Kopf hoch!

Ich will nicht jammern, wirklich nicht. Weil das tun ja eh alle anderen, jeder will eine Mitleidsanerkennung weil er ja so ein armes Hascherl ist – so ganz ohne Klopapierreserven und Desinfektionsmittel, Neo-Arbeitslos, ohne Erspartes und außerdem hat der Hund grade Durchfall während man selbst wegen dem Virus (und ebenfalls Durchfall) verhaftet ist – im 13. Stock eines Hochhauses ohne Fahrstuhl und ausschließlich Nachbarn ohne Kenntnisse der deutschen Muttersprache dafür mit einer ausgesprochenen Hundephobie.
Ja natürlich könnte man schon mal deppert werden und daran denken statt dem Schweinsbraten einfach mal den eigenen Kopf bei 180Grad Umluft plus Oberhitze in den Backofen zu legen, nachdem man sich die Haare mit Feuerzeugbenzin schön nass gemacht hat und das Riesenvieh mitsamt seinen Verdauungsproblemen bei „Kaufmich.com“ anbietet.
Abgesehen davon, dass gerade Fastenzeit ist und man deshalb erstens gar keine halbe Sau in den Speiseplan einbauen sollte wenn man entschlacken möchte – und zweitens keine Tiere für fragwürdige Onlinedienste verkaufen darf: Kneif doch mal die Arschbacken zusammen, übe dich in Optimismus und Entschleunigung!
Statt Desinfektionsmittel piss dir einfach auf die Hände, zerschneide die hässliche Bettwäsche die dir deine bösartige Großtante zu Weihnachten geschenkt hat und putz dir damit den Hintern- steck die benutzten Fetzten in ein Kuvert, adressiert an:
GIS- Gebühren Info Service GmbH
Postfach 1000
1051 Wien
Oder schick es der buckligen Tante, deinem Chef, deiner ersten Liebe die dich mit dem Auto überfahren wollte – Hauptsache es löst das tiefe Gefühl der Befriedigung in dir aus und du blickst wieder positiv in die Zukunft!

