#Metamorphose

Die Metamorphose von der hochsensiblen Prinzessin zum eiskalten Gefühlskrüppel passiert so schleichend wie das Volksbegehren zur Rundfunkgebühr. Jeder hat davon gehört, aber niemand was gesehen.
Alles was sie will ist nichts mehr spüren.
#Herztaub
#behindertesynapsen
Schlechtes Gewissen nährt den Selbstoptimierungswahn, je intensiver der Substanzmissbrauch desto länger die darauffolgende Sporteinheit
Je chemischer die Substanz, desto zweistelliger die gelaufenen Kilometer. Als ob ein Halbmarathon sämtliche Kokainexzesse wettmachen könnte.
Sie fragen sich warum ich das tue?
Ich mich auch!
Ja, ich bin gerne high. Nicht weil ich aus einem sozialen Brennpunkt stamme – ganz und gar nicht. Es macht einfach Spaß!
Der Lieferservice gibt die Daten seiner Kunden an diverse Finanzdienstleister weiter. Vermutlich weil Menschen die um 10 Uhr Vormittag Schnaps, Bier und Filtertipps bestellen nicht allzu kreditwürdig erscheinen.
Dabei schmeckt so ein kühles Blondes nach dem Aufstehen gar nicht so übel.
#Alkoholiker
Sind Rudeltiere.

#Müde

Denkst du wirklich dass dein heutiger Lifestyle dich vor zwei Jahrzehnten befriedigt hätte? Oder wärst du der Langeweile erlegen? Willkommen in meiner Welt!
Ich bin DU. Zwanzig Jahre davor. Mit Muschi statt Latte.
Hure statt Heilige, Magdalena fetzt – Maria ist der Inbegriff aller Spaßbremsen. Pacemakerin fürs Saufen, Ficken und Koksen. Mehr kann ich nicht – hab´s Laufen verlernt, Nase zu voll…
Herzschlag am Limit – vernarbtes Gewebe hinter den Rippen. Kämpfe ums Überleben – nicht weniger als das Teil, dass das Blut durch meinen Körper pumpt.
Schleppend bahnt es sich den Weg durch sämtliche Venen, dennoch reicht es nicht um den eiskalten Engel zu beleben. Ich bin so verdammt abgekämpft und müde.

Übers Verwirrt sein

Quentin Tarantio lächelt die Blondine, die vor ihm kniet an. Zärtlich streichelt er über ihre Haare, packt sie plötzlich am Schopf um sie mit eisernem Griff in Richtung Fußboden zu dirigieren. Mit weit aufgerissenen Augen starrt sie in seine. Unfähig die Situation einzuschätzen ergibt sie sich ihrem Schicksal. Widerstand sinnlos – auch ohne Kampf ist sie sich ihrer Unterlegenheit bewusst. Provokation zweckloser als der österreichische Nichtraucherschutz.
Meine Hand wandert dorthin, wo´s heiß und nass ist. Als ob ich einfach herumwichsen könnte. Zwei Sekunden später klatscht seine flache Hand mitten in mein Gesicht. Immer wieder ohrfeigt er mich, ob mir irgendjemand erlaubt hat, an mir herum zu spielen, will er wissen. Viel mehr als eine rhetorische Frage erwarte ich nicht von ihm.
Ich sage nein.
Er sagt, was nein? Und scheuert mir noch eine.
Ich sage danke mein Herr.
Ich denke fick dich du bescheuerter Wichser. Hoffentlich krepierst du langsam und qualvoll und elendig und jetzt.
Er sagt ich wäre nichts anderes als ein billiges Fickstück, man sollte mich ständig durchvögeln und dauerhaft gestopft halten.
Unbarmherzig rammt er mir sein Ding in den Arsch, füllt mich damit völlig aus, während er mir ins Ohr flüstert: „Ich spritz dir alles rein. Wenn ich fertig mit deinem Arschloch bin, lutscht du meinen Schwanz sauber, du dreckiges kleines Miststück.“
Winsle um Gnade, vergeblich. Er lässt keinen Moment von mir ab, rammelt mich wie ein brunftiger Hirsch mit einer Überdosis Viagra. Tue so, als ob es mir gefallen würde.
Spanne meine Fotze an, mache mich so eng wie möglich. Drei Sekunden später zieht er den Schwanz aus mir raus, nimmt ihn in die Hand ehe er mich vollwichst. Zielsicherer als Harald Juhnke bei Vollmond verfehlt er meine Titten, spritzt mir mitten ins Gesicht. Ich bewundere seine Fähigkeit so unschuldig wie´s Christkind auszusehen, seine Hände wischen währenddessen seine ungeborenen Kinder aus meiner Visage.

