Über spanische Waschbärenphobie in blau

Meine Mutter behält tatsächlich Recht – ich ruiniere mir die Schuhe, als ich aus dem Bagger springe. Die Frage, wovor ich eigentlich davonlaufen will, stelle ich mir selbst um eine Millisekunde zu spät- mein Absatz bricht beim Aufprall. Was ich hier tue, will der Uniformierte wissen, der sich das Spektakel direkt neben meiner Mutter stehend ansieht. Resigniert antwortet sie mit „Das Kind war immer schon schwierig.“ Der Bulle nickt verständnisvoll.
Davonlaufen brauch ich jetzt auch nicht mehr. Nicht das die noch auf mich schießen.
Steffen und Ellena stehen engumschlungen hinter dem Polizeiwagen, ich glaube die beißen sich gegenseitig ins Gesicht. Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Mama drückt ihre Fingerspitzen auf die Schläfen, mit geschlossenen Augen schüttelt sie ununterbrochen mit dem Kopf.
Ich ziehe mir beide Schuhe aus, wünsche allen eine angenehme Nachtruhe und mache einen Abgang.
Weshalb sollten die mich auch verhaften? Was kann ich barfuß mit vier Komma fünf Promille noch anstellen?
Carlos wartet schon auf mich, als ich endlich um die Ecke geschlendert komme. Vorsichtig küsst er mich, er schmeckt fantastisch, auch wenn der blaue Waschbär neben uns meine Hingabe zügelt.
Fasse dem Spanier mit einer Hand zwischen die Beine, die andere zeigt dem Waschbären den Stinkefinger, er zeigt seinen zurück. Carlos will wissen, mit wem ich da spreche.
Erwidere schnippisch: „Mit meinem unsichtbaren blauen Freund. Er lässt fragen, ob du ihn in den Arsch ficken könntest“, drei Sekunden später ist Spanien auf Nimmerwiedersehen verschwunden, an dessen Stelle kugelt ein blaues Fellknäuel hysterisch lachend über den Asphalt, zeigt mir den Vogel. Bewerfe das Vieh mit Ritalin, gierig stopft es die Pillen in sich rein, dreht sich immer schneller im Kreis.
Meine Arme werden unsanft nach hinten gedreht, es knackt hörbar. Ich solle mich beruhigen, schreit er. Und du sollst dich selbst ficken, du dummes Arschloch.
Seine Hand schießt unter den Bund der Jeans, er zieht die Knarre raus, entsichert sie und hält mir das Teil Zwischen die Augen. Drück doch endlich ab.
Hämisch grinst das blaue Mistvieh.

