#Glaube

Bin ich nichts anderes, als eine egomanische Narzisstin, für die Empathie ein Fremdwort ist? Eine vergnügungssüchtige Lügnerin, die zwischenmenschlichen Tiefgang nur vom Hörensagen kennt? Eiskalter Engel, längst schon dem Untergang geweiht?
Ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick, rastlos wie ein ausgehungertes Tier. Getrieben und gehetzt, ohne die Möglichkeit durchzuatmen renne ich unentwegt umher. Doch egal wie schnell mich meine Beine tragen, das rettende Ufer bleibt unerreichbar.
Zerfressen von der Einsamkeit, wie ein schwarzes Loch, das sich selbst auslöscht. Wo bist du jetzt?
Versinkender Glaube an das Gute im Menschen, zieht alle Hoffnung mit in die Tiefe. Wem soll ich noch trauen, wenn niemand mehr an mich glaubt?

Erbsen

Nach dem ganzen Chaos der vergangenen Wochen – erst mal zuhause einschließen und tot stellen. Parke den Wagen zwei Straßen weiter mitten im völligen Nichts, schalte das Telefon in den Leckt mich alle am Arsch Modus, lasse den Pizza Menschen mit einem Sixpack kommen, ziehe die Vorhänge zu und packe einen Sack Tiefkühlerbsen auf mein ramponiertes Geschlechtsteil.
Völlig abgeschirmt von der Außenwelt, bin ich fest entschlossen solange in der Isolationshaft auszuhalten, bis genügend Gras über den Schlamassel gewachsen ist und mein lustigster Körperteil soweit gekühlt ist, bis er wieder funktioniert.
Allerdings ist das Sixpack schneller leer, als die Erbsen aufgetaut sind. Und da ich mir eine Woche Pause von allen anderen psychoaktiven Substanzen verordnet habe, bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als den Sushi Typen anzurufen und Bier zu bestellen.
Kann ja unmöglich zweimal pro Stunde Mister Giovanni ohne Pizza kommen lassen. Der muss sich ja denken, ich hätte ein ernsthaftes Problem mit Alkohol.
Doch noch ehe ich die Nummer von Monsieur Sashimi gefunden habe, läutet es an der Türe.
Ich überlege für einen Augenblick, ob ich womöglich schon etwas bestellt habe, ohne mich daran zu erinnern.
Lieber Gott- bitte nicht noch einen Kratzbaum.
Zeitgleich mit dem zweiten Klingeln, checke ich meinen Browserverlauf – kein Lieferservice, keine Pornos, keine Versuche ins Dark Web einzusteigen, also wer zum Teufel klingelt da draußen Amok?
Lieber Gott- bitte mach, dass es nicht meine Mutter ist.
Gerade als ich mich innerlich auf eine Diskussion zum Thema warum ich keine Enkelkinder produziere, einstelle, höre ich wie jemand den Schlüssel ansteckt und aufschließt.
Der beste aller Exfreunde schaut mindestens genauso fragend, wie ich, als er mich sieht.
„Hi Maja, was machst du denn hier?“
„Ich wohne hier. Und was verschafft mir die Ehre deines Besuchs?“
„Sehr witzig. Wollte die Katzen füttern, weil ich dachte du wärst noch in Wien.“
„Und warum klingelst du dann, bevor du reinkommst?“
Setzen uns in die Küche, ich setze Kaffee auf und suche nach was Essbarem in Kuchenform.
„Ich habe mir Sorgen um dich gemacht, weil ich dich nicht erreicht habe und deine Karre oben beim Waldweg stehen gesehen habe.“
Bin beinahe schon gerührt, wegen seiner Fürsorge. Sein Beschützerinstinkt ist nach wie vor ungebrochen; hauptberuflich Deutscher Schäferhund. Inklusive Hüftdysplasie.
Er habe ohnehin nicht viel Zeit, heute Abend ist Yoga angesagt. Na dann, Namaste, ihr Huren.
Kaum hab ich mich überwunden einen Wettex in die Hand zu nehmen, überkommt mich das Putz-Tourette: „Verfickte Scheiß Arschlochwaschmaschine“, brülle ich den Staubsauger an.
„Geh sterben du hyperaktives Miststück“, raunzt Mister Vorwerk zurück.
Kaum haben sie sich von No-Name zu High-End gemausert, schon werden sie vorlaut. Gottverdammte Staubsauger. Gibt es ein narzisstischeres Haushaltsgerät?
Abgesehen von Vibratoren?

