Christiane F. versus Steve Jobs

Komplett für´n Hugo.
Tageslichttauglich und dennoch untauglich für´s Tageslicht.
Selbstverliebt ohne Selbstwert.
Scheinverschossen?
Gibt es eine Liebe nach dem Schneesturm?
Wenn ja, zu welchem Preis?
Selbstverleugnung im Tausch gegen Zuneigung?
#Mussichmichaufgebenumdirzuentsprechen?
Scheinhingabe?
Zwei Egomanen auf dem Weg nach ganz unten, erliegen unheilbarer Selbstsucht.
Wer wird uns zurück auf den rechten Weg bringen?
Behandlungswürdige Defizite – scheinbar kompatibel?
Destruktiver als Hiroshima hoch Nagasaki.
So notwendig wie Sauerstoff… Essentielles Chaos als Bestandteil der eigenen Existenz..
Kreative Gestörte potenzieren einander, auch wenn sie dem Absturz geweiht sind.
Letztendlich glücklicher als alle die nach oben streben.
Steve Jobs ist tot. Christiane F. am Leben.
Harmonische Zweisamkeit bedingt den Untergang der Individualität.
Reproduktion ausgeschlossen.
WO BIST DU JETZT?

Rettet uns!

Keinen Plan, wo ich anfangen soll… Geschweige denn, wie ich das mache.

Nein, das ist kein Abschiedsbrief, chill mal…

Ich liebe dich. Euch. Durch die gemeinsame Zeit ist mir bewusst geworden, was Vollkommenheit bedeutet. Wunderschönes Gefühl neben dir aufzuwachen. Die Gewissheit, geliebt zu werden, jemand der meine Nähe einfordert und genießt – unbeschreiblich.

Auch wenn mir die Endlichkeit unserer Verbindung bewusst ist. Ich wünschte, dass es nicht so wäre – wider jeglicher Vernunft, gegen sämtliche Prophezeiungen ankämpfend habe ich dennoch den Glauben an UNS verloren.  Was denkst du jetzt?

Kopf hoch halten – Scheiße steht uns beiden bis zum Hals. Zwei Ertrinkende auf der Suche nach dem rettenden Ufer. Ziehen einander immer weiter nach unten.

Genieße den Untergang, weil ich deine Hand spüre. Paranoia vor dem Morgen – besser wir saufen gleich ab… Zwei Superstars sind einer zu viel – WIR sind undenkbar.

Vermutlich weißt du das längst.

Dein fragiles Ego fordert seinen Tribut – ich kann dich nicht halten.  Nicht mehr. ICH KANN NICHT MEHR.

Haben wir nicht beide ein behandlungswürdiges Defizit?

Borderliner feat. Narzisst. Wo bist du jetzt?

Ich kann dich nicht retten. Wer rettet mich?

Romantik war doch anders, oder?

Wilkommen zurück

Laufe durch die Finsternis, kann seinen Atem im Nacken fühlen. Versuche schneller zu rennen, trete wie verrückt auf den Asphalt – vergeblich.  Nicht mehr lange, dann wird er mich schnappen und mit sich nach unten ziehen.

Panik kriecht in mir hoch, ich will schreien, doch bleibe stumm. Meine Stimme versagt genauso wie meine Beine, alles was ich noch spüre ist das Herzjagen und seinen eisernen Griff um meinen Hals.

Wortlos drückt er zu, ich schaffe es endlich die Augen zu öffnen und  erwache.

Es ist stockdunkel im Schlafzimmer, meine Hand sucht auf der anderen Seite nach einem Beschützer, bis mir wieder einfällt, alleine ins Bett gegangen zu sein. Ich taste nach dem Gummiband über dem Handgelenk und lasse es immer wieder gegen die Pulsadern schnalzen. Doch der dumpfe Schmerz schafft es nicht, die anrollende Angstattacke zu schmälern. Diesmal trifft sie mich mit voller Wucht, ich bekomme keine Luft mehr, kalter Schweiß läuft über die glühenden Schläfen, außerdem  explodiert mein Brustkorb beinahe.

Jemand ist in der Wohnung.

Das war nur ein Alptraum

Ganz sicher.

So ein Blödsinn.

Doch. Er ist ganz sicher noch hier.

Das macht deine Paranoia mit dir.

Mit zitternden Händen ertaste ich den Lichtschalter, atme auf als es hell wird und ich das Tränengas auf dem Nachtisch erkenne. Die Diskussion in meinem Kopf reißt nicht ab, ich muss nachsehen ob da wirklich niemand ist.

Drücke mein Ohr gegen die Türe, doch alles was ich hören kann, ist mein Herzschlag. Vorsichtshalber kralle ich mir auch noch den Rohrstock neben dem Bett, und suche die Wohnung nach meinem vermeintlichen Verfolger ab.

Hab dir ja gesagt, nur der Verfolgungswahn.

Halt die Schnauze.

Du drehst langsam durch.

Halt die Schnauze.

Die Katze sieht mich an, als würde sie sich von meinem inneren Monolog gestört fühlen.

Versichere mich, dass auch auf dem Balkon niemand ist, bevor ich mich aufs Sofa fallen lasse und ein zweites Mal vom Schlaf übermannt werde.

Als die ersten Sonnenstrahlen durchs Fenster dringen, liege ich längst wieder wach. Das Chaos im Kopf wird schlimmer, je länger ich an die Decke starre.

Wie es ihm wohl grade geht.

Vergiss ihn.

Aber ich liebe ihn.

Er benutzt dich.

Aber ich liebe ihn.

Glaubst wirklich, dass er auf dein Begräbnis geht, wenn dich wegen ihm ruinierst?

Aber ich liebe ihn.

Er ist gefährlicher als alles andere für dich.

Ich beschließe zum dreihundertfünfundzwanigtausensten Mal, ihn endgültig zu vergessen, binde mir ein zweites Gummiband ums Handgelenk,  packe meine Sachen und mache mich auf den Weg.