deschawü 3.0

Nachdem mich Manfred noch am Ort des Geschehens gefeuert- und ich ihn einen frustrierten alten Sack genannt hatte, stieg ich in meinen alten, grünen VW Polo, streckte den Mittelfinger zum Abschied aus der Rückscheibe und fuhr Richtung Stadt.
Ich konnte jetzt wirklich einen Drink vertragen, auch wenn erst früher Nachmittag war. Warum hatten wir auch vergessen, den Zugang zum Hoteldach wieder abzuschließen, bevor wir dort oben gekifft und rumgemacht hatten?
Auf der anderen Seite war ich auch nicht gerade unglücklich darüber, erstens hasste ich diesen Job und zweitens hatte das erwischt werden verhindert, dass Josey meinen verwundeten Hintern sah.
Wo zum Henker steckte der spanische Frühstückskoch eigentlich? Im Gegensatz zu mir, wurde er nicht fristlos entlassen, wahrscheinlich weil er ansonsten einen vernünftigen Job machte und nicht viermal die Woche zu spät kam.
Ich versuchte ihn anzurufen, konnte ihn aber nicht erreichen. Anscheinend kassierte er gerade richtig bösen Anschiss inklusive einer Moralpredigt, warum man im Dienst nicht die Assistentin vom Chef vögeln dürfte. Wie oft saß ich selbst schon im Büro und durfte mir ähnliche Ansagen bezüglich meines Verhaltens anhören, ich würde es sicher nicht vermissen. Die lustigen Ausflüge mit dem Spanier schon.
Ich fuhr die Landstraße entlang und es war wenig Verkehr, vermutlich waren alle die nicht arbeiten mussten am See um der stetig ansteigenden Hitze zu entfliehen.
„Ein Königreich für eine Klimaanlage!“ murmelte ich vor mich hin, während AC/DC´s „Highway to hell“ aus meinen Lautsprechern wummerte und ich beinahe einen Radfahrer umfuhr, da ich am Radio herumfummelte und gleichzeitig in meiner Handtasche nach Marihuana suchte.
„Scheiße, wo kommt der denn her?“ Ich zeigte dem Typen auf dem Mountainbike einen Vogel, er mir seinen Stinkefinger.
„Geiler Tag!“ Ich hatte das Gras gefunden und fingerte nur noch kurz im Handschuhfach um noch nach Zigarettenpapier zu durchstöbern. Während ich mit meinen Knien das Lenkrad bediente hatte ich beide Hände zum drehen eines weiteren Joints frei.
Kaum brannte er, klingelte das Telefon.
„Elena, wo bist du?“
„Also wenn du mich so nennst, muss wirklich ganz böse gewesen sein? Hat er dich auch gekündigt?“
„Schlimmer.“
„Josey du machst mir irgendwie Angst. Raus mit der Sprache, was ist passiert?“
„In einer halben Stunde bei dir?“ Das hielt ich für keine so gute Idee, wusste ich doch worauf dass hinauslaufen würde, er würde das Schäferstündchen von vorhin fortsetzen wollen, woran ich im Moment allerdings kein Interesse hatte. Dies galt in diesem Augenblick einzig und allein dem Vertuschen der vergangenen Nacht.
„Nein, ich will noch nicht nach Hause. Ich wurde soeben rausgeworfen und will mich betrinken gehen. Komm du in einer halben Stunde in die Stadt, ich bin gleich in dem neuen Schuppen beim Kino. Bis dann!“
Ich legte auf, noch bevor er etwas anderes sagen konnte und scheinbar keine Sekunde zu früh, den im gleichen Moment sah ich den Wagen im Rückspiegel, der mich mit Aufblendlicht auf sich aufmerksam machte.
„Was will den der Trottel von mir?“ und kaum hatte ich den Satz fertig gedacht, packte der Fahrer hinter mir ein Blaulicht aufs Autodach und schaltete es ein.
„Verdammte Scheiße!“ Ich warf den brennenden Stick in meine Handtasche, wollte die Fenster zum Lüften aufmachen, bemerkte aber dass sie schon offen waren und fuhr rechts ran, mein Herz konnte ich bis zum Hals schlagen hören. Das andere Auto parkte hinter mir und ich konnte den riesigen Kerl in Uniform aussteigen und in meine Richtung kommen sehen.
„Na, sind wir auf der Flucht?“ Der Typ lehnte sich ans offene Fenster und lächelte mich an. Er war sicher an die zwei Meter groß, hatte kurzes schwarzes Haar, stechend blaue Augen und hätte die perfekten Maße gehabt um Profi- Basketball zu spielen.
„Also ehrlich gesagt, hab ich mich schon etwas verfolgt gefühlt.“ Mit dem unschuldigsten, mir möglichen Augenaufschlag sah ich nach draußen. Wusste nicht wann ich zum letzten Mal einen so scharf aussehenden Uniformierten gesehen hatte.
„Führerschein und Zulassung bitte.“ Er grinst immer noch.
Ich griff nach der Handtasche um meine Papiere zu suchen, und stellte sie auf meine Beine um sie zu öffnen.
Adonis in Gestalt eines Polizisten drehte sich kurz zur Seite um einen vorbeirasenden Wagen nachzusehen.
Nur kurz nachdem ich den Reißverschluss der Tasche öffnete, schoss mir eine Rauchwolke entgegen.
So unauffällig wie möglich zog ich ihn wieder zu und stellte sie zurück auf den Boden, während ich im Stillen ein Stoßgebet ausspreche, er möge es bitte übersehen haben.
„Es tut mir leid, aber ich kann mich jetzt gerade nicht ausweisen.“
Als der Hüne sich wieder mir zuwendet, ist sein Lächeln verschwunden.
„Aha. Und warum zum Teufel raucht es hier plötzlich?“

