#CFNM

Sie trägt ein schwarzes Korsett aus Leder, zusammengebundene Haare, auf ihrem Nacken strahlt mir ein blaues Auge mit Stecknadelpupille entgegen – was für ein abgefahrenes Tattoo. Sie bemerkt meine Blicke, als sie durch den Rückspiegel nach hinten sieht. Als ob ein kaum wahrnehmbarer Blitz durch sie fährt, um den Schalter umzulegen – ihre dreckigen Gedanken sind beinahe greifbar.
So wie Mr.L´s Erektion, die die aufgeladene Atmosphäre bemerkt hat und ihn zusehends am Lenken des antiquiert aussehenden Wagens hindert. Der riesige Lenkrad scheuert an der Beule seiner Hose, wieso haben diese Jugobenz eigentlich so fette Steuer? Wahrscheinlich weil sich nur ímpotent-kleinschwänzige Uropas mit tief hängenden Sack solche Kisten zulegen. Damit sie sich beim Kurverfahren gut festhalten können, um die Fliehkraft unter der Gürtellinie aus zu gleichen.
Mister L´ biegt auf den schmalen Schotterweg ein, einige hundert Meter hinter den Kastanienbäumen ragt ein rotes Backsteingebäude heraus, umgeben von unzähligen Feuerstellen, die mit dem Sternenhimmel um die Wette leuchten. Valentinas Hand wandert über seinen Schritt, sie streichelt über das halb geöffnete weiße Hemd, ehe sie ihre Finger zwischen seine geöffneten Lippen schiebt.
„Leck daran“, ihr waffenscheinpflichtiger Stimmklang treibt Mister Lover Lover die Schweißperlen auf die Stirn, als wir den gut belegten Parkplatz erreichen. Er braucht drei Versuche um rückwärts ein zu parken, kein Wunder bei der Latte kann der ja gar kein Blut mehr im Hirn haben.
Ich fühle eine gewisse Genugtuung in mir aufkeimen, als mir dämmert, dass er heute die Arschkarte gezogen hat und ich am Beobachtungsposten eingeteilt scheine. Er soll sich gefälligst zusammenreisen, ansonsten mache sie ihn mit ihrem Lieblingsinstrument vertraut. Ich glaube nicht, dass sie Klarinette spielt….
Sowohl die Security Typen vor dem Tor, als auch die etwas zu klein geratene Dicke mit dem low-buget-Haarschnitt im Hartz4-Empfänger Optik, winken uns durch. Ich verkneife mir die Frage, ob sie Stammgast oder Heimleiter in dem Schuppen ist. Am Ende des langgezogenen Gangs führt eine schmale Treppe in ein Kellergewölbe, ich kann ein Saxophon hören. An den Wänden hängen Plakate, auf einem davon wird die heutige Veranstaltung angekündigt – nehme ich mal an. Da ich weder weiß wo wir sind, noch was CFNM bedeutet und Valentina damit beschäftigt ist, Mister Lover Lover einen Gag-Ball anzulegen, bleibt es erstmal eine Vermutung.
„Sorge dafür, dass er sich auszieht, leg ihm das Halsband an und warte hier“ ,sie zieht den Riemen des Knebels fest, vergewissert sich, dass er auch hält bevor sie eilig davonstapft.
„Du hast gehört was sie gesagt hat, los mach dich nackig“ ,amüsiert über die neue Hackordnung kneife ich seine Brustwarzen. Sein Protest scheitert an dem schwarzen Gummidings in seinem Mund, klingt wie wirres Geblabbel eines Vollzeitalkoholikers mit dem Gesicht am Bordstein. Widerwillig blickend schält er sich aus seinen Klamotten, mit jeder seiner Bewegungen verspricht er mir Vergeltung.
„Schau doch nicht so rachsüchtig, dein Schwanz tut es ja auch nicht Schatz“ ,deute auf den Grund seiner verminderten Gehirndurchblutung, verschränke meine Arme vor der Brust , lehne mich gegen einen der grauen Spinde um das Gefühl der Überlegenheit auszukosten. Ob es wohl der richtige Zeitpunkt wäre, um ihn den Seitensprung zu beichten? Oder das wahre Ausmaß meines Heroinkonsums? Oder das ich immer wenn ich sauer auf ihn bin, mit seiner Zahnbürste die Toilette schrubbe, bevor ich sie wieder ins Badezimmer räume?
Valentina kommt mit einem Haufen Latexfummel, Highheels, einer Hundeleine und Armmanschetten aus schwarzem Leder zurück gestakst. Sie entschuldigt sich für die kurze Verzögerung und bittet mich die Sachen an zu probieren und eins davon an zu behalten, der Dresscode sei sehr streng.
Selbst meine Titten japsen unter dem glänzenden Material nach Luft, einzig mein Hintern kann sich über aircondition-optimierung freuen, er ist das einzige Körperteil das nicht in schwarzes Latex gepackt wird. Mister Lover Lover fallen fast die Augen aus dem Kopf, das Pochen in seinem Schwanz übertönt die Musik, als ich ihn die Leine anlege, seine Hände auf den Rücken fixiere und Valentina Richtung lauter werdendem Saxophon folge.
Und gerade als ich mich frage, wieso ich Latex-fick-mich-Klamotten trage und der Kerl an meiner Leine außer seiner Erektion nichts, kapiere ich was CFNM bedeutet…. Die letzten Meter des Gewölbes sind rechts und links mit knienden, nackten Kerlen gesäumt. Keiner wagt es den Blick zu heben, als wir an ihnen vorbeikommen und das Tor in eine andere Welt betreten.
„Clothed Female Naked Men“, knallt die Leuchtschrift über der Bühne, wie zum Beweis spielt der riesige Schönling im Adamskostüm auf seinem Instrument, während sich eine der unzähligen Damen vor der Tanzfläche das Kleid hochschiebt und ihren Tanzpartner zu Boden drückt. Sie dirigiert seinen Kopf in ihren Schoss – fasst einem vorbeihuschenden Nackten mit Tableau an den Hintern.
Valentina sagt, ich soll den Mund wieder zu machen.
Mister Lover Lover sagt Ghrrkkttddie.
Seine Erektion schreit yippyeiyeah.
Ich sage gar nichts mehr.

