#Glaube

Bin ich nichts anderes, als eine egomanische Narzisstin, für die Empathie ein Fremdwort ist? Eine vergnügungssüchtige Lügnerin, die zwischenmenschlichen Tiefgang nur vom Hörensagen kennt? Eiskalter Engel, längst schon dem Untergang geweiht?
Ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick, rastlos wie ein ausgehungertes Tier. Getrieben und gehetzt, ohne die Möglichkeit durchzuatmen renne ich unentwegt umher. Doch egal wie schnell mich meine Beine tragen, das rettende Ufer bleibt unerreichbar.
Zerfressen von der Einsamkeit, wie ein schwarzes Loch, das sich selbst auslöscht. Wo bist du jetzt?
Versinkender Glaube an das Gute im Menschen, zieht alle Hoffnung mit in die Tiefe. Wem soll ich noch trauen, wenn niemand mehr an mich glaubt?

#Müde

Denkst du wirklich dass dein heutiger Lifestyle dich vor zwei Jahrzehnten befriedigt hätte? Oder wärst du der Langeweile erlegen? Willkommen in meiner Welt!
Ich bin DU. Zwanzig Jahre davor. Mit Muschi statt Latte.
Hure statt Heilige, Magdalena fetzt – Maria ist der Inbegriff aller Spaßbremsen. Pacemakerin fürs Saufen, Ficken und Koksen. Mehr kann ich nicht – hab´s Laufen verlernt, Nase zu voll…
Herzschlag am Limit – vernarbtes Gewebe hinter den Rippen. Kämpfe ums Überleben – nicht weniger als das Teil, dass das Blut durch meinen Körper pumpt.
Schleppend bahnt es sich den Weg durch sämtliche Venen, dennoch reicht es nicht um den eiskalten Engel zu beleben. Ich bin so verdammt abgekämpft und müde.

#Impulskontrolle

Ob sie wohl wieder mit mir reden würde, wenn ich scheiße schwanger wäre? Oder doch lieber unheilbar krank?
„Hallo du. Wie geht´s dir? Leider hab ich Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wünsche dir angenehme drei Monate – wir sehen uns bei meiner Beerdigung.“, ob der Abschiedstext sie aus der Lethargie reißen könnte?
Vermutlich schon – Drama Queens lieben dominante Tumore. Weil ohne Happy End schmeckt Selbstmitleid erst so richtig.
Wobei ich nicht sicher bin, ob die Nachricht vom Angebumstwordenseins die Chance auf ein Quäntchen ihrer ach so spärlichen Zeit erhöht.
Krebs oder Schwangerschaft? Welches Handicap erhöht die Möglichkeit auf ein Gespräch? Eins auf Augenhöhe.
Ach fick dich doch, Frau Misses „ Familie- ist das – allerwichtigste- deshalb –scheiß- ich- auf- meine, weil –du- keine -Matura –hast.“
Ich soll um zwanzig Uhr in dem Schuppen antanzen, aber bitte so unauffällig wie möglich, schließlich ist der ganze Laden voll mit seinen Kollegen. An der Rezeption ist ein Kuvert für mich hinterlegt, in dem der Zimmerschlüssel steckt.
„Sobald du den Schlüssel hast, gehst du an der Rezeption vorbei. Gleich dahinter liegt auf der linken Seite der Aufzug. Fahr in den zweiten Stock, geh ins Zimmer und ziehe dein Nonnenkostüm an. Knie dich auf den Holztisch der neben dem Bett steht, lege eine Augenbinde an und warte bis ich komme. Du redest nur wenn du gefragt wirst.“

