liebes.tagebuch.lieber.herr.psychiater.

Schau benommen auf den Bildschirm. Nicht etwa weil ich einen kreativen Schub erwarte, der durch mulitoxische Lebensführung  bedingt ist; nein, mein Psychiater hat mir dazu geraten.

Ich frag mich, ob der kifft. Oder säuft. Oder einfach nach dem Wichsen kaltes Wasser getrunken hat. Und eventuell danach auch noch mit dem Kopf irgendwo aufgeschlagen ist.

Was soll denn das für eine Hilfe sein?

Haben die früher nicht mal lustige Pillen verschrieben? Nix da, heut sollst Tagebuch schreiben.  Schau ma mal, ob das so knallt wie die Diazepam-gefärbte Alternative.

Wertes Tagebuch, Lieber Herr Doktor  Freud,

Vielen Dank für ihre Anteilnahme,

Wer zum Teufel hat das mit Ihren Haaren verbrochen Herr Doktor? Das Mistvieh sollte man wirklich einsperren. Wie fühlt sich eigentlich ihre Frau dabei, wenn sie Nacht für Nacht unter einem alten Mann mit asymmetrischem Pagenschnitt einschläft, und morgens darauf neben einem Hippie erwacht, der aussieht als hätte er ein explodiertes Vogelnest aufm Hirnkastel?

Aber gut, sie haben Recht-Ihre Federpracht, geht mich eigentlich nix an und hat nichts mit mir zu tun, auch wenn ihre Gattin höchstwahrscheinlich durch die Hölle geht.

Ich will ja nicht ihr Nacht- sondern mein Tagesleben festhalten.

Also dann… Den ersten Schock (nachdem ich an ihren Anblick dachte) bekam ich dreißig hundertstel nachdem ich früh morgens die Augen aufgemacht habe.

Das ganze Bett mit roten Flecken übersäht, als hätten Satanisten in der Nacht ein Huhn geschlachtet. Direkt über meiner komatös träumenden Wenigkeit. So sehr ich mich auch anstrenge, ich entdecke auf den ersten Blick mal nix, dass wie ein toter Vogel aussieht, den man den Kopf abgebissen hat. Welcher scheiß verfickte Idiot hat mein Bett vollgeblutet?

Richte mich mit der Dynamik einer querschnittsgelähmten Gehirntoten auf,  um die Lage zu sondieren, und den Bluter zu erwischen.

Jippieeyyeah, der Kreislauf ist mitten im Reinkarnationsvorgang, strauchelt, steckt fest und noch ehe ich „verdammte Kacke woher kommst du denn?“ denken kann, tanzt der Magen Cha cha cha und ich kotze auf den Flokati.

Schön, dass ich nicht die Katze erwischt habe. Immer positiv denken. Laut „Miau“ schreien und das Viech auslachen, weil es  sich erschreckt. Mich kurz überlegen fühlen. Solange, bis ich sie dabei beobachte wie sich selbst lecken. Gott, wieviel Probleme weniger hätten wir, wenn die menschliche Rasse mit dem  Selben Potenzial gesegnet wäre???

Gibt’s dazu Versuche, wissenschaftliche Untersuchungen?

Sollte jemand dazu noch Probanden suchen –  ich stelle mich sofort in den Dienst der Wissenschaft!

Nachdem mein innerer Monolog zu dem Thema weitgehendst verstummt war, bemerkte ich wie sich langsam aber sicher der Wunsch nach körperlicher Vereinigung aufbaute. Kurz: ich war geil. Masturbieren war allerdings keine Option, da ich mich immer noch im selben Raum befand, wie mein Haustier. Und mich dabei von einem Artfremden Wesen beobachten zu lassen, überschreitet auch in meiner Welt die Grenze zur Perversion.

Jetzt habens aber zu schlucken, Herr Psychiater, was?

Wie heißt das denn, wenn man sich dabei von einem Vierbeiner zusehen lässt? Zoophile Masturbation?

Wie auch immer. Ich habe dann eh nicht gewichst, sondern mich gefragt woher jetzt die Sauerei in meinem Bett kommt. Die Frage hab ich mir bis dato immer in einen ganz anderen Kontext gestellt, zumeist hab ich mich gefragt, woher das Schwein in meinem Bett stamme.

Wobei die Antwort auf die zweite Frage immer ich war.

Lege meinen Kopf tiefer um unter das Bett zu sehen, doch auch dort finde ich nichts, dass blutet. Keine Tiere, keine Kerle, keine Außerirdischen. Keine Kirschen. Keine Ob’s.

„Wollt ihr mich verarschen, oder was zur Hölle ist hier los?“

Kurz brüllen, Druck  abbauen,  Kater läuft um sein Leben, ich fühl mich klasse.

Pieep….Pieeeeep….Pieeeeeeeeeeeeeeeeppppppppppppppp…

Ruckartig erinnere ich mich an den Grund, weshalb ich den Wecker gestellt habe, kämpfe mich tapfer in die Senkrechte, stoße mit dem Ellenbogen an einer leeren Flasche, die laut scheppernd der Gravitation nachgibt und eine neue Farbnuance auf dem Bodenfell hinterlässt.

Fuck. Die roten Flecken. Merlot du beknackte   Dreckshure.

Zwei leere Gläser auf der Kommode, setzten die Erinnerung in Gange. Ach ja, jetzt wird mir auch wieder klar, wieso mein tiefstes Innerstes wie Feuer brennt…  Mister Mombasa war auf Kurzurlaub in mir….

15 Antworten auf „liebes.tagebuch.lieber.herr.psychiater.

      1. Ach die Ärmsten. Aber was heißt denn du kannst nicht, wenn man dir zu sieht. Jetzt ……….. meine Fantasie………. hilfe……. 🙂
        Jetzt wollte ich schon mit dem Kater tauschen, aber dann ……… 🙂 Obwohl, ich würde bestimmt nicht nur zusehen wollen…………. sorry…….. 🙂

        Gefällt 2 Personen

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