#Deadlinetarzan

Mia und Ron liegen seit Stunden im Schlafzimmer, er im Tiefschlaf, sie beim Schafe Zählen. Mit jedem seiner Schnarch Tiraden stirbt eins ihrer flauschigen Einschlafhilfen, sie hält seine Nase zu. Drückt ihr Kissen auf sein Gesicht. Nach Luft japsend wacht er endlich auf.

Mia: Schatz, du machst komische Geräusche

Ron: (schnaufend): Ich hab geträumt, dass ich ersticke.

Sie krabbelt aus dem Bett um das Fenster zu öffnen, ein wenig Sauerstoff
sollte den Mann beruhigen, denkt sie sich als sie sich wieder an ihn
kuschelt.

Mia: Ich kann nicht schlafen.

Ron: Was ist denn los Babe? Hattest du auch einen Alptraum?

Verständnisvoll schlingt er seine Arme um sie, zieht sie so nah wie
möglich an seinen nackten Körper.

Mia: Nein, aber ich hab so viele Dinge im Kopf, die mir keine Ruhe lassen.

Ron: Willst du darüber reden?

Mia: Scheiß auf Kommunikation, es lebe die Penetration!

Fünf Minuten später

Ron: (schnaufend) Boah was für ne Nacht! So was hab ich noch nie erlebt – du
geiles Luder machst mich vollkommen verrückt.

Mia: Warum hat Tarzan eigentlich keinen Vollbart? Ich meine der Kerl ist
ständig im Urwald und dennoch immer glattrasiert. Da stimmt doch
irgendwas nicht.

Ron: Echt jetzt? Es ist drei Uhr morgens, ich bin mitten im post-orgasmic-
chill-modus und du willst über Tarzan reden?

Mia: Wär dir der Kickl als Gesprächsthema lieber?

Ron: Dir sollte mal jemand den Mund stopfen

Mia: Schon wieder?

Ron: Durch die hohe Luftfeuchtigkeit im Dschungel würden Haare im Gesicht
stören, deswegen wachsen den ganzen Urvölkern auch keine Bartstoppeln.

Mia: Aha.

Ron: Schlaf gut.

Mia: Und was ist mit Affen? Die haben doch überall Haare.

Ron: Schatz, bitte.

Mia: Glaubst du dass Tarzan nur mit Jane gevögelt hat? Vielleicht hat er bei
Chita geübt? Vielleicht ist das HI-Virus so auf den Menschen übertragen
worden? Vielleicht war auch Mogli nichts anderes als ein
Affenvernaschendes Mistviech?

Ron: Halt endlich die Klappe, oder…

Mia: Oder was?

Ron: Oder ich setz dich im Urwald aus.

Mia: Ich dich auch.

Ron: Schlaf gut.

Mia: Hast du einen Bolzenschneider zu Hause?

Entschlossen steht er auf, visiert die Kommode an, krallt sich die Rolle
Paketband aus der Schublade ehe er zurück zu der Irren in seinem Bett
kriecht…..

