Fick dich.

Bin mir nicht sicher ob mir die Unendlichkeit dieser beinahe-Romanze oder das eigene Lamentieren mehr auf die Nerven geht.

Warum lasse ich mich so behandeln?

Hatten wir nicht schon zig-tausend Mal einen Schlussstrich gezogen?

Wieso kommen wir nicht voneinander los?

Ich wünschte ich könnte dich vergessen. Warum ist es so schwer, sich zu entlieben?

Als würde ein nasses Handtuch auf der Brust kleben, Luft holen für Fortgeschrittene..

Ersticke an Sehnsucht, Gott wie ich dich vermisse. Neurotische Jagd nach dem felhlendem Teil; vergessenes Detail im großen Ganzen… Wo bist du jetzt?

Renne orientierungslos durch das Chaos, das du angerichtet hast. Lachend schickst mich mitten ins Nirgendwo, ein Hoch auf euch Sadisten.

Auf das ihr an eurem Zynismus erstickt.

 

 

Blind Date für Fortgeschrittene

Jeder Schritt schmerzt, aber ich würde mir eher die Schneidezähne schwarz anmalen, als mit  Krücken bei ihm aufzutauchen. Raubtiere lassen sich Wunden niemals anmerken, lieber nicht-schwarz- angemalte Zähne zusammen beißen als verletzlich erscheinen. Das könnte Kopf und Kragen kosten.

Vom Gin betäubt  gelingt es, unhumpelnd über die Treppe nach oben zu gelangen. Elegant geht trotzdem anders.

Alex grinst belustigt.

„Lachst wohl gerne über Behinderte?“

Gespielt entrüstet angle ich mir seinem Drink.

„Eigentlich lache ich wegen deiner Eitelkeit.“

„Sagt der Kerl im rosaroten String Tanga. Wieso steht auf deiner Unterhose eigentlich Olaf? Klaust du die Dinger?“

„Sicher sind die gestohlen. Irgendwo muss man schließlich sparen.“

Mister Minislip holt eine Flasche Champagner aus der Küche während ich mich ausziehe und in die Sonne lege, die für diese Jahreszeit ganz schön heftig vom Himmel knallt.

Er fragt, ob ich hungrig sei. Ich schiebe seinen rosa String zur Seite- und den dahinter versteckten Schwanz in meinen Mund.

Aber eigentlich ist das nichts zum Essen.

Öffne die Augen und bemerke beim Blick nach oben die Überraschung in seinem Gesicht.

Sekunden später kippt mir die Kinnlade nach unten, der kleine Prinz namens Olaf rutscht mir durch die Lippen nach draußen:

„Sag mal Olaf, ist das ein Schneeadler hinter dir“

Mit der Coolness eines James Dean zündet Alex sich eine Zigarre an, dreht sich um und lässt dicke Rauchschwaden in den dämmernden Himmel steigen, während seine Erektion punktgenau auf den Grund meiner Verwirrung zeigt.

„Guten Morgen Schuhu!“

Unbeeindruckt  springt der Riesenvogel hinter eine Mauer, verschwindet genauso schnell aus meinem Blickfeld, wie er gekommen war. Ist das ein Flashback oder hab ich heute versehentlich halluzinogene Substanzen konsumiert?

Vermutlich ist es die Höhenluft im Burgenland, die meinem Verstand einen Streich spielt.

„Ich sollte wirklich aufhören zu trinken.“

Starre regungslos über die Hecke, als plötzlich was Rosafarbenes an mir vorbeifliegt und in meinem Glas landet.

Jetzt schießt der Verrückte auch noch Tangas durch die Gegend. Alex lehnt sich paffend an die Mauer, ich fische das Wurfgeschoss aus meinem Champagner und ziele damit auf ihn.

„Du wirfst wie ein Mädchen“ , tiefenentspannt weicht der nackte Kerl seiner vorbeifliegenden Unterwäsche aus, die Sekunden später gegen die vergitterte Wand des Nachbargebäudes knallt, hinter der auf einmal wieder der weiße Vogel auftaucht.

Ich hätte die Psychopharmaka wohl doch nicht so abrupt absetzen dürfen.

„Sieht man für normal bei einem Delirium nicht weiße Mäuse?“

Alex spielt mit seinem Schwanz:

„Nagetiere sind was für Amateure, Schätzchen. Schneeeulen sind der Rolls Royce unter den entzugsbedingten Albino Halluzinationen“

„Du musst es ja wissen. Immerhin hast du bereits maturiert, als Hitler einmarschiert ist.“

Keine drei Sekunden später werde ich recht unsanft auf den Holztisch gedrückt.

„Du bist ziemlich frech für eine behinderte Irre“

Sein wachgerubbelter Ständer steckt schneller in mir, als ich „scheiße-ist-das-geil“ sagen kann, taktgenau fickt er mich in die Sprachlosigkeit.  Ächze benommen in seine Hand, die er mir auf den Mund drückt. Um seinem Griff zu entwischen, drehe ich den Kopf zur Seite, als ich schlagartig bemerke, dass wir beobachtet werden.

Meine Erregungskurve sackt entschlossener in den Keller als Josef Fritzl vor seiner Inhaftierung. Es fühlt sich pervers an von einem voyeuristischen Uhu beim Ficken beobachtet zu werden. Sogar in meiner Welt.