*

„Mir ist wohl vorhin die Kippe in die Tasche gefallen.“ Versuchte ich mich zu rechtfertigen.
„Und warum riechts dann nach Gras?“ So leicht ließ er sich dann doch nicht hinters Licht führen.
„Tuts doch gar nicht.“ Ich konnte den trotzigen Unterton in meiner Antwort nicht verbergen.
„Steigen Sie bitte aus dem Wagen aus.“
Ich tat was er verlangte, öffnete die Fahrertür und stieg aus dem nach verbranntem Leder und Pot riechendem Auto und strich mir meine Haare aus dem Gesicht.
„Geben Sie mir bitte Ihre Tasche.“
Genau das fehlte mir heute noch.
„Ich denke nicht.“
„Wie bitte?“ verdutzt sah er mich an.
„Sie haben kein Recht dazu meine Tasche zu durchsuchen.“
Selbstsicher gab ich ihm Kontra.
„Und ob. Ich kann Sie aber auch gerne mitnehmen und dem Amtsarzt vorführen lassen.“
„Auch das denke ich eher nicht.“
Völlig gelassen trat ich einen Schritt in seine Richtung und blickte ihn provokant an während ich mir mit einer Hand den obersten Knopf meiner Bluse öffnete.
„Was wird denn das, wenns fertig ist?“ jetzt grinste er wieder.
Ich machte eine weitere Bewegung auf ihn zu und da er keinen Zentimeter wegtrat, nahm ich an, das Dilemma auch anders als mit dem Amtsarzt lösen zu können.
Wir standen immer noch am Straßenrand, neben uns die beiden Wägen die eine allzu genaue Sicht auf unser Treiben gut verbargen, weswegen ich auch keine Hemmung hatte meine Hand in seine Richtung zu strecken, ich wollte prüfen ob alles an ihm so riesig war. Doch noch bevor ich ihn erreichte, packte er meinen Arm und drehte ihn auf meinen Rücken. Er stand jetzt direkt hinter mir und legte mir Handschellen an.
„So einfach kommst Du mir nicht davon.“ Flüsterte er in mein Ohr und drückte mich in Richtung seines weißen Audis.

deschawü 2.0

Er hatte sich den Tag über freigehalten und anscheinend den richtigen dazu ausgesucht. Im Fernsehen sagten sie, es würde einer der heißesten des bisherigen Jahres werden und ein kurzer Blick nach draußen bestätigte die Prophezeiung der, wie er, fand billig aussehenden Wettermoderatorin. Es war schon früh am Morgen, als er aus dem Studio zurück in seine kleine Zweizimmerwohnung mitten in der Innenstadt kam.
„Diese kleine durchgeknallte Schlampe.“ Er murmelte völlig in Gedanken versunken, während er die Speicherkarte aus seiner Kamera holte, seinen Rechner hochfuhr und sich zurücklehnte.
Die Bilder der vergangenen Nacht rauschten im Eiltempo über den Bildschirm und er musste schmunzeln als er sie so hilflos, mit roten Striemen am Arsch sah, hilflos, mit verbundenem Mund ihm völlig ausgeliefert. Spontan beschloss er ihr das Bild zu senden, sie sollte sehen was er gestern sehen durfte.
Was hatte sie sich eigentlich dabei gedacht, als sie in dem Aufzug bei ihm auftauchte. Sie musste damit rechnen dass es nicht nur bei den Aufnahmen blieb, sondern er auch noch so einige andere Dinge von Ihr verlangte, über die man im Vorfeld nicht geredet hatte.
Verrücktes Ding. Aber irgendjemand musste ihr noch beibringen, wie man sich zu benehmen hatte.
Wie es sich wohl anfühlen würde, von ihr den Schwanz gelutscht zu bekommen, während ein anderer Kerl ihr seinen ganz beiläufig von hinten reinschiebt, wenn sie auf allen vieren auf dem Fußboden vor und zurück rutscht…
Ob sie es genießen würde?
Oh ja sie war es wert von ihm diszipliniert zu werden.
Sie musste erfahren was es heißt, zu dienen. Er freute sich auf das, was noch kommen würde, auf all die Dinge, die er ihr beibringen würde.
Abrupt riss es ihn aus seinem Tagtraum als sein Telefon klingelte, er blickte kurz aufs Display, kannte allerdings die Nummer nicht, die ihn gerade zu erreichen versuchte.
Vielleicht war es ein neuer Kunde, der einen Fotografen brauchte?
„Hallo Andreas. Alles klar?“
Es dauerte nicht einmal den Bruchteil einer Sekunde bevor er begriff, wen er da gerade an der Leitung hatte, diese Stimme würde er wohl nie vergessen.
„Was willst du? Wir hatten doch ausgemacht, keine Anrufe!“ sein Tonfall klang sehr aufgewühlt und erzürnt.
„Aber, wer wird denn gleich so böse sein?“ Die Person am anderen Ende der Leitung lachte laut auf.
Wie zum Teufel hatte sie seine Nummer herausbekommen? Irgendjemand musste wieder zu viel geredet haben, wie sonst war das möglich? Er versuchte die Fassung zu bewahren und sein Handy nicht gegen die Wand zu werfen.
„Woher hast du meine Nummer?“, wollte er wissen.
„Ach du zorniger Kerl müsstest eigentlich wissen, dass ich immer alles kriege was ich will, oder?“
„Und was genau ist es diesmal? Du weißt doch, dass ich mit der Sache nichts mehr zu tun habe?“
Der Zorn aus seiner Stimme war gewichen, er klang jetzt sehr gefasst und ruhig.
„Sag bloß du verdienst mit deinem Fotostudio mehr als bei mir?“
Er schwieg.
„Na also, wir verstehen uns. Ich brauch jemand auf den ich mich verlassen kann und da bist mir spontan du eingefallen.“
„Aber ich sagte doch, ich will nicht mehr.“
„Und ich kann mich nicht daran erinnern dich gefragt zu haben was du willst. Muss ich dich daran erinnern was mit Carlos geschehen ist?“
Nein, dass musste sie ganz und gar nicht tun. Er würde den Augenblick niemals vergessen, als er den alten Spanier zusammengeschlagen am Steg unter dem Ferienclub gefunden hatte nachdem sie die halbe Nacht gefeiert hatten. Sie hatten ihn übel zugerichtet, etliche Knochen waren gebrochen, seine Augen blutunterlaufen und einige schlimme Platzwunden zeichneten seinen Kopf. Im ersten Moment hatte er gedacht, sie hätten ihn umgebracht.
„Wo sollen wir uns treffen?“ wissend, dass eine weitere Diskussion keinen Sinn hatte gab er nach.
„Ich komme dich heute Abend um halb acht abholen. Deine Adresse stimmt noch, nehme ich an?“
„Als ob du das nicht schon längst wüsstest.“
„Gut. Bis später dann. Und versetz mich bloß nicht, das mag ich nämlich gar nicht. Ciao“
In Gedanken versunken trat er vors Schlafzimmerfenster und sah auf das hektische Treiben auf der Straße unter ihm.