Frau mit Bagger sucht Mann mit Schotter

Ein allerletztes Mal fliege ich über die Texte um ganz sicher zu gehen keine F – Wörter darin übersehen zu haben. Es gehört sich einfach nicht über Ficken und Fotzen zu reden, wenn die Eltern im Publikum sitzen. Da ziehe sogar ich eine klare Grenze, gewissenhaft entschärfe ich die kritischen Passagen während mich der Moderator ankündigt.
Ich atme noch einmal tief durch, schicke ein stilles Stoßgebet nach oben. Bitte lieber Gott mach, dass ich mich nicht vor Aufregung übergeben muss. Meine Gebete werden erhört – vorerst.
Als ich zu Lesen beginne kann ich spüren, wie die Farbe aus meinem Gesicht weicht. An die fünfzig Augenpaare kleben an meinen Lippen, lauschen den allmählich ruhiger werdenden Worten. Nach der dritten Zeile durchbricht schallendes Gelächter die Stille – Volltreffer, die verstehen meine Art von Humor. Entspannt schaukle ich die halbe Stunde, zum Ende rutscht mir sogar eins der bösen Wörter raus das ich versehentlich nicht weichgespült habe.
Meine Schwester zeigt mit den Daumen nach oben, ihr Blick sagt gut gemacht. Ich wechsle einige Wörter mit dem Moderator, beantworte Fragen meiner Literaturgroupies und signiere Bücher. Verwundert über das fortgeschrittene Alter der meisten meiner Leser, vielleicht bin ich zu pervers für Teenies? Oder zu langweilig, schließlich weiß jede Sau wie das mit Youporn funktioniert…
Sein Akzent macht mich fickerig, seine Augen sowieso. Ganz zu schweigen von den pechschwarzen Haarsträhnen, die er sich aus dem Gesicht streicht, als er mich um eine Widmung bittet.
„Für Carlos, bitte“, schüchtern reicht er mir das Buch. Unterschreibe mit „für das geilste Stück im Publikum“, vervollständige mit meiner Telefonnummer und gebe es ihm zurück. Muss unbedingt zu meinen Leuten zurück, ansonsten würde ich ihn an Ort und Stelle vernaschen.
Der harte Kern der Truppe folgt mir durch die Nacht, auch die dritte Sperrstunde kann uns nicht aufhalten. Wir ziehen immer weiter um mich zu feiern, torkelnd halten wir nach einer Spelunke Ausschau in der wir noch was zu Trinken bekommen. Steffen lallt was von an der Gabelung rechts halten, wir folgen dem angesoffenen Polen. Doch statt einer Bar, ist hinter der Ecke Baustelle.
„Willst du trinken oder was klauen du osteuropäischer Vollpfosten?“, Ellena faucht den Typ genervt an.
„Immer wenn du unteralkoholisiert bist, wirst du zur Diva. Entspann dich mal“, unbeeindruckt holt Steffen seinen Schwanz aus der Hose um einen der Hydranten anzupinkeln. Das anschließende Gekeife meiner unteralkoholisierten Freundin kann ich nicht mehr hören, ich bin damit beschäftigt, über die Absperrung der Baustelle zu klettern. Angesichts meiner Highheels und dem nuttigem Fummel, dessen Saum nicht länger als der blaue Faden meines Tampons reicht, erfordert das Unterfangen sämtliche Konzentration. Klopfe mir selbst auf die Schulter, als ich den Bagger erreicht hab und mich an ihm hochangle, bis ich auf dem schwarzen Ledersitz Platz nehme.
Ellena zeigt mir den Vogel, meine Mutter schüttelt resigniert den Kopf, bevor sie mich mit dem Handy fotografiert. Eines Tages werde sie das Bild meinen Kindern zeigen.
Ich frage den Polen, wie man so ein Gerät kurzschließt. Mama sagt, bitte komm vom Bagger runter. Du ruinierst dir doch die guten Schuhe, Kind.
Mein Handy klingelt. Es ist Carlos, er fragt ob ich für ihn Zeit hab.
Ich frage, ob er es schon mal in einem Bagger getrieben hat.
Steffen schreit, weg hier, Bullen im Anmarsch.
Versichere Carlos sofort zurück zu rufen, reihere auf die aufgerissenen Pflastersteine, als der Polizeiwagen neben meiner Mum zu stehen kommt.