Alex entgeht mein Unbehagen keineswegs, er nimmt mich an der Hand und zieht mich nach drinnen. Falle vor ihm auf die Knie, lecke über die Innenseiten seiner Oberschenkel. Langsam arbeite ich mich nach oben, lasse meine Zungenspitze über sein Allerheiligstes tanzen. Ich spüre das Zucken in seinen Oberschenkeln, unkontrolliert und in immer kürzer werdenden Abständen verrät es das nahende Zielfeuerwerk.

Die weiße Fontäne streift meine Wange, seinem erlöst klingendem Stoßseufzer folgt ein wütender Aufschrei von draußen. Im nächsten Moment klatscht etwas gegen eines der Fenster. Klingt nach nassem Fetzen. Ich tippe mal auf Olafs Tanga.

Verängstigt und vollgewichst klammere ich mich an ein Bein, immer lauter wird das Gebrüll jenseits der Terrassen Tür.

„Mach dir keine Sorgen, der Nachbar hat grad seine fünf Minuten.“

Alex löst sich aus meiner Umarmung  um die Türe einen Spalt weiter zu öffnen.

„Was will denn die Arschgeige jetzt schon wieder?“, genervt schiebt er sich nach draußen um die Lage zu sondieren. Sein Schwanz steht nach wie vor kerzengerade in die Höhe als er dem Schreihals über den Gartenzaun zuwinkt.

„Meine Verehrung Herr Nachbar. Warum so unentspannt?“

Versteckt hinter einem der Vorhänge belausche ich das Gespräch.

„Geh scheißen du Koffer.“

Der klingt ja wirklich nicht sehr ausgeglichen, wie der wohl aussieht. Versuche einen Blick auf den Schreihals zu werfen, ziehe den Vorhang zur Seite, doch alles was ich erkennen kann ist Alex ‘nackter Arsch, den er wackelnd über die Grenzmauer streckt.

„In deinen oder in meinen Garten?“

„Du tickst ja nicht ganz richtig, perverser Volltrottel du.“

Alex dreht dem Kerl wieder seine Vorderseite zu:

„Dafür pudert deine Alte so gern mit mir. Die mag das.“

„Ich bring dich um du Arschloch.“

Wütendes Geplärre wandelt sich in hysterisches Kreischen.

„Wünsche dir auch noch ein schönes Wochenende. Grüß die Frau Gattin schön von mir. Falls du sie mal treffen solltest.“

Als wäre nichts gewesen stolziert Alex zurück ins Haus, köpft die nächste Flasche Dom Perignon und nimmt neben mir am Fußboden Platz.

„Was zum Teufel war denn das?“

Fassungslos schüttle ich den Kopf.

„Der zuckt immer aus, wenn er meine Unterhosen auf seinem Grundstück findet.  Ich mach doch auch kein Theater wenn seine Frau ihre BHs hier liegen lässt.“´

„Kann ich was Stärkeres zu trinken haben Alex?“

„Aber sicher doch, Schätzchen. Hat dich der Trottel so erschreckt?“

„Nein, aber ich finde die Art von Blind Dates gehört anständig gefeiert.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mister Casanova

Wie aus dem Nichts taucht das Prunkstück der Evolution vor mir auf,  mustert mich und auf einmal ist da etwas. Unerklärlich. Unsichtbar, für die meisten. Und doch, spürbar.

Weniger intensiv als vergangene Strohfeuer, doch die Spannung, lässt sich nicht leugnen.

Provokante Blicke steigern sich ins Unendliche, keiner will schließlich der Erste sein, der einknickt. Wie hypnotisiert lasse ich mich in seinen Bann ziehen. Seine Augen funkeln so kalt wie Eiskristalle, es fröstelt mich trotz der Hitze. Als hätte man beim Roulette alles auf Zahl gesetzt, weil man fühlt, dass es richtig ist. Herzrasen, kurz bevor die Kugel zum Stillstand kommt, obwohl man genau weiß, wo.

Rien ne va plus.

Einen Atemzug lang steht die Zeit still.

Synapsenfeurwerk unterbricht die friedliche Stille, ich ertrinke in Verlangen, kann seinem Blick nicht länger standhalten.

Wie beiläufig streift er meinen Arm, lächelnd öffnet er die Flasche Wasser und schenkt uns ein.

„Ist es dir nicht zu heiß hier draußen?“

Seine Stimme treibt mir die Gänsehaut über den Rücken; unfähig auch nur eine Silbe zu antworten, lege ich meine Hand auf seinen Oberschenkel und meinen Kopf auf seine Schulter. Langsam, aber sicher entkrampft jeder einzelne Muskel, ich kann sein Herz schlagen hören.

Wann hab ich mich zum letzten Mal jemand so nahe gefühlt?

Starren eine Weile wortlos in den Himmel, es kribbelt wie verrückt, gleichgültig wie sehr ich mich auf die Schwalben über uns konzentriere. Egal wie hoch ich die Mauern gezogen habe, diesmal fährt die Welle direkt dorthin wo´s wehtun könnte.

Ganz ohne Tricks und Spielereien.

Mir stockt der Atem, er sieht mich an, als wüsste er Bescheid.

Vorsichtig zieht er mich an sich, küsst mich.

Falle ins Bodenlose, mühelos durchbricht der Fremde alle Schranken, schaltet sämtliche Warnsysteme auf Stand by.

Wundere mich noch, wieso mein Brustkorb nicht explodiert, während er mir das Kleid auszieht.

Küssen uns wie verlegene Teenager, kurz vorm ersten Mal.

Will ihn ficken.