Happy Birthday to me

Sven und ich rätseln wer das Sackerl mit dem künstlichen Gelenk im „Ajax“ vergessen hat. Ich tippe auf Gisela, die alte Schachtel die sich hier tagein tagaus einen hinter die Binde kippt und allen anderen Gästen dabei ein Ohrwaschel abkaut.
Vielleicht war sie ja gerade am Weg zu einer Hüft-Op und hat das Glumpert hier liegen lassen, weil sie halt nicht mehr ganz unsenil ist. Aber wieso sollte man seinen eigenen Reserveteil zu einer Transplantation mitbringen?
So geizig können doch nicht mal die Eidgenossen sein?
Angewidert starrt der Glatzköpfige Typ vor mir erst in sein Whiskey-Cola, dann wieder in die Tüte mit dem Ersatzteil. Sven meint das kann nur ein Perverser sein, den sollte man wegsperren. Wer weiß was der sonst noch so mit sich rumschleppt. Ganz beiläufig erwähnt der Grantler auch noch dass keine Erdbeeren in den Drink gehören, sondern Zitronen und Eis.
So ein Penner. Woher soll ich denn bitte wissen was er für Vitaminpräferenzen hat. Geschweige denn wo ich die verfickten Zitronen finde. Soll froh sein dass ich ihm nicht noch ins Glas spucke.
Wenn er Kompetenz erwartet soll er halt woanders saufen. Oder von vornherein sagen dass er keine Erdbeeren im Whiskey mag, sondern Erdbeereis.
Noch bevor ich mich wirklich aufrege, kommt tatsächlich noch ein Mensch in die Bar. Verdammt das artet ja noch in Arbeit aus.
Leicht schwankend schleicht die abgehalftert aussehende Figur,in unsere Richtung. Der kommt sicher auf direktem Wege aus Woodstock. Sein Kadaver steckt in speckigen Jeans, einem verwaschenem rotgrauem Hoodie mit Löchern unter den Armen. Die grauen Haare trägt er offen, in alle Himmelsrichtungen abstehend, einen 70er Jahre Oberlippenbart in Schneeweiß, genauso wie die Ränder seiner Nase, die Augen blutunterlaufen. Er nickt Sven und mir kurz zu, ehe er an uns vorbei flaniert. Fragend sehe ich erst ihm hinterher, dann Sven an.
„Ach ja. Das ist nur der Hausjunkie, keine Sorge.“
Als ob der herrenlose Körperteil aufm Theresen nicht das Schrägste an diesem Tag wäre, räumt Woodstock den gesamten Lagerbestand an Dosenbier in eine Tüte.
„Vielleicht hat der das hier verloren?“, erkundige ich mich bei Sven, deute dabei auf den weißen Beutel neben der ausgespuckten Erdbeere die da auf der Theke vor sich hin gammelt.
„Der ist so verstrahlt dass er nicht mal merken würde wenn er seine Eier verliert.“, Sven schnippt die Erdbeere knapp an mir vorbei, erwischt stattdessen Woodstock der hinter der Stereoanlage wieder zurück nach vorne schlurft.
Dort angelangt knallt Junkieman mir einen zusammengeknüllten Haufen Bargeld vor die Nase, bestellt lallend einen „Jagatee to go- aber bitte zum Mitnehmen“. Ich frage ob er ein Spritzbesteck dazu braucht, er verneint, verlässt den Laden mit 24 Stück Dosenbier, zwei Tiefkühlpizzen, einer angebissenen Erdbeere am Pullover, einer Schachtel Kippen und Take away -Schnaps mit Tee im halb Liter Pappbecher.
Kaum ist Woodstock außer Hörweite schüttelt Sven genervt den Kopf. Was das alle für Irre in der Bude hier wären, ich nicke ihm verständnisvoll zu, bringe ihm ein neues Erdbeer-Whiskey Cola.
In seinem Blick steigert sich die Hilflosigkeit, ich bin mir nicht sicher ob es an mir, der Hüfte, dem Obst oder dem Sozialhilfeempfänger von vorhin liegt.
Gerade als ich ein pädagogisches Gespräch mit dem bärtigen Glatzkopf anfangen will, beginnt es irgendwo zu klopfen. Unsicher woher das immer lauter werdende Geräusch kommt, versichere ich mich zu allererst niemand versehentlich im Kühlschrank eingeschlossen zu haben.
„Bist du bescheuert? Was suchst du denn da hinten? Das kommt von der anderen Seite“, klärt mich mein seit Stunden einziger Gast auf.
„Ja aber vielleicht wurde ich als Kleinkind mal versehentlich in eine Tiefkühltruhe gesperrt und hab seitdem eine Phobie“
Sven knallt vor Lachen vom Stuhl, wie gern würde ich ihm jetzt in die Kronjuwelen treten. Leider bin ich noch in der Probezeit und somit gezwungen ihm die Hand zu reichen um ihn zurück auf die Beine und zu helfen. Mühsam rappelt sich das Dickerchen in die Vertikale, das Klopfen wird vehementer. Sven deutet auf die Holztüre neben dem Zigarettenautomat.
„Wieso sollte jemand anklopfen, die Türe ist doch offen?“
Ich tue als ob mich das alles nichts angehen würde. Schließlich bin ich als inkompetente Kellnerin angestellt, nicht als Klopfgeräuschbeauftragte. Trotzig schenke ich mir selbst ein Bier ein, Sven schwingt seinen Arsch vom Hocker und in Richtung Eingang.
Zwei Sekunden darauf stürmt mein Boss herein. Wieso klopft der denn an? Und wieso hat er so einen roten Kopf? Seine Schläfe scheint unweit einer Explosion zu stehen. Vielleicht sollte er wieder mal onanieren?
Stattdessen brüllt er mich an:
„Was hast du mit dem Türgriff gemacht? Leute rufen mich an und wollen wissen wieso ich geschlossen habe, keiner kommt nämlich ohne Klinke hier rein.“
Ich versteh nur Bahnhof.
„Irgendjemand muss die Schnalle abmontiert und geklaut haben, ich bin noch ganz normal hier rein“
Sven besänftigt den Boss.
Tatsächlich beruhigt er sich solange bis er den Erdbeer Whiskey und dazugehöriges Kunstgelenk entdeckt.
Wenn sein Penis in der Relation zu seiner Schläfe ebenso rasch anschwillt, hat der echt eine Waffe in seiner Hose.
Aber erstmal will er über die Hüfte auf seiner Theke sprechen.
„Was schaust mich jetzt so an? Glaubst nur weil ich Österreicherin bin, klau ich deine Einrichtung und anderer Leute Gelenke? Ich bin nicht aus Polen, sondern der Steiermark, das ist rassistisch und sexistisch und üble Nachrede.“
Sven kippt seinen Drink samt Obst. Verschluckt sich daran, röchelt, läuft genauso rot wie das Arschgesicht neben ihm an.
Ich bin hier fertig, wortlos schnappe ich meine Tasche und will zur Tür hinaus als ich bemerke dass auch an der Innenseite der Griff fehlt.