#Impulskontrolle

Ob sie wohl wieder mit mir reden würde, wenn ich scheiße schwanger wäre? Oder doch lieber unheilbar krank?
„Hallo du. Wie geht´s dir? Leider hab ich Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wünsche dir angenehme drei Monate – wir sehen uns bei meiner Beerdigung.“, ob der Abschiedstext sie aus der Lethargie reißen könnte?
Vermutlich schon – Drama Queens lieben dominante Tumore. Weil ohne Happy End schmeckt Selbstmitleid erst so richtig.
Wobei ich nicht sicher bin, ob die Nachricht vom Angebumstwordenseins die Chance auf ein Quäntchen ihrer ach so spärlichen Zeit erhöht.
Krebs oder Schwangerschaft? Welches Handicap erhöht die Möglichkeit auf ein Gespräch? Eins auf Augenhöhe.
Ach fick dich doch, Frau Misses „ Familie- ist das – allerwichtigste- deshalb –scheiß- ich- auf- meine, weil –du- keine -Matura –hast.“
Ich soll um zwanzig Uhr in dem Schuppen antanzen, aber bitte so unauffällig wie möglich, schließlich ist der ganze Laden voll mit seinen Kollegen. An der Rezeption ist ein Kuvert für mich hinterlegt, in dem der Zimmerschlüssel steckt.
„Sobald du den Schlüssel hast, gehst du an der Rezeption vorbei. Gleich dahinter liegt auf der linken Seite der Aufzug. Fahr in den zweiten Stock, geh ins Zimmer und ziehe dein Nonnenkostüm an. Knie dich auf den Holztisch der neben dem Bett steht, lege eine Augenbinde an und warte bis ich komme. Du redest nur wenn du gefragt wirst.“

Insgeheim bin ich froh über meinen desolaten Zustand, auch wenn mich die Nebenwirkungen der vergangenen Nacht beinahe in die Knie zwingen. Zumindest ist die Aufregung auf ein erträgliches Mindestmaß reduziert. Ich tue was von mir verlangt wird. Hoch wie nie.
Bis zum Hals und noch ein Stückchen weiter hämmert mein Herz, als ich auf allen Vieren ausharre um auf ihn zu warten. Kann die Fahrstuhltüre hören, jedes Mal wenn sie sich öffnet. Zucke beim leisesten Geräusch zusammen, frage mich ob er es wohl ist, der da gerade aussteigt. Auch nach dem dreiunddreißigsten Fehlalarm..
Meine Knie schmerzen, wo zum Teufel steckt der Idiot? Traue mich nicht, eine angenehmere Haltung anzunehmen, vielleicht beobachtet er mich ja per Kamera?
Und noch ehe ich mich mit dem Gedanken einfach abzuhauen anfreunde, höre ich ein Klicken an der Tür. Anfangs digital klingendes Summen, ehe jemand die Türe aufstemmt…
Immer lauter werdende Schritte, ich bekomme Gänsehaut, fühle Blicke auf meinem Körper, blinzle durch den schmalen Spalt am unterem Ende der Augenbinde.
Bedauerlicherweise kann ihn nicht sehen, auch wenn ich sogar seinen Atem hören kann. Höre Wasser, das aus einem Duschkopf gegen Fliesen sprudelt. Höre eine elektrische Zahnbürste. Höre ein Zischen, wie aus einer Haarspraydose.
Verstehe ich nicht. Auf seinem Profilbild hat der Kertl doch eine Glatze?
Speckschwartenspray zum Schädelpolieren?
Hashtag Marktlücke.
Ich mag wie er riecht, sein Schwanz steht kerzengerade Richtung Himmel, soweit ich das durch mein eingeschränktes Blickfeld beurteilen kann.
Unter größter Anstrengung widerstehe ich Impuls ihn sofort in den Mund zu nehmen, ahne was mir danach blühen würde….
Ob dieser Möchtegern-Nachwuchs-Gangster schon vor meiner Haustür steht? Ob einer von dem Schlag dazu fähig ist, säumige Schuldner umzulegen? Ob mir jemand ins Hirn geschissen hat? Ob Seroquel, Lithium und Cipralex mich aus meiner Misere rausboxen könnten? Ob ich mir eine Knarre organisieren sollte? How many times will you learn the same lesson?
Ob der Kerl nach dem Wichsen kaltes Wasser getrunken hat? Ob die Striemen am Arsch morgen blau sind?
„Neun. Danke, mein Herr.“
Möchte ihm den Rohrstock aus der Hand reißen, ihn damit ins Gesicht schlagen.
„Zehn. Danke, mein Herr.“
Möchte seinen Schwanz solange nach rechts drehen, bis er abfällt. Ihn danach in seine dämlich grinsende Fresse stecken und ihn anschließend mit Benzin übergießen und anzünden.
Er lächelt dreckiger als ein hauptberuflicher Dixie Klo Vertreter, als er mir in den Mund spritzt. Wie gern würde ich ihm jetzt den Schädel mit einer neun Millimeter wegballern…
„Danke, mein Herr.“

