Münchner Freiheit

Seine Zunge schmeckt nach mehr, tastende Finger fassen nach dem Reißverschluss von meinem Kleid und öffnen es. Ich streife es über den Kopf, schleudere es in die Ecke, stehe nur noch in halterlosen Strümpfen und schwarzen High Heels vor ihn. Seine Hand greift nach meiner und drückt sie auf seine eng gewordene Hose, unter der sich ein hart gewordenes Prachtexemplar bemerkbar macht. Er nimmt den Gürtel ab und drückt mich auf den Fußboden.

IMG_20150524_000307Beim Ordern eines weißen Spritzers, sieht mich die Kellnerin etwas irritiert an. Ach ja, das ist doch Deutschland, die verstehen das nicht.

„Eine Weißweinschorle, bitte“, korrigiere ich und ihr Gesichtsausdruck entspannt sich augenblicklich.

Die Bar im Erdgeschoss des Hotels ist gut besucht, es scheint eine Firmenveranstaltung stattzufinden, da so viele Schlipsträger herumwuseln. Ich halte Ausschau nach meinem Date, da ich allerdings nicht weiß wie der Kerl aussieht, steigt die Spannung und weckt meinen Spieltrieb.

Ein hundertfünfzig hoch zwei Typ (hundertfünfzig Jahre, hundertfünzig Kilo), nimmt am Nebentisch Platz und zieht mich mit seinen Blicken aus. Oh mein Gott, bitte mach dass es nicht meine Verabredung  ist.

Die kleine Blonde von der Bar bringt mir meinen Drink und ich stochere gelangweilt mit dem Strohhalm darin herum, mein Gegenüber keines Blickes würdigend.

Plötzlich schießt ein gutaussehender junger Mann hinter einer der Deko Palmen hervor und lächelt mich an. Jackpot, denk ich mir, doch so schnell die Schnitte da war, ist sie auch schon wieder verschwunden. Schade, das wär wirklich ein würdiger Tagesabschluss gewesen, zumindest hat er es schon geschafft meine Vorfreude immens zu steigern, das Kopfkino ist anständig aufgeheizt als mir noch jemand auffällt, dessen Blick suchend durch die Empfangshalle schweift.

„Ich trage ein oranges Kleid und sitze neben dem Eingang vom Restaurant“, gespannt tippe ich die What´s App Nachricht und beobachte ihn dabei. Keine zehn Sekunden nachdem ich auf Senden getippt habe, zieht er sein Telefon aus der Jeans. Bingo das ist er, Kategorie äußerst heiß.

„Hallo Thomas.“

Durch seine Jeans und sein Hemd kann ich eine athletische Figur ausmachen, er trägt eine Glatze und grinst mich verschmitzt an als er Platz nimmt. Nach nicht mal drei Sätzen Smalltalk, frage ich mich wie er wohl schmecken wird,  wie groß sein Schwanz ist, ob er gut küssen kann, aber  vor allem wie lang er mich wohl ficken wird.

Einzig und allein mein Hunger hindert mich daran sofort mit ihm aufs Zimmer zu verschwinden. Wir unterhalten uns großartig, wie vermutet ist er sportlich sehr ambitioniert und außerdem hat ziemlich was aufm Kasten. Die Vorfreude siegt schließlich über den Hunger und ich lass die Hälfte meiner Pasta stehen, folge ihn zum Lift.

„Schade eigentlich dass der Aufzug aus Glas ist.“

„Wie meinst du das?“, sein Gesichtsausdruck ähnelt dem der Kellnerin von vorhin und ich überlege ob die beiden verwand sein könnten.

„Weil ich dir sonst hier schon einen geblasen hätte.“

Volltreffer. Damit hat er nicht gerechnet. Verlegen sieht er mich an.

„Wir sind gleich da.“

Kaum ist die Zimmertüre ins Schloss gefallen ist es mit der aufgesetzten Schüchternheit endgültig vorbei, er zieht mich an sich, klatscht mir mit der flachen Hand auf den Hintern und küsst mich.

Seine Zunge schmeckt nach mehr, tastende Finger fassen nach dem Reißverschluss von meinem Kleid und öffnen es. Ich streife es über den  Kopf, schleudere es in die Ecke, stehe nur noch in halterlosen Strümpfen und schwarzen High Heels vor ihn. Seine Hand greift nach meiner und drückt sie auf seine eng gewordene Hose, unter der sich ein hart gewordenes Prachtexemplar bemerkbar macht. Er nimmt  den Gürtel ab und drückt mich auf den Fußboden.