Nein. Will ihn spüren.

Liegen engumschlungen auf der Hängematte, sein Atem an meinem Hals.

Kann irgendjemand bitte die Zeit anhalten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der siebente Zwerg von Schneewittchen

Der Unbekannte aus dem Netz will also, dass ich mich als Chef Sekretärin in einem großen Konzern bewerbe und dabei die Reize einer Frau einsetze. In seiner letzten Mail verlangt er das Bewerbungsschreiben bis am Abend zu bekommen, natürlich an ihn adressiert.

Klingt ja mal nach einem spannenden Anfang für ein Blind Date und in null Komma nichts habe ich den Text fertig.

Sehr geehrter Herr Müller!

Wie ich ihrer Annonce in der Kleinen Zeitung entnehmen konnte, sind Sie auf der Suche nach einer Chefsekretärin. Hiermit bewerbe ich mich um diese offene Stelle.

Ich bin 29 Jahre alt, komme aus Wien und wäre natürlich bereit meinen Lebensmittelpunkt nach Wolfsburg zu verlegen. In meiner bisherigen Tätigkeit war ich für die Terminkoordination und den Schriftverkehr eines kleinen Familienbetriebs in der südlichen Steiermark tätig. Da ich keine Lust mehr habe, den Großteil des Arbeitstages kniend unter dem Schreibtisch des Chefs zu verbringen, und mit  sämtlichen Geschäftspartnern zu schlafen, sehe ich den Zeitpunkt für eine berufliche Veränderung gekommen. Ansonsten hätte ich ja gleich in der Pornoindustrie bleiben können.

Pünktlichkeit zählt leider nicht zu meinen Stärken, das mach ich aber mit meinem guten Aussehen wieder wett. Dafür sagt man mir Kommunikationsstärke, Loyalität und ausgezeichnete Umgangsformen nach.

Sollten Sie an einer Zusammenarbeit mit mir interessiert sein, so würde es mich sehr freuen von Ihnen zu hören.

Bis dahin verbleibe ich

Mit besten Grüßen

Maja Siffredi“                                      

 

Natürlich ist Herr Müller brennend an einer Zusammenarbeit mit mir interessiert, er antwortet kurz darauf mit einer Einladung zu einem Gespräch:

„Sehr geehrte Frau Siffredi,

Ich werde heute Abend ihr Ansprechpartner sein. Es geht um die offene Stelle einer persönlichen Assistentin und um Customer Relation. Unsere neue Abteilung heißt Hard and Pain. Ich freue mich Sie heute Abend begrüßen zu dürfen. Die genauen Daten teile ich ihnen noch mit.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Müller.“

 

Auf der Fahrt ins Hotel bemerke ich meine eigene Unaufgeregtheit,  erst als ich an der Zimmertüre klopfe, beschleunigt sich mein Puls ein wenig.

Herr Müller ist um die eins neunzig, seine Haare sind genauso schwarz wie seine stechenden Augen und der Maßanzug. Big Boss trägt Hugo Boss.

Nachdem er mir die Jacke abgenommen hat, bittet er mich Platz zu nehmen und ein wenig von meiner bisherigen beruflichen Laufbahn zu erzählen. Mit gespielter Ernsthaftigkeit tue ich das auch, fasle etwas von ausgezeichneten Office Kenntnissen und imaginären Ex-Arbeitgebern.

Während er mir zuhört, schaut er immer wieder auf den vor ihm aufgeklappten Laptop, was mich dazu provoziert meine Beine zu öffnen um ihn eine andere Perspektive auf meine Qualitäten zu liefern.

„Frau Siffredi, das klingt ja alles recht gut.  Mich würde jetzt allerdings noch interessieren, was sie bei ihrem letzten Vorgesetzten unter dem Schreibtisch zu suchen hatten.“

Lächelnd schiebe ich mein Kleid ein wenig weiter nach oben:

„Das ist leider ein Betriebsgeheimnis Herr Müller.“

Mit einem Mal erhebt er sich hinter dem Tisch, kommt auf mich zu, packt mich am Hinterkopf und zieht ihn in den Nacken. Ich bin gezwungen nach oben- und ihn somit anzusehen.

„Du dreckiges kleines Miststück sollst mir sagen was du dort gemacht hast.“

Seine Augen scheinen Feuer gefangen zu haben, sie lassen erahnen was mir heute Abend noch blüht, wenn ich ihn herausfordere, mir die Bedeutung von Dominanz zu demonstrieren.

„Ich habe seinen Schwanz gelutscht.“

Augenblicklich lässt er mich los und setzt sich wieder hin.

„Na dann wollen wir mal sehen, ob du das auch beherrscht.“

Unter dem dünnen Stoff seiner Hose zeichnet sich bereits eine gewaltige Wölbung ab, mir stockt der Atem als er auspackt und mich unter den Tisch dirigiert. Wie zum Teufel soll ich denn einen viertel Meter Schwanz in den Mund bekommen?

„Ihr Vater kommt also aus Afrika,  Herr Müller?“

Er scheuert mir eine.

„Du sollst blasen, nicht reden.“

Abgesehen davon, dass das Exemplar verdammt lang ist, ist es auch noch sehr dick. Warum muss ich gerade jetzt an den Hackbraten meiner Tante denken?  Ich versuche den Mörderschwanz so weit wie möglich in den Rachen zu schieben, würge mehrmals und ringe nach Luft. Insgeheim hoffe ich, ihn nicht in den Schritt kotzen zu müssen, als Herr Müller auf einmal seinen Griff um meinen Schädel lockert.