deschawü 1.0

Ich lag nackt in meinem riesigen Bett aus schwarz lackiertem Metall und erwachte weil die Sonnenstrahlen durch die leicht geöffneten Jalousien direkt auf mein Gesicht schienen. Hatte ich wirklich solange geschlafen?
Meine Hand tastete sich vorsichtig über den Nachtisch um nach meinem Telefon zu suchen, ich musste wissen wie spät es war. Als ich mich auf die Seite drehte, konnte ich das Brennen auf der Haut wieder spüren. Immer noch fühlte ich mich leicht benommen und irgendwie verkatert, mein Verstand schien sich nur sehr langsam zu regenerieren und auf Touren zu kommen. Was um alles in der Welt war da gestern Nacht passiert?
Ich schlug die Augen auf und durch die einfallende Helligkeit erkannte ich den gesamten Inhalt meiner Handtasche, die schwarzen Strapse und den Rock, die quer über den dunkelbraunen Holzboden verstreut lagen. Scheinbar hatte ich es eilig ins Bett zu kommen. Das rote Top lag neben mir auf dem zweiten Kopfpolster.
Seit Jan ausgezogen war, waren bereits acht Monate vergangen und obwohl nie ein anderer Mann über Nacht blieb, bezog ich immer noch beide Kissen und Decken. Das große Teil würde mit nur einer Bettwäsche einfach viel zu leer aussehen.
Ein kurzer Blick aufs Display des Telefons verriet mir, dass es wirklich schon recht spät war. Ich sollte eigentlich schon längst auf dem Weg in die Arbeit sein.
Außerdem sah ich, dass ich eine Nachricht im Posteingang hatte. Neugierig öffnete ich sie.
Es war nur ein kurzer Satz der seine Wirkung aber keinesfalls verfehlte.
„Du hast kein einziges Mal gesagt, dass ich aufhören soll.“ Als ich den Anhang öffnete, stockte mir der Atem. Auf dem Bild sah man mich von hinten, völlig nackt und mit über dem Kopf verschnürten und festgemachten Armen, die Beine weit gespreizt und der Arsch völlig rot und wundgeschlagen.
„Verfluchte Scheiße, was ist denn da gestern eigentlich abgegangen?“, schoss es mir durch den Kopf.
Ich realisierte nur langsam, dass die Bildfetzen die durch meinen Verstand geisterten, wohl doch einen realen Hintergrund hatten und nicht bloß geträumt waren.
Eine unkontrollierbare Hitzewelle schoss mir durch den ganzen Körper und ich verspürte den Drang mich meiner aufkommenden Lust hinzugeben. Meine Hand wanderte zwischen meine Beine und verschwand unter der Decke. Mir fielen die Einzelheiten wieder ein, wie aus einem Traum gerissen, kam ich mir vor. Ich rieb mit dem Ballen der Hand über meine Schamlippen, während zwei Finger in meiner Muschi ein- und ausglitten. Die Erinnerung an das abgefahrene Shooting war besser als alle Clips, die Youporn zu bieten hatte und so dauerte es auch nicht lange ehe ich laut stöhnend zum Orgasmus kam.
Zehn Minuten später stieg ich relativ entspannt, wenn auch immer noch verwirrt aus der dampfenden Dusche und betrachtete das Malheur im Spiegel. Ich sah aus, als ob mich ein Lkw überfahren hätte. Mein Arsch war mit einem riesigen blauen Fleck überzogen der die Größe einer DIN A 4 Seite hatte und meine Handgelenke waren ebenfalls dunkel verfärbt, genau an den Stellen an denen das Isolierband befestigt war. Auch auf meiner Wange konnte man die Stelle sehen, mit der er mich zu Boden gedrückt hatte und knapp über meiner Hüfte konnte man eine Bissspur entdecken. So konnte ich unmöglich arbeiten gehen. Wie sollte ich das erklären?
Und wie war es überhaupt soweit gekommen? Was war eigentlich mit mir los in letzter Zeit? Wieso ging ich so ein Risiko ein?
Als ob ich mich selbst bei all den merkwürdigen Aktionen beobachten würde, ohne jedoch die Möglichkeit zur bewussten Steuerung zu bekommen.
Ich kramte im Badezimmerschrank nach Make-up und versuchte zuerst die Spuren an den Händen zu verdecken. Nachdem ich auch noch eine zweite Schicht darüber verteilt hatte, konnte man wirklich kaum mehr was erkennen.
Als es mir auch noch gelang die Stelle im Gesicht soweit abzudecken, dass niemand auch nur erahnen konnte, was ich erlebt hatte beschloss ich mich auf den Weg in die Arbeit zu machen.
Zu einem knielangen, dunkelgrünen Bleistiftrock und schwarzen, halterlosen Strümpfen zog ich eine tief ausgeschnittene, weiße Bluse an. Die schwarzbraunen, knapp schulterlangen Haare trug ich offen.
Ich hatte keine Zeit mehr um das Chaos in meiner Wohnung zu beseitigen, bevor ich in meine schwarzen Pumps schlüpfte und hinaus in die schon sehr hoch stehende Sonne trat. Es war viel zu heiß für diese Jahreszeit und ich fühlte mich, als ob ich gegen eine Wand lief.
Immer noch unschlüssig ob ich ihm auf seine Nachricht antworten sollte, beschloss ich erstmal abzuwarten bis ich einen klaren Gedanken fassen konnte.
Aber auch als ich schon längst in meinem Wagen saß, konnte ich mich einfach nicht lange genug auf etwas anderes konzentrieren. Ständig rissen mich Erinnerungsfetzen der vergangenen Stunden aus dem alltäglichen Trott und begannen langsam aber sicher die Herrschaft über meinen Geist zu gewinnen.