Über essentielle Selbstoptimierungs-Phantasien

Es reicht. Endgültig. Ich fange ein neues Leben an. Eins ohne Drogen, Gluten, Alkohol und Online-Pornos. Nur mehr Sonnenschein, basisches Mineralwasser, Kuschelsex und ausgedehnte Spaziergänge. Organisiert statt verwirrt!
Frisches Obst, statt Kokain und Wodka zum Frühstück. Zuversichtlich werfe ich den halben Joint der vor mir liegt ins Klo – ich brauch das alles nicht mehr.
Gerade als ich die Grapefruit fertig abgeschält und in mundgerechte Stücke geschnitten habe, holt mich das Vibrieren meines Telefons zurück auf den Boden der Realität. Dabei wären die Bitterstoffe der Zitrusfrucht doch so essentiell für meine Leber gewesen. Leider bleibt keine Zeit für Ernährungsoptimierung. Manuel verlangt, dass ich in vierzig Minuten am Bahnhof antanze. Dort würde jemand auf mich warten um das Zeug zu holen.
Mein Verstand sagt Grapefruit. Mein Herz ist ruiniert. Meine Konditionierung fickt sämtliche Selbstoptimierungsphantasien, werfe das Obst in den Müll.
Zehn Minuten später löse ich den Bausparvertrag auf. Ich solle so schnell wie möglich nach Klagenfurt um den Kerl abzuholen, den mir Manuel geschickt hat. Naja, dann fang ich halt nächste Woche mit dem Aufhören an. Lieber zu spät als nie, denke ich mir als der Unbekannte zu mir ins Auto steigt. Sein Geruch erinnert an einen Bus voller pubertierender Jungs, eine Mischung aus ner Überdosis AXE Deo und kaltem Zigarettenrauch, ich öffne das Fenster und atme nur noch durch die Nase.
Er sagt, wir müssen beim Baumarkt halten, verlässt diesen mit einer kleinen Krampe und einer Schaufel. Wir fahren raus aus der Stadt, mitten rein ins Nirgendwo. Ellena schickt mir ein Foto auf dem sie mit ihren Kindern Schlitten fährt. Ich fahre mit einem Fremden und Schaufel in den Wald um nach Koks zu suchen. Die Frage nach einem Selfie scheint unangebracht, der braungebrannte Gangster spaßbefreit. Wer wäre das nicht an seiner Stelle?
Immer wieder sieht er auf die Uhr, wie lange es noch dauert bis zum Sonnenuntergang will er wissen. Ohne Licht ist es unmöglich nach dem Zeug zu suchen. Ich denke mir, du Idiot kauf dir eine Stirnlampe wenn du zu dämlich bist dein Pack wieder zu finden. Hat schließlich keiner von dir verlangt, die Scheiße im Wald zu verbuddeln.
Am Weg dorthin versichert er mir, völlig clean zu sein. Wieso verliert man nüchtern einen fetten Batzen Kokain im Wald? Checke kurz, ob und wo ich den Pfefferspray hin gepackt hab. Nur zur Sicherheit.
An einer der Gabelungen lasse ich ihn aussteigen, er bittet mich um eine Mütze damit ihn niemand erkennt. Als ob ein Schwarzer in der Gegend nicht auffällt, nur weil er eine Kopfbedeckung trägt…
Währenddessen ich im Auto auf ihn warte, treibe ich mein Smartphone ins Burnout. Als sich der Touchscreen von einer Sekunde auf die andere ins digitale Jenseits verabschiedet, wird die Beifahrertür aufgerissen. Angepisster als Ivana Trump in Gegenwart ihres Göttergatten, steigt er ins Auto. Schuld sei nur der gefrorene Boden, wie soll man da ein Loch graben? Verständnisvoll nicke ich ihn zu, wer kann schon mit den witterungsbedingten Schwierigkeiten rechnen. Frost im Januar? Auf 2000 Meter Seehöhe mitten im österreichischen Bergland?
Ich hätte einfach bei meiner Grapefruit bleiben sollen.

Masturbations Flüchtling vs. Borderliner

Erst als sämtliche Vorräte weggeballert- und alles an Bier weggesoffen ist, wandern wir Richtung Schlafzimmer. Betäubte Körper fallen ins Bett, lauter als der Ford Mustang meines Nachbarn dröhnt mir der Schädel. Heilige Scheiße, jetzt bin ich schon vorm Aufwachen verkatert.
Zumindest bin ich in der glücklichen Lage, nicht in zwei Stunden wieder aufzustehen – im Gegensatz zu ihm. So leise wie möglich schiebe ich meine Hand zwischen die Beine, zutiefst hoffend ein wenig Schlaf-gut-Masturbation hilft gegen die Nebenwirkungen der Multi Intoxikation vergangener Tage. Das tut sie tatsächlich, ganze zwei Minuten lang. Plötzlich schleudert er seine Decke auf den Boden, erschrecke so heftig, dass ich mir beim fluchtartigen Rausziehen aus der Huhu den Finger stauche.
Was zum Teufel ist denn jetzt los?
Hastig packt er seinen Kram zusammen, streift sich ein Shirt über den nackten Oberkörper: „Ich bin ohnehin nur Luft für dich, wieso spielst du heimlich an dir rum? Was glaubst du, wie ich mir da vorkomme? Ich verschwinde. Bin dir sowieso egal“ , schneller als Speedy Gonzales stürmt er aus der Wohnung.
Das ist neu für mich – noch nie zuvor ist ein Mann davongerannt, weil ich mir meinen Finger in die Muschi geschoben hab. Gott, hat der einen Knall. Dachte immer, niemand ist so beknackt wie ich.
Der Mann in den ich mich verschossen hab würde mir meine Hände aus dem Schoß ziehen, mich eine verfickte Schlampe nennen, mich auf den Rücken drehen, gnadenlos durchficken, seine Hand auf meinem Mund drücken um mir die Luft abzuschnüren.
Ich erkenne ihn nicht wieder, als er zickender als ein menstruierendes, unbefriedigtes Frauenrudel die Flucht ergreift. Unfassbar, was übermäßiger Substanzkonsum aus uns macht. Vom dominanten Mann zum von Selbstzweifel zerfressenden Jungen. Unbegreiflich wie weit Selbst- und Fremdeinschätzung voneinander entfernt liegen. Unpackbar mit welcher Geschwindigkeit der Traum meiner schlaflosen Nächte zu einer tickenden Zeitbombe mit Minderwertigkeitskomplex mutiert. Schalter umgelegt, danke du gottverdammtes Teufelszeug. Wurde Zeit, dass mir mal der Spiegel vorgehalten wird.
Geh doch.
Ich will mehr davon.