Cosy Cor-oh-lala

Olga sagt sie kommt mich nicht besuchen, sie will keine sozialen Kontakte.
Und asoziale?
Schau wie schön wenn plötzlich alles still steht. Die Luft so supergeil sauber, der Sprit so billig wie deine Mama, Keine Nutten mehr die da vorne an der Laterne stehen. Um für deine Mama anzuschaffen.
Stattdessen vercheckt dort jetzt ein dunkelhäutiger Kerl mit Dreadlocks und Kapuzenpullover palettenweise Klopapier aus einem rostigen Passat.
Ein paar Staaten weiter sind Rotwein und Gummis Mangelware.
Wenn ich ein Bide hätte, könnt ich mich auch zu Tode ficken. Ganz ohne Cosy ultrasoft.
Und wieso zum Teufel rasen all die Radfahrer hier vorbei, als ob sie dem Virus davonfahren würden?
Vielleicht trainieren sie auch für die Tour de France, vorausgesetzt die findet statt.
Mir doch egal.
Songcontest abgesagt.
Aha.
Fußball auf 2021 verschoben.
Beiße mir auf die Lippen.
Villacher Kirchtag wackelt.
Drohe mit Selbstmord.
Hinter der Radlergang kommt ein Leichenwagen vorbeigefahren.
Flehe Gott an dass er nicht für mich bestimmt ist.
Mister Dreadlock winkt dem Fahrer zu, der hält plötzlich, springt aus dem Wagen und öffnet das Heck.
Was zieht der da raus? Den Sarg?
Aber was, ich wette wieder nur Klopapier.

#winterschlaf

Anstatt reumütig Rückschau aufs fast verstrichene Jahrzehnt zu halten, übe ich mich in unspektakulärer Gleichgültigkeit diesem ganzen Zirkus gegenüber. Statt Party Party Party, Schlafi Schlafi Schlafi?

Mein Psychiater meint, dass liege an der endlich wirkenden Medikation. Vielleicht.
Statt Feuerwerk und Champagner brodelts Ohropax, Strattera und Kukident?
Was für eine Scheiße.
Ich meine das liegt am zu niedrigen Vitamin D Spiegel.
Ohne D kein Dopamin. Ohne Dopamin kein Kokain. Vielleicht.

Doktor Google meint ich hätte entweder Narkolepsie oder einen Gehirntumor.
Vielleicht aber auch beides. Jackpot. Vielleicht.

Mein Hausverstand weißt mich auf die minimale Möglichkeit hin, dass die Ursache meiner Antriebsschwäche durch einen Mangel an Aufputschmitteln verursacht worden sein könnte.
Nie wieder Billa.
Der Schnuckiputz von nebenan schickt mir Dicpics zum Jahreswechsel – formvollendet schmiegt sich zweitausendzwanzig in die Rundungen seiner Genitalien. Contenance war gestern – mein Mund steht genauso offen, wie der meiner Putzfrau hinter mir.
„Haben Sie nichts zu tun, oder wieso starren sie auf mein Handy?“, fauche ich nachdem ich mich wieder gefasst habe.
„Tschuldigung Chefin, aber ich leider kein WLAN auf meine Gerät. Deswegen bissel mitschauen bei dir.“
Bitte Google schick einen Tumor.

Bye bye

Präfrontaler Kortex weniger als einen Millimeter vorm Zerspringen
Zu komplex – in sich greifende Gedankenstränge redimensionieren mein Sein
Ersticken dieses fragile Wesen – alles Greifbare zerbombt
Pures, unverfälschtes Nichts am Ende des Synapsentornados.
Bitte lass mich endlich gehen-
Verlieren wir uns doch beim nächsten Mal?