Insgeheim bin ich froh über meinen desolaten Zustand, auch wenn mich die Nebenwirkungen der vergangenen Nacht beinahe in die Knie zwingen. Zumindest ist die Aufregung auf ein erträgliches Mindestmaß reduziert. Ich tue was von mir verlangt wird. Hoch wie nie.
Bis zum Hals und noch ein Stückchen weiter hämmert mein Herz, als ich auf allen Vieren ausharre um auf ihn zu warten. Kann die Fahrstuhltüre hören, jedes Mal wenn sie sich öffnet. Zucke beim leisesten Geräusch zusammen, frage mich ob er es wohl ist, der da gerade aussteigt. Auch nach dem dreiunddreißigsten Fehlalarm..
Meine Knie schmerzen, wo zum Teufel steckt der Idiot? Traue mich nicht, eine angenehmere Haltung anzunehmen, vielleicht beobachtet er mich ja per Kamera?
Und noch ehe ich mich mit dem Gedanken einfach abzuhauen anfreunde, höre ich ein Klicken an der Tür. Anfangs digital klingendes Summen, ehe jemand die Türe aufstemmt…
Immer lauter werdende Schritte, ich bekomme Gänsehaut, fühle Blicke auf meinem Körper, blinzle durch den schmalen Spalt am unterem Ende der Augenbinde.
Bedauerlicherweise kann ihn nicht sehen, auch wenn ich sogar seinen Atem hören kann. Höre Wasser, das aus einem Duschkopf gegen Fliesen sprudelt. Höre eine elektrische Zahnbürste. Höre ein Zischen, wie aus einer Haarspraydose.
Verstehe ich nicht. Auf seinem Profilbild hat der Kertl doch eine Glatze?
Speckschwartenspray zum Schädelpolieren?
Hashtag Marktlücke.
Ich mag wie er riecht, sein Schwanz steht kerzengerade Richtung Himmel, soweit ich das durch mein eingeschränktes Blickfeld beurteilen kann.
Unter größter Anstrengung widerstehe ich Impuls ihn sofort in den Mund zu nehmen, ahne was mir danach blühen würde….
Ob dieser Möchtegern-Nachwuchs-Gangster schon vor meiner Haustür steht? Ob einer von dem Schlag dazu fähig ist, säumige Schuldner umzulegen? Ob mir jemand ins Hirn geschissen hat? Ob Seroquel, Lithium und Cipralex mich aus meiner Misere rausboxen könnten? Ob ich mir eine Knarre organisieren sollte? How many times will you learn the same lesson?
Ob der Kerl nach dem Wichsen kaltes Wasser getrunken hat? Ob die Striemen am Arsch morgen blau sind?
„Neun. Danke, mein Herr.“
Möchte ihm den Rohrstock aus der Hand reißen, ihn damit ins Gesicht schlagen.
„Zehn. Danke, mein Herr.“
Möchte seinen Schwanz solange nach rechts drehen, bis er abfällt. Ihn danach in seine dämlich grinsende Fresse stecken und ihn anschließend mit Benzin übergießen und anzünden.
Er lächelt dreckiger als ein hauptberuflicher Dixie Klo Vertreter, als er mir in den Mund spritzt. Wie gern würde ich ihm jetzt den Schädel mit einer neun Millimeter wegballern…
„Danke, mein Herr.“

Wo bist du jetzt?

Verzeih mir die Lügen

Vergiss was war

Ich war doch noch ein Kind

Ich hatte keine Wahl

 

Zum Klatschen braucht’s zwei

Erwachsene

Keine Schusslinie zum relativieren

Euer Kampf

Nicht meiner

 

Vergeben

Oder vergessen?

Blicke voller Hoffnung nach vorne

Begrab’ was hinter uns liegt

 

Längst vergangen

Prägt dennoch mein Hier und Jetzt

Morgen ist so weit weg

Wo bist du jetzt?

Rettet uns!

Keinen Plan, wo ich anfangen soll… Geschweige denn, wie ich das mache.

Nein, das ist kein Abschiedsbrief, chill mal…

Ich liebe dich. Euch. Durch die gemeinsame Zeit ist mir bewusst geworden, was Vollkommenheit bedeutet. Wunderschönes Gefühl neben dir aufzuwachen. Die Gewissheit, geliebt zu werden, jemand der meine Nähe einfordert und genießt – unbeschreiblich.

Auch wenn mir die Endlichkeit unserer Verbindung bewusst ist. Ich wünschte, dass es nicht so wäre – wider jeglicher Vernunft, gegen sämtliche Prophezeiungen ankämpfend habe ich dennoch den Glauben an UNS verloren.  Was denkst du jetzt?

Kopf hoch halten – Scheiße steht uns beiden bis zum Hals. Zwei Ertrinkende auf der Suche nach dem rettenden Ufer. Ziehen einander immer weiter nach unten.

Genieße den Untergang, weil ich deine Hand spüre. Paranoia vor dem Morgen – besser wir saufen gleich ab… Zwei Superstars sind einer zu viel – WIR sind undenkbar.

Vermutlich weißt du das längst.

Dein fragiles Ego fordert seinen Tribut – ich kann dich nicht halten.  Nicht mehr. ICH KANN NICHT MEHR.

Haben wir nicht beide ein behandlungswürdiges Defizit?

Borderliner feat. Narzisst. Wo bist du jetzt?

Ich kann dich nicht retten. Wer rettet mich?

Romantik war doch anders, oder?

Willkommen in meiner Welt, Arschloch.