#Billa

Ich hätte längst die Kontrolle verloren, außerdem würde ich ohnehin machen was ich will.
Schön! Du Depp! Du willst doch nur, dass ich tue was du willst! Kontrolle? Wozu???
Am Ende bereut niemand fehlende Tugenden! Leben heißt Kontrollverlust du Idiot, ich bin nicht auf der Welt um dir Rechenschaft schuldig zu sein. Ich will L E B E N ! Niemand lamentiert am Sterbebett über mangelnde Normen! Bereuen tut man nur was man nicht gewagt hat…
Den flüchtigen Fick am Bahnhofsklo, die Nase mit dem illegalen Pulver, die kleine Kellnerin mit den riesigen Titten, der Gang Bang in der Tiefgarage, das eigenartig aussehende Sushi ausm Supermarkt, der unbekannte Kerl neben dem Sushi, pures gegrilltes Gluten plus einem Hektoliter Bier zum Frühstück, die unnötige Schlägerei im Autobus, den geliehenen Wagen auf über zweihundert Sachen treten während die fünfte Dose Gin Tonic zerknüllt aus dem Fenster fliegt. Cést la vie.
„Du bist vollkommen durchgeknallt!“
So deppert ist er nur wenn er untervögelt ist, aber ich bin zu sauer um ihn zu stabilisieren.
„Fick dich doch du engstirniger Spießer! Lieber gestört als langweilig, such dir doch eine Billakassiererin.“
Der hat gesessen, die Ader an seiner Schläfe scheint kurz vorm explodieren. Memo an mich selbst – Billa scheint sein wunder Punkt und damit mein zukünftiges Ass im Ärmel zu sein.
Bitte lieber Gott mach dass er keine Wurstblattelverkäuferin bumst. Scheiß aufs Ass, da ist mir sogar die vom Bosporus lieber. Oder von mir aus die Hornhauthobelverkäuferin. Aber bitte nicht die Feinkostfuffie.
Er reißt seinen Schlüsselbund an sich, sucht konzentriert nach einem Gegenargument.
„Du kannst mir meinen Haustürschlüssel nicht zurückgeben, den hab ich schon. Falls du dich erinnerst, haben wir vorgestern zum letzten Mal Schluss gemacht.“
Siegessicher verschränke ich meine Arme vor dem Oberkörper, will den Moment des Triumphs für eine Sekunde auskosten.
„Ich such nicht nach deinem Haustürschlüssel, sondern nach dem für die Gummizelle in die ich dich einsperren werde.“
Hat er doch tatsächlich ein Quäntchen Schlagfertigkeit in seiner Hosentasche gefunden? Oder liegt´s an der Billatante?
Vorsichtshalber fasse ich in seinen Schritt; danke Herr im Himmel! Keine Erektion ist gleich keine Wurstblattlfiffie Fickgeschichte.
Sein Penis wirkt nicht weniger irritiert als er selbst, ich nutze die kurze Auszeit um zu flüchten und mich endlich der teuer erkauften Scheinharmonie hinzugeben. Ohne alles geht nur allein….

#gaslightning

Ich stampfe als wäre ich wütend auf den Boden, trample die Treppe hinauf und reiße die Tür zu seinem Büro auf. Als er mich sieht, strahlt er übers ganze Gesicht, was für eine angenehme Überraschung versucht er mich ein zu lullen. Sein Lachen erfriert erst, als ich das Handy auf den Tisch knalle und ihm sage er solle doch die kleine Whatsapp Fotze verarschen, es wäre aus zwischen uns.
Er versucht mich zu halten, ich reise mich von ihm los, höre ihn noch sagen, dass ich völlig durchgeknallt wäre und spring wieder ins Auto. Um der Theatralik noch ein wenig mehr Strahlkraft zu verleihen dampfe ich mit quietschenden Reifen vom Parkplatz.
Nichts wie weg hier, ich will ihn nicht mehr sehen. Und spüren will ich auch nichts mehr. Vollgepackt mit tollen Sachen die das Leben toller machen – hinein ins Weekend-Feeling. Trennungsarbeit mit chemischer Unterstützung, beinahe schon zu einfach. Mit einem Mal ist es mir egal, auch wenn acht Uhr Morgens ein wenig Früh für das starke Zeug ist. Zumindest lindert es alles was es sollte. Tiefenentspannt lasse ich mich aufs Sofa fallen, merke dass meine Beine ihren Dienst versagen.
Ich will seine Nachrichten nicht lesen, reagiere auf nichts mehr, dämmere langsam weg als ich höre, wie jemand den Schlüssel ins Schloss steckt. Hoffentlich ist es nicht der Vermieter, hier sieht´s aus wie einer Crystal-Meth-Küche. Mister L schießt auf mich zu, reißt mich am Shirt hoch zerrt mich vor den Spiegel im Vorraum und schreit mich an: „Schau dir mal deine Augen an, glaubst du ich bin blind? Ich weiß genau dass du es schon wieder genommen hast!“
Er knallt mir eine, ich stoß ihn von mir weg.
„DU bist derjenige der Mist gebaut hat, nicht ich“, schnauze ich ihn an.
Wieder fange ich mir eine ein, er zieht mich an sich, drückt seinen Körper gegen meinen. Ich küsse ihn, er zieht seinen Gürtel aus der Hose, reißt meine Short nach unten. Trotz aller Gegenwehr schafft er es mich zu bändigen um mir das Hinterteil zu Striemen. Ich schreie ihn an, er soll aufhören. Mit einem Ruck dreht er mich um, schiebt sich auf mich und drückt meine Beine auseinander.
„Soll ich mal in deinem Handy herumschnüffeln?“
Sprachst und versenkte sich in mir.