#Geschlechtsverkehrsminister

Obwohl ich mich warm angezogen habe, fröstelt es mich schon nach den ersten paar hundert Metern. Der Sommer ist eindeutig vorbei, denke ich mir als der erste Windstoß meine frisch gekämmten Haare in ein chaotisch aussehendes Vogelnest verwandelt. Vielleicht sollte ich nochmal umkehren um eine dickere Jacke und eine Mütze zu holen?
Ach was, schließlich wird’s einem beim Spazieren eh warm. Man muss halt nur lang genug gehen.
Kaum dass ich die Betonklötze der Innenstadt hinter mir lasse, versiegt der Asphalt zu einer engen Schotterstraße die mich an einer Lichtung entlang direkt in den Wald führt. Nach einer knackigen Bergauf Etappe mitten durchs Geäst, bin ich so aufgeheizt dass ich mein Sweatshirt ausziehe und es mir über die Hüften binde. Gott sei Dank hab ich nicht noch einen Pulli eingepackt, schießt es mir in den Sinn.
Wobei ein BH vielleicht nicht so blöd gewesen wäre. Unter meinem weißen Trägertop zeichnen sich baumelnde Titten ab, die bei jedem Schritt aus dem Ausschnitt zu hüpfen scheinen.
Scheiß drauf, hier sieht mich eh keiner, und wenn ich wieder aus der Wildnis raus bin zieh ich mir halt was über.
Stapfe gedankenverloren über die Forststraße, bemerke weder die Buntheit die der Oktober ins Blättermeer gezaubert hat – noch den Wagen der hinter mir her rollt. Unfassbar wie unaufmerksam Menschen ohne WLAN heutzutage noch sein können. ADHS sei Dank.
Und noch während ich mich frage, ob Geschlechtsverkehrsministerin ein anerkanntes Berufsziel für Langzeitarbeitslose sei, höre ich plötzlich Bremsgeräusche hinter mir.
Und noch während ich mich frage, ob mein Arbeitsamt Betreuer mich zu Kontrollzwecken stalkt, wird eine Türe laut scheppernd aufgerissen und ich von starken Händen gepackt.
Hätte wohl doch nicht ohne Tittenwärmer rausgehen sollen, schießt es mir durchs Hirn als ein chemisch stinkendes Tuch unter meine Nase gedrückt wird.
Ob Frauen mit eingepackten Hupen tendenziell seltener gechloroformed werden?
Ob das AMS Chloroform zu Resozialisierungszwecken zweckentfremden darf?
Ob Sexualstraftäter neuerdings alte, dicke Frauen entführen?
Fühle wie meine Knie weich werden, nachgeben. Ich sacke wie ein nasser Sack zu Boden und verliere das Bewusstsein. OFFLINE…….

SSV

Auf der Suche nach Flip Flops stolpere ich über die ersten Wildlederstiefel des heurigen Sommers; haben die tatsächlich schon die Winterkollektion aufgebaut?
Gottverdammte Konsumjunkies, wieso steht noch nirgends ein Glühweinstand? Immerhin haben wir bereits August?!
Kralle mir ein Paar Sandalen im SSV, grinse selbstgefällig auf dem Weg zur Kassa… Diesmal lasse ich mir sicher keinen Imprägnierspray andrehen, die sollen doch alle scheißen gehen mit ihrem Zusatzverkauf Dreck.
Misses Schuhverkäuferin verpackt die braunen Ledersandaletten in eine überdimensionale Plastiktüte, wünscht mir viel Freude damit, ehe sie mir tittenwackelnd das Restgeld aus der Kassa zählt.
„Vielleicht noch Söckchen zum Aufsprayen?“
Ich denke, what the fuck. Blondchen sagt Sprühsocken sind das neue Schwarz.
Bezahle 5,90 € für denBarfuß Imprägnierspray, denke verdammt schon wieder in die Falle getappt.
Ihre Titten lachen mich aus.
Ich sage wer zuletzt lacht, lacht am besten, ehe ich den Laden verlasse.
Geblendet von der Sonne schirme ich meine Augen mit der Handfläche ab, die Hitze der Straße trifft mich wie ein Vorschlaghammer. Kaum hab ich mich gefangen, spüre ich etwas in meiner Handtasche vibrieren. Klimawandel trifft Digitalisierung. Potenzielle Burnoutquellen pushen.
3 neue Nachrichten.
Alex erwartet mich in einer Stunde am Parkplatz vom Strandbad.
Schreibt er.
Außerdem soll ich das Halsband tragen, die Haare nach hinten gebunden und Manschetten an Hand- und Fußgelenken befestigen.
Ob ich meine Füße imprägnieren soll, antworte ich.
Packe das Telefon zurück in die Tasche, trotte langsam weiter über den menschenleeren Hauptplatz als es erneut summt:
„Nein, aber wenn du weiterhin so blöd bist, kannst deine Huhu schon mal mit Teflon beschichten lassen, du Miststück.“
Wieso diese Südländer immer so aggresiv sein müssen ist mir ein Rätsel.