Ich musste ständig an seinen Schwanz in mir denken, an die Schläge auf meine nackte Haut und ich hatte es längst aufgegeben, gegen diese Gedanken anzukämpfen auch wenn sie zum Teil sehr beängstigend wirkten.
„Hey Süße, wie geht´s dir? “, riss mich Sue mich aus meinen Träumereien.
„Danke, passt soweit.“
Mit völlig entspannter und gelassener Mine, log ich unserer Empfangsdame in der Lobby des Hotels ins Gesicht. Sie war eine der ersten Mitarbeiter in diesem Betrieb und folglich führte sie sich oft auf, als ob ihr der Laden gehören würde.
Sue war Anfang vierzig, schlank und hatte blonde lange Haare. An und für sich mochte ich sie, war aber immer sehr darauf bedacht, was ich in Ihrer Gegenwart erzählte. Sie schien mir nicht ungefährlich zu sein, auch wenn ich nicht wusste, was genau dieses Misstrauen ihr gegenüber auslöste.
„Irgendwie schaust heute müde aus?“, bemerkte sie sehr beiläufig wenn auch sehr kühl.
„Bin noch nicht ganz da, meine Kaffeemaschine hat den Geist aufgegeben.“
„Oje, ganz ohne Koffein geht’s wirklich nicht.“
Sie sah etwas besorgt aus, wobei ich mir unsicher war, wieviel davon aufgesetzt war.
„Gibt schlimmeres. So ich muss wirklich los, bin spät dran. Wir sehen uns später.“
Ich versuchte das Gespräch abzuwürgen um endlich ins Büro zu kommen ohne dass jemand meine Verspätung bemerken würde.
„Geht klar. Bis später Eli.“
Ich drehte mich um und lief durch die Hotelbar vorbei ins Büro, wo bereits mein Boss auf mich wartete. Mit einem ernsten Blick auf die Armbanduhr legte er seinen Kopf schief und sah mich vorwurfsvoll an.
„Eli, dass ist bereits das dritte Mal in dieser Woche. Du bist schon wieder zu spät. Das geht so nicht weiter.“
Der kleine dicke Kerl mit dem hochroten Kopf versuchte mich anscheinend wieder mal zur Vernunft zu bringen. Er wirkte sehr unentspannt und gestresst, wobei ich nicht wusste ob ich der einzige Grund für seinen nicht gerade ausgeglichenen Zustand war.
„Ja, es tut mir wirklich Leid Manfred, aber mein Auto ist heute Morgen nicht angesprungen.“
„Es ist ständig irgendetwas, das bei dir nicht funktioniert. Krieg endlich dein Leben auf die Reihe. Das kann so nicht weitergehen!“
„Sorry, wird nicht wieder vorkommen.“ Ich versuchte so gut es ging reumütig zu wirken.
„Das hoffe ich für dich. Und jetzt schau dass du an die Arbeit kommst. Wir haben noch viel zu tun.“
Mit einem etwas versöhnlicheren Unterton hastete er endlich hinaus aus dem kleinen Raum.
„Blöder Wichser.“ dachte ich mir und machte mich genervt an den Schreibtisch, fuhr den Rechner hoch und tat ungefähr eine halbe Stunde so, als ob ich wirklich arbeiten würde.
In Wirklichkeit checkte ich meinen privaten Mail Account und sah mir Videos auf Youtube an.
Das Büro lag im Eingangsbereich des Hotels, unweit der Küche und der Lieferanteneinfahrt. Durch meine Glasfront neben dem Tisch konnte ich so immer sehen wer gerade auf dem Parkplatz kam, oder auch wieder wegfuhr. Es war also sehr unwahrscheinlich von irgendjemanden beim absolut nix tun erwischt zu werden.
Kurz überlegte ich ernsthaft, ob ich nicht doch vielleicht etwas Sinnvolles machen sollte, entschied mich aber dagegen. Warum auch jetzt damit anfangen, die würden das dann ja immer von mir verlangen.
Stattdessen kramte ich in meiner Handtasche. Irgendwo musste ich noch einen fertigen Joint haben und ich konnte den jetzt wirklich gut vertragen.
Fünf Minuten später stand ich mit Josy, dem portugiesischem Frühstückskoch auf dem Dach des Hotels in der brütenden Hitze. Von hier aus hatte man eine wunderbare Aussicht auf das ganze Areal des Ferienclubs. Unter uns lagen die Tennisplätze und der Parkplatz, der zu dieser Zeit des Jahres gerammelt voll war, hinter uns der See und der kleine angrenzende Wald.
Die meisten Touristen kamen aus Wien, um ein paar Tage zu relaxen und der Großstadt zu entfliehen.
Josy war noch nicht lange hier, sprach aber perfektes Deutsch, da seine Goßeltern aus der Nähe von München stammten und er in den Sommerferien immer bei ihnen auf Besuch war. Wir verstanden uns auf Anhieb gut, was wohl auch an unserer gemeinsamen Leidenschaft für gutes Gras lag.
„Ist doch alles scheiße hier.“ Meckerte er.
„Wieso?“
„Weil sie alle bescheuert sind. Ich meine schau sie dir doch an“
Er deutete auf zwei Tennislehrer unter uns, die gerade über den Parkplatz liefen.
„Hier. Nimm mal den Dübel und entspann dich.“ Ich gab ihm den brennenden Joint nachdem ich selbst einen tiefen Zug genommen hatte.
Josy war einen Kopf kleiner als ich, braungebrannt, hatte schwarzes Schulterlanges Haar, dass er meistens zu einem Pferdeschwanz gebunden und einen drei Tage Bart. Seine südländische Herkunft konnte er trotz perfekter deutscher Sprachkenntnisse nicht abstreiten und seiner Anziehungskraft auf Frauen schadete es ganz und gar nicht.