„Nutten“ schreibt man mit Doppel T

Hochmotiviert starte ich mit der Fortsetzung von „Lola rennt meets Snoopahontas“, drei geschriebene Zeilen später spring ich vom Sofa auf um staubzusaugen.

Das nervt nach knapp zwei Quadratmetern, scheiß doch aufs Putzen, da spiel ich lieber mit der Katze. Zwei zerkratzte Arme später scheppert mein Telefon, er ruft wieder an. Ich überlege ob ich mit ihm reden will, die Katze sagt geh ja nicht ran. Ich überlege, ob ich mit ihm schlafen will, die Katze sagt wie blöd kann ein Mensch sein?

Als ob das verfressene Fellknäuel auch nur ansatzweise ahnen könnte,  was ich durchmache:

„Mit dir diskutiere ich nicht über Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Erstens bist du kastriert und zweitens nicht das Doktor Sommer Team. Da könnte ich genauso gut mit dem Papst über Koks und Nutten reden.“

Miezekatze braucht keine Mittelfinger – der Blick reicht als Antwort vollkommen, um mich solange zu verängstigen, bis ich Mister Lover Lover plötzlich lachen höre. Verkackte Touchscreen-Handys – die Dinger sind sensibler als eine Jungfrau beim Fisten lassen.

„Hi Großer, wie geht´s“, gespielt-gleichgültig begrüße ich ihn. Er soll ja nicht glauben, dass ich ihm verziehen habe.

„Mir geht´s ganz gut, außer dass ich dich vermisse. Und dir? Mit wem hast du eben rumgeschrien?“

Akku fast alle, wo ist das Ladegerät? Ich stolpere über den Staubsauger, kralle mich beim Umfallen am Laptop fest, ehe ich mit einem ohrenbetäubenden Knall aufs Parkett krache. Zumindest weiß ich jetzt wo das Ladekabel steckt – direkt unterm Teppich.

Lieber Gott, bitte mach, dass die Schulter nicht gebrochen ist. Lieber Gott bitte mach, dass der Computer nicht im Arsch ist. Lieber Gott bitte mach, dass ich nicht ausraste….

Gott ist geil, ich rapple mich unversehrt zurück auf die Beine. Freue mich wie ein Hutschpferd, trete gegen den verschissenen Drecksdysonfakearschlochstaubsaugerfürganzarme, breche mir den kleinen Zeh und rufe ihn zurück.

„Sag doch einfach, wenn mich umbringen willst, du Spinner.“

Totenstille am anderen Ende der Leitung.

„Hallooooo? Anschweigen kannst jemand anderen. Ich lass mich nicht verarschen, schon gar nicht mit Gehirnerschütterung.“

Kichert der, oder phantasiere ich?

„Maja, ich bin in fünf Minuten bei dir. Schaffst du es, dich bis dahin nicht in die Luft zu sprengen?“

Gute Frage, nächste Frage.