Menage a troi 2.0

Für Thomas

Seine Gesichtszüge weicher als mein Cashmerefetzen, er wirkt so zerbrechlich und unschuldig, als ob er noch ein Kind wäre. Das schulterlange rote Haar hat er zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, die zerschlissene Jeans schmeichelt seinem süßen Hintern. Was für ein Prachtexemplar von einem Mann. Michel ist wunderschön und dennoch ohne Starallüren. Als würde er nicht wissen, dass er in der obersten Liga spielt.
Eduardo zieht den rothaarigen Adonis an sich, packt ihn mit beiden Händen am Hintern und küsst ihn. Lächelnd lasse ich mich auf die Couch fallen, beobachte wie er Michels Hemd aufknöpft. Ob er wohl rote Haare auf der Brust hat?
Zu meiner Enttäuschung leider nicht, unter dem Hemd ist er so glatt wie Spiegeleis. Ich erkenne kein einziges Haar, vielleicht sollten wir ihn nach einem Ausweis fragen. Nicht das wir wegen Verführung Minderjähriger in den Knast wandern.
Michels Hand zwischen Eduardos Beine, grinsend fingert er an dessen Reißverschluss herum. Die von innen gegen den Stoff drückende Ausbeulung verrät, dass es dem Kerl gefällt. Mir auch, ich kann es kaum erwarten Michels Schwanz zu sehen. Ob er wohl einen roten Glückspfad hat?
Eduardos Ding ist schneller ausgepackt, als ich „was für eine geile Scheiße“ denken kann. Ob es unangebracht wäre, wenn ich mir eine Tüte Chips aufmachen würde?
Vorsichtig krault der Rothaarige an den Eiern meines Freundes, Eduardo schnurrt lauter als eine rollige Katze. Seine Hand streichelt über Michels Kopf, krallt sich an dessen Haaren fest. Ruckartig zieht er ihn nach unten, dirigiert ihn auf die Knie. Es kostet mich sämtliche Selbstbeherrschung, ruhig sitzen zu bleiben, als Eduardos Schwanz zwischen die Lippen des Jünglings flutscht. Er schafft es tatsächlich dieses riesige Gerät in seinem Mund verschwinden zu lassen. Wie zum Teufel macht er das, ohne sich dabei zu erbrechen?
Er sollte Blowjob Kurse an der Volkshochschule abhalten – Deepthroat für Anfänger. Wieso hat mir das niemand in der Schule beigebracht? Phytagoras braucht keine Sau, Schwanzlutschen braucht jeder. Verkacktes Bildungssystem. Nehme mir vor, einen Beschwerdebrief an den Bundespräsidenten zu verfassen. Später.
Eduardo drückt das Lutschtalent zu Boden, zieht ihn die Hose nach unten. Gespannt wie ein Gummiringerl, versuche ich die Farbe seiner Sackhaare zu erkennen, während er auf den Bauch gedreht wird. Leider kann ich aus der Entfernung nichts erkennen, ich stehe auf und schleiche mich näher an die beiden ran. Zum Glück ist meine bessere Hälfte damit beschäftigt, seinen Schwanz zwischen Michels Arschbacken auf und ab zu reiben. Lautes Stöhnen übertönt meine Schritte, ich bleibe erst stehen, als ich direkt hinter den Turteltauben ankomme.
Nicht mal aus der Nähe kann ich einen roten Flaum erkennen. Unbehaart wie eine Nacktschnecke , lässt er sich von Eduardo durchficken. Der bemerkt meine Anwesenheit erst, als ich ihn über die Schulter streichle. Welch Wunder dass ich noch nicht zu sabbern begonnen habe.
Zärtlich küsst er meine Hand, versenkt sich immer härter in das Schnucki, das stöhnend auf dem Parkett liegt. Er deutet auf die Aktentasche, die neben der Couch steht. Wortlos hole ich sie. Der Lärm der beiden reicht schließlich. Ich dachte immer, dass nur Frauen so einen Lärm beim Ficken machen. Falsch gedacht. Bin mir nicht ganz sicher, ob er kommt oder abkratzt. Scheinbar teilt Eduardo meine Bedenken, er zieht seinen Schwanz aus dem jodelnden Typ.
Schlagartige Totenstille. Stecker gezogen.
Er fischt die Ledermanschetten aus der Tasche, legt sie um Michels Handgelenke, fesselt ihn damit.
„Steh auf“, seine Stimme ist mindestens genauso hart, wie der unbehaarte Pimmel Michels. Ich ziehe mir das Kleid aus, beobachte wortlos wichsend wie Michel ans Andreaskreuz geschnallt wird. Erst als er völlig wehrlos gemacht ist, bemerkt mich Eduardo. Eine seiner Augenbrauen zieht er nach oben, legt seinen Kopf schief. Sein Zeigefinger sagt, komm hierher. Zögernd komme ich seiner Anweisung nach.
„Hat dir irgendjemand erlaubt dich anzufassen, du Miststück?“
Seine flache Hand klatscht auf meinen Hintern, er lächelt mich an, als er meinen Kopf zwischen seine Beine drückt.
„Dann wollen wir mal versuchen, was du vorhin gelernt hast.“
Lieber Gott, bitte schalt meinen Würgereflex aus.