#Wald

Die untergehende Sonne taucht den Wald in ein warmes Licht, Mister Lover Lovers Gesichtszüge wirken noch weicher als sonst. Wir schlendern denselben Weg entlang, den ich am Vortag mit Mister Cornichon gegangen bin. Ob sich Ehebrecher genauso fühlen, wenn sie es im eigenen Bett treiben? Ich finde das doch nicht mehr cool und abgebrüht. Ganz leise macht sich mein Gewissen bemerkbar, als ob mir ein Stein im Magen liegen würde.
„Schämen sollst du dich, wie kannst du bloß durch die Gegend vögeln und den armen Kerl auf der Nase herumtanzen?“, schnauzt die Stimme im Kopf mit erhobenem Zeigefinger. Für einen Augenblick fürchte ich, dass meine Fassade zu bröckeln beginnt, zum Glück höre ich auf einmal die andere Stimme schreien: „Scheiß dich nicht an, du hast nicht mal den Schniedel von dem Kerl gesehen. Fremdgehen ist nur MIT Genitalien. Ohne die bösen Körperteile ist es wie Händeschütteln. Ein Kindergeburtstag quasi.“
Für mich klingt das logisch.
Mister L. fragt wo ich gerade bin.
„Sag mal sind deine Brüder auch alle so gut bestückt wie du?“
Er versichert mir, den Größten zu haben.
„Wieso versuchst du vom Thema ab zu lenken?“
Verdammt er hat mich durchschaut, gar nicht so einfach ihn hinters Licht zu führen. Dafür führt er mich an die Lichtung, steuert genau an die Stelle an der ich mich vor vierundzwanzig Stunden mit der Kleinschwänzig-schnellspritzenden Dumpfbacke paaren wollte. Unsicher, ob ich beichten oder laut lachen sollte ziehe ich ihn an mich um ihn zu küssen.
„Was hast du angestellt?“
Wie er das jetzt meint, ich hätte keine Ahnung wovon er da spricht.
„Und wieso schaust dann so drein?“
Ich checke meinen Gesichtsausdruck per Handycam, aber abgesehen davon, dass ich versehentlich nur ein Auge geschminkt habe, fällt mir nichts auf.
„Was meinst du?“
Nicht mal sein Dackel könne so reumütig gucken, wenn er etwas ausgefressen hat.
„Was willst du mir unterstellen?“, fauche ich ihn wütend an. Er solle doch zurück nach Italien fahren, wenn ich ihm nicht entspreche. Oder mir einfach sagen, wie ich blicken darf und wie nicht. Je wütender ich werde, desto mehr krieg ich Lust auf ihn.
„Wie oft soll ich dir noch sagen, dass ich gearbeitet habe. Außerdem bist du diejenige, die nicht mitkommen wollte. Und du verheimlichst mir etwas, ich kenne dich doch.“
Mir gehen die Argumente aus, ich klatsche ihm eine. Er braucht eine Sekunde, um sich wieder zu fangen, krallt seine Finger um meine Haare um meinen Kopf nach hinten zu ziehen.
„Ach ja? Du hast Lust auf Spielchen?“
Zumindest will er nicht mehr wissen, was ich angestellt habe. Hätte ich gewusst wie einfach das geht, hätte ich ihn schon viel früher und öfter geohrfeigt. Ist schließlich entspannter als sich all die Lügengeschichten zu merken um all die Exzesse vor ihm zu verheimlichen. Gewalt ist immer eine Lösung!
„Zieh dich aus“, befiehlt er mir.
Die Sonne versinkt hinter den Baumkronen, ich blicke mich verstohlen nach ungebetenen Zaungästen um, ehe er mir die Bluse mitsamt den Knöpfen mit einem Ruck aufreißt.
„Wird’s bald?“
Lasse auch noch die Hosen runter, ziehe die Flipflops aus und knie mich vor ihn hin um um Vergebung zu lutschen. Ich solle sofort wieder aufstehen, und meine Finger von ihm lassen. Wortlos sammelt er die Klamotten ein, lässt mich dabei keine Sekunde aus den Augen. Erst als sein Telefon läutet, senkt er den Blick zum Display. Lächelnd tippt er auf dem Gerät, packt es wieder weg um sich wieder mir zu widmen.
„Du wirst dich da hinten an den Baum stellen, mit dem Gesicht zum Stamm. Ich will dass du solange dort bleibst, bis ich wieder zurück bin. Und nur um sicher zu gehen, dass du auch nicht wegläufst und verloren gehst, bleibst du nackt hier.“
Der blufft doch, der kann mich doch nicht einfach im Wald aussetzten. Nackt. Bei Nacht. Ohne Klamotten und Handy. Ungebumst und unrasiert.
„Das kannst du nicht machen! Was ist wenn es hier Wildschweine gibt?“
Er bemerkt beiläufig, dass ich wohl das einzige hier wäre. Ich sage hahaha der was ja wohl aufgelegt, frage ihn ob er einen italienischen Kasperl gefickt hat.
„Was ist, wenn ´s brennt? Wie soll ich dann weglaufen? Nackt und ohne Schuhe?“
Ich will schließlich nicht von einem Hirsch oder einem Forstarbeiter vergewaltigt werden. Oder von der bösen Hexe in ein Lebkuchenhaus gesperrt werden.
„Okay Kleines. Du glaubst mich in den Wahnsinn treiben zu können?“
Er wirft meine gefakeden Designerfetzen auf den moosbewachsenen Waldboden, zieht mich an den Ohren zu einer der riesigen Birken am Wegesrand, drückt mein Gesicht an den Baum.
„Genauso bleiben, du Miststück.“
Bis zum Hals kann ich mein Herz schlagen hören, als er sich entfernt. Aus einiger Entfernung höre ich erst einen Reißverschluss, dann leises Plätschern.
„So Baby, für den Notfall lass ich dir deine Klamotten da – zur Sicherheit habe ich alles markiert.“
Wieder der Reißverschluss, wieder Schritte, seine Hand an meinem Hintern, sein Atem an meinem Ohr: „Bis gleich Baby, amüsiere dich.“

Liebes Doktor Sommer Team, ich habe ein Problem….