#2.0

Die Finanzpolizei?
Was sollten die von mir wollen? Kontrollieren die für gewöhnlich nicht Steuerzahler die im Plus sind?
Die Drogenfahndung?
Unwahrscheinlich – es sei denn die suchen nach Willi Dungl Schlaf gut Tee. Apropos Willi Dungl – wie hoch ist die Suizidanfälligkeit bei Menschen die diesen Namen tragen?
Gedankenverloren bleibe ich auf dem schmalen Streifen Asphalt stehen, blicke in den sternenübersähten Himmel, vergesse alles um mich herum.
Zu gewaltig der Anblick über mir, als hätte Gott damit ein Zeichen der Grenze seines Reichs gesetzt.
Romantisiert senke ich meinen Blick, trotte langsam weiter über den aufgeheizten Asphalt. Wo zum Teufel ist der Bimbo geblieben?
Was eine hübsche Frau wie ich um diese Zeit hier suche.
Ich sage Rauschgift.
Er lacht.
Ich fasse zwischen seine Beine.
Er lacht nicht mehr.
Ich bemerke dass sein Genital bessere Laune als er hat.
Er zieht meine Hand aus seiner Hose.
Die Bullen ziehen seine Hände nach hinten, legen ihn Handschellen an. Ob er mich geschändet hat?
Ich sage nein, leider nicht.
„Sie versucht mich zu missbrauchen“, stammelt das schwarze Prachtexemplar, als ihm die metallenen Fesseln angelegt werden.
„Und Sie sind sich wirklich sicher, junge Frau?“, hakt einer der Bullen nach
Ich nicke.
Sie lassen ihn frei.
„Bis bald Mon Amour, je´t aime.“ , flüstert er mir zu, bevor er mitten in der Dunkelheit verschwindet um Eins mit ihr zu werden….

#comeback

Die sengende Hitze der Stadt gleicht der eines Backofens. Obwohl die Sonne bereits seit Stunden untergegangen ist, zeigt der Thermometer am Handydisplay 38 Grad Celsius.
#bigcitylife #ersatzreligionklimawandel
Benommen schlendere ich die Ahornalle hinauf, fühle mich besoffen – ganz ohne Alkohol und Co.
Hitze macht geil hat mal einer im Radio gesungen. Der hatte bestimmt Recht, wieso sonst sollte ich mich wie eine rollige Katze fühlen, die es nur mit Müh und Not schafft, sich nicht auf den Asphalt zu werfen um dort ihre paarungswilligkeit zu demonstrieren?
ICH BEHERRSCHE MICH: DIE DISTANZ ZWISCHEN MEINEN TRÄUMEN UND DER REALITÄT NENNT SICH DISZIPLIN
Summt mein Gewissen in Dauerschleife.
Meine Träume?
Gangbangende Black Boys am See.
Die Realität?
Schwarzhaarige Gammel Touristen aus Ostdeutschland ohne erkennbare Genitalien unter der Low-Budget Badehose.
Ob sich die Piefke in afroamerikanische Vorzeigefickmaschinen verwandeln, wenn ich meine Disziplin-Skills auf Maximum schraube?
Hamm.
Aber diszipliniert in was?
Geld ausgeben?
Bier saufen?
Rumhuren?
Gehirnzellen massakrieren?
Online shoppen
Online Pornos gucken?
Offline ins Radar fahren?