Ziehe ihn mit einer einzigen Handbewegung alles an Stoff hinunter, er riecht so unglaublich gut, gierig schließe ich meine Lippen über das glattrasierte Teil und kann meine eigene Erregung nicht mehr leugnen als Andreas seine Finger in meine völlig durchnässte Spalte schiebt.

„Du kleines Luder bist ja total geil…“, scheinbar ist es ihm aufgefallen, dass er nicht der einzige ist der kurz vor der Explosion steht, obwohl wir noch nicht mal in den zweiten Gang geschalten haben.

Langsam aber bestimmt lasse ich seinen Schwanz in meinen Rachen gleiten, sein lautes Aufstöhnen lässt  mich wissen, dass es ihm genauso gut  gefällt.

Immer fester drückt er meinen Kopf gegen seinen Schoß, meine Fotze ist dabei auszulaufen als er unerwartet das Tempo verlangsamt und mir seinen Prügel bis zum Anschlag in den Mund schiebt.

Öffne die Augen, hebe den Blick, lecke über die Spitze der Latte und schaue in seine Augen, es  scheint ihm die letzte Sicherung rauszuhauen. Von einem ekstatischen Zucken begleitet schießt er mir die volle Ladung an der Zungenspitze vorbei in die Kehle, während mich seine Finger immer noch ficken.

Ich hab noch nicht mal runtergeschluckt als es auch mir kommt, schreie überwältigt auf, ehe er mir den Mund zuhält.

„Psst, das war doch erst der Anfang..“ , erstaunlich gefasst flüstert er das schärfste Versprechen des Tages in mein Ohr und ich weiß genau dass er es nicht brechen wird.

Türken am Pornotümpel

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Herrlich so ein Waldspaziergang, auf der Suche nach einem ruhigen Platz. Mit meinem kurzen Sommerkleid unter dem ich keine Unterwäsche trage, top gestylt und einem Reisekoffer in der Hand, ziehe ich die ungeteilte Aufmerksamkeit der anderen Frischluftfanatiker auf mich.

Nach etwa einem Kilometer Fußmarsch erreichen wir einen schönen Platz am Ufer des Speichersees, der hinter vorgehaltener Hand auch „Gang bang See“ genannt wird. Ich bin zum ersten Mal hier und checke die Umgebung äußerst konzentriert ab, doch so sehr ich mich auch anstrenge-ich sehe hier niemanden gangbangen.

„Hier wäre ein guter Platz um zu shooten“, Robert zeigt auf eine Stelle am Ufer, doch noch ehe wir dort angekommen sind, sehen wir dass wir auch dort nicht ungestört sind.

Er zündet sich eine Zigarette an, überlegt kurz und deutet auf die andere Seite vom Pornotümpel:

„Dort drüben bei den Türken könnten wir es auch noch versuchen.“

Mein Blick wandert hinüber, doch ich sehe dort nur Felsen, Bäume und zwei Menschen. Wow, denk ich mir, der hat gute Augen wenn er auf die Entfernung die Nationalität der Typen erkennt.

Fünf Minuten später führt der immer schmaler werdende Pfad auf einen Felsen , der Reisekoffer in der einen, die Tasche in der anderen Hand erkenne ich, dass ich für eine Klettertour wohl unpassend ausgestattet bin.

„Vorletzte Woche klettere ich halbnackt und betrunken über einen Steinbruch, und heute durchs Unterholz. Was zum Teufel stimmt denn nicht mit mir?“

Wir müssen beide lachen, als wir den Weg zurück nehmen.

„Bist wohl einfach gestört“, meint er staubtrocken als er zum zweiten Mal eine mögliche Location zum Fotografieren  ansteuert. Wir haben Pech, auch dort haben sich schon einige Wanderer breitgemacht.

„Also entweder drehen wir um, oder wir gehen weiter zu den Türken.“

Ich denke kurz über die zwei Optionen nach und blicke um mich.

„Sag mal wo sind denn hier Türken?“

Breit grinsend sieht er mich an.

„Bei den Birken, nicht Türken. Schau mal da drüben.“

Ein heftiger Lachkrampf zwingt mich in die Knie.

„Und ich hab mich schon gewundert wo du hier Ausländer siehst.“

Wir beschließen umzudrehen, haben endlich Glück, finden einen ruhigen Fleck und endlich kann ich meinen Koffer abstellen um die passenden Klamotten und Requisiten rauszuholen.

Schwarze Unterwäsche, halterlose Strümpfe, Halsband mit Leine, ein Sturmgewehr in die Hand und ab ins Wasser.

Die ersten Zaungäste lassen nicht lange auf sich warten, man sieht schließlich nicht alle Tage eine Frau in Dessous und Knarre im See herumstapfen. Unbeirrt machen wir weiter und nach einigen Minuten hat Robert die erste Szene fertig fotografiert.