Sie würde den Anblick ihrer Erstgeborenen wohl kaum ohne Herzattacke überstehen – Außer einer mir völlig unbekannten Boxer Short übern Arsch-, und siebenhundertfünfzig Gramm Erbsen in der Hand, bin ich splitterfasernackt. Bei dem Anblick müsste ich einen Krankenwagen für die alte Frau anrufen, die würden dann da auftauchen und mich nebenbei ins Zentrum für seelische Gesundheit verfrachten – Jahreskarte inklusive.
Paranoia macht sich in mir breit, wie ein Virus breitet sich der Verfolger in mir aus. Ich hasse das Gefühl, nur noch einen Schritt weiter und ich verliere mich in der Angst.
Atemfrequenz hetzt mit dem Herzschlag um die Wette, kickt auf den höchsten aller Gipfel. Doch mir bleibt nicht eine einzige Sekunde um es auszukosten. Kaum erahnt, wie der Himmel schmeckt, und schon geht es wieder bergab.

#Metamorphose

Die Metamorphose von der hochsensiblen Prinzessin zum eiskalten Gefühlskrüppel passiert so schleichend wie das Volksbegehren zur Rundfunkgebühr. Jeder hat davon gehört, aber niemand was gesehen.
Alles was sie will ist nichts mehr spüren.
#Herztaub
#behindertesynapsen
Schlechtes Gewissen nährt den Selbstoptimierungswahn, je intensiver der Substanzmissbrauch desto länger die darauffolgende Sporteinheit
Je chemischer die Substanz, desto zweistelliger die gelaufenen Kilometer. Als ob ein Halbmarathon sämtliche Kokainexzesse wettmachen könnte.
Sie fragen sich warum ich das tue?
Ich mich auch!
Ja, ich bin gerne high. Nicht weil ich aus einem sozialen Brennpunkt stamme – ganz und gar nicht. Es macht einfach Spaß!
Der Lieferservice gibt die Daten seiner Kunden an diverse Finanzdienstleister weiter. Vermutlich weil Menschen die um 10 Uhr Vormittag Schnaps, Bier und Filtertipps bestellen nicht allzu kreditwürdig erscheinen.
Dabei schmeckt so ein kühles Blondes nach dem Aufstehen gar nicht so übel.
#Alkoholiker
Sind Rudeltiere.

#Müde

Denkst du wirklich dass dein heutiger Lifestyle dich vor zwei Jahrzehnten befriedigt hätte? Oder wärst du der Langeweile erlegen? Willkommen in meiner Welt!
Ich bin DU. Zwanzig Jahre davor. Mit Muschi statt Latte.
Hure statt Heilige, Magdalena fetzt – Maria ist der Inbegriff aller Spaßbremsen. Pacemakerin fürs Saufen, Ficken und Koksen. Mehr kann ich nicht – hab´s Laufen verlernt, Nase zu voll…
Herzschlag am Limit – vernarbtes Gewebe hinter den Rippen. Kämpfe ums Überleben – nicht weniger als das Teil, dass das Blut durch meinen Körper pumpt.
Schleppend bahnt es sich den Weg durch sämtliche Venen, dennoch reicht es nicht um den eiskalten Engel zu beleben. Ich bin so verdammt abgekämpft und müde.