„Oh ja, das tut gut.“ Meinte er etwas entspannter als vorhin.
„Was hast Du für ein Problem mit den Tennisfritzen?“
„Ach, ist doch egal.“
„Jetzt sag schon, was ist los?“ bohrte ich weiter.
Wütend und traurig zugleich sah er mich an.
„Die beiden haben Mia gefickt.“
„Was?“ entgegnete ich entgeistert.
„Tatsache.“
„Das ist nicht dein Ernst?“
„Doch. Ich war gestern Abend noch auf ein Bier an der Bar. Die waren auch dort und haben sich blendend unterhalten.“
„Und deswegen meinst, dass sie miteinander gevögelt haben?“
Ich wusste, dass Josey schon länger scharf auf Mia war und er sehr besitzergreifend sein konnte, wenn es um sie ging, obwohl sie soweit ich wusste nie etwas miteinander hatten.
Sie war Kinderanimateurin und erst seit kurzem im Hotel. Ich schätzte sie auf Anfang zwanzig, hatte allerdings noch nie mehr als drei Sätze mit Ihr gewechselt.
So wie der kiffende Frühstückskoch, der neben mir stand, kam auch sie aus Spanien, da es dort richtig schwierig war einen Job zu finden. Doch anders als ihm, merkte man ihr das Heimweh oft an. Sie hatte noch Schwierigkeiten mit der Sprache und die Mentalität der Österreicher schien ihr noch sehr gewöhnungsbedürftig.
„Ich hab gesehen, wie sie sich angesehen haben und sie hat mich völlig ignoriert. Die beiden haben sie anständig abgefüllt und sind dann zu dritt abgehauen.“
„Vielleicht weil sie schlafen wollten?“ versuchte ich Josey zu beruhigen.
„Nein, da war garantiert mehr.“
„Hast du versucht mit ihr zu reden?“
„Klar doch. Ich war kurz davor den Kerlen eine reinzuhauen. Aber sie sagte nur ich soll sie gefälligst in Ruhe lassen, sie amüsiere sich.“
Ich rauchte den letzten Rest weg und konnte mich nicht mehr auf Joseys Geschichte konzentrieren, weil mir meine eigene im Kopf herumgeisterte, weshalb ich ziemlich abwesend auf den See unter uns starrte.
„Irgendwie wirkst du heute auch sehr zerstört. Was ist los mit Dir? Wie war dein Date mit dem Fototyp?“ fragend sah er mir in die Augen.
So stark das Bedürfnis auch war mit jemanden darüber zu reden, entschied ich mich doch dafür es besser für mich zu behalten, da ich nicht wusste wie er darauf reagieren würde.
„Ich hatte eine denkwürdige Nacht.“ Mein Grinsen wirkte scheinbar denn er bohrte nicht weiter nach.
„Was hälst du davon auch noch einen denkwürdigen Nachmittag zu erleben?“
Sehr plötzlich war Josey sehr nahe gekommen und ich konnte seinen Atem im Nacken spüren als er seine Hände an meine Hüften legte und seinen Körper an mich presste.
„Oh mein Gott, das kannst jetzt echt nicht machen, wir sollten beide schon längst wieder zurück sein.“ Wirklich glaubhaft klang mein Versuch ihn davon abzuhalten nicht, viel zu erregt dröhnte der Unterton meiner Worte und zum wiederholten Mal an diesem Tag war ich so verdorben nass zwischen den Schenkeln. Er schob seine Hand unter meinen Rock und konnte so meine Vorfreude fühlen.
„ Ach Elli. Du bist ein richtig geiles Stück. Komm zieh dein Oberteil aus.“
Ich tat was er von mir verlangte, öffnete die Bluse unter der ich keine Unterwäsche trug und drehte mich um. Er packte mich zärtlich am Nacken und küsste mich. Als er mir seine Zunge in den Mund schob, dachte ich kurz zu explodieren, packte ihn am Hintern und drückte ihn noch fester an mich.
Sein steinharter Schwanz presste sich gegen die Hose und mit einer gekonnten Handbewegung befreite ich ihn um mich wenig später davor hinzuknien und ihn mit einer Hand am Schaft vorsichtig in meinen Mund gleiten zu lassen. Als ich ihn ganz in mir hatte, hielt ich kurz inne und ließ ihn nur langsam wieder hinaus um mit meiner Zunge über seine Spitze zu lecken.
Kurz musste ich an Andreas´ riesiges Teil denken und wie er sich wohl in meiner Kehle anfühlen mochte, der Gedanke daran ließ meine enge Spalte noch schneller auslaufen und obwohl ich alles für einen Fick gegeben hätte, wollte ich es um jeden Preis vermeiden, dass Josey meinen zugerichteten Hintern sah. Ich hatte keine Ahnung wie er darauf reagieren würde und in meinem benebelten Zustand würde mir so schnell auch keine plausible Ausrede einfallen.
„Oh ja, das tut richtig gut, mach weiter.“ seine Stimme klang sehr hitzig als er seine Hände auf meinen Hinterkopf legte und mir seinen Prügel sehr tief in den Rachen schob. Als er bis zum Anschlag in mir war, öffnete ich die Augen und sah ihm ins Gesicht.
Heißblütig blickte er mich an, wie ich mit seinem Schwanz im Mund zwischen seinen Beinen kniete und meine nackten Brüste hin und her schaukelten.
„Los, komm und zieh deinen Rock hoch, ich will dich durchvögeln.“ Ungeduldig ließ er meinen Kopf los und versuchte mich auf den blanken Betonboden zu drücken, als auf einmal die Türe mit einem lauten Knall geöffnet wurde und Manfred, unser Hoteldirektor mit weit offenem Mund vor uns stand.
„Was zur Hölle treibt ihr hier?“