#Datenschutz

Kaum das ich das Ruder wieder rumgerissen habe, um mich aus dem gröbsten Schlamassel hinaus zu hieven bemerke ich eine immer energischere Unruhe in mir aufkeimen. Man müsste meinen, der Mensch wird ruhig wenn er wieder Strom, fließend Wasser, eine funktionierende Heizung und ein futzikleines Plus am Konto hat. Falsch geglaubt, mich nervt diese Idylle schon nach zwei Atemzügen wieder. Mir ist nicht nach Harmonie, erstens sitzen meine Haare nicht so wie sie sollen und zweitens riechen meine Schuhe nach Pisse und drittens regt mich der Kickl so auf, dass ich Angst habe mir etwas anzutun wenn ich meine Wut nicht loswerde.
Mein Kater läuft mit einem schwarzen Schal zwischen den Zähnen an mir vorbei, ich sage pfui gib das wieder her, oder willst den auch noch vollpissen? Da er ihn nicht allzu sehr angesabbert hat, wickle ich mein Gesicht damit ein, alles außer den Augen. Plötzlich steht Mister L. im Flur, starrt mich verdutzt an.
„Was zum Teufel treibst du da? Wieso trägst du ne Burka?“ ,lächelnd kommt er näher, legt seine Hände auf meine Hüften und sagt dass ich ihm gefehlt hätte.
„Weil ich gegen das Vermummungsverbot demonstrieren werde. Das lass ich mir aus Datenschutzgründen nicht mehr gefallen, die können mich alle mal!“, nuschle ich in den selbstgebastelten Vollschleier, der mir immer über die Augen rutscht. Seine Hände fassen unter mein Shirt, ich sag hör auf abzulenken. Das wäre ein wichtiges politisches Thema, dass uns schließlich alle was angeht. Wo wären wir schließlich heute, wenn Adolf statt nach Polen zu spazieren immer nur geschnackselt hätte? Ja, genau – am Rande der Bedeutungslosigkeit. Will aus seiner Umarmung fliehen, wieder verdeckt mir der Stoff die Sicht, damit mich das heimtückische Katzenvieh auch noch zum Stolpern bringt, indem es einfach vor meine Beine hüpft.
Statt Mister L´s Arm erwische ich den Kleiderständer um mich festzuhalten, knalle ich mitsamt der Garderobe vor seine Füße. Ich kann immer noch nichts sehen, als er mich hoch zieht und fest am Krawattel packt.
„Es ist an der Zeit was gegen deine Unruhe zu unternehmen, bevor du noch einen Krieg anzettelst“ ,meint er als er mich vor sich herschiebt, meine Arme auf den Rücken dreht, meine Hose nach unten zieht. Ich widerspreche kleinlaut, er blättert auch noch mein Oberteil über den vermummten Kopf, drückt meinen nackten Körper gegen die Glasfront vom Balkon und öffnet den Reissverschluss seiner Jeans.
„Keine Sorge wegen der Spanner. Die können dich aus datenschutzrechtlicher Verschleierung nicht erkennen“, flüstert er mir zu um sich endlich meiner Nervosität anzunehmen.
Halleluja.

