#winterschlaf

Anstatt reumütig Rückschau aufs fast verstrichene Jahrzehnt zu halten, übe ich mich in unspektakulärer Gleichgültigkeit diesem ganzen Zirkus gegenüber. Statt Party Party Party, Schlafi Schlafi Schlafi?

Mein Psychiater meint, dass liege an der endlich wirkenden Medikation. Vielleicht.
Statt Feuerwerk und Champagner brodelts Ohropax, Strattera und Kukident?
Was für eine Scheiße.
Ich meine das liegt am zu niedrigen Vitamin D Spiegel.
Ohne D kein Dopamin. Ohne Dopamin kein Kokain. Vielleicht.

Doktor Google meint ich hätte entweder Narkolepsie oder einen Gehirntumor.
Vielleicht aber auch beides. Jackpot. Vielleicht.

Mein Hausverstand weißt mich auf die minimale Möglichkeit hin, dass die Ursache meiner Antriebsschwäche durch einen Mangel an Aufputschmitteln verursacht worden sein könnte.
Nie wieder Billa.
Der Schnuckiputz von nebenan schickt mir Dicpics zum Jahreswechsel – formvollendet schmiegt sich zweitausendzwanzig in die Rundungen seiner Genitalien. Contenance war gestern – mein Mund steht genauso offen, wie der meiner Putzfrau hinter mir.
„Haben Sie nichts zu tun, oder wieso starren sie auf mein Handy?“, fauche ich nachdem ich mich wieder gefasst habe.
„Tschuldigung Chefin, aber ich leider kein WLAN auf meine Gerät. Deswegen bissel mitschauen bei dir.“
Bitte Google schick einen Tumor.

Bye bye

Präfrontaler Kortex weniger als einen Millimeter vorm Zerspringen
Zu komplex – in sich greifende Gedankenstränge redimensionieren mein Sein
Ersticken dieses fragile Wesen – alles Greifbare zerbombt
Pures, unverfälschtes Nichts am Ende des Synapsentornados.
Bitte lass mich endlich gehen-
Verlieren wir uns doch beim nächsten Mal?