Wilkommen zurück

Laufe durch die Finsternis, kann seinen Atem im Nacken fühlen. Versuche schneller zu rennen, trete wie verrückt auf den Asphalt – vergeblich.  Nicht mehr lange, dann wird er mich schnappen und mit sich nach unten ziehen.

Panik kriecht in mir hoch, ich will schreien, doch bleibe stumm. Meine Stimme versagt genauso wie meine Beine, alles was ich noch spüre ist das Herzjagen und seinen eisernen Griff um meinen Hals.

Wortlos drückt er zu, ich schaffe es endlich die Augen zu öffnen und  erwache.

Es ist stockdunkel im Schlafzimmer, meine Hand sucht auf der anderen Seite nach einem Beschützer, bis mir wieder einfällt, alleine ins Bett gegangen zu sein. Ich taste nach dem Gummiband über dem Handgelenk und lasse es immer wieder gegen die Pulsadern schnalzen. Doch der dumpfe Schmerz schafft es nicht, die anrollende Angstattacke zu schmälern. Diesmal trifft sie mich mit voller Wucht, ich bekomme keine Luft mehr, kalter Schweiß läuft über die glühenden Schläfen, außerdem  explodiert mein Brustkorb beinahe.

Jemand ist in der Wohnung.

Das war nur ein Alptraum

Ganz sicher.

So ein Blödsinn.

Doch. Er ist ganz sicher noch hier.

Das macht deine Paranoia mit dir.

Mit zitternden Händen ertaste ich den Lichtschalter, atme auf als es hell wird und ich das Tränengas auf dem Nachtisch erkenne. Die Diskussion in meinem Kopf reißt nicht ab, ich muss nachsehen ob da wirklich niemand ist.

Drücke mein Ohr gegen die Türe, doch alles was ich hören kann, ist mein Herzschlag. Vorsichtshalber kralle ich mir auch noch den Rohrstock neben dem Bett, und suche die Wohnung nach meinem vermeintlichen Verfolger ab.

Hab dir ja gesagt, nur der Verfolgungswahn.

Halt die Schnauze.

Du drehst langsam durch.

Halt die Schnauze.

Die Katze sieht mich an, als würde sie sich von meinem inneren Monolog gestört fühlen.

Versichere mich, dass auch auf dem Balkon niemand ist, bevor ich mich aufs Sofa fallen lasse und ein zweites Mal vom Schlaf übermannt werde.

Als die ersten Sonnenstrahlen durchs Fenster dringen, liege ich längst wieder wach. Das Chaos im Kopf wird schlimmer, je länger ich an die Decke starre.

Wie es ihm wohl grade geht.

Vergiss ihn.

Aber ich liebe ihn.

Er benutzt dich.

Aber ich liebe ihn.

Glaubst wirklich, dass er auf dein Begräbnis geht, wenn dich wegen ihm ruinierst?

Aber ich liebe ihn.

Er ist gefährlicher als alles andere für dich.

Ich beschließe zum dreihundertfünfundzwanigtausensten Mal, ihn endgültig zu vergessen, binde mir ein zweites Gummiband ums Handgelenk,  packe meine Sachen und mache mich auf den Weg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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