Ich krieche neben seinen heruntergelassenen Hosen hervor, richte mich auf und bleibe breitbeinig neben ihm stehen. Der Hackbraten ist längst aus meinen Gedanken verschwunden, der Riesenpenis hat ihn wohl rausgefickt. Wie eine läufige Hündin, nur noch aufs durchrammeln lassen fokussiert, ziehe ich mir den Slip vor ihn stehend aus, und beginne mich selbst zu streicheln.

Keine Sekunde später fange ich mir die nächste Ohrfeige, er schnappt meine Arme, zieht sie nach hinten und drückt mich aufs Bett. Noch bevor ich richtig mitbekomme was geschieht, legt er mir Ledermanschetten an, und fesselt mir die Arme.

Vor Lust winselnd flehe ich ihn an, mich durchzuvögeln. Die Vorfreude auf den Fick, heizt mir ordentlich ein. Herr Müller kniet auf meinem Oberkörper, grinst mich überlegen an:

„Na dann Mund auf.“

Er macht da weiter wo er vorhin aufgehört hatte, immer  tiefer taucht er die Spitze in meine Kehle.

„Du willst den ganzen Schwanz in deiner Fotze haben?“

Versuche ein „Ja“ mit vollem Mund zu röcheln, doch es gelingt mir nicht. Erst als er sich ganz aus mir zurückzieht, wird meine Antwort hörbar.

„Dann solltest ihn aber auch ganz in den Mund bekommen.“

„Fick mich bitte.“

Flehe ihn an, platze beinahe vor Erregung als er mich zu streicheln beginnt, schiebe  mein Becken immer weiter in seine Richtung.

„Fick mich bitte.“

„Hab ich nicht gesagt, du redest nur wenn du gefragt wirst?“

Herr Müller scheint sehr konsequent, legt mir einen Knebel an und dreht mich auf den Bauch, um mir anschließend auch noch den Hintern mit der Reitgerte zu versohlen. Aber erst nachdem er einen Plug in ihn geschoben hat. Mein Arsch brennt wie Feuer, während die Gegenseite vor Lust ausläuft und einen feuchten Fleck auf der Decke hinterlässt.

Wimmere in den Knebel und noch während ich still um Erlösung bitte schnauzt er mich an:

„Du kleines Dreckstück. Kannst es ja wirklich nicht erwarten, was? So eine Nutte  wie dich hätten sie früher angespuckt und aus der Stadt gejagt.“

Er hebt meine Hüften hoch, drückt mein Gesicht ins Kissen und seinen Schwanz von hinten in mich. Wie ein elektrischer Schlag jagt mir ein heißer Schauer über den Rücken, Mister Firmenchef füllt mich fast vollständig aus.  Würde ich keinen schwarzen Gummiball zwischen den Lippen haben, würde ich quicken wie ein Käfig voller Meerschweinchen auf XTC. Gott, was für ein Fick!

Mit Höchstgeschwindigkeit rase ich Richtung Orgasmus, bin nur mehr Millimeter davor entfernt, plötzlich drückt er seinen ganzen Körper auf meinen, hält mir die Nase zu und legt mir die Handfläche auf den geknebelten Mund.

Bekomme keine Luft mehr, und durch den Sauerstoffmangel knallt mir die Hitze noch schneller als sonst zwischen die nassen Schenkel. Ich explodiere wie Sprengstoff, schreie in seine gelockerte Hand, als mir die Luft zeitgleich mit dem Höhepunkt einschießt und mir einen der intensivsten Momente beschert.

Zittere am ganzen Körper, er stößt noch einige Male zu, habe keine Kraft mehr mich dagegen zu wehren, auch wenn ich es kaum noch aushalte. Doch sowohl das zuckende Riesending in mir und sein lauter werdendes Stöhnen lassen mich auf eine baldige Pause hoffen.

Keuchend rollt er sich auf die Seite, nimmt mir die Fesseln und den Knebel ab- und mich in den Arm.

Immer noch steht seine Latte senkrecht nach oben, die Spitze des Kondoms ist zum Bersten mit Sperma gefüllt und steht stramm.

„Der sieht ja aus wie der siebente Zwerg von Schneewittchen.“

Herr Müller grinst, soweit ich das in den Augenwinkeln erkennen kann.

„Na wenn er eh nur wie ein Zwerg aussieht, werden wir ihn bei der nächsten Runde bestimmt auch in dein kleineres Loch bekommen, meinst du nicht?“

Warum hab ich nicht einfach die Klappe gehalten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Paralysierter Moment

Paralysiert nach innen reißender Blick, in unbekannte Sphären schnalzender Puls, nie zuvor hat sich ein Lächeln so warm angefühlt, wie das des Fremden neben mir.

Der Moment, an dem man sich fragt, wie es sein kann, dass man sich nach einigen Augenblicken so vertraut und alles andere als unbekannt spürt. Haben die Verabredung gefühlte tausend Mal an- und wieder abgesagt, bevor wir es endlich geschafft haben und uns gegenüber stehen.

Müssen beide lachen, als wir den Größenunterschied bemerken.

„Du bist ja echt eine riesige Frau.“

„Ja, schaut aufm Bildschirm gar nicht so schlimm aus.“

Bin nicht weniger angetan von ihm, als umgekehrt. Eine gewaltige positive Ausstrahlung knallt mir direkt entgegen, bin unschlüssig was da eben passiert, entscheide mich dafür, dass es ja eh egal ist, solang es so gut kommt.