#Mantra

Immer noch betäubt erreiche ich als frisch gebackener Single Kärnten, fest entschlossen nicht in Selbstmitleid zu versacken. Trübsal ist schließlich nicht alles was man blasen kann.
Je mehr die Wirkung des Opiats nachlässt, desto mehr meldet sich meine Libido zurück. Zwischen Liebeskummer, Entzug und Bumsbedürfnis taumelnd, krame ich im Kleiderschrank nach was Passendem zum Weggehen, während ich mein Mantra verinnerliche: Nein zu Heroin. Nein zu Beziehungskisten. Ja zu belanglosem Sex mit Unbekannten. Im Namen des Vaters, des Sohnes, des heiligen Geistes. Amen.
Entscheide mich für die einzige Jean, bei der ich den Knopf noch zubekomme plus ein schwarzes T-Shirt mit dem Aufdruck: „Want to fuck my Boyfriend“, auch wenn mein Gemüt eher nach „Want to kill myself“ verlangt und ich außerdem ja gar keinen Boyfriend mehr habe. Aber man kann schließlich nicht alles im Leben haben.
Die Schlange vor dem Club ist kürzer als angenommen, für gewöhnlich geht hier samstags die Post ab. Monatsende sei immer ruhig, erklärt mir der Türsteher. Kurz vor Ersten ist das Leben am Schwersten, er drückt den Stempel auf meinen Handrücken und wünscht mir viel Spaß.
Eng umschlungen steht ein junges Pärchen zwischen mir und der Theke. Ich frag mich ob die beiden überhaupt schon Schamhaare haben, die sehen aus als wären sie direkt aus der Sandkiste in die Disko gekommen.
„In eurem Alter hab ich noch Kastanientiere gebastelt!“, schreie ich die Turteltauben an, drohe damit ihre Mütter anzurufen wenn sie nicht auf der Stelle aufhören mit dem Heavy-Petting an der Theke. Wie soll man denn da zu einem Bier kommen?
Genervt löst sich der Jüngling von seiner Gespielin, zeigt mir den Vogel. Vorsichtshalber mustert er mich dann doch, bemerkt die Aufschrift auf meinem Shirt. Grinst.
„Ach und wo ist dein Kerl?“, will er von mir wissen. Plötzlich dreht sich auch sein Blondchen in meine Richtung, starrt mich mit weit aufgerissenen Augen an, fasst nach meiner Hand und zieht mich an sich….

Meer sehen

Kopf verklebt. Digitale Überdosis. Muss hier raus. Dringend. Festplatte formatieren. Maschine runterfahren. Lass uns bitte ans Meer fahren.
Weg mit dem Gift, schmeiß es einfach ins Klo. Oder doch nicht? Den letzten Rest kann ich ebensogut wegballern, oder?
Vielleicht ist das Meer dann noch schöner? Ob sich die beiden Tranquilizer in ihrer Wirkung verstärken?
Vorsichtig falte ich das kleine Briefchen mit dem braunen Pulver wieder zusammen.
Er verspätet sich, vielleicht sollte ich jetzt schon was nehmen? Nur eine ganz Kleine. Aber was, wenn er es bemerkt? Scheiß drauf, nur ein klein Wenig.
Ich verstecke meine Stecknadelkopf-Kleinen Pupillen hinter einer verspiegelten Sonnenbrille, als ich zu ihm in den Wagen steige. Küsse ihn flüchtig auf die Wange, konzentriere mich darauf den Juckreiz zu ignorieren. Seine Hand streichelt über meinen Oberschenkel, ich hab keine Lust auf Autofahrfummeln, stoße ihn weg. Kratze mich, sag er soll sich bitte auf den Verkehr konzentrieren. Er beschwert sich, dass wir keinen Verkehr hätten. Ich kratze meinen Knöchel blutig. Er sagt, waschen nicht kratzen.
„Das sind sicher die Filzläuse die du dir bei deiner Putzfrau geholt hast“, fauche ich zurück.
Er lacht nicht.
Hinter dem Parkplatz erreichen wir die Treppe, fünf Stufen höher stehen wir über der Brandung, rauschende Wassermassen an den Felsen unter uns. Er nimmt meine Hand, zieht mich Richtung Meer. Vorsichtig klettern wir nach unten bleiben auf einem der Steine sitzen. Wie hypnotisiert starren wir aufs Wasser, mit jeder einzelnen Welle die unter unseren Füßen aufs schwarze Gestein brescht wird’s ein bisschen ruhiger im Kopf. Solange bis ich mir die zweite Wade aufkratze und er mich mit traurigen Blick anstarrt. Ohne ein Wort zu sagen, steht er auf.
„Wo willst du hin?“
Erst als er zurück auf den Weg geklettert ist, dreht er sich nochmal zu mir um:
„Ich kann dich nicht vor dir selbst retten.“
Frag mich noch was er wohl damit meint, als er weggeht. Krame das übriggebliebene H raus, soll er sich doch verpissen dann muss ich wenigstens nicht mehr heimlich gifteln. Und ich Idiot dachte, man könne Meer sehen.