Selbstverständlich lieb ich dich.
Fest umklammern seine Finger meinen Hals, drücken mir die Luft ab
Du kleines, geiles Dummerchen
Punktgenau erwischt der Rohrstock die Innenseite meiner Oberschenkel
Weißt du nicht, dass du mir gehörst?
Antwort unmöglich – Mund voll mit Schwanz
Schluck ihn ganz tief, du Miststück
Erbreche in seinen Schritt
Ich sagte tiefer, na los
Winsle um Gnade
Wer nicht hören kann, muss fühlen
Ohrgefeigtes Häufchen Fickfleisch kapituliert
Sein Grunzen schreit Genugtuung
Gebrochen hat er mich am liebsten

Empathie-Warnung

„Lass dich von dem unschuldigem Babyface nicht erweichen, die dumme Fotze hat es nicht anders verdient“, seine Empathie Warnung jagt mir einen kalten Schauer über die Haut. Wie befohlen ziehe ich den Riemen des Knebels fest an ihren Hinterkopf, versichere mich dass er auch hält.
Hoffentlich verrutscht das verfluchte Ding nicht, ansonsten bin ich genauso gearscht wie sie. Tiefenentspannt befestigt er den Letzen Gurt an ihrem Körper, wehr- und bewegungslos harrt sie auf dem Strafbock aus. Sein hämisches Grinsen diabolisiert sich ins Unermessliche, als der rote Scheinwerfer direkt auf sein Gesicht strahlt.
Kann unter dem schwarzen Stoff seiner Hose die wachsende Vorfreude ausmachen, schaffe es nicht meine Finger von ihm zu lassen. Fasse an seinen Schwanz, er knallt mir eine.
„Ist dir die Sicherung durchgebrannt? Hat dir irgendwer erlaubt mich anzufassen?“, sein hart gewordener Tonfall lässt darauf schließen, dass es sich um keine rhetorische Frage handelt. Nur um sicher zu gehen frage ich nach. Fange mir direkt die nächste Ohrfeige ein.
„Los steh auf, du wertloses Stück Fickfleisch“, schnauzt er mich an, zeigt dabei auf die Tasche.
Ich hole die Gerte. Vorsichtig bearbeite ich ihren Arsch damit, schlag härter, befiehlt er. Verzweifelndes Wimmern unter mir, amüsiertes Lächeln daneben. Ihr Arsch so rot wie das Licht über uns.

Schlag. Fertig.

Ron:

„Ja, wir sollten unser Leben ändern. Sowas darf nie wieder passieren.“

 Theatralische Pause

Mia: 

(schnauft)

„Ja, aber nicht vor nächster Woche.“

Ron:  

„Es ist Sonntag, du Irre.“

Mia: 

(schnauft noch lauter)

„Ach ja, deswegen schauen wir Tatort.“

Ron:

(schnauft resigniert) „Schatz…“

Mia:  

„Der da ist der Mörder, ich hab die Folge schon mal gesehen, entspann dich          einfach.“

Ron klatscht sich die flache Hand auf die Stirn, schüttelt den Kopf und schließt die Augen für einen kurzen Moment

Ron:

„Kannst du ein einziges Mal ernst bleiben?“

Mia:  

„Kann meine Katze Veganer sein?“

Ron:  

„Du bist ziemlich frech für dein Alter.“

Mia: 

„Du bist ziemlich alt für deine Frechheit.“

Schallendes Gelächter

Ron: 

„Bist wohl schon lang nicht mehr übers Knie gelegt worden?“

Mia: 

„Nicht seit der Gerichtsvollzieher  letztes Mal zu Besuch war.“

Grinsend fischt er nach ihrem Oberarm, zieht sie daran über den Holztisch… Mit einem Ruck wird sie auf den Bauch gedreht, Gnade war gestern.

Ich kapituliere. Endgültig.

Vor Erschöpfung gelähmt fällt der Körper ins Koma, lange nachdem sich mein Geist Richtung Nirwana verabschiedet hat. Auch wenn ich lieber alleine eingeschlafen wäre, da ist keine Kraft mehr um vor ihm davon zu laufen. Kein Kampf, keine Flucht – flehe um Ruhe…

Er wird mich doch in Frieden lassen, schließlich wirkt der Kerl genauso durch wie ich?

Theoretisch.

Praktisch ist es ihm scheißegal, wie ich mich fühle. Warum sonst drückt das Stück Schwanz gegen meinen Arsch, stoßen seine Finger mitten in die Fotze um mich aufzuwecken?

Ich krümme mich vor Schmerz, löse mich windend aus seinem Griff um der erzwungenen Nähe zu entfliehen. Hätte ich doch nur mehr Kraft übrig, würd ich ihm ins Gesicht schlagen…. Immer und immer wieder

Beim zweiten Klingeln des Weckers lässt er endlich von mir ab

„Keine Sorge, du kannst jetzt weiterschlafen. Zum Ficken bist eh nicht zu gebrauchen“, er küsst mich.

Drei Sekunden nach seinem Verschwinden knicke ich erneut ein – Widerstand zwecklos, Akkus so leer wie mein Herz.  Viel zu kurz die Ladephase, verstörte blinzle ich in die Sonne, er kommt zurück. Nicht weniger entschlossen als Kim Jong beim Atombombentest, schießt er durch die angelehnte Türe, fokussiert mich mit der Präzision eines Scharfschützen.