Als würde all der Mist vergangener Monate mit einem Mal von mir abfallen, unsicher wann ich mich zum letzten Mal so großartig in der Gegenwart eines Mannes gefühlt habe, genieße den Moment.

Wir feixen ohne Ende, am liebsten würde ich ihn sofort küssen und mit ihm nach Hause, doch eine bis dato unbekannte Stimme hält mich zurück. Wundere mich erst noch über meine Reaktion, doch als ich mich sagen höre, dass es nicht mein Stil sei, beim ersten Date die Nacht miteinander zu verbringen, habe ich absolut keine Ahnung was mit mir los ist. Den Satz hab ich erst ein einziges Mal zu einem Mann gesagt; das ist schon eine Zeit lang her, außerdem war ich da übelst verliebt. Was bitte ist mit mir los? Ansonsten bin ich  der lieber-vorvorgestern- als-Morgen-gefickt-Typ Frau.

Ganz besonders wenn der Mann nicht unwesentlich kleiner ist als ich. Scheiß auf die Oberflächlichen Prinzipien, lass dich darauf ein. Als wir beide auf Barhockern sitzen, fällt mir der Größenunterschied nicht mehr auf; losgelöst erzählen wir beide von unseren bisherigen Online-Dating Erlebnissen

„Kennst das Gefühl, wenn du meinst jemand schon dein ganzes Leben zu kennen, obwohl ihn erst vor einer Minute getroffen hast?“
„Keine schweren Fragen, beim ersten Getränk“

Unlösbar klebt mein Fokus in seinem Blick; der Energiefluss zwischen uns beiden scheint beinahe greifbar, so stark zieht er seine Bahnen durch den Raum.

Leeren unsere Drinks, zögernd fasst er an meine Hand, scheu wie ein Reh traut er sich kein einziges Mal in meine Augen zu sehen, spazieren über den menschenleeren Parkplatz.

Und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit, bin ich tatsächlich zu zweit.

Blind Date mit dem Pornokönig

Mir ist langweilig, ich hänge seit Stunden vor dem Laptop, surfe ziellos durch die unendlichen Weiten des wewewe, doch auch nach dem dreihundertsten Mal Link anklicken finde ich nichts, das mich länger als einige Minuten beschäftigt. Habe mittlerweile sieben Mal masturbiert, weswegen auch youporn keine wirkliche Alternative zum Zeitvertreib oder der allgemeinen Entspannung mehr ist.

Eigentlich wollte ich ja bügeln, Fenster putzen, ein Buch lesen, Sport machen; kurz- ein besserer Mensch werden. Eigentlich.

Es schüttet wie aus Kübeln, der Herbst steht bereits in den Startlöchern und macht sich durch allgemeine Nicht-Motivation bemerkbar. Ja das ist gut –  Schuld ist nur das Wetter.  Niemand mutiert zu einem Superhelden, wenn’s draußen arschkalt ist, oder?

Bei Spiderman war sicher auch Sonnenschein?

Ich bin sogar so unmotiviert, dass ich noch nicht mal aufs Klo gehen will, obwohl es sich mittlerweile anfühlt, als würde meine Blase gleich platzen. Klicke mich schneller und schneller durchs Netz um mich davon abzulenken, dass ich meinen Arsch hochkriegen sollte.

Das klappt so gut, dass ich mich irgendwann frage, wieso ich meinen Lebensunterhalt nicht als Pornodarstellerin verdiene. Da ich praktischerweise eh schon im größten Sündenpfuhl dieser Welt feststecke, bitte ich Doktor Google zur Hilfe.

Drei Stunden, fünf Bier, drei Joints, eine Thunfischpizza und zwei Mal onanieren später hab ich die Bewerbung für (keine Ahnung mehr wieviele) Pornoproduktionsfirmen fertig getippt. Eher aus Spaß, als aus seriösem Interesse schicke ich den Kram tatsächlich weg, ehe ich einige Minuten später auf ein Inserat stoße, dass mich wirklich neugierig macht.

„Berlin sucht die ruchlosesten Sexstorys aus ganz Deutschland-die besten werden verfilmt“

Boom. Das ist genau meins, spüre es nicht im kleinen Finger, aber dort wo´s wirklich lustig ist.

Drucke mir die Seite aus, klebe sie auf meinen Badezimmerspiegel um nicht darauf zu vergessen und beschließe erstmal meinen Rausch auszuschlafen.

Fünf Tage und geschätzte vier Millionen Ausrede, wieso ich jetzt noch nicht zu schreiben anfangen kann, später, parke ich meinen Prachtarsch tatsächlich auf die Couch, schreibe eines meiner schrägsten Sex-Erlebnisse auf  (Sommernachtstraum 2.0)  und schicke die Story an einen Unbekannten in die große deutsche Stadt.

Demoliertes Kurzzeitgedächtnis sei Dank, als am nächsten Morgen das Telefon klingelt, hab ich erstmal keinen Plan, welcher Unmensch mich zu dieser Unzeit anruft. Da das Schlafzimmer immer noch dunkel ist, und ich mich fühle als wäre ich fünfhundert Jahre alt, schätze ich die Uhrzeit auf neun Uhr. Ekelhaft. Doch mein anfänglicher Zorn wandelt sich in Null Komma Nichts in Neugierde, als ich die angenehme Stimme am anderen Ende der Leitung höre.