Die schwarze Unterwäsche wird gegen ein weißes Kleid ausgetauscht, das Gewehr gegen einen Revolver und wieder heißt es, ab ins Wasser.

Diesmal aber nicht nur bis zu den Knien sondern ganz rein. Scheiße ist das kalt.

„Nicht genug dass ich mit einem Koffer durch den Wald laufe, jetzt geh ich auch noch mit einem weißen Kleid schwimmen. Ich bin schon gespannt was mein Psychiater dazu sagen wird.“

„Er wird sagen, dass du gestört bist.“

Ich glaube jetzt lacht auch der Mann der sich hinter dem Gebüsch versteckt hat.

Robert korrigiert die Lichteinstellungen seiner Kamera und dirigiert mich auf die richtige Stelle. Das eisige Wasser reicht bis zu meinen Hüften und durch den dünnen weißen Stoff zeichnen sich meine steinharten Nippel ab.

„Wolltest du nicht einen Kampfhund mitbringen?“

„Ja, ist sich aber leider nicht ausgegangen.“

„Schade. Hätt ja eine Katze mitnehmen können. Per Photoshop kannst ja dann einen Dobermann draus machen?“

Einige Aufnahmen später packen wir wieder zusammen und machen uns auf den Weg zurück zum Parkplatz. Wir unterhalten uns übers nächste Shooting und besprechen einige Ideen.

Und ich weiß schon jetzt – es wird wieder richtig viel Spaß machen. So wie immer.

was wäre wenn?

Was wäre wenn?

Ich hasse die Frage an sich. Wenn meine Tante einen Penis hätte, wäre sie mein Onkel. Hat sie aber nicht. Vermutlich. Also was soll die Scheiße.

Doch der Typ der mit achtunddreißig Euro pro Stunde weniger bekommt als ein ungelernter Möbelmonteur vom Kika, hat gesagt ich soll darüber nachdenken. Bis nächsten Dienstag um sechzehn Uhr.

Und er lasse die Antwort „Dann wär’s halt ein anderer Idiot geworden“, nicht gelten.

Mister Psychotherapeut wird schon wissen was er da von mir verlangt, immerhin hat er sowohl eine Matura als auch ein abgeschlossenes Studium.

Immer und immer wieder rauscht der Satz durch den Kopf, nichts anderes als riesengroße Fragezeichen und erdrückende Leere hinterlassend, kurz davor mir das taub gewordene Herz zu zerreißen.

Doch je länger es da oben rattert umso mehr gewinnt eine gewisse „Jetzt geht’s los“- Stimmung die Oberhand in dem Chaos, plötzlich scheint das Lächeln nicht mehr aufgesetzt und längst verloren geglaubter Glanz kehrt zurück, in die vor Trauer farblos gewordenen Augen.

Könnt aber auch an dem großartigen Sex von vergangener Nacht liegen.

Auf das überfällige Erwachen des Kampfgeists wartend denk ich die Frage zu ende.

Was wäre wenn ich dich nie getroffen hätte?

Mein allerliebster Körperteil würde nicht glühen wenn ich „Jubel“ von Klingade hören würde und ich hätte niemals erfahren, wie es sich anfühlt nur ein verschissener Plan B zu sein.

Die Kraft die Beziehung zu beenden in der ich damals war hätte ich nicht aufgebracht, wären da nicht die Schmetterlinge im Bauch gewesen, für die du verantwortlich warst.

Du hast grenzenlose Begierde in mir ausgelöst doch warst gleichzeitig nie da, wenn ich dich gebraucht hab. Jedes Wochenende bist zu ihr gefahren und du hast wirklich gedacht ich würd zuhause warten bis zu wieder kommst?

Hättest mich nicht permanent übers Telefon so aufgeheizt, wären einige meiner bisherigen besten sexuellen Begegnungen nicht zustande gekommen. Dafür bin ich dir unendlich dankbar.

Auch weil meine Augen und meine Aura gestrahlt haben, jeden in meinem Umfeld ansteckend war ich in dieser Zeit so glücklich wie selten zuvor.

Eine Ahnung davon bekommend was Vollkommenheit bedeutet bin ich durchs Leben getanzt als ob es kein Morgen geben würde, ohne auch nur den Hauch einer Selbstzerstörungstendenz.

Die kam erst später…

Danke. Ich war wirklich glücklich. Waren schöne zwei Wochen.

Ohne dich hätte ich nie erfahren wie sich Ungewissheit anfühlt, das beklemmende Gefühl wenn man weiß dass der Mensch den man liebt bei einer anderen im Bett liegt und am nächsten Morgen mit ihr zusammen aufsteht.