Zerstückelte Erinnerungsfetzen drängen aus der Versenkung nach oben und innerhalb eines einzigen Herzschlages ist alles anders.

Es ist endgültig vorbei, letzte Funken falscher Hoffnung und kranker Sentimentalität wie weggeblasen; verglüht ohne dabei auf die Knie zu sinken. Ziellose Besessenheit steuert geradezu in die nächste Vollkatastrophe.

Warum bin ich heute nochmal aufgestanden?

Ach ja. Weil ich dachte, der Typ mit dem Sushi und dem Six Pack würd endlich Frühstück bringen. Von wegen. Die Rundfunkgebühr wollt der Spast; aber das ist ein anderes Kapitel.

Der Schlafentzug zeigt erste Spuren, alles auf slowmo. Nachlegen ist umsonst, sämtliche Körpersysteme kurz vorm Abstürzen. Siebzig Stunden wach und ohne feste Nahrung. Da hilft auch Boliviens Exportschlager Nummer eins nichts mehr. Irgendwann ist einfach zu viel des Guten.

Recht herzlichen Dank liebe Obsession.

Geprügelt, gedemütigt und verzweifelt aus dem Ring gestiegen; niemals gekrochen. Ziellos von einer in die nächste Misere getorkelt.

Unzählige Male die Selbstachtung verloren-kein einziges Mal den Stolz.

Mit gehobenem Kopf scheint der Fall ästhetischer, bisschen Contenance und so´n Scheiß. Immer tanzend. Mit Sonnenbrille.

Und noch während man sich den Aufprall als allerletzte Instanz des eigenen Selbstzerstörungswahns vorstellt, kündigt sich unerwartet Hilfe bei dem Vorhaben an.

Sein Gesicht ist eingefallen, die Konturen der Wangenknochen deutlich auszumachen. Mittlerweile hat sich die noble Blässe in fahles Grau gewandelt, die Stirn voller entzündet aussehender Punkte, tiefe schwarze Ränder unter weit aufgerissenen Augen.

Er wollte immer sein wie Onkel Charlie, geworden ist er das uneheliche, in einer Bahnhofstoilette gezeugte Balg, von Jessy Pinkman und Christiane F.

Ihr Kinder vom Bahnhof Zoo.

Aus jeder seiner Poren dringt das Gift nach außen; vor nicht allzu langer Zeit war ich süchtiger nach seinem Geruch, als nach dem Inhalt seiner Taschen.

Da ist kein Glanz mehr in seinem Blick, sämtliche Erinnerungen getötet.

Will mich erinnern.

Schaff es nicht.

Rastloser Geist randaliert im erschöpften Körper, wirre Gedankengänge, leergekokste Müdigkeit eines  kaputten Wahnsinnigen am Rande der Existenzberechtigung.

Willkommen in meiner Welt, Arschloch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tanz ohne Schwerkraft

Wie millionenfache Stromschläge, die wieder und wieder an der Substanz kratzen, erst nur minimal, stetig steigernd, bis zum kann-nicht-mehr.

Strahlend rasen wir durch die Nacht, Sternschnuppen, schneller verglühend als jegliche Moral in einer an sich selbst erkrankten Gesellschaft. Alles ins Lächerliche ziehend, taumeln wir mitten in einen surreal anmutenden Traum, den irgendein Trottel mit dem Titel „Realität“ verschandelt hat. Verfluchter Wichser.

Und noch während sie versuchen, die richtige Schublade für dich und deinen Vogel zu finden, wünschst du die ganze Welt zum Teufel, vom Einzelgänger zum Außenseiter zum Soziopathen.

Sämtliche Synapsen scheinen taub, Erkenntnisunfähig weil unwillig lassen wir uns immer weiter in den Abgrund ziehen, als wären wir nichts anderes als ferngesteuerte Marionetten.

Und doch – erstaunlich wie leicht es zu tanzen fällt, wenn´s bergab geht, ohne gegen die Gravitation ankämpfen zu müssen, im freien Fall loszulassen – wie die Erfüllung aller Sehnsucht in dir, pures Glück.

Alles was du ablegen musst, ist die Furcht vor dem Aufprall.

Sie werden darauf reagieren wie freigelegte Nerven – hypersensibel; aber nicht weil du ihnen damit auf den Schlips getreten wärst. Das Unbekannte ist schuld an ihrer Angst vor dir; einfach weil du anders tickst als die, die versuchen den Vulkan nach oben-anstatt mitten in den Krater hinein zu tanzen.

Ist der Gipfel erstrebenswerter als der Schlund, der innere Kern?