Wie lange habe ich gepennt? Wieso ist es plötzlich so hell hier drinnen?  Was zum Teufel macht er mit mir?

Mister Einfühlsam kniet über mir, packt seinen Schwanz aus der Hose und wichst mir auf die Brüste.  Ein Wunder, dass er mich danach nicht fragt, wie er war.

Ohne ein Wort zu sagen wische ich mir das Sperma vom Körper, drücke den fremd gewordenen Torso von mir weg und verlasse ihn.

Alles was ich noch fühle ist Leere.

Alles was ich will ist Schlafen.

Für Immer.

 

 

 

Blind Date mit dem Pornokönig

Mir ist langweilig, ich hänge seit Stunden vor dem Laptop, surfe ziellos durch die unendlichen Weiten des wewewe, doch auch nach dem dreihundertsten Mal Link anklicken finde ich nichts, das mich länger als einige Minuten beschäftigt. Habe mittlerweile sieben Mal masturbiert, weswegen auch youporn keine wirkliche Alternative zum Zeitvertreib oder der allgemeinen Entspannung mehr ist.

Eigentlich wollte ich ja bügeln, Fenster putzen, ein Buch lesen, Sport machen; kurz- ein besserer Mensch werden. Eigentlich.

Es schüttet wie aus Kübeln, der Herbst steht bereits in den Startlöchern und macht sich durch allgemeine Nicht-Motivation bemerkbar. Ja das ist gut –  Schuld ist nur das Wetter.  Niemand mutiert zu einem Superhelden, wenn’s draußen arschkalt ist, oder?

Bei Spiderman war sicher auch Sonnenschein?

Ich bin sogar so unmotiviert, dass ich noch nicht mal aufs Klo gehen will, obwohl es sich mittlerweile anfühlt, als würde meine Blase gleich platzen. Klicke mich schneller und schneller durchs Netz um mich davon abzulenken, dass ich meinen Arsch hochkriegen sollte.

Das klappt so gut, dass ich mich irgendwann frage, wieso ich meinen Lebensunterhalt nicht als Pornodarstellerin verdiene. Da ich praktischerweise eh schon im größten Sündenpfuhl dieser Welt feststecke, bitte ich Doktor Google zur Hilfe.

Drei Stunden, fünf Bier, drei Joints, eine Thunfischpizza und zwei Mal onanieren später hab ich die Bewerbung für (keine Ahnung mehr wieviele) Pornoproduktionsfirmen fertig getippt. Eher aus Spaß, als aus seriösem Interesse schicke ich den Kram tatsächlich weg, ehe ich einige Minuten später auf ein Inserat stoße, dass mich wirklich neugierig macht.

„Berlin sucht die ruchlosesten Sexstorys aus ganz Deutschland-die besten werden verfilmt“

Boom. Das ist genau meins, spüre es nicht im kleinen Finger, aber dort wo´s wirklich lustig ist.

Drucke mir die Seite aus, klebe sie auf meinen Badezimmerspiegel um nicht darauf zu vergessen und beschließe erstmal meinen Rausch auszuschlafen.

Fünf Tage und geschätzte vier Millionen Ausrede, wieso ich jetzt noch nicht zu schreiben anfangen kann, später, parke ich meinen Prachtarsch tatsächlich auf die Couch, schreibe eines meiner schrägsten Sex-Erlebnisse auf  (Sommernachtstraum 2.0)  und schicke die Story an einen Unbekannten in die große deutsche Stadt.

Demoliertes Kurzzeitgedächtnis sei Dank, als am nächsten Morgen das Telefon klingelt, hab ich erstmal keinen Plan, welcher Unmensch mich zu dieser Unzeit anruft. Da das Schlafzimmer immer noch dunkel ist, und ich mich fühle als wäre ich fünfhundert Jahre alt, schätze ich die Uhrzeit auf neun Uhr. Ekelhaft. Doch mein anfänglicher Zorn wandelt sich in Null Komma Nichts in Neugierde, als ich die angenehme Stimme am anderen Ende der Leitung höre.

Sein Name ist Gernot, er hat eben meine Mail von vergangener Nacht erhalten, findet meine Geschichte gut und würde mich gerne kennenlernen, um alles weitere zu besprechen.

Bin erstmal sprachlos; damit hätte ich ebenso wenig gerechnet, wie mit einem Anruf des Pornokönigs; noch während ich überlege, wann und wie ich nach Berlin komme reißt mich die hocherotische Stimme aus meinem Gedankenwirrwarr zurück auf den Boden der morgendlichen Realität.

„Ich fliege heute nach Wien, wir könnten uns am Abend treffen?“

Er will dass ich ein Kleid und hohe Schuhe trage-sehr praktisch, das hätte ich auch ohne Aufforderung gemacht. Gespannt, wie er aussieht, suche ich ihn auf Facebook; und tatsächlich-sein Gesicht passt zu der Stimme.

Der Kerl ist hübsch, und das weiß er auch; Gernot strahlt auf den Bildern eine Souveränität und Dominanz aus, die mir bis dato noch nicht untergekommen ist. Mit jeder Stunde steigt die Aufregung und Vorfreude auf ihn, auch wenn das nicht mein erstes Blind Date ist.

Aber es ist das erste Mal mit einem Kerl, der meine intimsten sexuellen Erlebnisse und Begierden kennt, bevor er auch nur den Bruchteil eines Eindrucks von mir und meiner Person erhaschen konnte. Immerhin hab ich ihm vierundzwanzig Stunden davor, eine detailgetreue Beschreibung meiner allerersten BDSM Session geschickt, die absolut nichts mit Mister Grey und dem von ihm ausgelöstem Hype zu tun hatte.

Menschenleere Straßen, wirken beinahe unheimlich, als ich unter einer der Brücken neben dem Donaukanal auf ihn warte. Wieso bin ich zu früh?