#Ruhe

„Welcher normale Mensch tut das?“
Ui, er klingt sauer. Ich sollte mich schnell ausziehen.
Gewöhnlich beruhigen sich Männer beim Anblick von Brüsten.
Weg mit dem Oberteil.
Mister L´s Kopf wird rot, es verschlägt ihn für einen Augenblick die Stimme, die kleine Ader über seiner Augenbraue scheint als stünde sie kurz vorm explodieren. Komisch. So hat er noch nie auf meine Titten reagiert. Ob ich mich ganz ausziehen sollte um ihn zu beruhigen?
Schlechte Idee – als ich den Knopf der Jean öffnen will beginnt die Brüllerei von vorne.
„Das ist alles was dir dazu einfällt? Weißt du eigentlich was du mir damit antust? Du hast versprochen es nicht mehr zu tun!“
Was zu tun? Mich auszuziehen?
Dann zieh ich halt ihn aus.
Er schreit mich immer noch an, als ich einen beherzten Schritt in seine Richtung mache, um den Bund seiner Hose zu erwischen. Erst als ich sie ihn bis zu den Knöcheln runter reisse, verstummt er. Ich stoß mir beim Aufstehen den Kopf an seinem Penis.
„Boah geil, heute keine Unterwäsche Baby?“
Plötzlich packt er mich an den Schultern, drückt mein Gesicht zurück auf Schanzhöhe.
„Halt endlich die Klappe, oder du landest wirklich in China“, kaum hat er mir den Mund gestopft, hält er selbst auch mal die Schnauze.
Endlich Ruhe.
Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

#untenohne

Nachdem ich seine Unterhosen die er bei mir liegen gelassen hat,im Netz an irgendwelche Perversen aus China verkauft habe, fühl ich mich besser. Soll er halt den ganzen Tag eierschaukelnd herumlaufen, wenn er glaubt mir nicht zu zu hören. Das lass ich mir sicher nicht gefallen. Was kann ich dafür, dass er ein Unterhosenproblem hat? Unsensibler Idiot.
Wenn er schon eine Staatsaffäre daraus macht, dann sorge ich dafür, dass es eine wird. Drama kann ich auch. Mit dem flüchtigen Hinweis dass ich seine depperten Popowärmer nach Asien vertschechert hab beende ich das Telefonat, ohne ihn ein einziges Mal zu Wort kommen zu lassen.
Rache kann so wunderbar befreiend sein, wenn auch moralisch nicht ganz okay – aber sein wir uns mal ehrlich – es ist wie mit Fremdficken oder Steuerhinterziehung – jeder schimpft darüber – aber jeder macht es.
So, jetzt ignoriere ich den Mistkerl erstmal, damit er weiß wie ernst mir das ist. Meine Probleme sind schließlich viel wichtiger, so ein Egoist aber auch. Ich überlege ob ich nicht Schluss machen sollte, tippe ich die Unhappy-End-Message ins Handy: „Das war’s du ichfixierter, egomanischer Unterhosennazi. Ich hab auch Gefühle du Arschloch. Ich will dich nie wieder sehen. Habe meinen Job gekündigt, die Wohnung auch und verschwinde ins Ausland. Nach CHINA!!!! Für immer. Du eiskalter Gefühlskrüppel. Fick dich.“
Damit er weiß, dass ich es Ernst meine schicke ich noch ein Foto der Chinesischen Mauer hinterher, und eins eines Werbeprospektes vom KIK – kauf 3 zahl 2 – Herrenslips für 5,99. Anschließend sperre ich ihn auf WhatsApp. Diesmal ist es mir ernst – zumindest das mit mit meinen Gefühlen und KIK.
„Aber er hat doch auch Gefühle? Vielleicht wird Penissen beim rumschaukeln schwindelig?“
Der Stimme im Kopf zufolge, wirken die Tabletten langsam. Ich entsperre ihn wieder und schreib Entschuldigung, das müssen die Nebenwirkungen vom den Pillen sein.
Er: Welche Tabletten hast du geschluckt?
Ich: „Vitamin B für die Nerven. Nachtkerzen öl wegen PMS. Magnesium gegen Wadenkrämpfe, Johanniskraut wegen der Herbstdepression, Schwarzkümmelöl wegen der Zecken, Birkenblättertee wegen dem Entgiften und zwei Valium. Sonst nichts! Ich versteh das nicht? Vielleicht ist das eine psychische Überreaktion?
Er: Du bist eine wandelnde Überreaktion mit einem Nahrungsergänzungsmittel Problem!
Ich :Und du hast schaukelnde Genitalien.
Er: Alles gute für deine Zukunft. Ich bring dir deinen Wohnungsschlüssel und deinen restlichen Kram Abend vorbei, das wars endgültig. Es ist aus zwischen uns.
Mir scheint, dass auch er unter PMS leidet. Der Arme braucht Hilfe. Ich löse fünf der Beruhigungspillen in Wodka auf, vorsichtshalber schütte ich auch noch flüssiges Viagra hinein – das kann bei den Downern mit Hochprozentigen sicher nicht schaden? Bisschen ein Ausgleich für den Fall dass es ihn umhaut, seinen kleinen Prinzen sicher nicht! Unterhaltungstechnische Planung ist das A und O um jemand ohne Zustimmung zu sedieren. Aber ich mach das nur zu seinem Besten. Als Zeichen meiner Kompetenz stopf ich noch Vitaminbrause in den Inkognito-Friedensangebotcocktail – wenn er das trinkt geht’s ihm sicher bald besser. Ich bin ja plötzlich auch wieder okay!