vivalosfrühlingsgefühle

Jean Francoise zweifelt an meiner Wortwahl, außerdem an der Selektion der passenden Beratungsstelle. Ich zweifle an seiner Kompetenz – er hat wohl kaum Erfahrung als Inhaberin einer Vagina mit „Restless-Pussy-Syndrom“. Da könnte ich genauso gut mit einem abstinenten Moralapostel über meine Defizite sprechen, oder?
Nach so einem langen Tag ist er bestimmt hungrig. Ob ich mich dazu herablassen sollte, für ihn zu kochen?
Die schwule Katze frisst das BIO- Hackfleisch nicht – nicht mal ansehen tut sie es, ich nehme die faschierte Kuh wieder zurück.
„Schatz, es gibt heut Fleisch zum Essen.“
Schatz scheißt aufs Katzenfutter.
Die Katze auch.
Den Nachbarn freut´s, seine Frau könne auch nicht mehr, als Dosenfleisch aufzureisen – aufwärmen ja – kochen nein.
Er mag mein Second Hand Kitekat.
Ich mag sein Lächeln.
Er mag wie sich mein Hintern anfühlt.
Ich mag wie sich sein Genital darin bewegt.
Er sagt Mahlzeit.
Ich sage VIVA LOS FRÜHLINGSGEFÜHLE

Liebes Doktor Sommer Team, ich habe ein Problem….

Selbstverständlich lieb ich dich.
Fest umklammern seine Finger meinen Hals, drücken mir die Luft ab
Du kleines, geiles Dummerchen
Punktgenau erwischt der Rohrstock die Innenseite meiner Oberschenkel
Weißt du nicht, dass du mir gehörst?
Antwort unmöglich – Mund voll mit Schwanz
Schluck ihn ganz tief, du Miststück
Erbreche in seinen Schritt
Ich sagte tiefer, na los
Winsle um Gnade
Wer nicht hören kann, muss fühlen
Ohrgefeigtes Häufchen Fickfleisch kapituliert
Sein Grunzen schreit Genugtuung
Gebrochen hat er mich am liebsten

Woohaaa!

Und schlagartig springt der Funken wieder über – Zwei Fremde die zurück ins Zueinander torkeln, auch wenn sie so tun, als wüssten sie Bescheid. Hochmut der so tut, als ob er vor dem Fall käme. Wie schön, nichts mehr zu spüren.
Fehlende Angst, teuer erkaufte Scheinsicherheit zum Preis deiner Seele. Keine Furcht, keine Hoffnung… Kein Zweifeln, kein sehnen.
Und du dachtest echt, wir hätten gewonnen? Zuhause nervt alles nur noch. Die ewigen Streitereien, die im Grunde genommen lächerlich und bedeutungslos sind. Immer wiederkehrende Knackpunkte lassen sämtliche Lösungsansätze bereits im Kern ersticken. Statt blindem Vertrauen herrscht eisige Distanz.
Da wo früher mal Freundschaft war, ist heute nichts mehr; zerstört oder nur auf Eis gelegt? Wie auch immer – die einstige Verbindung scheint ausgelöscht.
Lieber Hass als gespielte Liebe?
Ist alles was wir fühlen eine Lüge?
Es wird Zeit zu gehen.
Entscheide mich für die Flucht nach vorne, übermächtiges Bedürfnis nach Abstand treibt mich immer weiter weg.
Und doch vermisse ich den Austausch mit meiner schonungslosesten Kritikerin, trotz all den Reibereien. Würde bloß Stolz weniger als Vernunft wiegen
Bedauernswerterweise schlägt Konditionierung Seelenverwandschaft – Sucht tötet Liebe.
Junkies als Inbegriff der Beziehungsunfähigkeit, geachtete Sündenböcke am Rande der Gesellschaft.
Zu mächtig die Gier nach dem Gift, zu gierig die Macht, die das Scheißzeug mittlerweile hat
Längst manipulierter Wille, kapituliert und gebrochen.Fest an die Illusion der Freiheit geklammert, vergifteter Geist belügt sich selbst.
Alle Anzeichen ins Lächerliche gezogen, suche ich ununterbrochen nach einem Ausweg, torkle dennoch besserungsresistent in die nächste Katastrophe. Bin ich wirklich so blind?
Suche mich süchtig, bin ständig auf der Jagd nach Lebendigkeit, balanciere auf einer schmalen Grenze.
Millimeter vom eigenem Untergang entfernt.
Er erwischt mich eiskalt, dieses Mal habe ich nicht mehr mit ihm gerechnet. Und doch.
Ich erwarte eigentlich einen Anruf vom Ticker, stattdessen habe ich plötzlich Mister Voll am Arsch am Apparat. Super.
„Ich habe Angst davor.“
Tim nimmt meine Hand, zieht mich hinter sich her. Am Ende des Hügels angekommen grinsen wir um die Wette.
„Boah ist das geil!“
Kichernd lassen wir uns ins Gras fallen, genießen die bombastische Aussicht. Nichts als Wald und See unter uns, während die Sonne langsam hinter dem Horizont untertaucht.
Er hatte Recht – perfekter kann der Zeitpunkt nicht sein. Optisch nicht.
„Tief einatmen, Rauch unten lassen und sofort wieder ziehen. Du wirst merken, wann genug ist.“ , zärtlich drückt er meine Hand, zieht sie wieder weg um Analia ein Feuerzeug abzuschnorren.
Getrocknete Liane, oder so. DMT, eh ganz unkompliziert – weil körpereigene Substanz – ich höre ihm schon lange nicht mehr zu… Fokus schwankt, Analia zündet die Lunte….
Ich denke mir, hahaha ihr Spasten, als ob ich vor so´n bisschen Biopsychedelika in die Knie gehen würde, Analia reicht mir das Ding…
Zwei tiefe Züge später betoniert mich die Erkenntnis, einen Fehler gemacht zu haben ins Bodenlose. Wie zum Teufel kann man bloss so deppert sein???
Er fickt mich härter als sonst, wahrscheinlich ist er immer noch sauer, weil ich den Geschirrspüler getötet habe. Oder weil ich seinen besten Freund gevögelt hab.
Was weiß ich. Muss ja auch nicht alles zer-denken. Außerdem hat meine Energetikerin gesagt, ich muss mich emotional abgrenzen. Ist ja schließlich nicht mein Kaffee wenn er Probleme mit Fremdficken oder Haushaltsgeräten hat. Mich fragt schließlich auch keine Sau, wie´s meiner Waschmaschine geht. Gleiches Recht für alle, oder?
Wie zum Geier soll man sich bei dem Wirbel im Hirn auf den koitalen Endspurt konzentrieren? Vollgas im Kopf geht nur bei Standgas in der Fuffie. Und umgekehrt.
Abgesehen davon stresst es mich die Tatsache, morgen früh aufzutreten um mein Buch zu promoten. Wie bitteschön soll ich mich um halb zehn Vormittags betrinken? Das ist doch asozial, auch wenn´s nur gegen das Lampenfieber ist. Ich bin schließlich nicht Bukowsky, denke auch nicht, dass mir irgendjemand einen Bierkühlschrank auf die Bühne stellen wird.
„Kannst du mir morgen nicht paar Kaffetassen voll Bier mitbringen?“ (Glaubst du, es fällt auf, wenn ich
Sichtlich irritiert zieht er seinen Schwanz aus mir, legt den Kopf schief und spritzt mir zwischen die Titten.