Einige Rasta-Typen schlendern an mir vorbei, von einer süßlichen Duftwolke verfolgt und laut kichernd. Sie klingen wie ein Haufen pubertierender Schulmädchen, die in der Umkleide zum ersten Mal einen Pimmel gesehen haben. Das Geräusch des Gelächters will so überhaupt nicht zu der Erscheinung von zwanzigjährigen, halbstarken Kiffern passen.

Sie ziehen an mir vorüber, in einiger Entfernung spaziert ein langhaariger Mann entspannt in meine Richtung. Während der Takt meines Motors immer schneller wird, glaube ich  ein Lächeln auf dem Gesicht des Unbekannten zu erkennen.

Völlig entspannt kommt er vor mir zu stehen, während ich versuche so gelangweilt wie möglich zu tun, stellt er sich nur einige Zentimeter vor mein Gesichtsfeld und fixiert mich mit seinem fesselnden Blick.

Brauche meine ganze Kraft, um die Knie am Zittern zu hindern, erwidere seinen Blick, auch wenn die Vernunft zur Vorsicht mahnt. Und noch bevor ich „scheißewiegeilistdasdenn“ denken kann, berühren sich unsere Lippen, öffnen sich, vorsichtig spielende Zungen, packende Hände an meiner Hüfte, Sekunden bevor er damit über meinen Rücken streichelt und am Nacken zur Ruhe kommt.

Wie millionenfache Bienenstiche direkt über der Wirbelsäule, während jemand mein Zentrum mit Brennnesseln traktiert, drücke mich so nah wie möglich an den Fremden, betörender als sein Geschmack ist nur sein Geruch.

Sauge ihn auf, als wär’s das letzte Mal um mit einem Mal von ihm abzulassen. Tranceähnlich der Zustand, als ich mich von ihm löse um in seine Augen zu sehen; der Energiestrom zwischen ihm und mir ist überwältigend und nicht zu leugnen.

„Schön dass du gekommen bist, Maja.“

Mit weit geöffnetem Mund, und dem Gesichtsausdruck einer Gehirnamputierten, läufigen Hündin starre ich ihn an; alles woran ich denken kann, ist sein Schwanz in mir:

„Du auch.“

Schmunzelnd nimmt er mich an der Hand, wortlos doch emotionsbeladen spazieren wir über die Brücke. Auf der anderen Seiter des Kanals ragt ein hell beleuchtetes Hochhaus in die sternenklare Nacht, er steuert direkt darauf zu, bemerkt mein Zögern:

„Lass uns ein Glas Wein bei mir trinken. In dieser Gegend gibt es keine guten Kneipen. Ok?“

Von seiner Empathie angetan, und ein wenig von der Abenteuerlust gepackt, lasse ich mich darauf ein; habe kein ungutes Gefühl bei der Sache, und so genieße ich einige Minuten später wunderbar fruchtigen Merlot mit einem atemberaubenden Blick auf die schlafende Hauptstadt bei Vollmond.

Mitten in der offenen Wohnküche steht ein schwarzes Ledersofa, rundherum zahllose Bücher die in die Höhe gestapelt recht chaotisch dastehend aussehen. Blickt man länger hin, scheint es, als stecke ein penibel angeordnetes System dahinter, es wirkt nicht unordentlich, ganz im Gegenteil.

Die mit zahllosen schwarz-weiß Aufnahmen gesäumten Wände bilden einen ungewollt scheinenden Kontrast zu dem bunt-vollgeräumten Regal in der Ecke, die mächtige Glasfront unterbricht die  Unruhe mit ihrer Klarheit inmitten von zufällig drapierten Gegenständen.

Fühle mich sicher und folge seiner Einladung Platz zu nehmen. Beobachte ihn dabei, wie er eine Flasche Wasser öffnet, nie zuvor war mir die Ästhetik dieser banal wirkenden Handlung bewusst.

Wie eine zweite Haut legt sich die schwarze Hose um seine Genitalien, vermutlich auch um den Rest, doch meine Festplatte scheint auf stand by Betrieb geschaltet. Schulterlange Haare fallen neben blitzblauen Augen über seine stark aussehenden Schultern, als hätte er einen explodierten Strohballen auf dem Kopf, den man mit Superkleber direkt über sein Kleinhirn gepickt hätte.

Irgendwie wie ein nicht existenter Sohn aus Dieter Bohlen und Britney Spears nach dem elektrischen Stuhl, aber dennoch sehr sexy.

Die Nach Sandelholz, Kaffee und einer undefinierbaren Note duftende Nuance seiner Haut, hinterlässt wuchernde Gänsehaut auf dem Rücken. Aufkeimender Schauer ängstigt mich kein bisschen, ganz im Gegenteil. Als würde die „Jetzt-geht’s-los“ Stimmung die Schirmherrschaft übernehmen.

Das Plätschern der Wasserflasche verstummt, langsam dreht er sich um, zutiefst provokanter Blick in meine Augen, die vor Ungewissheit strahlen.

„Ich möchte, dass du jetzt dein Höschen ausziehst.“

Ruhig, jedoch ohne Zweifel an seiner ernsten Absicht reicht er mir eins der aufgefüllten Wassergläser. Kaum habe ich es ihm abgenommen und er somit eine Hand frei, streichelt er zärtlich über meinen Hals. Genieße die Berührung, schließe die Augen um das Gefühl zu intensivieren. Doch noch ehe das Kribbeln in mir den Höhepunkt erreicht und sich in sämtlichen Fasern meines Körpers ausbreitet zieht er sich unerwartet zurück; instinktiv fasse ich nach ihm, aber es ist mir unmöglich ihn zu erreichen. Mit einem lauten Knall landet die flache Hand, die eben noch die sensible Stelle unter meinem Kinn liebkost hat, mitten in meinem Gesicht. Wieder und wieder ohrfeigt er mich mit der einen, während die andere den Weg zwischen meinen Schenkeln närrisch nach oben tippelt, von Zeit zu Zeit kurz inne hält um mir seine Finger durch die Spalte zu ziehen.