Soweit die Theorie.

Als ich mit dem getunten Versöhnungsschnaps vor seiner Türe stehe, wirkt er irgendwie nicht in Partystimmung. Vielleicht weil ich die Hälfte schon auf der Fahrt getrunken habe? Ist irgendwie unhöflich mit ner halb vollen auf Versöhnungssex vorbeizuschauen. Vielleicht liegts aber auch an der Uhrzeit. Ich glaube er trinkt für gewöhnlich nicht am Vormittag.
Was da in der Flasche ist, fährt er mich an.
Wodka, erklär ich. Der wäre schließlich kalorienarm.
Ob ich mir selbst Drogen in den Schnaps geschmissen habe, fragt er als er mir die Flasche aus der Hand reissst, und auf die nicht aufgelösten Pillenkrümel deutet und mich darauf aufmerkam macht das original Absolut nicht grün schimmert.
„Vielleicht ist er schlecht? Probier ihn du mal?“
Er schlingt seine Arme um meine Taille als ich das Gleichgewicht verliere und wie ein nasser Sack über die Treppe stolpere, hält mich im letzten Moment fest und zieht mcih an sich:
„Soso Schätzchen. Nach China? Mit drei Euro fünfzehn wird’s schwierig werden eine passende Verbindung zu finden? Und mit einer Überdosis sowieso.“ , höre ich ihn noch sagen
Verdammt er hat das Spiel durchschaut.