„Fick dich doch du…. Du…. Du Schweinsbraten.“

Eloquenz war gestern, ich beende das Gespräch, drücke einen Beutel Tiefkühl-Scampi auf meinen Kopf, als es an der Türe klingelt.

 

 

 

 

 

 

 

Hoch wie nie

Bukowski kann mich am Arsch lecken. Jelinek sowieso. Und vom Rest der Kärntner Möchtegern-Poeten fang ich gar nicht an..

Wirksamer als blutdrucksendende Medikamente ist eh nur der Justin. Ja, genau der. Der Biber. Sorry….

Und auf euch hirngeficktes Pack kann ich genauso gut verzichten wie auf Genitalherpes – scheiß auf euch.  Entschlossener als Merkel in der Flüchtlingskrise, schmeiß ich alles hin. Genug gearbeitet, wird Zeit zum Spielen.

Work hard – Play hard.

Emanuel freut sich mich zu sehen, er strahlt über beide Ohren. So wie der Rest seiner Entourage – Randgestalten so wie du und ich. Die kleine Bude ist gerammelt voll mit Verrückten, es riecht nach Koks und Gras.

Joshua fällt mir um den Hals, als ob ich das Christkind wäre das direkt aus Bogota eingeflogen ist. Wusste gar nicht, dass ich der Stargast der Party bin. Dünne Blutspuren unter seiner Nase singen „wir sind so hoch wie nie“.

Party hard.

Miss Djane knallt sich das weiße Pulver im Minutentakt ins Hirn, Emanuel lässt die Korken knallen.

Stimmung Baby.

Tanzt ihr Stricher, die Königin hat Laune.

Mitten auf dem Glastisch türmt der  Stoff aus dem unser aller Sehnsucht ist.

Herr Doktor bastelt Striche, genug für den ganzen Haufen Chaoten hier drinnen. Misses Djane rotzt grinsend vor sich hin. Spieglein, Spieglein auf dem Tisch, mach mich munter, mach mich frisch. Weil wir ziehen alles – außer Konsequenzen…

Schwärzer als Sebastian Kurz funkeln Joshuas Leuchter, heftig gestikulierend erzählt er von seinem erfolgreichen Drogenentzug. Er will wissen, wann die Putzfrau endlich kommt.

„Alter, sie bringt dir den Staubsauger morgen wieder“, Emanuel faucht ihn an.

Wen interessiert Haushalt um die Zeit?

„Stop. Kurze Zwischenfrage – deine Putze borgt sich den Sauger von deinem Kumpel aus?, irritiert suche ich nach einem Strohhalm in meiner Tasche.

Misses Djane bricht in schallendes Gelächter aus, Emanuel und Joshua nicken mir zu.

Verständnisvoller als das Dr. Sommer Team schaue ich in die Runde: „Klingt eh logisch, ich muss meinem Mechaniker auch immer das Werkzeug mitbringen.“

Plötzlich wird die Türe aufgerissen, der Staubsauger kommt samt Putze hereingeschneit.

„Was du wollen Sauger? Sowieso genug saugen ihr alle – du noch brauchen Cola? Ich nur mehr diese Viagra, aber keine Problem.“

Das nenn ich mal Zusatzverkauf, die Alte sollten sie für Marketingschulungen abwerben – zehn Minuten später hat sie alles verkauft, außer ihre Oma. Blaue Pillen, Ritalin, Koks und eine Baretta wechseln den Besitzer. Hier drinnen geht’s schlimmer zu als aufm Marokkanischem Basar.

Hashtag die falschen Freunde.

Hashtag wir sind die, vor denen uns unsere Eltern gewarnt haben.

Die Knarre fühlt sich geil an, fast so erregend wie Methlphenidat mit Stolichnaya. Knallt.

Ich brauche dringend Frischluft, genug Chemie. Mit weit aufgerissenen Augen folgt mir Emanuel nach unten. Ob ich nicht lieber hier schlafen möchte?

Ich stütze mich an der Brüstung ab, schüttle den Kopf. Gott ist das heiß hier draußen….

Hebe den Kopf, wortlos streicht er mir die Haarsträhne aus dem Gesicht. Ich packe sein Handgelenk, drücke es nach unten, küsse ihn. Er bugsiert mich auf die Motorhaube des Wagens, schiebt meinen Rock nach oben. Provozieren hilft.