Mein Slip fungiert mittlerweile als Knöchelwärmer, den Rock hab ich auch schon längst bis zum Bauchnabel hochgeschoben, das Wechselspiel aus Schlägen und Zärtlichkeit fordert seinen Tribut, völlig von Sinnen lasse ich mich treiben, wie benebelt nehme ich Berührungen wahr, die sich ihre Bahn  in meinem halb offenen Mund suchen.

„Du wirst dich jetzt ausziehen und dort drüben auf den Boden knien“

Unfähig zur Widerrede, befolge ich seine Ansage, drehe ihm den Rücken zu, wortlos. Ruckartig zieht er den Reißverschluss meines fick-mich-fetzens nach unten, streift es über meine Schultern. Lautlos driftet es zu Boden, splitterfasernackt stehe ich vor ihm.

Gernot packt mich an den Haaren, reißt den Kopf nach unten, lässt auf einmal los und zeigt zu Boden.

„Hinknien hab ich gesagt.“

Rape Game – Frohe Weihnachten

Der Schneefall ist dichter geworden, riesige Flocken tanzen über dem Weihnachtsmarkt und zaubern die perfekte Kulisse für die angeblich stillste Zeit im Jahr. Unzählige Menschen laufen an mir vorbei, doch ich  bleibe voller Konzentration einzig und alleine an ihm hängen.

Aus der Menge herausstechend,  strahlt eine nie zuvor erlebte Souveränität von ihm aus, als er sich zur Seite dreht und mir direkt in die Augen sieht.

Kann seinem Blick nicht standhalten, senke den Kopf , spüre dass er in meine Richtung kommt. Adrenalin schießt durch den unterkühlten Körper, den auch der dritte Glühwein nicht aufzuwärmen vermag. Ich sehe direkt in seine schwarzen Augen, die mich ausgiebig mustern, unablässig und provokant.

„Was wollen wir trinken?“ Lässig stemmt er seine Arme gegen die Hüften, streicht sich eine Haarsträhne aus dem makellosen Gesicht.

Als ob mich ein Stromschlag durchfährt, ein kleines Detail seiner Aura lässt mich erst frösteln, kurz darauf bewegungsunfähig werden.

Verdammt noch mal, was hat er mit mir angestellt?

Und wie war noch mal die Frage?

Provokantes Grinsen gepaart mit seinem stechenden Blick- ganz schnell hab ich mich gefangen,  wieder zurück steige ich auf das eben begonnene Spiel ein.

„Also mir würde auch noch was anderes einfallen, als mit dir zu trinken“,kaum habe ich den Satz ausgesprochen nimmt er mich an der Hand und zieht mich hinaus auf die Straße.

Aufgeregt wie ein kleines Kind am Krampustag  lasse ich mich mitreißen, wir laufen durch die Stadt, immer weiter weg vom menschenmassenverseuchten Zentrum. Am Ende einer düster wirkenden Gasse, deren einzige Lichtquelle der hoch stehende Vollmond ist, umfasst der Fremde meine Taille und zieht mich an sich.  Sandelholz, Kaffee und Zimt bestimmen seinen Geruch, sein Parfum  macht mich völlig verrückt, nur eine Sekunde später spüre ich seine Lippen auf meinen, ins unendlich steigernde Verlangen macht sich in mir breit.

„Du schmeckst genauso gut, wie du riechst“, bemerkt er mit einem strahlenden Lächeln, dass ich sofort erwidere.

„Komisch, dasselbe hab ich mir auch gerade gedacht.“

„Ich bin übrigens Sascha“, zärtlich streicht er über meine Wange als er sich endlich vorstellt.

„Freut mich sehr, Sascha“, ich küsse ihn wieder, bin so vertieft dass ich die Schritte die immer näher kommen, erst im letzten Moment höre.

Plötzlich lässt ervon mir ab und beginnt diabolisch zu lachen. Ich habe keine Ahnung was geschieht als ich drei Männer auf uns zukommen sehe. Fragend sehe ich ihn an, ehe er mich an den Haaren packt und daran zerrt, er hält mich fest während die anderen Typen vor mir zu stehen kommen.

„Na, wen haben wir denn da?“ Ein schlanker Hüne, vermutlich nicht älter als zwanzig zieht mich mit seinen Blicken aus. Er bleibt einige Zentimeter vor mir stehen und packt mich mit einer Hand am Hals, während er mit der anderen unter meinen Rock fasst.

Vor Angst gelähmt  und dennoch kann ich die Erregung, die sich in mir breit macht nicht leugnen. Auch dem Unbekannten bleibt sie nicht verborgen, tastet sich vorsichtig unter meinen Slip vor.

„Die kleine Hure ist ja völlig feucht. Wie lang hast mit der schon rumgemacht, Sascha?“

Alle vier brechen in schallendes Gelächter aus. Ich habe keine Ahnung was hier geschieht, als ich auch noch die Hände der anderen spüre, die sich ihren Weg unter meinen Pullover bahnen.

„Keine fünf Minuten, die braucht es  scheinbar schon dringend. Los bringen wir sie runter“, gehässig spottet er,  hält immer noch meine Haare fest und schiebt mir seine Hand in den Mund. Einer der vier, ein südländisch wirkender, stämmiger Typ kramt einen Schlüssel aus seiner Tasche und öffnet eine Türe, die fünf Schritte von uns entfernt liegt.

„Los Prinzessin.“

Mit einigen lose von der Decke hängenden Glühbirnen erstreckt sich der Gang vor uns, aus blankem Beton der Boden auf dem das Trippeln meiner Absätze wie ein gespenstischer Trommelwirbel wirkt. Am Ende des Flurs befindet sich eine Holztür, die mit einem lauten Knarren aufgemacht wird.

Ich drehe mich um zu sehen ob eine Möglichkeit zur Flucht besteht, doch Sascha kann meine Gedanken lesen und scheuert mir eine.