#Exzentrischgestörte

Mein PMS läuft Amok, sein Dachschaden leider zur selben Zeit. Ich koche vor Wut, beende die Beziehung zum dritten Mal am heutigen Tag und ziehe bei ihm aus.
Genauer gesagt werde ich ausgezogen – leider nicht im angenehmeren Sinn. Ich gebe ihm den Haustürschlüssel wieder zurück, er drückt mir ein Plastiksackerl mit meinen Kram in die Hand – auch wenn sich die Dramatik der Geste nach der dreihundersten Trennung in den letzten zwei Wochen abgenützt hat.
Ich sage, bitte das kann’s ja wohl nicht schon wieder sein. Er sagt, doch. Bis auf den Bunsenbrenner ist alles da drin. Ui der Bunsenbrenner, denke ich. Wenn er den ins Spiel bringt, macht er Ernst. Dann dauert es mindestens 48 Stunden bis zum Versöhnungssex. 60 Stunden wenn die Zahnbürste auch dabei ist…..Und danach bin ich so wundgerubbelt, dass ich mir schwöre sein Ding mit Teflon beschichten zu lassen, nach einem Anti-Viagra zu suchen und lesbisch zu werden, ich wette die sind tendenziell seltener wund als reinrassig heterosexuelle Frauen. Muss ich mal googeln.
Gleich nachdem ich mit Drama fertig hab. Erstmal töte ich das fünfte Samsung in dem Jahr, indem ich es gegen die Wand schleudere. Doch das Scheißding lässt sich nicht abmurksen, kaum prallt es auf den Boden, beginnt das nerv tötende Klingeln. Leider ist der Display im Arsch, keinen blassen Schimmer wie ich das Scheißteil abstelle. Genervt reiße ich die Balkontür auf, schleudere das Ding haarscharf an einem unerwartet auftauchenden Radfahrer vorbei, mitten rein in Nachbars Hecke und lasse mich auf den Boden fallen. Hätt der Kerl aufm Rad nicht so vertieft auf sein Handy gestarrt, hätte er sich sicher erschreckt – Gott weiß wie schlimm das ausgehen kann. Zum Glück gibt´s WhatsApp, da ist man geschützt vor den Tücken der Realität – solang der WLAN Empfang passt.
Du kannst mich nicht abmontieren, nur weil ich ein schlechtes Vorbild und ein äußerst fragwürdiger Umgang sei. Nein, meint er. Ich sei nicht fragwürdig sondern gestört.
Ja, du Depp – weil ich kein Geld habe. Ansonsten wär ich Exzentrikerin, keine Durchgeknallte. Er soll sofort den Bunsenbrenner holen. Er sagt ich soll was Fickbares organisieren, es wäre langsam mal an der Zeit mich zurück auf den Boden der Realität zu holen.
Er glaubt zwei Penisse wären die Realität. Ich klopfe mir selbst auf die Schulter, während ich den Rechner hochfahre…