Er fickt mir das Hirn raus, unter uns Rush Hour.

Über uns fallende Sterne.

Ich kapituliere. Endgültig.

Vor Erschöpfung gelähmt fällt der Körper ins Koma, lange nachdem sich mein Geist Richtung Nirwana verabschiedet hat. Auch wenn ich lieber alleine eingeschlafen wäre, da ist keine Kraft mehr um vor ihm davon zu laufen. Kein Kampf, keine Flucht – flehe um Ruhe…

Er wird mich doch in Frieden lassen, schließlich wirkt der Kerl genauso durch wie ich?

Theoretisch.

Praktisch ist es ihm scheißegal, wie ich mich fühle. Warum sonst drückt das Stück Schwanz gegen meinen Arsch, stoßen seine Finger mitten in die Fotze um mich aufzuwecken?

Ich krümme mich vor Schmerz, löse mich windend aus seinem Griff um der erzwungenen Nähe zu entfliehen. Hätte ich doch nur mehr Kraft übrig, würd ich ihm ins Gesicht schlagen…. Immer und immer wieder

Beim zweiten Klingeln des Weckers lässt er endlich von mir ab

„Keine Sorge, du kannst jetzt weiterschlafen. Zum Ficken bist eh nicht zu gebrauchen“, er küsst mich.

Drei Sekunden nach seinem Verschwinden knicke ich erneut ein – Widerstand zwecklos, Akkus so leer wie mein Herz.  Viel zu kurz die Ladephase, verstörte blinzle ich in die Sonne, er kommt zurück. Nicht weniger entschlossen als Kim Jong beim Atombombentest, schießt er durch die angelehnte Türe, fokussiert mich mit der Präzision eines Scharfschützen.

Wie lange habe ich gepennt? Wieso ist es plötzlich so hell hier drinnen?  Was zum Teufel macht er mit mir?

Mister Einfühlsam kniet über mir, packt seinen Schwanz aus der Hose und wichst mir auf die Brüste.  Ein Wunder, dass er mich danach nicht fragt, wie er war.

Ohne ein Wort zu sagen wische ich mir das Sperma vom Körper, drücke den fremd gewordenen Torso von mir weg und verlasse ihn.

Alles was ich noch fühle ist Leere.

Alles was ich will ist Schlafen.

Für Immer.

 

 

 

Rettet uns!

Keinen Plan, wo ich anfangen soll… Geschweige denn, wie ich das mache.

Nein, das ist kein Abschiedsbrief, chill mal…

Ich liebe dich. Euch. Durch die gemeinsame Zeit ist mir bewusst geworden, was Vollkommenheit bedeutet. Wunderschönes Gefühl neben dir aufzuwachen. Die Gewissheit, geliebt zu werden, jemand der meine Nähe einfordert und genießt – unbeschreiblich.

Auch wenn mir die Endlichkeit unserer Verbindung bewusst ist. Ich wünschte, dass es nicht so wäre – wider jeglicher Vernunft, gegen sämtliche Prophezeiungen ankämpfend habe ich dennoch den Glauben an UNS verloren.  Was denkst du jetzt?

Kopf hoch halten – Scheiße steht uns beiden bis zum Hals. Zwei Ertrinkende auf der Suche nach dem rettenden Ufer. Ziehen einander immer weiter nach unten.

Genieße den Untergang, weil ich deine Hand spüre. Paranoia vor dem Morgen – besser wir saufen gleich ab… Zwei Superstars sind einer zu viel – WIR sind undenkbar.

Vermutlich weißt du das längst.

Dein fragiles Ego fordert seinen Tribut – ich kann dich nicht halten.  Nicht mehr. ICH KANN NICHT MEHR.

Haben wir nicht beide ein behandlungswürdiges Defizit?

Borderliner feat. Narzisst. Wo bist du jetzt?

Ich kann dich nicht retten. Wer rettet mich?

Romantik war doch anders, oder?