„Nur nicht auf dumme Ideen kommen, Schätzchen“, wieder zieht er mich an sich,  küsst leidenschaftlich den Hals, ehe ich von ihm durch die Tür geschoben werde, die Sekunden später ins Schloss fällt.

Masken ab!

Danke devote Romantikerin für den Hinweis!

Es braucht nicht mal drei Sekunden um zu bemerken, dass ich es diesmal mit einem Kaliber gesammelter Geisteskrankheit in Menschengestalt zu tun habe.

„Du kannst nichts in einem anderen erkennen, was du nicht auch in dir trägst.“ Wie Salzsäure hat sich der Satz einer Vertrauten in meinen Verstand gebrannt, danke liebe Helga.

Zwei, drei tiefe Züge grüner Luft, haben es geschafft meine Aufregung ein klein wenig zu dämpfen, auch wenn ich mir bis zum Augenblick seines Eintreffens  eher Sorgen um meinen eigene Verwirrtheit mache. Als hätte mir Doris Knecht ihren „Gruber“ zum Date geschickt, genauso hab ich mir den koksenden  Protagonisten immer vorgestellt:

Halblange Haare, Augen so unendlich groß und schwarz wie meine eigenen nachdem ich zum ersten Mal Speed genommen hatte, die Gestik schnell und hektisch, die Gedankenwelt panisch und paranoid zwischen den verschiedenen Persönlichkeiten zuckend.

Ist das wirklich nur ein Mensch, der mir gegenüber sitzt? Beim Zuhören habe ich eher das Gefühl, es wären an die sieben verschiedenen.

Kranker eigener Schädel beobachtet und wiegt ab… Abhauen oder bleiben?

Abhauen zurück in eine leere Wohnung? Hier bleiben und mit einem äußerst fragwürdigen Kerl auf Drogen verbringen… Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht.

Entscheide mich für die Thriller Version des Hauptabendprogramms und bleibe bei ihm, umbringen wird er mich schon nicht.

Zitternd fasst die dürre Gestalt in seine Hosentasche und zieht ein kleines Päckchen hervor.

„Zigarette?“

Ich lehne dankend ab, mit dem Hinweis, dass die Scheiße ja voll ungesund sei.

Fast ein wenig beschämt, steckt er sich trotzdem eine an, zieht so tief und neurotisch daran, dass er die Kippe  mit fünf Zügen weggepafft hat. Gratuliere, Lungenvolumen scheint also in allerbester Ordnung zu sein?

Das stinkende Teil ist noch nicht mal abgetötet, da legt Mister Junkie Boy den Kopf schief und sieht mich aus den glanzlosen Augen fragend an:

„Also dann hast du sicher auch ein Problem damit, wenn ich was anderes rauchen will?“

Ich dachte schon er fragt nie, lächle, krame in meiner who-the-fuck-is-Louis-Vuitton Handtasche, schmeiße Papers und Gras auf den Tisch und versinke in einem Lachkrampf.

„Spinnst? Gras ist eh okay, nur Tabak ist scheiße.“

Präzise huschen meine Fingerspitzen über den Utensilien Haufen hinweg, krallen sich alles brauchbare, keine halbe Minute später brennt die Lunte, schenkt dem immer noch unerforschtem S/M Studio eine angenehmen Duft. Langsam legt sich der Schleier aus süßlichem Dunst über eine ganze Galerie von Gasmasken, die auf der anderen Seite des Raums an einer Wand aufgehängt reihen.

Ihnen gegenüber steht ein Gyn.-Stuhl, dahinter an die zwanzig verschiedenen Flogger, Spreizstangen, Knebel, Peitschen, kerzenbeleuchtet führt ein Gang im hinterem Teil des Raumes in einen Keller.

Während ich immer noch konzentriert alle Details des Nebenraums abchecke, drehe ich mich für den Augenblick eines Wimpernschlages zu ihm, doch noch ehe ich ihm den Joint weitergeben kann, packt er mich am Hinterkopf, drückt mich in seine Richtung.

Will ihn nicht küssen, er ist völlig dicht. Muss beinahe kotzen als ich ihn an meinem Gesicht spüre. Würge, konzentriere mich und will den Kopf weit weg drehen.

Was zum Teufel tu ich hier eigentlich. Winde mich gekonnt, er erwischt den Ofen, lässt von mir ab.

„Ich hätte auch noch was anderes.“

Nicht weniger besessen wie vorhin an der Fluppe, inhaliert er das Gras, öffnet die Packung Marlboro, fischt gepressten weißen Kristallstaub heraus. Verdammt, ich dachte nicht, dass mein ganz persönlicher END Gegner so schnell wieder vor mir auftauchen würde .Ohne ihn zu fragen, welchen Namen das Zeug vor mir hat, überflüssig wie Lutscher die nach Scheiße schmecken.

Ich kann noch nicht mal „was für eine verfluchte Kacke“ denken,  geradezu grandios formatieren sich die klitzekleinen Bröckchen vor mir. Gott, wie schön können Drogen sein.

Mit den Sternen um die Wette funkelnd, nimmt der schimmernde  Haufen MDMA  von mir Besitzt, die Obsession hat ihren Platz eingenommen, beherrscht den Geist, regiert den Instinkt, zerstört die Vernunft.

Und plötzlich ist es Zeit.

Zeit, innezuhalten.

Tief durchatmen.

Nochmal.

Zeit, dir ins Gesicht zu fassen.

Zeit, die Maske fallen zu lassen.

Tief durchatmen.

Runter damit, weg mit der Fassade.

Eiskalter Schleier benetzt deine Physis, einzig und allein gestützt vom letzten Rest Ego, der dir immer noch den Verstand durchfickt.

Als würdest wie in Trance auf all die vergangenen Momente blicken, dich fragen was da eigentlich passiert sei, obwohl es doch eh genau weißt.

Reiß sie endlich runter.