Banane

Ernesto schreit mich an: „Gib Gas, du Irre!“
Seine Stirn ist Schweißbenetzt, er scheint es echt ernst zu meinen. Als ob man mir den Bleifuß diktieren müsste, scheiß verblödeter Beifahrerischer Ausländer. Trete mit voller Kraft aufs Gaspedal, Ernestos Schädel knallt gegen die Kopflehne.
„Bist du deppert, die Kiste jault ja lauter als mein angeficktes Alter Ego beim Porno schauen“, unüberhörbarer Enthusiasmus meinerseits. Gott, ich liebe diese Karre. Mustang rulez.
Ernesto eher nicht. Der kotzt gegen die geschlossene Seitenscheibe.
Ich schreie ihn an, fasle etwas von du dummes Arschloch, schau was du da angerichtet hast. Würgendes Röcheln neben mir: „In meinem Auto kann ich hinspeiben wo ich will du Miststück.“
Achja, genau. Sein PKW.
Als ob ich mir ne gelbe Karre für über 25 Riesen holen würde. Bin schließlich keine übermotivierte Verkaufsnutte von Chiquita, oder der Post.
„Fick dich doch Ernesto.“
Fahre den Mustang rechts ran und steige aus. Theatralisch kann ich.
Zwei Schritte weiter erbarme ich mich – elendiges Würgen hinter mir; verdammt noch mal, wieso muss der jetzt abkratzten? Sicher weil sein Auto so hässlich ist? Da würd ich auch den Freitod wählen….
So friedlich wie er da auf dem Boden liegt, man könnte meinen er hätte das Zeitliche gesegnet. Wäre da nicht die immer größer werdende Ausbeulung knapp unter seinem Bauchnabel. Ich denke nicht, dass Leichen Erektionen bekommen.
„Totstellen geht ohne Latte, du Genie“, fasse ihn mit der einen zwischen die Beine, suche mit der anderen mein Handy in der Tasche. Noch bevor ich Ernestos Penis auf den Weg nach Instagram schicke, reißt er die Augen auf – und mich zu Boden.
Immer lauter werdende Sirenen, seine Knie drücken meine Schultern unnachgiebig zu Boden, er knurrt mich an: „Wenn du schnell bist, hast du vielleicht noch eine Chance. Auf die Plätze, fertig,…. !“

Beim ersten Versuch das grunzende Viech über den Zaun zu heben, wird lötzlich eins der Fenster über unserern Köpfen aufgerissen. Vor Schreck lass ich das Schwein fallen, mit einem Schlag ist es wieder putzmunter. Ich hab befürchtet, dass die Dosis für so´n Vieh zu niedrig ist – aber wer will schon ein Babyschwein überdosieren? Die sind echt niedlich, deswegen versuchen wir die auch zu klauen.“Ihr scheiß behinderten Ausländer, lasst sofort Henry los!“, schallt es aus dem Stock über dem Gehege.
Steffen packt mich am Anorak, wir laufen los. Henry lassen wir zurück, weiß eh nicht, ob er sich mit den Katzen verstanden hätte.

Es fühlt sich eigenartig an, ihn nach so langer Zeit endlich wiederzusehen, da ist kein Kribbeln mehr im Bauch – auch wenn die Freude über das Wiedersehen wahrhaftig ist, und all den Kleinkram überstrahlt, der mich in letzter Zeit so genervt hat.
Irgendwas ist da immer noch zwischen uns beiden, spürbare Spannung schält sich aus unserer getarnten Gelassenheit, als unsere Blicke sich endlich kreuzen. Ich erkenne ihn unter hunderten Menschen in der Lobby – selbst wenn man mir die Augen verbunden hätte würde ich seine körperliche Präsenz bemerken; seine geistige schien ohnehin ständig anwesend. Gsnz egal wie weit wir voneinander entfernt waren…

Seine Augen spiegeln den Glanz der Meinen

Schon komisch, wie sich der eigene Geschmack im Laufe der Zeit verändert, einem ständigen Wandel erliegt. Ist das Entwicklung oder Abbau?
Früher fand ich die Onkelz cool, außerdem Wurstsalat-Majonaise-Semmel.
Heute steh ich auf Paul Kalkbrenner, vegetarische Extrawurst und glutenfreies Brot.
Fortschritt, oder Verblödung?
Die erste langfristige Hauptrolle in meinem autoerotischem Kopfkino, spielte ein kleingewachsener Blondschopf mit Stockerlarsch und Karohemden – mein Mathelehrer – der Traum meiner schlaflosen Nächte – der Inhalt sämtlicher präubertären feuchten Träume. Während andere Mädels von Robbie Williams fantasierten, malte ich mir eine romantische Blowjob-Szene im Kopierraum mit dem Herrn Professor Algebra aus.
Nachdem er keinen meiner Liebesbriefe beantwortete, dachte ich erst an Freitod, änderte nach langem Überlegen aber einfach mein Beuteschema. Ich wollte schließlich nicht sterben bevor mir die ersten Schamhaare das Gefühl von körperlicher Reife geben konnten. Nur die Besten sterben jung, aber nur die Bescheuerten ohne Titten und Landebahn.
Bedingt durch den subtilen Rassismus meiner Erzeuger, beschloss ich von jetzt an nur mehr an afroamerikanische Männer zu denken. Ich wollte keinen Professor, ich wollte Ebola. Rebell ohne Grund?
Egal, hauptsache schwarzer Penis.
Bis zu dem Tag, an dem ich zum zweiten Mal neunundzwanzig wurde, hielt ich meiner Wichsphantasie die Treue. Länger als irgendeinem realen Mann…