Übers Verwirrt sein

Quentin Tarantio lächelt die Blondine, die vor ihm kniet an. Zärtlich streichelt er über ihre Haare, packt sie plötzlich am Schopf um sie mit eisernem Griff in Richtung Fußboden zu dirigieren. Mit weit aufgerissenen Augen starrt sie in seine. Unfähig die Situation einzuschätzen ergibt sie sich ihrem Schicksal. Widerstand sinnlos – auch ohne Kampf ist sie sich ihrer Unterlegenheit bewusst. Provokation zweckloser als der österreichische Nichtraucherschutz.
Meine Hand wandert dorthin, wo´s heiß und nass ist. Als ob ich einfach herumwichsen könnte. Zwei Sekunden später klatscht seine flache Hand mitten in mein Gesicht. Immer wieder ohrfeigt er mich, ob mir irgendjemand erlaubt hat, an mir herum zu spielen, will er wissen. Viel mehr als eine rhetorische Frage erwarte ich nicht von ihm.
Ich sage nein.
Er sagt, was nein? Und scheuert mir noch eine.
Ich sage danke mein Herr.
Ich denke fick dich du bescheuerter Wichser. Hoffentlich krepierst du langsam und qualvoll und elendig und jetzt.
Er sagt ich wäre nichts anderes als ein billiges Fickstück, man sollte mich ständig durchvögeln und dauerhaft gestopft halten.
Unbarmherzig rammt er mir sein Ding in den Arsch, füllt mich damit völlig aus, während er mir ins Ohr flüstert: „Ich spritz dir alles rein. Wenn ich fertig mit deinem Arschloch bin, lutscht du meinen Schwanz sauber, du dreckiges kleines Miststück.“
Winsle um Gnade, vergeblich. Er lässt keinen Moment von mir ab, rammelt mich wie ein brunftiger Hirsch mit einer Überdosis Viagra. Tue so, als ob es mir gefallen würde.
Spanne meine Fotze an, mache mich so eng wie möglich. Drei Sekunden später zieht er den Schwanz aus mir raus, nimmt ihn in die Hand ehe er mich vollwichst. Zielsicherer als Harald Juhnke bei Vollmond verfehlt er meine Titten, spritzt mir mitten ins Gesicht. Ich bewundere seine Fähigkeit so unschuldig wie´s Christkind auszusehen, seine Hände wischen währenddessen seine ungeborenen Kinder aus meiner Visage.