Nackt, doch ohne Demut,  nur noch von der Gier getrieben, lecke ich über die Fingerkuppe, tauche die angefeuchtete Spitze in den kleinen Haufen Gift vor mir. Ich hatte schon beinahe vergessen, wie bitter das Zeug schmeckt.

Und plötzlich ist es, als wäre die Angst vor dem Wahnsinn einer tiefen Verbundenheit mit demselben gewichen.

Frühstück in Wien

Ich wünschte ich könnt die Zeit anhalten, doch die ersten Sonnenstrahlen dringen bereits durch die geöffneten Fenster herein.
Eng umschlungen liegen wir auf zerwühlten Laken, ich kann sein Herz schlagen hören, drehe mich kurz zur Seite um auf die Uhr zu sehen, mein Verdacht bestätigt sich: Verdammt nur noch eine Stunde.
Als hätte er meine Gedanken fluchen gehört, öffnet er die Augen, flüstert mir „Guten Morgen“ ins Ohr und küsst mich.
„Warum vergeht die Zeit mit dir bloß immer so schnell, Kleines? Wir müssen leider aufstehen, bald geht mein Flug.“
Noch bevor ich widerwillig auf meinen immer noch wackeligen Beinen stehe, hält mich Jan zurück um mir noch eine weitere Erinnerung an die Zeit mit ihm zu hinterlassen.
Er schnappt sich den überdimensionalen Vibrator vom Nachtisch, mit dem ich vergangene Nacht bereits intensive Begegnungen hatte, schiebt meine Beine auseinander und macht genau dort weiter wo wir aufgehört haben, bevor wir beide ins Fickkoma gefallen sind.
Zitternde Knie lassen mich den nahenden Höhepunkt erahnen, doch ehe ich dort ankomme klatscht seine flache Hand gegen die Innenseite meiner Schenkel. Unbändige Lust mischt sich mit dem Brennen, das seine Schläge auf der Haut hinterlassen, und doch bin ich nur mehr kurz vor der Explosion.
Vorsichtig zieht er die riesige, summende Spitze über die völlig durchnässte Spalte, schiebt ihn mir mit einem Ruck hinein und ich komme mit lautem Stöhnen zum Höhepunkt.
Jan lässt einen Moment von mir ab, solange bis ich mich gefangen habe, nimmt mich in den Arm und sieht mich amüsiert an:
„Sag mal, wer hat dir eigentlich erlaubt zu kommen?“
„Entschuldige, ich habs einfach nicht mehr ausgehalten.“
Er streichelt über meine Brüste, erst nur ganz sanft, seine Finger wandern zu den senkrecht abstehenden Nippeln, plötzlich packt er sie fest und zieht daran.
Widerstehe dem ersten Impuls mich seinem Griff zu entziehen, wohlwissend was er dann wohl mit mir anstellen würde. Versuche mich nur noch aufs atmen zu konzentrieren um mich vom stechenden Schmerz in den Brustwarzen abzulenken, der sich allerdings ins Unermessliche steigert als er sie loslässt, aufsteht und kurz im Nebenraum der Suite verschwindet.
Als er wiederkommt, hat er eine schwarze Aktentasche in der Hand, befiehlt mir, mich vor das Bett zu knien und verbindet mir die Augen. Ich kann das Klirren einer Kette hören und ahne nichts Gutes.
Jan schraubt mir die Klemmen sehr fest auf die ohnehin schon in Mitleidenschaft gezogenen Titten, ich winsle kurz auf, als er die daran befestigte Kette in die Höhe zieht und sie mir in den Mund steckt.
„Wehe, du lässt sie fallen.“
Zärtlich fährt er mir über die Schultern, zeichnet meine Konturen mit den Fingerspitzen nach, wandert hinunter bis zu den Hüften, greift um sie herum und hebt mich ein Stück nach oben. Mit den Armen stütze ich mich auf der Matratze ab, immer und immer wieder landet seine Hand laut schnalzend auf meinen Hintern und den Oberschenkeln.
„Du bist unglaublich. Je mehr ich dich schlage, umso mehr läuft deine Fotze aus.“
Kann sein Grinsen zwar nicht sehen, aber spüren tu ich es. Genauso wie seinen steinharten Schwanz, den er mir Zentimeter für Zentimeter in den Arsch schiebt und mich immer heftiger damit durchfickt.
Um mich am Schreien zu hindern, hält er mir den Mund zu, wohl auch um mich am Loslassen der Metallkette zu hindern an der nach wie vor meine Nippel nach oben gezogen werden.
Mit seinem Riesenprügel in mir, bringt er mich an den Rande des Wahnsinns, Jan hat ihn mir mittlerweile bis zum Anschlag in das enge Loch gedrückt und vögelt mich gekonnt bis kurz vorm zweiten Orgasmus des Tages.
Doch davor, hält er inne, stößt ihn noch einmal ganz hinein, zieht ihn mit einem Mal aus mir raus, dreht mich auf den Rücken und löst das Tape von meinen Augen.
„So Baby, jetzt darfst den Mund wieder aufmachen.“
Er kniet über meinem Gesicht, hält seinen Schwanz in der Hand und wichst ihn. Kaum habe ich die Lippen geöffnet schießt er mir die ganze Ladung tief in den Rachen, ich schlucke alles hinunter und wische über die linke Wange, wohin sich ein kleiner Rest des klebrigen Zeugs verirrt hat.
„Das ist so lieb von dir. Hab schon lange kein Frühstück mehr ans Bett gebracht bekommen.“
Lächelnd löst er die Klammern und massiert den geschundenen Busen, der als das Blut zurückschießt höllisch weh tut. Als sein Handy klingelt, wissen wir beide, dass es Zeit für den Abschied wird. Schweren Herzens packe ich mein Zeug zusammen und umarme ihn ein letztes Mal.
„Am liebsten würde ich dich einfach mitnehmen Maja.“
„Ich glaub nicht, dass das deiner Frau Recht wäre.“