Ohne dich würd ich nicht wissen wie es ist, gegen krankhafte Eifersucht anzukämpfen und ich meine damit nicht meine eigene.

Du hast mich vier Monate alleine gelassen, genau in der Zeit wo ich nichts dringender gebraucht hätte, als eine Schulter zum anlehnen. Jemand der mich in den Arm nimmt und mir irgendeine abgedroschene Floskel ins Ohr flüstert…“Das wird schon wieder werden“

Wenn du nicht gewesen wärst, würd ich bis heut nicht wissen wie schön Heilig Abend sich anfühlt… Völlig alleine, mit der Gewissheit dass der Kerl den man liebt bei einer andern ist.

Auf der Suche nach etwas schmerzstillendem, über einen guten, alten Bekannten gestoßen von dem ich dachte dass er längst passe´ sei…

Der Cocktail aus Einsamkeit und Verzweiflung drückt mich Richtung Gleichgültigkeit, Hass und Kälte.

Und das weiße Pulver aus Lateinamerika drückt mir die Pupillen aus den Augen und das Blut aus der Nase. Immerhin bist mir in dem Zustand scheißegal. Keine Liebe. Keine Hoffnung. Keine Illusion.

Alles was ich will ist mehr. Mehr davon.

Die Angst dich für immer zu verlieren lähmt mein Handeln, lähmt meinen Geist, lähmt meinen Instinkt, unfähig zu auch nur einer banalen Entscheidung treibt der Letze Rest an Vernunft ziellos in einem Vakuum an undefinierbaren Emotionen dahin.

Ich bin verloren ohne Dich.

zum dreizehnten Mal

Versuch mich zusammenzureißen und endlich mal was zu Ende zu bringen. Geschätzte zwölf Mal hab ich angefangen das hier zu schreiben.

Weniger um jemand damit zu beeindrucken, als vielmehr diesen Sauhaufen im Schädel endlich wieder ein wenig zu sortieren; selbst der hartgesottenste Chaot würde in dem Schlachtfeld namens Hashtag mein Gehirn das Handtuch schmeißen.

So wie es beinahe jeder in meinem näherem Umfeld bereits gemacht hat. Sie sagen ich sei nicht mehr ich selbst, völlig verändert. Denk mir dass die alle beklopft sind und mach einfach weiter. Die gekaufte Arroganz, in Form des weißen Pulvers lässt mich so verdammt eiskalt werden.

Alles nur weil ich dich vergessen wollte, leider hab ich auch alle anderen verloren  und die Liebe dadurch  getötet; das schönste Gefühl der Welt, das Ziel jedes Strebens nach Glück, der biologische Sinn des Lebens , der Stoff aus dem die Sehnsucht ist.

Kein Funken an Emotion scheint mehr übrig, nicht mal für die Menschen die für mich durchs Feuer gehen würden. Meine ungeteilte Leidenschaft gilt dem Gefühl dass mir die Droge gibt, sei der Preis auch noch so hoch. Die Sicherheit diese Passion mit dem Leben zu bezahlen schreckt mich kein bisschen.  Ganz im Gegenteil. Ich habe eine panische Angst davor, alt zu werden.

Man sollte immer dann aufhören wenn´s am schönsten ist, oder?

Wobei…Mittlerweile bin ich derartig abgestumpft, dass ich mir nicht sicher bin ob das wirklich der Höhepunkt ist…

Ich vermisse dich so unglaublich. Kein Tag an dem ich mich nicht frage wo du bist und ob du ok bist. Mein Verstand sagt mir vergiss es. Meine Familie sagt, vergiss es. Meine Freunde sagen, vergiss es. Meine Fickkollegen sagen, vergiss es.

Mein Herz sagt er ist es, auch wenn es nach anderthalb Jahren ziemlich müde und kaputt geworden ist. Der ständige Versuch die Leere und Trauer zu betäuben hat irreparable Spuren hinterlassen. Am Ende werden nur Narben bleiben, doch kein Zustand dauert ewig.

Gefühl sticht Verstand.

Ich liebe Dich.

Aber ich hab so viel Angst davor wieder verletzt zu werden. Wahrscheinlich hab ich mir deshalb jemand gesucht der unerreichbar ist.

In einer Traumwelt kann dir niemand weh tun, mehr als eine Illusion bist du niemals gewesen, eine einzige Nacht in der ganzen Zeit. Wer bist du wirklich? Ich weiß es nicht und ich will es wahrscheinlich auch gar nicht wissen.