#mentalepräsenz

Zurück zu dir.. Rase über die Südautobahn, mit jedem Kilometer den ich dir näher komme, steigt der Herzschlag ein bisschen mehr. Pro überwundenem Bundesland gefühlte dreitausend Schläge in der Minute.
Sehnsüchtig hechelnd nach deiner mentalen Präsenz – ich liebe dich, bin süchtig nach dir.
Sonne knallt. Erkenne deine Silhouette. Hechle dir nach. Du fühlst mich nicht.
Zehn Schritte hinter dir, du drehst dich kein einziges Mal um.
Zehn Minuten später rammst mir deinen Schwanz mitten ins Gesicht. Dekorierte Mundwinkel. Überall Sperma. Benutztes Stück Mensch zieht Leine, das soll Liebe sein? Frühlingsgefühle? Oder ein Vorgeschmack auf Guantanamo?
Devote Hingabe?
Selbstzerstörerische Verschwendung?
Perlen für die Säue?

#GIS

Dabei hat der Tag so vielversprechend angefangen.. Birchermüsli mit Entgiftungstee dazu Sonnenschein, Morgensport und Kuschelsex. Selbstoptimierung in Reinsubstanz.
Bügle sogar die Wäsche weg, während Barbara Karlich eine Domina interviewt. Insgeheim hoffe ich, dass das blonde, langbeinige Ding ihre Gerte aus der Tasche zieht und die Karlich damit züchtigt. Wie gerne wäre ich jetzt an Blondies Stelle – Barbara verprügeln und anschließend zu RTL strafversetzten.
Und dann, viel Spaß im Dschungelchanp du frigide Frostbeule. Auf Nimmerwiedersehen – dich holt dort sicher niemand raus.
Wieso schau ich mir den Schrott im Fernsehen eigentlich an?
Aus demselben Grund, weshalb ich beim Italiener immer aufesse – ich hab schließlich dafür bezahlt..
Hashtag Rundfunkgebühr.
Ich bin zugezogen – und dabei spreche ich nicht von meiner Wohnsituation.

Über essentielle Selbstoptimierungs-Phantasien

Es reicht. Endgültig. Ich fange ein neues Leben an. Eins ohne Drogen, Gluten, Alkohol und Online-Pornos. Nur mehr Sonnenschein, basisches Mineralwasser, Kuschelsex und ausgedehnte Spaziergänge. Organisiert statt verwirrt!
Frisches Obst, statt Kokain und Wodka zum Frühstück. Zuversichtlich werfe ich den halben Joint der vor mir liegt ins Klo – ich brauch das alles nicht mehr.
Gerade als ich die Grapefruit fertig abgeschält und in mundgerechte Stücke geschnitten habe, holt mich das Vibrieren meines Telefons zurück auf den Boden der Realität. Dabei wären die Bitterstoffe der Zitrusfrucht doch so essentiell für meine Leber gewesen. Leider bleibt keine Zeit für Ernährungsoptimierung. Manuel verlangt, dass ich in vierzig Minuten am Bahnhof antanze. Dort würde jemand auf mich warten um das Zeug zu holen.
Mein Verstand sagt Grapefruit. Mein Herz ist ruiniert. Meine Konditionierung fickt sämtliche Selbstoptimierungsphantasien, werfe das Obst in den Müll.
Zehn Minuten später löse ich den Bausparvertrag auf. Ich solle so schnell wie möglich nach Klagenfurt um den Kerl abzuholen, den mir Manuel geschickt hat. Naja, dann fang ich halt nächste Woche mit dem Aufhören an. Lieber zu spät als nie, denke ich mir als der Unbekannte zu mir ins Auto steigt. Sein Geruch erinnert an einen Bus voller pubertierender Jungs, eine Mischung aus ner Überdosis AXE Deo und kaltem Zigarettenrauch, ich öffne das Fenster und atme nur noch durch die Nase.
Er sagt, wir müssen beim Baumarkt halten, verlässt diesen mit einer kleinen Krampe und einer Schaufel. Wir fahren raus aus der Stadt, mitten rein ins Nirgendwo. Ellena schickt mir ein Foto auf dem sie mit ihren Kindern Schlitten fährt. Ich fahre mit einem Fremden und Schaufel in den Wald um nach Koks zu suchen. Die Frage nach einem Selfie scheint unangebracht, der braungebrannte Gangster spaßbefreit. Wer wäre das nicht an seiner Stelle?
Immer wieder sieht er auf die Uhr, wie lange es noch dauert bis zum Sonnenuntergang will er wissen. Ohne Licht ist es unmöglich nach dem Zeug zu suchen. Ich denke mir, du Idiot kauf dir eine Stirnlampe wenn du zu dämlich bist dein Pack wieder zu finden. Hat schließlich keiner von dir verlangt, die Scheiße im Wald zu verbuddeln.
Am Weg dorthin versichert er mir, völlig clean zu sein. Wieso verliert man nüchtern einen fetten Batzen Kokain im Wald? Checke kurz, ob und wo ich den Pfefferspray hin gepackt hab. Nur zur Sicherheit.
An einer der Gabelungen lasse ich ihn aussteigen, er bittet mich um eine Mütze damit ihn niemand erkennt. Als ob ein Schwarzer in der Gegend nicht auffällt, nur weil er eine Kopfbedeckung trägt…
Währenddessen ich im Auto auf ihn warte, treibe ich mein Smartphone ins Burnout. Als sich der Touchscreen von einer Sekunde auf die andere ins digitale Jenseits verabschiedet, wird die Beifahrertür aufgerissen. Angepisster als Ivana Trump in Gegenwart ihres Göttergatten, steigt er ins Auto. Schuld sei nur der gefrorene Boden, wie soll man da ein Loch graben? Verständnisvoll nicke ich ihn zu, wer kann schon mit den witterungsbedingten Schwierigkeiten rechnen. Frost im Januar? Auf 2000 Meter Seehöhe mitten im österreichischen Bergland?
Ich hätte einfach bei meiner Grapefruit bleiben sollen.