Sein Name ist Gernot, er hat eben meine Mail von vergangener Nacht erhalten, findet meine Geschichte gut und würde mich gerne kennenlernen, um alles weitere zu besprechen.

Bin erstmal sprachlos; damit hätte ich ebenso wenig gerechnet, wie mit einem Anruf des Pornokönigs; noch während ich überlege, wann und wie ich nach Berlin komme reißt mich die hocherotische Stimme aus meinem Gedankenwirrwarr zurück auf den Boden der morgendlichen Realität.

„Ich fliege heute nach Wien, wir könnten uns am Abend treffen?“

Er will dass ich ein Kleid und hohe Schuhe trage-sehr praktisch, das hätte ich auch ohne Aufforderung gemacht. Gespannt, wie er aussieht, suche ich ihn auf Facebook; und tatsächlich-sein Gesicht passt zu der Stimme.

Der Kerl ist hübsch, und das weiß er auch; Gernot strahlt auf den Bildern eine Souveränität und Dominanz aus, die mir bis dato noch nicht untergekommen ist. Mit jeder Stunde steigt die Aufregung und Vorfreude auf ihn, auch wenn das nicht mein erstes Blind Date ist.

Aber es ist das erste Mal mit einem Kerl, der meine intimsten sexuellen Erlebnisse und Begierden kennt, bevor er auch nur den Bruchteil eines Eindrucks von mir und meiner Person erhaschen konnte. Immerhin hab ich ihm vierundzwanzig Stunden davor, eine detailgetreue Beschreibung meiner allerersten BDSM Session geschickt, die absolut nichts mit Mister Grey und dem von ihm ausgelöstem Hype zu tun hatte.

Menschenleere Straßen, wirken beinahe unheimlich, als ich unter einer der Brücken neben dem Donaukanal auf ihn warte. Wieso bin ich zu früh?

Einige Rasta-Typen schlendern an mir vorbei, von einer süßlichen Duftwolke verfolgt und laut kichernd. Sie klingen wie ein Haufen pubertierender Schulmädchen, die in der Umkleide zum ersten Mal einen Pimmel gesehen haben. Das Geräusch des Gelächters will so überhaupt nicht zu der Erscheinung von zwanzigjährigen, halbstarken Kiffern passen.

Sie ziehen an mir vorüber, in einiger Entfernung spaziert ein langhaariger Mann entspannt in meine Richtung. Während der Takt meines Motors immer schneller wird, glaube ich  ein Lächeln auf dem Gesicht des Unbekannten zu erkennen.

Völlig entspannt kommt er vor mir zu stehen, während ich versuche so gelangweilt wie möglich zu tun, stellt er sich nur einige Zentimeter vor mein Gesichtsfeld und fixiert mich mit seinem fesselnden Blick.

Brauche meine ganze Kraft, um die Knie am Zittern zu hindern, erwidere seinen Blick, auch wenn die Vernunft zur Vorsicht mahnt. Und noch bevor ich „scheißewiegeilistdasdenn“ denken kann, berühren sich unsere Lippen, öffnen sich, vorsichtig spielende Zungen, packende Hände an meiner Hüfte, Sekunden bevor er damit über meinen Rücken streichelt und am Nacken zur Ruhe kommt.

Wie millionenfache Bienenstiche direkt über der Wirbelsäule, während jemand mein Zentrum mit Brennnesseln traktiert, drücke mich so nah wie möglich an den Fremden, betörender als sein Geschmack ist nur sein Geruch.

Sauge ihn auf, als wär’s das letzte Mal um mit einem Mal von ihm abzulassen. Tranceähnlich der Zustand, als ich mich von ihm löse um in seine Augen zu sehen; der Energiestrom zwischen ihm und mir ist überwältigend und nicht zu leugnen.

„Schön dass du gekommen bist, Maja.“

Mit weit geöffnetem Mund, und dem Gesichtsausdruck einer Gehirnamputierten, läufigen Hündin starre ich ihn an; alles woran ich denken kann, ist sein Schwanz in mir:

„Du auch.“

Schmunzelnd nimmt er mich an der Hand, wortlos doch emotionsbeladen spazieren wir über die Brücke. Auf der anderen Seiter des Kanals ragt ein hell beleuchtetes Hochhaus in die sternenklare Nacht, er steuert direkt darauf zu, bemerkt mein Zögern:

„Lass uns ein Glas Wein bei mir trinken. In dieser Gegend gibt es keine guten Kneipen. Ok?“

Von seiner Empathie angetan, und ein wenig von der Abenteuerlust gepackt, lasse ich mich darauf ein; habe kein ungutes Gefühl bei der Sache, und so genieße ich einige Minuten später wunderbar fruchtigen Merlot mit einem atemberaubenden Blick auf die schlafende Hauptstadt bei Vollmond.

Mitten in der offenen Wohnküche steht ein schwarzes Ledersofa, rundherum zahllose Bücher die in die Höhe gestapelt recht chaotisch dastehend aussehen. Blickt man länger hin, scheint es, als stecke ein penibel angeordnetes System dahinter, es wirkt nicht unordentlich, ganz im Gegenteil.

Die mit zahllosen schwarz-weiß Aufnahmen gesäumten Wände bilden einen ungewollt scheinenden Kontrast zu dem bunt-vollgeräumten Regal in der Ecke, die mächtige Glasfront unterbricht die  Unruhe mit ihrer Klarheit inmitten von zufällig drapierten Gegenständen.