Drei Millimeter mehr an Nähe und ich würde dich längst ignorieren, genauso wie du es mit mir gemacht hast und doch bringt mich die Realität und dein nicht greifbar sein im gleichen Maße zur Verzweiflung, wie es mich dennoch beruhigt. Ein Hoch auf die Ambivalenz.

Ist es schlimmer dass ich mich derartig an dich verschwendet habe, oder dass ich unfähig bin mir diesen Irrtum einzugestehen?

Insomnia – eine Nacht die niemals enden sollte

Der Kiefer verkrampft, ich fahre mit der Zungenspitze über die Lippen und schmecke Blut. Wie besessen hämmert der Beat aus den Boxen, wirkt wie Brandbeschleuniger aufs rasende Herz. Es ist so heiß hier drinnen.Fühle deine Hand wie sie meinen Hinterkopf hält und das Gesicht in deine Richtung drückt, intensiver als jemals zuvor. Dein Atem ist spürbar nah an meinem, kurz bevor ich dich küsse lasse ich mich um ein Haar von der Welle mitreißen, die mich vom Kopf bis in die Zehenspitzen durchfährt.

Bin getrieben und gehetzt, als wäre irgendetwas Undefinierbares hinter mir her um den letzten Funken an Vernunft aus mir heraus zu kitzeln.

Tausende Flausen im Kopf, Vorstellungen, Pläne völlig unstrukturiert und wie aus dem Nichts erschienen, lassen mich einen Moment innehalten um einen Atemzug später dahinter her zu laufen ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, wohin die Reise führt.

Ich drehe mich, wanke, falle ins Bodenlose und frage mich währenddessen noch wie zum Teufel das passieren konnte.

Der Kiefer verkrampft, ich fahre mit der Zungenspitze über die Lippen und schmecke Blut. Wie besessen hämmert der Beat aus den Boxen, wirkt wie Brandbeschleuniger aufs rasende Herz. Es ist so heiß hier drinnen.Fühle deine Hand wie sie meinen Hinterkopf hält und das Gesicht in deine Richtung drückt,  intensiver als jemals zuvor.  Dein Atem ist spürbar nah an meinem, kurz bevor ich dich küsse lasse ich mich um ein Haar von der Welle mitreißen, die mich vom Kopf bis in die Zehenspitzen durchfährt.

Unzählige winzige Nadelspitzen, die mich für den Bruchteil einer Sekunde treffen,  in einer flüssigen Abwärtsbewegung durch sämtliche Nervenstränge rasen und  nichts als einen Blitz aus Hitze in der Wirbelsäule hinterlassen, der schneller vergeht als die eigene Unschuld.

Zentrierte Glut, ich schmecke dich, deine Zunge spielt mit meiner und ich kann keinen einzigen klaren Gedanken mehr fassen, völlig instinktgesteuert lasse ich mich fallen.Presse meinen Körper an deinen, bekomme nicht genug von dem Geschmack und dem Gefühl das du in mir auslöst. Jede Berührung brennt wie Feuer auf nackter Haut, elektrisiert die Sinne, macht süchtig nach dir.

Wir geben uns der Vollkommenheit hin, gefesselt von deinen dunklen Augen, kann ich meinen Blick nicht von Dir abwenden und explodiere vor Glück.Das Karussell dreht sich weiter, lässt uns keine einzige Sekunde zum Verschnaufen, keine Möglichkeit dem Siedepunkt zu entfliehen, der nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Schlinge die zitternden Arme um dich, wir  bewegen uns zum Takt von Mr. Kalkbrenner, völlig unwissend dass dieser Moment nie mehr wieder kommt, und wahrscheinlich sind wir genau deswegen so losgelöst und glücklich.

Die Grenzen  zwischen Dir und mir sind flüssig, ungenau  und beinahe nicht mehr zu erkennen, ich weiß nicht mehr wo du anfängst und ich aufhöre. Verliere mich in dir und lasse mich herausfordernd zu Boden drücken, ehe wir uns Sekunden später auf einem nie zuvor erklommenen Gipfel befinden.

Oh mein Gott, was geschieht mit uns…Noch einmal schnalzt der Puls in schwindelerregende Höhe, lässt die Temperatur ansteigen und zieht mir dennoch die Gänsehaut über die vor Ekstase bebenden Gliedmaßen.Kann dich spüren, so verdammt tief und perfekt, lass mein Innerstes berühren und bin eins mit dir.

Erlebe mich unbesiegbar und völlig mit mir und allem rund um mich herum im Frieden und Einklang;  als ob ich am Ende des Weges angekommen wäre, erschöpft aber glücklich.

Du lächelst mich an, deine Pupillen sind genauso riesig wie der Vollmond der durchs offene Fenster scheint und ich wünschte diese Nacht würde niemals enden.