Masturbations Flüchtling vs. Borderliner

Erst als sämtliche Vorräte weggeballert- und alles an Bier weggesoffen ist, wandern wir Richtung Schlafzimmer. Betäubte Körper fallen ins Bett, lauter als der Ford Mustang meines Nachbarn dröhnt mir der Schädel. Heilige Scheiße, jetzt bin ich schon vorm Aufwachen verkatert.
Zumindest bin ich in der glücklichen Lage, nicht in zwei Stunden wieder aufzustehen – im Gegensatz zu ihm. So leise wie möglich schiebe ich meine Hand zwischen die Beine, zutiefst hoffend ein wenig Schlaf-gut-Masturbation hilft gegen die Nebenwirkungen der Multi Intoxikation vergangener Tage. Das tut sie tatsächlich, ganze zwei Minuten lang. Plötzlich schleudert er seine Decke auf den Boden, erschrecke so heftig, dass ich mir beim fluchtartigen Rausziehen aus der Huhu den Finger stauche.
Was zum Teufel ist denn jetzt los?
Hastig packt er seinen Kram zusammen, streift sich ein Shirt über den nackten Oberkörper: „Ich bin ohnehin nur Luft für dich, wieso spielst du heimlich an dir rum? Was glaubst du, wie ich mir da vorkomme? Ich verschwinde. Bin dir sowieso egal“ , schneller als Speedy Gonzales stürmt er aus der Wohnung.
Das ist neu für mich – noch nie zuvor ist ein Mann davongerannt, weil ich mir meinen Finger in die Muschi geschoben hab. Gott, hat der einen Knall. Dachte immer, niemand ist so beknackt wie ich.
Der Mann in den ich mich verschossen hab würde mir meine Hände aus dem Schoß ziehen, mich eine verfickte Schlampe nennen, mich auf den Rücken drehen, gnadenlos durchficken, seine Hand auf meinem Mund drücken um mir die Luft abzuschnüren.
Ich erkenne ihn nicht wieder, als er zickender als ein menstruierendes, unbefriedigtes Frauenrudel die Flucht ergreift. Unfassbar, was übermäßiger Substanzkonsum aus uns macht. Vom dominanten Mann zum von Selbstzweifel zerfressenden Jungen. Unbegreiflich wie weit Selbst- und Fremdeinschätzung voneinander entfernt liegen. Unpackbar mit welcher Geschwindigkeit der Traum meiner schlaflosen Nächte zu einer tickenden Zeitbombe mit Minderwertigkeitskomplex mutiert. Schalter umgelegt, danke du gottverdammtes Teufelszeug. Wurde Zeit, dass mir mal der Spiegel vorgehalten wird.
Geh doch.
Ich will mehr davon.

