Wo ist Robert?

Er zickt herum, weil ich seit Tagen nicht nach Hause gekommen bin und gott-weiß-was mit gott-weiß-wem getrieben habe. Dieses Mal lässt er sich weder durch Wodka noch durch engagierten Oralverkehr aufheitern. Viel mehr fällt mir in dem Moment leider auch nicht ein. Außer, dass Angriff die beste Verteidigung ist:
„Du musst mit mir reden, sonst ist nämlich keiner da“, fauche ich in seine Richtung.
Seine linke Augenbraue zieht nach oben, er legt den hübschen Kopf schief und winkt mitten ins Leere Wohnzimmer: „Wieso? Kannst du sie nicht sehen? Hallo Robert!“
Vorsichtshalber checke ich erst meinen LSD-Vorrat, dann seine Körpertemperatur. Beides scheint im Lot zu sein, er verarscht mich also. Da ist gar kein Robert.
„Sehr witzig du Kasperl“, flüstere ich in sein Ohr, während ich es lang ziehe. Soll er ruhig wie ein asymmetrischer Osterhase ausschauen, wenn er glaubt lustig sein zu müssen. Das verkraftet mein Ego nicht.
Seine Hand krallt sich fest um meine Handgelenke, zieht sie nach unten, packt sie auf seinen Hintern. Küsst mich leidenschaftlicher als Romeo seine Julia. Kann mir die Frage wofür der jetzt war nicht verkneifen.
Statt dem insgeheim erhofften „weil ich dich liebe“ sagt er, dass ich einen Schuss hab.
Ich sage danke, das hat Mama auch immer behauptet.

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