetarierin hast schon viele Tierleichen da drinnen“, grinsend zeigt er auf meinen Einkauf. Verstehe erst nicht, sehe ihn entgeistert an,  als ich bemerke wer da vor mir steht.

„Hey Manuel, was tust du in Kärnten?“

Fallen uns um den Hals, wir haben uns eine Ewigkeit nicht mehr gesehen und doch sieht er noch so aus, wie ich ihn in Erinnerung habe; ausdrucksstarke blaue Augen, seine gekräuselten kurzen Haare hat er mittlerweile an einer Seite des Kopfes abgeschoren, gepiercte Unterlippe und  beide Arme  voll mit bunten Tattoos. Zerschlissene Jeans verpacken einen süßen Hintern, sein schwarzes Sex Pistols Shirt ist genauso Punk wie er einmal war. Die Tatsache, dass wir beide kreative Freigeister sind, die sich nie in ein Schema pressen ließen, hat uns vor langer Zeit zu Freunden gemacht.

„Ich bin auf spontanem Heimaturlaub. Eben erst angekommen und gleich so eine angenehme Überraschung.“

„Ich sollte viel öfter mal jemand im Supermarkt umfahren. Das macht richtig Laune.“

„Ja dein Fahrstil war immer schon äußerst umwerfend.“

Schlendern zur Kasse und verabreden uns für den Abend in einer kleinen Bar, in der ein Kumpel von uns auflegt. Alte Freunde und Geschichten, elektronische Musik und ein lauer Sommerabend; das Leben ist schön. Nur noch schnell zurück nach Hause, meine Fressmaschine füttern, ratlos vor dem Kleiderschrank stehen und mich nach einer halben Stunde hin-und her überlegen für ein kurzes, dunkelblaues Kleid entscheiden. Meine Haare stehen chaotisch in alle Richtungen, ich lasse sie einfach so-passen gut zum Zustand in meinem Kopf.

Es hat eben zu dämmern begonnen als wir uns vor der Kneipe treffen,  der Bass ist bis vor die Tür spürbar und obwohl es noch vor Mitternacht ist gammeln schon einige Schnapsleichen vor der Türe herum.

Bahnen uns einen Weg durch die verrauchte Bar, die Tanzfläche ist gerammelt voll, genauso wie die Theke und zwei Stunden später auch wir beide.

Der Champagner fließt in Strömen, haben uns so viel zu erzählen, trinken, tanzen, lachen, feiern uns selbst.

Als ich nach meinem Glas greife, streife ich seinen Arm, ein kurzer Blick bevor er plötzlich aufsteht und ohne ein Wort zu sagen geht.

Ich hinterher, Manuel  dreht sich um, nimmt meine Hand und zieht mich in die Toilette.

Ein Betrunkener steht wankend am Waschbecken als wir nach einer freien Kabine Ausschau halten, dreckiges Lachen lässt seine Gedanken erahnen, als wir zu zweit in das einzige leere WC verschwinden.

Manuel  packt mich fest an den Titten, ich gehe vor ihm auf die Knie, packe das harte Ding aus und lasse es zwischen meinen Lippen verschwinden. Mit beiden Händen hält er meinen Kopf, sanft dirigiert  er den Rhythmus.

Lecke über die Spitze des dicken Teils, er zieht mich hoch, drückt mich gegen die Wand und schiebt mir den Rock nach oben.

Seine Finger fahren dorthin wo es richtig nass ist, verliere beinahe den Verstand als er den Schwanz ansetzt und mit einem Ruck in mich eindringt.

Schreie laut auf, immer heftiger fickt er mich, zwirbelt mir währenddessen die Nippel und zieht daran. Halte es nicht mehr aus, ächze, zucke, stöhne wie verrückt.

Er hält mir den Mund zu, doch als ich den warmen Strahl spüre, gibt es kein Zurück mehr.

Sekunden nachdem er mich vollgespritzt hat,  ist es auch bei mir soweit, zitternd erreiche ich den Höhepunkt und sacke benommen in seine Arme.

„Ich hatte fast schon vergessen, wie gut du das kannst“, keuche ich fassungslos, streichle über seine Arme als er mir zärtlich den Nacken küsst.

„Ja, ich bin einfach eine Granate im Klo. Und für die zweite Runde suchen wir jetzt nach Verstärkung, ich denke ein zweiter Schwanz könnte dir nicht schaden.“

Freunde sind großartig, die wissen wie man tickt.