Mehr torkelnd, als flatternd suche ich Halt am Aquarium, um nicht schon vor dem Frühstück umzukippen. Haben wir gestern so viel gesoffen, oder hab ich mir die Grippe eingefangen? Leider kann mir der Piranjia auch keine schlüssige Antwort liefern, ich zeige ihm den Stinkefinger und hoffe insgeheim, dass das Mistvieh nicht rausspringt und ihn mir abbeißt.
„Hör auf Bernd zu provozieren“ , der warnende Unterton in seiner Stimme entgeht mir nicht, auch wenn ich keine Ahnung habe, wer Bernd ist.
Als hätte der halbnackte Kerl, der da vor mir im Türrahmen lehnt, meine Gedanken gelesen, antwortet er auf meine unausgesprochene Frage. Bernd sei der Fisch. Und ich würde aussehen, wie ein potentieller Köder.

#mentalepräsenz

Zurück zu dir.. Rase über die Südautobahn, mit jedem Kilometer den ich dir näher komme, steigt der Herzschlag ein bisschen mehr. Pro überwundenem Bundesland gefühlte dreitausend Schläge in der Minute.
Sehnsüchtig hechelnd nach deiner mentalen Präsenz – ich liebe dich, bin süchtig nach dir.
Sonne knallt. Erkenne deine Silhouette. Hechle dir nach. Du fühlst mich nicht.
Zehn Schritte hinter dir, du drehst dich kein einziges Mal um.
Zehn Minuten später rammst mir deinen Schwanz mitten ins Gesicht. Dekorierte Mundwinkel. Überall Sperma. Benutztes Stück Mensch zieht Leine, das soll Liebe sein? Frühlingsgefühle? Oder ein Vorgeschmack auf Guantanamo?
Devote Hingabe?
Selbstzerstörerische Verschwendung?
Perlen für die Säue?

Frohe Ostern nach Polen!

Sehnsüchtig erwarte ich das Ende des christlichen Ramadans´, neue Lage – vier Tage. Und die werden sich so ziehen, als würde man mitten in einer Wurzelbehandlung stecken.
Ab Samstag gibt´s dann endlich wieder Mundspülung mit Alkohol – es lebe die Auferstehung. Auch wenn ich noch nicht sicher bin, ob mir der Pfarrer den Korb mit „Listerin ultrawhite“ segnen wird. Vielleicht versteck ich es einfach unter der Osterpinze?
Ich ertrage das alkoholfreie Placebo vom Billigproduzenten keine weitere Woche mehr, ohne dabei nicht zum Nazi zu werden. Soll doch den Produzenten von dem Glumpert der Blitz beim Scheißen treffen – was denkt sich der Beckenrandschwimmer eigentlich dabei, so einen Mist zu fabrizieren? Weiß der wie anstrengend so ein Tag ohne morgendliches Menthol- Schnaps-mit-Fluorid-Gurgeln werden kann? Wie soll man denn da funktionieren?

Steffen schlägt mir Eigenurin als Alternative vor – schließlich hätte ich da sämtliche wasserlöslichen Toxine des Vorabends noch mal zur Verfügung. Drogen- und Alkoholrecycling für ganz Verzweifelte. Oder für Menschen aus Polen. Die saufen ein Glas Bier achtzehn Mal, bevor es endgültig in der Kanalisation landet. Sagt Steffen.
Aber gut. Er sagt auch, dass er nur deswegen fremdfickt, weil er am „Restless-Penis-Syndrom“ leidet, wegen seines Eisenmangels. Klar doch, Pole.
Ich ficke auch nur fremd, weil ich an ADHS leide. Alkohol-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. Und daran ist die Fastenzeit, bzw. das Mundwasser und letztendlich auch Jesus Schuld. Wäre der Depp nicht vierzig Tage in der Wüste gestrandet, müsste ich nicht solche Entbehrungen auf mich nehmen. Dann müsste ich nicht mit unbekannten Onlinefreaks unter einer Autobahnunterführung herummachen, kiloweise Ritalin in mich stopfen und Eigenurin trinken. Supergeil, lieber Jesus.
Von dir lass ich mich nicht mehr verarschen – auch wenn ich keine Matura hab.
Frohe Ostern, wünsch ich euch! Tut nichts, was ich tun werde 😉

#GIS

Dabei hat der Tag so vielversprechend angefangen.. Birchermüsli mit Entgiftungstee dazu Sonnenschein, Morgensport und Kuschelsex. Selbstoptimierung in Reinsubstanz.
Bügle sogar die Wäsche weg, während Barbara Karlich eine Domina interviewt. Insgeheim hoffe ich, dass das blonde, langbeinige Ding ihre Gerte aus der Tasche zieht und die Karlich damit züchtigt. Wie gerne wäre ich jetzt an Blondies Stelle – Barbara verprügeln und anschließend zu RTL strafversetzten.
Und dann, viel Spaß im Dschungelchanp du frigide Frostbeule. Auf Nimmerwiedersehen – dich holt dort sicher niemand raus.
Wieso schau ich mir den Schrott im Fernsehen eigentlich an?
Aus demselben Grund, weshalb ich beim Italiener immer aufesse – ich hab schließlich dafür bezahlt..
Hashtag Rundfunkgebühr.
Ich bin zugezogen – und dabei spreche ich nicht von meiner Wohnsituation.