Gottverfickte Facebook Lebensweisheiten die sind genauso VWG wie die eben eingezogene neue Nachbarin-
Von Weitem Gut – Aus der Nähe betrachtet Scheiße.
Olga hat den Arsch einer J Lo in unfett – ich wette sie könnte damit Kokosnüsse knacken…
Endlos lange Beine unter dem perfekt geformten Arsch – hätte ich einen Penis würde ich sie auf der Stelle bespringen.
Hormonbedingt unterlasse ich den Versuch sie zu vergewaltigen, zweifle ohnehin an der Authenzität eines sexuellen Attentats ohne einen Pimmel zu besitzen. Und noch während ich überlege was ich jetzt wohl mit ihr anstelle, dreht sich der Prachthintern um 180 Grad.
Leider spielt ihre Front nicht mal annähernd in derselben Liga wie ihr Popo – hinten hui, vorne pfui.
Ich beschließe die Wohnung zu kündigen, wer will schon so hässliche Nachbarn haben?
Nein Danke, da kann ich genauso gut nach Dschihad ziehen.
Da ich aber weder an Suizid noch an unansehnlichen Menschen interessiert bin, flüchte ich nach draußen. Frischluft als Gehirndoping?!
Doch noch bevor der Sauerstoff meine Synapsen befeuert, tut es der Anblick eines Unbekannten mitten auf der Bushaltestelle. Lässig lehnt der schwarze Kerl an der Liftfasssäule, fixiert mich mit seinem Blick.
Für den Bruchteil einer Sekunde setzt mein Herzschlag aus.
So unauffällig wie möglich japse ich nach Luft, der Bus fährt ein. Hektisches Gewusel, die Haltestelle leert sich. Ohrenbetäubende Stille – bin ich die Einzige die nicht eingestiegen ist?
Laut piepsend schließt der Autobus seine Türen, blinkt nach rechts ehe er sich langsam aber sicher in den stockenden Verkehr der Rushhour einfädelt.
Wo ist seine Silhouette hin verschwunden?
Keine Spur von ihm..
Enttäuscht sinkt mein Kinn zur Brust, längst schon ist der überfüllte Bus aus meinem Blickfeld entflohen. Laufe die Straße entlang, der Strand hinter- die Stadt vor mit.
Keine zehn Schritte entfernt raschelt etwas im Gebüsch.
Vielleicht eine Ratte?
Vielleicht ein Sexualstraftäter?
Mach dich nicht lächerlich – die sind doch nur auf junge Frauen aus…

#Luxusprobleme

Als ob ich ein Gutachten nötig hätte, dass mir meine Verhaltenskreativität bescheinigt. Jeder der mich kennt, weiß dass ich nicht ganz knusprig bin, auch ohne ärztliches Attest.
Mr. L fragt ob wir ans Meer fahren. Rico fragt wann ich zurück ans Meer komme. Mister Psychotherapeut sagt, dass er dringend einen Therapeuten bräuchte. Mister Arbeitslosencoach sagt, dass ich nicht ins Ausland darf, es sei denn ich hätte ein Vorstellungsgespräch. Nur zum Bumsen allein kann ich nicht einfach weg.
Auch nicht als ADHS-Beeinträchtigte. Auch nicht als Sexsüchtige. Auch nicht als Schlafwandlerin. Auch nicht im Schengen Raum. Auch nicht alkoholisiert und verwirrt.
Rico fragt ob ich heute Nacht fliegen kann, es gäbe noch eine Maschine. Mister L will wissen ob ich lieber nach Grado oder Triest möchte. Ich frage einen glatzköpfigen Penner ob er mir eine Zigarette schnorrt.
Rauchend spaziere ich weiter, grüble über meine Luxusprobleme, widerstehe dem Drang mich anzutrinken, auch wenn mir der Zigaretten-Sandler ein Gambrinus angeboten hat.
Rico ruft an, ich drücke ihn weg, sauge gierig an der Marlboro. Am Filter angekommen, erlischt die Glut stinkend, es läutet erneut. Mister L. lässt nicht locker, auch nach dem dritten Mal abwürgen ruft er weiterhin an.
Schalt auf Lautlos. Flugmodus. Schieb das nervige Teil in die Arschtasche meiner Jeans, als die Straßen zunehmend von der einsetzenden Rushhour verstopfen und der Abgasgestank sich wie ein unsichtbarer Schleier über die Köpfe der wandelnden Menschenmassen legt. Irgendwo in der Ferne Sirenengeheul, ich trete in Hundescheiße, der Himmel verdunkelt sich zunehmend.
Von der Gewitterwolke verfolgt, erreiche ich den Bahnhof, grölender Donner es schüttet wie aus Kübeln, ich flüchte nach drinnen.
Und jetzt?
Nach Spanien zu dem treulosen Ehebrecher? Nach Italien mit dem rachsüchtigen Superstar?
Fahre die Rolltreppe hinab, die Katakomben des Hauptbahnhofs sind menschenleer, planlos schlendere ich die Unterführung entlang, finde einen herrenlosen Hundert Euro Schein am Boden, hebe ihn auf, schreie laut Juhu. Über mir knirschende Ansage im Lautsprecher, neben mir die Rolltreppe zur Nummer vier.
„Achtung Bahnsteig 4. Intercity nach Zagreb fährt ein.“
Ob ich an Zeichen glaube?
Achtung Zagreb, ADHS Gestörte fährt ein. Dacht´s und huschte über die Stufen nach oben…