Schriftverkehr ohne Ingwer

Mister DJ schreibt, dass er mich ficken will. Mister VAWK schreibt, dass er mir gern ins Gesicht wichsen würde. Der abgefuckte Borderliner mit den riesigen Augen schreibt, dass er ein Bild meiner Brüste haben will. Der kleine Afghane schickt mir ein Wichs-Video. Natalia schreibt, sie weiß wer ich bin – der Vater ihres ungeborenen Balgs. Außerdem hat sie die Zeugung heimlich gefilmt, um mich damit zu erpressen.

Gaddafis Schwester schreibt, sie würde finanzielle Hilfe brauchen um in Europa Fuß zu fassen. Monsieur Michel schreibt, dass sein Schwanz ganz hart ist. Der Womanizer fragt, ob ich wieder mal in der Stadt wäre. Die Stadt Lausanne schreibt irgendwas französisches, wahrscheinlich wollen die Geld von mir. Die Stadt Klagenfurt schreibt, dass sie Geld von mir will. Die GIS schreibt, dass sie Geld von mir will. Zalando schickt die dritte Mahnung, während ich den Exekutionsbescheid öffne. Das Gericht schreibt, dass mein Dienstgeber die offenen Strafzettel bezahlen wird. Mein Dienstgeber schreibt, dass ich gekündigt bin.

Mein Neffe schreibt, ich soll ja nicht ans Telefon gehen. Sein Bruder schreibt, er hätte letzte Nacht ins Aquarium gewichst. Anja postet Fischpenisse. Ich frage Nordsee oder Beate Ushe? Steffen schreibt, mit Ingwer schmecken die Dinger weltklasse.

Che schreibt, hasta la victoria siempre. Ich verstehe leider kein italienisch. Aber ich glaube Viktoria war eine Hure.

Elena schreibt, ob es mir gut geht. Ich schiebe mir ein Stück Ingwer in den Arsch um nicht wahnsinnig zu werden und schreibe tutto bene.

 

 

 

Kurze Zwischenbilanz

Vermutlich hat sich Chester einen Bandwurm eingefangen. Oder gleich ein ganzes Wurmrudel. Schön, so ist er wenigstens nie alleine – weder der Kater, noch der Parasit.

Das weniger Schöne daran ist, dass mir dieser Streichelzoo langsam aber sicher die Haare vom Kopf frisst. Sashimi-Thunfisch wächst schließlich nicht auf Bäumen. Genauso wenig wie lila Toilettenpapier vom Markenhersteller. Auch wenn ich nicht ganz begreife, wieso das nach Lavendel riecht – wer will schon  nach Mottenkugeln duften, wenn er sich den Hintern abputzt?

 

Wie auch immer – Entweder steig ich wieder auf das zweilagige No-Name Produkt vom Diskonter um, oder der Flohzirkus bekommt in Zukunft Kitekat statt Mister Wu´s Sushi Service zum Abendessen.

Ich hab schließlich keinen Esel der Gold scheißt. Und mein Psychotherapeut verlangt plötzlich auch das Doppelte, weil er ja jetzt ein richtiger Doktor ist.

Aber wenn ich ihn frage, ob es denn normal wäre, wenn ich beim Wichsen an Sebastian Kurz und Donald Trump denke, kann er mir keine plausible Antwort liefern. Ratlosigkeit und Schamesröte kann ich auch ohne hundert Euro die Stunde haben,  vielleicht sollte ich mit meinem Opa über die belastenden Masturbationsphantasien sprechen. Auf der Fahrt nach Hause beschleichen mich dann doch Zweifel, entweder aus einem plötzlichen Anflug von Vernunft oder aufgrund des sinkenden Alkoholpegels.

Ich will den alten Mann ja nicht umbringen.

Nicht ohne zu wissen, was in seinem Testament steht. Weil Sashimi-Thunfisch wächst schließlich nicht auf Bäumen. Genauso wenig wie lila Toilettenpapier vom Markenhersteller.

Opa sagt, der Kurz soll zurück in die Krabbelstube und der Donald wird’s eh nicht lange machen, den werden´s sicher verschwinden lassen. Wir spazieren durch den Garten, ob ich denn ein paar Himbeeren haben möchte, will er wissen.

Aus Angst mir einen Fuchsbandwurm einzufangen, lehne ich dankend ab. Mein Handywecker klingelt zum dritten Mal. Sechzehn Uhr dreißig, Zeit zum Aufstehen. Sehr aussagekräftiger Parameter zur Bestimmung meines labilen Geisteszustandes. Nur Irre schlafen bis halb fünf am Nachmittag.