Wir streiten wieder mal und sagen die schlimmsten Dinge zueinander.

Diesmal ist es genug; wirklich genug.

Ich habe beschlossen, dass ich mich zum letzten Mal von diesem Idioten  enttäuschen lassen habe und überlege kurz, womit ich mich von dem ganzen Mist am schnellsten ablenken kann.

Alkohol. Laute Musik. Viele Menschen. Sex mit völlig Unbekannten. Die Klassiker zur Bewältigung beinahe aller Lebenskrisen.

Ja das könnte funktionieren, um wenigstens kurzzeitig so zu tun, als wäre alles bestens und man ein voll funktionstüchtiges Mitglied dieser ehrenwerten Gesellschaft.

Also fehlen nur noch Menschen, die mir helfen meinen Plan umzusetzen. Dafür gibt’s ja sicher eine App…

„Tinder“. Nix wie installieren und los geht´s.

Von der Bedienung her, ist es völlig unkompliziert und intuitiv gestaltet und so finde ich mich sehr schnell zurecht.  Geiler Typ – drück aufs Herz;  nie im Leben – drück aufs X.

Die ersten paarungswilligen Männer, denen auch mein Profil gefällt  lassen keine fünf Minuten auf sich warten und ich entscheide mich für ein sportliches, schwarzes Exemplar aus Sierra Leone, Baujahr 1989 und laut der App  keine 30km von mir entfernt.

Die Bilder auf seinem Profil gefallen mir und er macht mich neugierig.  Jerome wirkt auf den Aufnahmen sehr groß und durchtrainiert, außerdem hat er wunderschöne Augen.

Er schreibt mir, dass er schon seit Jahren in Österreich lebt, ich denke Gott sei Dank dann hat er auch keine Ebola. Nachdem dieses Risiko wegfällt, verabreden wir uns für den Abend.

Neugierig und gespannt kann ich die aufkommende Vorfreude nicht leugnen. Ich  grinse den restlichen Nachmittag vor mich hin wie die Miezekatze bei Alice im Wunderland.

Zwei Stunden später steht er in einem verqualmten Irish-Pub vor mir. Oh Gott, die Bilder waren nicht gephotoshopped. Er ist genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Mein überaus attraktives Gegenüber lächelt mich an.

„Hallo schöne Frau.“

Er nimmt mir meinen Mantel ab, ganz Gentleman-like, wir suchen uns einen Platz  im hinteren Teil der doch sehr gut besuchten Gaststätte  und unterhalten uns über Gott, die Welt, Apartheit, Ebola  und über Tinder.

Als der Kellner kommt, frage ich mich im Stillen, ob es politisch korrekt wäre, zwei Dunkle zu bestellen.

Der afrikanische Adonis neben mir  ist scheinbar schneller mit der Bewältigung  solch existenzieller Fragen und ordert zwei Kilkenny.

Nach der dritten Runde, zeigt das Zeug endlich die erwünschte Wirkung, er steht plötzlich auf und küsst mich.

„Du schmeckst richtig gut“, flüstert er mir ins Ohr. Ich drücke mich gegen seinen Körper,  fasse ihn an den Arsch und mache sehr eindeutige Bewegungen mit meinem Becken. Es kümmert uns keinen einzigen Moment, dass wir inzwischen von so ziemlich jedem da drinnen angestarrt werden.

„Zu mir, oder zu dir?“ Jerome schiebt mir seine Hand unters Shirt und streichelt mich als ich im Augenwinkel einen grauhaarigen Kerl im Anzug auf uns zusteuern sehe. Er macht einen sehr unentspannten Eindruck, als er neben uns zum Stehen kommt.

„Bitte verlassen Sie beide umgehend mein  Lokal. Das ist ein ehrenwertes Haus.“

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, fuchtelt er heftig mit den  Armen herum und knallt uns die offene Rechnung auf den Tisch.

„War eh scheiße hier, außerdem wollten wir grade gehen“, fauche ich und hebe meinen BH vom Boden auf, drei Kerle am Nebentisch grölen, als ich das rote Teil in meine Handtasche stopfe.

Mein Begleiter wirft einige Geldscheine auf den Tisch und wir verschwinden.Kaum vor dem Eingang angekommen, packt er mich,  drückt mich gegen eine Hauswand und schiebt mir den Rock hoch. Ich fasse ihn zwischen die Beine,  spüre  seine riesige Vorfreude  und würde ihm am liebsten an Ort und Stelle die Klamotten vom Körper reißen.

Ein vorbeifahrendes Polizeiauto lässt uns wieder zur Vernunft kommen, ich nehme ihn an der Hand und wir machen uns auf den Weg.