Übers Verwirrt sein

Quentin Tarantio lächelt die Blondine, die vor ihm kniet an. Zärtlich streichelt er über ihre Haare, packt sie plötzlich am Schopf um sie mit eisernem Griff in Richtung Fußboden zu dirigieren. Mit weit aufgerissenen Augen starrt sie in seine. Unfähig die Situation einzuschätzen ergibt sie sich ihrem Schicksal. Widerstand sinnlos – auch ohne Kampf ist sie sich ihrer Unterlegenheit bewusst. Provokation zweckloser als der österreichische Nichtraucherschutz.
Meine Hand wandert dorthin, wo´s heiß und nass ist. Als ob ich einfach herumwichsen könnte. Zwei Sekunden später klatscht seine flache Hand mitten in mein Gesicht. Immer wieder ohrfeigt er mich, ob mir irgendjemand erlaubt hat, an mir herum zu spielen, will er wissen. Viel mehr als eine rhetorische Frage erwarte ich nicht von ihm.
Ich sage nein.
Er sagt, was nein? Und scheuert mir noch eine.
Ich sage danke mein Herr.
Ich denke fick dich du bescheuerter Wichser. Hoffentlich krepierst du langsam und qualvoll und elendig und jetzt.
Er sagt ich wäre nichts anderes als ein billiges Fickstück, man sollte mich ständig durchvögeln und dauerhaft gestopft halten.
Unbarmherzig rammt er mir sein Ding in den Arsch, füllt mich damit völlig aus, während er mir ins Ohr flüstert: „Ich spritz dir alles rein. Wenn ich fertig mit deinem Arschloch bin, lutscht du meinen Schwanz sauber, du dreckiges kleines Miststück.“
Winsle um Gnade, vergeblich. Er lässt keinen Moment von mir ab, rammelt mich wie ein brunftiger Hirsch mit einer Überdosis Viagra. Tue so, als ob es mir gefallen würde.
Spanne meine Fotze an, mache mich so eng wie möglich. Drei Sekunden später zieht er den Schwanz aus mir raus, nimmt ihn in die Hand ehe er mich vollwichst. Zielsicherer als Harald Juhnke bei Vollmond verfehlt er meine Titten, spritzt mir mitten ins Gesicht. Ich bewundere seine Fähigkeit so unschuldig wie´s Christkind auszusehen, seine Hände wischen währenddessen seine ungeborenen Kinder aus meiner Visage.

#Impulskontrolle

Ob sie wohl wieder mit mir reden würde, wenn ich scheiße schwanger wäre? Oder doch lieber unheilbar krank?
„Hallo du. Wie geht´s dir? Leider hab ich Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wünsche dir angenehme drei Monate – wir sehen uns bei meiner Beerdigung.“, ob der Abschiedstext sie aus der Lethargie reißen könnte?
Vermutlich schon – Drama Queens lieben dominante Tumore. Weil ohne Happy End schmeckt Selbstmitleid erst so richtig.
Wobei ich nicht sicher bin, ob die Nachricht vom Angebumstwordenseins die Chance auf ein Quäntchen ihrer ach so spärlichen Zeit erhöht.
Krebs oder Schwangerschaft? Welches Handicap erhöht die Möglichkeit auf ein Gespräch? Eins auf Augenhöhe.
Ach fick dich doch, Frau Misses „ Familie- ist das – allerwichtigste- deshalb –scheiß- ich- auf- meine, weil –du- keine -Matura –hast.“
Ich soll um zwanzig Uhr in dem Schuppen antanzen, aber bitte so unauffällig wie möglich, schließlich ist der ganze Laden voll mit seinen Kollegen. An der Rezeption ist ein Kuvert für mich hinterlegt, in dem der Zimmerschlüssel steckt.
„Sobald du den Schlüssel hast, gehst du an der Rezeption vorbei. Gleich dahinter liegt auf der linken Seite der Aufzug. Fahr in den zweiten Stock, geh ins Zimmer und ziehe dein Nonnenkostüm an. Knie dich auf den Holztisch der neben dem Bett steht, lege eine Augenbinde an und warte bis ich komme. Du redest nur wenn du gefragt wirst.“