#Wald

Die untergehende Sonne taucht den Wald in ein warmes Licht, Mister Lover Lovers Gesichtszüge wirken noch weicher als sonst. Wir schlendern denselben Weg entlang, den ich am Vortag mit Mister Cornichon gegangen bin. Ob sich Ehebrecher genauso fühlen, wenn sie es im eigenen Bett treiben? Ich finde das doch nicht mehr cool und abgebrüht. Ganz leise macht sich mein Gewissen bemerkbar, als ob mir ein Stein im Magen liegen würde.
„Schämen sollst du dich, wie kannst du bloß durch die Gegend vögeln und den armen Kerl auf der Nase herumtanzen?“, schnauzt die Stimme im Kopf mit erhobenem Zeigefinger. Für einen Augenblick fürchte ich, dass meine Fassade zu bröckeln beginnt, zum Glück höre ich auf einmal die andere Stimme schreien: „Scheiß dich nicht an, du hast nicht mal den Schniedel von dem Kerl gesehen. Fremdgehen ist nur MIT Genitalien. Ohne die bösen Körperteile ist es wie Händeschütteln. Ein Kindergeburtstag quasi.“
Für mich klingt das logisch.
Mister L. fragt wo ich gerade bin.
„Sag mal sind deine Brüder auch alle so gut bestückt wie du?“
Er versichert mir, den Größten zu haben.
„Wieso versuchst du vom Thema ab zu lenken?“
Verdammt er hat mich durchschaut, gar nicht so einfach ihn hinters Licht zu führen. Dafür führt er mich an die Lichtung, steuert genau an die Stelle an der ich mich vor vierundzwanzig Stunden mit der Kleinschwänzig-schnellspritzenden Dumpfbacke paaren wollte. Unsicher, ob ich beichten oder laut lachen sollte ziehe ich ihn an mich um ihn zu küssen.
„Was hast du angestellt?“
Wie er das jetzt meint, ich hätte keine Ahnung wovon er da spricht.
„Und wieso schaust dann so drein?“
Ich checke meinen Gesichtsausdruck per Handycam, aber abgesehen davon, dass ich versehentlich nur ein Auge geschminkt habe, fällt mir nichts auf.
„Was meinst du?“
Nicht mal sein Dackel könne so reumütig gucken, wenn er etwas ausgefressen hat.
„Was willst du mir unterstellen?“, fauche ich ihn wütend an. Er solle doch zurück nach Italien fahren, wenn ich ihm nicht entspreche. Oder mir einfach sagen, wie ich blicken darf und wie nicht. Je wütender ich werde, desto mehr krieg ich Lust auf ihn.
„Wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich gearbeitet habe. Außerdem bist du diejenige, die nicht mitkommen wollte. Und du verheimlichst mir etwas, ich kenne dich doch.“
Mir gehen die Argumente aus, ich klatsche ihm eine. Er braucht eine Sekunde, um sich wieder zu fangen, krallt seine Finger um meine Haare um meinen Kopf nach hinten zu ziehen.
„Ach ja? Du hast Lust auf Spielchen?“
Zumindest will er nicht mehr wissen, was ich angestellt habe. Hätte ich gewusst wie einfach das geht, hätte ich ihn schon viel früher und öfter geohrfeigt. Ist schließlich entspannter als sich all die Lügengeschichten zu merken um all die Exzesse vor ihm zu verheimlichen. Gewalt ist immer eine Lösung!
„Zieh dich aus“, befiehlt er mir.
Die Sonne versinkt hinter den Baumkronen, ich blicke mich verstohlen nach ungebetenen Zaungästen um, ehe er mir die Bluse mitsamt den Knöpfen mit einem Ruck aufreißt.
„Wird’s bald?“
Lasse auch noch die Hosen runter, ziehe die Flipflops aus und knie mich vor ihn hin um um Vergebung zu lutschen. Ich solle sofort wieder aufstehen, und meine Finger von ihm lassen. Wortlos sammelt er die Klamotten ein, lässt mich dabei keine Sekunde aus den Augen. Erst als sein Telefon läutet, senkt er den Blick zum Display. Lächelnd tippt er auf dem Gerät, packt es wieder weg um sich wieder mir zu widmen.
„Du wirst dich da hinten an den Baum stellen, mit dem Gesicht zum Stamm. Ich will dass du solange dort bleibst, bis ich wieder zurück bin. Und nur um sicher zu gehen, dass du auch nicht wegläufst und verloren gehst, bleibst du nackt hier.“
Der blufft doch, der kann mich doch nicht einfach im Wald aussetzten. Nackt. Bei Nacht. Ohne Klamotten und Handy. Ungebumst und unrasiert.
„Das kannst du nicht machen! Was ist wenn es hier Wildschweine gibt?“
Er bemerkt beiläufig, dass ich wohl das einzige hier wäre. Ich sage hahaha der was ja wohl aufgelegt, frage ihn ob er einen italienischen Kasperl gefickt hat.
„Was ist, wenn ´s brennt? Wie soll ich dann weglaufen? Nackt und ohne Schuhe?“
Ich will schließlich nicht von einem Hirsch oder einem Forstarbeiter vergewaltigt werden. Oder von der bösen Hexe in ein Lebkuchenhaus gesperrt werden.
„Okay Kleines. Du glaubst mich in den Wahnsinn treiben zu können?“
Er wirft meine gefakeden Designerfetzen auf den moosbewachsenen Waldboden, zieht mich an den Ohren zu einer der riesigen Birken am Wegesrand, drückt mein Gesicht an den Baum.
„Genauso bleiben, du Miststück.“
Bis zum Hals kann ich mein Herz schlagen hören, als er sich entfernt. Aus einiger Entfernung höre ich erst einen Reißverschluss, dann leises Plätschern.
„So Baby, für den Notfall lass ich dir deine Klamotten da – zur Sicherheit habe ich alles markiert.“
Wieder der Reißverschluss, wieder Schritte, seine Hand an meinem Hintern, sein Atem an meinem Ohr: „Bis gleich Baby, amüsiere dich.“