Fühle mich sicher und folge seiner Einladung Platz zu nehmen. Beobachte ihn dabei, wie er eine Flasche Wasser öffnet, nie zuvor war mir die Ästhetik dieser banal wirkenden Handlung bewusst.

Wie eine zweite Haut legt sich die schwarze Hose um seine Genitalien, vermutlich auch um den Rest, doch meine Festplatte scheint auf stand by Betrieb geschaltet. Schulterlange Haare fallen neben blitzblauen Augen über seine stark aussehenden Schultern, als hätte er einen explodierten Strohballen auf dem Kopf, den man mit Superkleber direkt über sein Kleinhirn gepickt hätte.

Irgendwie wie ein nicht existenter Sohn aus Dieter Bohlen und Britney Spears nach dem elektrischen Stuhl, aber dennoch sehr sexy.

Die Nach Sandelholz, Kaffee und einer undefinierbaren Note duftende Nuance seiner Haut, hinterlässt wuchernde Gänsehaut auf dem Rücken. Aufkeimender Schauer ängstigt mich kein bisschen, ganz im Gegenteil. Als würde die „Jetzt-geht’s-los“ Stimmung die Schirmherrschaft übernehmen.

Das Plätschern der Wasserflasche verstummt, langsam dreht er sich um, zutiefst provokanter Blick in meine Augen, die vor Ungewissheit strahlen.

„Ich möchte, dass du jetzt dein Höschen ausziehst.“

Ruhig, jedoch ohne Zweifel an seiner ernsten Absicht reicht er mir eins der aufgefüllten Wassergläser. Kaum habe ich es ihm abgenommen und er somit eine Hand frei, streichelt er zärtlich über meinen Hals. Genieße die Berührung, schließe die Augen um das Gefühl zu intensivieren. Doch noch ehe das Kribbeln in mir den Höhepunkt erreicht und sich in sämtlichen Fasern meines Körpers ausbreitet zieht er sich unerwartet zurück; instinktiv fasse ich nach ihm, aber es ist mir unmöglich ihn zu erreichen. Mit einem lauten Knall landet die flache Hand, die eben noch die sensible Stelle unter meinem Kinn liebkost hat, mitten in meinem Gesicht. Wieder und wieder ohrfeigt er mich mit der einen, während die andere den Weg zwischen meinen Schenkeln närrisch nach oben tippelt, von Zeit zu Zeit kurz inne hält um mir seine Finger durch die Spalte zu ziehen.

Mein Slip fungiert mittlerweile als Knöchelwärmer, den Rock hab ich auch schon längst bis zum Bauchnabel hochgeschoben, das Wechselspiel aus Schlägen und Zärtlichkeit fordert seinen Tribut, völlig von Sinnen lasse ich mich treiben, wie benebelt nehme ich Berührungen wahr, die sich ihre Bahn  in meinem halb offenen Mund suchen.

„Du wirst dich jetzt ausziehen und dort drüben auf den Boden knien“

Unfähig zur Widerrede, befolge ich seine Ansage, drehe ihm den Rücken zu, wortlos. Ruckartig zieht er den Reißverschluss meines fick-mich-fetzens nach unten, streift es über meine Schultern. Lautlos driftet es zu Boden, splitterfasernackt stehe ich vor ihm.

Gernot packt mich an den Haaren, reißt den Kopf nach unten, lässt auf einmal los und zeigt zu Boden.

„Hinknien hab ich gesagt.“

Hangover Date

Wieder nicht vor Sonnenaufgang ins Bett. Habs mir aber eh schon gedacht, dass es unmöglich wird rechtzeitig pennen zu gehen.  Da ändern auch zwei Flaschen Rotwein und feinstes AK47 nichts daran; Kolumbien ist stärker und obwohl die Nacht sehr intensiv war, ist mir immer noch nach tanzen. Wer braucht schon Schlaf?

„Welcher Vollidiot hat den Wecker auf halb zwölf gestellt?“

Marley wirkt etwas verstört als ich ihn anschreie, er zieht seinen Schwanz aus meiner Handtasche, stellt ihn auf, dreht mir den Hintern zu und läuft davon.

„Das warst sicher du!  Kurz nachdem die Fernbedienung versteckt und vors Schlafzimmer gekotzt hast“,  Zornig springe ich auf und laufe ihn hinterher, bis ich ihn in der Küche finde. Er versucht sich hinter einem der verschlissenen Stühle zu verstecken, doch sein riesiger schwarzer Stimmungsbarometer, der immer noch senkrecht nach oben steht, verrät ihn.

„Warum schreie ich mit dir. Tust ja eh was du willst, verfluchte Miezekatze.“

Vorsichtig kriecht er hinter  dem Sessel hervor und sein „ich wars nicht“ Blick ist an Unschuld nicht mal durch das Christkind zu toppen. Hoffentlich ist das nicht blasphemisch, ich will nicht in die Hölle kommen.

Durch die Schlitze der Jalousie  dringende Sonnenstrahlen brennen wie Salz in den Augen, ich sollte mir die Decke über den Kopf ziehen. Dann würd ich auch das Chaos um mich herum nicht sehen. Ein Königreich für eine Putzfrau. Oder zumindest einen Exorzisten.

Hab ich einen unbekannten Messie als Untermieter?  Hat der mein Handy geklaut? Und welche Drecksau hat eigentlich in die Badewanne gekackt?