Insgeheim bin ich froh über meinen desolaten Zustand, auch wenn mich die Nebenwirkungen der vergangenen Nacht beinahe in die Knie zwingen. Zumindest ist die Aufregung auf ein erträgliches Mindestmaß reduziert. Ich tue was von mir verlangt wird. Hoch wie nie.
Bis zum Hals und noch ein Stückchen weiter hämmert mein Herz, als ich auf allen Vieren ausharre um auf ihn zu warten. Kann die Fahrstuhltüre hören, jedes Mal wenn sie sich öffnet. Zucke beim leisesten Geräusch zusammen, frage mich ob er es wohl ist, der da gerade aussteigt. Auch nach dem dreiunddreißigsten Fehlalarm..
Meine Knie schmerzen, wo zum Teufel steckt der Idiot? Traue mich nicht, eine angenehmere Haltung anzunehmen, vielleicht beobachtet er mich ja per Kamera?
Und noch ehe ich mich mit dem Gedanken einfach abzuhauen anfreunde, höre ich ein Klicken an der Tür. Anfangs digital klingendes Summen, ehe jemand die Türe aufstemmt…
Immer lauter werdende Schritte, ich bekomme Gänsehaut, fühle Blicke auf meinem Körper, blinzle durch den schmalen Spalt am unterem Ende der Augenbinde.
Bedauerlicherweise kann ihn nicht sehen, auch wenn ich sogar seinen Atem hören kann. Höre Wasser, das aus einem Duschkopf gegen Fliesen sprudelt. Höre eine elektrische Zahnbürste. Höre ein Zischen, wie aus einer Haarspraydose.
Verstehe ich nicht. Auf seinem Profilbild hat der Kertl doch eine Glatze?
Speckschwartenspray zum Schädelpolieren?
Hashtag Marktlücke.
Ich mag wie er riecht, sein Schwanz steht kerzengerade Richtung Himmel, soweit ich das durch mein eingeschränktes Blickfeld beurteilen kann.
Unter größter Anstrengung widerstehe ich Impuls ihn sofort in den Mund zu nehmen, ahne was mir danach blühen würde….
Ob dieser Möchtegern-Nachwuchs-Gangster schon vor meiner Haustür steht? Ob einer von dem Schlag dazu fähig ist, säumige Schuldner umzulegen? Ob mir jemand ins Hirn geschissen hat? Ob Seroquel, Lithium und Cipralex mich aus meiner Misere rausboxen könnten? Ob ich mir eine Knarre organisieren sollte? How many times will you learn the same lesson?
Ob der Kerl nach dem Wichsen kaltes Wasser getrunken hat? Ob die Striemen am Arsch morgen blau sind?
„Neun. Danke, mein Herr.“
Möchte ihm den Rohrstock aus der Hand reißen, ihn damit ins Gesicht schlagen.
„Zehn. Danke, mein Herr.“
Möchte seinen Schwanz solange nach rechts drehen, bis er abfällt. Ihn danach in seine dämlich grinsende Fresse stecken und ihn anschließend mit Benzin übergießen und anzünden.
Er lächelt dreckiger als ein hauptberuflicher Dixie Klo Vertreter, als er mir in den Mund spritzt. Wie gern würde ich ihm jetzt den Schädel mit einer neun Millimeter wegballern…
„Danke, mein Herr.“