#Impulskontrolle

Ob sie wohl wieder mit mir reden würde, wenn ich scheiße schwanger wäre? Oder doch lieber unheilbar krank?
„Hallo du. Wie geht´s dir? Leider hab ich Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wünsche dir angenehme drei Monate – wir sehen uns bei meiner Beerdigung.“, ob der Abschiedstext sie aus der Lethargie reißen könnte?
Vermutlich schon – Drama Queens lieben dominante Tumore. Weil ohne Happy End schmeckt Selbstmitleid erst so richtig.
Wobei ich nicht sicher bin, ob die Nachricht vom Angebumstwordenseins die Chance auf ein Quäntchen ihrer ach so spärlichen Zeit erhöht.
Krebs oder Schwangerschaft? Welches Handicap erhöht die Möglichkeit auf ein Gespräch? Eins auf Augenhöhe.
Ach fick dich doch, Frau Misses „ Familie- ist das – allerwichtigste- deshalb –scheiß- ich- auf- meine, weil –du- keine -Matura –hast.“
Ich soll um zwanzig Uhr in dem Schuppen antanzen, aber bitte so unauffällig wie möglich, schließlich ist der ganze Laden voll mit seinen Kollegen. An der Rezeption ist ein Kuvert für mich hinterlegt, in dem der Zimmerschlüssel steckt.
„Sobald du den Schlüssel hast, gehst du an der Rezeption vorbei. Gleich dahinter liegt auf der linken Seite der Aufzug. Fahr in den zweiten Stock, geh ins Zimmer und ziehe dein Nonnenkostüm an. Knie dich auf den Holztisch der neben dem Bett steht, lege eine Augenbinde an und warte bis ich komme. Du redest nur wenn du gefragt wirst.“

Insgeheim bin ich froh über meinen desolaten Zustand, auch wenn mich die Nebenwirkungen der vergangenen Nacht beinahe in die Knie zwingen. Zumindest ist die Aufregung auf ein erträgliches Mindestmaß reduziert. Ich tue was von mir verlangt wird. Hoch wie nie.
Bis zum Hals und noch ein Stückchen weiter hämmert mein Herz, als ich auf allen Vieren ausharre um auf ihn zu warten. Kann die Fahrstuhltüre hören, jedes Mal wenn sie sich öffnet. Zucke beim leisesten Geräusch zusammen, frage mich ob er es wohl ist, der da gerade aussteigt. Auch nach dem dreiunddreißigsten Fehlalarm..
Meine Knie schmerzen, wo zum Teufel steckt der Idiot? Traue mich nicht, eine angenehmere Haltung anzunehmen, vielleicht beobachtet er mich ja per Kamera?
Und noch ehe ich mich mit dem Gedanken einfach abzuhauen anfreunde, höre ich ein Klicken an der Tür. Anfangs digital klingendes Summen, ehe jemand die Türe aufstemmt…
Immer lauter werdende Schritte, ich bekomme Gänsehaut, fühle Blicke auf meinem Körper, blinzle durch den schmalen Spalt am unterem Ende der Augenbinde.
Bedauerlicherweise kann ihn nicht sehen, auch wenn ich sogar seinen Atem hören kann. Höre Wasser, das aus einem Duschkopf gegen Fliesen sprudelt. Höre eine elektrische Zahnbürste. Höre ein Zischen, wie aus einer Haarspraydose.
Verstehe ich nicht. Auf seinem Profilbild hat der Kertl doch eine Glatze?
Speckschwartenspray zum Schädelpolieren?
Hashtag Marktlücke.
Ich mag wie er riecht, sein Schwanz steht kerzengerade Richtung Himmel, soweit ich das durch mein eingeschränktes Blickfeld beurteilen kann.
Unter größter Anstrengung widerstehe ich Impuls ihn sofort in den Mund zu nehmen, ahne was mir danach blühen würde….
Ob dieser Möchtegern-Nachwuchs-Gangster schon vor meiner Haustür steht? Ob einer von dem Schlag dazu fähig ist, säumige Schuldner umzulegen? Ob mir jemand ins Hirn geschissen hat? Ob Seroquel, Lithium und Cipralex mich aus meiner Misere rausboxen könnten? Ob ich mir eine Knarre organisieren sollte? How many times will you learn the same lesson?
Ob der Kerl nach dem Wichsen kaltes Wasser getrunken hat? Ob die Striemen am Arsch morgen blau sind?
„Neun. Danke, mein Herr.“
Möchte ihm den Rohrstock aus der Hand reißen, ihn damit ins Gesicht schlagen.
„Zehn. Danke, mein Herr.“
Möchte seinen Schwanz solange nach rechts drehen, bis er abfällt. Ihn danach in seine dämlich grinsende Fresse stecken und ihn anschließend mit Benzin übergießen und anzünden.
Er lächelt dreckiger als ein hauptberuflicher Dixie Klo Vertreter, als er mir in den Mund spritzt. Wie gern würde ich ihm jetzt den Schädel mit einer neun Millimeter wegballern…
„Danke, mein Herr.“