Beim Einschalten der Kaffeemaschine muss ich lachen. Wozu Koffein bei dem Kokainkater? Das ist ungefähr so sinnvoll wie Baldriantropfen kurz nachdem man Opium geraucht hat. Placebotechnischer Overkill.

Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier,  Pawlos Hunde sind Fotzen und mein „Kein I Phone“ liegt im Kühlschrank, dem einzigen Raum der abgesehen von meinem Schlafzimmer  noch vermüllter als die Innenstadt nach der Kirchtagswoche  aussieht.  Und auch wesentlicher strenger riecht.

Hoffentlich wachsen Gehirnzellen wieder nach, so wie Fingernägel oder Haare.  Muss ich googeln, sobald der Display nicht mehr voller Kernöl ist.

Gerade als ich das schmierige, grüne Zeug, dass wahrscheinlich aus China kommt, wegwischen will, fällt mir ein dass ich mir noch die Beine rasieren sollte. Wie angewurzelt und gelähmt stehe ich entscheidungsunfähig  da. Was soll ich denn als erstes machen?

Plötzlich knallt die Erinnerung dass ich nicht gepackt habe und immer noch wie eine untot  wandelnde Wasserleiche auf Crack aussehe, so heftig  in mein Bewusstsein wie am 5. April  1994 die Kugel in den Kopf von Kurt.

Come as you are.

Fünfzehn Minuten vor der Abfahrt zu meiner Verabredung.

Teufelskreise sind sarkastische Rudeltiere mit einem Hang zum staubtrockenem und tiefschwarzen Humor. Fotze.

Über einhundertsiebzig Sachen über die Süd rauschend und gedankenversunken wird der Drang Alkohol zu konsumieren übermächtig.  Mit dem schwarzen Minirock, den darunter hervorblitzenden halterlosen Strümpfen und dem weißen Mantel sehe ich aus wie eine russische Edelprostituierte. Fühlen tu  ich mich auch schon beinahe so, fehlt nur noch Wodka, Borrtsch, eine Kalaschnikow im Handgepäck  und die Mafia zum Mittagessen.

Die kleine, nach Benzin, Putzmittel und Bier stinkende Kneipe neben der Tankstelle ist gut besucht, der Geruch nach abgestandenem Zigarrenrauch, altem Friteusenfett und billigen Aftershave lässt mich würgen.  Schlimmer noch als der Gestank sind die abgefuckt aussehenden LKW Fahrer mit Vollbart. Leberkäs Semmel-in sich reinschiebend bewegen sich plötzlich alle Köpfe synchron in meine Richtung.

Ich bin noch nicht mal an der Theke angelangt und schon der absolute Mittelpunkt des Geschehens, jeder einzelne Schwanzträger beobachtet mich so konzentriert wie  der Nachbarsdackel den Postboten.  Die stechenden Blicke ignorierend stacke ich auf meinen High Heels zur Theke. Die wie der Anfang eines Pornos wirkende Szene heizt mich genauso an, wie die Gewissheit keinen BH zu tragen.

Eine leicht übergewichtige Mittvierzigerin mit fettigen, schwarz gefärbten Haaren ist abgesehen von mir und der Klofrau das einzige weibliche Wesen in der Spelunke. Der ausgewachsene Pagenschnitt verdeckt ihre ausdruckslosen Augen als sie mich mit allerschlimmsten Provinzsteirischem Dialekt anraunzt.

„Servas griaß di. Wos wüstn du hobn?“

„Fünfzigtausend Euro in bar, einen vierundzwanzigjährigen Brasilianer und einen weißen Spritzer.“

Einhundertachtzig Kilometer, zwei Drinks und  einige Lines später parke ich die Karre am Hauptbahnhof.

Mein Ego ist aufgeblasen wie ne Gummipuppe, Bolivien sei Dank.  Ziehe den Slip unter den Rock durch aus und schmeiß ihn auf die Rückbank des Chevys, ein letzter Kontrollblick in den Rückspiegel bestätigt meinen Verdacht, verdammt schau ich geil aus.

Kaum aus dem Auto raus sehe ich mein Date schon in der Tür stehen. Er ist geschätzte eins achtzig groß, schlank und lächelt mich an. Tief durchatmen und ab geht’s.

„Kanns sein, dass wir verabredet sind?“, der schüchterne Unterton wirkt beinahe kindlich.

„Hallo Günther. Freut mich.“

Nach einer kurzen Runde Smalltalk verschwinden wir aufs Zimmer.

Er drückt mich sanft aber sehr bestimmt auf das Bett, streichelt mich, zieht mir das Shirt aus und küsst meine Brüste. Unschlüssig, wie ich das alles finden soll, schließe ich die Augen und gebe mich hin. Als ich die seine Zunge an meinem Hals spüre, entspanne ich mich. Mit einer zärtlichen aber sehr bestimmten Bewegung dreht er mich auf den Bauch und streichelt meinen Rücken. Hoffentlich werde ich nicht verrückt, er fasst mir von hinten zwischen die Beine und raubt mir beinahe den Verstand . Oh mein Gott was tut der Kerl denn da mit seinen Fingern?

Verliere jedes Zeitgefühl, lass mich  treiben, drei Orgasmen später stehe ich ziemlich verwundert und desorientiert  mitten im Raum, frag mich was zum Teufel da grade passiert ist. Es hat wirklich dreißig Jahre gedauert um zu lernen, dass Männer nicht die einzigen abspritzfähigen Gestalten sind.