Unweit des Stadtparks, in dessen Mitte eine kleine Kirche steht, habe ich meinen Wagen stehen. Als ich die Türe zur Rückbank öffne und ihn deute einzusteigen, sieht er mich fragend an.

„Ist das dein Ernst?“

„Und ob! Ich wollte immer schon mal mit Blick auf ein Gotteshaus Sex haben. Das ist so unchristlich und verdorben.“

Wir kichern beide als wir einsteigen und von innen abschließen.

Als ich am nächsten Morgen auf der Suche nach meinem Telefon die Rückbank meines Polos durchkämme und dabei Fußabdrücke an der Decke, und meinen String auf dem Beifahrersitz erblicke, schmunzle ich zufrieden.

Endlich mal eine App, die Spaß  macht.

Monday night

Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich wieder mal spät dran bin, doch es sollte sich ausgehen in einer Stunde bei meiner Verabredung  zu sein.

Beim Anziehen der schwarzen, halterlosen Strümpfe überkommt mich ein wohliger Schauer, etwas Nervosität gepaart mit Vorfreude jagt mir eine Gänsehaut über den Rücken und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Hektisch suche ich nach passender Unterwäsche, als mir die Sms wieder einfällt, die er vor einigen Tagen gesendet hat:

„Zwanzig Uhr in der Lobby. Kein Höschen, kein BH, halterlose Strümpfe, kurzer Rock, Bluse.“

Die Sonne ist bereits untergegangen, ein eisiger Wind lässt mich fröstelnd  durch die sternenklare Nacht ziehen.

Kaum angekommen kann ich seine Blicke spüren, noch bevor ich ihn sehe. Es herrscht hektisches Treiben in der Bar, einige Geschäftsleute sitzen vor ihren Laptops, ein Pärchen unterhält sich angeregt im vor der Theke und ein gelangweilt aussehender Barkeeper poliert Weingläser.

Neben der Rezeption steht eine blaue Ledercouch, von der ein Kerl aufsteht und direkt auf mich zukommt.

„Maja?“

Der hochgewachsene,  junge Kerl im schwarzen Anzug grinst mich mit leuchtenden Augen an und der Duft seines Aftershaves raubt mir beinahe die Sinne.

Wir suchen uns einen ruhigen Platz im hinteren Teil der Hotelbar, bestellen eine Flasche Rotwein und unterhalten uns über Gott und die Welt. Antonio ist mir sympathisch, ich kann die aufkommende Erregung nicht leugnen als er mir seine Hand auf den Oberschenkel legt und mich dabei fordernd ansieht:

„Lass uns nach oben gehen, da ist es ein wenig ruhiger.“

Nur zu gern, denke ich mir, kann es kaum erwarten endlich zu sehen was sich unter dem Anzug verbirgt. Beim Schließen der Aufzugstüre zieht er mich an sich, schiebt mir den Rock hoch und küsst mich. Völlig überrascht lasse ich mich gegen die Wand drücken, seine Finger wandern die Innenseite meiner Oberschenkel hoch, doch noch bevor er dort angekommen ist, wo sich die Hitze zentriert stoppt der Fahrstuhl.

Völlig benommen und außer mir vor Lust lasse ich mich von ihm an der Hand nehmen und folge ihm den Gang entlang zu seiner Suite.

„Zieh deine Bluse und den Rock aus und beug dich über den Tisch dort drüben“, mit dem Zeigefinger deutet er in die Richtung wo der Schreibtisch steht.

Ich tue was er von mir verlangt, er verbindet mir die Augen,  und ich kann ihn in seiner Tasche herumkramen hören.

„Das ist dafür, dass du dich verspätet hast“, Sekunden später schnalzt das Paddle unbarmherzig  auf meinen Hintern und hinterlässt ein heißes Brennen. Ich winde mich, stöhne leise auf als es zum zweiten Mal mit einem lauten Schnalzer auf meinen Po klatscht.

„Halt still, sonst gibt’s noch eine Draufgabe“, befiehlt er mir, bevor er zum dritten Schlag ansetzt.

Doch plötzlich hält er inne und streichelt mich, küsst meinen Nacken und schiebt mir seinen Finger langsam in die zuckende Enge.

„Du bist ja völlig nass. Gefällt dir anscheinend den Arsch versohlt zu bekommen“, flüstert er mir ins Ohr, während er mit der zweiten Hand meine Brüste knetet.

„Ja, es gefällt mir.“

Antonio packt mich an den Haaren und zieht mich hinter sich her, ich blinzle unter der Augenbinde durch und kann ein riesiges Bett erkennen,  er gibt mir zu verstehen dass ich mich darauf knien soll.