Christiane F. versus Steve Jobs

Komplett für´n Hugo.
Tageslichttauglich und dennoch untauglich für´s Tageslicht.
Selbstverliebt ohne Selbstwert.
Scheinverschossen?
Gibt es eine Liebe nach dem Schneesturm?
Wenn ja, zu welchem Preis?
Selbstverleugnung im Tausch gegen Zuneigung?
#Mussichmichaufgebenumdirzuentsprechen?
Scheinhingabe?
Zwei Egomanen auf dem Weg nach ganz unten, erliegen unheilbarer Selbstsucht.
Wer wird uns zurück auf den rechten Weg bringen?
Behandlungswürdige Defizite – scheinbar kompatibel?
Destruktiver als Hiroshima hoch Nagasaki.
So notwendig wie Sauerstoff… Essentielles Chaos als Bestandteil der eigenen Existenz..
Kreative Gestörte potenzieren einander, auch wenn sie dem Absturz geweiht sind.
Letztendlich glücklicher als alle die nach oben streben.
Steve Jobs ist tot. Christiane F. am Leben.
Harmonische Zweisamkeit bedingt den Untergang der Individualität.
Reproduktion ausgeschlossen.
WO BIST DU JETZT?

Hashtag die Faschingsprinzessinnen

Direkt neben uns tanzt Miss Mietzekatze, als ob es um Leben und Tod gehen würde, die Kleine scheint drauf wie Hupe zu sein. Gegen sie wirke selbst ich wie ein Schulmädchen auf Bachblüten.
Ihre riesengroßen Augen wandern unruhig umher, ob sie wohl ein Katzenklo sucht?
„Ey du Muschi, zur Drogenberatung geht´s hier lang!“, Gerfried verschreckt das Raubtier mit seinem Geschrei beinahe zu Tode. Von der Paranoia überwältigt ergreift das Fellknäuel die Flucht.
Ich sage Gerfried bitte hör auf damit. Wer bitteschön will schon mit einer eins fünfundachtzig großen Banane über seine offensichtlichen Suchtprobleme sprechen:
Gerfried meint, vielleicht eine vegane Mutzi?
Ich sage, geh doch selbst zum Psychiater du durchgeknalltes Früchtchen. Verständnisvoll nickt mir eine Nonne zu, ehe sie versucht so unauffällig wie möglich hinter einen Barhocker zu reihern. Den, auf dem ich gerade sitze.
Lautlos geht irgendwie anders. Sie grölt wie ein Hooligan bei Stadionverbot, als sich ihr Mageninhalt unweit meiner Stiefel evakuiert.
„Blöde Fotze, ich rufe das Veterinäramt an, wenn du weiterhin auf unschuldige Waschbären kotzt! Das ist blasphemische Tierquälerei, du Gotteshure!“, kreische ich sie an. Ein zufällig vorbeirauschendes Schneewittchen schnauzt mich an, ich solle gefälligst meine dämliche Fresse halten, ansonsten werde sie mich windelweich prügeln.
Ich sage, Gerfried wir gehen, bevor sie ihre Zwerge ausm Arsch zieht.
Mit einem lauten Knall geht Frau Misses Klosterschwester zu Boden, mitten rein in ihr Erbrochenes. Wenn das der liebe Gott sehen würde…
Halleluja und fick dich Schneewittchen.
Ab morgen ist Ramadan, schrei ich die Banane an. Gerfried nimmt mich an der Hand und zieht mich aus dem Lokal hinaus.
„So Kleines, jetzt zeig ich dir den Weg zur Drogenberatung…“

Lei lei, ihr Narren – und willkommen in VILLACH!