Opa fragt mich, ob ich denn als Callgirl arbeite, weil es ständig läutet. Ich sage, Opa bitte, ich muss mir billiges Klopapier vom Lidl kaufen, also nein, ich bin immer noch arbeitssuchend, zutiefst hoffend er möge den Mottenkugelgeruch nicht bemerken.

Tut er eh nicht, er ist zu vertieft in seine Geschichte über die Hitlerjugend. Ich denke komisch, er ist doch erst  1948 auf die Welt gekommen.

Verabschiede mich mit einem geschmeidigen „Sieg Heil“, steig ins Auto und fahr zurück nach Kärnten. Kaum alleine mit mir und meinem dreckigen Geist, muss ich wieder an Sebastian und Donald denken. Schalte die Klimaanlage auf Vollgas. Sebastian schiebt meinen Rock nach oben.

Donald leckt sich über die Oberlippe, während sich Monsieur Macron auf der Rückbank von Angie den Schwanz lutschen lässt.

Wo ist Gaddafi eigentlich hin verschwunden?

Vermutlich ist er zurück im Erdbeerland, aber ich muss unbedingt nach Hause um die Erektion auf der Wand zu verhüllen. Alles andere wäre unseriös, oder?

Steffen sagt, so eine verdammte Scheiße, steh doch zu deinen Erektionen auf den Wänden. Ich solle endlich mal meine Gedanken liberalisieren.

Ersticke beinahe an meinem Thunfisch. Ich solle was?

„Weißt du Maja, so normal wie wir ist sonst niemand.“

Verdammtes Crystal Meth, sogar meinen liebsten Polen hast du dir unter den Nagel gerissen.

Ich nicke Steffen kurz zu, steige in meinen Wagen und verschwinde.

Fünfzehn Minuten später liege ich auf einer Low-Budget Massageliege für ganz Arme und schiebe meinen Kittel Richtung Bauchnabel.

Der Ostdeutsche Kerl begutachtet mein Geschlechtsorgan sehr sorgfältig und pflichtbewusst. Hatte beinahe schon vergessen, wie sehr ich deutsche Gründlichkeit schätze, als er mir mit schwarzen Edding eine Linie auf mein Allerheiligstes zeichnet.

„Keine Sorge Maja, ich muss nur den Stichkanal vorzeichnen, damit ich das Ding anständig reinmache.“

Als ob mich das beruhigen würde. Und nein, ich bin nicht nervös, aber wie sicher ist er sich, dass er nicht aus Versehen meinen Kitzler durchsticht?

„Keine Sorge, das ist so gut wie ausgeschlossen, entspann dich einfach.“

Er hat leicht reden; immerhin zielt niemand mit einer Nadel auf sein Halleluja.

Kalter Schweiß kühlt meine Schläfe, als er zum dritten Versuch ansetzt. Ich kralle meine Finger in die schwarze Liege, beiße auf die Unterlippe bis es blutet. Mit einem kurzen Stoß sticht die Kanüle durch das dünne Stück Haut, ich jaule wie eine läufige Hündin. Für einen kurzen Moment bäumt sich mein Oberkörper auf, verkrampft, ehe er wieder zurück sinkt.

„Alles okay bei dir? Wir haben´s fast geschafft.“

So ein Idiot.  Dasselbe hat Hitler damals über Polen gesagt, aber bitte.

Breitbeiniger als eine frisch gegangbangte Jungfrau wanke ich zurück zum Parkplatz, unsicher ob ich heulen, onanieren oder koksen sollte. Entscheide mich für die einzige Variante, die Sinn macht.

Michi fragt, wo ich so lange gesteckt habe.

Ich frage, ob er Tiefkühlgemüse hat.

Jasmin legt den Kopf schief.

„Muss ich mir Sorgen um dich machen?“

Mit einem fetten Grinsen im Gesicht drücke ich mir den Sack Erbsen zwischen die Beine, schüttle den Kopf und seufze erleichtert auf, als sich die betäubende Erlösung wie ein weißer Schleier über den Glastisch zieht…

„Röhrl bitte…..“