Plötzlich rast ein stechender Schmerz  durch meine Nippel, ich schreie kurz auf doch als ich bemerke was vor sich geht ist es bereits zu spät. Die Klammern auf meinen Brustwarzen drücken fest zu, eine Hitzewelle durchfährt meinen Körper, als er mir auch noch einen Knebel anlegt und meine Hände hinter dem Rücken fesselt bin ich ihm völlig ausgeliefert.

„Alles okay?“

Ich nicke und lasse mich vorsichtig auf das Bett pressen, er streichelt mich und stößt mit seinen Fingern immer wieder in mich, ehe ich das Öffnen eines Reißverschlusses hören kann.

Der Druck von etwas warmen, harten  verrät mir, dass er mich wohl gleich ficken wird und lässt mich beinahe wahnsinnig werden. Gott bin ich scharf auf den Typ.

Erwartungsvoll strecke ich ihm mein Hinterteil entgegen, fühle seine Hände die mich an den Hüften umfassen und sein steinhartes Ding mit dem er endlich in mich eindringt.

Trotz des Knebels  zwischen meinen Lippen, ächze ich laut auf als er das Tempo seiner Stöße erhöht und mir die Klammern abnimmt. Pochender Schmerz mischt sich mit grenzenloser Begierde, ich versuche zu schreien als ich ihn bis zum Anschlag in mir bemerke.

Heftiges Zucken aus meiner Spalte die inzwischen klitschnass ist, ich bäume mich auf als er mich schließlich zum Höhepunkt vögelt.  Antonio hält mich fest,  zieht seinen Schwanz aus meiner immer noch ekstatisch zitternden Möse,  befreit meine Arme und meinen Mund von den Fesseln, nimmt mir die Augenbinde ab und dreht mich auf den Rücken.

„Oh mein Gott“, entfährt es mir als ich wieder sprechen kann und er sich über mich kniet. Das Teil vor meinem Gesicht ist wirklich riesig, ich öffne die Lippen und beginne daran zu saugen. Antonio hält meine Arme über den Kopf fest und sieht mir tief in die Augen.

„Komm schon Baby, den bekommst du doch sicher noch weiter rein?“

So weit wie möglich versuche ich ihn aufzunehmen, lecke über seine Spitze, als auch er unter einem lauten Aufstöhnen in meinem Mund kommt.

Wir liegen nebeneinander auf dem weißen Laken, ringen nach Luft und können beide nicht mehr aufhören zu lächeln.

„Wann sehe ich dich wieder Maja?“

„Ich hoffe bald.“

Er nimmt mich in den Arm, küsst mich nochmal bevor ich aufstehe und wieder hinaus in die kalte Nacht verschwinde.

monday morning

Bitte was für ein abgefahrener Morgen?

Im tiefsten Tiefschlaf reißt mich die Klingel aus dem geliebten Zustand der völligen Bewusstlosigkeit. Ach ja, der Typ von der Installationsfirma wollte irgendwas reparieren, aber warum muss das ausgerechnet mitten in der Nacht passieren? Wer ist schließlich um acht Uhr schon auf?

Ich sicher nicht. Prostituierte, Barkeeper, Kokser, Auftragskiller, Drogendealer und Nachtbusfahrer eher auch nicht.

Springe nackt aus dem Bett, schnapp mir den schwarzen Mini der am Boden liegt und zieh mir noch ein weißes Top drüber ehe ich dem Handwerker die Tür öffne.

Völlig schleierhaft ob er mich wegen des chaotischen Zustands meiner langen braunen Haare oder wegen der durchscheinenden Nippel so bescheuert angrinst, zeige ich ihm den Weg ins Bad.

„Mach schnell und schau dass du wieder aus meiner Wohnung kommst.“ Noch während mir der oft gedachte Satz beinahe herausrutscht, beherrsche ich mich und fange selbst zu grinsen an. Als er so vor mir steht und konzentriert am Boiler herumschraubt, scheint er doch meinen musternden Blick zu spüren, denn plötzlich hebt er den Kopf und starrt eindringlich zurück.

„Schade dass ich dir keine Briefmarkensammlung zeigen kann.“

Er reißt den Mund weit auf und sein Schraubenzieher fällt ihm aus der Hand.

„Ficken?“

Bingo. Er hat verstanden was ich möchte.

Zehn Minuten später funktioniert der Boiler zwar immer noch nicht, dafür liege ich nackt, verschwitzt und entpannt neben dem Marlboro qualmendem Fachmann auf der Couch.

Wer braucht schon warmes Wasser, das wird doch eh alles überbewertet.